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  • Geldscheinporträts: Ecaterina Teodoroiu – Rumäniens Jeanne d‘Arc

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. ​Geburtsname: Cătălina Vasile Toderoiu Zur Person: Krankenschwester, Soldatin ​Nationalität: Rumänisch ​Lebensdaten: 15. Januar 1894 – 3. September 1917 ​Geburtsort: Vădeni (Kleine Walachei, Königreich Rumänien) ​Sterbeort: Padiu (Königreich Rumänien) Ecaterina Teodoroiu, 1917, nachträglich koloriert. Abb. wikimedia.org/wikipedia/commons. Der Erste Weltkrieg wird zumeist als großer Betrug gesehen, als sinnloses, blutiges Sterben einer ganzen Generation naiver junger Männer, die sich absurden Illusionen von Ehre und Vaterland hingaben. In Rumänien ist die Sichtweise etwas anders. Der Erste Weltkrieg hat dort noch eine zusätzliche Bedeutung als Gründungsereignis eines nur kurz bestehenden Großrumäniens, das 1918 alle historischen Regionen Rumäniens vereinte. Das Abwerten des Krieges bedeutet somit indirekt auch einen symbolischen Angriff auf den Nationalmythos. Vielleicht lässt sich so besser verstehen, weshalb eine junge Frau, die sich freiwillig meldete, unbedingt an die Front wollte und dort mit 23 Jahren starb, zur Nationalheldin auserkoren und noch 2021 auf der 20-Lei-Banknote verewigt wurde. Ecaterina Teodoroiu (geboren als Cătălina), wuchs in einfachen, bäuer­lichen Verhältnissen auf. Sie fasste früh den Entschluss, Lehrerin zu werden, um ihr großes Interesse an der rumänischen Landesgeschichte weiterzutragen. Wohl aus ähnlichen, patriotischen Gründen trat sie der örtlichen Pfadfindergruppe bei. Der Kriegseintritt Rumäniens durchkreuzte ihre Pläne. Zwei Jahre lang war es Rumänien gelungen, ein neutraler Staat zu bleiben. Im Sommer 1916 trat Rumänien der Entente bei. Innenpolitisch war lange unklar, für welche Seite Rumänien sich entscheiden würde. Letztendlich waren es die Aussicht auf die Eroberung Siebenbürgens und die Idee eines vereinigten Großrumäniens, die den Eintritt motivierten. Alle ihre fünf Brüder mussten kämpfen. Auch Ecaterina meldete sich freiwillig. Sie war an Aufklärungstouren mit ihrer Pfadfindergruppe beteiligt und arbeitete als Krankenschwester nahe der Frontlinie am Fluss Jiu. Bereits dort wurde sie für ihren Einsatz ausgezeichnet. Als ihr Bruder Nicolae getötet wurde, trat sie der Infanterie bei – Soldatinnen waren zu dieser Zeit eine absolute Seltenheit. Sie war fest entschlossen, den Tod ihres Bruders zu rächen. Im Winter 1916 wurde Teodoroiu gefangen genommen, konnte jedoch verletzt fliehen. Durch ein Täuschungsmanöver gelang es ihr sogar, weiteren Gefangenen ihrer Kompanie zur Flucht zu verhelfen. Nach erneuten Kämpfen und Verletzungen wurde sie im März 1917 mit der Militär-Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und erhielt das Kommando über einen Zug ihrer Kompanie. Sie wurde damit zum ersten weiblichen Offizier der rumänischen Armee. ROM-119a, 20-Lei-Banknote der Rumänische Nationalbank aus Polymer, 2021. Vs.: links Tapferkeitsmedaille als trans­parentes Fenster, rechts Ecaterina Teodoroiu , mittig ein Strauß Krokusse neben Wappen der Rumänischen Pfadfinder. ROM-119a, 20-Lei-Banknote der Rumänische Nationalbank aus Polymer, 2021. Rs.: Victoria-Statue, Mărășești-Mausoleum, Lilienblüte. Im September 1917 wurde sie von Maschinengewehrfeuer getroffen und starb. Die Inschrift auf ihrem Grabstein war „fecioara eroina“ – die „jungfräuliche Heldin“. Eine Inschrift, die auf keinem Grab eines jungen Mannes zu finden wäre. Sie wurde zur Jeanne D’Arc Rumäniens und zur Kriegsheldin stilisiert. Gleichzeitig wurde sie in Darstellungen zunehmend vermännlicht. Flache Brust, kurze Haare, Uniform, Brille. So ist sie auch auf der 20-Lei-Banknote von 2021 zu sehen, nach einem Bild, das kurz vor ihrem Tod entstand. Sie ist die erste weibliche Persönlichkeit auf einer rumänischen Banknote. Elias Heindl Literatur/Quellen: Cosmin Borza (2019): The Heroines. Re-Mythification of the First World War in the Romanian Literature. Metacritic Journal for Comparative Studies and Theory, Bd. 5, Ausg. 1, 109–120. Bucur, Maria. (2000): Between the Mother of the Wounded and the Virgin of Jiu: Romanian Women and the Gender of Heroism during the Great War. Journal of Women's History, 12 (2), 30–56. Rachel Basinger (2019): Hidden in History: The Untold Stories of Women During World War I and World War II. Ocala: Atlantic Publishing Group.

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: April 2026, Teil 2

    Botswana, Guinea, Kuba, Mexiko, Neuseeland, Nigeria, Sri Lanka, Tunesien, Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau), Zentralafrikanische Staaten BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Botswana 20 Pula von 2024 BNB B125i: wie BNB B125h (SCWPM 31), aber mit neuen Unterschriften (Gaolathe/Dekop), neuem Jahr und einem neuen Sicherheitsstreifen auf der Rückseite. 50 Pula von 2024 BNB B126f: wie BNB B126e (SCWPM 32), aber mit neuen Unterschriften (Gaolathe/Dekop), neuem Jahr und einem neuen Sicherheitsstreifen auf der Rückseite. Guinea 1000 Francs Guinéens von 2024 BNB B339e: wie BNB B339d (SCWPM 48), aber mit neuen Unterschriften (Soumah/Kaba) und neuem Jahr. 2000 Francs Guinéens von 2024 BNB B342c: wie BNB B342b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Soumah/Kaba) und neuem Jahr. Kuba 50 Pesos von 2025 BNB B910n: wie BNB B910m (SCWPM 123), aber mit neuer Unterschrift (Delgado), neuem Jahr, neuer Druckerei (Gosnak) und Serifenzahlen in der Kontrollnummer. Mexiko 100 Pesos vom 12.03.2025 BNB B724b: wie BNB B724a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (12 MAR. 2025). Neuseeland 50 Dollars von 2022 BNB B140d: wie BNB B140c (SCWPM 194), aber mit neuem Jahr (20)22 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Nigeria 20 Naira von 2026 BNB B232ab: wie BNB B232aa (SCWPM 34), aber mit neuem Jahr. 200 Naira von 2026 BNB B244h: wie BNB B244g (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Sri Lanka 20 Rupees vom 18.11.2024 BNB B123i: wie BNB B123h (SCWPM 123), aber mit neuen Unterschriften (Dissanayake/Weerasinghe) und neuem Datum (2024-11-18). Tunesien 5 Dinars vom 25.07.2025 BNB B537b: wie BNB B537a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Abdessalem/Nouri) und neuem Datum (2025-07-25). Westafrikanische Staaten (Guinea-Bissau) 500 Francs CFA von 2026 BNB B120So: wie BNB B120Sn(SCWPM 919S), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe S = Guinea-Bissau. Zentralafrikanische Staaten 5000 Francs CFA, neue Auflage BNB B114b: wie BNB B114a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Bangui/Angue). Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)

  • Bisher unbekannter Notgeldschein: 10 Reichsmark 1945 aus dem Kleinwalsertal

    Fünf Jahre nach Bekanntwerden von bis dahin unbekannten Notgeldausgaben im Jahr 1945 (nicht ausgegebene Notgeldscheine der sächsischen Stadt Chemnitz) liegt eine neue Meldung vor: 10 Reichsmark 1945 der Gemeinde Mittelberg im Kleinwalsertal. Abb. 1: 10 Reichsmark 1945, Vs., zweifarbiger Druck mit roter Kontrollnummer und Gemeindestempel; die Abmessungen des Scheins sind bisher nicht bekannt. Abb. 2: 10 Reichsmark 1945, Rs., unbedruckt, leider ist die Qualität der Abbildungen unbefriedigend (mit Photoshop bearbeitetes Bildschirmfoto). Das österreichische Kleinwalsertal gehörte bis zum „Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich“ am 13. März 1938 zum Bezirk Bregenz im Bundesland Vorarlberg. Danach sollte es dem NS-Gau Schwaben zugeordnet werden und wurde bis 1945 verwaltungsmäßig in den Landkreis Sonthofen eingegliedert. Am 29. April 1945 überschritten Soldaten der 5. Französischen Panzerdivision und der 4. Marokkanischen Gebirgsdivision die Grenze bei Lochau und besetzten innerhalb einer Woche ganz Vorarlberg. Der Krieg endete im Kleinwalsertal am 2. Mai 1945. Schon vor dem Eintreffen französisch-marokkanischer Truppen wurde das Tal vom Heimatschutz unter Kontrolle gebracht. Am 1. Mai 1945 umstellten 30 von den auf 120 Männern angewachsenen Heimatschutz-Gruppe das provisorisch im „Café Amely“ in Riezlern untergebrachte Gemeindeamt. Gottlieb Kessler und Hermann Künzel übergaben die zivile Verwaltung an Gedeon Fritz und Peter Meusburger. Die Widerstandsbewegung war bewaffnet – Waffen und Munition hatten sie sich beim Jägerbataillon unter Oberleutnant Karl Richter im nahen bayerischen Oberstdorf beschafft, der den Ort mit seinem Heimatschutz ebenfalls kampflos übergeben wollte. Man wollte in den letzten Kriegstagen das Tal vor fanatischen Nationalsozialisten schützen und Kämpfe mit den anrückenden alliierten Truppen verhindern. Sie rechneten mit der Besetzung durch die US-Armee und stellten deshalb eine Tafel mit der Aufschrift „Here is Austria“ auf. Aber am Mittag des 2. Mai 1945 rückten die Franzosen auf leichten Panzerspähwagen an. Der bis März 1938 im Amt befindliche Bürgermeister, Gedeon Fritz, der sich den Widerständlern angeschlossen hatte, wurde als provisorischer Bürgermeister wieder eingesetzt und übergab das Tal formell an den französischen Kommandanten. Der Land- und Gastwirt Fritz führte vorerst auch das Referat für das Finanzwesen. Abb. 3: Heimatschutzmänner unter dem Kommandanten Peter Meusburger halten die Tafel "Here is Austria" am historischen Grenzgasthof „Walserschanz“. Der Mangel an ausreichend Zahlungsmittel am Ende des Zweiten Weltkriegs war bei der Bevölkerung, bei Industrie und Handel sowie der öffentlichen Hand im April/Mai 1945 in vielen Gegenden des Deutschen Reichs spürbar – so auch in Süddeutschland und im angeschlossenen Österreich. Das Bargeld für das Kleinwalsertal kam von der Reichsbankstelle Augsburg und anschließend von der Reichsbanknebenstelle in Kempten. Die Versorgung mit Reichsbanknoten war von dort aus im April 1945 nicht mehr gewährleistet: am 27. April 1945 war die kreisfreie Stadt kampflos an die US-Armee übergeben worden. Im Gemeinderat von Mittelberg beschloss man am 10. April 1945 den Druck und die Ausgabe von lokalem Notgeld in den Wertstufen 5, 10 und 20 RM. In der Schrift von Ulrich Nachbaur kann man nachlesen: „Auf Beschluss der kommissarischen Gemeindevertretung vom 10. Mai 1945 gab die Gemeinde Mittelberg Geldgutscheine als Notgeld aus, das aber bis 31. August 1945 wieder in allgemein gültige Zahlungsmittel umzuwechseln war.“ Abb. 4: Beratungsprotokoll und Entschließung vom 10. Mai 1945 zum Druck und zur Ausgabe von lokalem Notgeld in Höhe von 30.000 Reichsmark in Geldgutscheinen durch die Gemeindekasse und der Spar- und Darlehenskasse Hirschegg; anwesend waren Bürgermeister Gedeon Fritz, 2. Bürgermeister Max Kessler (Beamter der Spar- und Darlehenskasse), Ortsvorsteher Norbert Drechsel, Gewerbereferent Walter Riedmann und Ortskommandant Peter Meusburger. Belegt ist bis heute nur ein 10-RM-Gutschein mit dem Aufdruck: „Gemeinde Mittelberg / Gutschein / über / ZEHN MARK / Dieser Schein gilt nur in der Gemeinde Mittelberg (Klein Walsertal) und wird über Aufruf durch die Spar- und Darlehenskasse Klein Walsertal in Hirschegg eingelöst. / Mittelberg, am 11. Mai 1945 Gemeinde Mittelberg.“ Der Schein ist insofern von Interesse, da er das Datum vom 11. Mai 1945 trägt, die Gemeinde Mittelberg jedoch schon seit über eine Woche von den Franzosen verwaltet wurde. Eine Ausgabe der Scheine war eigentlich von der französischen Militärverwaltung verboten (wie im Falle der Stuttgarter und Triberger Notgeldscheine – beide mit Datum 1. Mai 1945, obwohl beide Städte schon am 22. bzw. 24. April 1945 von französischen Truppen besetzt wurden). Das wurde in der Beratung am 1. Juli 1945 bestätigt: „Er [der Bürgermeister] teilte noch mit, dass der Druck von Notgeld eigentlich verboten gewesen wäre. Die Gemeinde hat derzeit Rm. 12.000.- in Umlauf, wofür aber volle Deckung vorhanden ist. Die Ausgabe von weiteren Notgeld wurde eingestellt.“ Der Schein zeigt außerdem den Gemeindestempel mit der Umschrift „Gemeinde * Mittelberg Kl. Walsertal“ – eine Unterschrift fehlt. Er entspricht in vielerlei Hinsicht ähnlichen Notgeldscheinen der 1945-er Notgeld-Epoche. Die Scheine ohne Wasserzeichen wurden in der am 1. April 1930 eröffneten Buchdruckerei von Josef Müller im Hauptort Riezlern hergestellt; im Verlag dieser Druckerei erschien das „Veröffentlichungsblatt der Gemeinde Mittelberg-Kleinwalsertal“. In keiner Ausgabe wurde jedoch eine Bekanntmachung über die Ausgabe des Notgelds veröffentlicht; nur die Aufrufe zur Einlösung erschienen dort am 25. Juli und nochmals am 22. August 1945. Abb. 5: Nr. 13 des VBl. vom 25. Juli 1945 – amtliche Bekanntmachung über den Einzug von Notgeld. Im VBl. Nr. 17 vom 18. August 1945 wurde der Einzug von Notgeld nochmals fast wortgleich bekanntgegeben: „Neuerdings wird darauf hingewiesen, dass der Gemeinderat in der Sitzung vom 22. 7. 45. den Einzug des auf Grund des Beschlusses vom 10. Mai 1945 ausgegebenen Notgeldes beschlossen hat. Die Geldgutscheine sind bis 31. 8. 1945 bei der Spar- und Darlehnskasse Hirschegg oder der Gemeindekasse in allgemein gültige Zahlungsmittel umzuwechseln. Mittelberg, den 18. August 1945 – Der Bürgermeister: G. Fritz.“ Der Text des Beratungsprotokolls mit den Gemeinderäten vom 22. Juli 1945, Punkt 2, lautete: „Einzug der auf Grund des Beschlusses vom 10.5.45. ausgegebenen Notgeldscheine – Bürgermeister Gedeon Fritz gab den Gemeinderäten Kenntnis, dass derzeit Notgeldscheine im Werte von Rm. 12.000.- im Umlauf sind. Der beabsichtigte Zweck wurde durch die Ausgabe voll erfüllt; derzeit ist ein Mangel an Bargeld nicht mehr festzustellen. Es wäre zweckmäßig die im Umlauf befindlichen Notgeldscheine bis zum 31. August dieses Jahres zurückzuziehen. Entschließung: Die Gemeinderäte beschlossen einstimmig die auf Grund des Beschlusses vom 10. Mai 1945 ausgegebenen Notgeldscheine, bis 31.August aus dem Verkehr zu ziehen. Die Einlösung erfolgt durch die Gemeindekasse und durch die Spar- und Darlehenskasse Hirschegg. Die Rückziehung wird zweimal im Gemeindeblatt bekanntgegeben werden.“ Die 5-stellige Kontrollnummer lässt keinen Rückschluss auf die gedruckte Menge des 10-RM-Scheins zu, da man nicht weiß, ab welcher Zahl nummeriert wurde. Der Schein zeigt typische Umlaufspuren. Die Scheine könnten die selben Abmessungen wie die Reichsbanknoten zu 10 RM 1929 (150 x 75 mm) haben – die Verhältnisse Breite : Höhe sind gleich. Auch wurde der Grünton für 10-RM-Scheine beibehalten. Unbekannt ist weiterhin die gedruckte, ausgegebene, eingelöste und vernichtete Stückzahl aller Gutscheine. Am Ende des Kriegs befanden sich etwa 10.000 Menschen im Tal – fast 3.000 davon waren die eigentlichen Einwohner. Tausende Ostflüchtlinge waren seit März 1945 ins Tal gekommen und über tausend Verwundete lagen in Hotels, die als Notlazarette dienten. Entsprechend waren Versorgungsengpässe die Folge. Um die Fremden mit Lebensmitteln zu versorgen, übernahm die Metzgerei Meusburger die Aufgabe, alle Personen zu verpflegen. Unter ihnen befanden sich im damaligen „Ifen-Hotel“ zuvor internierte französische, italienische und griechische Diplomaten sowie Offiziere. Auch deutsche Soldaten auf ihrer Flucht und Bombenopfer mussten versorgt werden. Bis zum 1. Juli 1945 hatten schon zwei Drittel der Evakuierten das Tal wieder verlassen. Als Ortskommandant und Inhaber des Familienbetriebs einer Metzgerei gab Peter Meusburger wegen Bargeldmangels anfangs handschriftliche Zettel zur Verrechnung aus. Diese waren bald aufgebraucht und sind heute nicht mehr vorhanden und so ließ er eine Serie von 2-seitig gedruckten Gutscheinen herstellen. Zitat Peter Meusburger 1982: „Durch die 1945 noch geltenden Gesetze kostete ein Vergehen gegen die RM beinahe den Kopf. Deshalb war es schwer, eine Druckerei zu finden, mit welcher man zum Teil nur chiffriert korrespondieren konnte. Dies ist auch einer der Gründe, warum auf meinem Notgeld weder das Datum noch die Druckerei aufscheinen.“ Die Scheine sollen von der Bevölkerung in den drei Gemeinden des Tals gut angenommen worden sein und wanderten nach Einlösung in den Heizkessel. Daher gibt es bei den noch verbliebenen Serien und Einzelscheinen Nummernlücken. Meusburgers Wunsch war es, diese „einmalige Ausgabe“ teuer zu vermarkten und den Erlös auf seine Erben aufzuteilen. Auch den Zeitungen wollte er nur Rede und Antwort gegen entsprechendes Honorar gewähren. Nach seinem Tode waren die Restbestände von zigtausend Scheinen verschwunden. Erben bemühten Rechtsanwälte und man munkelte allerhand über den Verbleib der Scheine. Vielleicht hatte er aus Enttäuschung noch einen großen Teil selbst vernichtet. Peter Meusburger hatte den Geltungszeitraum seiner Scheine immer mit 1945 bis 1948 angegeben, was zu bezweifeln ist, da im Jahr 1945 noch kein Mangel an Kleingeld herrschte – der setzte erst 1946 ein. Nominale von 10 Reichspfennig bis 5 Reichsmark sind typisch für den Zeitabschnitt 1947/48. Abb. 6: 5 Reichsmark o. D. (1946/47), Vs., Gutschein der Metzgerei Peter Meusburger; die angeblich bis zur Währungsreform 1948 Gültigkeit hatten – Meusburger ließ außerdem die seit 1981 in der Sammlerschaft bekannt geworden Scheine in den Wertstufen 0,10 und 0,50 RM sowie 1, 2 und 5 RM drucken. Eine weitere Besonderheit aus dem Kleinwalsertal: bis zum Jahr 2002 galt die Deutsche Mark als gültige Währung und deshalb verwendete man im Spielcasino Kleinwalsertal/Casinos Austria in Riezlern entsprechende Jetons. Bis zum 31. Dezember 2001 waren farbige Kunststoff-Jetons zu 5, 10, 20, 50 und 100 DM in Gebrauch. Abb. 7: Jeton des Spielcasinos Kleinwalsertal im Wert von 2 Deutschen Mark, o. J., 28 mm Ø, Messing, es gab angeblich auch silberfarbene auf 10 Schilling lautende Marken. Die im Tal anwesenden französischen und marokkanischen Besatzungssoldaten feierten ihren Sieg über das nationalsozialistische Deutschland am 20. Mai 1945 mit einer großen Parade in Anwesenheit von Charles de Gaulle, dem späteren Staatspräsidenten Frankreichs. Die Gemeinde Mittelberg kehrte am 20. September 1945 offiziell zum österreichischen Bundesland Vorarlberg zurück. Bekannt ist, dass das Tal außer zu Fuß über die Berge nur auf einer Straße über Bayern erreichbar war und noch heute ist; zur Gemeinde Mittelberg gehören die Orte Riezlern, Hirschegg und Baad. Aufgrund ihrer geografischen Lage wurde die Gemeinde 1891 als Zollanschlussgebiet dem deutschen Wirtschaftsraum angeschlossen. Der Vertrag darüber wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland neu geschlossen. Abb. 8: Karte des Kleinwalsertals – die Einheimischen nennen es lediglich Walsertal, das seit über 100 Jahren zu einer beachtlichen und wichtigen Tourismusregion in den Allgäuer Alpen wurde. Ein besonderer Dank gilt dem Chronisten der Gemeinde Mittelberg, Herrn Stefan Heim, für die umfang- und hilfreiche Unterstützung bei der Recherche zum Mittelberger Notgeld 1945 vor Ort und für die Zusendung der entspr. Gemeinderatsprotokolle und Veröffentlichungsblätter. Michael H. Schöne Quellen: Ulrich Nachbaur: „Vorarlberger Territorialfragen 1945 bis 1948“, Konstanz 2007 Peter Schwarz: „Eigenes Geld zur Stunde Null“ > Allgäuer Zeitung vom 17. Mai 2005, 20:30 Uhr (https://www.all-in.de) WAG-Online oHG Arnsberg: Auktion 168 vom 8. März 2026, Los 539 https://austria-forum.org https://museumguckloch.wordpress.com https://www.jeton-museum.de https://www.kleinwalsertal.com https://www.malingesellschaft.at https://www.vorarlberger-walservereinigung.at https://www.walserdruck.at

  • Aus privaten Sammlungen: Goldmark-Notgeld des Freistaats Preußen als Paketaufkleber

    Die fertig gedruckten einseitigen Scheine der ersten Auflage des preußischen wertbeständigen Notgelds (Ausgabe des Preußischen Finanzministers) vom 31. Oktober 1923 zu 1,05 und 2,10 Goldmark wurden damals nicht ausgegeben, sondern die Druckbogen wurden später zerschnitten und mit den unbedruckten Rückseiten durch das Preußische Finanzministerium als Paketaufkleber genutzt. Interessant ist, dass der vorgestellte Bogenteil laut Abstempelungen als Paketaufkleber zum Versand eines Päckchens an den Oberpräsidenten in Münster in Westfalen am 19. Oktober 1939 verwendet wurde. Das Preußische Finanzministerium hatte also sogar noch bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs hinein Bestände an Druckbogen des Goldmark-Notgelds von 1923, die auf diese Weise zweckentfremdet aufgebraucht wurden. Erst die Scheine der zweiten Auflage des preußischen Goldmark-Notgelds mit Datum vom 3. November 1923 (Werte zu 0,42, 1,05, 2,10 und 4,20 Goldmark) kamen auch in Umlauf. Ein 5-Goldmark-Schein vom 3. Januar 1924 wurde nicht mehr ausgegeben, es ist nur ein Stück im Berliner Münzkabinett bekannt. Objekttyp: Bogenteil Goldmark-Notgeld Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Besler (Grabowski) Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Berlin Emittent: Der preußische Finanzminister Nominal: 1,05 Mark Gold = 1/4 Dollar nordamerikanischer Währung Datierung: 31. Oktober 1923 (Poststempel vom 19. Oktober 1939) Umlauf: Nicht ausgegeben, als Paketaufkleber genutzt Vorderseite: Text und mittig oben preußischer Wappenadler schwarz. Links und Unterdruck Wappenadler hellbraun in Kreisen Rückseite: Unbedruckt. Abstempelungen im Zusammenhang mit der Nutzung des Bogenteils als Paketaufkleber (Sendung des Preussischen Finanzministeriums als Päckchen an den Oberpräsidenten in Münster/Westfalen vom 19. Oktober 1939) Material: Papier mit Wasserzeichen Winterwellen Format: ca. 124 mm x 183 mm Nummerierung: Serie C, ohne Kontrollnummer Druck: Reichsdruckerei, Berlin Zitate: PRS-4 (Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948 – Die Banknoten und Notgeldscheine der deutschen Länder, Provinzen und Bezirke, Regenstauf 2006) 0265 PA (Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924, Regenstauf 2011) B035a1 (Lindman: Das wertbeständige Notgeldvon 1923/24, Gifhorn 2008) Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 1. Auflage 2011 ISBN: 978-3-86646-519-0 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 EUR Zur Leseprobe Zum Verlags-Shop

  • Teutoburger Münzauktion: Vorschau auf den Banknotenteil der Auktion 172 am 6. Juni 2026

    Die Sommerauktion bei den Teutoburgern in Borgholzhausen findet vom 1.-3. und 5.-6. Juni 2026 statt (am 4. Juni ist ein Feiertag). Es werden wieder drei Katalogteile, beginnend mit Teil 1 Goldmünzen, Goldmedaillen, Uhren und Schmuck. Wir starten in der Antike mit u.a. altgriechischen Elektron-Münzen, äußerst seltenen römischen Aurei des Macrinus und des Probus, zahlreichen byzantinischen Solidi, dann Anlagegoldmünzen aus der ganzen Welt, altdeutschen Goldgulden, Reichsgoldmünzen, bis hin zu modernen Goldmünzen. Teil 2 ist wieder der Hauptteil mit China & Südostasien, Münzen und Amuletten, sowie einer großen Sammlung asiatischer und anderer exotischer Antiquitäten, gefolgt von der Antike mit Artefakten aus der Sammlung Avadis Bal, einer schönen Serie Denare der Römischen Republik, aber auch der Kaiserzeit. Im Ausland sind Serien Dänemark, Frankreich und Russland hervorzuheben, bei Altdeutschland besonders Brandenburg-Preußen und eine Sammlung Welfen-Münzen. Den thematischen Medaillen (besonders Schützenwesen) folgen die deutschen Münzen ab 1871 nach Jaeger, hier besonders viel Reichssilber und Weimarer Republik. Den Abschluss der Numismatik bilden wie immer die Lots und Sammlungen, welche dieses Mal besonders üppig ausfallen. Hier stoßen die Schatzsucher unter den Sammlern und Händlern auf ein echtes Eldorado, zum Beispiel die riesige Sammlung Düsseldorfer Medaillen und Plaketten, gleich mehrere gewaltige Silberposten von je 32 bis 58 Kilo Münzen, thematische Sammlungen (im Bereich Niue: Star Wars, Warner Bros., Marvel, Batman, Disney, etc.). Es wird dringend empfohlen, eine Besichtigung vor Ort zu vereinbaren, diese ist in den Geschäftsräumen in Borgholzhausen nach Terminabsprache ab 4. Mai möglich. Die Sammelbereiche Orden, Militaria, Kleinantiquitäten, Silber, Bücher, etc. runden den Hauptteil ab. Teil 3 sind wieder Banknoten und Briefmarken. Bei Letzteren überzeugen vor allem die mannigfaltigen Großposten. Eine kleine Auswahl aus dem Teil 3 zu Banknoten: Los 4176 Banknoten, Altdeutschland, Hessen-Homburg Grabowski/Kranz 169, PickS292 Banknote, 10 Gulden 1.1.1855. Landgräflich Hessische Concessionierte Landesbank 1855. Lit. A, Ser. II. III- / IV+, Nadelstiche Ausruf: 5.000 EUR Los 4225 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945 Rosenberg 159, Grabowski DEU-204. 100 Rentenmark 1.11.1923. Serie A. II+, leichter Mittelknick. Ausruf: 2.500 EUR Los 4231 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945, Länderbanknoten, 1874-1925 Grabowski SAX-26M, Bühn 0013.27 M2. 50 Reichsmark 11.10.1924. KN. 7-stellig A 0000000 rot Vs. und Rs. mit rotem Aufdruck „Muster“, 4x gelocht davon (2 repariert), die ausgelochten Stücke wurden mit Tesafilm wieder an den Schein geklebt. II. Ausruf: 1.000 EUR Los 4301 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 Rosenberg 280a, Grabowski BRD-24a. 1000 Deutsche Mark 1.6.1977. Serie W/H. I-. Ausruf: 1.300 EUR Los 4323 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 Rosenberg 310b, Grabowski BRD-54b. 100x 100 Deutsche Mark 2.1.1996, in Banderole. Serie KN/K mit Querstrich-Blindprägedruck. Fortlaufende KN. 5433900 - 5433999. I-II. Ausruf: 6.500 EUR Los 4440 Banknoten, Lots, Deutschland Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Sammlung mit mehreren Tausend Geldscheinen. Beginnend mit 100 Mark 1898 bis zur Euro-Zeit. Dabei Reichsbanknoten, Bank deutscher Länder, BRD, Länderbanknoten, Besatzungsausgaben des Zweiten Weltkriegs und vieles mehr. Darunter viele seltene und besondere Scheine gesichtet, meist schon nach Rosenberg bestimmt und ausgepriesen. Eine Sammlung für den Kenner. Unbedingt besichtigen. Unterschiedlich erhalten. Ausruf: 10.000 EUR Los 4441 Banknoten, Lots, Deutschland Schöne Sammlung von ca. 500 Geldscheinen. Beginnend mit Reichsbanknoten ab 1898 bis zu 1 Bio. Mark. Dabei aber auch Alliierte Besetzung, Bank Deutscher Länder, BRD bis 500 DM, Euroscheine bis zu 500 € etc. Viele schon bestimmt und ausgepriesen. Dazu noch ein kl. Album mit einigen Banderolen. Unbedingt besichtigen! Unterschiedlich erhalten. Ausruf: 5.000 EUR Los 4442 Banknoten, Lots, Deutschland Reichsbanknoten, enormer Händlernachlass mit vermutlich 15.000 bis 20.000 Scheinen. Dabei viel Massenware, aber auch einige bessere Bündel mit Banderolen oder Scheine mit fortlaufende KN. gesichtet. Ein Posten für den Kenner, der unbedingt besichtigt werden sollte. Fundgrube! Unterschiedlich erhalten. Ausruf: 5.000 EUR Los 4493 Banknoten, Lots, Ausland Hochinteressanter Händlernachlass mit schätzungsweise 20.000 Scheinen aus aller Welt. Meist schon bestimmt, sortiert und ausgespriesen in insgesamt 40 Sortierkästen. Dabei überwiegend moderne Scheine in Top Erhaltungen, darunter auch umtauschbare Scheine. Ein Posten für den Wiederverkäufer mit viel Potenzial, der unbedingt besichtigt werden sollte. Günstig geschätzt. Unterschiedlich erhalten. Ausruf: 10.000 EUR Los 4494 Banknoten, Lots, Ausland Sammlung von ca. 800 Geldscheinen des 20. Jahrhunderts, darunter meist Scheine aus Asien u.a. China, Japan (viele Hansatsu), Laos, Mongolei, Myanmar, Nordkorea, Indien, Singapur, Vietnam etc. aber auch andere Länder aus aller Welt u.a. Ägypten, Deutschland, Russland, USA etc. Überwiegend in Klarsichthüllen eingelegt und bereits nach Pick bestimmt und ausgepriesen. Ein sehr spannender Posten mit viel Potential. Unbedingt besichtigen. Unterschiedlich erhalten. Ausruf: 10.000 EUR Los 4495 Banknoten, Lots, Ausland Alle Welt, sehr interessanter Händlernachlass mit weit über 20.000 Banknoten, ordentlich gebündelt und in 6 Plastikboxen gelagert. Enthalten sind verschiedene Jahrgänge von alt bis neu, teils mit fortlaufenden Seriennummern und auch schon nach Pick bestimmt und ausgepriesen. 2 der Boxen sind mit Test- bzw. Spielgeld gefüllt (nicht gezählt). Unbedingt besichtigen, günstig geschätzt. Unterschiedlich erhalten. Ausruf: 7.000 EUR Hier geht es direkt zum Banknotenteil der Auktion 172: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/12902/seite/1/?lot_range=4001-4513 Teutoburger Münzauktion Web: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ Tel.: 05425/930050 E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de

  • Aus alten Zeitungen: Die Dörpumer Banknotenfälscher

    Gefunden in: "Südschleswigsche Heimatzeitung" vom 23. Juli 1955 Moderne Landkarte von Dörpum und Umgebung mit dem Gehöft Glücksburg. Abb. Apple Karten. Die Dörpumer Banknotenfälscher Heimliche Druckerei in einer entlegenen Schenke Etwa auf dem halben Weg zwischen den Bauerndörfern Dörpum und Sönnebüll befindet sich das Gehöft "Glücksburg". Der frühere Name dieses Gehöftes war "Bankezettelkrog". Um 1790 baute ein Dörpumer sich an dem alten Ochsenweg eine kleine Kate auf, die im Volksmunde auch als "Telt" bezeichnet wurde. Dieser Katenbesitzer war vorher Krüger in Dörpum gewesen. Er war aber in wirtschaftliche Not geraten und hatte schließlich den Krug in Dörpum verkaufen müssen. Wahrscheinlich hat er in dieser Kate am Ochsenweg eine Schenke eingerichtet, in der er ohne Konzession an die vorüberziehenden Ochsentreiber Branntwein ausschenkte. Aber als auch dadurch seine wirtschaftlichen Verhältnisse sich nicht besserten, versuchte er es mit der Herstellung dänischer Banknoten. Diese waren damals verhältnismäßig leicht nachzumachen, denn sie waren aus weißem Papier hergestellt und nur einseitig bedruckt. Als nun der Banknotenfälscher in Hadersleben Pferde kaufte und diese mit dem selbstgemachten Gelde bezahlen wollte, wurde er entlarvt und wanderte ins Gefängnis. Der Dörpumer verkaufte später seine Kate am Ochsenweg an einen Dörpumer Bauern. Dieser brach 1804 das Haus ab und baute sich aus den Materialien ein größeres Haus am Ochsenweg auf. 1817 baute er sich noch eine Durchfahrt. Er erhielt auch Konzession. Die Wirtschaft wurde allgemein "Bankezettelkrog" genannt. Später gab der Besitzer ihr den Namen "Glücksburg", den sie heute noch trägt. Königreich Dänemark: Note zu 1 Rigsdaler Courant aus dem Jahr 1801, Vorderseite. Abb. www.worbes-verlag.de Königreich Dänemark: Note zu 1 Rigsdaler Courant aus dem Jahr 1801, Rückseite. Abb. www.worbes-verlag.de Die frühen Banknoten vom Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts waren oft auf einfachem Vorsatzpapier gedruckt, das bis heute von Druckereien und Buchbindereien genutzt wird. Der schlichte Schwarzdruck mit floralen Ornamenten war nicht schwer nachzuahmen. Dennoch konnten Fälschungen schon damals recht gut erkannt werden, wenn die Zeichnung und/oder der Textdruck vom Original abwich und das Papier eine andere Haptik aufwies. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Anmerkung der Redaktion Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen. Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!

  • Leserpost: Essenkarte als Geldersatz der Deutschen Bundesbahn?

    Die beigefügte Essenkarte der Bundesbahn ist ja sowas wie Papier-Ersatzgeld. Ich habe einen kleinen Posten davon im Internet erworben, leider alle die gleiche Ausgabe der Ausgabestelle Gießen (21). Der Zeitraum ist die 1970er Jahre. Ein Stempel von 1977 liegt mir vor. Rückseite mit Einlösungs-Stempel. Da ich einen Aufsatz über Wertmarken des Bundesbahn-Sozialwerks (BSW) plane, fragte ich bei der jetzigen Stiftung BSW an, bisher leider erfolglos. Liegen vielleicht einem Leser Informationen zu diesen Essenkarten bzw. überhaupt Erkenntnisse über dieses Thema vor? F. Heidenreich Anmerkung der Redaktion Gerne nehmen wir Informationen zu diesem Thema entgegen und leiten sie an Herrn Heidenreich weiter.

  • Leserpost: Anfrage zu DDR-Banknoten der Ersatzserie von 1954

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin auf der Suche nach fundierten Informationen zu den DDR-Banknoten mit den Katalognummern Ro. 348 a/b/c. Nach meinem Verständnis stellen diese Ausgaben gewissermaßen das Pendant zum sogenannten „Bunkergeld“ der BRD dar, zu dem es ja umfangreiche Informationen gibt. Da die betreffenden Scheine offenbar nie regulär in Umlauf gelangt sind (abgesehen von wenigen entwendeten Exemplaren, die meines Wissens nach zeitnah wieder eingezogen wurden), habe ich mir für meine Sammlung entsprechend gekennzeichnete Reproduktionen als Platzhalter anfertigen lassen. Einen ähnlichen Ansatz würde ich gerne auch für die DDR-Banknoten verfolgen. Zwar sind diese im Katalog sauber aufgeführt, jedoch sind die verfügbaren Informationen häufig eher spekulativ und beziehen sich meist auf die in den 1990er Jahren aufgetauchten Musterdrucke bzw. merkwürdige private Computernachdrucke. Daher meine Frage: Können Sie mir hierzu verlässlichere oder weiterführende Informationen zur Verfügung stellen? Außerdem wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir – sofern möglich – hochauflösende Abbildungen dieser Banknoten bereitstellen könnten, damit ich auch hier entsprechende Platzhalter für meine Sammlung erstellen kann. Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung. E. Richter Antwort der Redaktion: Hallo Herr Richter, mir ist nicht bekannt, welche Auflage des ehemaligen „Rosenberg-Katalogs“ Sie nutzen, aber bereits in der 17. Auflage von 2009 hatte ich hierzu im Katalog das Wichtigste geschrieben. Es gibt nur wenige offizielle Probedrucke, die vormals unter 348a/b/c aufgeführt wurden (aktuell DDR-8/9/10). Es handelte sich um kein Pendant zum westdeutschen „Bunkergeld“, womit Sie sicher die Scheine der Ersatzserie BBk II von Anfang der 1960er Jahre meinen. Zur Ersatzserie der Deutschen Notenbank der DDR von 1954 wurden lediglich Druckplatten vorgehalten und nicht fertige Drucke eingelagert. In der aktuellen Auflage des Katalogs „Die deutschen Banknoten ab 1871“ wird ausgeführt: Ersatzserie 1954 Bereits 1953/54 wurden in den Führungsgremien der DDR Beschlüsse zur Vorbereitung einer Ersatz-Banknotenserie gefasst. Nach der Auflösung der Staatsbank der DDR aufgetauchte Druckplatten, die der vorgesehenen Einschmelzung in einer Metallhütte durch Diebstahl bzw. als Auftragsbeleg entgangen waren, bestätigen dies. Die Druckplatten sollten jedoch lediglich für den Bedarfsfall bereitstehen, in dem ein Ersatz einzelner Werte der Notenserie 1948 notwendig würde. Es wurden also keine Banknoten damit gedruckt, um diese vorzuhalten. Im Besitz der heutigen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) befinden sich lediglich Abdrucke zu 10, 20 und 50 DM, die nachfolgend vorgestellt werden sollen, weil sie interessante Belege zur deutschen Währungsgeschichte sind und die Ersatzserie 1954 dokumentieren. Sie waren dem Direktorium der Deutschen Notenbank am 30. Juni 1954 vorgelegt und von diesem bestätigt worden. Die Arbeit an anderen Werten (1, 2, 5 und 100 DM) wurde eingestellt. Derzeit werden auf dem Sammlermarkt zwei private Nachdrucke zu 10 und 50 DM angeboten, die sich an den Original-Druckplatten orientieren, aber in Bezug auf ihre Farbgebung Fantasieprodukte sind. Die mit freundlicher Genehmigung der KfW abgebildeten Abdrucke zeigen die tatsächlich vorgesehene Farbgebung. Und dann sind sowohl eine Druckplatte sowie die Originaldrucke abgebildet. Original-Druckplatte zu 50 DM 1954. DDR-8P, 10 DM von 1954, Format 142 x 72 mm, Vorderseite. Abb. Konzernarchiv der KfW-Bankengruppe. DDR-8P, 10 DM von 1954, Format 142 x 72 mm, Rückseite. Abb. Konzernarchiv der KfW-Bankengruppe. DDR-9P, 20 DM von 1954, Format 142 x 72 mm, Vorderseite. Abb. Konzernarchiv der KfW-Bankengruppe. DDR-9P, 20 DM von 1954, Format 142 x 72 mm, Rückseite. Abb. Konzernarchiv der KfW-Bankengruppe. DDR-10P, 50 DM von 1954, Format 142 x 72 mm, Vorderseite. Abb. Konzernarchiv der KfW-Bankengruppe. DDR-10P, 50 DM von 1954, Format 142 x 72 mm, Rückseite. Abb. Konzernarchiv der KfW-Bankengruppe. Von der Ersatzserie 1954 wurden nie Scheine ausgegeben! Auch zu den verschiedenen Nachdrucken (zwei davon von Original-Druckplatte) finden Sie entsprechende Information im aktuellen Katalog. Die Rechte an den Abbildungen der Originalabdrucke lagen bei der KfW. Soweit mir bekannt, wurden diese Bestände zwischenzeitlich dem Bundesarchiv überlassen. Alle im Internet angebotenen „Nachdrucke“ dieser echten Proben verstoßen somit gegen das Urheberrecht. Zu den privaten Nachdrucken: Der private des Nachdruck vom Zehner (DDR-8N) erfolgte mit Hilfe einer Original-Druckplatte in limitierter Auflage. Die Farbgebung ist dabei an den Zehner der Serie 1955 angelehnt, weil die Hersteller des Nachdrucks im Auftrag des Fachhandels nicht wissen konnten, wie die Farbgebung tatsächlich hätte sein sollen. Die Druckplatte erlaubt eigentlich schließlich nur einen Schwarzweissruck. Original-Druckplatte zu 20 DM 1954. Der Nachdruck vom Zwanziger (DDR-9N) wurde als einziger von Original-Druckplatte (siehe Abbildung) auf einer zeitgenössischen mechanischen Heidelberg-Druckmaschine in Schwarzweiss ausgeführt. Die Druckplatte war einst in einer Gießerei in den alten Bundesländern als Beleg und Briefbeschwerer aufbewahrt worden, die die Druckplatten der DDR eingeschmolzen hat. Einige wenige Druckplatten wurden zuvor auf dem Transport entwendet, so die für den Zehner, die bei einer Auktion versteigert worden war. Der Fantasie-Nachdruck zum Fünfziger (DDR-10N) entstand komplett am Computer ohne direkte Nutzung einer Druckplatte (lediglich die im Katalog und hier abgebildete Druckplatte wurde als Vorlage benutzt) durch einen Sammler, der diese Nachdrucke auch im Internet verkaufte. Von den Werten zu 10 und 50 DM der Ersatzserie 1954 gibt es somit keine Nachdrucke von Originalplatte, wie beim Zwanziger! Mit den besten Grüßen Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 EUR Zur Leseprobe! Zum Shop!

  • Lexikon: Motivsammlung

    Eine Motivsammlung ist eine Sammlung von Geldscheinen mit Abbildungen oder Texten, die eine Verbindung zu einem vom Sammler gewählten Thema haben. Den Aufbau und die Gestaltung einer solchen Sammlung kann der Sammler ganz nach eigenem Geschmack und eigenen Ideen durchführen und sie auch gelöst von geographischen und historischen Gesichtspunkten gestalten. Eine textliche Bearbeitung einer solchen Motivsammlung ist jedoch empfehlenswert. Da die Darstellungen auf Geldscheinen sehr mannigfaltig sind, gibt es nur bei einer ganz speziellen Themenwahl Grenzen. Hauptgruppen von Motivsammlungen sind: Berühmte Persönlichkeiten (Regenten, Politiker, Wissenschaftler, Künstler usw.) Fauna (Säugetiere, Fische, Vögel, Wildtiere, Nutztiere usw.) Flora (Bäume, Blumen, Nutzpflanzen usw.) Geographie (Landschaften, Gebirge, Gewässer usw.) Geschichte (Historische Ereignisse) Kunst (Künstler, Kunstobjekte) Literatur (Schriftsteller, Textauszüge usw.) Religion (Sakralbauten, religiöse Szenen und Texte usw.) Sport (Sportstätten, Sportler und Darstellungen verschiedener Sportarten und Wettkämpfe) Technik (Wissenschaft, Forschung, alle Arten von Maschinen und technischen Verfahren) Verkehr (Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe, Verkehrswege, Raumfahrt usw.) Wirtschaft (Darstellungen zu einzelnen Wirtschaftszweigen wie z.B. Chemieindustrie, Bergbau, Landwirtschaft usw.) Einige Beispiele: DDR, Deutsche Notenbank: Muster zu 20 MDN 1964 mit Porträt von Johann Wolfgang von Goethe. Dieser Schein könnte sowohl in eine Motivsammlung zu berühmten Persönlichkeiten passen, wie auch zu einer über Kunst und Wissenschaft, da Goethe nicht nur Schriftsteller war, sondern auch wissenschaftlich forschte. Fidschi, 100 Cents von 2023 zum chinesischen Jahr des Drachen mit Darstellung einer Hibiskus-Blüte. Der Schein passt sehr gut in eine Sammlung zu floralen Motiven, wegen seiner Tierdarstellungen im holographischen Streifen aber auch in eine Motivsammlung zur Fauna. Südafrika: 20 Rand ohne Datum (2023), Rückseite mit Tiermotiven. Surinam, Zentralbank: 25 Gulden von 1998 mit Darstellung einer Schwimmerin auf der Rückseite. Der Schein passt in eine Sammlung zum Thema Sport, aber auch in eine Sammlung mit Darstellung von Vögeln. Natürlich fallen jedem Sammler noch viele weitere Beispiele und Themen für Geldscheine ein, die in eine Motivsammlung passen. Beliebt sind zum Beispiel auch Banknoten mit Schiffen oder bedeutenden Bauwerken. Nicht wenige Sammler haben sich auf Geldscheine mit Porträt der verstorbenen Königin Elisabeth II. spezialisiert, der meist dargestellten Person auf Banknoten überhaupt. Jeder Sammler kann sich, wenn es um Motive geht, seinen eigenen Rahmen abstecken und dabei immer neue Anregungen finden. Ein Sammler, der ein bestimmtes Land oder Sammelgebiet sammelt, ist dagegen auf dieses beschränkt. Die faszinierende Vielfalt von Motiven auf Geldscheinen aus aller Welt bietet fast grenzenlose Möglichkeiten für Sammler, sich ihre eigenen Themen zu wählen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte

  • Österreich-Ungarn – Geschichte einer Währungstrennung, Teil 1

    Das Ende der Oesterreichisch-ungarischen Bank Die k.u.k. Monarchie stützte sich seit Jahrhunderten auf ein loyales Beamtentum und Offizierskorps. Sie sicherten die Herrschaft der Habsburger über den Vielvölkerstaat. Mit zunehmender Dauer des Ersten Weltkriegs zeigte dieser Staat jedoch Auflösungserscheinungen. Am 14. Oktober 1918 kam es zu ersten blutigen Unruhen in Prag, die von national-tschechischen Reserveoffizieren organisiert waren. Zu spät erkannte Kaiser Karl I. die Gefahr und erließ am 16. Oktober 1918 das sog. Völkermanifest, mit welchem er die Monarchie durch eine Konföderation freier Völker retten wollte. Die ungarische Regierung verhinderte jedoch, dass das Manifest auch für ihre Reichshälfte galt. Abb. 1: Kaiser  Karl I. von Österreich-Ungarn  in Felduniform eines Feldmarschalls. Die Völker von Cisleithanien wurden im Manifest aufgerufen, Nationalräte zu bilden. Diese Bestrebungen hätten bis zu diesem Zeitpunkt als hochverräterischer Separatismus gegolten, wurden nunmehr aber vom Monarchen autorisiert. Das Manifest wurde als Freibrief aufgefasst, dass die Völker der Habsburgermonarchie nun ihre eigenen Wege gehen könnten. In den nächsten Tagen griffen die Unruhen auf Agram, Lemberg und Budapest über. In den letzten Tagen des Oktobers überschlugen sich die Ereignisse. Am 28. Oktober 1918 wurde in Prag die Bildung eines neuen Staates beschlossen und die Tschechoslowakische Republik ausgerufen. Bereits am folgenden Tag löste der kroatische Sabor die staatsrechtlichen Beziehungen zu Österreich-Ungarn, übertrug die oberste vollziehende Gewalt auf den Nationalrat und rief den „Staat der Slowenen, Kroaten und Serben“ ins Leben. Galizien schied am 30. Oktober 1918 aus der Monarchie aus und polnische Politiker erklärten das ehemalige Kronland zum Bestandteil des neuen polnischen Staates. Am gleichen Tag bildete sich eine provisorische Nationalversammlung der deutschsprachigen Gebiete und wählte Dr. Karl Renner zum Vorsitzenden der ersten Regierung Deutschösterreichs. [1] Schließlich erkläre am 31. Oktober 1918 Ungarn seinen Austritt aus der Realunion mit dem Kaisertum Österreich. Die k. u. k. Doppelmonarchie war Geschichte. [2] Von diesen Ereignissen unberührt, gingen die Kampfhandlungen an den Fronten weiter. Trotz des Waffenstillstands, der am 3. November 1918 geschlossen wurde, rückten die Italiener und Serben weiter vor. Italienische Truppen besetzten nicht nur Triest, Trient und Südtirol, sondern bis zum 25. Oktober 1920 auch Nordtirol mit Innsbruck, während die Serben in Laibach einrückten. Abb. 2: Die Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns. Nur kurze Zeit nach der allgemeinen Mobilmachung wurde das Notenbankstatut, die sogenannte Bankakte geändert. Das Verbot der Darlehensgewährung an den Staat, die Verpflichtung der Notenbank zur regelmäßigen Veröffentlichung eines Bankausweises sowie vor allem die Verpflichtung zur vierzigprozentigen Golddeckung der ausgegebenen Banknoten wurde aufgehoben. Es dauerte nicht lange, und die Oesterreichisch-ungarische Bank begann mit der direkten Defizitfinanzierung der Kriegskosten. Vom letzten Ausweis der Notenbank vor dem Krieg (23. Juli 1914) bis zum Ausweis vom 26. Oktober 1918 stiegen die ausgewiesenen Darlehen der Notenbank an die Monarchie von 60.000.000 Kronen auf 29.521.482.250 Kronen – davon entfielen 21.556.997.276 Kronen auf Österreich und 7.864.243.724 auf Ungarn sowie 100.241.250 Kronen auf Kassenscheine der Kriegsdarlehenskassen. Gleichzeitig stieg der Banknotenumlauf auf das 14,41-fache von 2.129.759.250 Kronen auf 30.679.675.403 Kronen und die bei der Notenbank gehaltenen Giroguthaben von 291.270.109,97 auf 2.849.017.835,84 Kronen auf das 9,79-fache. Der Metallschatz sank auf 342.341.835,07 Kronen. Dies entsprach 21,5 Prozent des Vorkriegswertes. War bei Kriegsbeginn der Banknotenumlauf und das Giralgeld durch Metall und Devisen zu 65,66 Prozent gedeckt, so lag dieser Wert nun nur noch bei 1,02 Prozent. [3] Ende 1918 liefen auf dem Gebiet der ehemaligen k. u. k. Monarchie die Banknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank zu 1000 Kronen von 1902, 10 Kronen von 1904, 100 Kronen von 1912, 2 Kronen von 1914, 50 Kronen von 1914, 10 Kronen von 1915, 1 Krone von 1916 und 2 Krone von 1917, sowie vereinzelt noch die Noten zu 50 Kronen von 1902, 20 Kronen von 1907 und 100 Kronen von 1910 um. Typisch für die Noten der Bank ist die Zweisprachigkeit, eine Seite ist deutschsprachig, während die andere Seite in ungarischer Sprache gedruckt wurde. Ferner wird der Kronenwert in acht weiteren Sprachen auf der deutschen Banknotenseite aufgelistet. Abb. 3.1: 1000 Kronen, 2. Jänner 1902, Vorderseite. Abb. 3.2: 1000 Kronen, 2. Jänner 1902, Rückseite. Abb. 4.1: 10 Kronen, 2. Jänner 1904, Vorderseite. Abb. 4.2: 10 Kronen, 2. Jänner 1904, Rückseite. Abb. 5.1: 100 Kronen, 2. Jänner 1912, Vorderseite. Abb. 5.2: 100 Kronen, 2. Jänner 1912, Rückseite. Abb. 6.1: 20 Kronen, 2. Jänner 1913, Vorderseite. Abb. 6.2: 20 Kronen, 2. Jänner 1913, Rückseite. Abb. 7.1: 50 Kronen, 2. Jänner 1914, Vorderseite. Abb. 7.2: 50 Kronen, 2. Jänner 1914, Rückseite. Abb. 8.1: 10 Kronen, 2. Jänner 1915, Vorderseite. Abb. 8.2: 10 Kronen, 2. Jänner 1915, Rückseite. Abb. 9.1: 1 Krone, 1. Dezember 1916, Vorderseite. Abb. 9.2: 1 Krone, 1. Dezember 1916, Rückseite. Abb. 10.1: 2 Kronen, 1. März 1917, Vorderseite. Abb. 10.2: 2 Kronen, 1. März 1917, Rückseite. Am 28. Oktober 1918 setzte die Oesterreich-ungarische Bank noch eine zweite Auflage der Note zu 20 Kronen und zwei Tage später zu 25 Kronen und 200 Kronen in Umlauf, am 19. Dezember folgten noch Noten zu 10.000 Kronen. [4] Abb. 11.1: 20 Kronen, 2. Jänner 1913, II. Auflage (Oktober 1918), Vorderseite. Abb. 11.2: 20 Kronen, 2. Jänner 1913, II. Auflage (Oktober 1918), Rückseite. Abb. 12: 25 Kronen, 27. Oktober 1918, Vorderseite. Rückseite Wellenraster. Abb. 13: 200 Kronen, 27. Oktober 1918, Vorderseite. Rückseite Wellenraster. Abb. 14.1: 20 Kronen, 2. Jänner 1913, II. Auflage (Oktober 1918), Vorderseite. Abb. 14.2: 20 Kronen, 2. Jänner 1913, II. Auflage (Oktober 1918), Rückseite. Der Zerfall der k.u.k. Monarchie in mehrere Nachfolgestaaten konfrontierte die Notenbank mit erheblichen Schwierigkeiten. Während die Bankführung mangels eines Gouverneurs immer noch vom Vizegouverneur Dr. von Gruber geleitet wurde, nahmen an der Sitzung des Generalrates am 18. Dezember 1918 das erste Mal ein tschechoslowakischer und ein polnischer Regierungskommissar teil. In der ordentlichen Generalversammlung am 3. Februar 1919 „erkläre Generalsekretär Max v. Rapp, daß die geänderten staatsrechtlichen Verhältnisse mit sich gebrachten, daß von einzelnen, auf dem Gebiet des früheren Kaisertums entstandenen Nationalstaaten, Regierungskommissäre‚ unter Anpassung an die bestehenden Bankstatuten‘ ernannt worden sind.“ [5] Trotz aller Bemühungen gelang es der Bankleitung nicht, die Währungstrennung zu verhindern. Das baldige Ende der Oesterreichisch-ungarischen Bank selbst war längst vorgezeichnet. Der Friedensvertrag von St. Germain vom 10. September 1919 bestimmte, neben anderen schmerzlichen Bedingungen für die junge österreichische Republik, die vollständige Liquidation der Oesterreichisch-ungarischen Bank. Artikel 206. 1. Innerhalb einer zweimonatigen Frist nach Inkraftsetzung des gegenwärtigen Vertrages haben die Staaten, denen ein Gebiet der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie übertragen wurde oder die aus dem Zerfall dieser Monarchie entstanden sind, einschließlich Österreichs und des gegenwärtigen Ungarn, wenn sie es noch nicht getan haben, die auf ihren Gebieten befindlichen Noten der Oesterreichisch-Ungarischen Bank mit einem besonderen Stempel abzustempeln. 2. Innerhalb einer zwölfmonatigen Frist nach Inkraftsetzung des gegenwärtigen Vertrages haben die Staaten, denen ein Gebiet der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie übertragen wurde oder die aus dem Zerfall dieser Monarchie entstanden sind, einschließlich Österreichs und des gegenwärtigen Ungarn, die nach der obigen Bestimmung abgestempelten Noten zu den von ihnen selbst festzusetzenden Bedingungen durch ihr eigenes Geld oder durch neues Geld zu ersetzen. 3. Die Regierungen der Staaten, welche die Konversion der Noten der Oesterreichisch-Ungarischen Bank, sei es durch Abstemplung, sei es durch Emission eigener oder neuer Geldzeichen, bereits durchgeführt haben und die hierbei alle oder einen Teil dieser Noten aus dem Verkehr gezogen haben, ohne sie abzustempeln, haben die so eingezogenen Noten entweder abzustempeln oder sie zur Verfügung des Wiedergutmachungsausschusses zu halten. 4. Innerhalb einer vierzehnmonatigen Frist nach Inkraftsetzung des gegenwärtigen Vertrages haben die Regierungen, welche gemäß den Bestimmungen des gegenwärtigen Vertrages die Noten der Oesterreichisch-Ungarischen Bank gegen eigene oder neue Geldzeichen umgetauscht haben, diese anläßlich des Umtausches aus dem Verkehr gezogenen Noten der Oesterreichisch-Ungarischen Bank, abgestempelt oder nicht, dem Wiedergutmachungsausschusse zu übergeben. 5. Der Wiedergutmachungsausschuß verfügt über die ihm in Ausführung des gegenwärtigen Artikels übergebenen Noten gemäß den Bestimmungen der nachstehenden Anlage. 6. Die Liquidierungstätigkeit der Oesterreichisch-Ungarischen Bank wird von dem der Unterzeichnung des gegenwärtigen Vertrages nachfolgenden Tag datieren. 7. Die Liquidation wird durch Kommissäre durchgeführt, die vom Wiedergutmachungsausschusse ernannt werden. Bei dieser Liquidation haben die Kommissäre die Statuten und im allgemeinen die geltenden auf den Betrieb der Bank bezughabenden Vorschriften zu beobachten, ohne daß hierbei die Bestimmungen des gegenwärtigen Artikels verletzt werden. Falls sich über die Auslegung der durch die Bankstatuten festgesetzten Liquidationsnormen Zweifel ergeben, wird die Meinungsverschiedenheit dem Wiedergutmachungsausschusse oder einem von ihm ernannten Schiedsrichter unterbreitet. Die Entscheidung ist inappellabel. 8. Die von der Bank nach dem 27. Oktober 1918 ausgegebenen Noten sind ausschließlich durch die bei der Bank zur Deckung dieser Noten hinterlegten Schuldverschreibungen der ehemaligen oder gegenwärtigen österreichischen und ungarischen Regierung gedeckt. Dagegen steht den Inhabern dieser Noten kein Recht auf die übrigen Aktiven der Bank zu. 9. Die Inhaber der von der Bank bis einschließlich 27. Oktober 1918 ausgegebenen Noten, soweit diese Noten nach den Bestimmungen des gegenwärtigen Artikels den Voraussetzungen für die Zulassung zur Liquidation entsprechen, haben ein gleiches Recht auf das gesamte Aktivum der Bank; die von der ehemaligen oder gegenwärtigen österreichischen und ungarischen Regierung zur Deckung der verschiedenen Notenemissionen ausgegebenen und hinterlegten Titres [Anleihen, Schuldverschreibungen, Anm. d. Verf.] werden nicht als Bestandteil dieses Aktivums angesehen. 10. Die seitens der ehemaligen oder gegenwärtigen österreichischen und ungarischen Regierung zur Deckung der bis einschließlich 27. Oktober 1918 ausgegebenen Noten bei der Bank erlegten Titres werden für ungültig erklärt, so weit sie Noten entsprechen, die auf dem Gebiete der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie, in ihrem Bestande vom 28. Juli 1914, seitens solcher Staaten konvertiert wurden, denen solches Gebiet übertragen wurde oder die aus dem Zerfall dieser Monarchie entstanden sind, einschließlich Österreichs und des gegenwärtigen Ungarn. 11. Die seitens der ehemaligen oder gegenwärtigen österreichischen und der ungarischen Regierung zur Deckung der bis einschließlich 27. Oktober 1918 emittierten Noten hinterlegten Titres, die nicht gemäß § 10 des gegenwärtigen Artikels annulliert worden sind, haften weiter bis zu einem entsprechenden Betrag für die Noten dieser Emissionen, welche sich am 15. Juli 1919 außerhalb der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie befanden. Dazu gehören mit Ausschluß aller anderen Noten: 1. die seitens der Sukzessionsstaaten in in ihrem außerhalb der ehemaligen Monarchie gelegenen Gebiete gesammelten und dem Wiedergutmachungsausschuß gemäß § 4 übergebenen Noten; 2. die von irgendeinem anderen Staate gesammelten und gemäß den Bestimmungen der nachstehenden Anlage den Liquidationskommissären der Bank präsentierten Noten. 12. Die Inhaber aller übrigen bis einschließlich 27. Oktober 1918 ausgegebenen Noten haben keinerlei Recht weder auf die seitens der ehemaligen oder gegenwärtigen Notendeckung erlegten Schuldverschreibungen noch überhaupt auf das Aktivum der Bank. Die Titres, welche auf Grund der Bestimmungen der §§ 10 und 11 weder vernichtet noch verwendet wurden, werden annulliert. 13. Die Regierungen Österreichs und des gegenwärtigen Ungarn übernehmen allein für ihre Anteile, mit Ausschluß aller anderen Staaten, die Haftung für die ehemalige oder gegenwärtige österreichische und ungarische Regierung als Notendeckung bei der Bank hinterlegten Titres, so weit diese nicht annulliert wurden. 14. Die Inhaber der Noten der Oesterreichisch-Ungarischen Bank haben für Verluste, die sie etwa bei der Liquidation der Bank erleiden, keinen Anspruch gegen die Regierung Österreichs und des gegenwärtigen Ungarn oder gegen irgendeine andere Regierung. ___________________________________________________________________ Anlage. § 1. Bei der Übergabe aller im Sinne des Artikels 206 aus dem Verkehre gezogenen Noten der Oesterreichisch-Ungarischen Bank haben die betreffenden Regierungen dem Wiedergutmachungsausschuß auch alle Akten über die Art und Höhe der durchgeführten Konvertierungen zu übergeben. § 2. Nach Prüfung dieser Akten wird der Wiedergutmachungsausschuß den genannten Regierungen Zertifikate übergeben, welche getrennt den Gesamtbetrag der Noten ausweisen, welche sie a) innerhalb der Grenzen der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie in ihrem Bestande vom 28. Juli 1914; b) irgendwo anders konvertiert haben. Mit diesen Zertifikaten können die Inhaber bei den Liquidationskommissären der Bank die Rechte geltend machen, welche den derart ausgetauschten Noten bei der Aufteilung des Bankaktivums zukommen. § 3. Nach Beendigung der Liquidation der Bank hat der Ausschuß die derart eingezogenen Noten zu vernichten. § 4. Die bis einschließlich 27. Oktober 1918 begebenen Noten geben nur insoweit ein Anrecht auf das Bankaktivum, als sie von der Regierung des Landes präsentiert werden, in dem sie sich befinden. Verzögert wurde die Liquidation der Bank durch die späte Ratifizierung des Trianon-Vertrages (Friedensvertrag mit Ungarn). Am 27. August 1920 ernannte die Reparationskommission in Paris die drei Liquidatoren: Edmond Whitman, Dr. Josef Luxardo und Alexander Zeuceanu. Anstelle des Erstgenannten trat später M. Monès de Pujol. Bei der Generalversammlung der Bank am 14. Juli 1921 wurde der Jahresabschluss für 1920 vorgelegt, danach betrug der Banknotenumlauf 80.932.789.000 Kronen gegenüber ca. 54,5 Milliarden Kronen am 31. Dezember 1919. „Wie es in dem Bericht des Generalrates hieß, war die ‚ungeheure Vermehrung des Banknotenumlaufes‘, insbesondere in Österreich, durch den stetig wachsenden, weder durch die normalen Eingänge zu bestreitenden, noch auf dem Weg der Placierung von Anleihen zu deckenden Geldbedarf des Staates bedingt.“ [6] Dies war die letzte ordentliche Generalversammlung der in Liquidation stehenden Oesterreichisch-ungarischen Bank, bevor die Liquidation am 31. Juli 1924 mit Schließung der Konten endete. Uwe Bronnert Fortsetzung folgt! Anmerkungen [1]  Bereits am 21. Oktober traten die Reichsratsmitglieder der deutsch-österreichischen Landesteile in Wien zusammen, um den Schutz der Interessen der deutschsprachigen Gebiete dem Deutschen Reich anzutragen. [2]  Kaiser Karl I., der in diesen Tagen schon als ehemaliger Kaiser bezeichnet wurde, musste nun, unter Drängen von Karl Renner und anderen Politikern, auf seine Staatsgeschäfte in Österreich verzichten. Am 11. November legte er die Krone nieder und am nächsten Tag wurde die Republik „Deutschösterreich“ ausgerufen. Zwei Tage später leistete er in Ungarn den gleichen Verzicht. Im März 1919 begab er sich schließlich in die Schweiz, wo er bis 1921 im Exil lebte, ehe er nach Madeira ging, Am 1. April 1922 starb er an einer schweren Lungenentzündung. [3]  S. Clemens Muth, Das Ende der Kronenzone: Die Auflösung des gemeinsamen Währungsgebietes auf dem Territorium des ehemaligen Habsburgerreichs. [4]  Vgl. Johann Kodnar und Norbert Künstner, Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 3. Auflage, Wien 2018, S. 122 – 141. [5]  Dr. S. Pressburger, Oesterreichische Notenbank 1916 – 1966, Geschichte des Oesterreichischen Noteninstituts, Wien 1966, S. 323 f. [6]  Ebenda, S. 354 ff. Abbildungen: Abb. 1, Quelle: Wenzl Weis  - Jörg C. Steiner:  Der k.u.k. Hofstaat - 1858-1918 . ALBUM Verlag für Photografie, Wien 1997,  ISBN   3-85164-048-9 . Gemeinfrei. Datei Emperor karl of austria-hungary 1917.png, hochgeladen: 30. Mai 2025. Abb. 2, Quelle: wikimedia commons CC BY-SA-3.0. Autor: AlphaCentauri. Abb. 3.1 bis 11.2 spwoe 14.1/2, Hans-Ludwig Besler (Grabowski), Vorlagen: Kurpfälzische Münzhandlung. Abb. 12/13, Johann Kodnar.

  • Curaçao and Sint Maarten gewinnen die IBNS-Auszeichnung zur Banknote des Jahres 2025

    Die International Bank Note Society (IBNS) gibt bekannt, dass ihre stimmberechtigten Mitglieder erstmals die Zentralbank von Curaçao und Sint Maarten ausgewählt haben, um die prestigeträchtige Auszeichnung «Banknote des Jahres» für 2025 zu erhalten. Mit fast 100 neuen Banknoten, die weltweit im Jahr 2025 herausgegeben wurden, wurden nur 17 als ausreichend neu gestaltet angesehen, um von den Mitgliedern nominiert zu werden. Bereits zu Beginn der Abstimmung war die 200-Gulden-Banknote von Curaçao und Sint Maarten der klare Favorit. Die 200-Gulden-Banknote ist Teil einer neuen Serie, die von der Zentralbank mit fünf Stückelungen herausgegeben wurde und sich von der „Welt unter dem Meeresspiegel“ inspirieren lässt. Die Vorderseite jeder Banknote ist horizontal ausgerichtet und zeigt Meeresbewohner, die rund um die Inseln heimisch sind, während die Rückseite vertikal ausgerichtet ist und historische und kulturelle Wahrzeichen zeigt. Die Gewinner-Banknote ist des höchste Nominal der Serie, überwiegend in Lila gehalten und zeigt Langschnauzen-Seepferdchen sowie eine große Tun-Schale in blau-grünem OVI auf der Vorderseite. Die Rückseite der Banknote zeigt die ikonische Königin-Emma-Brücke. Diese Serie von Banknoten wird auf Papier von Crane Currency gedruckt und ist mit zahlreichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet: ein Kompassrosen-Wasserzeichen mit den Buchstaben XCG, ein 3D-Bewegungsstreifen, Hochrelief-Druck, farbwechselnde Druckfarbe, Sicherheitsfäden, die die Illusion von Wellenbewegungen erzeugen, irisierende Farben und ein Durchsichtregister. Die taktilen Markierungen entlang der kurzen Kanten jeder Banknote helfen sehbehinderten Menschen, die Banknote leicht zu identifizieren. Sie sind von Richard A. Doornbosch (Präsident) und Leila A. Matroos-Lasten (Direktoriumssekretärin der Zentralbank) unterzeichnet. Der aktuelle Wechselkurs der neuen Banknote von Curaçao und Sint Maarten beträgt 111 US-Dollars, 95 Euro oder 83 Britische Pfund zum Zeitpunkt dieser Bekanntgabe. Die 200-Gulden- Banknote misst 147 x 66 mm, ist ähnlich hoch, aber etwas kürzer als US-Dollar-Scheine. Die Gewinner der jüngsten IBNS-Wettbewerbe „Banknote des Jahres“ sind allesamt kleine Kunstwerke, die die populären Themen ihrer Nationen repräsentieren. Diese Gewinner bieten idealerweise eine hervorragende Vorlage, wenn Länder darüber nachdenken, wie sie ihre eigenen neuen Banknoten entwerfen und entwickeln können. Polymer-Banknoten sind weiterhin beliebte Favoriten der IBNS und haben sich zu regelmäßigen Preisträgern entwickelt, obwohl dieses Jahr eine Ausnahme darstellt. Die vertikale Ausrichtung scheint bevorzugt zu werden, da acht der letzten zehn Gewinner vertikal gestaltet waren. Der diesjährige Gewinner ist ein "Hybrid" – horizontale Vorderseite und vertikale Rückseite. Von allen bedeutenden neu gestalteten und in Umlauf befindlichen Banknoten, die 2025 herausgegeben wurden, nominierte die IBNS-Mitgliedschaft Banknoten aus 17 verschiedenen Ländern für die Abstimmung. Die Nominierten repräsentierten drei verschiedene Kontinente (Afrika, Asien, Europa), Mittelamerika, den Nahen Osten und fünf Inselstaaten. Der erste Zweitplatzierte war die 5-Dollars-Banknote von Fidschi, die einen Kulawai-Vogel und eine Meeresschildkröte zeigt. Der zweite Zweitplatzierte war die 100-Kwacha-Banknote von Sambia, die einen Adler und Giraffen zeigt. Die fünf besten Banknoten wurden durch die 5-Pfund-Banknote der Falklandinseln (König Charles III.) und die 50-Kina-Banknote von Papua-Neuguinea (Paradiesvogel) abgerundet. Frühere Gewinner der Auszeichnung „Banknote des Jahres“ sind Bermuda (2024), Ostkaribische Staaten (2023), Philippinen (2022), Mexiko (2021 & 2020), Aruba (2019), Kanada (2018), Schweiz (2017 & 2016), Neuseeland (2015), Trinidad & Tobago (2014), Kasachstan (2013, 2012 & 2011), Uganda (2010), Bermuda (2009), Samoa (2008), Bank of Scotland (2007), Komoren (2006), Färöer-Inseln (2005) und Kanada (2004). Ein vollständiges Farbbild dieser und anderer nominierter Banknoten finden Sie auf der IBNSWebsite: https://www.theibns.org/bnoy2025 Die International Bank Note Society Die International Bank Note Society (IBNS) wurde 1961 gegründet und ist eine gemeinnützige Bildungsorganisation mit dem Ziel, das Studium und Wissen über Banknoten und Papierwährungen weltweit in Bildungs-, wissenschaftlichen und historischen Bereichen zu fördern und voranzutreiben. Die IBNS steht interessierten Personen aus allen Ländern offen. Mitglieder erhalten vierteljährlich ein gedrucktes Journal mit Artikeln zu verschiedenen Themen rund um Papiergeld sowie Details zu neuen Banknotenausgaben. Es gibt etwa 2.000 IBNS-Mitglieder in mehr als 90 Ländern. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.theibns.org . Übrigens: Die Leser von Geldscheine-Online.com und von "Der Geldscheinsammler" in der Zeitschrift "Münzen & Sammeln" haben den 10-Gulden-Schein der neuesten Währung der Welt von Curaçao und Sint Maarten zur Banknote des Jahres 2025 gewählt. Lesen Sie dazu hier mehr: https://www.geldscheine-online.com/post/die-banknote-des-jahres-2025-die-leser-haben-entschieden

  • Leserpost: Protestaufdruck auf 50 Pfennig der Deutschen Notenbank von 1948

    Sehr geehrter Herr Grabowski, angeregt durch Ihre zahlreichen Leserbrief-Antworten wende auch ich mich heute mit Bitte um Auskunft an Sie. Der als Kopie beigefügte 50-Pfennig-Schein der Sowjetischen Besatzungszone ist mit einem politischen Protestaufdruck (Druckkastenstempel) versehen. Ich habe davon drei Stück kurz nach der Wende in einem ganz billigen, kleinen, zusammengewürfelten Geldscheinposten auf einem der damals neue Flohmärkte in Ostberlin gekauft. Eine wertsteigernde Manipulation seitens des Verkäufers halte ich für ausgeschlossen, er hat die Stempel vermutlich garnicht gesehen, auch ich habe sie erst zuhause bemerkt. Ob ein Vorbesitzer "gebastelt" hat oder ein zeitgenössischer Protest vorliegt, ist also unklar. Ich glaube mich zu erinnern, dass die drei Scheine fortlaufende Nummern hatten. Einen habe ich damals mit der Bitte um Auskunft verschickt, aber nie eine Antwort erhalten und weis heute auch nicht mehr an wen. Der zweite Schein ist unauffindbar und der Dritte liegt Ihnen als Kopie vor. Meine Frage: Ist Ihnen so etwas schon begegnet oder ist Ihnen eine Veröffentlichung dazu bekannt? F. Heidenreich Antwort der Redaktion Da Geld schon aus seiner Bestimmung heraus von Hand zu Hand geht, eignet es sich in besonderer Weise als Träger von politischen Botschaften. Neben der typischen Propaganda insbesondere kommunistischer Diktaturen durch entsprechende Motive – denken wir zum Beispiel nur an Banknoten aus China oder Nordkorea – wurden Geldscheine auch immer wieder genutzt, um sie mit Propagandaaufdrucken, Stempeln oder auch handschriftlichen Zusätzen zu versehen, um so eine rasche Verbreitung der Botschaften zu erreichen. Selbst wenn Geld bereits ungültig ist, behält es doch rein äußerlich seinen typischen Geldcharakter, der durch seine Gestaltung erkannt wird. Ein wertloser oder auch geldähnlicher Propagandaschein erzeugt deshalb immer deutlich mehr Aufmerksamkeit und wird eher zur Kenntnis genommen, als ein beliebiges Flugblatt. In der Zeit der "Weimarer Republik" nutzten verschiedene rechte Parteien, darunter die NSDAP, wertlos gewordene Banknoten und Notgeldscheine der Inflation als Träger ihrer politischen Propaganda. Besonders bekannt sind die Scheine mit antisemitischen Aufdrucken aus dieser Zeit. Es gibt aber auch Scheine mit politischen Parolen linker Parteien. Ihr Schein der Deutschen Notenbank über 50 Pfennig aus dem Jahr 1948 wurde in der Sowjetunion gedruckt und war bis 1. Mai 1965 gültig. Er lief also über einen längeren Zeitraum in der Sowjetischen Besatzungszonen (SBZ) und der DDR um. Der Aufdruck bzw. die Stempelung (wohl mit den Typen einer Kinderdruckerei erzeugt) bezieht sich auf die "Nationale Front". Gemeint ist hier die von der SED kontrollierte überparteiliche "sozialistische Volksbewegung" aller Parteien (Blockparteien) und gesellschaftlichen Organisationen (bis auf die christlichen), die über eine Einheitsliste ihre Kandidaten zu den "Wahlen" in der DDR aufstellten. Die Bürger hatten also nicht die Wahl zwischen verschiedenen Parteien, sondern konnten lediglich den vorgeschlagenen Kandidaten der "Nationalen Front" zustimmen, indem der Wahlzettel einfach gefaltet und in die Urne geworfen wurde, oder aber einzelne Namen streichen. Im Volksmund sprach man deshalb auch vom "Zettel falten" oder "Falten gehen" statt "Wählen", da bereits der Gang in eine Wahlkabine als verdächtig galt. Dadurch wird der Sinn der Protest-Botschaft Die "Nationale Front" – ein aufgelegter Wahlschwindel" klar. Die "Nationale Front" war übrigens keine Erfindung der DDR, sondern in allen kommunistischen Diktaturen zum Zwecke der "Gleichschaltung" üblich. Gegen das System gerichtete Propaganda bzw. Proteste wurden in der DDR scharf verfolgt. Man kann sich vorstellen, dass die Botschaft auf diesem Schein aus der Zeit des Volksaufstandes im Jahr 1953 stammen könnte. Hier wäre sogar eine Quelle aus Westberlin denkbar, natürlich mit dem Ziel der Verbreitung in der DDR, insbesondere Ostberlin. Diese These wird auch durch den Kauf auf einem Ostberliner Flohmarkt gestützt. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich in meiner Kindheit immer wieder mal Luftballons gesehen habe, die mit Propaganda aus Westdeutschland auf die Reise in der DDR geschickt wurden. Dagegen spricht allerdings die recht improvisierte Machart. Möglich, aber weniger wahrscheinlich, wäre auch eine Verbreitung im direkten Zusammenhang mit einer bevorstehenden Wahl in der DDR. Das war eine risikovolles Unternehmen, gerade in der Anfangszeit der DDR, in der auch schon mal protestierende "Nichtwähler" über Nacht in sowjetischen Speziallagern verschwanden, die zuvor als Konzentrationslager vom NS-Regime genutzt wurden, oder aber gleich in der UdSSR. Mir ist noch kein Schein mit exakt dieser Botschaft begegnet. Von einer modernen Manipulation gehe ich aber ebenfalls nicht aus. Ein spannendes Zeitdokument, das es verdient, für die Nachwelt aufbewahrt zu werden. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …" Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Driten Reichs Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-122-2 Auflage: 1. Auflage 2015 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 280 Preis:  29,90 EUR Zur Leseprobe Zum Buch

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