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- Teutoburger Münzauktion: Nachbericht zur Weihnachts-Auktion 170 vom 5. bis 10. Dezember 2025
Die Weihnachtsauktion in der Lebkuchenstadt Borgholzhausen fand am 5. und 6. Dezember sowie vom 8. bis 10. Dezember 2025 statt. Die gesamte Auktion erzielte ein Rekordergebnis mit einem Erlös (inkl. Aufgeld) von über 4 Millionen Euro. Besondere Highlights der Auktion waren die deutschen Reichsbanknoten, Goldmünzen aus aller Welt ab der Antike, asiatische Münzen, Reichssilbermünzen, usw., auch Lots und Sammlungen erzielten teils enorme Steigerungen. Der Nachverkauf läuft noch bis 10. Januar 2026! Hier geht es direkt zum Nachverkauf: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/en/search/12313/page/1/?lot_range=1-1000&sale_type=AFTER_AUCTION_SALE Eine kleine Auswahl aus den Ergebnissen: Los 204 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 7, Grabowski DEU-49 20 Mark 10.1.1882. Serie G. II, leichter Mittelknick, selten Ausruf: 5.000 EUR Zuschlag: 6.500 EUR Los 236 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 136, Grabowski DEU-169 50 Billionen Mark 10.2.1924. Serie A. I- / II+ Ausruf: 3.000 EUR Zuschlag: 4.400 EUR Los 242 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 159, Grabowski DEU-204 100 Rentenmark 1.11.1923. Serie A. I / I-, äußerst selten in dieser Erhaltung Ausruf: 3.000 EUR Zuschlag: 9.250 EUR Los 243 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 161, Grabowski DEU-206 1000 Rentenmark 1.11.1923. Serie A. I-, äußerst selten in dieser Erhaltung Ausruf: 5.000 EUR Zuschlag: 7.250 EUR Los 277 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Kolonien und Nebengebiete, Danzig, Freie Stadt: Rosenberg 833a, Grabowski DAN-57a 10 Gulden Danziger Banknote 10.2.1924. Artushof und Danziger Wappen/Christophorus. KN 6-stellig schwarz, Wz. Männerkopf, Serie A. III, selten Zuschlag: 1.400 EUR Los 278 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Kolonien und Nebengebiete, Danzig, Freie Stadt: Rosenberg 833a, Grabowski DAN-57a 10 Gulden Danziger Banknote 10.2.1924. Artushof und Danziger Wappen/Christophorus. KN 6-stellig schwarz, Wz. Männerkopf, Serie A. III-, selten Zuschlag: 1.400 EUR Los 279 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Kolonien und Nebengebiete, Danzig, Freie Stadt: Rosenberg 834a, Grabowski DAN-58a 25 Gulden Danziger Banknote 10.2.1924. Marienkirche und Danziger Wappen/Brunnenfigur Neptun. KN 6-stellig rot, Wz. Maske. III-, äußerst selten Zuschlag: 4.200 EUR Los 280 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Kolonien und Nebengebiete, Danzig, Freie Stadt: Rosenberg 834b, Grabowski DAN-58b 25 Gulden Danziger Banknote 10.2.1924. Marienkirche und Danziger Wappen/Brunnenfigur Neptun. KN 6-stellig rot, Wz. Maske, Serie B/A. III, äußerst selten Zuschlag: 15.500 EUR Los 343 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 : Rosenberg 268a, Grabowski BRD-12a 1000 Deutsche Mark 2.1.1960. Serie W/A. I, selten Zuschlag: 2.500 EUR Hier geht es direkt zum Nachverkauf: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/en/search/12313/page/1/?lot_range=1-1000&sale_type=AFTER_AUCTION_SALE Teutoburger Münzauktion GmbH Brinkstraße 9 33829 Borgholzhausen Webseite: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de Telefon: 05425/930050
- Das Papiergeld der "Squatter" in Nebraska von 1857 bis 1863
Mit der territorialen Ausbreitung der Vereinigten Staaten nach Westen wurden nicht erst seit dem Jahre 1800 die dort lebenden Ureinwohner immer mehr zurückgedrängt. Europäische und US-amerikanische Siedler zogen immer weiter den Ohio River entlang und siedelten auf „freiem“ Land und oft ohne Rechtsansprüche. In einem Artikel des „Omaha Weekly Nebraskian“ vom 21. Juli 1860 wurden die Bewohner Nebraskas deshalb und erstmals als „Squatter“ [1] bezeichnet. Diesem Spitznamen folgten weitere meist spöttische Bezeichnungen; seit 1945 nennt man das heute noch landwirtschaftlich geprägte Nebraska den „Cornhusker State“ (Staat der Maisschäler). Nebraska ist einer der 25 Bundesstaaten der USA, deren Namen indianischen Ursprungs sind. „Ñí Brásge“ nannten die Otoe ihr Siedlungsgebiet und meinten das „flache Wasser“ des Platte Rivers. Heute leben noch ein paar hundert Menschen dieses indigenen Volks in Oklahoma. Der Entdecker René Robert Cavelier de La Salle hatte im Jahr 1682 eine französische Kolonie in Nordamerika gegründet, die bis 1803 unter der Bezeichnung „La Grande Louisiane française“ bestand. Nach dem Landkauf von Groß-Louisiana am 30. April 1803 durch die Vereinigten Staaten [2] erweiterten sie ihr Hoheitsgebiet beträchtlich und nannten das neue Gebiet „Louisiana Territory“. Am 4. Juni 1812 wurde es in „Missouri Territory“ umbenannt, das zwischen 1812 und 1821 bestand. Daraus gliederte der US-Kongress am 30. Mai 1854 auf Grundlage des Kansas-Nebraska Act [3] die beiden neuen Territorien aus – getrennt durch den 40. Breitengrad. Abb. 1: Karte des Territory of Nebraska von 1854, in dem sich Teile der heutigen Bundesstaaten Montana, Wyoming, Colorado sowie Süd- und Nord-Dakota befanden (Granger Collection Nr. 41276). Schon am 18. Januar 1856 gründeten Ebenezer Cook, George B. Sargent und James M. Parker die erste der fünf Banken in Nebraska: die Bank of Florence. Die ersten Geldscheine wurden von unterschiedlichsten Geldinstituten und Stadtkassen ab 1857 ausgegeben: Bank of Dakota, Bank of De Soto, Bank of Florence, Bank of Nebraska, Bank of Tekama, Brownville Bank & Land Co., City of Lincoln, City of Omaha, Corn Exchange Bank, Fontenelle Bank of Bellevue, Nebraska Land & Banking Co., Nehama Valley Bank, Omaha & Chicago Bank, Omaha City Bank & Land Co., Platte Valley Bank, Waubeek Bank, Western Exchange & Land Co., Western Exchange Fire & Marine Insurance Co. [4] Abb. 2: Blanko-Orderscheck des Bankhauses Cook, Sargent & Parker, Inhaber der späteren Bank of Florence; durch die Turbulenzen der US-Finanzkrise von 1857 ging die Bank 1859 bankrott – nur die Platte Valley Bank im Nebraska-Territorium überlebte die Bankenpleite, wie Sterling Morton am 10. März 1860 an den US-Schatzmeister Howell Cobb nach Washington telegrafierte. Abb. 3: verzinslicher Wechselschein des Mühlenbesitzers C. G. L. Holmes in Nemaha City Landing, Remainder von 185_ über 3 Dollars. Abb. 4: 1 Dollar 12. Januar 1857, Omaha City Bank and Land Co. (Haxby NE-70). Abb. 5: 1 Dollar 1. September 1857, Bank of Tekama (Haxby NE-85). Abb. 6: 1 Dollar 18__, Bank of Nebraska (Haxby NE-60). Abb. 7: 1 Dollar 1857, Bank of Dakota, Reminder (Haxby NE-15). Abb. 8: 1 Dollar 185_, Nebraska Land and Banking Co. (Haxby NE-60). Abb. 9: 1 Dollar 1857, Nemaha Valley Bank, Brownville (Haxby NE-10). Abb. 10: 2 Dollars 1. Januar 1858, Western Exchange & Land Co., Omaha (Haxby NE-35). Abb. 11: 2 Dollars 12. Dezember 1860, Corn City Exchange Bank, De Soto (Haxby NE-20). Abb. 12: 3 Dollars 1. November 1863, Bank of De Soto (Haxby NE-25). Abb. 13: 5 Dollars 1. Oktober 1857, City of Omaha (Haxby ―). Abb. 14: 5 Dollars 1. November 1863, Fontenelle Bank of Bellevue (Haxby NE-5). Abb. 15: 5 Dollars 1. Mai 1857, Waubeek Bank, De Soto (Haxby NE-30). Abb. 16: 5 Dollars 1. Oktober 1858, Platte Valley Bank, Nebraska City (Haxby ―). Abb. 17: 5 Dollars 18__, Omaha and Chicago Bank, Omaha City (Haxby NE-65). Abb. 18: 10 Dollars 1. September 1857, Brownville Bank and Land Co. (Haxby NE-50). Abb. 19: 20 Dollars 1. Juni 1856, Western Exchange Fire & Marine Insurance Co., Omaha City (Haxby ―). Abb. 20: ungeschnittener Druckbogen 18__, hergestellt in der Druckerei Toppan, Carpenter & Co. New York, 1, 2, 3 und 5 Dollars, Bank of Florence (Haxby NE-40). Die sog. "Panic of 1857" hatte auch im Nebraska-Territorium große Auswirkungen: Banken mussten schließen und Banknoten-Druckereien erhielten keine Aufträge mehr. Was war passiert? Am 13. Oktober 1857 stürmten Sparer, Aktionäre, Gläubiger und Spekulanten die Banken in New York und verlangten ihre Gelder zurück. Alle 60 Banken und Sparkassen erklärten sich einen Tag später als zahlungsunfähig. Ursachen waren u. a. die übermäßige Importpolitik der US-Wirtschaft und die Goldabflüsse ins Ausland. Durch den Untergang des Raddampfers „Central America“ mit dem Verlust von über 20 Tonnen Kalifornien-Gold im Wert von 1,6 Millionen US-Dollars kam es letztlich zum Zusammenbruch der Ohio Life Insurance and Trust Company. Der ließ die Spekulationsblase platzen, bundesweit kam es zu enormen Konkursen und Bankenschließungen. Viele Banknoten der sog. "Wild Cat Banks" verloren ihre Gültigkeit – so auch in Nebraska. Abb. 21: 2 Dollars 20. März 1857, Nemaha Valley Bank, Brownville, mit beidseitigem Zweizeilenstempel „NOT UNITED STATES CURRENCY / HAS NO VALUE“. Noch während des US-amerikanischen Bürgerkriegs verabschiedete der 37. US-Kongress am 25. Februar 1863 den National Currency Act, nach dem bundesweit private Nationalbanken gegründet werden durften. Auch im Nebraska-Territorium wurde die erste Nationalbank gegründet: Die Brüder Herman und August Kountze eröffneten am 10. Dezember 1857 die Kountze Brothers Bank in Omaha, die am 1. Juli 1865 in First National Bank of Omaha umbenannt wurde. Ihr folgten 1865 die Otoe County National Bank of Nebraska und weitere 347 Nationalbanken bis 1934 – die letzte war die Wymore National Bank im Jahr 1934. Abb. 22: 5 Dollars 15. Juli 1871, First National Bank of Brownville, Serie 1863–1882. Abb. 23: 20 Dollars 1. September 1865, gelochter Specimen-Schein, Otoe County National Bank of Nebraska City, Serie 1863–1882. Abb. 24: 10 Dollars 11. Juni 1889, City National Bank of Kearney, Serie 1882–1902. Abb. 25: 50 Dollars 11. Dezember 1885, First National Bank of Blue Hill, Serie 1882–1902. Abb. 26: 5 Dollars 12. Juni 1911, First National Bank of Oakland, Serie 1902–1928. Abb. 27: 100 Dollars 13. Mai 1905, First National Bank of Auburn, Serie 1902–1928. Abb. 28: 10 Dollars 1929, First National Bank of Ord, Serie 1929–1934. Abb. 29: 50 Dollars 1929, Omaha National Bank, Serie 1929–1934. Michael H. Schöne Anmerkungen [1] von engl. „quat down“ abgeleitet = „hinhocken“, Bezeichnung für illegale Landbesetzer [2] der Kaufpreis betrug 15 Millionen US-Dollars, nach heutigem Wert etwa 315 Millionen US-Dollars [3] Der Kansas-Nebraska Act von 1854 war ein Wendepunkt in der Geschichte der USA und eine der Ursachen zum Ausbruch des US-amerikanischen Bürgerkriegs. [4] die Versicherungsgesellschaft Western Exchange Fire and Marine Insurance Co. war eine Scheingesellschaft, die 1855 nur zum Gelddrucken gegründet wurde; sie zählt wie andere Banken zum sog. "Wildcat Banking". Quellen: https://en.wikipedia.org https://nationalcurrencyvalues.com https://northomahahistory.com https://www.beastcoins.com https://www.capital.de https://www.numismaticnews.net https://www.seaside88.com
- Anton Geiger verstorben!
Wegen eines Einspruchs der Familie wurde der Nachruf auf den bekannten Papiergeldhändler und Fachautor Anton Geiger aus dem Blog entfernt! Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Zu den Büchern von Anton Geiger
- Aus privaten Sammlungen: 100 Namibia-Dollars aus dem Jahr 1993
Die Republik Namibia ist ein Land im südlichen Afrika, dessen Hauptstadt und größte Stadt Windhoek ist. Namibia ist das trockenste Land in Subsahara-Afrika und wird seit prähistorischen Zeiten von den Völkern der Khoi, San, Damara und Nama bewohnt. Um das 14. Jahrhundert kamen im Zuge der Bantu-Expansion eingewanderte Bantu-Völker hinzu. Ab 1600 gründeten die Owambo Königreiche wie Ondonga und Oukwanyama. 1884 errichtete das Deutsche Reich seine Herrschaft über den größten Teil des Territoriums und gründete eine Kolonie namens Deutsch-Südwestafrika. Die deutsche Herrschaft endete während des Ersten Weltkriegs mit einer Niederlage gegen südafrikanische Truppen im Jahr 1915. Nach Kriegsende übertrug der Völkerbund 1920 die Verwaltung der Kolonie an Südafrika. Einzelheiten zur politischen und monetären Geschichte Deutsch-Südwestafrikas finden Sie in DIESEM Beitrag. Das Land erlangte am 21. März 1990 seine Unabhängigkeit. Im Oktober 1991 wurden 17 Druckereien aufgefordert, Entwürfe für Banknoten in Namibia-Dollar einzureichen. Auf der Grundlage von Qualität, Aussehen und Angebotspreis wurde der Auftrag an Tumba Bruk aus Schweden vergeben. Die schwedische Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit (SIDA) übernahm die gesamten Kosten für die Banknoten. Der Namibia-Dollar wurde am 15. September 1993 zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt, gleichwertig mit dem südafrikanischen Rand, der in Namibia weiterhin im Verhältnis 1:1 als gesetzliches Zahlungsmittel gilt. Diese erste Serie umfasste nur drei Stückelungen (10, 50 und 100) und zeigte auf der Vorderseite ein Porträt von Kaptein Hendrik Witbooi (der Anfang des 20. Jahrhunderts gegen die deutsche Herrschaft in Namibia kämpfte) und das Parlament, auf der Rückseite Wildtiere. Objekttyp: Banknote Sammlung: Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Namibia Emittent: Bank of Namibia Nominal: 100 Namibia Dollars Datierung: Keine (im September 1993 ausgegeben) Vorderseite: Oben in der Mitte befindet sich das Staatswappen Namibias. Oben rechts steht „BANK OF NAMIBIA”. Kaptein Hendrik Witbooi ist in der Mitte links abgebildet. In der Mitte rechts befindet sich das Parlamentsgebäude in Windhoek. Die Wertzahl ist oben links und unten rechts sowie vertikal ganz links in Worten angegeben. Oben und unten sind verschiedene Guilloche-Muster zu sehen. Rückseite: „BANK OF NAMIBIA” vertikal ganz links. Rechts sind fünf stehende Oryx-Antilopen abgebildet. Die Wertzahl ist oben links und unten rechts sowie vertikal unten links in Worten angegeben. Die namibische Fahne ist oben links neben der Wertzahl abgebildet. Der Hintergrund ist mit verschiedenen Guilloche-Mustern verziert. Unterschrift: Erik L. Karlsson (GOVERNOR) Material: Papier mit Wasserzeichen (Kaptein Hendrik Witbooi) Druck: Tumba Bruk (nicht auf der Banknote angegeben) Format: 146 mm x 70 mm Nummerierung: T0000692 Zitate: Namibia 3 (Standard Catalog of World Paper Money, Modern Issues 1961-Present, 25th Edition). B203 ( The Banknote Book : Namibia, Owen W. Linzmayer) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .
- Leserpost: Ergänzung zu einer preußischen Goldmark-Ausgabe von 1923/24
Hallo Herr Grabowski, ich möchte einem ihrer Bücher eine Informationen hinzufügen: Deutsches Notgeld, Band 10, Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948, Seite 334, Preußischer Finanzminister, Berlin, Notgeldschein vom 3. November 1923, PRS9a zu 4,20 Goldmark mit Wasserzeichen Schlangenlinien. Ich kenne eine Serie, die in Ihrem Buch nicht aufgeführt ist – HC, Foto beigefügt. Mit freundlichen Grüßen P. Soboleff, Russland Antwort der Redaktion Herzlichen Dank für Ihre Ergänzung zu meinem Katalog von 2006 und die Abbildung. Ich habe mir die Serie HC zu PRS-9a gleich notiert. Zur Zeit der Katalogisierung waren nur die Serien HA, HB, HE, HG, HJ und HK belegt. Man kann aber davon ausgehen, dass es wahrscheinlich alle Serien von HA bis mindestens HK (ohne HI) gegeben hat. Nach Rücksprachen mit Manfred Müller, dem Autor des Katalogs zum wertbeständigen Notgeld, sind zwischenzeitlich alle Serien HA-HK (ohne HI) belegt. Die fertig gedruckten einseitigen Scheine der ersten Auflage 1923 wurden damals ja nicht ausgegeben, sondern in ganzen Bogen als Paketpapier oder einzeln mit den unbedruckten Rückseiten als Paketaufkleber genutzt. Nach jetzigem Stand wird es in absehbarer Zeit leider keine neue Auflage meines Katalogs zum Papiergeld der deutschen Länder geben. Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr. Mit freundlichen Grüßen Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Lexikon: Mandschukuo
Mandschukuo war ein mit japanischer Hilfe in der Mandschurei errichteter Marionettenstaat (1932-1945), der nur von wenigen anderen Staaten, darunter Deutschland, Italien, Spanien, Ungarn und dem Vatikan anerkannt war. Als Herrscher wurde der ehemalige chinesische Mandschu-Kaiser Puyi eingesetzt. Fläche ca. 800.000 qkm mit 38 Millionen Einwohnern. Währung 1 Yuan = 100 Fen. 1932 wurde durch Fussion folgender Banken die Mandschukuo Central Bank gebildet: Fengtien Provincial Bank Frontier Bank Heilungkiang Provincial Bank Kirin Provincial Bank. Die neue Zentralbank nutzte zunächst die alten Noten der Provincial Bank of the Three Eastern Provinces mit Überdruck, bevor sie eigene 50-Fen- sowie 1-, 5-, 10- und 100-Yuan-Noten ausgab. Diese Werte (1944 auch ein 10-Fen-Schein) kursierten in verschiedenen Auflagen. Mandschukuo, CHN-J125a, Central Bank of Manchukuo: 1 Yuan ohne Datum (1932), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Mandschukuo, CHN-J133b, Central Bank of Manchukuo: 100 Yuan ohne Datum (1938), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Mandschukuo, CHN-J133b, Central Bank of Manchukuo: 100 Yuan ohne Datum (1938), Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Mandschukuo, CHN-J137e, Central Bank of Manchukuo: 10 Yuan ohne Datum (1944), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Mandschukuo, CHN-M034, Hauptquartier der sowjetischen "Roten Armee": 100 Yuan ohne Datum (1945), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. 1945 besetzte die Sowjetische Armee die Mandschurei und brachte in der Sowjetunion gedruckte 1-, 5-, 10- und 100-Yuan-Scheine in Umlauf, wovon die 10- und 100-Yuan-Scheine, die mit einer Marke versehen wurden, auch in einigen anderen Provinzen Chinas Geültigkeit hatten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Dezember 2025
Madagaskar, Nepal, São Tomé und Príncipe BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Madagaskar 200 Ariary, neue Auflage BNB B333c: wie BNB B333b (SCWPM 98), aber mit neuer Unterschrift (Andrianarivelo). 5000 Ariary, neue Auflage BNB B337c: wie BNB B337b (SCWPM 102), aber mit neuer Unterschrift (Andrianarivelo). 10.000 Ariary, neue Auflage BNB B338b: wie BNB B338a (SCWPM 103), aber mit neuer Unterschrift (Andrianarivelo). Nepal 100 Rupees von 2024 BNB B291c: wie BNB B291b (SCWPM 80), aber mit neuer Unterschrift (Adhikari) und neuem Jahr. Die Karte Nepals (im Hintergrund auf der Vorderseite) umfasst nun auch die umstrittenen Gebiete Kalapani, Lipulekh und Limpiyadhura, die Indien ebenfalls für sich beansprucht. São Tomé und Príncipe 50 Dobras vom 15.07.2024 BNB B311b: wie BNB B311a (SCWPM 73), aber mit neuen Unterschriften (da Mata/dos Ramos) und neuem Datum (15 de Julho de 2024). 100 Dobras vom 15.07.2024 BNB B312b: wie BNB B312a (SCWPM 74), aber mit neuen Unterschriften (da Mata/dos Ramos) und neuem Datum (15 de Julho de 2024). Donald Ludwig ( polymernotes.org ) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book und Stane Straus, polymernotes.org )
- Die von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel haben seit mehr als 100 Jahren ihr eigenes Geld
Tiefgreifende wirtschaftliche, politische, soziale und gesellschaftliche Veränderungen kennzeichnen das 19. Jahrhundert in Deutschland. Die Bevölkerungszahl wuchs um mehr als das Doppelte. Einhergehend mit der Industriellen Revolution veränderten sich die Arbeitswelt und die Existenzgrundlagen der Bevölkerung grundlegend. Aus einem Agrarland mit vorherrschend ländlicher wurde ein Industriestaat mit vorherrschend städtischer Arbeits- und Lebensweise. Hatte bisher die Mehrzahl der Menschen als Bauer auf dem eigenen Hof, als Handwerker im eigenen Betrieb, als Heimarbeiter oder Tagelöhner sein Auskommen gefunden, so musste man nun außer Haus in der Fabrik der Arbeit nachgehen. Meist reichte der Lohn des Vaters nicht aus, um die Familie zu ernähren, sodass auch die Frauen und Kinder Arbeit annehmen mussten. Die Trennung von Arbeit und Wohnen hatte gravierende Auswirkungen auf die Familienstruktur. „… die Einstellung zum Menschen [änderte sich] dahingehend …, daß seine Nützlichkeit im industriellen Produktionsprozeß immer mehr in den Mittelpunkt der Beurteilung rückte. Pünktlichkeit, Leistungsgleichmäßigkeit sowie die Fähigkeit, immer dieselben Handgriffe auszuführen, waren jetzt gefragt. Derjenige, der diesen Anforderungen nicht genügen konnte, wie der Mensch mit körperlichen, geistigen und psychischen Behinderungen wurde zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrückt. Zuflucht fand er nur in den bestehenden ‚Irrenanstalten‘. Sie waren jedoch nicht mehr wie bloße Aufbewahrungsorte für Menschen mit Auffälligkeiten. Selbst alte Menschen, ohne Familie, wurden dort untergebracht.“ [1] Das christliche Gebot der Nächstenliebe veranlasste die 1848 gegründete Innere Mission sich der Menschen anzunehmen, die Friedrich von Bodelschwingh als die „Menschen, die niemand haben will“ bezeichnete, also behinderte Menschen, „Trunkenbolde, Landstreicher und Taugenichtse“ . Im Bielefelder Stadtteil Gadderbaum gründete die Innere Mission 1867 eine Anstalt für Menschen mit epileptischen Erkrankungen. Das erste Anstaltsgebäude wurde „Ebenezer“ genannt. Bereits 1871 erhielt die Anstalt ein weiteres Gebäude, das den Namen Bethel erhielt, der von dem hebräischen Wort בית אל „Haus Gottes“ abstammt und den biblischen Ort Bet-El (Gen 28,16-19) bezeichnet. Abb. 1/2: Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, Fotografie um 1900 und Porträt auf einer Wohlfahrtsmarke (10 + 3 Pfennig) der Deutsche Bundespost (1951). Unter Friedrich von Bodelschwingh dem Älteren (* 6. März 1831 in Tecklenburg auf Haus Marck; † 2. April 1910 in Gadderbaum, heute Bielefeld), der 1872 die Leitung der Anstalt übernahm, entwickelte sich diese zu einem Versorgungszentrum mit Postamt, Handwerks- und Freizeiteinrichtungen sowie dem Kaufhaus „Ophir“. [2] Die Persönlichkeit des Pfarrers prägte die Anstalt so stark, dass sie später nach ihm benannt wurde. Die von Bodelschwinghsche Anstalten Bethel wurden im Jahr 2009 in die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel umgewandelt, in der die Stiftung Bethel, die Stiftung Nazareth, die Stiftung Sarepta, die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal und die Stiftung Eben-Ezer zusammengefasst sind. Mit mehr als 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie das größte Sozialunternehmen Europas und der größte Arbeitgeber in der Stadt Bielefeld. Die diakonische Einrichtung betreut heute Menschen mit Behinderung, psychischen Beeinträchtigungen, Epilepsie, Alte und Pflegebedürftige, Kranke, Jugendliche mit sozialen Problemen und Wohnungslose. [3] Friedrich von Bodelschwingh war bewusst, dass die Mehrzahl der Anstaltsbewohner wegen der geringen Heilungschancen ihr ganzes Leben hier verbringen würden. Die Anstalt sollte den Bewohnern daher alles bieten, was ihnen wegen ihrer Behinderung außerhalb versagt worden war. Dazu gehörte auch ein Arbeitsplatz, an dem sich die behinderten Bewohner etwas dazuverdienen sollten. Dadurch sollte auch ihr Selbstwertgefühl gesteigert werden. Neben den Dingen, die in der „Kolonie für Epileptische“ produziert oder angebaut wurden, benötigte ein Gemeinwesen wie Bethel weitere Produkte, um den täglichen Bedarf zu befriedigen. Diese wurden in den umliegenden Geschäften eingekauft. Um die Beschaffungskosten zu senken, wurde ein zentraler Einkauf von Waren geschaffen und 1883 ein Konsumgeschäft eröffnet. Trotz der Vorteile, die sich aus diesem Verfahren für die Kolonie und damit auch für jedes einzelne Haus ergab, hatte von Bodelschwingh Schwierigkeiten, die „Hausväter und Hausmütter“ von den Vorteilen dieses Verfahrens zu überzeugen. Um die Akzeptanz zu erhöhen, erhielten „Anstaltsangehörige“ sogenannte Quittungsbücher, in denen die in den Anstaltsgeschäften getätigten Einkäufe eingetragen wurden. Je nach Umsatz erhielten die Besitzer der Quittungsbücher eine Gewinnbeteiligung, die sich an der Menge ihrer Einkäufe orientierte. Mit Wachsen der Anstalt stellte man jedoch fest, dass das System unpraktikabler wurde. Ab 1. September 1908 verfügte die Anstaltsleitung, dass Einkäufe gegen Barzahlung in den einzelnen Anstaltsgeschäften nicht mehr ins Quittungsbuch eingetragen werden sollten. Stattdessen erhielten die Anstaltsangehörigen, die bisher im Besitz von Quittungsbüchern gewesen waren, die Möglichkeit, auf dem Meldeamt „Anstaltsgeld“, das heißt Warengutscheine zu 10 und 5 Mark und Münzen zu 100, 50, 25, 10 und 5 Pfennig gegen Bargeld einzutauschen. Die so bezogenen Beträge wurden ins Quittungsbuch des Meldeamtes eingetragen, sodass weiterhin Dividenden ausgeschüttet werden konnten. Die Warengutscheinen, die später im Volksmund „Bethel-Geld“ genannt wurden, dienten zur Bezahlung der Waren in den Anstaltsgeschäften. Wer nicht umtauschen wollte, konnte weiterhin in Reichswährung bezahlen, kam dann aber nicht in den Genuss der Dividende. Die Münzen aus einer Kupfer-Zink-Legierung und rötlichem bis gelblichem Aussehen wurden bei der königlich-preußischen Münze in Berlin bestellt. Die Prägung der 50.000 Münzen kostete 869 Mark, wobei die von Bodelschwinghschen Anstalten das Rohmaterial selbst lieferten. In den Jahren 1909 bis 1912 wurden weitere Münzen geprägt. Die Druck- und Prägekosten (Papiergeld und Münzen) beliefen sich 1909 auf 847,19 Mark, 1910 auf 587,16 Mark, 1911 auf 236,19 Mark und 1912 auf 236,19 Mark. [4] Abb. 3: Münzen der Anstalt Bethel, o. D. (1908), 10, 25, 50 und 100 Pfennig, Vorder- und Rückseite bildgleich. Die Vorder- und Rückseiten der Münzen zu 25 bis 100 Pfennig ist identisch. In einem Kreis die Wertziffer mit der Umschrift „FÜR ALLE BETHEL GESCHÄFTE GÜLTIG“. Aufgrund des geringeren Durchmessers lautet die Umschrift auf den 5 und 10-Pfennig-Münzen „FÜR BETHEL GESCHÄFTE“. Während der Inflation wurden die Münzen wertlos, sodass sie als Altmetall verschrottet wurden. Noch beim Publikum verbliebene Münzen kaufte die Hauptkasse 1925 an und zahlte für 1 Pfund eine 1 Reichsmark. Die Geldscheine sind einseitig auf Papier ohne Wasserzeichen gedruckt und haben ebenfalls eine einheitliche Gestaltung. Am unteren Rand dreizeilig der Vermerk: „Gültig für alle Anstaltsgeschäfte / Bei Einlösung gegen bar wird der Prozentsatz des Gewinnanteils des letzten / Jahres abgezogen und Bruchteile eines Pfennigs nicht vergütet.“ Abb. 4.1: Warengutschein, 1908, 10 Mark Reichswährung, Vorderseite. Abb. 4.2: Warengutschein, 1908, 10 Mark Reichswährung, hier Rückseite mit Stempel. Der Schein zu 10 Mark wurde wahrscheinlich 1918 auch als Notgeld außerhalb Bethels verwendet. Dies legen die mit einem roten Balken überdruckten beiden unteren Zeilen nahe. Ferner erhielt der Schein am oberen weißen Rand den roten Aufdruck: „Wird bei allen Anstaltskassen in Zahlung genommen“ und auf dem unteren Rand „Wird bei der Hauptkasse Bethel eingelöst.“ Auf dem rechten und linken Rand: „Bethel-Notgeld.“ Auf der freien Rückseite befindet sich auf dem abgebildeten Schein ein Kastenstempel mit dreizeiligem Text: „Währungsstelle / 5 NOV. 1918 / Bethel b. Bielefeld“ . Dieser Schein kommt auch mit roter handschriftlicher Entwertung „Muster“ vor. Abb. 5: Warengutschein, 1908 (1918), 10 Mark Reichswährung, Vorderseite, Rückseite unbedruckt. In der Zeit von Dezember 1917 bis August 1920 gab die Hauptkassen-Verwaltung Bethel Gutscheine zu 1, 2, 3 und 4 Pfennig aus. Der schwarze einseitige Druck der Nominale zu 1 bis 3 Pfennig auf grauem Karton zeigt verschiedene Darstellungen (Stadt, Häuser). Die Kennziffer befindet sich jeweils auf dem rechten weißen Rand. Scheine auf weißem Karton scheinen nachträglich für Sammler angefertigt worden zu sein. [5] Hier kann sich die Kennnummer auch auf dem linken weißen Rand befinden. Abb. 6: Hauptkassen-Verwaltung Bethel, o. D. (ab 1917), 4 Pfennig, Vorderseite, Rückseite unbedruckt. Zwischen Dezember 1919 und Juli 1921 gab die Hauptkassenverwaltung weitere 5- und 10 Pfennig-Werte auf sämischen Karton aus. Auch hier sollen Scheine auf grauweißem Karton nachträglich für Sammler angefertigt worden sein. [6] Abb. 7: Hauptkassenverwaltung Bethel, o. D. (ab 1919), 5 Pfennig, Vorderseite, Rückseite unbedruckt. Die Inflation im Deutschen Reich ging auch am Bethel-Geld nicht spurlos vorbei. Mit Datum vom 1. September 1922 gab die Hauskassenverwaltung der Bethel-Anstalten Scheine zu 50, 100, 200 und 500 Mark aus, gefolgt von einem Schein zu 1.000 Mark mit Ausgabedatum vom 1. Oktober 1922. Es folgten nochmals 50-, 100- und 200-Mark-Scheine mit Datum vom 1. Dezember 1922 und 1.000 Mark, datiert 2. Januar 1923. Es folgten weitere Werte: 5.000 Mark (1. Februar und 1. März 1923), 10.000 Mark (1. April 1923). Die Nennwerte der nächsten Scheine erreichten die gleichen astronomischen Höhen wie die normalen Zahlungsmittel. Mit Datum 1. Juli 1923 waren es schon 50.000 Mark, am 1. August 100.000 Mark, am 15. August 1.000.000 Mark, am 1. September 5.000.000 Mark, am 1. Oktober 10.000.000 und 50.000.000 Mark, am 15. Oktober 100.000.000 Mark, am 25. Oktober eine Milliarde und fünf Milliarden Mark, am 1. November 50 Milliarden Mark und am 15. November einhundert und fünfhundert Milliarden Mark. Abb. 8: Hauptkassenverwaltung der Bethel-Anstalten, 1. Oktober 1922,100 Mark Bethelwährung, Vorderseite, Rückseite unbedruckt. Auffallend ist, dass die Scheine ab eine Million Mark nicht mehr die Bezeichnung „Bethelwährung“ tragen und der Text den folgenden Passus enthält: „Einlösung in Reichswährung durch die Hauptkassenverwaltung der Bethel Anstalten nur nach Abzug von fünfzehn vom Hundert. Ungültig 30 Tage nach öffentlichem Aufruf in der Tageszeitung ‚Aufwärts‘ in Bethel.“ Wahrscheinlich wollte man damit den Umlauf außerhalb der Anstalt unterbinden. Abb. 9: Hauptkassenverwaltung der Bethel-Anstalten, 15. August 1923, 1.000.000 Mark Bethelwährung, Vorderseite, Rückseite unbedruckt. „Die immer schneller voranschreitende Geldentwertung erschwerte natürlich auch die Versorgung der Menschen in Bethel. 1923 lebten 2.140 Menschen mit Epilepsie und 364 sogenannte Geisteskranke in Bethel. Für diese Menschen wurden Pflegegelder gezahlt. Deren Höhe orientierte sich zwar immer an den neuesten Richtzahlen, die Auszahlung erfolgte allerdings nur alle 8 bis 14 Tage. Die Pflegegelder blieben somit stets hinter den Selbstkosten zurück. Damit man mit den Pflegegeldern überhaupt etwas anfangen konnte, war es in Bethel üblich geworden, ‚nachts besondere Boten zu den verschiedenen Provinzialhauptstädten‘ zu entsenden. ‚Morgens in aller Frühe hoben sie dann das Geld ab, um dann auf schnellstem Wege heimzukehren, damit es, wenn möglich, noch am selben Tage wieder ausgezahlt werden konnte‘.“ [7] Als im November 1923 mit der Rentenmark die Inflation überwunden wurde, beschloss der Vorstand der von Bodelschwinghschen Anstalten das Inflationsgeld durch die Ausgabe von 350.000 Rentenmark in neuem Anstaltsgeld zu ersetzen. Seit dem 21. Januar 1924 erhielten alle Anstalts-Mitarbeiter 60 Prozent ihres Verdienstes in wertbeständigem Bethel-Geld ausgezahlt. [8] Die Vereinigten Vorstände von Bethel, Sarepta und Nazareth ließen mit Datum vom 1. Dezember 1923 in der Anstaltsdruckerei Warengutscheine in den Werten von 0,01, 0,02, 0,05, 0,10, 0,50, 1, 2, 5 und 10 Mark in Rentenmarkwährung herstellen. Die ersten Mark-Scheine wurden wohl zunächst mit der Bezeichnung „Mark in Reichsmarkwährung“ gedruckt. Lindman vermerkt dazu: „Die Bezeichnung ‚Reichsmark‘ beruht wahrscheinlich auf einem Irrtum, gemeint waren wohl ‚Rentenmark‘. Das läßt sich unter anderem deshalb vermuten, weil die Scheine der nächsten Ausgabe in nahezu demselben Design erschienen – aber mit geänderter Währungsbezeichnung – und die Kontrollnummern der folgenden Ausgabe höher sind als die dieser Ausgabe.“ [9] Nach Keller gab es auch Scheine zu 5 und 10 Mark in Reichsmarkwährung. Beide Scheine befinden sich in der Akte des Bundesarchivs in Berlin bestätigt. [10] Abb.: 10: Vorstände der Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, 1. Dezember 1923, 5 Mark in Reichsmarkwährung, Vorderseite. Abb. Kopie aus der Akte des Bundesarchivs, Quelle: BA Berlin, Aktenbestand R2/14662. Abb. 11: Vorstände der Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, 1. Dezember 1923, 2 Mark in Rentenmarkwährung, Vorderseite. Abb. Kopie aus der Akte des Bundesarchivs, Quelle: BA Berlin, Aktenbestand R2/14662. Neue Münzen wurden zunächst nicht geprägt. 1928 ließ man noch vorhandene 5- und 10-Pfennig-Münzen in der preußischen Münzstätte in Berlin auf beiden Seiten mit einem Gegenstempel in Form eines achteckigen Sterns punzen. Abb. 12: Münzen der Anstalt Bethel, o. D. (1928), 5 und 10 Pfennig, mit Gegenstempel, Vorder- und Rückseite bildgleich. Die schlechte Wirtschaftslage und die damit einhergehende Kreditkrise während der Weltwirtschaftskrise veranlasste Kommunen wie auch Unternehmen Gutscheine auszugeben, die dann häufig wie Geld umliefen. Um diese Entwicklung einzudämmen, erließ der Reichsminister der Finanzen auf Grund der „Dritten Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 6. Oktober 1931, Fünfter Teil, Kapitel IX (Notgeld, RGBl. I S. 537)“ am 30. Oktober 1931 die „Verordnung über Notgeld“. [11] Auch das Bethel-Geld gelangte in Fokus des Reichsministers. Auf eine Anfrage antwortete die Hauptkanzelei der Anstalt am 8. Dezember 1931, dass: „in den hiesigen Anstalten .. seit etwa 30 Jahren Warenmarken und -Gutscheine im Gebrauch [sind]. Unseres Erachtens fallen sie nicht unter den Begriff des Notgeldes. Wir bitten dringend, uns ihren weiteren Gebrauch gestatten zu wollen. Unsere Anstalten haben hauptsächlich die Aufgabe, Epileptische, Gemütskranke, Alkoholiker, Fürsorgezöglinge und sonstige Gefährdete aller Art zu versorgen. Sie beherbergen insgesamt etwa 5000 Schutzbefohlene dieser Art-. Wir gewähren unseren Patienten innerhalb des Anstaltsgebietes eine möglichst freie Bewegung. Dazu gehört, dass sie in den Anstaltsverkaufsstellen ihre Einkünfte selbst besorgen können. Im Interesse der Kranken und Schutzbefohlenen ist es unbedingt notwendig, diese Einkäufe zu überwachen. Dem dienen in erster Linie die im Gebrauch befindlichen Warengutscheine und -Marken. Sie werden auch an die Arbeiter, Angestellten und Beamten der Anstalt bei der Entlohnung als Waren- und Rabattmarken ausgegeben. Dabei wird auf den entnommenen Betrag ein Aufgeld bis zu 10 % vergütet. Mit den Gutscheinen und Marken können innerhalb unserer Anstalt Waren bezogen werden. Die Annahme der Warengutscheine und -Marken ist freiwillig. Hieraus ergibt sich, dass sie nur für den Umlauf innerhalb unserer Anstalten in Betracht kommen und darum für Personen, die nicht als Patienten oder Angestellte zu den Anstalten gehören, vollständig wertlos und ungültig sind. Dies wird ausdrücklich durch den Aufdruck, der in dieser Form schon seit Jahren besteht, kenntlich gemacht. Eine Verwendung ausserhalb des Anstaltsgebietes ist dadurch ausgeschlossen.. [12] Daraus folgt, dass irgendwelche inflationistische Wirkungen mit der Ausgabe dieser Warenmarken und -Gutschein nicht verbunden sein können. Ausserdem handelt es sich nur um einen verhältnismässig kleinen Betrag. Die Gesamtsumme der im Umlauf befindlichen Warengutscheine und -Marken beträgt im Anfang des Monats etwa RM 80.000,-- bis RM 100.000,--, die bis Ende des Monats fast ganz in die Anstaltskasse zurückfliessen. Eine irgendwie wesentliche Steigerung kann nicht in Betracht kommen, da der Gebrauch sich nur auf eine fest beschränkte Zahl von Benützern erstreckt. Neben den oben genannten Pfleglingen, von denen naturgemäss nur ein Teil für die Verwendung in Betracht kommt, machen etwa 1500 Anstaltsangehörige einschliesslich ihrer Frauen und Kinder davon Gebrauch.“ [13] Der Verfasser des Briefes erwähnte auch, dass die Warenmarken in Metall von der Preußischen Staatsmünze geprägt und die letzte Auflage der Warengutscheine in der Reichsdruckerei gedruckt worden seien und das der „Herr Reichsminister der Finanzen mit Schreiben vom 7. November 1930 – F.5031 – 9 I ci – und 27. Januar 1931 – F.5031 – 26 I ci – die Genehmigung erteilt [habe].“ Es wundert nicht, dass die Antwort des Ministers vom 15. Februar 1932 positiv ausfiel und die Nutzung des Bethel-Geldes weiter genehmigte wurde. Mit neuer Zeichnung hatte die Anstaltsleitung 1930/31 insgesamt 30.000 Münzen zu 5, 10 und 50 Pfennig prägen lassen, die auf der Vorderseite den Wert in einem Perlkreis angeben und auf der Rückseite den Verwendungszweck in einem Perlkreis nennen: dreizeilig „FÜR / BETHEL / GESCHÄFTE“. Als Material für das 50-Pfennig-Stück wurde diesmal Kupfer verwendet. In der Akte des Bundesarchivs befindet sich ein Warengutschein zu 10 Mark in Reichsmarkwährung aus dem Jahr 1931, der in der Literatur bisher nirgends aufgeführt wurde. Abb. 13.1: Münzen der Anstalt Bethel, o. D. (1930/31), 5, 10 und 50 Pfennig, Vorderseite. Abb. 13.2: Münzen der Anstalt Bethel, o. D. (1930/31), 5, 10 und 50 Pfennig, Rückseite. Abb. 14: Vorstände der Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, ? 1931, 10 Mark in Reichsmarkwährung, Vorderseite. Abb. Kopie aus der Akte des Bundesarchivs, Quelle: BA Berlin, Aktenbestand R2/14662. Auch in der Anstalt herrschte um 1947 einen Kleingeldmangel, denn es gibt kleinformatige Scheine zu 5 und 10 Pfennig, die nicht mehr auf „Rentenmarkwährung“ lauten, sonst aber das Aussehen der Scheine von 1923 haben. Als im Juni 1948 in den Westzonen eine Währungsreform durchgeführt wurde, stand die Zukunft des sogenannten „Bethel-Geldes“ wieder auf der Tagesordnung. Da die noch im Umlauf befindlichen Warengutscheine die Wertbezeichnung „Mark in Reichsmarkwährung,“ bzw. „Mark in Rentenmarkwährung“ trugen, mussten sie aus dem Verkehr gezogen werden. Weil das Bethel-Geld mit einem Aufgeld ausgegeben wurde, musste es zunächst in Reichsmark umgetauscht werden. Die Hauptkasse, Abt. Einzahlungskasse, in Bethel, die Senne-Kasse in Eckardtsheim und Moor-Kasse in Freistatt zahlten dem Besitzer eines Warengutscheins im Wert von 100 Mark nur 93,45 RM aus. So wurde das zuvor gezahlt Aufgeld rückgängig gemacht. Erst dann erfolgte der Umtausch 10:1 in Deutsche Mark. Nachdem sich die Finanzlage der Anstalt ab 1952 etwas gebessert hatte, ging man wieder dazu über, sogenannte Kundenbücher an Angestellte und Arbeiter der Anstalten auszugeben. Mitarbeiter konnten bei der Anstaltskasse Geld einzahlen. Der eingezahlte Betrag wurde im Kassenbuch gutgeschrieben. Mit dem Guthaben konnte dann im Warenhaus Ophir eingekauft und gezahlt werden. Gleichzeitig sicherte sich der Käufer dadurch einen Nachlass von 4 Prozent. Das Kundenbuch ließ jedoch eine Ausweitung auf alle 42 Anstaltsbetriebe nicht zu, sodass am 15. Dezember 1954 eine erneute Einführung von Warengutscheinen – verbunden mit einem Aufgeld von 5 % – beschlossen wurde. Die Vorstände der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth emittierten unter dem Datum vom 1. Januar 1955 Warengutscheine zu einer, zwei, fünf, zehn und 20 Deutsche Mark, die in Ophir, Tamar, der Moor-Verkaufsstelle, der Molkerei, der Badeanstalt, der Waschanstalt, der Webeschule, den Friseurgeschäften, der Gärtnerei, der Elektrischen Zentrale, den Tischlereien, Schlossereien, Schneidereien, Schuhmachereien, der Sattlerei und der Brockensammlung benutzt werden konnten. Auf der Rückseite der Scheine wurde vermerkt, wer zu deren Nutzung berechtigt war: „Berechtigt zum Bezug und zur Verwendung von Warengutscheinen der v. Bodelschwinghschen Anstalten sind alle Pfleglinge, Mitarbeiter und Pensionäre der Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, einschließlich der Angehörigen der Bethel-Mission sowie des Lehrkörpers und der Mitarbeiter der Theologischen Schule. Die Hauptkassenverwaltung darf von den nicht zum Warenverkehr zugelassenen Anstaltsgeschäften oder von Geschäften und Personen außerhalb des Anstaltsbereiches Warengutscheine nicht annehmen." Die neuen Scheine bereiteten den Verantwortlichen in Bethel schon bald große Probleme, denn von den Anfang 1955 in Umlauf gebrachten Warengutscheinen im Wert von 115.000 DM mussten bis Dezember des Jahres Scheine im Wert von 40.000 DM wieder aus dem Verkehr gezogen werden, weil sie wegen des schlechten Papiers bereits unbrauchbar geworden waren. Jodeleit, Leiter der Hauptkassenverwaltung, forderte daher einen Neudruck. Zwei Jahre später unternahm Jodeleit einen erneuten Vorstoß, da von den Warengutscheinen im Wert von 712.000 DM schon 380.000 DM wegen Unbrauchbarkeit vernichtet werden mussten. Demzufolge waren nur noch Warengutscheine für 170.000 DM im Umlauf und als Reserve verfügte man nur noch über ca. 162.000 DM. Den Auftrag zum Druck der neuen Warengutscheine erhielt die Giesecke & Devrient AG in München. Die Scheine zu zwei, fünf, zehn und 20 DM sind auf den 1. Januar 1958 datiert und wertpapiermäßig auf Wasserzeichenpapier mit GD-Muster und Prägestempel ausgeführt. Mit Datum vom 1. Januar 1961 folgten die Werte fünfzig Pfennig und eine D-Mark. Abb. 15.1: Vorstände der v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, 1. Januar 1958, 5 Deutsche Mark, Vorderseite. Abb. 15.2: Vorstände der v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, 1. Januar 1958, 5 Deutsche Mark, Rückseite. Anfang der 1970er Jahre sah sich die Anstaltsleitung gezwungen, einen Neudruck von Warengutscheinen zu beschließen. Die Hauptkassenverwaltung bestellte bei Giesecke & Devrient je 80.000 bis 100.000 Warengutscheine zu 20, 10, 1 und 0,50 DM. Scheine über 2 und 5 DM waren noch reichlich vorhanden. Da sich die Preise vieler Waren gegenüber den 1950er Jahren erhöht hatten, wurde erstmals auch ein Warengutschein über 50 DM geordert. Ausstellungsdatum war der 1. Juli 1973. Abb. 16.1: Vorstände der v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, 1. Juli 1973, 50 Deutsche Mark, Vorderseite. Abb. 16.2: Vorstände der v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth, 1. Juli 1973, 50 Deutsche Mark, Rückseite. Am 10. Februar 2002 berichtete die Tageszeitung „Neue Westfälische“, dass um zwei Uhr nachmittags ein Transporter unter Polizeischutz mit einer wertvollen Fracht vorm Hintereingang der Hauptverwaltung Bethel vorfuhr. „Die Schiebetür des Wagens geht auf; da liegen sie, verpackt in Kartons: 110.000 Scheine Bethel-Euro im Wert von fast einer Millionen (sic!) Euro. Auf einer Sackkarre wird die letzte Tauschwährung in Euroland zum Tresor transportiert,“ so der Zeitungsbericht. Ab 1. März löste der Bethel-Euro die Bethel-Mark ab. Die sieben Werte – 50 Bethel-Cent, ein, zwei, fünf, zehn, 20 und 50 Bethel-Euro – zeigen markante oder geschichtsträchtige Gebäude aus Bethel, zum Beispiel Sarepta, Gilead, die Bethel-Pforte oder die Mamre-Patmos-Schule. Das Papier ist mit Wasserzeichen und einer Prägung des Bethel-Logos versehen. Entworfen wurden die Scheine vom Designer Hans-Peter Pohlan aus der Zentralen Öffentlichkeitsarbeit Bethel, den Druck besorgte die Bielefelder Druckerei Gieselmann. Entwicklung und Druck kosteten 35.000 Mark (17.857 Euro). Abb. 17.1: Vorstand der von Bodelschwinghsche Anstalten, 1. Januar 2002, 50 Cent, Vorderseite. Abb. 17.2: Vorstand der von Bodelschwinghsche Anstalten, 1. Januar 2002, 50 Cent, Rückseite. Abb. 18.1: Vorstand der von Bodelschwinghsche Anstalten, 1. Januar 2002, 5 Euro, Vorderseite. Abb. 18.2: Vorstand der von Bodelschwinghsche Anstalten, 1. Januar 2002, 5 Euro, Rückseite. Auch der Bethel-Euro verschafft den Mitarbeitern, Bewohnern und Betreuern der von Bodelschwinghschen Anstalten Einkaufsvorteile. Wenn 100 Euro bei der Sparkasse in der Ortschaft eingetauscht werden, erhält der Einzahler 105 Bethel-Euro zurück. [14] 18 Geschäfte in Bethel akzeptieren das Zahlungsmittel, darunter die Buchhandlung, ein Friseur, die Kaufhäuser Ophir und Tamar, Bäcker, Schumacher, Bio-Laden und Gärtnerei. Bei Einführung des Bethel-Euros schätzte man, dass etwa zehn bis 15 Prozent des Geldverkehrs in den Betheler Geschäften damit bestritten würde. Nach dem Geld-Experiment von Wörgl in den 1930er Jahren wird in vielen Regionen wieder ein Bewusstsein für einen anderen Gebrauch des Geldes wach. Im Zuge dessen wandelt sich das Geldschöpfungsmonopol des gesetzlichen Zahlungsmittels in eine Vielzahl regionaler Geld-Initiativen. Vertreter der Komplementärwährungen sehen im Bethel-Geld einen lebendigen Beweis dafür, dass regionale, alternative Zahlungsformen funktionieren können, und dies seit mehr als 100 Jahren. Uwe Bronnert Anmerkungen Wolfram Korn (Hrsg.), Bethel und das Geld, Bethel 1998, S. 8. Die 1899 gegründete Zweiganstalt, die heutige Diakonie Freistatt, bei Diepholz prägte nachhaltig die dortige Ansiedlung. Siehe < https://www.dasbestelexikon.de/de/wiki/Von_Bodelschwinghsche_ Stiftungen_Bethel > (3.11.2025) Angaben nach U. E. G. Schrock, Hartgeld in der Anstalt Bethel, in: MünzenRevue 1/1983, S. 11. Kai Lindman, Bethelgeld, Zahlungsmittel in den Bodelschwinghschen Anstalten seit 1908, zweite, stark erweitere Auflage, Gifhorn 2016, S. 9. Ebenda, S. 11. Wolfram Korn (Hrsg.), S. 70. Löhne und Gehälter wurden im Dezember 1923 in wertbeständigem Bethel-Geld ausgezahlt. Allerdings entfiel dabei das bisherige Aufgeld von 5 % als Abgeltung für Rabatt und Dividende. Schließlich wurden Löhne und Gehälter wieder in Reichsmark ausgezahlt. Um den Mitarbeitern das sogenannte Bethel-Geld wieder schmackhaft zu machen, zahlte Bethel erneut ein Aufgeld von 5 Prozent. Da um 1930 die Haushaltsgeschäfte und Konsumvereine bei Einkäufen 8 % Nachlass gewährten, zahlte man ab 1. April 1930 in Bethel bei Benutzung von „Bethel-Geld“ bei Einkäufen eine Dividende von 10 Prozent. Damit sollte der Abwanderung entgegengewirkt werden. Die Geldknappheit während der Weltwirtschaftskrise veranlasste die Anstaltsleitung im Juli 1931 gegen den Protest der Arbeitnehmer dazu, die Löhne und Gehälter nur noch zu einem Viertel in Reichsmark und den Rest in Bethel-Geld auszuzahlen. Am 1. Januar 1935 wurde dann die Dividende auf 7 % gesenkt. Kai Lindman, S. 26. BA Berlin, Aktenbestand R2/14662. Veröffentlicht im Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger Nr. 255 vom 31. Oktober 1931. Anm. d. Verf.: Das Geld lief in der Hauptanstalt Bethel bei Bielefeld (bebaute Grundfläche etwa 70 ha) mit etwa 2800 Benutzern, in der Zweiganstalt Eckardtsheim bei Bielefeld (bebaute Grundfläche etwa 43 ha) mit etwa 800 Benutzern, sowie in der Zweiganstalt Freistatt im Kreis Sulingen in Hannover (bebaute Grundfläche etwa 10 ha) mit 400 Benutzern um. BA Berlin, Aktenbestand R2/14662. Ende 1970 stellte die Hauptkasse den Umtausch des Bethel-Geldes ein. Ab 2. Januar 1971 konnten die Warengutscheine nur noch bei den beauftragten Geldinstituten eingetauscht werden: Commerzbank, Stadtsparkasse sowie Kreissparkasse in Eckardtsheim.
- Namibias neue Banknoten unter UV-Licht
Die aktuelle, überarbeitete Banknotenserie von Namibia wurde verspätet am 30. September 2025 ausgegeben und umfasst fünf Werte. Sie wurde ausführlich HIER in unserem Blog vorgestellt. Detaillierte Beschreibungen finden Sie in diesem Artikel. Bei der Vorstellung der neuen Serie wurden die Rückseiten aber nicht gezeigt. Diese finden Sie nun in diesem Beitrag. In den 10- und 20-Dollars-Banknoten wurde ein transparenter "Diamant" mit einer latenten Wertzahl in das von Landqart hergestellte Durasafe®-Hybridsubstrat integriert. Außerdem enthalten sie je einen holografischen PUREIMAGE™-Sicherheitsfaden. Die höheren Banknoten, die auf Papier gedruckt sind, enthalten einen IGNITE®-Sicherheitsfaden mit Farbwechsel und Bewegungseffekt. Alle Stückelungen sind mit der verbesserten GEMINI®-UV-Drucktechnologie ausgestattet. Darüber hinaus ist Folgendes zu merken: Ein Springbock wurde von der Rückseite der 10-Dollars-Note entfernt; Eine roter Kuhantilope (Hartebeest) wurde von der Rückseite der 20-Dollars-Note entfernt; Auf der Rückseiten der 50-, 100- und 200-Dollars-Noten wurden keine Tiere entfernt Genießen Sie die folgenden Abbildungen: 10 Namibia Dollars: 20 Namibia Dollars: 50 Namibia Dollars: 100 Namibia Dollars: 200 Namibia Dollars: Die Wasserzeichen auf den Banknoten zeigen dieselben Tiere (ein Tierkopf pro Wasserzeichen), die auch auf der Rückseite jeder Banknote abgebildet sind: Donald Ludwig
- England: Victoria signiert wieder Banknoten!
Am 10. November 2025, veröffentlichte die Bank of England einen interessanten Beitrag auf Facebook und Instagram: Unsere derzeitige Hauptkassiererin (Chief Cashier) Victoria Cleland begutachtet die neueste Auflage der 20-Pfund-Scheine, die ihre Unterschrift tragen. Diese Scheine kommen nach und nach in Umlauf. Sie ist dafür verantwortlich, dass unsere Banknoten mit der neuesten Technolie zum Fälschungsschutz ausgestattet und dass genügend Banknoten im Umlauf sind. Diese Position gibt es seit 1694, als Banknoten noch von Hand unterzeichnet wurden. Überprüfen Sie Ihre Banknoten – wer hat sie unterzeichnet? Victoria Cleland ist die derzeitige Chief Cashier und Executive Director of Payments. Im März 2025 wurde bekannt gegeben, dass Cleland erneut zur Hauptkassiererin der Bank of England ernannt wurde und damit Sarah John ablöst, die zur Chief Operating Officer der Bank of England ernannt wurde. Cleland war bereits von 2014 bis 2018 Chief Cashier der Bank. Sie kombiniert nun diese Rolle mit ihren Aufgaben als Executive Director. Halten Sie also Ausschau nach Banknoten mit dem Konterfei von König Charles III., die von Victoria Cleland signiert sind! Donald Ludwig
- War die "Bürgermark" ein Regionalgeld aus Bayern?
Seit gefühlt „ewigen“ Zeiten schlummerte ein Geldschein über 10 "Bürgermark" in meiner Sammlung. Nun war es endlich an der Zeit, mehr über die Hintergründe dieser Ausgabe zu erfahren. Oberschleißheim: 10 Bürgermark vom 4. Oktober 1983, Vorderseite. Oberschleißheim: 10 Bürgermark vom 4. Oktober 1983, Rückseite. Der Schein hat das Format von ca. 161 mm x 80 mm. Er ist mit einer Kontrollnummer versehen und verfügt über ein Wasserzeichen ähnlich dem bekannten Schuppen-Wasserzeichen. Ausgegeben wurde die "Bürgermark" in Oberschleißheim vermutlich am 4. Oktober 1983, so jedenfalls die Datierung links vom Porträt. Eine Druckfirma ist nicht angegeben. Die gedruckte Unterschrift lautet auf „Bürger“ und das Porträt zeigt eine Person gleichen Namens. Der Druck der Vorderseite zeigt neben dem Porträt die historische Gartenarchitektur des churfürstlichen Lustgartens zu Schleißheim. Die Rückseite ziert das königliche Lustschloss Schleißheim. Oberschleißheim ist eine Gemeinde im oberbayerischem Landkreis München. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind u.a. seine drei Schlösser, das „Alte Schloss Schleißheim“, das „Lustschloss Schleißheim“ sowie das „Neue Schloss Schleißheim“. Es gäbe aber noch viel mehr hier zu entdecken. Die Frage war nun: warum wurde die "Bürgermark" ausgegeben und könnte es sich hierbei um ein Regionalgeld gehandelt haben. In der allgemeinen Sammlerliteratur fand sich leider kein Hinweis. Auch Nachfragen bei diversen Sammlern halfen nicht weiter. Also wurde die berühmte künstliche Intelligenz (KI) und auch die Google-Bildersuche befragt. Das Ergebnis war jeweils absolut unbrauchbar. KI weiß halt auch nicht alles! Mit Geduld und vielen diversen Suchbegriffen ergaben sich dann aber doch verwertbare Informationen und auch Kontakte. Der Geldschein bekam nun eine Historie und ein Gesicht. Das Porträt zeigt Otto Bürger, einen mit vielen Ehrungen ausgezeichneten Schleißheimer Heimatforscher, Ortschronisten und Sammler. Er entwarf in den 1980er Jahren ein ortsbezogenes „Kunstgeld“ und nannte es „Bürgermark“. Es handelt sich also nicht um Regionalgeld. Kaufen konnte man mit der Bürgermark nichts. Neben dem vorgenannten Wert entwarf Otto Bürger auch noch folgende Stücke: 6 Bürgermark mit dem Porträt seiner Ehefrau, 50 Dichter- und Bürgermark zu Ehren des Schriftstellers Siegfried Obermeier, 75 bürgerlich bayerische Fliegermark mit dem Ritterkreuz-Träger des Ersten Weltkriegs Max Müller und 10 Gedenk-Gulden zum 100. Todesjahr von König Ludwig II. Die Auflage betrug jeweils 200 Exemplare. Heute sind diese Scheine nur sehr selten zu finden. Otto Bürger ist auch heute noch im hohen Alter aktiv mit Heimatforschung beschäftigt, denn es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Seine Schlossführungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Forschen und entdecken, Historisches neu recherchieren und Licht ins Dunkle zu bringen hält anscheinend jung, meint Thomas van Eck
- Transnistrien: Eine neue 200-Rubel-Banknote im Umlauf
Am 30. Oktober 2025 gab die Bank der Transnistrischen Republik eine neue 200-Rubel-Banknote heraus. Es handelt sich um die zweitgrößte Stückelung in dem Binnenstaat, der international als Teil Moldawiens angesehen wird. Die Gestaltung ähnelt der vorherigen Ausgabe aus dem Jahr 2004, jedoch weist die neue Ausgabe unter anderem einen breiteren Sicherheitsstreifen auf. Die Farbgebung der Banknote ist rosa und burgunderrot. Auf der Vorderseite ist links Graf Pjotr Alexandrowitsch Rumjanzew-Sadunaiski (1725–1796) abgebildet, einer der bedeutendsten russischen Militärbefehlshaber des 18. Jahrhunderts. Rechts unterhalb des Wasserzeichens, das ebenfalls ein Bild des Grafen mit einem Elektrotyp ПРБ zeigt, befinden sich ein QR-Code und das Ausgabejahr (2025). Ein breiter, gefensterter Sicherheitsfaden verläuft vertikal durch die Mitte der Banknote links. Die Rückseite zeigt das Gemälde "Die Schlacht von Kagul" von Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726–1801), einem deutschen Maler und Grafiker mit hugenottischen und polnischen Wurzeln, der vor allem als Radierer bekannt ist. Die Schlacht selbst fand im Sommer 1770 während des Russisch-Türkischen Krieges von 1768–1774 statt. Sie war die entscheidende und wichtigste Landschlacht des Krieges und eine der größten Schlachten des 18. Jahrhunderts. Sie wurde in Moldawien, in der Nähe des Dorfes Frumoasa (heute Cahul), fast einen Monat nach dem russischen Sieg bei Larga ausgetragen. Donald Ludwig











