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- Währungsaustausch 1964 in der DDR
Folgendes Szenario hatte sich im Hochsommer 1964 so oder so ähnlich im Süden der DDR abgespielt: Auf einer Dienstreise fuhr ein Abteilungsleiter eines Reifenwerkes am Freitag, dem 31. Juli, auf der damaligen DDR-Autobahn A 6 von Dresden aus in Richtung Eisenach. Kurz vor dem „Hermsdorfer Kreuz“ überraschte ihn eine Rundfunkmeldung aus dem Autoradio. Es erschreckte ihn, als er vernahm, dass „auf Beschluß des Ministerrates der DDR die Ausgabe von neuen Banknoten ab 1. August 1964 erfolgt.“ Die Erinnerungen an den Banknotenaustausch vom 13. Oktober 1957 wurden wach: seit den Morgenstunden informierte der DDR-Rundfunk über den Tausch an jenem Sonntag. Damals vor knapp sieben Jahren konnten je Person 300 D-Mark im Verhältnis 1 : 1 umgetauscht werden. Alles nur an diesem Tag und nur von 12.00 bis 22.00 Uhr durch Vorlage des Personalausweises (schon ab 20.00 Uhr war das 1948er Papiergeld ungültig – mit Ausnahme der 50-Pfennig- und 1-DM-Banknoten). Weiteres Geld wurde auf Konten gutgeschrieben, wenn die Herkunft plausibel erklärt werden konnte. Abb. 1: 50 DM 1948, Vorderseite, Lochentwertung, Stempel: „22.10.1957“ und „Zur Gutschrift § 9 / Spezialumtauschkasse / Berliner Stadtkontor“ (vergl. „Einführung der MDN / Umtausch alter Scheine“ www.banknotesworld.com 28. September 2008, Sammlung: Kai Lindman). Unter der Bezeichnung „Aktion Blitz“ wurde im Herbst 1957 überraschend ein Geldscheinaustausch der Serie 1948 mit der neuen 1955 gedruckten Serie durchgeführt. Die DDR-Staatsführung hatte aus ihrer Sicht gute Gründe für einen blitzartigen Austausch: Spekulanten, Schiebern und Schmugglern sowie Wechselstubenbesitzern im Westen sollte der Garaus gemacht und der Schwindelkurs verhindert werden. Originaltext aus der Verordnung über die Ausgabe neuer Banknoten vom 13. Oktober 1957 (GBl. I, Nr. 73/1957, Seite 603) im Ton damaliger amtlicher Sprache: „Diese Maßnahmen werden getroffen, weil die Monopolisten und Militaristen in Westdeutschland gewisse Mengen von Banknoten in ihren Besitz gebracht haben mit dem Ziel zu spekulieren, Störungen in unserer Volkswirtschaft zu organisieren und Agenten- und Spionageorganisationen zu finanzieren. Es liegt daher im Interesse der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik und des demokratischen Sektors von Groß-Berlin, diejenigen Banknoten, die im Besitz westdeutscher und westberliner kapitalistischer Kreise und Agentenorganisationen sind, wertlos zu machen...“ Wie wird das nun diesmal?“ war die Frage – passiert das alles am kommenden Sonnabend wieder? Eventuell am darauf folgenden Sonntag, wie meist bei solchen Aktionen? Der Dienstreisende im Auto musste das klären. Er stoppte am „Hermsdorfer Kreuz“ vor der HO-Raststätte „Teufelstalschänke“, rief das Sekretariat seines Betriebs südlich von Dresden an und erfuhr, dass in der Zeitung schon alles stünde, auch Abbildungen von den neuen Banknoten wären zu sehen. So setzte er seine Fahrt fort und konnte am Ziel seiner Reise, im VEB Automobilwerk Eisenach, im „Neuen Deutschland“ alles nachlesen, alles anschauen: Abb. 2: Titelseite „Neues Deutschland“ vom 31. Juli 1964 (ND-Archiv). „Berlin (ND). Das Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrates teilt mit: Der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik beschloß in seiner Sitzung vom 30. Juli 1964, die Deutsche Notenbank zu ermächtigen und zu beauftragen, neben den bereits im Umlauf befindlichen Banknoten neue Banknoten mit dem Ausgabedatum 1964 auszugeben. Die neuen Banknoten tragen das Emblem der Deutschen Demokratischen Republik, das Bildnis hervorragender Persönlichkeiten der deutschen Geschichte wie Alexander von Humboldt, Friedrich von Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Engels und Karl Marx. Die neuen Banknoten tragen auf der Rückseite Abbildungen, die das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Deutschen Demokratischen Republik charakterisieren, wie die Humboldt-Universität, den VEB Carl Zeiss in Jena, das National-Theater in Weimar, die Darstellung einer Getreideernte und das Brandenburger Tor. Die neuen Banknoten sind im Format handlicher als die zur Zeit im Umlauf befindlichen. Vom 1. August 1964 an wird als Währungsbezeichnung der Deutschen Demokratischen Republik eingeführt: »Mark der Deutschen Notenbank«, wodurch aber der Goldgehalt, die Kurse und die Preise, d. h. die Kaufkraft der Währung, nicht geändert werden. Die Ausgabe der neuen Banknoten erfolgt, vom 1. August dieses Jahres an. Die Bürger der Deutschen Demokratischen Republik werden ab 1. August ihre fälligen Löhne, Gehälter, Renten, Stipendien usw. in neuen Banknoten erhalten. ... Der Ministerrat hat in diesem Zusammenhang beschlossen, daß die alten Banknoten neben den neuen Banknoten vom 1. August d. J. bis zum 30. April des kommenden Jahres, also neun Monate lang, noch gesetzliches Zahlungsmittel sind. Das bedeutet, daß jedermann, d. h. Bürger, Betriebe, Einrichtungen und Verwaltungen ihre Zahlungen sowohl in alten als auch in neuen Banknoten vornehmen können, aber auch jedermann verpflichtet ist, sowohl alte als auch neue Banknoten als gesetzliches Zahlungsmittel anzunehmen. Nach Ablauf dieser neun Monate können weitere sieben Monate lang alte Banknoten von jedermann bei allen Banken, Sparkassen und Postämtern gegen neue Banknoten eingewechselt werden. Während dieser Zeit, d. h. vom 1. Mai 1965 bis zum 30. November 1965, sind Bürger, Betriebe, Einrichtungen und Verwaltungen nicht mehr verpflichtet, aber auch nicht mehr berechtigt, alte Banknoten entgegenzunehmen. Im Unterschied zum Geldumtausch am 13. Oktober 1957 handelt es sich bei der jetzigen Ausgabe der neuen Banknoten um eine infolge der natürlichen Abnutzung erforderliche Erneuerung durch moderne, dem Wesen unseres Staates entsprechend gestaltete Banknoten. ... Der Ministerrat spricht allen, die an der Herstellung und Herausgabe der neuen Banknoten beteiligt sind, den Dank aus.“ Grundlage dieser ND-Mitteilung war die Verordnung über die Erneuerung der Banknoten der Deutschen Notenbank vom 30. Juli 1964, unterschrieben von Bruno Leuschner, Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, und Willy Rumpf, Minister der Finanzen der DDR. Diese Verordnung trat am 1. August 1964 in Kraft. Auf der 4. Sitzung des Ministerrates am Donnerstag, dem 30. Juli 1964, war die Erneuerung der Banknoten der Deutschen Notenbank beschlossen worden. Es folgten dort die Erklärung des Ministers der Finanzen der DDR und eine anschließende Pressekonferenz des Presseamts am selben Tag. Auf der Konferenz waren auch der Präsident der Deutschen Notenbank, Helmut Dietrich, und der Direktor der Deutschen Notenbank, Johannes Weissflog, anwesend. Die Deutsche Notenbank wurde auf Grund des § 2 Abs. 2 des Gesetzes vom 31. Oktober 1951 über die Deutsche Notenbank ermächtigt und beauftragt, neben den bereits umlaufenden Banknoten ab 1. August 1964 die neuen Banknoten auszugeben. Interessant ist die wiederholte Aussage aus der Pressekonferenz. „Daß die neuen Banknoten auf »Mark der Deutschen Notenbank« lauten und die Währungsbezeichnung der DDR ab 1. August 1964 dahingehend geändert wird, hat nichts mit einer Änderung der Preise, des Goldgehaltes oder anderen finanzpolitischen Änderungen zu tun. Die neue Währungsbezeichnung knüpft an die deutsche Tradition an.“ Damit wurde de facto die Deutsche Mark in der DDR und Ostberlin abgeschafft – MDN hieß fortan die neue Währungsbezeichnung. Gesetzliche Grundlage war also DAS DDR-Gesetzblatt II Nr. 75/1964, Seite 653. Unter der Zwischenüberschrift „So sehen die neuen Geldscheine aus“ wurde die aus fünf Wertstufen bestehende neue Serie in allen DDR-Zeitungen abgebildet. Abb. 3: „Neues Deutschland“, S. 3, vom 31. Juli 1964 (ND-Archiv) Alle hier zitierten Texte (in Kursiv) wurden der SED-Zeitung „Neues Deutschland“ entnommen; die Bilddaten wurden freundlicherweise von Frau Angela Wichmann (Abt. Information/ Dokumentation, Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH, Berlin) zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank. Angaben zu den 1964er Banknoten findet man auch im Sachbuch „Die Münzen und Banknoten der Deutschen Demokratischen Republik“, herausgegeben 1989 von der Staatsbank der DDR, bzw. „Die Geldzeichen der DDR“ von Günter Graichen, 1982. In der Verordnung vom 30. Juli 1964 sind alle bildliche Darstellungen sowie technische Daten zu den Banknoten aufgeführt, wie Maße, Farben und Wasserzeichen usw. Tatsächlich war die neue Serie VON 1964 die grafisch gelungenste Ausgabe aller DDR-Banknoten. Außer Kurs gesetzt wurde sie zum 31. Dezember 1982, knapp zehn Jahre vor Einführung der letzten DDR-Geldschein-Serie (Verordnung über die Außerkraftsetzung von Banknoten der Ausgabe 1964 vom 29. Juni 1982, GBl. I, Nr. 27/1982, Seite 499). Die 1971/1975er Banknoten kamen erst 1973 (50 M), 1975 (10 DM), 1976 (20 M), 1978 (100 M) und 1979 (5 M) in Umlauf. Dabei wurden leider die Porträts von Alexander von Humboldt (5 MDN) und Friedrich von Schiller (10 MDN) durch Bildnisse von Thomas Müntzer (5 M) und Clara Zetkin (10 M) ersetzt. Wichtig war auch folgende Textpassage „... Die Münzen der Deutschen Notenbank zu 1 und 2 Deutsche Mark werden nicht erneuert, sie bleiben auch nach dem 30. April bzw. nach dem 30. November 1965 gesetzliches Zahlungsmittel.“ So galt neben den 1955er Banknoten die Deutsche Mark weiterhin auch in Münzform. Die 1-DM-Münzen mit den Prägejahren 1956, 1962 und 1963 sowie die 2-DM-Münzen mit dem Prägejahr 1957 wurden erst zum 1. Januar 1981 ungültig und durch „Mark“-Münzen ab den Prägejahren 1972 bzw. 1974 ersetzt. (GBl. I/1978, Nr. 38, Seite 419). Abb. 4: 2 und 1 DM, Vorderseite, Aluminium. Abb. 5: Banknotenset 5–100 MDN 1964, Vorderseiten: roter Aufdruck und Perforation MUSTER mit 5-stelliger Ausführungs-Nr., Rückseiten: roter Aufdruck MUSTER (aus C.G. Christoph Gärtner Auctions, dort am 5./6. Juni 2019 in der 44. Auktion für 800,00 Euro ausgerufen und ersteigert). Leider sind die Gestalter der 1964er Banknoten-Serie namentlich nicht bekannt; Auskünfte erteilte seinerzeit die Staatsbank der DDR auf Nachfrage nicht. Am 23. Mai 1973 antwortete Herr Remus lediglich: „... Die Nennung der Gestalter ist nicht üblich. ...“ Und es muss erwähnt werden, dass die neuen Banknoten in der Sowjetunion, bei der damaligen Staatsdruckerei Goznak Moskau, gedruckt wurden. Dem wurde von amtlicher Stelle stets widersprochen. Michael H. Schöne
- Die Bank von Ost-Hebei (冀東銀行)
Nach der Gründung von Mandschukuo versuchten die Japaner, ihren Einfluss auch auf die angrenzenden Gebiete auszudehnen. Eines der Gebiete, für das die Japaner ein besonderes Interesse zeigten, war Ost-Hebei mit Tianjin (天津) als wichtigster Stadt. Um ihre Ziele durchzusetzen, arbeiteten die Japaner mit chinesischen Politikern zusammen, die Japans Interessen vertraten. Einen solchen Kollaborateur fanden sie in Yin Rugeng (殷汝耕). Dieser wurde 1883 in Pingyang (平陽), Provinz Zhejiang geboren. Als junger Mann hatte er in Japan studiert, auch hatte er eine Japanerin geheiratet, mit deren Hilfe er Kontakte zu den höchsten politischen und militärischen Kreisen Japans knüpfte. Nach Abschluss seiner Studien kehrte Yin nach China zurück und beteiligte sich aktiv an Aktionen gegen das Qing-Kaisertum. Nach der Revolution 1911 wurde er zunächst Mitglied der Kuomintang. Dann nahm er sein Studium in Japan (Jura) wieder auf. Wieder in China, stellte er sich in den Dienst der Beiyang-Regierung und half bei der Gründung der Bank of China. 1926 nahm er an der „Nordkampagne“ von Tschiang Kai Schek teil. Später wurde er mehrfach beauftragt, zwischen Chinesen und Japanern zu vermitteln, z.B. nach dem Massaker von Shanghai. 1933 wurde Yin Rugeng Verwaltungskommissar für die entmilitarisierte „Zone Ost-Hebei“ (冀東). Die Japaner hatten vor, in verschiedenen Nordprovinzen Chinas autonome – d.h. Japan-hörige, von der Nationalregierung Tschiang Kai Scheks unabhängige – Gebiete zu gründen. Yin Rugeng war der erste, der darauf einging und das Gebiet um Tianjin, bestehend aus 22 Kreisen, am 25.11.1935 für autonom erklärte. Seither gilt Yin Rugeng bei den Chinesen als „großer Landesverräter“. Abb. 1: Yin Rugeng auf einer zeitgenössischen Postkarte Sitz der autonomen Regierung von Ost-Hebei war zunächst Tongzhou (通州, ein Stadtteil von Peking), aber nach dem Thongzou-Zwischenfall wurde der Regierungssitz im August 1937 nach Tangshan (唐山 ) verlegt. Als williger Erfüllungsgehilfe der Japaner tat Yin Rugeng alles, um die in „seinem“ Gebiet wohnenden Chinesen für Japan zu begeistern. So ließ er z.B. die Schulbücher dahingehend umändern, dass alle Bezüge zur Nationalregierung gelöscht und stattdessen Beiträge zur japanischen Kultur gebracht wurden. Die lokale Tageszeitung „Jìdōng Rìbào“ (冀東日報) brachte ebenfalls nur regierungsfreundliche Beiträge. Ein autonomes Gebiet muss natürlich seine eigene Währung haben. Bereits im November 1936 wurde die „Bank von Ost-Hebei“ (冀東銀行) mit Hauptsitz in Tianjin gegründet und mit einem Kapital von 5 Millionen Yuan ausgestattet. Von der japanischen „Central Bank of Manchukuo“ wurde Personal bereitgestellt, auch logistische Hilfe wurde geleistet. Schon 1937 machte die Bank von ihrem Notenrecht Gebrauch; es wurden Münzen und Banknoten im Gesamtwert von etwas mehr als 8,3 Millionen Yuan emittiert. Die Münzen über 1 Li, 1 Fen, 5 Fen, 1 Jiao und 2 Jiao wurden in Osaka geprägt. Die Banknoten zeigen zwar keine Druckerei, aber es ist bekannt, dass sie in Japan durch die Druckerei des Finanzministeriums hergestellt wurden. Abb. 2a/b: 1 Fen 1937, Vorder- und Rückseite. Die Münzen tragen allesamt ein Datum, nämlich „Jahr 26“ = 1937. Hier sei als Beispiel die 1-Fen-Münze aus Kupfer abgebildet. Die Banknoten, die wegen ihrer nur einjährigen Umlaufzeit ziemlich selten sind, sind nicht datiert, die Vorderseite ist graviert, die Rückseite lithographiert. Ausgegeben wurden die Wertstufen 5 Jiao, 1 Yuan, 5 Yuan, 10 Yuan, die 100-Yuan-Note scheint nicht in Umlauf gebracht worden zu sein, sie ist nur als (primäres) Muster bekannt. Auch auf den ausgegebenen Noten finden sich keine Unterschriften. Wohl aber ein rotes Siegel, es zeigt acht Zeichen in alter Siegelschrift: 冀東銀行總經理章 = Siegel des Hauptmanagers der Ost-Hebei-Bank. Wer das war, ist mir unbekannt. In der chinesischen Geschichtsschreibung kommt sein Name nicht vor, niemand soll sich an ihn erinnern. Abb. 3: Amtssiegel auf den Banknoten. Von allen Noten sind Specimen bekannt, von den meisten Wertstufen gibt es zwei völlig verschiedene: Einmal „primäre“ Specimen, Blocknummer 0, Kontrollnummer 000000, auf beiden Seiten in Rot „Specimen“ in Schreibschrift und 樣本, dazu drei Lochungen, eine durch das Siegel, zwei durch die Wertangabe. Diese Muster tragen alle auf der Rückseite eine schwarze Nummer, im hier gezeigten Beispiel 000076. Abb. 4a/b: 5 Jiao, „primäres“ Specimen, Vorder- und Rückseite. Daneben gib es „sekundäre“ Specimen, das waren normale Umlauf-Noten, die später zu Mustern umfunktioniert wurden. Sie tragen alle Blocknummer 1 und eine gewöhnliche Kontrollnummer, dazu in Schwarz „SPECIMEN“ und 樣本. Außerdem finden sich acht Lochungen zur Entwertung. Auch diese Muster tragen eine Muster-Nummer, allerdings als Perforation. Abb. 5a/b: 1 Yuan, „sekundäres“ Specimen, Vorder- und Rückseite. Die Wertstufen im Einzelnen: Abb. 6a/b: 5 Jiao, Vorder- und Rückseite. 5 Jiao: Auf der Vorderseite ist der „Shanhaiguan“ (山海關) abgebildet, ein strategisch wichtiger Pass, ein Durchbruch durch die Chinesische Mauer bei der Stadt Qinhuangdao (秦皇島市) in der Provinz Hebei. Dieser Durchgang galt lange Zeit als einzige Verbindungsmöglichkeit zwischen den Zentrum Ost- und Nordostchinas. Es fällt auf, dass die Wertangabe auf der Rückseite „50 FEN“ lautet. Abb. 7a/b: 1 Yuan, Vorder- und Rückseite. 1 Yuan: Rechts auf der Vorderseite sieht man einen Abschnitt der Chinesischen Mauer. Abb. 8a/b: 5 Yuan, Vorder- und Rückseite. 5 Yuan: Auf der rechten Notenhälfte findet man eine Pagode. Joe Boling (in Schwan-Boling, WWII Remembered) behauptet, es handele sich um die „Yu-Sheng Pagode“, aber eine solche kann ich nirgendwo finden. Es ist jedoch in Wahrheit eindeutig die Rándēng- Pagode (燃燈塔) in Tongzhou. Abb. 9: 10 Yuan, Vorderseite. 10 Yuan: Diese Note bildet rechts den Eingang zu einem Haus ab, das bei Schwan-Boling „Ta Ch’eng Tien“ genannt wird, eine mir leider unbekannte Bezeichnung. Es ist jedoch sicher, dass es sich um den Eingang zu einem konfuzianischen Tempel in Tongzhou handelt. Abb. 10: 100 Yuan, Specimen, Vorderseite. 100 Yuan: Das doppelstöckige Gebäude auf der rechten Notenhälfte ist ein der Göttin Guanyin gewidmeter Pavillon des Dule-Tempels (獨樂寺) in Kreis Ji, Tianjin. Schon 1938 waren die Noten ungültig, sie wurden ersetzt durch Noten der Federal Reserve Bank of China (中國聯合準備銀行), eine der sog. "Puppet-Banks" der Japanischen Besatzer. Die „Bank von Ost-Hebei“ verlor das Recht zur Notenausgabe und wurde mit der Mengjiang-Bank (蒙疆銀行, Bank für den japanischen Marionettenstaat auf dem Gebiet der sog. "Inneren Mongolei") zu einem rein kommerziellen Institut zusammengelegt. 1945, nach der Kapitulation der Japaner, wurde Yin als Landesverräter verhaftet und nach Nanjing gebracht. Vor Gericht brachte er zu seiner Verteidigung vor, seine Handlungen seien durchaus patriotisch gewesen, aber er wurde zum Tode verurteilt, der Oberste Gerichtshof bestätigte dieses Urteil am 8.11.1947. Am 1.12.1947 wurde Yin durch Erschießen hingerichtet. Erwin Beyer Bildnachweis: Abb. 1, 2 und 3: Erwin Beyer Abb. 5 und 10: www.chinazhibi.com, Erlaubnis durch Wang Jie Abb. 4, 6, 7, 8 und 9: Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun
- Geldscheine zum D-Day
An die Landung der Alliierten an der normannischen Küste in Frankreich erinnern sich jährlich viele Menschen zum 6. Juni, dem sog. D-Day. Während der „Operation Overlord“ gingen 1944 Truppen der USA, Großbritanniens und Kanadas von England aus an die feindlichen Strände. Abb. 1: Landung amerikanischer Truppen am 6. Juni 1944 am Omaha Beach (Quelle: National Infantry Museum Foundation, Columbus, USA). Zum Gedenken daran gibt es eine handvoll „fancy notes“ aus den USA und Frankreich, aber auch Sondermünzen aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Belgien, der Tschechischen Republik und Neuseeland. Abb. 2/3: 1 Million Dollar 2015, Vs. General Eisenhower, Rs. Szenen der Landung US-amerikanischer Truppen. Abb. 4: 0-Euro-Souvenirschein 1917 zum D-Day, Landkarte mit den Code-Namen Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword für die jeweiligen Landungsstrände nördlich von Caen. Abb. 5/6: 2 Euro 2014, Sondermünze Frankreich (links); 2 Dollars 2019, Sondermünze Kanada (rechts). Außer den US-amerikanischen, britischen und kanadischen Seeleuten, Soldaten und Fliegern kamen auch französische Einheiten bei der Landung im Juni 1944 zum Einsatz. Und sie brachten Geldscheine mit, die in den USA gedruckt waren. Noch in England wurde der Sold an alle Alliierten in französische Francs ausgezahlt, die zuvor noch niemand gesehen hatte. Abb. 7: Männer der 5. Fallschirmbrigade betrachten das Geld, welches sie auf dem französischen Festland verwenden werden (fotografiert am 3. Juni 1944 auf dem englischen Flughafen Faiford bei Swindon in Gloucestershire). Vorgeschichte: Im Dezember 1943 traf man in Washington die Entscheidung zum Druck einer „Special Invasion Currency“ für die Verwendung bei der Besetzung europäischer Länder durch US-amerikanische und britisch-kanadische Truppen. Zuvor hatte der britische Botschafter dem US State Department gemeldet, daß die Londoner Regierung eine französische Landeswährung bevorzuge, die vom Französischen Komitee der Nationalen Befreiung zu genehmigen sei. Dadurch verzögerte sich die Entscheidung über die Geldschein-Frage für einige Wochen. Ende Januar 1944 erinnerte der britische Kriegsminister Sir James Grigg den mittlerweile zum SHAEF-Oberbefehlshaber ernannten General Dwight D. Eisenhower an die Klärung der Währungsfrage mit den Franzosen. Bis Anfang Mai 1944 wurde keine Einigung erzielt. Ende Mai schlug Eisenhower „eine Lösung der Verzweiflung“ vor und ließ eine Proklamation vorbereiteten. In dieser sollten neben den kursierenden französischen Francs-Noten („Metropolitan Francs“ = „Francs métropolitaine“) auch die Geldscheine der Alliierten („Supplemental French Francs Currency“ = „Francs français complémentaires“) zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt werden. Die Proklamation sollte entsprechend der Frontlage veröffentlicht werden und die Franzosen über die „Zusätzlichen Französischen Francs“ informieren. Man stellte den Franzosen ein Ultimatum bis zum 28. Mai 1944. Der Oberbefehlshaber und sein Stabschef bezweifelten zwar ihr Recht auf eine solche Verkündung und die Verwendung des Invasionsgelds – da war das Geld aber längst gedruckt und lag in England bereit. Der Auftrag zum Druck für diese Geldscheine vergab das US-Kriegsministerium über das US-Finanzministerium und die Staatsdruckerei an die Privatdruckerei Forbes. In der geheimen „Operation Tom Cat“ wurden drei Lieferungen der „Supplemental Francs“ von New York aus über England nach Frankreich verschifft: die erste Lieferung am 15. Februar 1944, die letzte am 27. Juni 1944. Abb. 8: Verpackung der „Supplement French Francs“ unter Aufsicht des Secret Service in der Druckerei Forbes – gut zu sehen sind Kisten mit je 32.000 Scheinen zu 100 Francs „XF 32/TOMCAT“. Schon Tage vor der Invasion wurden die Truppen mit französischen Francs versorgt. Zum einen waren das die gültigen Francs-Noten der Banque de France und zum anderen die eigens in den USA gedruckten Geldscheine. Vor dem D-Day kam General de Gaulle nach London und wurde von der bevorstehenden Landung der Alliierten informiert. Er brachte seinen Groll über die kleine Menge an vorhandenen BdF-Noten und die Unmenge an „Zusatz-Francs“ zum Ausdruck, sah das Vorrecht des Komitees beeinträchtigt und verbot die Übersetzung von 180 französischen Verbindungsbeamten auf das Festland. General de Gaulle lenkte bei der Währungsfrage nicht ein und sah sich verletzt, da in der Proklamation weder sein Name noch das Französische Komitee der Nationalen Befreiung erwähnt wurden und er „eine Art Übernahme der Macht in Frankreich durch ein Alliiertes Militärkommando“ vermutete. Er warnte außerdem davor, daß „die Ausgabe einer sogenannten französischen Währung in Frankreich ohne Zustimmung der fran-zösischen Behörden zu ernsthaften Komplikationen führen würde.“ Um die Kriegslage nicht zu beeinträchtigen, entschlossen sich US-Amerikaner und Briten zur Ausgabe des Invasionsgelds und der Festland-Francs. Die Währungsfrage spitzte sich Wochen später derweil immer mehr zu. Abb. 9/10: 5 Francs Serie 1944, Vs. und Rs. mit Graffiti von Angehörigen des 5. US-Ranger-Bataillons, Datum: 6. Juni 1944 (Quelle: https://theddaystory.com Portsmouth, GB). Abb. 11: Navy-Offizier Joseph P. Vaghi erklärt französischen Dorfbewohnern den Wert des Invasionsgelds (fotografiert am 19. Juni 1944 in St.-Laurent-sur-Mer/Omaha Beach). Am 14. Juni 1944 kam François Coulet, ein Kommissar der erst zehn Tage zuvor in Algier ausgerufenen Provisorischen Republik, in die Normandie und wurde von der Bevölkerung stürmisch empfangen. Verwundert sah er erstmals die neuen Geldscheine vom „Typ Dollar“ und riet den Banken, dieses Geld nicht wieder in Umlauf zu bringen. Der Legende nach soll General Charles de Gaulle nach seinem Eintreffen am 27. Juni 1944 in Frankreich mit der Faust auf den Tisch geschlagen und das Alliiertengeld mit der Trikolore auf den Rückseiten der Scheine als „Falschgeld“ bezeichnet haben; er verbot deren Umlauf. Beim Treffen de Gaulles mit US-Präsident Franklin Roosevelt am 6. Juli 1944 erpresste man die Franzosen. Roosevelt gab de Gaulle unmissverständlich zu verstehen: falls das französische Volk das Invasionsgeld nicht akzeptiere, würde er General Eisenhower ermächtigen, statt dessen „Yellow-Seal-Dollars“ der US-Amerikaner und „BMA“-Noten der Briten in Umlauf zu bringen – de Gaulle wäre dann für mögliche negative Auswirkungen verantwortlich. Danach lenkte General de Gaulle ein, forderte aber den Druck neuer Scheine mit der Auftragserteilung durch die Franzosen. Seine erhoffte Anerkennung als oberster französischer Staatschef durch die Alliierten erfüllte sich nicht. Abb. 12: 50 Francs 1944, Musterschein mit Null-Numerierung. Abb. 13: Rs. Ausgabe der „Supplemental Francs“, 50, 100, 500, 1.000 und 5.000 Francs 1944. Abb. 14: Neue Rs. Ausgabe der „Committee French Francs“, ebenfalls von 50 bis 5.000 Francs. Darüber hinaus sagte General de Gaulle, dass er über das Radio ankündigen würde, dass das Volk die Scheine nicht annehmen sollte, wenn das alliierte Hauptquartier dieses Geld ausgeben würde. Die Verhandlungen zwischen den USA-Amerikanern und dem CFLN (Comité français de Libération nationale) ergaben Vereinbarungen zum Druck neuer Geldscheine noch 1944. Vier Druckaufträge Frankreichs gingen in die USA: der erste wurde vom CFLN erteilt, die anderen von der im August 1944 gebildeten GPRF (Gouvernement provisoire de la République française). Schon im Juli 1944 standen 104.000.000 „Flaggenscheine“ in 3.250 Holzkisten bei der Federal Reserve Bank of New York für den Transport nach Europa bereit. Sie wurden fortan weiter verwendet und sollten bis zum Eintreffen neuer, geänderter Scheine (Rückseitenaufdruck „FRANCE“ statt der Trikolore) gesetzliche Zahlungsmittel bleiben. Die großformatigen Scheine liefen bis zum 15. Juni 1945 um und wurden durch die „Committee French Francs“ (auch „Provisional French Francs“, ohne den Aufdruck „ÉMIS EN“) ersetzt. Die kleinformatigen zu 2, 5 und 10 Francs blieben bis Juli 1946 in Umlauf. Die erste Lieferung erfolgte am 31. August 1944, die Restlieferung am 2. Oktober 1945. Die Scheine waren in acht Kartons zu je 4.000 Stück in Kisten verpackt. Auf denen war der Codename „Mushroom“ der Operation aufgebracht. Im November 1944 befanden sich nochmals 10.000 Kisten mit insgesamt 320.000.000 Scheinen in einem New Yorker Wertdepot. Deshalb unterscheidet man heute zwischen „Billets drapeau“ und „Billets France“. Alle Scheine wurden auf dem bekannten Wasserzeichenpapier mit „ALLIED MILITARY AUTHORITY“ gedruckt; sie tragen ebenfalls das Druckerzeichen „F“ für Forbes. Die kleinwertigen Scheine zu 2, 5 und 10 Francs wurden in der Folgeserie nicht wieder gedruckt. Abb. 15: Francs 1944, 27 mm Ø, Messing. Neben den beiden Serien der US-Amerikaner wurden später auch die im Juni 1945 in England gedruckten 500 und 1.000 Francs o. D. (1945) „Typ Marianne“ ausgegeben. Eine weitere Besonderheit sind die 2-Francs-Münzen, die 1944 in der Philadelphia Mint geprägt wurden. Einen offiziellen Auftrag zur Herstellung hat es angeblich nie gegeben. Weder das US-Kriegsministerium noch die Franzosen hatten solche Münzen bestellt; auch die Briten kommen als Auftraggeber nicht infrage. Angeblich waren es Privatpersonen, die für diese Münzen verantwortlich sind, sie wurden über Marokko und Algerien dennoch nach Frankreich gebracht. Es wurden 50 Millionen Stück geprägt, die man 1949 aus dem Zahlungsverkehr nahm. Michael H. Schöne
- Die fast vergessenen Banknoten: 1 und 2 D-Mark 1948
Die heute siebzigjährigen und noch älteren Altbundesdeutschen werden sich kaum noch an die kleinen blau- und lilafarbenen Geldscheine erinnern – wahrscheinlich sind sie nur den Papiergeldsammlern gegenwärtig: die 1- und 2-D-Mark-Scheine von 1948. Abb. 1/2: 1 D-Mark 1948, Vorder- und Rückseite. Abb. 3/4: 1 D-Mark 1948, Vorder- und Rückseite. Diese damals fremd aussehenden Banknoten wurden zur Währungsreform 1948 als sog. Kopfgeld in Umlauf gegeben. Seit dem 21. Juni 1948 waren sie in den Westzonen Deutschlands (und ab 25. Juni 1948 auch in Westberlin) gültige Zahlungsmittel. Am 10. Januar 1957 wurden sie zum Umtausch bis zum 28. Februar 1957 aufgerufen. Ungültig wurden beide Noten am 1. März 1957 – sie konnten aber bis zum 1. April 1957 eingelöst werden und sind auch heute noch in Euro umtauschbar. Das war die Zeit, als man im Umtausch für einen US-Dollar noch 4,20 D-Mark bezahlen musste. Vor dem Umlauf in den Berliner Westsektoren wurden alle Werte der neuen D-Mark mit einem Rundstempel „B“ versehen und ab dem 14. August 1948 auch mit einem perforierten „B“; sog. Zwitterkennzeichnungen mit Stempel und Perforation sind vorgekommen. Solche Scheine wurden ab dem 23. Dezember 1953 wieder aus dem Umlauf genommen. Abb. 5: „B“-Perforation und Abb. 6: Zwitterkennzeichnung. Zu den anfangs 245,0 Millionen gedruckten 1-DM-Banknoten (verpackt in 6.125 Kisten zu je 40.000 Stück) kamen 1949 in einer Nachauflage nochmals 50,0 Millionen Scheine hinzu. Die Erstausstattung von 73,36 Millionen gedruckten 2-DM-Banknoten (verpackt in 1.834 Kisten, ebenfalls zu je 40.000 Stück) wurde 1949 mit zwei weiteren Lieferungen in Höhe von je 25,0 Millionen Scheinen ergänzt. Ende 1957 waren von den 1-DM-Banknoten 3,58 Millionen Stück noch nicht eingetauscht – und von den 2-DM-Banknoten 1,305 Millionen Stück. Bis Oktober 1956 hatte die Bank deutscher Länder von der ausgegebenen Menge bereits 224,44 Millionen 1-DM-Scheine und 67,24 Millionen 2-DM-Scheine vernichten lassen. Abb. 7: Abstemplung von DM-Banknoten in Westberlin (Bild aus dem Dokumentarfilm „Operation Luftbrücke“). Abb. 8: Die BdL- Banknoten wurden meist durch Verbrennen vernichtet, aber auch das Schreddern der Geldscheine war gängige Praxis. Begonnen hatte alles 1945/46, als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor über 75 Jahren eine Neuordnung des Geldwesens notwendig wurde. Die Siegermächte konnten sich nicht auf eine neue Währung für ganz Deutschland einigen. Von deutschen Finanz- und Wirtschaftsexperten wurden etwa 380 Vorschläge zu einer neuen Währung vorgelegt – lediglich knapp 100 waren diskussionswürdig. Aber: Im Auftrag der US-Regierung setzte sich schon Anfang 1946 eine Expertengruppe zusammen, die einen „Plan für die Liquidation der Kriegsfinanzierung und der finanziellen Rehabilitation Deutschlands“ ausarbeitete. Darin waren Grundsätze einer künftigen und einer wirtschaftlich notwendigen Währungsreform enthalten. Das von den deutschstämmigen Wirtschaftswissenschaftlern Gerhard Colm und Raymond W. Goldsmith sowie von Finanzberater Joseph M. Dodge ausgearbeitete Papier wurde am 26. Juni 1946 vom US State Department gebilligt. Es folgte die Einigung der Briten und US-Amerikaner über die Grundzüge eines bizonalen Bankensystems und der Schaffung einer neuen Währung (mit oder ohne Einbeziehung der Sowjets) im September 1947. Nachgewiesen ist, dass im November 1947 der Druck erster Serien neuer Banknoten für (West-)Deutschland beendet war. Schon im September 1947 vergab die US-amerikanische Bundesdruckerei, das Bureau of Engraving and Printing (BEP), im Auftrag der US-Finanz- und Verteidigungsministerien Lohnaufträge an private Druckereien in Massachusetts: Mit dem Decknamen „Operation Bird Dog“ wurde das neue Geld unter Aufsicht von Beamten des Secret Service in den Druckereien Forbes Lithograph Manufacturing Co. in Chelsea und Tudor Press, Inc., in Boston hergestellt. Das BEP in Washington lieferte dann im November 1947 die neuen Geldscheine an die US Army in den New Yorker Hafen. Mit der Bezeichnung „CLAY W OCF OFD 279“ (später auch „CLAY E SX 1 SP 201“) und der Spezifizierung „BIRD DOG 2-40“ für die 1-DM-Banknoten und „BIRD DOG 3-40“ für die 2-DM-Banknoten verschiffte man ab 25. November 1947 die vorerst 4.800 der insgesamt 22.895 Holzkisten auf der S/S „American Farmer“ nach Bremerhaven. Abb. 9: Original-Holzkiste mit der Bezeichnung „BIRD DOG 2-40“, in der 40.000 Banknoten zu 1 D-Mark zum Versand kamen. Abb. 10: Kontrolle einer geöffneten Kiste mit 1-DM-Banknoten (Bild aus dem Dokumentarfilm „Das D-Mark-Wunder“). Abb. 11: Lieferschein (Ausschnitt) der Druckerei Forbes vom 13. November 1947 über die ersten 200.000 Einmark-Scheine. Abb. 12: Lieferschein (Ausschnitt) der US-Staatsdruckerei BEP über die letzten 200.000 Zweimark-Scheine. Man weiß bis heute nicht, wer die 1948er Banknoten entworfen hat. Das Bureau of Engraving and Printing vergab den Druck der Banknoten nach Massachusetts, gestaltet wurden sie jedoch beim BEP in Washington. Einer oder mehrere dort angestellten Grafiker sollten die Arbeiten erledigt haben: Alvin R. Meissner (Chef-Designer von 1937 bis 1949), William K. Schrage, Victor S. McCloskey, Jr. und William A. Roach. Erst vor einigen Monaten wurden Arbeitsandrucke bekannt, die die einzelnen Druckstufen der 1- und 2-DM-Banknoten zeigen: Abb. 13: 1 D-Mark 1948, einseitige Vorderseite Unterdruck 1 einfarbig (hellgrün). Abb. 14: 1 D-Mark 1948, einseitige Vorderseite Unterdruck 2 einfarbig (lila). Abb. 15: 1 D-Mark 1948, einseitige Vorderseite Hauptdruck (blau). Abb. 16: 1 D-Mark 1948, einseitige RückseiteHauptdruck (braun). Abb. 17: 2 D-Mark 1948, zweiseitige Vorderseite Unterdruck 1 (hellgrün) und Unterdruck 2 (orange). Abb. 18: 2 D-Mark 1948, zweiseitige Vorderseite Hauptdruck (lila). Abb. 19: 2 D-Mark 1948, zweiseitige Rückseite Hauptdruck (grün) ohne Unterdruck (rosa). Abb. 20: 2 D-Mark 1948, sog. Austauschnote mit G...G-SbBst., für auszusondernde Banknoten. Auf dem Sammlermarkt kommen die von der Bank deutscher Länder unterschiedlich gekennzeichneten Musterscheine hin und wieder vor: mit Aufdruck „MUSTER“ oder Perforation „SPECIMEN“ und bei den 2-DM-Banknoten meist mit durchbalkter Kontrollnummer. Sehr selten sind Fehldrucke aller 1948er Banknoten. Häufiger sind hingegen zeitgenössische Fälschungen aller Fälschungsklassen in unterschiedlicher Qualität sowie Verfälschungen („B“-Stempel auf Vorder- oder Rückseiten). Abb. 21: 1 D-Mark 1948, mit Perforation „SPECIMEN“ (auch mit Aufdruck „MUSTER“ bekannt). Abb. 22: 2 D-Mark 1948, mit Perforation „SPECIMEN“ und Aufdruck „MUSTER“. Abb. 23: 2 D-Mark 1948, versetzter Fehlschnitt (Rückseite korrekt gedruckt). Abb. 24: 2 D-Mark 1948, einseitiger Fehldruck (KN der Vs. A 23185520 B). Abb. 25: 1 D-Mark 1948, am 7. Januar 1950 von der Südwestbank Karlsruhe angehaltene Fälschung. Abb. 26: 1 D-Mark 1948, am 3. Dezember 1948 in Westberlin angehaltene Fälschung, mit „B“-Stempel! Abb. 27: 2 D-Mark 1948, durch Lochung und Stempel „Falsch“ entwertete Fälschung. Abb. 28: 2 D-Mark 1948, einseitige Fälschung (unfertiger Druck). Michael H. Schöne
- Banknoten der Bank of Communications, ausgegeben in Harbin, datiert 1920
Diese Gruppe von Banknoten ist von besonderem Interesse, weil auf der Rückseite der Bankname und die Ortsangabe auch in russischer Sprache, also mit kyrillischen Buchstaben geschrieben sind. Die Auflistung im SCWPM (P.128 bis P.130B) lässt nicht vermuten, dass sich hier mehrere interessante Varietäten verbergen. Nachfolgend möchte ich beschreiben, was hierüber bisher bekannt ist. Es gibt fünf Wertstufen: 1, 5, 10, 50 und 100 Yuan, wovon allerdings die beiden höheren Werte nie ausgegeben wurden. Von den 50- und 100-Yuan-Noten gibt es daher nur Probedrucke bzw. Muster. Alle diese Scheine wurden von der American Bank Note Company (ABNC) gedruckt. Insgesamt finden sich drei verschiedene Unterschriftsvarianten, hier mit a, b und c bezeichnet. Diese verschiedenen Signaturen sind jedoch nicht bei allen Wertstufen bekannt. Von den sechs Einzelunterschriften konnte ich fünf namentlich entziffern. Die drei Unterschriftskombinationen sind: a) Unbekannt +張謇= Zhāng Jiǎn b) 謝蔭昌 = Xiè Yīnchāng + 梁士詒 = Liáng Shìyí c) + 吳興基 = Wú Xìngjī + 盧學溥 = Lú Xuépǔ Die Harbin-Filiale der Bank of Cummunications wurde am 30.11.1913 eröffnet, im nördlichen Abschnitt der 4. Avenue. Es ist bekannt, dass Zhāng Jiǎn erst seit 1922 Bankdirektor („general manager“) war, ferner, dass er 1925 von Liáng Shìyí abgelöst wurde. Die drei in Umlauf gekommenen Wertstufen können also trotz des Datums „Jahr 9 der Republik“ und „1920“ frühestens 1922 ausgegeben worden sein. 1933 wurde Lú Xuépǔ Vorstandsvorsitzender der Bank of China. Noten mit seiner Unterschrift können nur 1933 und 1934 ausgegeben worden sein. Dass es auf der Rückseite der Noten Worte in russischer Sprache gibt, ist der Tatsache geschuldet, dass in Harbin ein großer Bevölkerungteil aus Russen bestand. „Harbin“ wird eigentlich Hā'ěrbīn = 哈爾濱 geschrieben; weil im Chinesischen keine auf „r“ endende Silbe existiert, muss man sich behelfen und „Har“ wie „Hā'ěr“ schreiben. Am 1.3.1932 gründeten die Japaner Mandschukuo (Manchukuo), wozu auch Harbin gehörte. Um die Menge des umlaufenden Geldes zu kontrollieren, wurden die verschiedenen, lokal kursierenden Banknoten auf der Vorderseite mit einem roten Siegel überdruckt; dieses Siegel war quadratisch und zeigt die Zeichen 监理官印 = offizielles Kontrollsiegel. Alle Noten, die dieses Siegel tragen, müssen also 1932 oder später ausgegeben worden sein. Um die Notenvielfalt in dem neu gegründeten Staat zu überwinden, wurde die Zentralbank von Mandschukuo gegründet, die bald für den ganzen japanischen Satellitenstaat gültige Noten emittierte. Daneben wurden auch Münzen geprägt, nämlich in den Wertstufen 5 Li, 1 und 5 Fen sowie 1 Jiao. Die alten Noten, also auch die hier in Rede stehenden Banknoten der Bank of Communications mit Ortsangabe Harbin, durften noch bis zum 30. Juni 1934 zirkulieren. Von den Noten sind verschiedene Probedrucke und Muster bekannt, die man wie folgt aufteilen kann: (Abb.1: 10 Yuan, Probedruck ohne Kontrollnummer) Noten ohne Seriennummer, Rückseite ohne Unterschrift, ohne das Wort „SPECIMEN“. Obwohl in der Literatur und von Händlern oft als Specimen bezeichnet, sind es eher Probedrucke. Kontrollnummer "000000", Rückseite ohne Signaturen, ohne das Wort „Specimen“. Auch dies sind wohl eher Probedrucke, sie wurden in größerer Anzahl von der ABNC versteigert. (Abb.2: „Specimen“ der 10-Yuan-Note) Wie zuvor, aber mit rotem Aufdruck „SPECIMEN“ und zwei Lochungen (Abb.3a: 5 Yuan, Specimen mit niedriger Nummer, Vorderseite) Niedrige Kontrollnummern (z.B. "000047" oder "000148"), hinten mit Signaturkombination a), ohne rotes Siegel, mit den Worten „SPECIMEN“, „樣本券“ (in Schwarz) und unlesbarer Perforation. (Abb.4: Specimen mit Kontrollstempel) Normale Kontrollnummer, hinten mit Signaturen, mit Stempel „Specimen“ und 本樣“ (3 x in Rot) auf Vorder- und Rückseite, 8-fache Entwertungs-Lochung. Bei der zuletzt aufgeführten Variante handelt es sich augenscheinlich um von den Japanern nach Anbringen des Krontrollsiegels als Muster abgestempelte Normalnoten, die also ursprünglich gar nicht als Muster vorgesehen waren. Betrachten wir zunächst die drei ausgegebenen Werte: 1, 5 und 10 Yuan. Alle drei Wertstufen kommen jeweils mit und ohne japanischem Kontrollsiegel vor, das ergibt sechs verschiedene Möglichkeiten. Weitere Varianten entstehen durch die verschiedenen Unterschriftskombinationen. Insgesamt habe ich bislang neun verschiedene Varianten nachweisen können: (Abb.5: 1 Yuan ohne Kontrollsiegel) 1) 1 Yuan ohne Kontrollsiegel: Signatur a). (Abb.6: 1 Yuan mit Kontrollsiegel) 2) 1 Yuan mit Kontrollsiegel: Signatur b). (Abb.7a/b: 5 Yuan ohne Kontrollsiegel, Vorderseite und Rückseite) 3) 5 Yuan ohne Kontrollsiegel: Signatur a) (nur Specimen). 4) 5 Yuan ohne Kontrollsiegel: Signatur b). 5) 5 Yuan mit Kontrollstempel: Signatur b). 6) 5 Yuan mit Kontrollstempel: Signatur c). 7) 10 Yuan ohne Kontrollstempel: Signatur a) (nur Specimen). (Abb.8: 10 Yuan mit Kontrollsiegel, Signatur b) 8) 10 Yuan mit Kontrollstempel Signatur b). 9) 10 Yuan mit Kontrollstempel Signatur c). Wie bereits erwähnt, wurden die 50- und 100-Yuan-Noten nicht ausgegeben. Von beiden Wertstufen existieren nur Probedrucke bzw. Specimen. (Abb.9: 50 Yuan, „Specimen“) (Abb.10: 100 Yuan, „Specimen“) Weitere Varianten sind sicher noch zu entdecken. In Büchern, Verkaufskatalogen und Internet findet man zwar sehr viele Noten dieser Serie, jedoch ist meist nur die Vorderseite abgebildet. Untervarianten können bzgl. der Kontrollnummer vorkommen, es gibt Nummern vom Typ "123455", "A123456" und "A123456H". Außerdem zeigen gewisse 5-Yuan-Noten ohne rotem Siegel zweimal den isolierten Kontrollbuchstaben „H“ auf Vorder- oder Rückseite. (wahrscheinlich für „Harbin“). Erwin Beyer Bildnachweise: Privatsammler aus China (Abb.1, 10) Yangming Auction, Erlaubnis durch Cai Xiaojun (Abb.2, 3, 4, 6) www.banknote.ws , Erlaubnis durch P. Mösselberger (Abb.5, 7) 中國歷代大系, vol. 9, Erlaubnis durch Wu Chouzhong (Abb.9)
- Chinesische Stoffkupons
Außer chinesischen Getreide- und Kraftstoffkupons, über die in diesem Blog schon mehrfach berichtet wurde, gab es auch viele andere Konsumkupons. In diesem Beitrag möchte ich einige Stoffkupons (布票) vorstellen. Die „Nennwerte“, wenn man den Ausdruck hier anwenden darf, lauten über die traditionellen Maßeinheiten 市尺 bzw. 市寸. Damit ist bei Stoffkupons die Stofflänge gemeint. Damals waren die chinesischen Längenmaße bei Stoffen noch nicht in Meter und Zentimeter angegeben. Heute verwendet man statt 市尺 nur noch 米 = Meter oder seltener – mit gleicher Bedeutung – 公尺. Es gilt: 1 市尺 = 33.33 cm, oder umgekehrt 1 m = 1 公尺 = 3市尺. Dabei galt die Unterteilung: 1 市尺 = 10 市寸, d.h., 1 市寸 = 3,33 cm. Romanisiert: 市尺 = shìchǐ, 市寸= shìcùn, im folgenden Text abgekürzt als Chǐ bzw. Cùn (das shì bedeutet nur „marktüblich“). Nun lauten die meisten Stoffkupons, die im Internet für Sammler angeboten werden, auf 1, 2, 3 oder 5 市寸. Aber ein Stoff, der z.B. 3,3 cm lang war, was konnte man damit anfangen? Diese Frage kursiert bei Sammlern solcher Kupons in Europa und Amerika schon lange, eine Antwort habe ich in der westlichen Literatur nicht gefunden. Aber ich habe auch eine Chinesin gefragt und die Antwort lautet: Kupons über 1 oder wenige 市寸 funktionierten wie Wechselgeld. Ein Beispiel: Jemand benötigte einen Stoff der Länge 4,6 市尺, das entspricht etwa 1,53 m. Er legte einen Schein über 5 市尺 hin und erhielt einen Kupon über 4 市寸 zurück. Diese kleinen „Nennwerte“ hob man auf und benutzte sie gesammelt bei einem späteren Stoffkauf. Meist waren die Kupons mindestens exakt 1 Jahr lang gültig. Die hier gezeigten Kupons wurden allesamt auch zu Propagandazwecken benutzt. Man findet – stets auf rotem Untergrund – kommunistische Parolen. Meist beginnt der Propagandatext mit 毛主席语录 (máo zhǔxí yǔlù) = „Worte des Vorsitzenden Máo“ oder 最高指示 (zùigāo zhǐshì) = „oberste Richtlinie“. Unter den „obersten Richtlinien“ verstand man Meinungen und Anweisungen des Vorsitzen Máo, die dieser nach Beginn der Kulturrevolution geäußert hatte. Die 1. Abb. zeigt einen Schein über 1 市寸 = 3,3 cm Stoff, ausgegeben von der Provinz Jiāngsū, gültig vom 1.1.1969 bis Ende Dezember 1969. Auf dem roten Feld finden wir: „Worte des Vorsitzenden Máo: Vergesst den Klassenkampf nicht!" Abb. 2 zeigt einen 1- Chǐ-Kupon, das entspricht 33,3 cm, ebenfalls ausgegeben von der Provinz Jiāngsū, gültig vom September 1968 bis Ende Dezember 1969. Der Propagandatext lautet: „Oberste Richtlinie: Die Wirtschaft entwickeln, die Versorgung sichern." Abb. 3: Dieser Kupon über 5 Chǐ (etwa 167 cm) Stoff wurde in der Provinz Yúnnán ausgegeben. Das runde Siegel mit dem 5-zackigen Stern in der Mitte nennt das Revolutionskomitee der Provinz als verantwortlich. Der Abschnitt am rechten Rand des Kupons ist abgeschnitten, d.h., der Kupon wurde benutzt. Der Text auf der roten Fahne besagt wörtlich: „Oberste Richtlinie: man muss die Textilien festhalten“, ein Ausdruck, der auffordert, die Textilindustrie zu fördern. Abb. 4: Kupon über 1 Cùn = 3,3 cm Stoff. Ausgabe durch Provinz Jiāngsū, gültig vom 1.9.1968 bis Ende Dezember 1969. Auf dem roten Feld steht: „Oberste Richtlinie: Kämpft gegen den Egoismus und widersetzt Euch dem Revisionismus!“ Abb. 5: Kupon über 1 Cùn = 3,3 cm Stoff, ausgegeben von der Provinz Shǎnxī (= 陕西, nicht zu verwechseln mit der Provinz Shānxī = 山西). Auf der roten Fahne steht: „Oberste Richtlinie: Erhöht die Wachsamkeit! Verteidigt das Vaterland!“ Abb. 6: 1 Chǐ, Provinz Jiangsu, 1.1.1968 bis Ende Dezember 1968. Der Text auf rotem Feld: “Fördert die Produktion und arbeitet fleißig für die Revolution!“ Abb.7a und 7b: Zum Schluss noch ein Beispiel, das zeigt, das selbst Papier äußerst knapp war. Dieser Kupon der Provinz Shǎnxī über 1 Chi = 33,3 cm Stoff, gültig 1969, wurde auf Papier gedruckt, das schon vorher benutzt und auf einer Seite bedruckt war. Die Rückseite zeigt also chinesische Zeichen. Es war gängige Praxis, einseitig bedrucktes Papier nicht wegzuwerfen, sondern auf der freien Seite nochmal zu bedrucken. Bei diesem Kupon bedeutet der Propagandatext: „Oberste Richtlinie: Bereitet Euch auf den Kampf vor! Bereitet Euch auf Hungersnot vor! Alles ist für den Menschen“. Manche dieser Scheine wurden als Einzelscheine gedruckt, andere auf großen „Konsumkarten“ und sie mussten vor dem Gebrauch ausgeschnitten werden. Noch ein paar Worte zum allgemeinen Gebrauch derartiger Konsumkupons. Etwa ab 1950 wurde in China die Marktwirtschaft nach und nach durch Planwirtschaft abgelöst. 1956 schlossen die letzten freien Märkte. Wegen der Knappheit der Waren war es nötig, die Konsumgüter zu rationieren. In China gehörte (und gehört heute noch) jede Person zu einem bestimmten Haushalt, Hùkǒu (户口) genannt. Es war (und ist) genau registriert, wer zu einem bestimmten Hùkǒu gehört. Jeder Haushalt hatte ein Heft, in dem die Zahl der Mitglieder, ihr Alter, jeweilige Art der Arbeit oder berufliche Stellung und die Zuteilungsrate von Kupons festgehalten war. Diese Kupons wurden entweder von der Provinzregierung oder von den lokalen Stadt- und Kreisverwaltungen ausgegeben. Menschen, die nicht in ihrem Haushalt lebten, z.B. Studenten und unverheiratete Arbeiter, die auf Arbeitssuche vom Land in die Stadt gekommen waren, wurden zu kollektiven Haushalten zusammengefasst. Bestimmte staatliche Stellen verkauften die Konsumgüter, jedes Mal musste man das Haushaltsbuch vorlegen und die entsprechenden Kupons abgeben. Keine Anwendung fand das Kuponsystem bei den Bauern auf dem Lande. Diese mussten kollektive Arbeit verrichten und erhielten dafür Punkte. Mit diesem Punkten konnten sie dann Konsumgüter erwerben. Waren zu Zeiten der Marktwirtschaft regelmäßig zahlreiche Menschen verhungert, so gelang es mit dem Rationierungssystem (Kupons bzw. Punkte), die Hungersnöte zu besiegen, obwohl die Waren sehr knapp waren. Aber jeder bekam (wenigstens in der Theorie) gleich wenig. Erwin Beyer
- Danzig: 25 Gulden = 1 Englisches Pfund
Danzig, die einstige Hauptstadt der Provinz Westpreußen, wurde durch den Friedensvertrag von Versailles mit seinem Umland vom Deutschen Reich abgetrennt. Am 10. Januar 1920 wurde das Gebiet als selbständiger Staat unter den Schutz des Völkerbunds gestellt; die Staatshoheit der "Freien Stadt Danzig" ging am 15. November 1920 auf die alliierten und assoziierten Mächte über. Auch in Danzig galt bis dahin und für die nächsten drei Jahre die deutsche Mark. Da man trotz der Zollvereinbarung zwischen Polen und Danzig vom 16. Januar 1922 (ab 1. April 1922 in Kraft) an der deutschen Reichswährung festhielt, breitete sich zwangsläufig auch im Freistaat die Inflation weiter aus. Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen hieß das in der Folgezeit für Danzig auch eine Unterversorgung mit Zahlungsmitteln. In der Stadtgemeinde Danzig wurde die Kassenlage so schlecht, dass die Zahlungen fast eingestellt werden mussten. Die Reichsbank in Berlin war es dann, die die Regierung des Freistaats aufforderte, staatliches Notgeld auszugeben. Ursprünglich beabsichtigte der Senat die Ausgabe von Staatskassenscheinen; aus politischen Gründen wurde die Absicht aber verworfen und der Senat gab nach und nach Notgeldscheine aus, die gesetzliche Zahlungsmittel waren. Mit Gesetz vom 2. November 1922 beschlossen Volkstag und Senat die Ausgabe der ersten staatlichen Notgelder: "... § 2. Die zur Ausgabe gelangenden Notgelder müssen auf deutsche Reichswährung lauten. ... § 3. Der Gesamtbetrag der Notgeldscheine darf 360 Millionen Mark nicht übersteigen. ..." Im Zusatzgesetz vom 15. März 1923 hieß es dann: "Artikel 1. Der Gesamtbetrag der Notgeldscheine, welche nach dem Gesetz vom 2. November 1922 von der Stadtgemeinde Danzig ausgegeben werden dürfen, wird um 3600 Millionen Mark erhöht ...". Und im Zusatzgesetz vom 30. Juni 1923: "Artikel 1. Der Gesamtbetrag der Notgeldscheine, welche ... ausgegeben werden dürfen, wird um 10 Milliarden Mark erhöht. ..." Und es hörte nicht auf: im Zusatzgesetz vom 8. August 1923 war zu lesen: "Artikel 1. Der Gesamtbetrag der Notgeldscheine, welche ... ausgegeben werden dürfen, wird auf 60 Milliarden Mark erhöht. ..." und dann noch zwei Wochen später im Zusatzgesetz vom 23. August 1923: "Artikel 1. Der Gesamtbetrag der Notgeldscheine, welche ... ausgegeben werden dürfen, wird um 300 Milliarden Mark erhöht. ... Artikel 2. Der Senat wird ermächtigt, bei weiterem Mangel an Zahlungsmitteln die Ausgabe von Notgeld bis zur Höhe von weiteren [!] 1200 Milliarden Mark zu genehmigen ...". Die Stadt gab verschiedene Serien von auf Mark lautenden Notgeldscheinen in 17 Wertstufen von 100 Mark (31.10.1922) bis 10 Mrd. Mark (11.10.1923) heraus, die aber im Verlaufe der Hyperinflation von 1923 zum Großteil wertlos wurden. Auch der Magistrat der Stadt Zoppot verwendete 1923 Guthabenschecks als Notgeld in sechs Werten 500.000 bis 20 Mrd. Mark deutscher Reichswährung. Die Städte Neuteich und Tiegenhof sowie die Gemeinde Palschau ließen schon 1920/21 Kleingeldscheine zu 5, 10, 25 und 50 Pfennig drucken. Einen großen Vorteil besaßen die Danziger gegenüber den Reichsdeutschen, sie konnten ihre wertlosen Papiermillionen in Dollars oder andere ausländische Währungen umtauschen. Abb. 1: Scheck über 1 £St. vom 21. Juli 1923, auf die Danziger Ostseeländer-Bank gezogen, gedruckt bei Herbert Schnelle. Und so liefen viele kleine und große Geschäfte in der Freien Stadt über stabile Fremdwährungen (US$, £St., skandinavische Kronen oder holländische Gulden). Für Kleinbeträge und Wechselgeld fehlten die entsprechenden Geldzeichen – und Arbeitnehmer forderten ihre Lohnzahlungen in konvertierbarer Währung. Bis zum 8. August 1923 waren die Lebensmittelpreise drastisch gestiegen. So gingen an diesem Tag die Danziger Hausfrauen auf die Straße und prangerten vor dem Senatsgebäude die weiterhin hohen Lebensmittelpreise an. Die Arbeiterschaft legte deshalb vom 9. bis 11. August die Arbeit nieder mit der Forderung nach Entlohnung in wertbeständigem Geld. Der Ausstand war von Erfolg gekrönt: rückwirkend ab 1. August 1923 versprachen die Arbeitgeberverbände Stundenlöhne zwischen 25 Goldpfennige (Facharbeiter) und 22,5 Goldpfennige (ungelernte Arbeiter). Ab Montag, dem 13. August, wurde in Danzig größtenteils wieder gearbeitet. Immer noch war die Regierung nicht in der Lage, eine wertbeständige Währung einzuführen. Die neue Guldenwährung war schon geplant, aber die nötigen Absegnungen in Genf (Völkerbund) und in London (Bank von England) noch nicht erfolgt. Nach den zähen Verhandlungen wurden die sog. Industrieschecks eingeführt, die in zwei Serien und in den Wertstufen 20, 25, 105, 110, 210 und 420 Goldpfennige (1 US$ = 420 GPfg.) von verschiedenen Firmen, Aktiengesellschaften und Finanzinstituten ausgestellt wurden. Die Umlaufzeit wurde ursprünglich auf einen Monat festgelegt, wurde aber Ende Oktober 1923 auf drei Monate verlängert. Die Industrieschecks wurden ab September 1923 in den Verkehr gebracht und durften ab dem 20. Oktober nicht mehr ausgegeben werden, die bekannten und gestempelten Scheine datieren zwischen dem 21. September 1923 und dem 24. Oktober 1923. Die Einziehung dieser Gold-Industrieschecks wurde mit dem Gesetz über die Einführung einer wertbeständigen Rechnungseinheit geregelt: ab 10. November durften sie nicht mehr angenommen werden; ab 1. Dezember 1923 war dann der Umlauf aller Industrieschecks (und der Gold-Notgeldscheine) untersagt. Aus der Literatur ist bekannt, dass die Industrieschecks von einzelnen Banken mit einem Aufgeld von 5 bzw. 10 Prozent bis Februar 1924 wieder zurückgenommen wurden. Abb. 2: einseitiger Scheck über 420 Goldpfennige, 2. Serie (103 . 68 mm), auf die Sparkasse der Stadt Zoppot gezogen. Aussagekräftig sind die Aufdrucke auf den Industrieschecks, die mehr oder weniger inhaltlich identisch sind: "Diese Teilschecks sind gesammelt in vollen Dollarbeträgen an der Kasse der bezogenen Bank innerhalb eines Monats vom Ausstellungsdatum zur Einlösung bezw. Gutschrift einzureichen". Neidisch musste die Danziger Bankenwelt zuschauen, wie sich die Industrie und der Handel jetzt der neuen Not-Goldwährung bediente. Lediglich wenige kleine und mittlere Banken beteiligten sich an der Aktion. Diese, wie einige Sparkassen auch, gestatteten den Industrie- und Handelsfirmen im Freistaat gegen Hinterlegung von Goldanweisungen/-anleihen und fremden Devisen die Ausgabe von "Goldindustrieschecks". Vor allem der Vereinigung der Arbeitgeberverbände war es zu verdanken, dass das Experiment funktionierte und der Wirtschaft und dem Handel auf die Beine half. Die Industrieschecks wurden fast allerorten akzeptiert. Ende September 1923 gingen auch Versorger-Betriebe, Stadtwerke und Straßenbahnen dazu über, Preise und Gebühren in Goldwährung zu erheben. Die Danziger Großbanken verhielten sich abwartend und nicht sonderlich interessiert, zumal auch von staatlicher Seite wenig Unterstützung zu erkennen war. Der Umlauf aller Industrieschecks war von staatlich fast nicht kontrollierbar. Auch kleinere private Betriebe nutzten die Gunst der Stunde, gaben eigene Gold-Notgeldscheine aus und gestalteten dadurch ihren Zahlungsverkehr problemloser. Diese "Goldpfennige" sind den Industrieschecks ähnlich, denen jedoch nicht zuzurechnen. Die Regierungen Polens und der Freien Stadt Danzig einigten sich am 22. September 1923 in Genf auf die Einführung einer neuen Währung, die von polnischer Seite als Vorstufe einer gemeinsamen Währung betrachtet wurde. Gemäß dem einstimmigen Beschluss des Volkstags vom 19. Oktober 1923 und der Senatsbeschlüsse vom 20. Oktober und 20. November 1923 wurde als neue Währung am 26. Oktober 1923 der DANZIGER GULDEN eingeführt. Zunächst handelte es sich um einfache Kassenscheine der Zentralkasse, die auch als "Zwischengulden" bezeichnet werden. Am 18. Dezember 1923 wurde die deutsche Währung abgeschafft und der Gulden gesetzliches Zahlungsmittel. Die Währungssituation in Danzig vor hundert Jahren war eine besondere ... und heutzutage fast undurchsichtig. Einzelheiten dazu sind in der Literatur nachzulesen.1) Abb. 3: Postkarte aus Danzig vom 28. Oktober 1923; der Text sagt mehr über die Auswirkungen der Inflation aus, als jede Statistik. Und auch eine Glosse in einer estnischen Tageszeitung spiegelte die Währungssituation in Danzig jener Tage in etwa wider: "Scheint es denn denkbar, daß eine kurze Eisenbahnfahrt von 20 Minuten durch die Inflation zu einem aufreibenden Erlebnis wird? Die Eisenbahn, die sich in polnischer Regie befindet, nahm an ihren Schaltern bis zur Einführung des Zwischenguldens nur Reichsgeld an, das infolge der Teuerung sehr knapp war. Man wechselte daher den Industriescheck in der Bahnhofsbuchhandlung in Zoppot in Zoppoter Notgeld, stürzte zur Post, wechselte das Stadtgeld in Reichsgeld und kaufte, nachdem man einen Zug schon versäumt hatte, die Fahrkarte, womit nun die Reise beginnen konnte. Da infolge des gleichzeitigen Umlaufs der vielen Währungen die Kurse nicht täglich, wie in Deutschland, sondern stündlich wechselten, entwertete sich das Papiergeld während der kurzen Bahnfahrt um die Hälfte, so daß man sich, in Danzig angekommen, statt eines Mittagessens nur einen schlechten Kaffee gestatten konnte; dieser kostete als man ihn bestellte 50 und als man ihn bezahlte 100 Millionen. Zum Schluß mußte man sich dann zur Heimfahrt Geld leihen, denn der wertbeständige Bahntarif war aus den Millionen in die Milliarden gestiegen."2) Die Bank von England gewährte der Bank von Danzig einen Rediskontkredit in Höhe von 200.000 £St. (= 5,0 Mio. Danziger Gulden). Der Danziger Senat konnte nun die Einführung der neuen Währung vorantreiben, die an das englische Pfund gekoppelt war: 25 Gulden = 1 engl. Pfund. Finanzsenator Dr. Volkmann gab die Prägung von Münzen und am 1. Dezember 1923 den Druck der ersten Banknoten in Höhe von 46,0 Mio. Gulden in Auftrag. Im Gegensatz zu den Briefmarken der Freien Stadt Danzig erfolgte der Druck der neuen Banknoten nicht bei der Reichsdruckerei in Berlin oder bei einer in Danzig ansässigen Druckerei, sondern bei der bekannten britischen Banknotendruckerei Bradbury, Wilkinson & Co., Ltd. in New Malden/England. Der Danziger Finanz-Senator Dr. Ernst Volkmann (ehemaliger preußischer Finanzrat mit Erfahrungen bei der Rupien-Einführung in der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika) beauftragte die Londoner Druckerei mit der Herstellung der Scheine; zuvor hatten andere Druckereien ihre Angebote mitgeteilt. Trotz des günstigen Preises fielen die beiden deutschen und der belgische Banknotenhersteller durch – unter ihnen auch die Leipziger Firma Giesecke & Devrient. Mister Gibbs von Bradbury-Wilkinson hatte es sehr schwer mit seinen deutlich höheren Preisen. Letztlich konnte er sie durchsetzen – die im Stahlstich angebotene Qualität gab den Ausschlag für die Auftragserteilung nach England. Dr. Volkmann wünschte die erste Banknotenlieferung für Ende Januar 1924. Diesen knappen Termin konnte die Druckerei nicht halten und man einigte sich auf einen anderen: Am 19. Februar 1924 sollten die Scheine eintreffen. Zu dieser Zeit waren Teile der Danziger Bucht und der Danziger Hafen stark vereist und teilweise zugefroren, so konnte die "Baltannic" nicht einlaufen und musste etwa 120 Seemeilen auf hoher See ankern. Diese für die Bank wie die Druckerei unangenehme Situation kommentierte einer der Bankdirektoren bei einem Treffen mit den für Mr. Gibbs unangenehmen Worten "So straft uns der Himmel für den nach England vergebenen Druckauftrag ...", zumal die aus dem Rennen geschlagenen deutschen Druckereien der Stadt wiederholt ihre Dienste anboten. Andere Wege für die Anlieferung der Scheine wollte man finden: entweder über den lettischen Hafen Libau oder über den polnischen Landweg. Aufgrund der wertvollen Fracht wartete man jedoch ab. Gibbs charterte einen Eisbrecher. Durch die Eisschmelze konnte die "Baltannic" aber am 23. Februar 1924 in den Danziger Hafen einlaufen, so dass die ersten Scheine dann am 7. März 1924 in der Stadt ausgegeben werden konnten. Sofort erteilte man den nächsten Auftrag für den Druck weiterer Wertstufen; die Scheine zu 25, 500 und 1000 Gulden wurden dann im Juni bzw. August desselben Jahres ausgegeben. 1925 gab es zwar noch einige Unstimmigkeiten mit der englischen Druckerei, das glättete sich jedoch und Bradbury-Wilkinson blieb die Allein-Druckerei bis 1938. In jenem Jahr erfolgte der letzte Druckauftrag. Dr. Ruhnau beschrieb die Einführung des Danziger Guldens in dem Buch3): "… Am 21. September 1923 vereinbarte Sahm [Heinrich Sahm, Senatspräsident des Freistaats] in Genf mit dem Diplomatischen Vertreter Polens in Danzig, Herrn Plucinski [Leon B. Plucinski, polnischer Generalkommissar in der Freien Stadt Danzig], das Danzig-polnische Währungsabkommen, welches am 11.12.1923 in Kraft trat. Kern des ‚Genfer Übereinkommens‘ war die Einführung einer eigenen Danziger Währung, der Guldenwährung … Die Bank von England garantierte die Sicherheit des Danziger Guldens. Bereits am 26. Oktober 1923 erhielten die Danziger zum ersten Mal ihren Lohn bzw. ihr Gehalt in Gulden ausbezahlt … Allerdings war das neue Geld noch gar nicht vorrätig, man behalf sich für kurze Zeit mit den ‚Zwischengulden‘, das waren auf Gulden lautende Kassenscheine, aus einfachem weißem Papier hergestellt. Die deutsche Währung wurde mit Wirkung vom 18.12.1923 abgeschafft, der Gulden war jetzt alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel im Freistaat." Danziger Geldzeichen im Wert von 25 Gulden = 1 Pound Die technischen Parameter der britischen Sovereign-Münzen waren Vorbild für die 25-Gulden-Münzen des Freistaats. 25 Gulden 1923, Gold 1000 Stück, davon 800 Expl. in "Polierter Platte" 200 Expl. als Normalprägung. Abb. 4: 25 Gulden 1923, Entwurf Prof. Fischer, Danzig/Stempel Kullrich, Berlin. Der Oberbaurat Erich Volmar und der Oberstudienrat Dr. Siegfried Rühle aus Danzig, waren bei der Gestaltung der 25-Gulden-Münzen beteiligt. Die Vorderseite zeigt Neptun auf dem Brunnen vor dem Artushof auf dem Langen Markt in Danzig. Nach Kurt Jaeger4) sollen von den Goldmünzen des Typs 1923 lediglich wenige Stücke an verdienstvolle Persönlichkeiten der Freien Stadt Danzig abgegeben worden sein. Die Ausweisung des Umlaufs der einzelnen Scheide- und Silbermünzen wurden von der Bank von Danzig in den Verwaltungsberichten der Bank, die nur für die Jahre 1924 bis 1938 erschienen waren, erst ab 1931 veröffentlicht. Bis dahin wurde nur der Gesamt- bzw. Banknotenumlauf bekanntgegeben. Interessanterweise wurden die Danziger Goldmünzen zu 25 Gulden nie einzeln ausgewiesen. Sie tauchten nur in der gesetzlichen Kerndeckung des Notenumlaufs zusammen mit fremden Goldmünzen und Noten der Bank von England auf. Regelmäßig in den Danziger Statistischen Taschenbüchern stand: "Außerdem sind 25-Gulden-Stücke (Goldmünzen) in einer Anzahl von 5.000 Stück (= 125.000 G.) ausgeprägt worden, die jedoch nicht für den Umlauf bestimmt, sondern größtenteils in den Goldbestand der Bank von Danzig aufgenommen sind." Also nicht hundertprozentig, wie z.B. eine andere Quelle zeigt: In der "Danziger Zeitung" vom 1. Januar 1924 konnte man lesen: "Das Münzgesetz ... sah goldene Fünfundzwanzigguldenstücke mit demselben Rauh- und Feingewicht wie das englische Pfund vor. Sie wurden jedoch vorläufig in einer derart geringen Menge ausgeprägt und in den Verkehr gebracht, daß für die Fünfundzwanzigguldenstücke Liebhaberpreise von Tausend Gulden gezahlt worden sind. Wegen ihres Hochglanzes waren sie von vornherein allein zu Sammelzwecken bestimmt und wurden daher mit einem Aufgeld abgegeben."5) 25 Gulden 1930, Gold 4000 Stück mit veränderter Rückseitengestaltung (Löwen/Schildhalter des Danziger Wappens). Abb. 5: 25 Gulden 1930, Entwurf Vs. Prof. Fischer, Danzig/Entwurf Rs. und Stempel R. Kullrich, Berlin. Vom Prägetyp 1930 sollen angeblich alle Stücke in Berlin bei der Deutschen Reichsbank verblieben und niemals nach Danzig gelangt sein. Wohl aus Sicherheitsgründen (gegen polnische Einmarschpläne ins Freistaat-Gebiet) blieben die Goldmünzen in der Reichsbank in Berlin eingelagert und verblieben dort bis zum Kriegsende 1945. Sie wurden von der Roten Armee erbeutet und angeblich von den Sowjets an die neugegründete Narodowy Bank Polski in Warschau übergeben. Nach 1990 sollen sie in die Hände eines US-amerikanischen Investors gelangt sein. Auffällig sind die vielen 25-Gulden-Münzen heutzutage am Markt. 25 Gulden 1923, Kassenschein 130 × 73 mm, einseitig gedruckt. Abb. 6: 25 Gulden 1923, 6stellige KN, Firmenzeichen "JS" (Julius Sauer). Abb. 7: Wasserzeichen der Ausgaben zu 10, 25, 50 und 100 Gulden; das gleiche Wasserzeichen wurde später auch für das Papier der 2. Serie Danziger Reisepässe (1936–1939) verwendet. Die 25-Gulden-Scheine der Danziger Zentralkasse AG gibt es nur aus der ersten Serie mit dem Datum 22. Oktober 1923; für die zweite Serie mit dem Datum 1. November 1923 wurde keine Nachauflage gedruckt. Die Kassenscheine zu 25 Gulden wurden in einer Menge von 250.000 Stück bei Julius Sauer in Danzig gedruckt. Sie waren vom 24. Oktober 1923 bis zum 31. Dezember 1924 im Umlauf und nur gegen Zahlung von wertbeständigem Geld erhältlich. 25 Gulden, Banknoten 135 × 75 mm, zweiseitig gedruckt Abb. 8: 25 Gulden 1924, Erstausgabe B-Serie. Von den 25-Gulden-Banknoten mit dem Datum 10. Februar 1924 wurden drei Serien gedruckt: B 000,001 ... B 800,000, B 800,001 ... B/A 100,000 sowie B/A 100,001... B/A 600,000. Es folgte die Ausgabe mit dem Datum 1. Oktober 1928 in zwei Serien: B/A 600,001... B/A 999,999 sowie B/B 000,001 ... B/B 739,000. Als letzte Ausgabe druckte man weitere zwei Serien mit dem Datum 2. Februar 1931, wobei die letzte nicht komplett ausgegeben wurde: B/C 000,001 ... B/C 400,000 und B/C 400,001 ...B/C 999,999. Auf allen 25-Gulden-Scheinen sind auf den Vorderseiten links das Große Wappen der Freien Stadt Danzig, in der Mitte eine Abbildung der Oberpfarrkirche St. Marien in Danzig und im rechten Sichtkreis dann in Durchsicht das Wasserzeichen (Maske und Wertzahl "25") zu sehen. Auf den gleichen Rückseiten wurde rechts der Neptun des Brunnens vor dem Artushof abgebildet. Von allen Ausgaben sind Andrucke, Auftragsdrucke, Muster, Farbproben, Entwertungen und auch Fälschungen bekannt. Bis zum 31. Dezember 1933 kursierten Monat für Monat im Durchschnitt etwa 800.000 Stück dieser heute sehr gesuchten 25er. Diese verloren nach dem Aufruf vom 2. Mai 1933 ihre Umlauffähigkeit am 1. Januar 1934, konnten danach aber noch bei allen Banken eingewechselt werden und verloren ihre Gültigkeit schließlich am 31. Dezember 1934. Mit der Einführung der 20-Gulden-Scheine verringerte sich die Menge an 25-Gulden-Noten schlagartig auf 600.000 Stück schon im Mai 1932, auf 190.000 Stück zum Jahresende 1932 – und am Ende ihrer Umlauffähigkeit waren es nur noch wenige 4000 Stück, was ihre heutige Seltenheit erklärt. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs und die Eingliederung Danzigs in das Deutsche Reich beendeten die nicht mehr nötigen Geschäftsbeziehungen zur Druckerei Bradbury & Wilkinson. Der letzte ausstehende Betrag über 755 Pfund, 8 Schilling und 11 Pence für die nicht beglichene Rechnung der Druckerei an die Bank von Danzig für die allerletzte Lieferung war ein Streitobjekt nach dem Krieg ...! Abb. 9: 25 Gulden 1928, Musterdruck ("Rough Proof"), mit Perforation »CANCELLED«, handschriftlichem Datum »20/8/28« und dem Vermerk "as submitted". Abb. 10: 25 Gulden 1924, gelaufene Standard-Banknote mit Entwertungsstempel "wertlos" auf Vorder- und Rückseite. Abb. 11: 25 Gulden, Wasserzeichenpapier ohne Aufdruck, perforiert "CANCELLED" und mit Lochentwertung. Anmerkungen 1) Schöne, M. H. "Das Papiergeld in der Freien Stadt Danzig 1920–1939", 2003 2) "Revaler Bote" vom 8. März 1924 3) Ruhnau, Dr. R. "Die Freie Stadt Danzig 1919–1939", 1988 4) Jaeger, K. "Die Deutschen Münzen seit 1871", 1997 5) Schröder, H. "Die Danziger Währung", Dissertation 1925 Michael H. Schöne
- Wer war Michael D. Hillegas?
Vom Namen her könnte es sich bei Michael Hillegas um einen Holländer handeln – oder um einen Spanier. Falsch: es handelt sich um einen Deutschen. Genauer gesagt um einen Untertan der englischen Krone in den britischen Kolonien in Nordamerika. Der damalige König war jedoch auch ein Deutscher (König George II. war in Personalunion auch Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg). Michael Hillegas war der erstgeborene Sohn des im badischen Sinsbach geborenen Auswanderers Georg Michael Hillengaß und seiner Ehefrau Margarethe geb. Schiebenstock. Der Vater „amerikanisierte“ seinen Namen nach der Ankunft in Pennsylvanien in George Michael Hillegas. Die Eltern kamen um 1724 nach Amerika und siedelten in Philadelphia. Dort wurde am 22. April 1729 Michael Hillegas geboren. Abb. 1: 10 Gold-Dollars, Serie 1907 (Vernon/Treat1907–1909), mit einem Bildnis von Michael Hillegas. Nach dem Tod von George Hillegas im Oktober 1749 übernahm der Sohn 1750 als Kaufmann die gut laufenden Geschäfte seines Vaters. Er verwaltete fortan das geerbte Vermögen; an Eisenhütten und Zuckerraffinerien war er beteiligt und besaß Handelsfirmen. Michael Hillegas war ein frühes Mitglied der 1743 gegründeten American Philosophical Society in Philadelphia, in der sich bedeutende Männer der Kolonie und auch spätere US-Präsidenten eingeschrieben hatten – wie z. B. Benjamin Franklin sowie George Washington, John Adams, Thomas Jefferson und James Madison. Hillegas schloss sich dem Widerstand gegen das sog. Zuckergesetz an. Aufgrund der angewachsenen Kriegskosten und der beschlossenen Sicherung der Westgrenze gegen die Indianer wuchsen die Staatsschulden Großbritanniens auf 133 Millionen Pfund im Jahr 1763 an. Am 5. April 1764 unterschrieb der König das neue Zuckergesetz. Dieses Dekret bevollmächtigte zur direkten Besteuerung der Kolonisten mit dem erhofften Resultat, dass das Board of Trade eine jährliche Mehreinnahme von 45.000 Pfund in Form von Ein- und Ausfuhrzöllen auf Zucker aufwies. Hillegas diente kurzzeitig als Quartiermeister der Armee und gelegentlich als Kommissar. Abb. 2: Porträt von Michael Hillegas (A. M. Archambault, um 1760). Von 1765 bis 1775 war Michael Hillegas Mitglied der Pennsylvania Provincial Assembly; im Juni 1774 wählte man ihn zum Schatzmeister des Committee of Safety unter Benjamin Franklin. Am 29. Juli 1775 übertrug der Zweite Kontinentalkongress die Verantwortung für die Verwaltung der Finanzen der revolutionären Regierung an George Clymer und Michael Hillegas. Der Kongress forderte für jede einzelne der 13 Kolonien einen Beitrag für die kontinentale Regierung. Nach Clymers Rücktritt am 6. August 1776 übernahm Hillegas die alleinige Verantwortung für das Amt, das er bis zum Ende der amerikanischen Revolution innehatte; auch mit einem Großteil seines eigenen Vermögens unterstützte er die gemeinsame Sache. Anne – die letzte Stuart-Königin von England, Schottland und Irland – erließ 1704 ein Münzpräge-Verbot in den amerikanische Kolonien, welches bis zum 10. Mai 1775 hielt, als die Mitglieder des Kontinentalkongresses die Schaffung einer eigenen Währung forderten und in Umlauf brachten: den Dollar als „Continental Currency“. Ab dem 22. Juni 1775 ließ der Kongress 2 Millionen Dollars in Kreditscheinen drucken und am 25. Juli wurden 28 Bürger von Philadelphia vom Kongress angestellt, um diese Scheine zu unterzeichnen und zu nummerieren. Auch der erstgeborene Sohn von Michael Hillegas – Samuel Hillegas – gehörte zu den Erstunterzeichnern (am 10. Mai 1753 hatte M. Hillegas die 22jährige Henrietta Boude geheiratet; in ihrer Ehe wurden zehn Kinder geboren). Abb. 3: 3 Dollars 1776, Vs., Druckerei: Hall & Sellers, Philadelphia. Anfangs hatten die Kongress-Delegierten die Ausgabe von Kreditscheinen in den Wertstufen 1 bis 8 Dollars beschlossen und versprachen die Einlösung des Geldes im Vertrauen auf die revolutionäre Sache. So erhoffte man sich in- und ausländische Investitionen und damit auch die Finanzierung des Unabhängigkeitskriegs. Die Unterschrift von Michael Hillegas hingegen findet man jedoch nur auf Wechsel-Zinsscheinen, die er als US-Schatzmeister unterzeichnete. Die Scheine wurden in Form von vier Bögen gedruckt, von einem Ersten oben bis zu einem Vierten unten. Sie hatten das gleiche Datum, die gleiche Nummer und den gleichen Namen des Beziehers. Einer oder mehrere konnten gleichzeitig abgegeben werden, wenn dies für die Auslandszahlung erforderlich war. Abb. 4: Zinsschein über 18 Dollars (= 90 Livres Tournois) vom 5. Januar 1782, Vs. mit Wasserzeichen „UNITED STATES 4“ (= 4. Ausführung), unterschrieben von Michael Hillegas (Treasurer), Ausführungs-Nr. 533. Wegen der vielen Gefahren und Risiken bei der Versendung nach Europa, insbesondere während des Krieges, wurden vier Exemplare jedes Scheins ausgefertigt und verschickt. Jeder einzelne Vierer-Schein, der es z.B. nach Paris schaffte, machte alle anderen ungültig und wertlos. William G. Anderson beschrieb das 1983 in „The Price of Liberty“ so: „Wenn der erste Schein verloren gegangen ist oder auf See erbeutet wurde ... würde der Inhaber den zweiten Schein senden, wenn er auch verloren ging, würde er den dritten senden und so weiter. In mehreren Fällen wurden vom Kongress genehmigte Duplikate ausgestellt, als alle vier auf See verloren gegangen waren ...“ Die jeweiligen Abschnitte 1 bis 4 hatten unterschiedliche Wasserzeichen „UNITED STATES 1“, „UNITED STATES 2“, „UNITED STATES 3“ bzw. „UNITED STATES 4“ und waren dadurch unterscheidbar. Und sie wurden in jedem Fall von den Commissioners der Continental Loan-Offices der Einzelstaaten gegengezeichnet. In der Regel wurden diese Scheine in Paris, Amsterdam oder anderswo in Europa ausgezahlt – mit einer Verzinsung von 6 Prozent/jährlich – und deshalb meist auf Livres Tournois (1 $ = 5 Livres) oder eben auf entsprechende Währungen lautend. Abb. 5: Doppelschein (Expl. 3 und 4) des Zinsscheins über 18 Dollars vom 12. September 1782, unterschrieben von Michael Hillegas (Treasurer). Abb. 6: Kreditschein über 400 Dollars vom 26. März 1781, seltenes Exemplar mit der Unterschrift von Francis Hopkinson (Treasurer und Mitunterzeichner der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776). Am 9. September 1776 änderte der Kontinentalkongress offiziell den Namen des Landes in „United States of America“, der Amtstitel von Hillegas änderte sich aber erst im März 1778: Treasurer of the U.S.A. Die erste Verfassung der Vereinigten Staaten wurde am 17. September 1787 verabschiedet; das Finanzministerium bildete man aber erst am 11. September 1789. Alexander Hamilton legte den Amtseid als erster Finanzminister ab und am selben Tag reichte Hillegas seinen Rücktritt als Schatzmeister ein. Nachfolger in seinem Amt wurde Samuel Meredith, ein 48jähriger Hafenkommandant von Philadelphia und ehemaliger Brigadegeneral der Milizen von Pennsylvania. Abb. 7: Grabstein für Michael Hillegas und seine jüngste Tochter Mary Ann (1774–1817) auf dem Christ Church Burial Ground in Philadelphia. Der Coinage Act of 1792 vom 2. April 1792 erklärte den damaligen spanischen Peso (Spanish Milled Dollar) mit einem Feingewicht von 371,25 Grains in Silber zur Hauptwährungseinheit der USA. Es galt fortan der Dollar zu 10 Dimes bzw. 100 Cents. 1792 gründete Hillegas mit zwei Partnern die Lehigh Coal Company. Nach zwölf Jahren in der Bundesregierung wurde Michael Hillegas Ratsherr und Berater des Bürgermeisters von Philadelphia. In den Jahren von 1792 bis 1804 war er auch stellvertretender Richter am Bürgermeistergericht von Philadelphia. Vor allem in der Zeit des Unabhängigkeitskriegs betrieb er Bodenspekulationen nicht nur im Bedford County und im Dunnigs Creek. Zeitgenossen beschrieben Hillegas als guten Flötisten und Geiger – und er betrieb den ersten Musikladen in den Kolonien und bot auch Instrumente an. Michael Hillegas starb 12 Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau Henrietta am 29. September 1804 im Alter von 75 Jahren und wurde neben ihr und vielen prominenten Bürgern Philadelphias im Christ Church Burial Ground begraben. Abb. 8: 10 Gold-Dollars, Serie 1922 (Speelman/White 1922–1929). Im vorigen Jahrhundert ehrte man Michael Hillegas auf zwei ähnlichen Ausgaben der sog. Gold-Zertifkate – die von 1907 und von 1922. Das Porträt dafür gravierte G. F. C. Smillie. Der Familienname Hillegas ist noch heute oft in den USA zu finden – ebenso der Name Hillengaß/Hillengass im süddeutschen Raum. Michael H. Schöne
- Lenin auf chinesischen Banknoten
Im Jahr 1927 übernahm Chiang Kaishek (eigentlich Jiǎng Jièshí = 蔣介石) die Führung der Nationalisten in China (Guómíndǎng). Er machte es sich zur Aufgabe, die 1921 gegründete Kommunistische Partei Chinas zu unterdrücken. Es begann mit einem Massaker an Kommunisten in Shanghai im Mai 1927. Danach wurde die Kommunistische Partei für illegal erklärt und verboten. Die Kommunisten unter Führung von Máo Zédōng gründeten von 1928 an in verschiedenen Provinzen Chinas autonome Gebiete, chinesisch 蘇維埃共和國 genannt; wörtlich übersetzt heißt das „Sowjetrepublik“. Diese mit Hilfe von vormals unterdrückten Arbeitern und Bauern gegründeten Stützpunkte unter „chinesischer Sowjetverwaltung“ waren Zentren militärischer Operationen gegen die Guómíndǎng. Großgrundbesitzer wurden enteignet und das Land kleinen Bauern und früheren Landpächtern zur Verfügung gestellt. Da die Stützpunkte jeweils auf sich gestellt waren, wurde es nötig, jeweils eine eigene Bank zu gründen und Papiergeld zu emittieren. Es gab sehr viele derartige Banknoten, zahlreiche mit einem Porträt von Lenin. Da die Scheine jeweils nur kurze Zeit zirkulierten und nach Ende der Umlauffrist fast vollständig eingetauscht und anschließend vernichtet wurden, sind die meisten von ihnen äußerst selten. Manche sind überhaupt noch nicht aufgetaucht, von anderen kennt man nur 1 bis 2 Exemplare. Lediglich die Noten der „Nationalbank der chinesischen Sowjetrepublik“ (中華蘇維埃共和國國家銀行) sind nicht ganz so selten. Diese Bank wurde im März 1932 in Zentraljiāngxī gegründet. Direktoren der Bank waren Máo Zémín (毛澤民), ein Bruder von Máo Zédōng, und Lǐ Liùrú (李六如). Sitz der Bank war zunächst Yèpíng (葉坪) bei Ruìjīn (瑞金). Aus Sicherheitsgründen musste die Bank mehrfach umziehen, Im April 1933 wurde die Bank nach Shāzhōubà (沙洲壩) verlegt, im Juli 1934 wurde eine erneute Verlegung der Bank nach Xiàbēizi (下陂子) notwendig. Im Oktober 1934 musste der Stützpunkt ziemlich schnell aufgegeben werden, der berühmte „Lange Marsch“ begann, die Banknoten in den Händen der Bauern und Arbeiter wurden von den heranrückenden Nationalisten (Guomindang) natürlich nicht eingelöst, was ein Grund dafür ist, dass sie heute nicht ganz so selten sind. Die Notenausgabe begann im Juli 1932. Schon die erste Ausgabe über 5 Fen, 1 und 2 Jiao sowie 1 Yuan zeigt zwei Scheine mit dem Porträt Lenins: 2 Jiao und 1 Yuan. Auf den abgebildeten Scheinen (Abb. 1/2) finden sich zwei Unterschriften in westlichem Stil, es sind die Signaturen der beiden Bankdirektoren Máo Zémín (rechts) und Ruìjīn (links). In einem kleinen Teilgebiet, genauer im Nordwesten des ehemaligen Stützpunkts, konnten sich kommunistische Kräfte halten. Die sog. Nordwestfiliale (西北分行) der ursprünglichen Bank gab ab 1935 wieder Noten aus. Und zwar im Gesamtwert von 900.000 Yuan. In der Dezember-Versteigerung von Yangming Auctions, Shanghai, tauchten solche Noten mit Datum 1935 bzw. 1936 auf. Sie stammten allesamt aus der Sammlung des Japaners Isamu Morimoto. Die frühesten Noten, die durch diese Nordwest-Filiale ausgegeben wurden, mussten, weil kein geeignetes Papier zur Verfügung stand, auf Stoff gedruckt werden. Eine solche Note kann ich hier abbilden (Abb. 3). Gegen Ende des Jahres 1935 hatte man geeignetes Papier besorgen können, sogleich gab man eine 1-Yuan-Note aus Papier aus. (Abb.4). An den ursprünglichen Titel hatte man den Namen der ausgebenden Filiale angehängt: 中華蘇偉啊你更何國國家銀行西北分行 = „Nationalbank der chinesischen Sowjetrepublik, Filiale Nordwest“. 1936 hatte man den Namen der Bank ein wenig verändert, der ursprüngliche Bankname wurde durch Hinzufügung zweier Zeichen (人民 = „Bürger“) leicht verändert. Vollständig lautet er: 中華蘇維埃人民共和國 / 國家銀行 = Chinesische Sowjet-Staatsbank der Bürgerrepublik. „Nordwest-Filiale“ ließ man weg. (Abb.5) Eine weitere Note mit Lenin-Porträt, die hin und wieder in Sammlungen zu finden ist, wurde 1933 im Stützpunkt „Chuān-Shǎn“ ausgegeben. „Chuan“ (川) steht für die Provinz Sìchuān (四川),“ Shǎn“ steht für die Provinz Shǎnxī (陝西). Ausgegeben wurde sie von der „Arbeiter- und Bauernbank der Sowjetregierung in den Provinzen Sìchuān und Shǎnxī“ (川陝省蘇維埃政府 / 工農銀行). Die Note über 1 Chuan zeigt auf der Vorderseite „THE BANK OF SOVJET“ sowie zwei Propagandasätze: „Den Gewinn der Bauern steigern!“ (增加工農利益) und „Die soziale Wirtschaft entwickeln!“ (發展社會經濟). Links und rechts vom Lenin-Porträt finden sich zwei rote, 5-zackige Sterne (Symbole für den Kommunismus), auf der Rückseite ist eine geballte Faust zu sehen (Abb.6). Erwin Beyer Alle Abbildungen: Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cài Xiǎojūn.
- Ein Beispiel für chinesisches Widerstandsgeld
Als Widerstandsgeld, chinesisch 抗幣, wird eine Gruppe von Banknoten bezeichnet, die während der japanischen Besatzung in den verschiedenen befreiten Gebieten ausgegeben wurden. In diesem kleinen Beitrag geht es um Scheine, die von der sog. Sūnán-Basis (蘇南) in der Provinz Jiangsu ausgegeben wurden. Schon im Sommer 1938 rückte eine zur 4. Armee gehörende Truppe unter Führung von Chén Yì (陳毅) in das Gebiet des Máogebirges (茅山) im Süden der Provinz Jiangsu vor. Hier wurde eine Militärbasis für den Widerstand gegen die japanische Aggression errichtet. Im Dezember 1939 wurde dann von der kommunistischen Partei ein Komitee zur Verwaltung dieses Gebiets gegründet. 1940 wurde die Gründung einer Bank beschlossen und eine erste Notenausgabe vorbereitet. Doch war die Situation für die Eröffnung einer Bank noch zu instabil. 1941 wurde das Gebiet von der 6. Divisions der 4. Armee verwaltet, unter Divisionskommandeur Tán Zhènlín (潭震林). Im April wurde ein „Büro für Geldangelegenheiten“ gebildet, die Leitung hatte Lǐ Jiànhéng (李建橫). Im Dezember 1942 wurde eröffnete das oben genannte Büro die Huìnóng-Bank (惠農銀號) mit Sitz in einem kleinen Dorf namens Yánlíng im Bezirk Dānyáng (丹陽延陵). Leiter dieser kleinen Lokalbank – man scheut sich, ihn „Bankdirektor“ zu nennen – wurde der oben genannte Lǐ Jiànhéng. Die „Bank“ war ein einfaches Blockhaus, aus Sicherheitsgründen versteckt im Hinterhof eines Salzlagers. Diese Bank gab einige Noten aus, die im Bankgebäude auf einer kleinen, leicht transportierbaren, Druckerpresse hergestellt wurden. Es war festgelegt, dass 1 Yuan der neu gegründeten Bank = 5 Yuan des im nicht von Japanern besetzten Gebiet umlaufenden „gesetzlichen“ Geldes – so genanntes Fǎbì (法幣) – entsprach. Die Ausgabe von lokal gedrucktem Geld war nötig, weil es für die Militärbasis, die an allen Seiten von japanisch besetztem Gebiet umgeben war, keinen Nachschub an Fabi gab. Insgesamt hat die Huìnóng-Bank zweimal Geld ausgegeben. Die erste Notenausgabe zeigt Scheine mit Datum 1940 und dem Zusatz „流通券“ (Zirkulationsnote). Auf der Vorderseite findet sich keine Signatur, auf der Rückseite steht „HUILOON CURRENCY“. Wegen des Datums „1940“ auf den Scheinen wird angenommen, dass die Druckplatten für die erste Notenausgabe schon vor der Bankgründung angefertigt worden waren. Ausgegeben wurden Noten über 5 Jiao (oder 50 Cents) und 1 Yuan (1 Dollar). Die 5-Jiao-Note ist bisher in Sammlungen nicht aufgetaucht, die 1-Yuan Note (Abb.1) ist äußerst selten. 2006 wurde ein Exemplar (es ist das hier abgebildete) für 11.000 Yuan versteigert, dieselbe Note wurde 2009 für 19.000 Yuan verkauft; 2014 wurde sie für 60.000 Yuan angeboten, jedoch nicht verkauft. 2017 wurde die Note durch Yangming Auctions in Shanghai angeboten und für 115.000 Yuan verkauft, das entspricht etwa 15.000 € (wozu noch 15% Zuschlag kamen)! Die zweite Ausgabe umfasst 1-, 5- und 10-Yuan-Noten. Das Datum lautet 1942, der Zusatz „流通券“ (Zirkulationsnote) fehlt. Auf der Vorderseite ist eine Unterschrift in westlichem Stil, es ist die von Herrn Lǐ (geschrieben „Lee“), dem Leiter der Bank. Auf der Rückseite „THE BANK OF FARMER FACILIATING“: Aus Copyrightgründen kann hier nur die 10-Yuan-Note gezeigt werden (Abb. 2). Als 1943 – nur ein Jahr nach Gründung der Bank – die Japaner aus Jiangsu vertrieben waren, wurde die Huìnóng-Bank nicht mehr benötigt. Sie wurde geschlossen, die Noten wurden zurückgenommen, in Fabi gewechselt und nach Ende der Umtauschfrist vernichtet. Erwin Beyer
- Die „Sino-Scandinavian Bank“ (華威銀行)
Die Sino-Scandinavian Bank war ein Joint Venture chinesischer, norwegischer und dänischer Kaufleute. Die Bank wurde formell im November 1921 gegründet, im Dezember 1921 wurde sie bei der Běiyáng-Regierung offiziell registriert und im Januar 1922 öffnete sie ihre Türen für den Publikumsverkehr. Die Zentrale der Bank befand sich in Běijīng (Peking), Filialen waren zu finden in Chānglí (昌黎), Qínhuángdǎo (秦皇島), Shànghǎi (上海), Tiānjīn (天津) und Zhāngjiākǒu (張家口), im englischen Sprachraum eher als Kalgan bekannt. Es war eigentlich beabsichtigt, die Bank mit einem Anfangskapital von 10 Millionen Yuan zu eröffnen, doch kamen nur 2,5 Millionen Yuan zusammen. Der Bankdirektor war ein Chinese, sein Vertreter ein Norweger. Der erste Direktor hieß Jiāng Tiānfēng (江天鋒), dieser wurde später durch Liú Huàn (瀏煥) ersetzt. Der norwegische Vizedirektor war Johann Wilhelm Norman Munthe. Seine Signatur ist auf der Rückseite aller von der Bank ausgegebenen Noten zu finden. Munthe wurde 1864 in Bergen geboren. 1887 begab er sich nach China und nahm hier als Freiwilliger am Chinesisch-Japanischen Krieg (1894/95) teil. 1910/11 war Munthe Zolldirektor in Tiānjīn. Er blieb in China bis zu seinem Tode im Jahre 1935. Munthe war bekannt als Sammler chinesischer Kunst, seine Sammlung ist in Bergen, im „Vestlandets Kunstindustrimuseum “, ausgestellt. Der chinesische Name Munthes lautete Màndé (曼德), abgeleitet von der englischen Aussprache seines Namens. Auf vielen (aber nicht auf allen) Noten findet sich eine weitere Unterschrift im westlichen Stil, sie sieht aus wie „Farntsan F. Sung“. Das war ein Chinese, der 1883 in Pútián (莆田), Provinz Fújiàn, geboren wurde. Sein chinesischer Name lautete Sòng Fāxiáng (宋發祥). 1900 ging er in die USA (Ohio und Chicago), um Naturwissenschaften zu studieren. Zurück in China hatte er nacheinander viele hohe Posten inne, so war er „technischer Experte“ im Finanzministerium, Co-Direktor des „Bureau of Engraving and Printing“, Generaldirektor der Nánjīng-Münzanstalt, 1923 war er Mitglied der Kommission zur Konsolidierung von in- und ausländischen Staatschulden. Von 1928 bis 1937 arbeitete er in verschiedenen Überseekonsulaten, 1938 und später arbeitete er auf dem Konsulat in Wien. 1943 starb er an einem Herzinfarkt. In seltenen Fällen und nur bei der allerersten Notenserie und nur bei Noten mit Ortsangabe 北京 (Běijīng) und niedriger Kontrollnummer finden wir eine weitere Signatur. Leider kann sie (noch) nicht identifiziert werden. Folgende Noten existieren, einige scheinen nicht ausgegeben worden zu sein. 1. Serie: Yuan-Noten, Vorderseite monochrom 1 Yuan 北京 / PEKING (Běijīng) – 2 Signaturkombinationen 1 Yuan 昌黎 (Chānglí) (綏遠) Suīyuǎn über 北京 (Běijīng), Abb. 1 1 Yuan 張家口 / KALGAN (Zhāngjiākǒu) über 北京 (Běijīng), Abb. 2 5 Yuan 北京 / PEKING (Běijīng) – 2 Signaturkombinationen 5 Yuan 昌黎 (Chānglí) über (綏遠) Suīyuǎn über 北京 (Běijīng), Abb. 3 10 Yuan 北京 / PEKING (Běijīng) nur 1 Signaturkombination, Abb. 4 10 Yuan 昌黎 (Chānglí) über (綏遠) Suīyuǎn über 北京 (Běijīng), Abb. 5 10 Yuan TIENTSIN (Tiānjīn) über 北京 (Běijīng), Abb. 6 2. Serie: Yuan-Noten, Vorderseite mehrfarbig 1 Yuan 北京 / PEKING (Běijīng), Abb. 7 1 Yuan 北京 / PEKING (Běijīng) über 天津 / TIENTSIN (Tiānjīn) 1 Yuan 天津 / TIENTSIN (Tiānjīn), Abb. 8 5 Yuan 天津 / TIENTSIN (Tiānjīn), Abb. 9a Vorderseite, Abb. 9b Rückseite 10 Yuan 北京 / PEKING (Běijīng) über 天津 / TIENTSIN (Tiānjīn), Abb. 10 10 Yuan 天津 / TIENTSIN (Tiānjīn), Abb. 11 3. Serie: Jiao-Noten 1 Jiao, Abb.12 2 Jiao, Abb.13 4. Serie: Mei-Noten, Wertstufe 10 Mei oder ein Vielfaches davon 10 Mei, Abb.14 20 Mei -Abb.15 30 Mei, Abb. 16 50 Mei, Abb. 17 Serie: Mei-Noten, Wertstufe 16 Mei oder ein Vielfaches davon (1 Yuan entsprach 320 Mei; 16 Mei = 5 Fen, 32 Mei = 1 Jiao, usw. Es galt auch: 16 Mei = 1 Diao, 32 Mei = 2 Diao, 48 Mei = 3 Diao, usw.) 16 Mei, Abb.18 32 Mei, Abb.19 48 Mei, Abb. 20 80 Mei (wohl nicht ausgegeben), Abb. 21 Hier noch ein paar Bemerkungen über einige Irrtümer, die sie sich in der Literatur finden: Einige Quellen berichten von einer 88-Mei-Note. Sie existiert nicht, weil 88 weder durch 10 noch durch 16 teilbar ist. Im SCWPM werden 2 Serien von Mei-Noten unterschieden: eine Gruppe von Noten soll von der „CHINGWANTAO BRANCH“ ausgegeben worden sein, die andere von einer „YUNGTSUN BRANCH“. – Eine „Yungtsun-Fliliale“ hat es nie gegeben. Alle Mei-Noten zeigen den Satz 永遵通用 (Yǒngzūn tōngyòng) = in Yǒngzūn gültig. Yǒngzūn war ein neuer Name für die frühere Präfektur Yǒngpíng (永平府). „Qínhuángdǎo“ ist ein Teil von Yǒngzūn. Die Noten, die im SCWPM unter „YUNGTSUN BRANCH“ aufgelistet werden, sind unfertige Noten, bei denen die Ortsangabe „Qínhuángdǎo“ noch fehlt! Im SCWPM werden auch drei Wertstufe mit Ortsangabe Suīyuǎn (綏遠) aufgelistet. Solche Noten wurden jedoch nie ausgegeben, sie wurden vielmehr allesamt mit 昌黎 (Chānglí) und „YUNGCHI CURRENCY“ überdruckt. In der chinesischen Literatur wird behauptet, es würde vier verschiedene Signaturkombinationen geben. In Wirklichkeit gibt es nur drei, der Fehler entstand, weil die Unterschrift „Farntsan F. Sung“ in zwei etwas unterschiedlichen Variationen auftritt. Erwin Beyer Abb. 5, 8, 14, 15, 18 und 20 Yangming Auctions, Shanghai, mit Erlaubnis durch Cai Xiaojun. Abb. 9b Sammlung Grabowski, die übrigen Abb. ehemalige Sammlung Erwin Beyer.
- Chinesische Benzinkupons
Viele kennen die chinesischen „Reis-Gutscheine“, also Bezugsmarken für Getreide. Doch gab es auch ganz andere Bezugsmarken, etwa für Tierfutter, Speiseöl, Brot, Stoff, Seife usw. In diesem Beitrag möchte ich nun einige Benzinmarken vorstellen. Die meisten Benzinmarken wurden von der Firma Sinopec ausgegeben. Diese Firma heißt auch Chinesisch 中国石油 , was man wörtlich mit „Chinesische Petrochemie“ übersetzen kann. Sie hat Ihren Hauptsitz in Peking (Beijing) und erschließt Erdgas- und Erdölvorkommen. Es sollen zunächst zwei Kupons vorgestellt werden, die für die gesamte Provinz Jiangxi ausgegeben waren. Die Scheine haben ein vertikales Format und bestehen aus zwei Schichten, die rückseitige Schicht ist normales Papier, die vorderseitige dagegen ist eine glänzende, wasserfeste Folie! Die beiden Kupons sind zwar ähnlich, aber doch verschieden. Der erste, auf 1992 datiert, lautet auf 10 kg Benzin, der zweite dagegen, der das Datum 1994 trägt, lautet auf 10 Liter. Das heißt, bis 1992 (vielleicht bis 1993) war die Maßeinheit für Benzin kg, ab 1994, (vielleicht ab 1993), war die Maßeinheit jedoch Liter. Das wird bestätigt durch den dritten hier abgebildeten Schein. Er stammt ebenfalls aus der Provinz Jiangxi, war ursprünglich mit 1987 datiert und lautete auf 20 kg Benzin. Ein roter Überdruck am unteren Rand lautet „95年底有效“, das heißt „gültig Ende 1995“. Folgerichtig wurde 公斤 (kg) durch 公升 (Liter) ersetzt. Im oberen Teil wurde „70“ mit „93“ überdruckt, das bedeutet, aus Benzin mit 70 Oktan wurde Benzin mit 93 Oktan. Die Kupons Nr. 4 und 5 stammen aus dem Kreis Tongxu, Provinz Henan. Die undatierten Scheine sehen im Wesentlichen ähnlich aus, mit Nr. 4 konnte man 5 Liter Benzin mit 70 Oktan erwerben, mit Nr. 5 schließlich 5 Liter Benzin zu 90 Oktan. Bei beiden Scheinen findet sich links ein Kontrollabschnitt, der nach Gebrauch abgeschnitten wurde. Der Tankwart musste diese abgeschnittenen Teile in ein Heft kleben, das diente der Kontrolle, dass er nicht irgendwelches Benzin „schwarz“ verkaufte. In anderen Fällen wurde eine dafür vorgesehene Ecke des Kupons abgetrennt, auch damit niemand einen Kupon zweimal benutzen konnte. Die nächste hier abgebildete Marke lautet über 10 Liter Treibstoff mit „Null Oktan“, das steht für Diesel. Auch die Bezeichnung 柴油 („chaizou“) meint Dieselkraftstoff. Der Kupon stammt aus der Stadt Changde, Provinz Hunan Unter der abgebildeten Tankstelle steht „Die Filiale Changde in Hunan heißt Sie willkommen!“. Die Benzinmarke ist von 2004 und wurde nach Ausweis des roten Logos links oben ebenfalls von der Firma Sinopec ausgegeben. Ergibt sich noch die Frage, warum es auch Scheine über ½, 1 oder 2 Liter Benzin gab? Wer tankt schon eine so geringe Menge Benzin? Ein Beispiel ist der zuletzt hier abgebildete Schein über 2 l Benzin (93 Oktan). Er stammt aus dem Jahr 2000 und galt in der gesamten Provinz Jiangxi. Nehmen wir an, jemand besitzt einen Kupon über 30 Liter Benzin, aber in den Tank passen nur 28 Liter. Für die nicht ausgenutzten 2 Liter erhielt man dann z.B. den abgebildeten Kupon, den man beim nächsten Mal mitbenutzen konnte. Deshalb finden sich unter dem Sinopec-Logo die Worte „找零油票“, was „Benzin-Wechselschein“ bedeutet. Mit liegen ca. 140 verschiedene chinesische Benzinmarken vor. Sie sind wesentlich schwieriger zu finden als die Getreidekupons, jedoch gibt es kaum Sammler solcher Marken, sodass der Preis der Benzinmarken in China nur bei 0,30 € pro Stück liegt. Erwin Beyer












