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  • Geldscheine besonderer Art

    Wie bekannt, müssen Geldscheine keineswegs nur aus Papier bestehen. Moderne Banknoten werden aus Baumwolle gefertigt, immer beliebter sind auch sogenannte Polymer-Banknoten, die aus Kunststoff hergestellt werden. Zunehmend mehr Länder entschließen sich, derartige Scheine einzuführen. Polymernoten gelten als sehr fälschungssicher. Polymer-Banknoten In Rumänien, das als erstes Land der Welt seine komplette Banknotenserie auf Polymer umgestellt hatte, kommen kaum noch Fälschungen vor. Primitive Nachahmungen dieser Scheine lassen sich nicht mit dem Tintenstrahldrucker oder im Kopierladen fertigen. Gerade aber derart primitiven Nachahmungen von Euronoten beschäftigen unsere Polizei immer wieder. Polymerbanknoten hingegen fassen sich ganz anders an als Papier oder Baumwolle, sie sind meist mit durchsichtigen, nicht bedruckten Fenstern versehen, auf denen dann ein leicht zu erkennendes Hologramm eingebracht wurde. Die Scheine sind sehr widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, was sich insbesondere bei tropischen Ländern bewährt hat. Nachteilig ist nur, dass sie bei starkem Falten an den Bruchstellen Farbe verlieren und bei Hitzeeinwirkung schrumpfen, doch auch Baumwollnoten sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Seit Jahren haben sich immer mehr Sammler auf die modernen, farbenprächtigen Polymer-Banknoten aus aller Welt spezialisiert, die auch von Sammlern herkömmlicher Banknoten gern gesammelt werden. Nachfolgend einige Beispiele für Polymer-Banknoten aus verschiedenen Ländern: Abb. 1/2: Australien, Reserve Bank of Australia: 10 Dollars vom 26. Januar 1988 aus Polymer-Kunststoff, Durchsichtsfenster mit Hologramm (Porträt von James Cook), Gedenkbanknote "200 Jahre britische Besiedlung Australiens", Vorder- und Rückseite. Abb. 3/4: Rumänien, Banca Nationala a Romaniei: 2000 Lei von 1999, Gedenkbanknote aus Polymer-Kunststoff zur totalen Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 über Mitteleuropa, Vorder- und Rückseite. Abb. 5/6: China, Chinesische Volksbank: 100 Yan von 2000, Gedenkbanknote aus Polymer-Kunststoff zum Millenium 2000, Vorder- und Rückseite. Abb. 7/8: Neuseeland, Reserve Bank of New Zealand: 10 Dollars ohne Datum (2015) aus Polymer-Kunststoff, Vorder- und Rückseite. Abb. 9/10: Trinidad & Tobago, Central Bank of Trinidad & Tobago der Serie 2015 aus Polymer-Kunststoff, Vorder- und Rückseite. Stoffgeldscheine Bei den Notgeldscheine gibt es viele Kuriositäten, auch was das Material angeht. So prägte denn auch kein anderer als Dr. Arnold Keller den Begriff des „Notgelds besonderer Art“. Gemeint sind z. B. Geldscheine aus Stoff – Textilscheine waren schon im alten China bekannt. Sie erlebten eine Renaissance als Notgeld in Bielefeld. Das Bielefelder Stoffgeld ist heute gern gesammelt und immer noch zu bekommen. Aber auch hier bezahlen Spezialsammler manchmal Traumpreise für rare Ausgaben. Es gibt immerhin etwa 60 verschiedene Ausgaben, die teilweise mit Borten und Spitzen versehen sind. Doch die Bielefelder Leinen-, Seiden- und Samtscheine waren nur zum Teil Verkehrsausgaben, vielmehr hatte man schon damals die Sammler im Visier. Bielefelder Stoffgeld: Abb. 911/12: Bielefeld, Stadtsparkasse, 5 Mark vom 10. Januar 1920 auf weißem Leinen, Vorder- und Rückseite. Abb. 13/14: Bielefeld, Stadtsparkasse, 100 Mark vom 15. Juli 1921 auf gelber Seide mit Bogenrand und Kunststickerei auf der Rückseite. Abb. 15: Bielefeld, Stadtsparkasse, 100 Goldmark vom 15. Dezember 1923 auf orangerotem Samt, Druck einseitig. Breslauer Leinengeld: Abb. 16/17: Breslau, Altershilfe des deutschen Volkes (Provinz Niederschlesien): 10 Mark ohne Datum (1922) gültig bis 30. Mai 1922 auf weißem Leinen, Vorder- und Rückseite. Kaiserswerther Leinengeld: Abb. 18/19: Kaiserswerth, Bürgermeisterei: 10 Billionen Mark vom 12. Januar 1923 (gültig bis 1. April 1924) auf rotviolettem Leinen, Vorder- und Rückseite. Westfälisches Stoffgeld: Die Landesbank der Provinz Westfalen ließ Proben für wertbeständiges Notgeld auf weißem Leinen sowie weißer und rosa Seide herstellen. Abb. 20/21: Westfalen, Landesbank der Provinz Westfalen in Münster: Probe zu 1 Dollar = 4,20 Goldmark auf weißer Seide, Vorder- und Rückseite. Ledergeld Aus Leder wurde von der alten Gerberstadt Pößneck in Thüringen sog. „Sohlengeld“, aber auch Lederscheine gefertigt. Ledergeld gab es auch von Osterwieck am Harz, hier benutzte man allerdings weiches Leder, wie auch in den USA. Osterwiecker Ledergeld: Vom Osterwiecker Ledergeld gibt es auch Nachdrucke aus dem Jahr 1993. Abb. 22/23: Osterwieck, Magistrat der Stadt: Baustein zu 500 Mark vom 4. Dezember 1922 auf weißem Glacéleder, Vorder- und Rückseite. Paderborner Ledergeld: Abb. 24/25: Paderborn, Notgeldhaus Werner Mosheim: 250 Mark vom 25. April 1923 auf weißem Glacéleder, Vorder- und Rückseite. Pößnecker Ledergeld: Lesen Sie hier mehr zum "Stiefelsohlengeld" und zu seinen Nachprägungen! Abb. 26/27: Pößneck, Stadt: 5 Millionen Mark vom 11. August 1923 auf hellbraunem Schafsleder, Vorder- und Rückseite. Abb. 28: Pößneck, Stadt: 50 Goldpfennig vom 27. September 1923 auf dunkelbraunem Rinds-Schuhsolenleder f ür einen Damenabsatz (sog. "Stiefelsohlengeld"), Vorder- und Rückseite. Holz-Notgeld Auch Holz benutzte man als Geldscheinrohstoff, um auch hier nur wenige Beispiele zu nennen: in Österreich gaben einige Gemeinden Werte auf Sperr- und Furnierholz aus, doch nur die Ausgaben von St. Pölten und Zell waren wirkliche Zahlungsmittel. Hier sind die Grenzen zu den Münzen fließend, die als Notgeld auch nicht immer nur aus Metall waren. Passauer Holzgeld: Abb. 29/30: Passau, Gasthaus zum Dreiflusseck: 50 Bierpfennige ohne Datum (1946/47) auf dünnem Sperrholz einer Streichholzschachtel, Vorder- und Rückseite. Aluminiumfolien-Geld Mit großer Vorsicht sollten die Notgeldscheine von Lautawerk behandelt werden, die auf Aluminium gedruckt wurden. Sie waren für den Zahlungsumlauf eigentlich völlig ungeeignet, weil man sie wegen der dünnen Folie kaum benutzen konnte. Lautawerker Aluminiumgeld: Abb. 31/32 Lautawerk, Vereinigte Aluminiumwerke A.G.: 20 Mark vom 10. Oktober 1922 auf silberfarbener Aluminiumfolie, Vorder- und Rückseite. Teninger Aluminiumgeld: Abb. 33/34 Teningen, Gemeinde: 100 Milliarden Mark vom 1. November 1923 auf goldfarbener Aluminiumfolie, Vorder- und Rückseite. Es gibt noch viele andere sonderbare Materialien, die zur Herstellung von Notgeld verwendet wurden, doch wollen wir es hierbei belassen. „Abnorme Werkstoffe“ wäre aber in jedem Fall auch ein interessantes Gebiet für Sammler. Zu den Geldscheinen besonderer Art kann man unabhängig von solchen auf verschiedenen Textilien, Leder, Aluminiumfolien und sogar Sperrholz aber auch solche zählen, für die besondere Papiere verwendet wurden (z. B. Druck auf Büttenpapier, Ölpapier oder Pergament) bzw. für die man besondere Drucke zweckentfremdete, wie z. B. Druck auf Spielkarten oder Rationierungsbelegen (Lebensmittelkarten). Auch kam es vor, dass man Geldscheine halbierte und die Hälften dann zum halben Nennwert des ursprünglichen Scheins zirkulierten. Hans-Ludwig Grabowski Literaturhinweis: Hans-Ludwig Grabowski Deutsches Notgeld, Band 9: Geldscheine aus Stoff, Leder und sonstigen ungewöhnlichen Materialien Eines der interessantesten und reizvollsten Gebiete des deutschen Notgelds ist das sogenannte Notgeld der besonderen Art. Mehr lesen … Leseprobe

  • Leserpost: Kassenscheine der Freiwilligen Westarmee

    Sehr geehrter Herr Grabowski, ich hätte gern eine Auskunft über die Banknoten der Westarmee (siehe Foto!!!!). Ich danke schon mal und eine schöne Weihnachtszeit aus Berlin. B. Strippentow Antwort der Redaktion Bei den Kassenscheinen der Freiwilligen Westarmee handelt es sich nicht um Banknoten! Banknoten sind Noten, die durch eine konzessionierte Notenbank ausgegeben werden! Der Einfachheit halber übernehme ich hier zur Darstellung der geld- und zeitgeschichtlichen Hintergründe der Ausgabe dieser Scheine die Einleitung zum Kapitel über die Kassenscheine der Freiwilligen Westarmee aus meinem Buch "Die deutschen Banknoten ab 1871". Bereits im Sommer 1918 hatte es deutsche Pläne gegeben, im russischen Bürgerkrieg gegen die Sowjetherrschaft bis nach Sankt Petersburg vorzustoßen. Russische Kriegsgefangene wurden rekrutiert und bei Pleskau begann die Aufstellung erster Verbände. Die am 18. November 1918 ausgerufene Republik Lettland wurde jedoch weitestgehend durch die Rote Armee besetzt und im Dezember 1918 zur Sowjetrepublik. Nachdem die Entente die Rückführung der deutschen Truppen entsprechend dem Waffenstillstandsvertrag von Compiègne forderte, wurden aus den rekrutierten Russen, der von Deutschland finanzierten und ausgerüsteten Baltischen Landeswehr, die aus Baltendeutschen bestand, und freiwilligen deutschen Soldaten verschiedener Korps, die im Osten verbleiben wollten, die sog. Freiwillige West­armee (auch Westrussische Befreiungsarmee) aufgestellt. Sie stand zwar nicht mehr unter zentraler deutscher Führung, sondern wurde vom russischen Kosaken-Oberst Bermondt-Avalow (1884–1972), der sich selbst Fürst Avalow-Bermondt nannte, kommandiert, doch sie bestand hauptsächlich aus deutschen und baltendeutschen Freiwilligenkorps unter deutschem Kommando (z. B. „Eiserne Division“ unter Major Bischoff mit etwa 15.000 Soldaten, „Deutsche Legion“ unter Kapitän Sievert mit 9.000 Soldaten, Korps Graf Keller mit 7.000 Soldaten). Man wollte ursprünglich über das Baltikum bis nach Moskau vorstoßen, um gemeinsam mit anderen weißen Truppen die Herrschaft der Sowjets zu beenden. Hierzu führte die Armee Verhandlungen mit Deutschland, den Entente-Mächten, Litauen und Lettland. Ziel des Deutschen Reichs war es, dass die Unterhaltskosten der Armee auf die von Deutschland zu leistenden Reparations­kosten angerechnet würden, was die Entente jedoch ablehnte. Auch Verhandlungen Generals von der Goltz mit möglichen Geldgebern aus der Industrie scheiterten. Litauen und Lettland sahen sich sogar durch die Freiwillige Westarmee bedroht. Trotzdem weigerte sich u. a. auch die deutsche „Eiserne Division“ abtransportiert zu werden und trat geschlossen der Westarmee bei. Zur Finanzierung der Armee wurden im lettischen Mitau zweisprachige Kassenscheine (Deutsch/Russisch) mit Datum vom 10. Oktober 1919 ausgegeben, deren Gegenwert durch den Staatsbesitz des von der Armee besetzten Gebiets gedeckt sein sollte. Außerdem sollten die Scheine in diesen Gebieten als gesetzliche Zahlungsmittel dienen. Es war vorgesehen, dass sie ab 1. Oktober 1920 bei staatlichen Banken und Zahlstellen gegen deutsche Mark oder gleichwertige russische Währung eingelöst werden sollten. Weil man davon ausging, dass die Weißen auch ohne Unterstützung durch die „Bermondter“ über die Sowjets siegen würden, war das Eingreifen in den Lettischen Unabhängigkeitskrieg vorrangiges Ziel der Freiwilligen Westarmee. Anfang Oktober 1919 wurde Riga angegriffen, doch es kam zu erbittertem Widerstand. Am 11. November 1919 wurde die Freiwillige Westarmee aus Riga und schließlich aus ganz Lettland vertrieben. Die Letten selbst verdrängten Anfang 1920 die letzten bolschewistischen Verbände aus ihrem Land und riefen im Mai 1920 erneut ihre Unabhängigkeit aus, die dann im Rigaer Abkommen vom 11. August 1920 von den Sowjets akzeptiert wurde. Die meisten Korps der Freiwilligen Westarmee wurden 1920 aufgelöst, so z. B. die „Eiserne Division“ im Mai 1920 wegen Meuterei. Noch eine Anmerkung zu Ihrem Foto. Auf Restbeständen von einseitig bedruckten Druckbogen der Kassenscheine der Freiwilligen Westarmee ließ die Lettische Post Briefmarken drucken, die 1920 und 1921 ausgegeben wurden. Genau darum handelt es sich bei Ihren Stücken, um kleine Briefmarkenbogen mit Marken zu 50 Lettischen Kopeken und 1 Lettischen Rubel auf Teilen solcher unfertiger Druckbogen. Zu den Kassenscheinen der Freiwilligen Westarmee möchte ich noch auf folgenden Beitrag hier in unserem Geldschein-Blog verweisen: https://www.geldscheine-online.com/post/f%C3%BCrst-awalow-bermondt-und-die-kassenscheine-der-freiwilligen-westarmee Hans-Ludwig Grabowski

  • Zur Papiergeldgeschichte von Thailand, Teil 1

    Matthias Böhme WORLD PAPER MONEY Papiergeldgeschichte Thailand, Teil 1 Papiergeld in Siam / Thailand Seit der Regierungszeit von König Mongkut (Rama IV.) 1851 bis 1868 versuchte man sich im damaligen Siam an der Ausgabe und Verwendung von Papiergeld. Seit etwa 1853 existiert Papiergeld in Siam. Zuerst und über einen längeren Zeitraum versuchsweise und immer wieder abgelehnt und verworfen, dann neu emittiert in den kleinsten Werten vom Fuang (1⁄8 Tikal oder Baht) bis zu hohen Werten von 3 bis 6 Tamlung (12 – 24 Baht), sowie zu 20 und 80 Tikal bzw. Baht. THA-A5: 20 Tikal/Baht ohne Datum (1850er Jahre), Grand Treasury, Zweite Ausgabe. Später wurde ein weiterer Versuch mit den sog. „Royal Rewards Maii“ in 13 verschiedenen Wertstufen bis zu 10 Tamlung (80 Baht) unternommen. Sie sollten die bisherigen, nicht sehr fälschungssicheren, Scheine ersetzen und sich endgültig durchsetzen, was jedoch wieder nicht gelang! Der Nachfolger im Regierungsamt, König Rama V. begab sich unter dem ständig steigenden Druck wachsender ökonomischer Bedeutung der siamesischen Wirtschaft im damaligen Hinter-Indien und über dessen Grenzen hinaus, auf neue Wege. Er gestattete drei ausländischen, aber in Bangkok mit Niederlassungen vertretenen, Banken, die Ausgabe von Papiergeld in den Stückelungen von 1 bis zu 400 Baht zu übernehmen. Zu den Direktoren dieser Bankniederlassungen in Bangkok gehörten damals größtenteils auch deutsche Ökonomen. SIA-S101: 5 Tikal/Baht vom 19.12.1898, Banque de l’Indochine. Die Noten dieser Banken kamen von der Hongkong & Shanghai Banking Corporation von 1889 bis 1899, von der Chartered Bank of India, Australia & China von 1898 und von der Banque de l’Indochine von 1898. Erst diese Emissionen wurden von den vorsichtigen siamesischen und anderen Kaufleuten eine Zeitlang akzeptiert. THA-1: 1 Tikal/Baht ohne Datum (1892), Royal Siamese Treasury, Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig. 1892 ließ der König oder dessen Beauftragter von der deutschen Firma Giesecke & Devrient in Leipzig neue Tresorscheine in den Stückelungen von 1 bis 800 Tikal/Baht entwerfen und drucken. Diese Auflage landete seltsamerweise in den Tresoren des Finanzministeriums, nur eine ganz geringe Anzahl gelangte im April 1893 in den Umlauf. Die Scheine trugen siamesische, chinesische, burmesische, malaiische und englische Inschriften und Nominalbezeichnungen. Sie zeigen am unteren Ende einen Druckerei-Vermerk. Im täglichen Geldverkehr war es in den 1870er Jahren zu einer spürbaren Verknappung der kleinen Münzen gekommen. Diese waren aus Zinn oder aus guter Kupferlegierung ausgeprägt und als der Zinn-und der Kupferpreis am Weltmarkt und auch an der Börse in Bangkok ungewöhnlich stark in die Höhe ging, zogen Spekulanten große Mengen der Kleinmünzen aus dem Verkehr um sie illegal einzuschmelzen. Die Münzen der Prägejahre 1862 – 1865 von 1⁄16 bis ½ Fuang wogen immerhin zwischen 3,6 und 7,7 g Zinn pro Stück bzw. die kupfernen sogar zwischen 7,4 und 14,9 g. Obwohl 1865 das Gewicht der Kupfer-Nominale ¼ und ½ Fuang auf die Hälfte reduziert wurde, floss weiterhin jede Menge dieser Kleinmünzen aus dem Verkehr ab. Entsprechend wenige Stücke haben daher die Zeiten überdauert. THA-NL: 1 Att ohne Datum (ab 14.07.1874), Druck: Akson Pimpakarn Printing Press. Um diesem Übel abzuhelfen, gab die Regierung unter König Rama V. ab 14. Juli 1874 Papierscheine zu einem Wert von 1 Att (als „Att Kradat“, das ist 1⁄64 Baht oder ⅛ Fuang) in einer sehr einfachen Gestaltung und mit handgeschriebener Kontrollnummer (links oben) in den Umlauf, aus dem sie aber bereits nach ca. acht Monaten wieder verschwanden. Im Standard-Katalog „World Paper Money“ sucht man diese Scheine vergebens. Der abgebildete 1-Att-Schein wird im „Thai Banknotes Catalogue“ von Somchai Saeng-ngern als TB1 aufgeführt. THA-9a: 5 Tikal/Baht vom 01.04.1902 (1902–1925), Government of Siam, Druck: TDLR. Im Jahr 1902, oder kurz zuvor, scheinen nun endgültig alle denkbaren Widerstände und sonstigen Schwierigkeiten für eine dauerhafte Emission von Geldscheinen mit größeren Nominalen ab 1 Baht ausgeräumt zu sein. Durch die britische Druckerei Thomas De La Rue & Co. Ltd. in London wurde für Siam eine 1. Serie des Government of Siam mit einseitigem Druckbild hergestellt. Diese Serie erlebte nun bis Mitte der 1920er Jahre mit unterschiedlichen Varianten in Farbgebung, Papier, Wasserzeichen und Datierung mehrere Auflagen. Diese Geldzeichen waren auch ihrem Charakter nach Staatsnoten, der sich in den Inschriften in siamesischer, chinesischer, malaiischer & englischer Sprache offenbarte. THA-16b: 1 Baht vom 05.11.1931 (1928–1933), Government of Siam, Druck: TDLR. Seit 1925 wurden von der selben britischen Druckerei neu gestaltete Banknoten, diesmal auch mit bedruckter Rückseite, geliefert, die das buddhistisch-königliche Zeremoniell des ersten Reiskorns, das Pflügen mit einem Büffel, in sehr schöner Szene zeigen. THA-25: 20 Baht vom 29.01.1935, Government of Siam, Druck: TDLR. Erst wieder ab 1934, in der Regierungszeit von Rama VII., lieferte die bekannte britische Druckerei eine sehr ansprechend gestaltete 3. Banknotenserie mit dem Königsporträt und der königlichen Barke „Suphanahongse“ auf einer Seite, wechselnd mit Abbildungen vom Tempel des Smaragd-Buddhas, einer typischen Fluss­-Szene und dem Chao-Phraya-Fluss bei Bang Pa-in. Auf der Rückseite erscheint bei allen vier Nominalen von 1 bis 20 Baht das Phra Samut Chedi in Paknam. Der Garuda: Das Staatswappen Thailands. Weitere gestalterische Merkmale dieser Serie sind die Verwendung traditioneller buddhistischer Symbole wie der „Garuda“ und der dreiköpfige Elefant, der „Erawan“. THA-30: 1 Baht ohne Datum (1938), Government of Siam, Druck: TDLR. Nach dem Regierungsverzicht von Rama VII. trat ab 1938 bei der 4. Banknotenserie auf den Vorderseiten das Porträt des neuen Kindkönigs Rama VIII. im gleichen Bildrahmen auf. Nennwerte, Farben und sonstige Gestaltungsmerkmale blieben, bis auf aktuelle Jahresangaben, die gleichen. Bis Januar 1940 entstanden neue Scheine von 1 bis 1000 Baht. Neben dem Königsporträt mit kindlichen Zügen erscheint auf der Vorderseite bei 1 Baht das Phra-Samut-Chedi in Paknam, bei 5 Baht das Phra Pathom Chedi in Nakhorn Pathom, bei 10 Baht ein Teil des Mahagal-Forts in Paknam, bei 20 Baht die Chakri Maha Prasat-Thronhalle und schließlich bei 1000 Baht der Phrang des Wat Arun in Bangkok (Tempel der Morgenröte). Bei allen diesen Nominalen zeigt die Rückseite die Anandha-Samakhom-Thronhalle in Bangkok. THA-41: 20 Baht ohne Datum (ab 1943), Government of Thailand, Serie 4B. Seit 1902 wurden die siamesischen Banknoten in London gedruckt. Nun machte sich auf der politischen Bühne Ostasiens immer mehr der aggressive Einfluss Japans bemerkbar. Als japanische Einheiten bereits tief in Thailand eingedrungen waren, ging man Ende 1941 auf ein Bündnisangebot der Japaner ein und erklärte 1942 sogar den Alliierten den Krieg. Druck und Lieferung von Geldzeichen aus Großbritannien, jetzt Feindesland der Japaner, an die mit ihnen in einem sogenannten Bruderbund verbundenen Siamesen, war nun nicht mehr möglich. Verschiedene staatliche Druckereien in SIAM und in Japan lieferten dafür von Juni 1942 bis Mai 1945 eine Anzahl schlecht gedruckter Geldscheine mit mangelhaften Farben und Papieren, wechselnd mit dem Kleinkind- und dem Knabenporträt des Königs. THA-43: 50 Satang ohne Datum (1942), Government of Thaild, 5. Serie. Drei weitere Serien (5., 6. und 7. Serie), eine sog. Spezialserie und provisorische Ausgaben am Ende des Kriegs brachten vom Januar 1942 bis Juni 1946 noch einmal eine ganze Reihe verschiedener Typen, dabei auch Ausgaben für die 1943 besetzten britischen Kolonialgebiete der vier Malayen-Staaten Kedah, Perlis, Kelantan und Trengganu, die 1909 dem Königreich Siam von den Briten abgepresst worden waren. 1946 mussten diese Gebiete wieder an die britischen Kolonialherren abgetreten werden und gehören heute zu Malaysia. Diese Noten trugen Inschriften in Thai, Chinesisch und Malaiisch, sowie Wertangaben in Malaya-Dollars. THA-63: 1 Baht ohne Datum (1946), Military Authority, Druck: Tudor Press, Boston. Ende 1946 erschienen auch in Thailand (der neue Landesname bedeutet „Land der Freien“ und wurde unter japanischem Einfluss eingeführt) als 8. Serie Geldscheine der Alliierten Militärbehörde (MILITARY AUHTHORITY). Wie in allen von den West-Alliierten besiegten und besetzten Ländern, emittierten diese zu den bereits in großen Mengen kursierenden alten Geldscheinen nach dem Krieg zusätzliche eigene Geldscheine in der uns auch von den Scheinen in West-Europa bekannten US-amerikanischen Machart. Erst im Januar 1948 wurden alle alten Noten, auch die der Alliierten für ungültig erklärt und neue, nur in Thai beschriftete Staatsnoten, ausgegeben. THA-68/69/75 50 Satang sowie 1 und 5 Baht ohne Datum (1948/1948 und 1956 ), Government of Thailand, Druck: TDLR. Der Tradition folgend, bleibt die Gestaltung der 9. Serie – mit Ausnahme eines 50-Satang-Scheins – wie bei ihrem königlichen Vorgänger, dem inzwischen tödlich verunglückten Rama VIII. Das nun eingesetzte Porträt des neuen Königs Rama IX. wechselt lediglich von einem sehr jugendlichen, mit einfacher Uniform bekleideten, zu dem Porträt eines etwas älteren Königs in der Uniform eines Kommandierenden der Armee. Die 9. Serie besteht aus Werten zu 50 Satang sowie 1, 5, 10, 20 und 100 Baht und wurde, wie bereits vor dem Krieg, von der britischen Druckerei Thomas De La Rue gedruckt und geliefert. Fortsetzung folgt … Matthias Böhme

  • Spaniens letzte Banknotenserie

    500 Jahre Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1992 jährte sich zum 500. Mal der Jahrestag der Neuentdeckung Amerikas. Der Rat der Banco de España nahm dieses Ereignis zum Anlass, Ende der 1980er Jahre die Planung für die Ausgabe einer neuen Banknotenserie in Angriff zu nehmen. Dabei wurde den veränderten Verhältnissen Rechnung getragen. Durch Ausgabe von Münzen zu 100, 200 und 500 Pesetas konnte bei der neuen Serie auf diese Werte verzichtet werden. Andererseits war absehbar, dass Banknoten mit einem höheren Nennwert als 10.000 Pesetas benötigt würden. Hauptziel der Reform des Banknotensystems war die Verkleinerung und Vereinheitlichung der Banknotenformate, eine moderne Gestaltung und ein besserer Fälschungsschutz. Ferner sollten die neuen Noten maschinell bearbeitet werden können. Das Format des Scheins zu 1000 Pesetas, dem nun niedrigsten Wert, diente mit 130 mm x 65 mm als Basisgröße. Die nächstfolgenden Nominale wuchsen jeweils um 8 mm in der Länge und 3 mm in der Höhe. Die Banknoten der neuen Serie entstanden in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei in Berlin. Der international angesehene Grafiker Reinhold Gerstetter fertigte die Entwürfe an. Die Gravur der Druckplatten und den Druck besorgt die Fábrica Nacional de Moneda y Timbre (FNMT), die auch das Wertzeichenpapier aus der eigenen Papierfabrik in Burgos bezog. Die vorherrschenden traditionellen Farben wurden bei den Nominalen beibehalten: Grün für 1000 Pesetas; Orange/Rot für 2000 Pesetas; Hellbraun für 5000 Pesetas und Blau für 10.000 Pesetas. Auf die Ausgabe höherer Wert wurde verzichtet. Bei der allgemeinen Gestaltung der Scheine beschritt man einen neuen Weg. Während die Vorderseiten im Längsformat ausgeführt sind, wählte man für die Rückseite das Hochformat. Bild 1.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Vorderseite. Mit Ausgabedatum 24. April 1992 setzte die Banco de España die 2000-Pesetas-Note im Mai 1993 in Umlauf. Die Vorderseite wird vom Brustbild des spanischen Universalgelehrten José Celestino Bruno Mutis y Bosio [* 6. April 1772 in Cadiz; † 11. September 1808 in Bogóta] dominiert. Er war Priester, Botaniker, Geograph, Mathematiker, Arzt und Lehrer an der Universidad del Rosario in Santafé de Bogotá. Als er 1760 nach Kolumbien ging, ahnte niemand, dass er einer der wichtigsten Botaniker seiner Zeit werden würde, dem auch der Forschungsreisende Alexander Freiherr von Humboldt 1801 seine Referenz in Bogóta erwies. Mutis Interesse galt vor allem der südamerikanischen Flora und der Kultivierung von Wildpflanzen. Neben dem Porträt zeigt der Hintergrund eine Karte Amerikas und bereits halb auf dem Schaurand eine Rosette. Sie ist perfekt abgestimmt mit dem Motiv auf der Rückseite. Die Gravur des Brustbildes übernahm Pablo Sampedro Molero. Als Vorlage diente eine Skizze, die Isabel Quintanilla nach dem Ölgemälde eines unbekannten Künstlers anfertigte, das sich in der Royal Academy of Medicine befindet. Bild 1.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Rückseite. Die Rückseite zeigt am unteren Rand die Puerta de Murillo, den Eingang zum botanischen Garten in Madrid, der bereits 1781 eingeweiht wurde. Über dem Tor eine große Rosette mit einem Zweig des Chichona-Baums. Hierbei handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) gehört. Sie kommt in Zentralamerika und im westlichen Südamerika vor. Einige Arten und Hybriden werden in tropischen Gebieten zur Gewinnung des vor allem als Malariamittel bekannten Chinins angebaut. Die Gravur der Rückseite besorgte Antonino Sánchez. Bild 1.3: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Wasserzeichen. Das Wasserzeichen auf dem Schaurand zeigt Fray Bartolomé de Las Casas [* 1474 oder 1484 in Sevilla; † Juli 1566 in Madrid]. Er war ein spanischer Encomendero[1] und Philosoph, der sich als Historiker und Sozialreformer einen Namen machte. Er kam als Laie nach Hispaniola und wurde später Dominikanermönch und Priester. Bild 1.4: Unterschriften. Seine umfangreichen Schriften, von denen die berühmtesten „Brevísima relación de la destrucción de las Indias“ und „Historia de Las Indias“ sind, berichten über die ersten Jahrzehnte der Kolonialisierung der spanischen Antillen. Darin beschreibt er die Gräueltaten, die die Kolonisatoren gegen die indigene Völker verübten. Als erster Bischof von Chiapas wurde er zum „Beschützer der Indianer“. Die 2000-Pesetas-Note wurde schon bald verändert. Ein Vergleich beider Emissionen zeigt gravierende Unterschiede. Hält man den Schein gegen das Licht, wird bei der älteren Ausgabe ein grüner Sicherheitsfaden sichtbar, während bei der neueren ein breiterer, silberner Streifen mit wiederholender Schrift „DOS MIL“ zu erkennen ist; ferner verzichtete man auf der Vorderseite unten rechts auf die zweite grüne Kontrollzahl, dafür wurde eine leicht erhabene nicht lesbare Schrift am rechten Rand angebracht, wie sie auch die übrigen Werte dieser Serie aufweisen. Auf dem weißen oberen Schaurand der Rückseite fehlt nun die entsprechende Schrift, die Innenfläche der „Blume" ist jetzt dunkel ausgefüllt und der Hinweis auf die Druckanstalt „FÁBRICA NACIONAL DE MONEDA Y TIMBRE M“ wurde vom linken unteren Schaurand an den unteren mittleren Rand des Rückseitenbildes verlegt. Durch die leicht veränderte Farbgebung ist nun die Wiedergabe des Grundrisses im Unterdruck stellenweise nicht mehr erkennbar. Wurde bei der älteren Auflage der rötliche Druck durch orangefarbige Partien aufgelockert, so verzichtete man bei der Neuauflage weitgehend darauf. Besonders am Brustbild Mutis ist an der Stirn, den Augen und den Händen diese Modifikation gut zu erkennen. Sein Porträt scheint nun weniger lebendig. Ferner wirkt sich die Farbänderung auf die runde Guilloche in der rechten Scheinecke aus. Auch die Angabe des Emittenten "BANCO DE ESPAÑA" und die drei Unterschriften auf dem Schaurand waren ehemals verschiedenfarbig abgestuft und gingen von Orange in Rotbraun über. Bei der neuen Ausgabe ist dieser Teil nun vollständig rotbraun. Bild 2.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Vorderseite. Bild 2.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Rückseite. Am 27. September 1994 gelangte die 1000-Pesetas-Note in Umlauf gesetzt. Der Schein datiert vom 12. Oktober 1992. Das Datum erinnert an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, der am 12. Oktober 1492 auf der Karibikinsel San Salvador landete. Seit 1918 wird dieser Tag als Nationalfeiertag – als „Día de la Hispanidad“ (Tag der Hispanität) – in Spanien begangen. Bild 3.1: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Vorderseite. Auf der Vorderseite das Brustbild des Konquistadors Hernán Cortés de Monroy y Pizarro Altamirano, Marqués del Valle de Oaxaca [* 1485 in Medellín; † 2. Dezember 1547 in Castilleja de la Cuesta]. Mit Hilfe seiner indianischen Verbündeten eroberte er das Aztekenreich und dessen Hauptstadt Tenochtitlan. In den Jahren von 1521 bis 1530 war er Generalgouverneur von Neuspanien. Im Hintergrund wieder eine Landkarte von Amerika und einer Interpretation des aztekischen Motivs, dem Ballspieler von Chiapas. Bild 3.2: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Rückseite. Auf der Rückseite der zweite „große“ spanische Eroberer, Francisco Pizarro González [* 1476 oder 1478 in Trujillo, Extremadura; † 26. Juni 1541 in Ciudad de los Reyes, dem heutigen Lima], der das Inka-Reich für die spanische Krone in Besitz nahm. Am unteren Rand des Scheins wird die Kathedrale in Lima abgebildet, eine Gründung Pizarros. Bild 3.3: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Wasserzeichen. Das Porträt von Hernán Cortes wurde von Juan Carlos Heras Vicario gestochen, das von Francisco Pizarro von Alfredo Adán de Orz Sanz. Hält man den Schein gegen eine Lichtquelle, wird das Brustbild Montezumas [* um 1465; † 30. Juni 1520 in Tenochtitlán, Mexiko] als Wasserzeichen sichtbar. Er war der neunte Herrscher des Azteken-Reiches. Ebenso wie die Mutis-Banknote wurden auch die beiden Stichtiefdruckplatten der 1000-Pesetas-Note neu graviert. Dadurch wurde die Intensität der Farbgebung auf der Vorderseite erhöht, sodass sie dunkler erscheint, während die Veränderungen auf der Rückseite kaum auffallen. Die auffälligsten Unterschiede bestehen darin, dass bei der modifizierten Auflage das Augenlid von Cortés linkem Auge zerkratzt wirkt und unterhalb des Randes ein Gittermuster angebracht wurde. Im Gegensatz zu den Änderungen an den Banknoten von Mutis, erfolgte der Übergang vom älteren zum jüngeren Typ nicht zu einem einzigen Zeitpunkt. Dies wird deutlich, wenn man sich die Serien und Nummernkreise der beiden Typen ansieht. Bild 4.1: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Vorderseite. Wenige Wochen später, am 20. Dezember 1994, gelangte die Note zu 5000 Pesetas in Umlauf. Der Schein datiert ebenfalls vom 12. Oktober 1992. Das Brustbild Christoph Kolumbus [* um 1451 in der Republik Genua; † 20. Mai 1506 in Valladolid, Königreich Kastilien], der lange als Entdecker Amerikas galt, Vizekönig der neu zu entdeckenden Länder und Admiral des Ozeans (so seine Titel), wurde von Antonino Sánchez gestochen. Neben dem Brustbild wieder eine Landkarte Amerikas mit der Silhouette zweier Karavellen und den Figuren der Katholischen Könige (spanisch Reyes Católicos): Königin Isabella I. von Kastilien [* 22. April 1451 in Madrigal de las Altas Torres; † 26. November 1504 in Medina del Campo] und König Ferdinand II. von Aragón [* 10. März 1452 in Sos; † 23. Januar 1516 in Madrigalejo], der als Ferdinand V. auch König von Kastilien war. Der Herrschertitel Reyes Católicos wurde ihnen im Jahr 1496 von Papst Alexander VI. verliehen. Bild 4.2: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Rückseite. Die Rückseite bildet eine Rosette mit einem Ruder im Inneren sowie eine Armillarsphäre ab. Hierbei handelt es sich um ein astronomisches Gerät, das zur Darstellung der Bewegung von Himmelskörpern dient. Im Hintergrund, eine Karte von Juan de La Cosa [* um 1449, nach anderen Quellen 1460 in Santoña, Kantabrien; † 28. Februar 1510 in Cartagena, Kolumbien] und einer Karavelle. Juan de la Cosa war Anteilseigner der Santa Maria. Er begleitete Christoph Kolumbus als Kapitän auf der erster "Amerikafahrt". Um 1500 fertigte La Cosa eine vielbeachtete Weltkarte an. Diese „mappa mundi“ wurde erst im 19. Jahrhundert durch Alexander von Humboldt wiederentdeckt. Bild 4.3: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Wasserzeichen. Das Wasserzeichen bildet Martin Alonso Pinzón [* 1441 in Palos de la Frontera; † 31. März 1493 ebenda] ab. Er war Kapitän der Karavelle Pinta, einem der beiden Begleitschiffe der Karacke Santa Maria, auf der ersten Reise von Christoph Kolumbus. Auf der Hinfahrt wurde Pinzón sechs Wochen von Kolumbus getrennt. Der Grund dafür ist bis heute nicht bekannt, doch beschuldigte Kolumbus ihn des Verrats. Als Pinzón nach Spanien zurückfuhr, wurde sein Schiff während eines Sturms wiederum von Kolumbus getrennt, doch erreichten Kolumbus und er am 15. März 1493 gleichzeitig den Hafen von Palos de la Frontera. Bild 5.1: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Vorderseite. Das wertmäßig höchste Nominal gelangte ab 20. Juli 1995 in Umlauf. Die 10.000-Pesetas-Note zeigt auf der Vorderseite das Porträt des damaligen spanischen Königs Juan Carlos I. [* 5. Januar 1938 in Rom] sowie die „Casa de América“ in Madrid. Hierbei handelt es sich eigentlich um den Palacio de Linares, dem Sitz der Institution Casa de América. Sie wurde 1990 anlässlich der Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Entdeckung Amerikas vor 500 Jahren vom spanischen Außenministerium, der Autonomen Gemeinschaft Madrid und des Stadtrats von Madrid gegründet. Sie hat das Ziel, die Beziehungen zwischen Spanien und dem amerikanischen Kontinent, insbesondere Lateinamerika, zu stärken. Das Brustbild des Königs wurde von Pablo San Pedro gestochen und das von Jorge Juan von Juan López López-Pavía. Bild 5.2: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Rückseite. Auf der Rückseite das Brustbild des Schiffsbauingenieurs und Wissenschaftlers, Jorge Juan y Santacilia [* 5. Januar 1713 in Alicante; † 21. Juni 1773 in Madrid]. Er beteiligte sich zusammen mit Antonio de Ulloa 1734 an einer Expedition der Königlichen Akademie der Wissenschaften von Paris. Sie stand unter dem Befehl des Astronomen Louis Godin [* 28. Februar 1704 in Paris; † 11. September 1760 in Cádiz]. Ihr Auftrag war die Länge des Meridianbogens in der Äquatorlinie in Südamerika zu bestimmen. Dabei wurde festgestellt, dass die Form der Erde nicht perfekt kugelförmig, sondern an den Polen abgeflacht ist. Die Rosette mit Umriss eines Schiffs im Innern, sowie die Kurven-Darstellung sind eine Anspielung auf seine mathematischen Arbeiten als Schiffsbauingenieur. Bild 5.3: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Wasserzeichen. Als Wasserzeichen wird das Porträt von Antonio de Ulloa de la Torre-Guiral [* 12. Januar 1716 in Sevilla; † 5. Juli 1795 auf der Isla de León bei Cádiz] sichtbar. Er nahm wie bereits erwähnt an der oben genannten Expedition teil und wurde später Admiral. Ein wichtiger Grund für die Ausgabe der Banknotenserie war die Verbesserung der Fälschungssicherheit. So weisen die Geldscheine eine Reihe von Sicherheits-Merkmalen auf: Stichtiefdruck-Relief Wasserzeichen auf dem Schaurand Papier, das unter ultraviolettem Licht nicht fluoresziert Sicherheitsfaden, sichtbar im Gegenlicht perfekt abgestimmtes Motiv auf Vorder- und Rückseite und … Bild 7: Legende in Mikroschrift. / Bild 8: Codierte Beschriftung, nur mit Spezialoptik lesbar. Bild 9: Markierungen für Sehbehinderte. Bild 10: Fluoreszierende Fasern auf dem Papier, nur sichtbar unter UV-Licht, Rückseitendarstellung. Bild 11: Nummerierung unter UV-Licht. Trotzdem kommen von allen Nominalen Fälschungen vor. Die meisten von ihnen sind leicht am fehlenden Wasserzeichen zu erkennen. Auch fühlt sich das Papier der meisten Fälschungen nicht wie typisches Banknotenpapier an. Banknotenpapier besteht in der Hauptsache aus kurzfaseriger Baumwolle; es ist griffig, steif und hat einen hellen, knisternden Klang. Es fasert auch nach längerem Gebrauch kaum aus. Dagegen verwenden Falschgeldhersteller meist herkömmliches, glattes Papier, das schon nach kurzem Gebrauch “lappig“ wird. Bild 12.1: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 12.2: Banco de España, 12.10.1992, 1000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 13.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 13.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 14.1: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 14.2: Banco de España, 24.04.1992, 2000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 15.1: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 15.2: Banco de España, 12.10.1992, 5000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Bild 16.1: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Fälschung, Vorderseite. Bild 16.2: Banco de España, 12.10.1992, 10000 Pesetas, Fälschung, Rückseite. Mit Einführung des Euros als Verrechnungseinheit wurde am 1. Januar 1999 der offizielle Umrechnungskurs auf 1 € = 166,386 Pesetas festgelegt. Als am 1. Januar 2002 die Euro-Banknoten eingeführt wurden, lösten sie die Pesetas-Zahlungsmittel als Landeswährung ab. Bei der Nationalbank war ein Umtausch noch bis zum 30. Juni 2021 möglich. Uwe Bronnert Anmerkungen „Die Encomenderos waren zu einem großen Teil Konquistadoren, die durch die Encomienda für ihre während der Eroberung geleisteten Dienste entlohnt werden sollten. In Ausnahmefällen wurden auch Angehörige des einheimischen Adels bedacht. Ein Encomendero konnte mehrere Encomiendas haben. Bis zum Verbot durch die Leyes Nuevas im Jahr 1542 konnten auch Vertreter der Krone, Geistliche, Klöster, Krankenhäuser und Bruderschaften Besitzer von Encomiendas sein. Die Anzahl der Encomendados einer Encomienda schwankte zwischen etwa 30 und 3.000. In den Leyes de Burgos wurde 1512 eine Obergrenze von einhundertfünfzig und eine Untergrenze von vierzig festgelegt. In Absatz 28 der Leyes Nuevas aus dem Jahr 1542 wurden übermäßig große Encomiendas verboten, ohne genaue Angaben zu machen, was als „übermäßig“ anzusehen sei. Die Encomendados arbeiteten zu einem überwiegenden Teil in den Bergwerken bei der Gold-, Silber- und Quecksilbergewinnung. In den Leyes de Burgos wurde festgelegt, dass der Encomendero wenigstens ein Drittel seiner Encomendados in den Bergwerken zu beschäftigen hatte.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Encomienda#:~:text=Die%20Encomenderos%20waren%20zu%20einem,Encomendero%20konnte%20mehrere%20Encomiendas%20haben. (24.11.2022) Angaben nach Ramón Cobo Huici, Emisión del V Centenario 1992, https://numismaticadigital.com/ (05.11.2014)

  • Lexikon: Federal Reserve Banks

    Durch Gesetz vom 23. Dezember 1913 wurde das "Federal Reserve System" mit zwölf Federal Reserve Banks in den USA gebildet. Die einzelnen Bank kann man durch Nummern und Buchstaben unterscheiden: 1-A Boston 2-B New York 3-C Philadelphia 4-D Cleveland 5-E Richmond 6-F Atlanta 7-G Chicago 8-H St. Louis 9-I Minneapolis 10-J Kansas City 11-K Dallas 12-L San Francisco USA-395: Federal Reserve Bank Note über 5 Dollars von 1929 mit der Kennung 4 x "B" für die Federal Reserve Bank in New York, Vorder- und Rückseite. Abb. www.weltbanknote.de. USA-461: Federal Reserve Note über 2 Dollars von 1988 mit der Kennung "F" im Siegel und 4 x die "6" für die Federal Reserve Bank in Atlanta, Vorder- und Rückseite. Gedenkbanknote zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung von 1776. Abb. Sammlung Schilde. USA-481b: Federal Reserve Note über 5 Dollars von 1988 mit der Kennung "A" im Siegel und 4 x der "1" für die Federal Reserve Bank in Boston, Vorder- und Rückseite. Abb. Sammlung Schilde. Es gibt zwei Arten von Noten, Federal Reserve Bank Notes und Federal Reserve Notes. Federal Reserve Bank Notes, sind Noten der einzelnen Banken, ähnlich den National Bank Notes. Sie tragen auch die Bezeichnung "National Currency". Es gab zunächst nur Noten in den Werten 5, 10 und 20 Dollars, die nicht von allen Banken ausgegeben wurden (Datum 1915). Die späteren 1-, 2-, 5-, 10-, 20- und 50-Dollars-Noten mit dem Datum 1918 wurden von allen zwölf Federal Reserve Banks emittiert. Die kleinformatigen Scheine (Small Size Notes) gab es als 5-, 10-, 20-, 50- und 100-Dollars-Noten mit dem Datum 1929. Ab 1935 wurden sie nicht mehr ausgegeben und lediglich im Zweiten Weltkrieg zur Linderung einer vorübergehenden Zahlungsmittelknappheit in einzelnen Werten als Federal Reserve Notes in Umlauf gebracht. Federal Reserve Notes sind von den zwölf Federal Reserve Banks ausgegebenes Staatspapiergeld. Die großformatigen Scheine (Large Size Notes) gibt es in den Werten zu 5, 10, 20, 50 und 100 Dollars mit dem Datum 1914, dann noch 500, 1000, 5000 und 10.000 Dollars mit dem Datum 1918. Die kleinformatigen Scheine (Small Size Notes) gibt es als 1-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 500-, 1000-, 5000- und 10.000-Dollars-Noten. Folgende Daten kommen vor: 1928, 1934, 1950, 1963, 1969, 1974, 1977, 1981, 1985, 1988, 1990, 1993, 1995, 1996, 1999, 2001, 2003, 2004, 2006, 2009, 2013 und 2017. Die 2-Dollars-Note von 1976 (siehe Abb.) ist eine Gedenkbanknote zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung von 1776. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Aus privaten Sammlungen: Schatzschein des Kaiserlichen Gouvernements in Kamerun zu 100 Mark von 1914

    Objekttyp: Schatzschein Sammlung: Sammlung Gerhard Reichert ✝︎ Historischer Kontext: Bereits ab 1868 hatten verschiedene deutsche Firmen, allen voran das Hamburger Handelshaus Woermann, die Region durch Handelsniederlassungen erschlossen. 1883 wurde ein deutsches Konsulat unter Leitung von Dr. Gustav Nachtigall errichtet, der am 14. Juli 1884 nach dem Abschluss von Schutzverträgen mit den Königen der Duala und anderen einheimischen Herrschern die deutsche Kolonie Kamerun ausrief und damit den Briten, welche die gleiche Absicht hegten, nur um Tage zuvor kam. Die Kolonie dehnte sich in den folgenden Jahren auch auf das Hinterland aus (1911 Anschluss von Neukamerun) und war schließlich größer als das Deutsche Reich. Ab 1886 galt in Kamerun allein die Deutsche Reichswährung. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war eine militärische Annexion durch die Briten zu erwarten, die vorerst die deutschen Kolonien durch eine Seeblockade von der Zufuhr aus dem Mutterland abschnitten. Um auf die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Zahlungsmitteln vorbereitet zu sein, ließ der letzte Kaiserliche Gouverneur von Kamerun Karl Ebermaier bereits mit Datum vom 12. August 1914 Schatzscheine ausgeben. Laut amtlicher Bekanntmachung sollten Werte zu 5 Mark (Serie A), 10 Mark (Serie B), 20 Mark (Serie C), 50 Mark (Serie D) und 100 Mark (Serie E) in einem Gesamtbetrag von 2 Millionen Mark ausgegeben werden. Die 10- und 20-Mark-Scheine wurden aber erst kurz vor dem Fall Dualas 1915 fertiggestellt und zum Teil von der abziehenden Truppe vernichtet. Ein Teil der Scheine kam später in Jaunde in Umlauf und der Rest fiel den Franzosen bei der Besetzung von Ebolowa in die Hände. Auch wenn die Schatzscheine Kameruns für britische und französische Soldaten ein beliebtes Souvenir waren, ist es bemerkenswert, dass bis heute kein Zehner oder Zwanziger in einer Sammlung belegt werden konnte. Alle Scheine tragen die Faksimile-Unterschriften Full (Stellvertretender Gouverneur) und Kräuter (Gouvernements-Kassierer). Ausgehend von Einlösungsstempeln auf Rückseiten sind die Schatzscheine auf alle Fälle noch bis Oktober 1917 und einzelne darüber hinaus sogar noch bis März 1920 in Umlauf gewesen. Die kleine deutsche Schutztruppe konnte sich nur zwei Jahre gegen die militärische Übermacht der angreifenden Briten halten. Am 20. Februar 1916 ergab sich die letzte deutsche Garnison in Mora. Mit dem Vertrag von Versailles übernahm der Völkerbund die deutschen Kolonien. Deutsch-Kamerun wurde aufgeteilt und als Mandatsgebiete an die Siegermächte Großbritannien und Frankreich übergeben. Land/Region/Ort: Deutsch-Kamerun, Duala Emittent: Kaiserliches Gouvernement von Kamerun Nominal: 100 Mark Datum: 12. August 1914 Vorderseite: Text und Wertangaben auf bekröntem blauen Reichsadler mit Brustschild. Rückseite: Text (Auszug aus der Verordnung des Gouverneurs von Kamerun über die Ausgabe von Schatzscheinen vom 12. August 1914) Unterschrift: Full / Kräuter Material: Papier hellgraubraun mit blauen Fasereinlagen Format: 159 mm x 105 mm Nummerierung: No. E. 02741 Authentizität: Original Zitate: KAM-3b (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro/Gra 964b (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) CMR-3a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturhinweis: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Mehr lesen … Leseprobe

  • Syrien: Neue 50-Pounds-Note im Umlauf

    Eine neue Note der Zentralbank von Syrien über 50 Pounds mit dem Jahr 2021 bzw. 1442 AH ist nun im Umlauf. Die Gestaltung gleicht den Vorgänernoten: Auf der Vorderseite sind Keilschrift-Tontafeln aus Ebla dargestellt, während die Rückseite die Al-Assad-Nationalbibliothek in Damaskus hinter der Statue des Namengebers Hafiz al-Assad zeigt. Neue Elemente sind bei den aktualisierten Noten das Jahr, die Unterschriften (Kenan Yaghi und Hazem Karfoul) sowie ein zusätzliches Ornament auf der Rückseite. Außerdem wurde die neuen Scheine von Goznak gedruckt, während die alten vom Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck stammen; beide Druckereinamen sind nicht auf den Noten vermerkt. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Neuer Katalog: Billionenscheine

    Dießner, Hans-Jürg Alfred: Billionenscheine Die Ausgaben der Deutschen Reichsbank und die Notausgaben der Hochinflation 1923/1924 378 Seiten, Format 14,8 cm x 21 cm, Broschur, Goldbach 2022 ISBN: 978-3-949958-01-4 Preis: 35,90 Euro Nachdem Kai Lindman das Thema schon einmal 2003 in einem Katalog behandelt hatte, ist nun eine eigene Neubearbeitung von Alfred Dießner erschienen, der Sammlern als Autor des Katalogs zum deutschen Notgeld von 1914/1915 bekannt ist. Der komplett farbige Katalog führt mit über 800 unterschiedlichen Ausgaben von Billionen-Scheinen der Hochinflation nach Ausgabeorten von A bis Z noch einmal deutlich mehr Scheine auf als Lindman. Hinzu kommen die Billionenscheine der Deutschen Reichsbank und im Anhang Besonderheiten, Kuriositäten, Manipulationen, Fälschungen und mehr. Alle Scheine werden mit Varianten aufgeführt und aktuell bewertet. Das Vorwort sowie die Einleitungen zu den Reichsbanknoten und zum Anhang wurden in Deutsch und Englisch verfasst. In Anbetracht des Umstands, dass es keine Neubearbeitung des Notgelds der Hochinflation für das gesamte Deutsche Reich gibt und hier immer noch Dr. Arnold Keller mit seinem Katalog aus dem Jahr 1958 zitiert wird, ist der neue Katalog von Alfred Dießner doch wenigstens für die höchsten Nominale der Inflation ein wichtiges und aktuelles Werk. Bezug über: Interessenten wenden sich bitte direkt an E-Mail: info@rbnumisbooks.com. Hans-Ludwig Grabowski

  • Geldscheinporträts: Omar Mukhtar – "Der Löwe der Wüste"

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen: Omar Mukhtar auf einer Banknote der Central Bank of Libya über 10 Dinars von 2015. Abb. Omar Mukhtar, Dirk Vandevalle: A history of modern Libya. 2nd edition. Cambridge University Press 2012, p. 31, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=599851 (gemeinfrei). Omar Mukhtar wurde 1858 in einem kleinen Dorf in der Cyrenaika im Osten Libyens geboren. Diese Region wurde vom Senussi-Orden geführt, einer sufistischen islamischen Bewegung. Die Bruderschaft unterhielt ein feinmaschiges Netz von islamischen Kulturzentren in der Cyrenaika, die wichtige Funktionen im sozialen Leben erfüllten und den Orden gesellschaftlich verankerten. Mukhtar wurde von seinem Onkel, einem politisch-religiösen Anführer, gefördert und ausgebildet. Nach weiterführenden Koran-Studien wurde er Imam und trat ebenfalls in die Senussi-Bruderschaft ein. Die Bewegung war bereits früh Basis des Widerstands gegen Kolonialbestrebungen aus Europa. So war auch Omar Mukhtar 1899 für drei Jahre im Tschad, um den Kampf gegen Frankreich zu unterstützen. Die Senussi sahen ihren religiösen Einfluss in der Cyrenaika gefährdet. Nach seiner Rückkehr wurde Omar Mukhtar zum Scheich ernannt. 1911 war auch Libyen selbst bedroht: Das Königreich Italien erklärte dem Osmanischen Reich, dem die damalige Provinz „Tripolitanien“ seit dem 16. Jahrhundert angehörte, den Krieg und beanspruchte Tripolitanien und die Cyrenaika für sich. Das Gebiet wurde bereits ein Jahr später nach blutigen Gefechten an Italien abgetreten. Der Anführer des Senussi-Ordens, Ahmad asch-Scharif, rief zum Djihad gegen die Besatzer auf. Italien gelang es nicht, die Gebiete dauerhaft zu kontrollieren. 1915, als Truppen für die Kämpfe des Ersten Weltkriegs benötigt wurden, waren nur noch die Küstenstädte unter italienischer Führung. Der Senussi-Orden verwaltete den Südosten des Landes. Mussolini intensivierte nach seiner Machtübernahme 1922 die Bestrebungen zur "Rückeroberung Libyens" und startete eine Militäroffensive. Omar Mukhtar – damals bereits über sechzig Jahre alt – führte als Befehlshaber über den militärischen Widerstand den Guerilla-Krieg gegen die italienischen Truppen. Es gelang ihm, die Kampfverbände der zahlreichen Stämme zu vereinen und wirkungsvoll einzusetzen. Trotz der deutlichen Überlegenheit hatte Italien große Probleme, die Rebellion der Senussi zu beenden. Die Widerstandskämpfer nutzen das Dschabal-Achdar-Gebirge als natürliches Bollwerk. Das faschistische Italien agierte nun immer härter und begann, den Widerstand durch grausames Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung zu brechen. Auch Giftgas und Flächenbombardements wurden eingesetzt. Nachdem 1929 Verhandlungen Omar Mukhtars mit der italienischen Besatzungsmacht scheiterten und mit Rodolfo Graziani ein neuer Vizegouverneur ernannt wurde, erhielt die Kriegsführung eine genozidale Dimension: Sämtliche Personen, denen Unterstützung der Rebellen vorgeworfen wurde, drohte nun die Hinrichtung oder Deportation. Nachdem bei einem erneuten italienischen Vorstoß in das Gebirge die Truppen Mukhtars entkommen konnten, beschloss Graziani, eine menschenleere Zone um die Kampfverbände zu schaffen. Mehr als 100.000 Menschen wurden zwangsumgesiedelt, zu Todesmärschen gezwungen und in Konzentrationslagern interniert. Die italienischen Wüstenlager in der Cyrenaika waren die historisch ersten Konzentrationslager, die von einem faschistischen Regime errichtet wurden. Libyen, Central Bank of Libya: 10 Dinars ohne Datum (2015), Vorderseite mit Porträt Omar Mukhtars und Rückseite mit bewaffneten Reitern Mukhtars in der libyschen Wüste. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Die Widerstandsbewegung war nun sozial isoliert und musste durch einen Grenzzaun zu Ägypten, den sogenannten „faschistischen Limes“, den die italienischen Besatzer errichteten, auch auf Unterstützung aus dem Nachbarland verzichten. 1931 wurde Mukhtar bei einem Gefecht verletzt und gefangen genommen. Am 16. September wurde er im Konzentrationslager Soluch bei Bengasi öffentlich hingerichtet. Der libysche Widerstand brach innerhalb weniger Wochen zusammen. Die letzten Jahre Omar Mukhtars wurden 1980 verfilmt. In „Omar Mukhtar – Löwe der Wüste“ spielt Anthony Quinn die Hauptrolle. Die libanesisch-britische Produktion wurde trotz überwiegend positiver Kritiken nicht zum kommerziellen Erfolg, nicht zuletzt durch die Zensur Italiens, wo der Film verboten war, da er „schädlich für die Ehre der Armee“ sei. Elias Heindl

  • Aus privaten Sammlungen: 1 Shilling des Government of Nigeria von 1918

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Felix Ohmberger ✝︎ Historischer Kontext: Das heutige Nigeria – das bevölkerungsreichste Land Afrikas – war einst Teil von Britisch-Westafrika, mit dem ab 1919 auch ein Teil der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun als Mandat des Völkerbunds von den Briten verwaltet wurde. Unabhängig wurde Nigeria erst am 1. Oktober 1960. In der Kolonie liefen die Noten des West African Currency Boards um. Im Dezember 1918 gab es jedoch eine Notausgabe primitiver Scheine des Government of Nigeria in Werten zu 1, 10 und 20 Shilling, die als erste eigene Papiergeldausgabe des Landes gilt. Diese Ausgabe wurde vor Ort gedruckt, um den Mangel an Silbermünzen am dem Ende des Ersten Weltkriegs zu beheben. Die Scheine wurden gemäß Verordnung XXII von 1918 ausgegeben. Ab 1958 übernahm die Central Bank of Nigeria die Versorgung des Landes mit Zahlungsmitteln. 1973 wurde dann die Währungsbezeichnung von 1 Pound = 20 Schilling = 240 Pence auf 1 Naira = 100 Kobo geändert. Von den Notausgaben aus dem Jahr 1918 sind heute praktisch nur noch die 1-Shilling-Scheine in geringer Menge auf dem Sammlermarkt verfügbar. Land/Region/Ort: Britisch-Westafrika, Nigeria, Lagos Emittent: Government of Nigeria Nominal: 1 Shilling Datum: Dezember 1918 Vorderseite: Text und Wertangaben nebst kleinen Ornamenten. Rückseite: Druck einseitig. Unterschrift: David Sliman MacGregor Format: 130 mm x 67 mm Material: Papier Druck: Lokale Druckerei, Nigeria. Nummerierung: No. 46274 Authentizität: Original Zitate: NGA-1 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B101 (Linzmayer, The Banknote Book: Nigeria) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: 100 Milliarden Mark mit besonderer Rückseite

    Ich habe eine Reichsbanknote über 100 Milliarden Mark vom 22. August 1923, die so nicht im Katalog zu den deutschen Banknoten steht, weil die Rückseite bedruckt ist. Vielleicht sollte man diese Variante mit aufnehmen. S. Nietsch Antwort der Redaktion Es handelt sich um keinen bewusst herbeigeführten rückseitigen Druck, sondern um einen spiegelverkehrten sog. "Abklatsch" des Unterdrucks der Vorderseite auf der eigentlich unbedruckten Rückseite des Scheins und damit um eine Druckzufälligkeit. Selbstverständlich kommen solche Abklatsche nicht häufig vor und der Schein kann deshalb auch höher bewertet werden. Passiert ist der "Abklatsch", wie das Firmenzeichen DV verrät, bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart. Man kann das im Katalog unter Fehldrucke mit aufnehmen, fest steht aber, dass es praktisch bei allen Scheinen Druckzufälligkeiten und Fehldrucke aller Art geben kann. Darüber sollte man sich im Klaren sein. Es werden immer wieder solche Stücke entdeckt und gemeldet und in Sammlungen schlummern sicher noch viele solcher Belege technisch oder menschlich bedingter Fehler. Viele davon kommen in ihrer Art häufiger, andere aber nur sehr selten oder gar einmalig vor. Führt man jeden fehlerhaften Druck in einem Katalog auf, dann sprengt das schnell den ohnehin schon großzügigen Rahmen und steigert den Frust bei den Sammlern, die solch einen Fehldruck wahrscheinlich nie bekommen werden. Schwierig ist außerdem eine Bewertung vorzunehmen, wenn solche Stücke praktisch nicht in nennenswerter Menge am Markt vorkommen. Hier gilt die alte Regel: Ein Stück ist das wert, was ein Sammler bereit ist, dafür zu bezahlen. Zum Thema Abklatsch möchte ich noch auf folgende Beiträge hier im Blog verweisen: https://www.geldscheine-online.com/post/lexikon-abklatsch https://www.geldscheine-online.com/post/abklatsch-einmal-ganz-anders Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Federal Reserve Bank of China

    Die Federal Reserve Bank of China war eine 1938 gegründete amtliche Notenbank der japanischen Verwaltung für den besetzten nordöstlichen Teil Chinas mit Sitz in Peking und gehört damit zu den sog. "Puppet-Banks" (japanischen Marionetten-Banken). China, Federal Reserve Bank of China: CHN-J72a, 1 Yuan ohne Datum (1941), Vorder- und Rückseite. China, Federal Reserve Bank of China: CHN-J88a, 100 Yuan ohne Datum (1945), Vorder- und Rückseite. Die erste Ausgabe 1938 bestand aus Kleingeldscheinen in Nennwerten von 1/2 bis 50 Fen. Es folgte eine zweite Ausgabe in Dollar-Währung mit Nominalen von 10 Cents bis 100 Dollars, die dann 1939 durch weitere Scheine von 1 bis 100 Yuan ergänzt wurde. Ab 1941 wurden wieder ausschließlich Scheine in Yuan-Währung ausgegeben. Der höchste Wert und letzte Schein der Bank über 5000 Yuan stammt aus dem Jahr 1945. Im Gegensatz zu der Regierungsbank in Nanking, der Central Reserve Bank of China, hielt sich die Federal Reserve Bank of China mit der Notenausgabe zurück, so dass der Wert ihrer Noten bei Kriegsende 40-mal höher war als jener der Central Reserve Bank. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski

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