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  • Die Heimschaffung, Teil 1

    Wie die Versorgung der Schweiz mit Banknoten während des Zweiten Weltkriegs gelang Mit der Ausgabe der zweiten Banknotenserie ab 1911[1] hatte sich die Schweizerische Nationalbank entschieden, Banknoten in den Wertstufen zu 50 bis 1000 Franken nicht in der Schweiz drucken zu lassen, sondern durch die Firma Waterlow & Sons in London. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte sich daran nichts geändert. Zwar war der Druck von Scheinen zu 5 und 20 Franken der Schweizer Druckerei Orell Füssli in Zürich übertragen worden. An eine Vergabe des Druckauftrages in die Schweiz auch für die höheren Wertstufen traute sich die SNB jedoch nicht, obwohl Orell Füssli diesbezüglich immer wieder an die SNB herangetreten war. Die Qualität der in London im Stahlstich gedruckten Banknoten schien Schweizer Druckerzeugnissen überlegen, gleichwohl Orell Füssli mit der ab 1930 ausgegeben Banknote zu 20 Franken Typ „Pestalozzi“[2] erstmals eine Banknote im Tiefdruck anfertigte, der dem für die Vorgängernote Typ „Vreneli“ verwendeten Stein- bzw. Offsetdruck hinsichtlich der Fälschungssicherheit überlegen war. An der Vergabe des Druckauftrages nach London wollte man seitens der SNB nicht rütteln, weil man sich von den durch eine international tätige Banknotendruckerei hergestellten Noten die Einhaltung bestmöglicher Standards hinsichtlich des Fälschungsschutzes versprach. Gebäude von Waterlow & Sons im Londoner Stadtteil Finsbury, um 1934. Quelle: https://www.gracesguide.co.uk/File:Im1934BCI-Water07.jpg Unter normalen Umständen konnten die von Waterlow & Sons gedruckten Noten innerhalb weniger Tagen von London nach Bern speditiert werden. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 wurden bei der SNB die Sorgenfalten hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Banknotenversorgung aus London tief – wie konnte für den Fall, dass die Transportwege von London in die Schweiz unterbrochen wären, sichergestellt werden, dass die Versorgung der Schweiz mit Banknoten nicht ausbliebe? Schon während des Ersten Weltkriegs war der Transport von Banknoten aus London zeitweilig unterbrochen gewesen. Würde eine solche Situation erneut eintreten? Immerhin führte der Transportweg der Scheine in England per Zug bis zur englischen Kanalküste, sodann per Schiff über den Ärmelkanal nach Frankreich und von dort weiter per Bahn nach Bern. England und Frankreich befanden sich im Kriegszustand mit Deutschland, es drohten Angriffe insbesondere auf den Schiffsverkehr über den Ärmelkanal durch deutsche U-Boote. Die SNB begann mit den Vorbereitungen zur Schaffung von Reservenoten im Falle einer Knappheit bei der Banknotenversorgung aus London. Ein erster Schritt war der ab November 1939 eingeleitete Überdruck von 30 Serien der von Orell Füssli gedruckten 100-Frankennote Typ „Tell“ mit Ausgabedaten von 1918 bis 1920[3]. Eine Vorgängerversion dieses Scheins mit leicht verändertem Kopfbildnis[4] war schon im September 1918 ausgegeben worden, erwies sich jedoch wegen der Druckausführung als nicht ausreichend fälschungssicher und musste daher zurückgerufen werden. Die Scheine erhielten einen Sicherheitsaufdruck, der den Fälschungsschutz verbessern sollte. Das Ganze blieb eine Übergangslösung für den Notfall. Die SBN blieb von Banknotenlieferungen aus England abhängig. Reservenote zu 100 Franken mit Datum 4. Dezember 1942, gedruckt bei Orell Füssli in Zürich. Die Note wurde nie ausgegeben. In den ersten Monaten nach Kriegsausbruch blieben Kampfhandlungen in Westeuropa aus. Mit der als „drôle de guerre“ (komischer Krieg) bezeichnen Anfangsphase des Zweiten Weltkrieges in Westeuropa trat ein Zustand ein, in dem Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich zwar den Krieg erklärt hatten[5], die Kriegsparteien sich militärisch jedoch weitgehend passiv verhielten. In Bern und Zürich fragte man sich, ob und wie lange dieser Zustand anhalten würde. Konnte man weitere Banknotentransporte über das Territorium von Staaten im Kriegszustand in die Schweiz riskieren, und Waterlow & Sons neue Druckaufträge erteilten? Die SNB entscheid sich schließlich, dieses Risiko einzugehen. Anfang November 1939 – zwei Monate nach Kriegsausbruch – traf ein planmäßiger Transport von Banknoten in Bern ein. Es handelte sich um 350.000 Scheine zu 100 Franken und 400.000 Scheine zu 50 Franken. Der Transport dauerte 3 ½ Tage und wurde durch die Firma Machinery & Technical Transport mit Sitz in London organisiert[6]. Trotz des seit zwei Monaten herrschenden Kriegszustandes erfolgte die Verladung per Schiff über den Ärmelkanal und weiter per Zug durch Frankreich reibungslos. Die SNB profitierte – trotz kriegsbedingt erhöhter Transportkosten – sogar noch von rund 11% günstigeren Druckkosten gegenüber dem letzten Auftrag zu Friedenszeiten, denn der Wechselkurs des englischen Pfundes war mit Kriegsausbruch gegenüber dem Schweizer Franken gefallen. Durch die SNB waren bei Waterlow & Sons bereits weitere Noten bestellt worden, über deren geplante Auslieferung in der Direktoriumssitzung vom 3. November 1939 durch das für die Bargeldversorgung zuständige II. Department des SNB wie folgt berichtet wurde: 200.000 Stück zu 1000 Franken (Serien 1M und 1N mit Ausgabedatum 7. September 1939), versandbereit am 12. Dezember 1939 und am 17. Januar 1940; 200.000 Stück zu 500 Franken (Serien 1J und 1K mit Ausgabedatum 7. September 1939), versandbereit am 27. Dezember 1939 und am 31. Januar 1940; 1.000.000 Stück zu 100 Franken (Serien 9C bis 9M mit Ausgabedatum 3. August 1939), monatlich 4 Serien, versandbereit bis Mitte März 1940, sowie 1.000.000 Stück zu 50 Franken (Serien 9G bis 9Q mit Ausgabedatum 3. August 1939), ebenfalls monatlich 4 Serien bis versandbereit bis Mitte März 1940. Da im Dezember 1939 erneut ein Transport aus London wohlbehalten in Bern eintraf, war man guter Dinge, dass die Transportwege in die neutrale Schweiz trotz des Krieges weiter offenbleiben würden. Daher entschied die SNB, Waterlow & Sons mit weiteren Druckaufträgen zu betrauen. Am 19. Februar 1940 beauftragte man je 1 Millionen Noten zu 50 Franken und zu 100 Franken. Ein weiterer Transport Schweizer Noten aus London erreichte Bern planmäßig Anfang Mai 1940. Es sollte vorerst der letzte bleiben. Traf mit dem letzten planmäßigen Transport aus London Anfang Mai 1940 in Bern ein: Banknote zu 50 Franken mit Ausgabedatum 3. August 1939, Kontrollnummer 9N 030901. Mit dem Ausbruch von Kampfhandlungen in Westeuropa ab Anfang Mai 1940 änderte sich die Situation schlagartig: Am 10. Mai 1940 besetzte die Deutsche Wehrmacht die Niederlande und Belgien, am 25. Juni 1940 trat ein Waffenstillstand mit Frankreich in Kraft; Teile Frankreichs wurden durch deutsche Truppen besetzt. Ein für Ende Mai 1940 geplanter Transport per Schiff von Liverpool nach Bordeaux und von dort über Lyon nach Bern wurde zunächst verschoben und sodann durch Waterlow & Sons am 17. Juni 1940 endgültig storniert: Der Landtransportweg durch Frankreich war blockiert. Ab Juli 1940 setzten zudem massive deutsche Luftangriffe auf England ein, die auch die Produktionsstätten bei Waterlow & Sons beschädigten, wobei die SNB über das Ausmaß der Schäden und die Auswirkungen der Kriegsereignisse auf den Banknotendruck für die Schweiz zunächst keine Vorstellungen hatte. Eine deutsche Invasion in England stand zu befürchten. Der Versorgung der Schweiz mit Banknoten aus Londoner Produktion stand unvermittelt auf der Kippe. Mitte Juli 1940 entschied die SNB, trotz unterbrochener Transportwege Waterlow & Sons mitzuteilen, dass der Druck der Banknoten zu 50 und zu 100 Franken, der im Februar 1940 beauftragt worden war, fortgesetzt werden sollte, sofern die Kriegsverhältnisse in England eine weitere Tätigkeit von Waterlow & Sons überhaupt gestatteten. Allerdings wurde der Druckauftrag auf die Hälfte des ursprünglich erteilten Auftragsvolumens beschränkt. Man hoffte, dass eine – wenn auch zeitlich gestreckte – Ausführung des erteilten Druckauftrages in London noch möglich sein würde. Mitte August 1940 konnte das II. Department der SNB dem Direktorium mitteilen, dass Warterlow & Sons die Serien 9N bis 9R der Scheine zu 100 Franken sowie die Serien 9R bis 9V der Scheine zu 50 Franken habe fertigstellen können. Diese lägen in London bereit, könnten aber nicht versandt werden. Trotz der noch nicht erfolgten Ablieferung – erst einen Monat nach Lieferung wurde die Vergütung von Waterlow & Sons zur Zahlung fällig – entschloss sich die SNB, die Hälfte der bereits fertig gestellten Noten (also ein Viertel des gesamten Druckauftrages) zu bezahlen. Wie und auf welchen Wegen konnten die fertig gedruckten Scheine aus den Tresoren von Waterlow & Sons in London in die Tresore der SNB nach Bern gelangen? Überlegungen dazu setzen ein sowohl bei der SNB als auch bei Waterlow & Sons, mit denen die SNB per Brief (deren Laufzeit mehrere Wochen betrug) sowie über Radiogramm[7] in Verbindung blieb. Da sich für das Transportproblem keine schnelle Lösung abzeichnete, entschied das Direktorium der SNB, mit der Freigabe der zweiten Hälfte des ursprünglichen Auftrages vom Februar 1940, sowie mit weiteren Aufträgen noch abzuwarten . Erst in der Direktoriumssitzung vom 30. Oktober 1941 wurde auf Anregung von Bankratspräsident Dr. Bachmann beschlossen, die noch ausstehende zweite Hälfte der Druckauftrages vom Februar 1940 bezüglich der 50-Frankennote wieder anzustoßen und deswegen mit Waterlow & Sons Kontakt aufzunehmen. Überlegt – und später wieder verworfen - wurde zugleich, neben den Unterschriften auch die Serien und Nummern nunmehr in der Schweiz auf die von Waterlow & Sons gelieferten Notenformulare aufdrucken zu lassen, damit im Falle eines Verlustes der Noten auf dem Transport keine ausgabefertigen Scheine in unbefugte Hände gelangten, die man nur schwer hätte aus dem Umlauf zurückrufen können. Am 19. November 1941 erhielt Waterlow & Sons schließlich den Auftrag zur Fertigstellung des Druckauftrages vom Februar 1940, und zwar für die Serien 9W bis 10A der Scheine zu 50 Franken und die Serien 9S bis 9W der Scheine zu 100 Franken, beide mit Ausgabedatum 15. Februar 1940. Denn zwischenzeitlich hatte ein Teil der im August 1940 fertig gestellten Scheine auf abenteuerlichen Wegen die Schweiz erreicht. Hier geht es zur Fortsetzung. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Richter/Kunzmann CH 1-3, 7-9, 13-15, CH 21-23; Pick P.5/34, 6/28,35; 7/29/36 und 6/30/37 [2] Richter/Kunzmann CH 29, Pick 39 [3] Richter/Kunzmann RS4, Pick 10. [4] Richter/Kunzmann CH14, Pick 9. [5] Am 3.September 1939. [6] Protokoll der Direktoriumssitzung vom 3. November 1939. [7] Ein durch Funk übermitteltes Telegramm.

  • Aus privaten Sammlungen: Abstempelung des Befehlshabers Saloniki-Ägäis 1944

    Nach der italienischen Annexion Albaniens im April 1939 hatten Großbritannien und Frankreich für die Unabhängigkeit Griechenlands garantiert. Am 28. Oktober 1940 richtete Mussolini dennoch ein Ultimatum an das neutrale Land. Nach dessen Ablehnung überfiel er Griechenland mit seinen völlig unvorbereiteten Truppen und ohne Abstimmung mit dem deutschen Verbündeten, wurde aber bald von griechischen und britischen Truppen bis auf albanisches Gebiet zurückgeschlagen. Hitler gab am 12. November 1940 die Weisung zur Vorbereitung eines Angriffs auf Griechenland, um den verbündeten Italienern beizustehen. Der deutsche Angriff begann am 6. April 1941 und bereits am 27. April fiel Athen. Am 1. Mai 1941 wurde eine neue griechische Regierung unter deutsch-italienischer Besatzung gebildet. Im September/Oktober 1944 wurde Griechenland von der Wehrmacht geräumt – bis dahin herrschte Wirtschaftskrise, Inflation und Hunger. Die letzten deutschen Soldaten verließen das griechische Festland am 31. Oktober 1944. Auf einigen Inseln, wie z.B. Kreta, hielten sich sogar noch deutsche Kampfverbände bis Kriegsende. Einige Behelfszahlungsmittel der Wehrmacht kommen mit Abstempelungen des Befehls- habers Saloniki-Ägäis vor, die in Makedonien und Nordgriechenland kursierten und aus der Endzeit der deutschen Besatzung stammen. Sie dienten wahrscheinlich sogar als Notgeld für die Zivilbevölkerung. 1 Reichspfennig entsprach dabei 625.000 Griechischen Drachmen. Die Scheine tragen einen roten Stempel der Hauptverwaltung in Makedonien in griechischer und einen violetten oder blauen Wehrmachtsstempel in deutscher Sprache. Vom letzteren sind drei Varianten bekannt: "Befehlshaber Saloniki-Ägäis 7", "Wehrmachtintendant beim Bfh. Griechenland" und "Wehrmachtintendant Griechenland, Außenst. Saloniki-Ägäis". Derart abgestempelte Scheine sind selten. Objekttyp: Militärgeld (Behelfszahlungsmittel für die Deutsche Wehrmacht), nach Abstempelung als Notgeld genutzt Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Authentizität: Original (Abbildungsvorlage für Katalog) Land/Region/Ort: Großdeutsches Reich, besetztes Griechenland, Makedonien Emittent: Deutsche Wehrmacht: Befehlshaber Saloniki-Ägäis Nominal: 10 Reichspfennig = 6.250.000 Griechische Drachmen Datierung: ohne Datum (1944) Vorderseite: Wehrmachtsadler im Unterdruck, zwei Siegel der Deutschen Wehrmacht Rückseite: unbedruckt, ein Stempel des Befehlshabers Salonki-Ägäis sowie ein griechischer Behördenstempel (Griechischer Staat – Hauptverwaltung Makedonien) Material: hellgrünes Papier mit Wasserzeichen Kreuzblüten Format: 110 mm x 55 mm Nummerierung: ohne Gültigkeit: September 1944 bis 1945 Zitate: ZWK-105 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro/Gra 507 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) SCWPM M21 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues: Greece) B2103a (Linzmayer: The Banknote Book – Greek) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Bestellung über den Verlags-Shop

  • Aus Swaziland wird eSwatini: Neue 200-Emalangeni-Note

    In dem kleinen afrikanischen Königreich ist eine neue 200-Emalangeni-Note in Umlauf, die in ihrer Gestaltung der bisherigen Note des gleichen Nominals (vgl. SWZ-40 bzw. Linzmayer B238) entspricht, aber auf der Rückseite einen neuen Banknamen (Central Bank of eSwatini statt Central Bank of Swaziland) aufführt. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com #Nachrichten #Weltbanknoten #Afrika #Swaziland #Emalangeni #Grabowski

  • Eswatini gibt überarbeitete 200-Emalangeni-Banknote mit neuem Ländernamen aus

    Am 8. September 2023 hat der Gouverneur der Zentralbank von Eswatini (ehemals Swasiland), Phil Mnisi, am Stand der Eswatini International Trade Fair in Manzini eine neue 200-Emalangeni-Banknote vorgestellt. Der Neudruck des Nominals, das erstmals 2017 ausgegeben wurde, enthält die folgenden Änderungen: Der Name des Landes wurde von "Swaziland" in "Eswatini" geändert. Das Datum auf der Banknote wurde auf den 6. September 2023 (6.9.2023) geändert. Die Unterschriften des neuen Finanzministers (Neal H. Rijkenberg) und des neuen Gouverneurs der Zentralbank von Eswatini (Philemon F. Mnisi) erscheinen. Das Siegel der Zentralbank wurde aktualisiert und der Name des Landes von Swaziland in Eswatini geändert. Der durchsichtige Text im Sicherheitsfaden zeigt nun CBE (Central Bank of Eswatini) und nicht mehr CBS (Central Bank of Swaziland). HIER im Blog wurde ein Entwurf dieser neuen Banknote gezeigt. Die im alten Beitrag abgebildete Banknote wurde nicht 2018 ausgegeben, sondern jetzt erst. Donald Ludwig (polymernotes.org)

  • Eswatini gibt eine 50-Emalangeni-Gedenkbanknote heraus

    Am 10. Mai 2024 gab die Zentralbank von Eswatini eine 50-Emalangeni-Note aus, die an den 50. Jahrestag der Gründung der Monetary Authority of Swaziland, der Vorläuferin der Zentralbank von Eswatini, erinnert. Die Banknote ähnelt der derzeit im Umlauf befindlichen 50-Emalangeni-Note, jedoch mit einem neuen, violetten OVI-Sicherheitsmerkmal, das das grüne Schild und die Speere auf der Vorderseite rechts ersetzt. Auf der Rückseite ist ein anderes Gebäude abgebildet. Wie bei dem zirkulierenden Fünfziger von Eswatini ist der Text in Englisch und Swazi. Auf der Vorderseite sind König Mswati III. und das Wappen des Landes mit einem Löwen und einem Elefanten abgebildet, die einen Schild mit einer Federkrone flankieren. Auf der Vorderseite ist ein grün-rosafarbener, gefensterter Sicherheitsfaden mit der entmetallisierten Aufschrift "CBE 50" zu sehen. Das Wasserzeichen zeigt König Mswati III. und eine Elektrotype mit der Wertzahl "50". Die neue Gedenkbanknote (Vorderseite). Zum Vergleich: Die Vorderseite der 50-Emalangeni-Note im Umlauf. Die neue Gedenkbanknote (Rückseite). Zum Vergleich: Die Rückseite der 50-Emalangeni-Note im Umlauf. Die obigen Abbildungen zeigen die neue 50-Emalangeni-Gedenkbanknote zusammen mit dem Fünfziger, der derzeit im Umlauf ist. Die neue Gedenkbanknote wurde von Giesecke+Devrient in Deutschland gedruckt. Sie misst 152 mm x 70 mm und besteht aus einem Hybridsubstrat. Donald Ludwig (polymernotes.org)

  • Lexikon: Klasen, Dr. Karl

    Karl Klasen wurde am 23. April 1909 in Hamburg geboren. 1933 schloss er ein Studium der Rechtswissenschaften mit Promotion als Dr. jur. an der Universität Hamburg ab. Dr. Karl Klasen, Präsident der Deutschen Bundesbank 1970 – 1977. Abb. Deutsche Bundesbank. Vom 1. April 1948 bis 31. Mai 1952 war er Präsident der Landeszentralbank der Hansestadt Hamburg, von 1957 bis 1969 Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und vom 1. Januar 1970 bis 31. Mai 1977 Präsident der Deutschen Bundesbank. Seine Unterschrift findet sich auf den Noten der Deutschen Bundesbank mit Datum von 1970. Dr. Karl Klasen starb am 22. April 1991 in Hamburg. Deutsche Bundesbank: Muster eine Bundesbanknote zu 50 Deutschen Mark vom 2. Januar 1970 mit Faksimile-Unterschrift von Karl Klasen (links). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Grabowski / Mehlhausen: Handbuch Geldscheinsammeln Ein Leitfaden für Geldscheinsammler und solche, die es werden wollen – Tipps, Tricks und Infos vom Fachmann Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-249-6 Auflage: Aktualisierte 2. Auflage 2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 224 Preis: 19,90 EUR Leseprobe Zum Shop

  • Wahre Verbrechen: Die „Lindbergh-Dollars“

    1927 überquerte Charles A. Lindbergh (1902 – 1974) als erster Mensch der Welt im Alleinflug den Atlantik von New York nach Paris. Das machte ihn schlagartig auf der ganzen Welt berühmt und zu einem gefeierten Helden der noch jungen Luftfahrt. Charles Lindbergh um 1928, mit Helm und Schutzbrille, im offenen Cockpit eines Flugzeugs in Lambert Field, St. Louis, Missouri. In den 1930er Jahren machte ein unfassbares Verbrechen international Schlagzeilen: Die Entführung und Ermordung des Sohns von Atlantik-Überflieger Lindbergh. Am 1. März 1932 wurde das 20 Monate alte Kind im Kinderzimmer der Lindberghs in Hopewell/New Jersey vermisst – gefunden wurde auf dem Fensterbrett eine Lösegeldforderung über 50.000 Dollars. Die „Buffalo Evening News“ titelte am 2. März 1932 „Lindbergh-Baby entführt / umfangreiche Fahndung erfolglos“. Charles Lindbergh Jr., restauriertes Foto von einem Poster, mit dem 1932 nach dem Kind gesucht wurde. Der Entführer forderte die Summe in drei Wertstufen: 25.000 Dollars in 20-Dollars-Noten, 15.000 Dollars in 10-Dollars-Noten und 10.000 Dollars in 5-Dollars-Noten. Der Text lautete „Dear Sir! / Have 50 000 $ redy. 25 000 $ in / 20 $ bills 15 000 $ in 10 $ bills / and 10 000 $ in 5 $ bills. After 2–4 days / we will inform you were to deliver / the many. / We warn you for making / anyding public or for notify the police / the child is in gut care. / Indication for all letters are / singnature and 3 holes.“ Die Lindberghs waren bereit, das Geld zu zahlen. Schreiben mit der 50.000-Dollars-Forderung; 1.250 Noten zu 20 $, 1.500 Noten zu 10 $ und 2.000 Noten zu 5 $ – nach heutigem Wert fast eine Million US-Dollars. Die Lösegeldforderung war in schlechtem Englisch verfasst; die Polizei deutete das auf einen deutschen oder skandinavischen Absender. Die Analyse bestätigte sich durch die späteren Ermittlungen als richtig. Am 4. März 1932 wurde im New Yorker Stadtteil Brooklyn ein zweites Lösegeld-Schreiben an Lindbergh abgeschickt, in dem die Lösegeldforderung um 20.000 Dollars auf nunmehr 70.000 Dollars erhöht wurde. Dr. John F. Condon, ein Vertrauter der Lindberghs und pensionierter Schulleiter aus New York, erhielt von Lindbergh am 10. März 1932 die 70.000 US-Dollars in bar und die Vollmacht zu Verhandlungen mit dem Unbekannten. Der Entführer drohte mit einer weiteren Erhöhung des Lösegelds auf 100.000 US-Dollars, falls Lindberghs Vermittler und Unterhändler seinen Forderungen nicht nachkommen. Man verständigte sich über Zeitungsanzeigen und in konspirativen Treffen. Der Kidnapper hatte insgesamt 13 Schreiben verfasst. Vor der Geldübergabe am 2. April 1932 auf dem Woodlawn-Friedhof an der Webster Avenue in der nördlichen Bronx/NY hatte das BOI (Bureau of Investigation, ab 1935 in FBI umbenannt) 250.000 Broschüren mit den Kontrollnummern aller Scheine drucken lassen, die vorwiegend im Großraum New York verteilt wurden. Am 26. Mai 1932 wurden von der New Jersey State Police eine Belohnung in Höhe von 25.000 Dollars für Informationen in Aussicht gestellt, die zur Festnahme des Entführers führen sollten. Das tote Lindbergh-Baby wurde am 12. Mai 1932 etwa sieben Kilometer von Lindberghs Haus gefunden. Titel der Broschüre und Seite 3 mit den Kontrollnummern von 5-Dollars-Scheinen. 5 US-Dollars 1928, Vorderseite, US Note, KN und Siegel in Rot, Porträt Abraham Lincolns, 16. Präsident der USA. 5 US-Dollars 1928, Rückseite, US Note, Ostansicht des Lincoln Memorial im West Potomac Park in Washington/DC (zwischen 1915 und 1922 erbaut). Über 19.000 Polizeibeamte waren an der Aufklärung des Falls beteiligt. Mit Arglist der Ermittler war die Lieferung der 10- und 20-Dollars-Scheine in sog. Gold Certificates erfolgt: diese Geldscheine mussten gemäß Executive Order 6102 bis zum 30. April 1933 eingetauscht werden. Dadurch wurde der Entführer in Zeitnot gezwungen, diese Scheine innerhalb eines Jahres auszugeben bzw. umzutauschen. 10 US-Dollars 1928, Vorderseite, Gold Certificate, KN und Siegel in Gelb, Porträt Alexander Hamiltons, erster Finanzminister der USA. 10 US-Dollars 1928, Rückseite, Gold Certificate, Nordansicht des US Treasury Building an der Pennsylvania Avenue in Washington/DC, Sitz des Finanzministeriums. Über ein Jahr lang hatte das Bureau of Investigation im Fall Lindbergh keine „heiße Spur“. Erst am 1. Mai 1933 wurden Lösegeldscheine eingezahlt und am folgenden Tag als solche in der Federal Reserve Bank of New York in Lower Manhattan erkannt. Das waren 2.980 US-Dollars (= 296 Zehner und 1 Zwanziger) in Goldscheinen. Umgehend wurden die Einzahlungsbelege vom 1. Mai geprüft; darauf waren Name und Adresse vermerkt: J. Faulkner und 537 West 149th Street. Dort lebte niemand mit dem Namen; logischerweise hatte der Einzahler nicht seinen wirklichen Namen und richtige Adresse hinterlassen. Die Beamten fanden jedoch heraus, dass 1913 dort eine Frau Jane Faulkner wohnte. Nach ihrer Hochzeit mit einem Deutschen war sie weggezogen. Beide hatten jedoch mit der Entführung nichts zu tun. Erst eineinhalb Jahr später wurden im Spätsommer 1934 weitere 16 „Lindbergh-Dollars“ registriert, obwohl die Polizei bis dahin gehofft hatte, dass sich jemand mit einer größeren Menge Golddollars-Scheinen verdächtigt machen würde. 20 US-Dollars 1928, Vorderseite, Gold Certificate, KN und Siegel in Gelb, Porträt Andrew Jacksons, 7. Präsident der USA. 20 US-Dollars 1928, Rückseite, Gold Certificate, Südansicht The White House, Wohnsitz und Arbeitsort der US-Präsidenten, an der Pennsylvania Avenue in Washington/DC. Nach insgesamt zweieinhalb Jahren glückte der Polizei doch noch die Aufklärung des Verbrechens ... durch „Kommissar Zufall“. Am frühen Nachmittag des 18. September 1934 informierte ein Mitarbeiter der New Yorker Corn Exchange Bank and Trust Company das NY City Bureau, dass man einen 10-Dollars-Lösegeldschein gefunden habe. Vorgelegt hatte ihn der Besitzer einer Tankstelle an der Kreuzung East 127th Street/Lexington Avenue. Am 15. September 1934 hatte ein Unbekannter, der der Fahndungszeichnung ähnelte, mit dem Schein für die getankten knapp 20 Liter Benzin bezahlt. Der Tankwart wurde misstrauisch und schrieb das Nummernschild auf den Zehner: NY / 4U 13·41. Damit war es ein Leichtes, den Halter zu ermitteln und die Verhaftung vorzubereiten. Das Kfz-Kennzeichen wurde an einen Bruno Richard Hauptmann, 1279 East 222nd Street, Bronx/NY, vergeben. Hauptmanns Haus wurde observiert, um 9.00 Uhr am 19. September 1934 wurde er verhaftet, als er in sein Auto steigen wollte. In seiner Garage fand man in einem Benzinkanister 14.600 Dollars (474 Zehner und 493 Zwanziger) in Goldzertifikaten des Lösegelds; ebenso die Schuhe, die er am 8. September 1934 mit einem 20-Dollars-Schein gekauft hatte. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass die Leiter, die bei der Entführung benutzt wurde, aus einer Dachlatte in Hauptmanns Werkstatt gefertigt worden war. Bei der Gegenüberstellung in der Nacht des 19. September 1934 wurde Hauptmann vom Taxifahrer Joseph Perrone eindeutig als Überbringer eines der Schreiben mit Lösegeldforderung identifiziert. Hauptmann gab mehrere Käufe zu, die mit Lösegeldscheinen bezahlt wurden. Nach Anklagen am 26. September 1934 in New York wegen Erpressung und nach einer weiteren am 8. Oktober 1934 in Flemington/NJ wegen Mordes begann der Hauptprozess am 3. Januar 1935 und dauerte fünf Wochen. Nach Bekanntgabe des Urteils durch die Jury am 13. Februar 1935 – schuldig des Mordes ersten Grades – bestritt er bis zu seinem Tod am 3. April 1936 wiederholt seine Schuld. Richard Hauptmann, ein wegen Raub vorbestrafter Tischler aus dem sächsischen Kamenz ging Anfang Juli 1923 in Bremen als blinder Passagier an Bord der „Hannover“, erreichte am 13. Juli 1923 New York City, wurde verhaftet und ausgewiesen. Im August 1923 scheiterte eine weitere illegale Einreise über Kanada, er schaffte es aber im November 1923. Hauptmann wurde im New Jersey State Prison in Trenton auf dem „elektrischen Stuhl“ hingerichtet. Nicht einmal die Hälfte des übergebenen Lösegelds wurde je gefunden oder registriert. In Finn’s Report vom 28. September 1934 findet sich die Aufstellung aller angehaltenen Lösegeldscheine. Ein weiterer Beitrag über Lösegeldforderungen in den USA, bis heute ungeklärt, erscheint demnächst hier im Geldschein-Blog! Michael H. Schöne Quellen: https://en.wikipedia.org https://lindberghkidnap.proboards.com https://numismatics.org https://www-fbi-gov https://www.rrauction.com http://www.lindberghkidnappinghoax.com (Die abgebildeten Geldscheine zeigen die Notentypen von 1928 mit den Unterschriften von Schatzmeister Walter Orr Woods sowie von Finanzminister Andrew William Mellon und wurden während ihrer gemeinsamen Dienstzeit vom 18. Januar 1929 bis 12. Februar 1932 gedruckt.)

  • Japans neue Banknotenserie

    Am 9. April 2019 hatte das japanische Finanzministerium die Entwürfe für eine neue Banknotenserie in den Stückelungen 1000, 5000 und 10.000 Yen veröffentlicht, HIER im Blog berichtet. Am 3. Juli 2024, mehr als fünf Jahre später, wurden diese neuen Banknoten in Umlauf gebracht – die ersten neuen Geldscheine Japans seit zwei Jahrzehnten. Die auf den neuen Scheinen abgebildeten Personen stehen für den Kapitalismus, die Gleichberechtigung der Frauen und die wissenschaftliche Innovation. Die 1000-Yen-Note zeigt den Arzt und Bakteriologen Kitasato Shibasaburō (1853-1931) auf der Vorderseite links, im Wasserzeichen mit hoher Auflösung und auch im holographischen Patch auf der Vorderseite unten links. Er war maßgeblich an der Erforschung des Wundstarrkrampfs und der Beulenpest beteiligt. Die Rückseite zeigt das berühmte Bild "Kanagawa-oki nami ura" (Unter der großen Welle vor Kanagawa) aus der Serie Fugaku sanjūrokkei (Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji), einem japanischen Ukiyo-e-Holzschnitt von Katsushika Hokusai. Die Banknote wurde mit verbesserten taktilen Markierungen versehen und misst 150 x 76 mm. Die 5000-Yen-Note zeigt das Porträt von Tsuda Umeko (1864-1929), einer Pionierin der Frauenbewegung und Pädagogin, auf der Vorderseite links, im Wasserzeichen mit hoher Auflösung und auch im holographischen Streifen auf der Vorderseite links in der Mitte. Auf der Rückseite sind drapierte japanische Glyzinienblüten (fuji) abgebildet. Die Banknote wurde ebenfalls mit verbesserten taktilen Markierungen versehen und misst 156 x 76 mm. Auf der 10.000-Yen-Note ist Shibusawa Eiichi (1840-1931), der als "Vater des japanischen Kapitalismus" bekannt ist, auf der Vorderseite links im Wasserzeichen mit hoher Auflösung und auch im holographischen Streifen ganz links auf der Vorderseite abgebildet. Shibusawa war eine Schlüsselfigur beim Aufbau der modernen japanischen Wirtschaft und galt als Gründer von Hunderten von Unternehmen. Die Rückseite zeigt die Marunouchi-Seite des Tokioter Bahnhofs aus rotem Backstein aus dem Jahr 1914. Auch hier gibt es verbesserte taktile Markierungen. Das Format beträgt 160 x 76 mm. Das holographische Patch der 1000-Yen-Banknote. Die holographischen Streifen der 10.000- und 5000-Yen-Banknoten. Die neuen Yen-Scheine verwenden eine holographische 3-D-Technologie als Fälschungsschutz. Das japanische National Printing Bureau, das für den Druck der Yen-Banknoten verantwortlich ist, bezeichnete dies als Weltneuheit. Der bargeldlose Zahlungsverkehr hat sich in Japan nur langsam durchgesetzt. Die Banknoten verwenden gedruckte Muster, um Hologramme der Porträts zu erzeugen, die je nach Betrachtungswinkel in unterschiedliche Richtungen zeigen. Zusätzlich zu den Hologrammen weisen die neuen Yen-Scheine auch eine größere Schrift auf, so dass sie für die alternde Bevölkerung des Landes leichter zu lesen ist. Zusätzliche Sicherheitsmerkmale beinhalten: Stichtiefdruck: Der erhabene Druck der Ziffern fühlt sich rau an. Wasserzeichen-Balken-Muster: In die Banknoten sind vertikale Wasserzeichen-Balken eingebettet. Die Anzahl der Balken ist je nach Nennwert unterschiedlich (10.000=3 Balken, 5000=2 Balken, 1000=1 Balken). Latentes Bild: Die Ziffern des Nennwerts oder das Wort "NIPPON" erscheinen auf der Vorder- oder Rückseite der Banknote, wenn diese gekippt wird. Perlende Druckfarbe: Ein rosafarbenes, perlmuttartiges Muster erscheint in den leeren Bereichen des linken und rechten Rands der Banknote, wenn diese gekippt wird. Mikroschrift: Wenn Sie eine Lupe verwenden, sehen Sie den Schriftzug "NIPPONGINKO" in Mikroschrift, die von Kopiergeräten nicht reproduziert werden kann. Fluoreszierende Druckfarbe: Das Siegel des Gouverneurs und einige Teile des Hintergrundmusters fluoreszieren unter ultraviolettem Licht. Donald Ludwig

  • Notgeld der Städtischen Sparkasse aus Sinzig am Rhein

    Dem Sammler dürften die eher seltenen Serienscheine aus Sinzig allgemein bekannt sein. Nicht bekannt sind vermutlich die Notgeldausgaben der Städtischen Sparkasse Sinzig aus dem Jahr 1923. Diese Schecks sind bislang nur mit drei Ausgaben belegt und sollen hier vorgestellt werden. Am 26. Oktober 1923 gab die Städtische Sparkasse Sinzig einen Scheck über 50 Milliarden Mark aus. Darauf befindet sich ein Stempel der Sparkasse sowie ein weiterer Stempel „Der Bürgermeister“ und eine handschriftliche Unterschrift des stellvertretenden Bürgermeisters. Dieser unterzeichnete, aufgrund der Abwesenheit des eigentlichen Bürgermeisters, als dessen Vertreter alle Notgeldscheine. Sein Name lässt sich leider nicht entziffern. Der damalige Bürgermeister von Sinzig, Dr. jur. Ernst Schäfer, wurde im März 1923 durch die französische Besatzungsmacht aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen und durfte erst im Dezember 1924 zurückkehren. Der vorgenannte Notgeldschein ist in keinem der bekannten Kataloge verzeichnet. Auch in den beiden großen Sammlungen (Sammlung Dr. Keller, Bundesbank Frankfurt a. M. und Sammlung Pick, G+D-Stiftung München) sind keine Notgeldscheine aus Sinzig vorhanden. Dem Autor ist nur ein Exemplar bekannt. Städtische Sparkasse Sinzig: Scheck über 50 Milliarden Mark vom 26. Oktober 1923. Mit Datum vom 9. November 1923 wurden zwei weitere Notgeldausgaben gedruckt. Es handelt sich um die Werte zu 500 Milliarden und 2 Billionen Mark.[1][2][3] Städtische Sparkasse Sinzig: Scheck über 500 Milliarden Mark vom 9. November 1923. Städtische Sparkasse Sinzig: Scheck über 2 Billionen Mark vom 9. November 1923. Der 500-Milliarden-Mark-Schein liegt mit und ohne Stempel der Sparkasse vor und der 2-Billionen-Mark-Schein ist nur ohne Stempel der Sparkasse bekannt. Alle bekannten Exemplare sind ohne Unterschriften sowie ohne zusätzliche Stempel „Der Bürgermeister“. Vermutlich wurden beide Werte nicht ausgegeben. Exemplare aus dem Umlauf sind bis heute nicht feststellbar. Es sind jeweils nur vier Exemplare bekannt, die sich allesamt im Besitz des Heimatmuseums Sinzig befinden. Vermutlich wurden weitere Werte ausgegeben bzw. waren geplant, diese sind aber leider nicht bekannt. Sammler dürften sich daher höchstwahrscheinlich über Neuentdeckungen freuen. Bedauerlicherweise ist auch die Aktenlage äußert dünn. In Sinzig sind keine Archivalien erhalten geblieben. Der beim ehemaligen Landratsamt Ahrweiler befindliche Archivbestand wurde durch alliierten Bombenangriff im November 1944 vernichtet. Gemeinsames Merkmal aller Notgeldausgaben der Städtischen Sparkasse Sinzig ist das einheitliche Format von ca. 154 mm x 99 mm sowie das Wasserzeichen „Verschlungene Kreise“. Gedruckt wurden die Scheine in der Buchdruckerei J. Walterscheid in Sinzig. Druckvermerk. Die Druckerei befand sich in der Mühlenbachstraße 40. Hier wurde auch die örtliche Zeitung über sehr viele Jahrzehnte gedruckt.[4] Aus der Buchdruckerei J. Walterscheid wurde das Unternehmen „Krupp Verlags GmbH“ mit Sitz in Sinzig.  Das Unternehmen produziert heute, nach über 140 Jahren, erfolgreich Verlags-Produkte, u.a. diverse Heimatzeitungen.[5] Gebäude der ehemaligen Druckerei J. Waterscheid in Sinzig. Aktuell wollen die jetzigen Immobilien-Eigentümer an dieser Stelle ein neues Gebäude errichten und das alte soll vermutlich abgerissen werden. Aus der Bevölkerung Sinzigs ergeben sich gegen diese Pläne große Bedenken. Dieser historische Ort soll erhalten bleiben und für kulturelle Zwecke weiter genutzt werden. Es besteht die Absicht, dieses für Sinzig historische Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Sinzig war 1923 der preußischen Rheinprovinz (Rheinland) zugehörig. Heute liegt die Stadt im Bundesland Rheinland-Pfalz. Mein Dank gilt auch dem Heimatmuseum in Sinzig für die freundliche Unterstützung bei der Recherche.[6] Thomas van Eck Anmerkungen [1] Keller-Katalog: Das Notgeld der deutschen Inflation 1923 – Nr. 4799 [2] van Eck: Das Notgeld der preußischen Rheinprovinz Band II – Nr. 1712.1 und 1712.2 [3] Dießner: Billionenscheine – Nr. 674.1 [4] Zur Geschichte der „Sinziger Zeitung“ - https://kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb2003/hjb2003.48.htm [5] Krupp Medienzentrum - https://kruppverlag.de/das-unternehmen/ [6] https://www.museum-sinzig.de

  • Billion jenseits von Inflation

    1924: Ein Jahr, in dem Deutschland – wertbeständig – mit Billionen zahlte Am 20. November 1923 erreichte die Inflation in Deutschland ihren im Dezember 1923 dann auch offiziell bestätigten Schlusskurs. Ausländische Börsen und das besetzte Rheinland ließen die Papiermark-Inflation vorübergehend wohl noch um ein Mehrfaches anwachsen, fanden aber bis Ende 1923 bzw. Anfang 1924 immer wieder zum besagten Zielkurs zurück. Dieser erwies sich mit exakt einer Billion Mark für eine Gold- bzw. Rentenmark und einem Wechselkurs von 4,2 Billionen Mark  für einen US-Dollar als außerordentlich pragmatisch – ein zugegeben glücklicher Zufall (?). Gestutzt mittels  „Zwölf-Nullen-Streich“ überquert die gebändigte Mark nach ihrem Inflationsgalopp exakt zum Vorkriegsniveau von 1914 die Ziellinie. Final glänzt Deutschland entlang dieser Dekade mit einer der niedrigsten Geldentwertungen weltweit – explizit auch im Vergleich zu den USA ... Schon wieder ein Beitrag über die deutsche Hyperinflation? Was lässt sich eigentlich nach der Vielzahl der im Vorjahr 2023 erschienenen Artikel zu diesem Jahrhundertgedenken an die Geldentwertungs-Tragödie der "Weimarer Republik" noch Wissenswertes beitragen, wird man sich fragen. Nichts, naja, fast nichts, außer vielleicht einer Petitesse von einer "Billion Fußnoten". Dieser Beitrag widmet sich dem eigentlichen Phänomen der deutschen Inflation, das sich in Folge der Geldentwertung wohl allein hier einstellte. Sicher war es nicht ihre Dimension, in welche sich die Inflation emporschwang. Historisch eingeordnet erscheint diese mit ihrem höchsten im Umlauf befindlichen Nominal von 100 Billionen Mark eher "moderat". DEU-170: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 100 Billionen Mark vom 15. Februar 1924, Vorderseite. DEU-171: Deutsche Reichsbank, Musterabdruck der Reichsdruckerei zu einer nie ausgegebenen Reichsbanknote über 1000 Billionen Mark vom 20. Februar 1924, Vorderseite. Die zweihundert Billionen aus Krefeld kamen nicht zur Ausgabe. Auch die Duderstädter Billiarde mag eher als ein gern präsentierter "Scherzschein" gelten.[1]  Letztlich verblieben auch die 1000 Billionen der Reichsbank von 1924 nur im Entwurfsstadium. Ungarische Fantastililliarden Lieblich unauffälliger Gigant in der Banknotengeschichte (höchster Pengö-Wert im Umlauf): Ungarische Nominalbezeichnung und ein verschämtes „B-“ vereinen sich am 3. Juni 1946 zu 100 Millionen Billionen, 100.000.000.000.000.000.000 bzw. 100 Trillionen Pengö (eine 10 mit 20 Nullen!). Was war die deutsche Papiermark-Entwertung schon im Vergleich zur ungarischen Pengö-Hyperinflation nach 1945?  Hier tauchte sogar erst bei der 10.000 Billionen-Note die B-Pengö-Kennzeichnung für Billionen Pengö auf. Im Umlauf war schließlich bei 100 Millionen Billionen Pengö (100 Trillionen) Schluss; die Milliarde Billion blieb fertig gedruckt dem Umlauf vorenthalten. Bei den 100 Billionen[2] der deutschen Inflation hantierten die ungarischen Scheine noch mit der „M-Vorwahl“ für Tausend (100 Millionen Tausend Pengö). Ganz inkognito. Wer vermutet schon den Inflations-Superlativ hinter dieser Banknote vom 31. Juli 1946? Der Ado-Pengö (Steuer-Pengö) steht schließlich für 2 Trilliarden Pengö, und das multipliziert mit hundert Millionen ergibt 200.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Pengö (200 Quadrilliarden Pengö, in der späteren Währungsreform immerhin noch ein halber Forint). Ab Mitte 1946 behalf man sich mit dem Steuer-Pengö (Adópengö) als einem Versuch zur Schaffung eines wertstabileren Zahlungsmittels, welcher abschließend mit etwa zwei Trilliarden Pengö (10 mit 21 Nullen) pro Einheit umzurechnen war. Auch der Adópengö fiel der Inflation zum Opfer und endete solidarisch bei 100.000.000 Millionen. Interpretiert in der zugrundeliegenden Pengö-Währung war das mit 200 Quadrilliarden (2 x 10 mit 29 Nullen) das höchste Nominal der Währungsgeschichte. Zwei dieser Scheine summierten sich dann zuletzt zur neuen Währungseinheit Ungarns, dem Forint.[3] Passend zum Format in der Philatelie "handlichere" Werte und wohl trotzdem Weltrekord: Freimarke vom 13. Juli 1946 zu 500 Billiarden (500.000.000.000.000.000) Pengö. Die Billion als neue Währungseinheit Die wirkliche Primäre der Weimarer Geldentwertung von 1923 erschien erst im Nachspiel der Inflation in Form der postinflationären Billion auf der währungspolitischen Bühne. Jedoch wird dieser Aspekt im überwiegenden Teil der einschlägigen Betrachtungen oft nur zur Randnotiz degradiert und ist damit einer breiteren Öffentlichkeit eher unbekannt. Wider Erwarten war das Billionen-Nominal die wenigste Zeit – kaum einen Monat lang – von seiner ca. einjährigen Präsenz inflationär. Diese Währungseinheit mit ihrem ‚Pfennig‘ zu zehn Milliarden ist in der Zeit bis zur Einführung der Reichsmark am 1. November 1924 das einzige gesetzliche Zahlungsmittel – ein Status, welcher der viel gepriesenen Rentenmark hingegen verwehrt blieb. Denn alleinige legitime Instanz zur Ausgabe von reichsgültiger Währung war die Deutsche Reichsbank und die emittierte exklusiv die inflationsgebeutelte sog.  "Papiermark".[4] DEU-153a: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 100 Billionen Mark vom 26. Oktober 1923, Vorderseite. Bereits Ende Oktober 1923 brachte die Reichsbank voller „Optimismus“ im Hinblick auf die weitere Inflationsentwicklung als erstes Billionen-Nominal eine 100-Billionen-Mark-Note heraus. DEU-168: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 20 Billionen Mark vom 5. Februar 1924, Vorderseite. DEU-172: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 5 Billionen Mark vom 15. März 1924, Vorderseite. Interessanter war jedoch die Emission einer neuen Billionen-Serie von März bis April 1924 (5 – 100 Billionen Mark), die dann als wertstabile Währung umlief. Die Papiermark in Billionenform war bis zur Einführung der Reichsmark im November 1924 keineswegs ein verschmähtes, sondern neben der explizit auf Zahlungsbelegen 1924 fast ausschließlich verwendeten Goldmarkrechnung[5] sowie der Rentenmark ein durchaus gebräuchliches Zahlungsmittel. Repräsentativ  sollen Dokumente aus einer kleinen Sammlung einschlägiger Zeitzeugnisse im Rahmen einer kommentierten, billionenschwangeren Bildergeschichte versuchen, die Belege selbst „zu Wort kommen“ zu lassen. Am Ende steht eine Biographie der Billion im Geld- und Zahlungsverkehr von der späten Inflationszeit bis in die Reichsmark-Ära. Das dokumentierte Spektrum der Billionen-Präsenz reicht von den obligatorischen Geldscheinen über Transaktionen des täglichen Geschäftslebens inklusive Gebühren-, Porto sowie Steuerzahlungen bis hin zu, den Zahlungsmitteln noch sehr nahestehenden Wechseln. Darin spiegeln sich recht frühe Signale der Billion bis hin zu ihrem vielleicht finalen Auftritt. Im Vergleich zur exklusiven „Scheinheiligkeit“ bietet sich in diesem vielfältigen Milieu einiges Überraschendes. Gelegentlich prahlt die Terra-Währung im Zahlungsverkehr auch mit ihrer billiarden-schweren Schwester Peta-Mark. Dem vorherrschenden Erhaltungsfetischismus ignorieren zahlreiche Exponate leger. Als Einzelstücke, sich ihrer grundsätzlichen Einmaligkeit "bewusst", muss man sie nehmen, wie sie kommen, wenn sie sich überhaupt die "Ehre" geben. Abseits des engagierten Sammlerinteresses schlummern die Preise für die Billionenbelege, „Ratten“ hin oder her, eher im Keller. Das kaum erschlossene Gebiet birgt zudem noch viel Potenzial für spektakuläre Funde – von dreizehnstelligen „Frühgeburten“ bis zu billiarden-beflügelten Rekordmarken. Auf schwindendem Schein: Poetisches zur Billionen-Inflation "Wertbeständiger" Neujahrswunsch 1924: Von der Inflation blieb ein billiger "Papierersatz" als millionenschwere Grundlage für einen lyrischen Abriss durch die 1923iger-Geldentwertung bis zum Billionär sowie einem gold-soliden Hoffnungsschimmer für 1924. Die Rückseite der Bamberger Billion vom November 1923 reimt sich klagend durch den inflationären Sumpf einer schließlich dreizehnstelligen "Pilzvergiftung". Randerscheinungen des deutschen Billionenphänomens Einzige münzgeschichtliche Zeitzeugin der Billionen-Epoche von 1923: als Notgeld der Provinz Westfalen repräsentiert diese Münze die „Mark“ der Billionenwährung. Nicht nur vom Nominal her, sondern auch mit sechs Zentimetern Durchmesser die größte geprägte deutsche "Währungseinheit" überhaupt, sieht man einmal von Abschlägen anderer Münzen ab, die nicht für den Umlauf bestimmt waren. Die Ausgabe erinnert an ein ganzes Jahr Inflation und läutet gleichzeitig auch das Ende der Billionenära ein. (Hier vorliegend, vielleicht als beredter „Trümmerfrauenfund“, der zwei Jahrzehnte später schicksalhaft vom Tiefpunkt des Deutschen Reichs „gebrandmarkt“ wurde.) Zwar nur ein ordinärer US-Dollar von 1923, aber Ende diesen Jahres schließlich offiziell 4,2 Billionen Mark wert (auf internationalem Parkett notierte die US-Währung Anfang 1924 sogar noch kurz bei zwölf Billionen Mark). Simpel, sparsam, schnell: Der Billionenschein 1923/24 Ganz schön schief, die Billion vom 1. Novemer 1923 (DEU-155): Viel Sorgfalt verwendete man nicht mehr für die Produktion von Reichsbanknoten; einfach, schnell, Hauptsache Masse. Standard-Folklore: Fünf Billionen Mark der Reichsbank vom 01. November 1923 (Firmendruck, DEU-156), einfacher einseitiger Druck aber immerhin mit Einfärbung, Wilcox-Fasereinlage und auf Wasserzeichenpapier. Soviel Inflation lässt selbst eine Reichsbanknote schon mal erblassen: Eine Billion Mark vom 05. November 1923 (DEU-162) mit – weitgehend(?) – eingespartem violetten Farbunterdruck. Ein echter Millionär unter den Billionen: 50 Billionen Mark aus Duisburg. Wäre das aufgedruckte Datum vom 25. September 1923 identisch mit dem Ausgabetag, hätte das Nominal einen Gegenwert von 420.000 US-$ oder 1,68 Millionen Goldmark gehabt. Aus Sparsamkeit war wohl stets dasselbe Unterdruckklischee im Einsatz und gelegentlich knauserte man mit Druckerschwärze (siehe z. B. fehlendes „A“ und Abschläge beim „T“ - beides im Wort „STADT“). Schöner "Schein"; eine Billion in Goldmark!? Übliches Recycling: Billion-Überdruck auf 100 Milliarden Mark auf dem Notgeldschein der Zuckerfabrik AG Ottmachau vom November 1923; als seltener Fall einer "wertbeständigen Billion". Notgeldschecks, als eiliger Geldscheinersatz: Firmennotgeld über 10 Billionen Mark vom 23. November 1923. Es war nicht nur ein leicht fabrizierter Geldersatz sondern auch nach dem Verbot der Notgeldausgabe Ende November 1923 die letzte diesbezügliche Option (Unterscheidungsmerkmal zum normalen Scheck: kein namentlicher Überbringer). Zu spät: 20 Billionen Mark aus Duderstadt vom 29. November 1923, einer der letzten Notgeldausgaben der Inflation; eigentlich bereits untersagt und deshalb wohl nicht mehr in Umlauf gebracht. Auch als wertstabile Billion 1924 musste es mit dem Drucken offenbar schnell gehen: 10 Billionen vom 01. Februar 1924 (DEU-167), fehlerhaft zentriert – dekoriert mit 20iger-Banderole für das großformatigere Inflationsnominal 10 Billionen (DEU158/159). Dieses erste Mitglied der Billionenfamilie 1924, die die Werte von 5, 10, 20, 50 und 100 Billionen umfasst (DEU-167 -171 vom 01. Februar – 15. März 1924), stellt den offensichtlichen Beweis dafür dar, dass sich die Billionen Papiermark auch 1924, Monate nach der Rentenmark-Einführung zum 15. November 1923, als ein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel verstand. Nur mehr als „schüchterne Fußnote“ zur Währungseinheit (ähnlich dem „B“ beim Pengö) tritt die „Billion“ auf den Banknoten in Erscheinung. Einziger seiner Art: 100 Billionen Mark aus Düsseldorf vom 10. November 1923, vorgeblich einziger "HuBi", der es als Notgeld bis in den Umlauf schaffte – und ein echtes Sonderangebot im Vergleich zu den ebenfalls verausgabten Hundert-Billionen-Reichsbanknoten von 1923 bzw. 1924. Exkurs: "Reichsschätze" degradiert das Billionenregime zu "Pfennigbeträgen" Ähnlich den Briefmarken (s. u.) ist für Schatzanweisungen bei 50 Milliarden Mark Schluss. Obiges Beispiel vom 20. August 1923, Ausgabe K, repräsentiert mit zehn Milliarden Mark gerade einmal den Pfennig der Billionen-Währung. Rechnungen in Höhe eines Nationalprodukts Frühreife Oktoberbillion für den lieb und wirklich teuren Kaffee-Klatsch (inkl. Waschextrakt): Rechnung vom 30. Oktober 1923 in Höhe von 2.384.580.000.000 Mark über Kolonialwaren. Federweiche Billionen: Rechnung über 25,253 Billionen Mark, vom 10. November 1923‚ sicherheitshalber gestrichen: Zahlungsziel und 3%-Skontoklausel. Noch ein Einkauf beim obigen Kolonialwarenhändler: Rechnung über 391,72 GM vom 14. November 1923 umgerechnet zum aktuellen Kurs: 300 Mrd. Papiermark gleich eine Goldmark macht insgesamt 117,516 Billionen Mark. Rauchende Billionen: Rechnung über 22,68 Billionen Mark vom 19. November 1923 für 15 Pakete Rolltabak. Rechnung vom 13. Dezember 1923 über 28,27 Billionen Mark. Im Dezember 1923 übersetzte man die später dominante Goldmark noch in Billionen; Notiz zum bis heute populären Schlusskurs des US-Dollars von rund 4,2 Billionen Mark. Der gelbe "Post-it-Zettel" war in der Inflationszeit noch adäquat in Warnrot: Rechnungen waren in 1923/24 gerne von einem solchen Appendix begleitet: eine umfängliche Listung der damals akzeptierten, vorwiegend wertbeständigen Zahlungsmittel und- modalitäten. Alltags-Billionen Fiskus in einer vielstelligen Schlemmerorgie: Steuerzahlungsbeleg für Wildbret vom Forsthaus Ruhpolding 1922/23 (Gesamtsteuerschuld 1923: 32,293 Billionen Mark). Ein Posteinlieferungsabschnitt aus einer Reihe dieser Belege über die Summe von 2,645 Billionen Mark (2,65 GM) vom 23. November 1923 bevor ab dem 22. Dezember 1923 die Zahlung in Rentenmark erfolgte – zu deren Annahme staatliche Stellen im Gegensatz zur Privatwirtschaft verpflichtet waren. Bestätigung über eine Postscheck-Zahlung zwischen zwei Kreditinstituten. Am 29. Oktober 1923 firmiert die Billion als 1.000.000.000 Tausend-Mark (T-M), ca. 66 GM. Kohle verwandelt sich von einer Papierflut zur Goldmine: Gutschrift einer Zahlung von 120 Billionen umgerechnet in 120 Goldmark vom 23. November 1923. Glück und Glas, wie leicht bricht das – in billionen Scherben: Neuberechnung der Prämie einer Glasversicherung zum 30. November 1924. Säuberlich korrekt wurde die aktuelle Versicherungsprämie von 11,34 Billionen Mark, um die bereits geleisteten 1.800.000 Mark  (0,00018 Gold-/Rentenpfennig) reduziert. Unbeeindruckt bleiben weiterhin, kaufmännisch gerundet, 11,34 Billionen offen. Zum Ausstellungszeitpunkt der Rechnung am 30. November 1923 relativiert sich das auf 11,34 Gold- bzw. Rentenmark. Die neue Prämie von 8.810.000 MM (Millionen Mark) bleibt damit wohl erträglich. Musikalisches Multibillionen-Ensemble weit jenseits aller Fischer-Chöre: Rechnung über 29.059.800 Millionen Mark (rund 29 Billionen) vom 13. November 1923. Nur der Tod ist umsonst und auch der kostet Billionen: Quittung für eine Beisetzung vom 28. November 1923 über 57.558.000.000.000 Mark. Aktien-Verkaufsbeleg vom 23. November 1923, die heute zehn größten Investmentfonds der Welt schaffen es nominell nicht einmal auf die Hälfte: Immerhin garantiert die Papiermarkrechnung auch mehr als eine Woche nach Einführung der Rentenmark noch einen imponierenden Verkaufserlös von über 20 Billionen Mark anstelle von ernüchternden 20 Gold- oder Rentenmark. Am 22. November 1923 vom selben Bankhaus die Bestätigung für die Restbetragsüberweisung aus einem Aktiengeschäft (D.N.B.: Darmstädter und Nationale Bank) von 25.075.000 M-Mark (Millionen-Mark). Miet-Quittungen im Dezember 1923: Die Mieten in München waren auch schon mal "höher" … aktuell würde fast die niedrigste der obigen Monatsmieten ausreichen, um den Gesamtimmobilienbestand Deutschlands zu erwerben – wenn man Dank fehlender Währungsbezeichnung gleich in Euro fantasiert. Bellende Billion; wahrlich ein dicker Hund: Aufforderung zur Steuernachzahlung vom 10. November 1923 für den treuesten und nun auch teuersten Freund des Menschen. Keine Zeitungs-Ente: Quittung für den einwöchigen Bezug einer Tageszeitung vom 23. – 29. November 1923. Im Dezember 1923 waren die Billionen schließlich schulreif: Quittung über Schulgeld von vier Billionen Mark. Nun schlägt es auch bei Schecks dreizehn(stellig) Trotz Rentenmark-Option lebt die Billion (im Vergleich zum Notgeldscheck mit namentlichen Überbringer). Verrechnungsscheck der Eisenacher Bank über 75 Billionen (75.000.000. M[illionen] M[ark]) vom 31. Dezember 1923. Ausgezahlter Barscheck der Radevormwalder Volksbank über neun Billionen Mark vom 24. Februar 1924. Frankierte Billionen Dank Sprachhürde vermag die Inflation schon früh die Billionenschwelle zu überwinden: Bereits im August 1923 grüßen die ersten US-Billionen aus Berlin: „Today we are Billionaire (in Marks)“ Aufgrund US-amerikanischer Zahlenakrobatik, die anstelle von Milliarden gleich in Billionen rechnet, waren US-Amerikaner bereits Anfang August 1923 mit „nur“ einem „grand buks“ – sprich 1.000 US-Dollars – Multi-Billionär. Gemäß Postkarten-Kurs lag die Parität bei fünf Millionen Mark zu einem US-Dollar  (am 8. August 1923 ca. 4.860.000 Mark pro US-Dollar) und demzufolge summieren sich tausend davon zu fünf Milliarden oder eben fünf US-Billionen Mark. Aber auch mit ihrem inflationsbereinigten Wert von 4.200 Goldmark wird diese Reisekasse (?) dem US-amerikanischen Traum des reichen "Uncle Sam" gerecht. Immerhin entsprach deren Wert dem dreieinhalbfachen Jahreslohn eines einfachen Arbeiters. (Porto-Paradox der Inflation: die Auslandspostkarte war mit 2.000 Mark, also gerade mal etwa 0,2 Goldpfennig, freigemacht.) Wertbrief und Geldsendung zu je 200 Billionen Mark, am 5. bzw. 24. Dezember 1923 mit je 1,2 Rentenmark frankiert. Einmal "bierselige" Löwenbräu-Billionen und passend zum Datum befindet sich im zweiten ggf. das obligatorische Weihnachtsgeld von einem multi-billionen-bepackten Weihnachtsmann. Eine der wenigen Möglichkeiten als Philatelist den Billionenwert als Aufdruck zu erleben: Die Bogensummen der Milliardenwerte (gleich hundert Marken) – hier Markenstreifen Das 50-Milliarden-Nominals markiert den inflationären Schlusspunkt deutscher Postwertzeichen. Wertbrief zu vier Billionen Mark vom 28. November 1923 mit einem billionenschweren Missverständnis: Aus eins mach zwei: Vor dem Hintergrund der Gewinnoptimierung in der früheren Hochzeit der Philatelie ist obiges Fragment einer Ganzsache offenbar Ergebnis einer „Schlachtung“ geworden, welcher der rechte Markenstreifen zum Opfer fiel. In dem Zeitraum vom 25. bis zum 30. November 1923 – vor Einführung der Rentenmark-Werte am 01. Dezember 1923 – galt die 24. Portostufe, welche den Markenwert vervierfachte. (Mit dann einem Schlusswert von 200 Milliarden Mark erreichte die höchste deutsche Inflationsmarkte immerhin eine Fünftel-Billion.)  Für den obigen Brief war eine offizielle Frankatur von 372 Milliarden Mark erforderlich, so dass gemäß der 24. Postwertstufe lediglich 93 Milliarden hätten geklebt werden müssen. Dies lässt einen Rückschluss auf die ursprüngliche Gesamtfrankatur zu: Die für Inflationsnominale erstmals erlebte Aufwertung wurde offensichtlich intuitiv umgekehrt gedeutet und statt eines Viertels des erforderlichen Portos das Vierfache verklebt. Demnach wären 1.488 Milliarden bzw. wahrscheinlich der Einfachheit halber aufgerundet 1.500 Milliarden frankiert worden. Angesichts der 23 noch vorhandenen Werte (1,15 Billionen Mark) hätte der fehlende Markenstreifen dann sieben Briefmarken (350 Milliarden Mark) umfasst. Damit übersteigt der tatsächliche Portowert mit sechs Billionen die vier Billionen Mark des Wertbriefs um fünfzig Prozent. Billionen "wechseln" von Hand zu Hand Da bei besagter Sammlung von Billionen-Belegen ein Schwerpunkt auf Wechseln liegt, dokumentieren diese den Zeitraum von Ende Oktober 1923 bis Einführung der Reichsmark zum 01. November 1924 noch am kontinuierlichsten. Mit diesem privatwirtschaftlichen Zahlungsmittel konnten Rechnungen auch auf Ziel bezahlt werden – damals gern mit Rentenmark und eben Billionen. Als Aussteller (Vermerk rechts unten) zieht man einen Wechsel auf den Schuldner, der als Bezogener vermerkt ist (Mitte, unten) und den Wechsel durch seine Unterschrift akzeptiert (links horizontal). Oben findet sich der Begünstigte (Wechselnehmer/Remittent), welchem der Bezogene den Wechselbetrag zu zahlen hat, um schließlich den Anspruch des Gläubigers zu befriedigen. Der Auszahlungsort ist meist mit einem Bankinstitut spezifiziert. Die an den Staat fließende, zu entrichtende Stempel- bzw. Wechselsteuer betrug im fraglichen Zeitraum zwei Promille für jede angefangenen 100 Mark. Diskontfähige Wechsel können vor Fälligkeitsdatum an Bankinstitute reduziert auf den Barwert bis Fälligkeit abgegeben werden. Mit zur Geldentwertung relativ niedrigen Zinssätzen – der Diskontsatz lag bei 90 % – half die Inflation kräftig bei der Schuldentilgung und damit zugleich bei der staatlichen Entschuldung. Als jedoch die nur als deutsche Binnenwährung umlaufende Papiermark im Frühjahr 1924 noch mal im Kontext internationaler Notierungen unter Druck geriet und den Dollarkurs auf zwölf Billionen klettern ließ, fror die Reichsbank den Wechselankauf auf das aktuelle Niveau ein, um durch diese Verknappung des Bargeldumlaufs schließlich den Kurs wieder auf 4,2 Billionen Mark pro US-Dollar zu stabilisieren. Der Wechsel war über viele Jahrhunderte in der privaten Kreditwirtschaft ein wesentlicher Faktor zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung. Besondere Bedeutung hatte neben dem Lombardsatz der mit dem Wechsel verbundene Diskontsatz als ein dominierendes Zinssteuerungsinstrument der zentralbanklichen Geldpolitik in Deutschland. Dieses verstummte allmählich mit dem schleichenden Niedergang des Wechselgeschäfts ab den 1980iger Jahren bis zur Einführung des Euros 1999 als europäische Einheitswährung im Buch- bzw. Giralgeldwesen. An seine Stelle trat daraufhin der Basiszins. Früher Wechsel über zwei Billionen (2000.000.000 T[ausend] M[ark]), bereits am 24. Oktober 1923 ausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt entsprach der Betrag etwa 130 GM, bei Fälligkeit zum 07. November 1923 waren es dann nur noch gut 14 GM. Rückseite: Zuerst ist die Wechselsteuer über vier Milliarden nur schriftlich fixiert worden, dann fanden sich offensichtlich doch regelgerecht acht Steuermarken zu 500.000.000 Mark. Dies weist bereits darauf hin, dass entsprechend nominalisierte Marken zu dieser Zeit Mangelware waren, weshalb häufig auf das Kleben verzichtet und der fällige Steuerbetrag nur schriftlich dokumentiert wurde. Weiter ist die Einreichung und Auszahlung des Wechsels bei einem Bankinstitut vermerkt. Wechsel vom 07. November 1923 über 400 Billionen Mark mit Allonge sowie die abgerechneten Wechselsteuern in Höhe von 1,2 Billionen Mark (hier anscheinend ein Satz von 0,3% anstelle der üblichen 0,2 %?) und der Einreichung bei der Reichsbank Hauptstelle Leipzig am 09. November 1923. Wert bei Ausstellung am 07. November 1923: ca. 2.662 Goldmark; Wert bei Fälligkeit am16. November 1923: ca. 467 Goldmark. "Süßer" Wechsel über 900 Billionen an die Lübetta-Schokoladen-Fabrik vom 23. November 1923 mit einer Fälligkeit zum 03. Dezember 1923 und einer handschriftlichen Ausweisung der Wechselsteuer von 1,8 Billionen. Maggi-gewürzter Wechsel über knapp 71 Billionen Mark vom 26. November 1923 (Fälligkeit 07. Dezember 1923) mit „markiger“ Allonge. Diese macht – neben der Auszahlung durch die Reichsbankhauptstelle Stuttgart zum 26. November 1923 – deutlich, dass zu diesem Zeitpunkt angemessen nominalisierte Steuermarken selbst für die Reichsbank eine Herausforderung darstellten: 26 Marken á fünf Mrd. Mark + 12 Marken á eine Mrd. Mark (anscheinend gingen die 5-Mrd.-Marken aus) für gesamt 142 Mrd. Mark (ca. 0,2% der Wechselsumme). "Zu-spät-Geburt": Wechselsteuermarke über eine Billion Mark für eine Wechselsumme von 500 Billionen Mark, entwerte zum 2. Januar 1924. Diese Steuermarke hätte das Wechselsteuerwesen vereinfacht. Doch in Anbetracht der hier präsentierten Wechsel kam sie wohl nicht mehr rechtzeitig genug, so dass die Goldmark dann ihre Karriere schnell beendete. Wechsel über säuberlich getippte 244,5 Billionen Mark vom Juni 1924. Nicht jeder Wechsel wurde akzeptiert und blieb damit zwar ein unvollendeter Zahlungsakt, doch als Zeitdokument belegt dieser, dass das Wechselgeschäft statt auf "Rente" durchaus noch auf die zwischenzeitlich solide gewordene Papiermark setzte. Wohl einer der letzten seiner Art: Wechsel über 376 Billionen Mark vom 25. Oktober 1924 mit dem Zahlungsziel jenseits der Reichsmarkeinführung (01. November 1924) zum 15. Dezember 1924; Wechselsteuer in der im Jahr 1924 Jahr üblichen Goldrechnung: 80 Goldpfennig. Steuerbillionen 1923 Ungeliebte Steuer! Man merkt es an der traurigen Erhaltung der Belege … Damals als monatlich in Steuermarken zu begleichender Betrag lag der von der Einkommenshöhe unabhängige Steuersatz pauschal bei zehn Prozent. Ein noch reduziertes Auftreten der Billionen-Steuermarke: Einkommensteuern im Nominalwert der Höhe eines ausgewachsenen Bruttosozialprodukts. Fragment einer Einkommensteuererklärung mit Zahlungen zum 31. Oktober und 30. November 1923 für die Monate August bis Oktober 1923 von insgesamt 5,38 Billionen Mark (verklebte Steuermarken im Wert von 10, 50, 100 Milliarden sowie 1 Billion Mark, der Steuermarke mit dem höchsten Nennwert). Einkommensteuer vom 31. Dezember 1923 über 21,4 Billionen, 18 x Marken zu einer Billion und vier Marken zu 100 Milliarden (bei 10 % Steuersatz lässt das auf ein monatliches Einkommen von 214 Billionen Mark – 214 Gold-/Rentenmark – schließen). Astronomische Gebühren Die Entrichtung amtlicher Gebühren bzw. deren Nachweis erfolgte früher bis in die Zeit der Bundesrepublik hinein in Form von Gebührenmarken. Diese konnten es wertmäßig ohne weiteres mit den im Umlauf befindlichen Banknoten und Notgeldern aufnehmen. Das Erstaunliche an diesem Zahlungsmittel ist, dass hier die Papiermarkzeit und damit explizit die der Billion weit in die Reichsmarkgeschichte reicht. Entwertete Gebührenmarke über 10 Billionen Mark von Preußen. Gebührenmarken Hessen über 1, 2, 5, 10 und 20 Billionen Mark. Die lesbar jüngste Klebung erfolgte für die 20 Billionen noch am 24. April 1925. Gebührenmarken Baden über 1, 5, 20, 50 und 100 Billionen Mark. Der höchste hier nachgewiesene Markenwert beläuft sich auf  200 Billionen Mark. "Billionen-Sanktion" für cineastisches Ansinnen: Erlaubnisschein für einen Kinobesuch vom hessischen Kreisamt Offenbach vom 13. Dezember 1923 mit Gebührenmarken über 2,2 Billionen Mark. Handelserlaubnis des Badischen Amtsgerichts Messkirch mit Mischbeklebung über 10 Goldmark, 5 Billionen und zweimal 50 Milliarden Mark (15,10 Gold- bzw. Rentenmark) vom 07. April 1924. Braunschweiger Gebührenmarken in Höhe von einer Billionen und 500 Milliarden Papiermark, als Substitut für 1,5 Goldmark bzw. Reichsmark zum 26. April 1926, für eine notarielle Dienstleistung. Obwohl auch bei Gebührenmarken schon längst die Goldmark bzw. dann die Reichsmark Einzug gehalten hatte, sorgten offenbar Restbestände dafür, dass in der Gebührenabrechnung die Billion auch noch nach dem endgültigen Außerkurssetzen und der Entwertung der Papiermark zum 6. Juli 1925 als "gültiges" Zahlungsmittel fungierte. Von Terra zu Peta: kleine Vorsilbe, große Zahlen – Zielfoto des Schlussspurts der galoppierenden Inflation Zahlungsinformation vom 19. November 1923 über einen Betrag von 2.000.000.000.000.000 Mark (zwei Milliarden Millionen Mark [MM] = zwei Billiarden Mark) zu einem Wechselkurs vom 17. November 1923 von 600.000.000.000 Papiermark pro Goldmark, gesamt 3333,33 GM. Zahlungsinformation vom 20. November 1923 über einen Betrag von 4.000.000.000.000.000 Mark (vier Milliarden Millionen Mark [MM] = vier Billiarden Mark) zu einem Wechselkurs vom gleichen Tag in Höhe von einer Billion Papiermark pro Goldmark bzw. 4,2 Billionen Papiermark pro US-Dollar, gesamt 4.000 GM. Dies dokumentiert den berühmt-berüchtigten Schlusskurs der Inflation exakt zum Zeitpunkt seines erstmaligen Auftretens. In einem Monat zum Billiardär Fragment einer Steuererklärung von 05. Januar 1924 für ein Einkommen von 1,5 Billiarden Mark für Dezember 1923, Seite 2 mit Zwischensumme von 100 Billionen Mark und 50 Steuermarken zu je einer Billion Mark + Gesamtsumme der 10%igen Einkommensteuer auf Seite 3, 150 Billionen Mark. Quittierte Billionen Quittung zu einer Gutschrift von 1.200 Bill M[ark] (1,2 Billiarden) vom 2. Juni 1924. Glatte Wechsel-Billiarde Wechsel über 1.000 Billionen Mark vom 29. November 1923 (Fälligkeit: 9. Dezember 1923) mit rückseitig handschriftlicher Quittierung des zuständigen Finanzamts über die fälligen zwei Billionen Mark Wechselsteuer sowie Einreichungsvermerk bei der Reichsbank Ulm/Stadtsparkasse Memmingen. Kein Notgeld-Vorstoß in die sechzehnstellige Dimension Scheck über 2000.000.000.000.000 Mark (zwei Billiarden) der Stadthauptkasse Limbach (Sachsen) vom 29. November 1923 an das dortige Unterstützungsamt bzw. Überbringer (Aus diesem Kontext ist auch noch ein Nominal über 2,5 Billiarden Mark von Ende Dezember 1923 bekannt.) Zum Vergleich: Notgeldscheck – da ohne Überbringer – der Gemeinde Herold über eine halbe Billion Mark vom 10. November 23 auf gleichem Formular. Zwar fanden ähnliche Scheckformulare auch als Notgeld Verwendung (s. o.). Aber weder ist das Nominal für Notgeld plausibel – für ein Unterstützungsamt allerdings adäquat – noch blieb das für die Einstufung als Geldzeichen nach Dr. Arnold Keller erforderliche Empfängerfeld frei – auch wenn die Ergänzung „oder Überbringer“ jeden Einreicher legitimierte. Immerhin liegt das Ausstellungsdatum vom 29. November 1923 noch in der Verwendungszeit von Notgeldschecks und stellt in Summe zwar kein allgemeines aber immerhin ein gültiges Zahlungsmittel dar. Billiarden "wechseln sich" unbeirrt von "Rente" und "Gold" bis ins Jahr 1924 Wechsel über 3.000 Billionen Mark vom 22. Februar 1924, fällig zum 22. März 1924, prolongiert auf den 22. April 1924; rückseitig Steuermarken zu ein und fünf Goldmark (und Einreichungsvermerk). Wormser "Doppel-Wumms": Mitte 1924 erreichte „Peta“ im Rahmen der vorgestellten Belegstücke bereits ihren wertmäßigen Höhepunkt Wechsel über 14.446 Billionen Mark vom 23. Mai 1924, fällig am 03. Juli 1924 und rückseitig 29 GM Wechselsteuer und Einreichungsvermerk. Wechsel über 14 Billiarden Mark (14.000 Billionen) vom 11. Juni 1924, fällig am 27. Juli 1924 und rückseitig 28 GM Wechselsteuer und Einreichungsvermerk. Oliver Harder Anmerkungen [1] Dieses bisher nur als Einzelstück ohne Kontrollnummer bekannte Schein kann wohl angesichts der Gestaltung, der Bleistiftunterschrift des Ex-Bürgermeisters, welcher nie Duderstadt-Billionen legitimierte, sowie dem Ausgabedatum vom 28. november 1923 mit dem wenig plausiblen Wert von einer Billiarde (umgerechnet zum 20. November 1923: 1000 Gold- bzw. Rentenmark), kaum als authentisches "Notgeld", denn eher als Gefälligkeitsdruck bezeichnet werden. Gebrauchspuren zeugen dann von einem Dasein als stolz präsentierter "Scherzschein". [2]  Ebenfalls die höchste Banknote der historisch weltweit letzten Billionen-Hyperinflation in Simbabwe, welche allerdings imponierend in der US-amerikanischen Interpretation als 100-Trillionen-Dollars-Note nominalisiert. Aktuell führt Simbabwe gerade wieder eine neue, mit Gold- und Devisenreserven der Nationalbank besicherte, Währung ein. [3] Umrechnung gemäß Angaben in Wikipedia. [4] Für das Privileg der Reichsbank, Ende 1924 die Reichsmark emittieren zu dürfen, war unter anderem die Übernahme und Auszahlung der Dollarschatzanweisung vom März 1923 Voraussetzung, welche als erster Versuch in der "Weimarer Republik" gelten darf, der Inflation mittels wertbeständiger Zahlungsmittel zu begegnen. [5] Die sog. Goldmark fungierte als eine fiktive, künstliche Hilfswährungseinheit, welche selten durch das Metall selbst fundiert war, sondern eher auf wertbeständigen Gütern und Dienstleistungen (z. B. Nahrungsmittel) oder als überwiegend unechte Valutaschuld gern auf den US-Dollar (als Basis für hinterlegte Schatzanweisungen) gründete.

  • Münzen Gut-Lynt, Ergebnisse der 17. Auktion: Banknoten aus aller Welt vom 29. Juni 2024 – Nachverkauf läuft

    Die Münzen Gut-Lynt-Auktion 17 mit 3.300 Losen fand am Wochenende des 29. und 30. Juni 2024 unter großer Beteiligung nationaler und internationaler Sammler statt. Wie üblich, gab es Lose bereits ab einem Startpreis von 20 Euro, aber auch bis zu 20.000 Euro, die teils extrem hohe Steigerungen erfuhren. Gefragt waren Scheine unter anderem aus dem Nahen Osten, Osteuropa, Asien und den Golfstaaten. Eine Auswahl der Top-Zuschläge sei hier vorgestellt. Ein Blick in den Onlinekatalog lohnt sich, da zudem unverkaufte Lose noch bis zum 7. Juli zum Startpreis zzgl. Aufgeld und Porto erworben werden können. Auswahl an Auktionsergebnissen: Los 550: Ägyptische Arabische Republik, National Bank of Egypt, National Bank of Egypt. 100 Pounds 29.10.1952 Pick 34. II-III / Very fine-Extremely fine. 2x Nadellöcher / 2x pin holes. Schätzpreis: 400 EUR Zuschlag: 725 EUR Los 675: Hulunpeierh Official Currency Bureau. 25 Dollars 1919 Pick S1892L. Selten / Rare. IV- / About Fine. Schätzpreis: 200 EUR Zuschlag: 975 EUR Los 676: Hulunpeierh Official Currency Bureau. 3 Yuan 1919 Red serial & black serial. (Low number). 2x Exemplare. Pick S1892Ia, b. Selten / Rare. V - IV+ / Very good - better than fine. (2x) Schätzpreis: 150 EUR Zuschlag: 625 EUR Los 706: Stadtgemeinde/Magistrat der Stadt Danzig. 5 Millionen Mark 08.08.1923. Grabowski DAN-25. Pick 23. I/I- / AU/UNC. PMG 64 EPQ. Schätzpreis: 500 EUR Zuschlag: 1.400 EUR Los 707: Stadtgemeinde/Magistrat der Stadt Danzig. 1 Million Mark 08.08.1923. Grabowski DAN-24. Pick 21. I / Uncirculated. PMG 66 EPQ. Schätzpreis: 500 EUR Zuschlag: 1.350 EUR Los 710: Geldscheine der altdeutschen Staaten Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum. 50 Taler 28.7.1866 Rostocker Bank. Quasi druckfrisches Exemplar mit doppeltem Entwertungsvermerk. 1 x datiert Rostock 22.2.79. Grabowski/Kranz 200. Von größter Seltenheit / Of highest rarity. Im Grabowski/Kranz nur als Schwarz-Weiß Abbildung ohne Preis. Schätzpreis: 9.000 EUR Zuschlag: 11.000 EUR Los 711: Geldscheine der altdeutschen Staaten Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum. 100 Mark 1.1.1874 Rostocker Bank. Lit. A. 08226. Kaum merklicher Einriß (2 mm) über rechter Wertzahl 1(00) auf der Vorderseite, 2 minimale Bräunungsstellen auf der Rückseite mittig unten, sonst weit überdurchschnittliche Erhaltung. Grabowski MSW-1. II / Extremely fine. Schätzpreis: 1.500 EUR Zuschlag: 3.500 EUR Los 712: Geldscheine der altdeutschen Staaten Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum. 100 Mark 1.1.1874 Rostocker Bank. Lit. A. 00000. Muster ohne Perforation. Wenig störender Mittelbug, an beiden Rändern leicht knittrig, Bleistift auf der Vorderseite. Grabowski MSW-1 M2. III+ / Good very fine. Schätzpreis: 1.200 EUR Zuschlag: 3.900 EUR Los 722: Deutsche Auslandbanken, Mexiko, Deutsch-Südamerikanische Bank. 5 Pesos 7.10.1913 Ausgabe des Banco de Londres y México, Filiale Torreón, auf die Deutsch-Südamerikanische Bank (Berlin). Seriennummer handschriftlich rechts und Ovalstempel mit Ausgabedatum auf Revers. Grabowski DAB-79b. Pick S603 (Mexico). Selten / Rare. III / Very fine. Schätzpreis: 400 EUR Zuschlag: 2.900 EUR Los 723: Deutsche Auslandbanken, China, Filiale Peking 1907-1914 China, Filiale Peking 1907-1914. 5 Tael 1.3.1907 KN 10276. Grabowski DAB-36. Rosenberg 1034. III+ / Good very fine. Schätzpreis: 6.000 EUR Zuschlag: 9.500 EUR Los 856: Notgeld der Deutschen Inflation, Memel. 1/2 Mark o. J. (1921) Tieste 4490.05.01. I- / About Uncirculated. Schätzpreis: 30 EUR Zuschlag: 300 EUR Los 975: Islamische Republik, Iran Bank Markazi Iran. 5000 Rials N.D. (1979) Arabesque design overprint on Shah Mohammad Reza Pahlavi. Pick 126b. I / Uncirculated. Schätzpreis: 30 EUR Zuschlag: 440 EUR Los 1083: Republik Banque de Syrie et du Liban 10 Livres 1.12.1945 Specimen ohne Überdruck. KN 0.00 000. Pick 50s. Sehr selten / Very rare. I- / About Uncirculated. Kleinste Randunregelmässigkeit / Minor errors. Schätzpreis: 2.000 EUR Zuschlag: 2.800 EUR Los 1239: Republik, Oesterreichische Nationalbank 1925 Ministerpräsentbuch für die erste Serie in Schilling vom 2.1.1925. Komplette Serie: 5, 10, 20, 100 und die extrem seltene 1000 Schilling Banknote. Ausgegeben von der Österreichischen Nationalbank im roten Ledereinband. Die innenliegende Scheine sind sämntlichts 4-seitig fein eingeklebt / The inside notes are all finely glued in on 4 sides. Im Originalschuber. Pick 88, 89, 90, 91, 92. Kodnar/Künstner 178a, 179a, 180a, 181a, 182a. Sehr selten / Very rare. I / Uncirculated. (5x) Schätzpreis: 12.000 EUR Zuschlag: 12.000 EUR Los 1341: Banca Nazionale Somala 5 Scellini / Somali Shillings 1971 Pick 13a. I / Uncirculated. Schätzpreis: 90 EUR Zuschlag: 400 EUR Los 1413: Republik, Národná Banka Ceskoslovenská. 10 Korun 2.1.1927 2x Exemplare. S. R 001. Aufeinanderfolgende KN. Pick 20a. II-III / Very fine-Extremely fine. Mittelknick. (2x) Schätzpreis: 25 EUR Zuschlag: 1.550 EUR Los 1450: Ottomanisches Reich, Dette Publique Ottomane. 5 Piastres 1915 (AH 1331) Specimen von Giesecke & Devrient. Perforation. A 000000. V / Very Good. Loch, stark gebraucht / Hole, heavy used. Schätzpreis: 50 EUR Zuschlag: 340 EUR Los 1457: United Arab Emirates Currency Board. 10 Dirhams N.D. (1973) Pick 3a. I / Uncirculated. Schätzpreis: 120 EUR Zuschlag: 350 EUR Bei Fragen rund um die Gut-Lynt Auktion wenden Sie sich einfach an info@gut-lynt.de

  • Lexikon: Kinsatsu

    Kinsatsu (japanisch Kin = Gold, satsu = Schein) sind nach 1868 vom japanischen Staat an die Daimyos (Territorialherren, Landesfürsten, Shogune im feudalen Japan) ausgeliehenes Papiergeld, das die bis dahin genutzten Hansatsu ersetzen sollte. Japanische Kinsatsu (Dajokan Satsu der Meiji-Zeit) von 1868 über 1 Shu, 1 Bu und 1 Ryo Gold aus dem Jahr 1868, Vorderseiten. Abb. Erwin Dietrich AG. Die Kinsatsu sollten bis 1873 (ursprünglich bis 1881) eingelöst werden. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Grabowski / Mehlhausen: Handbuch Geldscheinsammeln Ein Leitfaden für Geldscheinsammler und solche, die es werden wollen – Tipps, Tricks und Infos vom Fachmann Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-249-6 Auflage: Aktualisierte 2. Auflage 2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 224 Preis: 19,90 EUR Leseprobe Zum Shop

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