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- Der Blutsauger auf den Zehntausendmarkscheinen
So lautet die Überschrift zu einer kleinen Meldung in einer Zeitung aus dem Jahr 1922. Bereits 1920 hatten die Vorarbeiten für die Ausgabe höherwertiger Reichsbanknoten begonnen und am 18. Mai 1922 machte das Reichsbankdirektorium die Ausgabe einer Note zu 10.000 Mark mit dem Ausgabedatum 19. Januar 1922 bekannt. Zu diesem Zeitpunkt entsprach ihr Wert etwa 50 US-Dollars. „Der Schein war gutgeschützt, aber so anspruchsvoll in der Ausführung, daß er trotz wiederholter Vereinfachung nicht in den vom Verkehr verlangten Mengen geliefert werden konnte; seine Auflage betrug 117.436.144 Stück.“[1] Abb. 1: Bekanntmachung betreffend die Ausgabe neuer Reichsbanknote zu 10.000 Quelle: Dieter Hoffmann, „Das Notenbuch“, Katalog der deutschen Banknoten ab 1874, 5. erweiterte Auflage 1989/90, Regenstauf 1989, S. 30. Abb. 2.1: DEU-76, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Reichsdruckerei, Vorderseite. Abb. 2.2: DEU-76, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Reichsdruckerei, Rückseite. Die erste Ausgabe zeigt auf der Vorderseite zwei siebenstellige Kennziffern mit vorangestelltem Buchstaben sowie einen Unterdruckbuchstaben, während dieser bei der zweiten Ausgabe, die am 21. Februar 1923 in Umlauf gelangte, fehlt. 10.000 Mark waren jetzt nur noch 0,43 US-Dollar wert. Beide Ausgaben sind 210 mm x 124 mm groß und zeigen im Schaurand ein verschlungenes Band mit „10000 M“ als Wasserzeichen. Jedoch wurde das Design der Rückseite stark vereinfacht. Abb. 3.1: DEU-77, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Reichsdruckerei, Vorderseite. Abb. 3.2: DEU-77, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Reichsdruckerei, Rückseite. Die dritte Auflage entspricht der zweiten Auflage, wurde jedoch erheblich verkleinert (180 mm x 100 mm) und auf Papier mit dem Wasserzeichen „Vierpass“ gedruckt. Sie gelangte ab 7. März 1923 in Umlauf. Neben der Reichsdruckerei beteiligten sich auch mehrere private Druckereien an der Herstellung. Die Reichsdruckerei verwendete sieben- bzw. achtstellige Kennziffern, während bei den Firmendrucken sechs- und siebenstellig vorkommen. Darüber hinaus variieren sie in der Größe (3,5 – 4,5 mm). Abb. 4.1: DEU-78b, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Reichsdruckerei, Vorderseite. Abb. 4.2: DEU-78 b, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Reichsdruckerei, Rückseite. Abb. 5.1: DEU-78c, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Privatdruckerei, Vorderseite. Abb. 5.2: DEU-78 c, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Privatdruckerei, Rückseite. Hin und wieder werden Noten angeboten, bei denen der Schaurand mit dem Ornament auf der rechten, statt auf der linken Seite zu finden ist. Hierbei handelt es sich um manipulierte Scheine, die aus Druckbögen geschnitten wurden. Der Abstand zwischen Ornament und Rahmen beträgt hier ca. 18 mm statt 9 mm. Von der dritten Auflage gibt es eine seltene Variante auf braunem Papier. Sie wurde mit dem Firmenbuchstaben B (R. Oldenbourg, München) und N (C. G. Naumann, GmbH, Leipzig) gedruckt. Leider werden auch hier Manipulationrn zum Schaden der Sammler angeboten. Das Papier wurde bei diesen entsprechend eingefärbt. Abb. 6.1: DEU-79, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Privatdruckerei, Vorderseite. Abb. 6.2: DEU-79, 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Privatdruckerei, Rückseite. In meiner Sammlung befindet sich auch ein Schein, bei dem der Firmenbuchstabe fehlt. Abb. 7.: DEU-(78), 10.000 Mark, 19. Januar 1922, Vorderseite. Abb. 8: Kopfeines jungen Mannes nach einem Gemälde von Albrecht Dürer. Schon bald nach der Ausgabe des Scheins, meinte das Publikum in der der Darstellung des jungen Mannes (nach einem Gemälde von Albrecht Dürer) einen „blutsaugenden Vampir“ zu erkennen. Viele Zeitgenossen deuteten dies so, dass die französische Regierung das deutsche Volk durch die Reparationsleistungen bis zum letzten Blutstropfen aussaugen wolle. Natürlich bestätigte weder Reichsbank noch Reichsdruckerei diese Deutung. Aber sicherlich hatte man auch nichts dagegen. Abb. 9: Vexierbild: Der „Blutsauger“. In der oben erwähnten Zeitungsmeldung heißt es: „In der rechten Ecke der Zehntausendmarknote befindet sich das Kopfbild – bis über die Schulter – eines deutschen Arbeiters (wie bekannt, Nachbildung eines Bildnisses von Albrecht Dürer). Auffallend ist sein wehleidiger Gesichtsausdruck. Man drehe den Schein herum, daß sich das Arbeiterbild links oben befindet. Die gesamte Halspartie zeigt nun ein deutliches spitzes Gesicht mit etwas langer Nase (Nasenspitze bis zum linken Ohrläppchen des Arbeitergesichts); die linke Rockpartie bildet eine weiche runde Mütze, die rechte Rockpartie bildet einen Halsschal, die Weste stellt die Haare (oder ein Kopftuch) dar. Der Mund des Vexierkopfes[2], dessen eingefallene Backen sichtlich Saugbewegungen des Mundes darstellen, liegt an der Halsschlagader des Arbeiterkopfes! Nun weiß man doch, warum der Arbeiter ein so wehleidiges Gesicht mach. Das Vexierbild ist in dem Bildnis so deutlich, daß man, wenn man es einmal erkannt hat, ohne weiteres immer die beiden Köpfe sieht.“ So kam die 10.000-Mark-Banknote zu ihrem Namen: Vampir- oder Blutsauger-Schein. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Fünfzig Jahre Reichsdruckerei 1879 – 1929, Mit einem Rückblick auf den Berliner Buchdruck für Hof und Staat bis zur Begründung der Reichsdruckerei. Verfasst und herausgegeben von der Direktion der Reichsdruckerei unter Mitwirkung von Dr. Ernst Crous, Berlin 1929, S. 161 f. [2] Anm. d. Verf.; Ein Vexierbild ist ein Bild, auf dem eine oder mehrere versteckt eingezeichnete Figuren zu suchen sind.
- Die Zehn-Dollars-Millenniumbanknote der Reserve Bank of New Zealand
Am 5. Februar 1999 kündigte die Reserve Bank of New Zealand an, zur Erinnerung an die Jahrtausend-Wende eine spezielle Zehn-Dollar-Note auszugeben. Bereits 1998, vor dem Weihnachtsfest, sichtete die Bankleitung die eingereichten Arbeiten zu dieser Banknote. Ihre Wahl fiel auf den Entwurf von Ken Wright, Peter Gray und Kyley Williams von „Cue Design“ in Wellington. Die Maori-Elemente des Designs steuerte Te Warihi Hetaraka aus Whangarei bei, einer der führenden Künstler, Schnitzer und Kenner der Kultur, Geschichte und Spiritualität der Maori. Am 17. Juni 1999 gab die Bank bekannt, dass die Millennium-Note im November 1999 zur Ausgabe gelangen würde. Über das Aussehen machte die Bank nur wage Angaben. Es wurde nur bekannt, dass sie in Größe (140 x 68 mm) und blauer Farbgebung den umlaufenden Zehn-Dollars-Noten entspreche. Abb. 1.1: Gedenkausgabe der Zehn-Dollars-Millenniumsbanknote der Reserve Bank of New Zealand. Vorderseite. Abb. 1.2: Gedenkausgabe der Zehn-Dollars-Millenniumsbanknote der Reserve Bank of New Zealand. Rückseite. Schließlich wurde am 15. September 1999 die Note vorgestellt. Die Darstellungen auf der Vorderseite verbinden Vergangenheit mit dem digitalen Zeitalter. In ihrem Mittelpunkt steht ein Waka, ein Maori-Kriegskanu mit Maori-Kriegern. Es symbolisiert die Reise, die mit der Ankunft der ersten Maori aus anderen Teilen des Pazifiks vor vielen Jahrhunderten begann und weiter fortgesetzt wird, wie es auf der Banknote heißt: „THE DAWN OF A NEW ERA LIGHTS THE WAY / FOR NEW ZEALAND’S PERPETUAL VOYAGE / OF INNOVATION AND DISCOVERY“ (DER ANBRUCH EINER NEUEN ÄRA WEIST DEN WEG FÜR NEUSEELANDS EWIGE REISE DER INNOVATION UND ENTDECKUNG). Neuseelands Umrisse überlagern eine Weltkarte und weisen auf die weltweiten Handelsbeziehungen des Landes hin. Ganz rechts ist eine Satellitenschüssel zu sehen, die für die technologischen Beziehungen stehen. Ein weißer Stern über einem sonnenähnlichen Bild direkt rechts von der Nordinsel symbolisiert den „ersten Schritt in die Zukunft“. Links unterhalb des Bootes die Unterschrift des Bankgouverneurs Dr. Donald Thomas Brash (1988 – 2002). Die perlmuttartige Paula-Muschel, die Neuseelands pazifischen Ursprung symbolisiert, wird in der linken unteren Ecke des Scheins abgebildet, darüber befindet sich dreizeilig die Wertangabe: „TEN / THIS NOTE IS LEGAL TENDER FOR / DOLLAR“; rechts davon zweizeilig „RESERVE BANK OF NEW ZEALAND / COMMEMORATING THE NEW MILLENIUM“. Oben links ist das Maori-Muster des Aoraki (Mount Cook), des höchsten Berges des Landes, abgebildet. Entlang der Oberseite des Scheins wird in zehn Zeilen die Binärzahl „01“ wiederholt, die die Grundlage der meisten Computerprogrammiersprachen bildet. Das wichtigste Merkmal der Rückseite ist die Darstellung des Hammerhais (Ko te Mango Pare), der für die Maori Tapferkeit, Ausdauer, Kraft und Stärke symbolisiert. Das Design des Hais wird zu einer Darstellung des Pazifischen Ozeans mit Körperteilen, die auf verschiedene Inseln des Ozeans hindeuten. Die Mitte des Kopfes steht für die Osterinsel, das Herz für Samoa, das rechte Auge für Hawaii und das linke Auge für Neuseeland – Aotearoa, dem „Land der langen weißen Wolke“. Die sechs wellenförmigen Locken (korus) stehen für die sechs Generationen, die seit dem Vertrag von Waitangi von 1840 zwischen den Weißen und den Maori vergangen sind. Die zwei Kinder in der Mitte der Banknote sind ein Symbol für den neuseeländischen Lebensstil und ein Hinweis auf die Zukunft; im Hintergrund die Zeichnung des Mount Cook. Die übrigen Abbildungen zeigen Freizeitaktivitäten, die Neuseeland so besonders machen: ein junger Mann, der über die Wellen surft, ein Skiläufer, Fallschirmspringer bei einem Tandemsprung und zwei Kajaks. In der Scheinmitte geschwungen: „CELEBRATING NEW ZEALAND’S FREE SPIRIT & / QUEST FOR ADVENTURE IN THE NEW MELLENIUM“ (NEUSEELANDS FREIER GEIST & SUCHE NACH ABENTEUERN IM NEUEN MELLENIUM). Auch hier ist das Muster der Paua-Muschel fast spiegelbildlich zu dem auf der Vorderseite abgebildet, sowie eine größere Karte Neuseelands, die den „Pazifikwirbel“ überlagert. Am unteren Rand wird wie auf der Vorderseite, der Emittent und die Wertangabe genannt. Die neue Banknote brach mit mancher Tradition; so wurde sie nicht auf Papier gedruckt, sondern als erste neuseeländische Banknote auf Polymer-Kunststoff, hergestellt von „Note Printing Australia“ in Craigieburg, Australien. Auch in anderer Hinsicht wich die Note von den bisherigen Entwürfen ab. Zum ersten Mal seit zweiunddreißig Jahren wurde Königin Elisabeth II. nicht auf einer neuseeländischen Banknote abgebildet. Überhaupt verzichtete man auf ein Porträt, einem Garanten beim Fälschungsschutz. Denn in der Vergangenheit war es schwieriger, Geldscheine zu fälschen, wenn sie mit den üblichen Details wie einem Porträt versehen waren, da die Menschen von klein auf in der Lage sind, selbst kleine Veränderungen im menschlichen Gesicht zu erkennen. Mit dem Aufkommen der Scantechnologie können Porträts nun jedoch so genau reproduziert werden, dass die Öffentlichkeit getäuscht werden könnte. Dies veranlasste die Hersteller von Banknoten, ihre Geldscheine mit ausgefeilten Sicherheitsmerkmalen auszustatten. Die Zehn-Dollars-Millennium-Banknote erhielt einige dieser neuen und innovativen Merkmale. Erstmals auf einer Weltbanknote wurde die „Screen Angle Modulation“ (SAM) und der „Diffraction Optically Variable Divice“ (DOVD) verwendet. Bei der Screen Angle Modulation handelt es sich um ein ausgeklügeltes und komplexes Sicherheitsmerkmal, bei dem bestimmte Bilder durch den Einsatz eines Filters und digitalisierter Ton- und Linienbilder verändert werden. Wird die Banknote gegen das Licht gehalten, erscheint in der „0“ der Wertziffer ein Schattenbild, das dem Wasserzeichen bei Papierbanknoten entspricht. Von beiden Seiten ist der Kopf einer Ahnenfigur sichtbar. Dem „Te Upoko“ stehen die Maori mit großer Ehrfurcht gegenüber. Beim DOVD handelt es sich um das durchsichtige Fenster unten rechts auf der Vorderseite mit den zwei silberfarbenen Farnen, die einen Kreis bilden. Dieses beugungsoptisch variable Sicherheitsmerkmal aus entmetallisierter Aluminiumbeschichtung führt je nach Lichteinfall dazu, dass die Farne in den Regenbogenmustern ihre Farbe verändern. Unter Vergrößerung zeigt das DOVD kleine silberne Bilder und den Text „NZ 2000“. Auf der Vorderseite befindet sich ferner unterhalb der vertikalen Kontrollnummer ein Maori-Spiralmuster, das für Wachstum und neues Leben steht. Es deckt passgenau die Spirale der Rückseite ab. Nur unter starker Vergrößerung wird der Mikrodruck „10NZ“ sichtbar, der in sieben bzw. neun Zeilen beiderseits des Kanus auf der Vorderseite und in sieben bzw. zwölf Zeilen in dem mittleren Feld unterhalb des Wellenreiters auf der Rückseite aufgedruckt wurde. Unter ultraviolettem Licht werden auf der Vorderseite mehrere fluoreszierende Bereiche sichtbar. Die Wertangabe in einem Kästchen unten links, beide Kontrollnummern, das Wappen der Reserve Bank of New Zealand bei der Gedenkbanknoten-Ausgabe und eine ansonsten verborgene Muschel in einem Quadrat über dem "Star Burst Design" in der oberen Mitte der Banknote. Abb. 2: Vorderseite der Gedenkausgabe der Zehn-Dollars-Millenniumsbanknote der Reserve Bank of New Zealand unter UV-Licht. Bleibt noch anzumerken, dass die Banknoten im Intaglio-Druck ausgeführt wurden. Bei diesem Tiefdruck wird ein Text, eine Zeichnung usw. in die Oberfläche einer Druckplatte graviert, die Druckfarbe bleibt in den Vertiefungen und wird auf das Papier oder die Polymerfolie übertragen. In erster Linie sollte mit der Banknote der Eintritt Neuseelands in das neue Jahrtausend gefeiert werden. Ein weiteres wichtiges Ziel war es, die Reaktion der Öffentlichkeit auf die neuen Merkmale zu testen und dadurch Rückschlüsse für die künftige Verwendung als normale Banknoten zu erlauben. Ursprünglich sollten 35 Blöcke zu je 50.000 Noten mit den Kennnummern AA 00 00001 – AA 00 050000, AB 00 00001 – AB 00 050000 usf. bis AM 00 00001 – AM 00 050000 sowie BA – BM, CA – CI für den Umlauf gedruckt werden, sowohl mit dem Buchstaben „I“ wie auch „J“. Ferner war der Druck von 1.000.000 Gedenknoten für Sammler mit dem Präfix NZ (NZ 00 000001 – NZ 00 999999) vorgesehen. Wie es scheint, wurden keine besonderen Ersatzscheine oder Musterscheine hergestellt. Letztendlich wurden etwas mehr als zwei Millionen Millenniums-Banknoten in Verkehr gegeben. Eineinhalb Millionen gingen in den allgemeinen Umlauf, während nur 508.000 der gedruckten „Gedenknoten“ in einem besonderen Folder an Sammler verkauft wurden. Den Vertrieb besorgte „Monyworld Asia“, ein Unternehmen aus Singapur, das sich auf den Verkauf von Sammlerausgaben über das Internet spezialisiert hat. Den Neuseeländern selbst standen nur 150.000 dieser Scheine zur Verfügung. Die Gedenknoten unterscheiden sich von den „umlaufenden“ Noten dadurch, dass die Kontrollnummern bei ihnen statt in schwarzer in roter Farbe und mit dem Präfix NZ gedruckt wurden, ferner befindet sich auf der Vorderseite zusätzlich in Rot das Wappen der Reserve Bank. Diese Banknoten wurden ab 11. November 1990 je nach Geldbeutel angeboten. Ein ungeschnittenes Blatt mit 20 Noten (insgesamt 100.000 Scheine) in einer Schutzhülle war für 345,00 NZ$ erhältlich, ein ungeschnittenes Notenpaar (ebenfalls 100.000 Scheine) in einer Mappe für 37,00 NZ$ und ein einzelner Schein (300.000 Scheine) für 19,00 NZ$, der entweder in einer Mappe oder in einer scheckheftartigen Brieftasche präsentiert wurde. Im März 2000 bot die Reserve Bank in ihrer Publikation „Mintage Notes 2“ Sammlern die Möglichkeit, einen kompletten Druckbogen mit 35 Banknoten zu erwerben. Die Anordnung auf dem Bogen ist waagerecht fünf Noten und senkrecht sieben Noten. Weltweit waren nur 150 Bögen zu einem Preis von 698 NZ$ erhältlich. Abb. 3.1: Umlaufausgabe der Zehn-Dollars-Millenniumsbanknote der Reserve Bank of New Zealand. Vorderseite. Abb. 3.2: Umlaufausgabe der Zehn-Dollars-Millenniumsbanknote der Reserve Bank of New Zealand. Rückseite. Die für den Umlauf vorgesehen Noten wurden erst am 2. August 2000 ausgegeben. Dabei kam es zu einer Panne, denn in den ersten Augustwochen wurden in Christchurch und New Plymouth irrtümlich etwa 30.000 Gedenkbanknoten mit den roten Kennziffern an Kunden abgegeben. Uwe Bronnert
- Tausende Zehn-Dollars-Noten rieseln vom Himmel
Schweizer Journalisten berichteten 1943, dass von deutschen Flugzeugen aus Tausende von „gefälschten“ Zehn-Dollars-Banknoten über Jugoslawien abgeworfen worden seien. Bei den Noten handele es sich um sog. Propagandascheine, in denen Titos Partisanen aufgefordert würden zur deutschen Wehrmacht überzulaufen. Deutsche Dornier Do-17 im Einsatz auf dem Balkan (Abb. "Der Zweite Weltkrieg in Bildern", Sammlung Reinhard Selzle, München). Abb. 1.1: Überläufer-Ausweis, 1943, im Design der 10 Dollars United States Gold Certificate, Vorderseite. Abb. 1.2: Überläufer-Ausweis, 1943, im Design der 10 Dollars United States Gold Certificate, Rückseite. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie United States Gold Certificates zu 10 Dollars von 1928. Angegeben ist jedoch die Serie „1943“. Die Kontrollnummer lautet A55838131A. Im Kleingedruckten auf der Vorderseite der Propagandanote finden sich oben, unten und links über dem Goldsiegel einige Botschaften, die in freier Übersetzung wiedergeben werden: „Dieser Schein ist zwar nichts wert, aber er kann Ihnen das Leben retten. Er ermöglicht es Ihnen, in Sicherheit zu den deutschen Truppen überzugehen. Wir fordern Sie auf, die Partisanen zu verlassen und zu den deutschen Streitkräften zu kommen. Mit diesem Ausweis in den Händen sind Sie von jeder Strafe befreit.“ Die Rückseite garantiert dem Überbringer des Scheins in deutscher, serbischer und kroatischer Sprache sicheres Geleit. Der deutsche Text lautet: „Ueberläufer-Ausweis / Nicht erschiessen, sondern zur nächsten / Deutschen Kdo-Stelle bringen und gut behandeln“. Rechts hiervon in einem Kreis der Reichsadler mit dem Hakenkreuz in den Fängen. Statt der Wiederholung der Wertzahl in Buchstaben befindet sich im Balken der unteren linken Wertziffer „10“ der Code „P.S.K.83“. Abb. 2.1/2: United States Gold Certificate, 1928, 10 Dollars, Vorder- und Rückseite (Quelle ebay). Der Überläuferausweis stammt also von der „Propagandaabteilung Südost Staffel Kroatien“, die ihren Hauptsitz in Belgrad und Zweigstellen in Banja Luka, Sarajevo, Varazdin, Essegg, Dubrovinik, Vukovar und Bjelovar hatte. Die Zahl „83“ gibt an, dass es sich bei diesem Druckerzeugnis um das 83. einer ganzen Serie von Flugblättern handelt. Die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs veranlassten die Wehrmachtsführung am 16. September 1938 zunächst vier Propaganda-Kompanien (PK) aufzustellen. Am 1. September 1939 wurde dann die Abteilung Wehrmachtspropaganda (WPr) beim Wehrmachtsführungsstab (WFSt) geschaffen, die für die Organisation und Führung der Propagandaeinheiten der drei Wehrmachtsteile und der Waffen-SS verantwortlich war und deren Einsatz steuerte. Bei der inhaltlichen Tätigkeit war die Wehrmacht an Weisungen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) gebunden. Zu den Aufgaben der Propaganda-Kompanien gehörte die Kriegsberichtserstattung, sowie die sog. „Aktivpropaganda“, also die Beeinflussung der Meinung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten und der feindlichen Soldaten. Ein weiterer Arbeitszweig war die Betreuung der eigenen Truppen. Bis 1942 hatte sich die Zahl der Propaganda-Kompanien des Heeres auf insgesamt einundzwanzig erhöht und ihr Personal erreichte fast Divisionsstärke (ca. 15.000 Mann). 1943 wurden die Propagandatruppen zur selbständigen Waffengattung und der neu geschaffenen Dienststelle „Chef der Propagandatruppen“ unterstellt. Für die besetzten Gebiete wurden Propaganda-Abteilungen gebildet, die sich wiederum in Staffeln gliederten. Die Propaganda-Abteilungen waren im Bereich eines Militärbefehlshabers tätig und diesem unterstellt; fachlich und einsatzmäßig blieben sie an Weisungen der Abteilung WPr gebunden. Sie sollten in den besetzten Gebieten die Institutionen der öffentlichen Meinungsbildung, insbesondere die Presse, den Rundfunk und den Film, wieder in Gang setzen, deren Arbeit überwachen und zensieren sowie u. a. mit Flugblatt- und Lautsprecheraktionen gezielt auf die einheimische Bevölkerung und die feindlichen Truppen einwirken. Zur Zeit der Flugblattaktion stand Jugoslawien unter dem Befehlshaber der Heeresgruppe E, dem die Propaganda-Kompanie 690 zu geordnet war. Zurück zu den Überläuferausweisen. Sie wurden in zwei Auflagen gedruckt, wobei auf der Rückseite der Abstand der kyrillischen Wörter in der zweiten Zeile vom unteren Rand 93 mm bzw. 80 – 83 mm lang ist. Der Druck der Scheine dürfte in der eigenen Druckerei der Propaganda-Kompanie erfolgt sein. Uwe Bronnert
- RÜSTGELD
In manch alter Papiergeld-Sammlung finden sich auch die kleinen, einseitig bedruckten, allerdings nicht gummierten "Marken", die das Wort "Rüstgeld" enthalten. Allen diesen ist gemeinsam, dass sie weder einen Ausgabeort noch den Verwendungszweck nennen. Auch der Emittent erscheint nur mit den Anfangsbuchstaben „B K“. Die meisten Sammler stehen diesen "Scheinchen" hilflos gegenüber. Mit dem folgenden Beitrag soll ein wenig Licht in die Angelegenheit gebracht werden. Aufdrucke wie "Opfert Gott Dank!" oder "Treu unserem Gott!" sowie die Darstellung des Kreuzes bzw. Opferaltars deuten auf eine religiöse Gemeinschaft als Emittent der Scheine hin. Und – in der Tat steht die Abkürzung "B K" für "Bund deutscher Bibelkreise". Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1883 zurück, als sich der Student Wilhelm Weigle und die Gymnasiasten Alfred Christlieb und Fritz Mockert in Elberfeld zu einem ersten "Bibelkränzchen" trafen. Die für uns heute sonderbar anmutende Bezeichnung "Kränzchen" war damals üblich für unterschiedliche Interessengruppen, die sich an höheren Schulen bildeten. Auch andernorts in Deutschland schlossen sich evangelische Schüler höherer Lehranstalten zu Bibelkreisen zusammen, sodass sich 1886 die bestehenden Gruppen in einem "Zentralkommitée für Bibelkränzchen an höheren Schulen" zusammenschlossen. Die Bibelkränzchen haben ihre Wurzeln im Pietismus, einer protestantischen Erneuerungsbewegung, die sich durch eine besondere, gefühlsbetonte Form der Frömmigkeit auszeichnet. "Sie fordert vom Gläubigen eine Verinnerlichung des Glaubens und ein vorbildliches moralisches Auftreten in der Öffentlichkeit. Der Glaubenseifer wird durch den regelmäßigen Kirchenbesuch, Hausandachten und Bibelstunden unter Beweis gestellt."[1] "Es ging den Gründern um den Kampf gegen einen verkehrten Klassengeist, Kneiperei, Mogelei und alles Ungöttliche‘. Grundlegend war[en] das Lesen und Auslegen der Bibel."[2] Insbesondere das Neue Testament mit Christus im Zentrum stand im Fokus der Arbeit. Schon 1898 erschien eine Anleitung zum täglichen Bibellesen mit einem Plan für ein Jahr. Die Arbeitshilfen „Suchet in der Schrift“ wurden erst 1968 eingestellt. Auch durch Geländespiele, Turnabende, Vorlesestunden, Wanderungen und Ferienfreizeiten sollte die männliche Jugend für die Kreise gewonnen werden. "1888 gab es 15 Kreise mit 200 Mitgliedern. Die Strukturen professionalisierten sich und wurden kirchlich legitimiert sowie durch Spenden finanziert. Bereits 1899 existierten allein in Berlin zwölf Bibelkränzchen, 1900 gab es in 40 Städten 1.000 BKler. Die BK blieben allerdings ein Verein für junge Männer. Mit dem Einstieg ins Berufsleben schieden die meisten von ihnen aus den Bibelkränzchen aus."[3]1913 gab es bereits 290 Kreise mit etwa 12.000 Mitgliedern. Der Begriff „Bibelkränzchen“ wurde 1915 durch „Bibelkreis“ unter Beibehaltung der Abkürzung „BK“ ersetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden die älteren Jahrgänge der höheren Schulen zum Kriegsdienst eingezogen. Viele Überlebende kehrten nach Kriegsende in ihre Bibelkreise zurück. Aus dieser Zeit, den Anfangsjahren der Weimarer Republik, liegen mir verschiedene Marken vor, auf denen das Wort „Rüstgeld“ genannt wird. Die Scheinchen aus dem Jahr 1920 sind in Fraktur mit „Opfert Gott Dank!“ überschrieben. Die kleine Abbildung zeigt einen Altar, auf dem eine Opfergabe brennt. Darunter zweizeilig „Reichs B-R-Rüstgeld / 1920 Eine Mark 1920“. 1921 wurde die gleiche Marke mit dem roten Stempelaufdruck „1921“ verwendet. Im folgenden Jahr wurden Marken verwendet, die den Gauen des Bundes gewidmet waren. In einem Oval wird eine Landschaftsdarstellung gezeigt. Rechts und links davon drei Eichenblätter, darüber „B und R“ getrennt durch die Jahreszahl „1922“, unter der der Wert „1 M.“ angegeben wird. Unter der bildlichen Darstellung und der Angabe des Gaus „Rüstgeld“. Auch 1923 wurden Marken mit dem jeweiligen Gau-Namen ausgegeben. In einem Oval werden verschieden wichtige Personen aus der evangelischen Kirchengeschichte abgebildet. Über dem Oval „1923“ und in den beiden Ecken „5 M“ und unter dem Oval „B“ – „Rüstgeld“ – „K“. Abb. 1: Rüstgeld, 1920 und 1921, 1 Mark. Größe: ca. 30 x 40 mm. Abb. 2: Rüstgeld, 1922, 1 Mark. Größe: ca. 40 x 50 mm. Abb. 3: Rüstgeld, 1923, 5 Mark. Größe: ca. 35 x 40 mm. Zwei Marken erinnerten 1923 daran, dass 1883 der erste Bibelkreis gegründet wurde. Der fortschreitenden Inflation geschuldet, erhöhten sich die Ausgabewerte. Die erste Marke zeigt in einem Oval das BK-Abzeichen, einem in Fraktur gesetztem BK mit Kreuz, am oberen Rand „Treu unserm Gott!“, darunter links „1883“ und rechts „1923“. Am unteren Rand „Rüstgeld“ und darüber links „100“ und rechts „M“. Die zweite Marke zeigt in einem Halbkreis eine auf hohem Felsen thronende Burg, sicherlich eine Anspielung auf Martin Luthers Kirchenlied „Eine feste Burg ist unser Gott“. Das Lied hat für den Protestantismus große Symbolkraft. In der linken oberen Ecke „1883“ und in der rechten „1923“. Am unteren Rand „B-K – Rüstgeld – 500 M“. Abb. 4: Rüstgeld, 1923, 100 Mark (Größe: ca. 30 x 40 mm) und 500 Mark (Größe: ca. 45 x 35 mm). Neben den hier genannten Marken hat es noch weitere gegeben. Ihre Verwendung ist umstritten. Um Notgeld dürfte es sich nicht gehandelt haben, wahrscheinlicher ist, dass sie als Nachweis bei Spenden abgegeben wurden. Gegen ihre Nutzung als Beitragsmarken spricht, dass damals eine lose Teilnahme am Bibelkreis bestand, die von wöchentlichen Treffen, gemeinsamem Musizieren, Bibellesen, Gesellschaftsspielen und gemeinsamen Gottesdienstbesuchen gekennzeichnet war. Erst Mitte der 1920er Jahre wandelten sich die Bibelkreise zu Gemeinschaften mit einer festen Mitgliedschaft, „uniformartiger ‚Kluft‘ und mit Eintrittsversprechen. Fahnen und Wimpel, Paraden und Märsche, Fahrten und Lager bestimmten das äußere Erscheinungsbild und die Aktivitäten.“[4] Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann auch die gesellschaftliche Gleichschaltung. Am 15. Februar 1934 beschloss der Bund der Bibelkreise seine Auflösung. Zu diesem Zeitpunkt hatte er etwa 17.000 Mitglieder.[5] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bibelkreise wieder ins Leben gerufen und der „Bund Deutscher Bibelkreis“ (BK) als eingetragener Verein wieder aktiviert und er fungierte als Dachverband der Gruppen. Seine eigenständige Arbeit endete in den 1970er Jahren, als die Landeskirchen der EKD die Evangelische Schülerarbeit übernahmen.[6] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] (21.02.2022) [2] (04.10.2021) [3] Herausgeber: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL-Medienzentrum für Westfalen in Kooperation mit dem Verein Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit in Westfalen (BK) e.V., Begleitheft zur DVD, Bibelkreise zwischen Aufbruch und Auflösung, Evangelische Jugendarbeit von 1883 bis in die 1930er Jahre, 2016, S. 7. [4] Ebenda, S. 9. [5] Vgl. (04.10.2021) [6] Vgl. (04.10.2021)
- Wert: СТО ЉУДИ – 100 Ljudi – 100 Menschen
Am 26. Januar 1944 verkündeten die deutschen Besatzungsbehörden in Jugoslawien eine Amnestie für alle Partisanen, die zur deutschen Armee überlaufen würden. Unterstützt wurde diese Ankündigung durch bisher nicht gekannte Propaganda-Maßnahmen. Zwischen Januar 1942 und Mai 1944 unternahmen deutsche, italienische, kroatische und bulgarische Verbände vergeblich mehrere Großoffensiven, an denen bis zu 120.000 Soldaten beteiligt waren. Dennoch gelang es nie die Partisanenverbände vernichtend zu schlagen und „das Land zu befrieden“. Dies wollte man nun ändern. Anfang 1944 überschwemmte die Deutsche Wehrmacht das von Partisanen beherrschte Gebiet mit Flugblättern in allen erdenklichen Ausführungen. Unter ihnen befanden sich auch solche, die wie die jugoslawischen 100-Dinara-Banknoten der Vorkriegszeit aussehen.[1] Abb. 1.1: Fälschung: Narodna Banka Kraljevine Jugoslavije, 1. Dezember 1929, 100 Dinara, Fälschung, Vorderseite. Abb. 1.2: Fälschung: Narodna Banka Kraljevine Jugoslavije, 1. Dezember 1929, 100 Dinara, Fälschung, Rückseite. Abb. 2.1: Srpska Narodna Banka, 1. Mai 1941, 100 Dinara, Vorderseite. Abb. 2.2: Srpska Narodna Banka, 1. Mai 1941, 100 Dinara, Rückseite. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich der Schein als Überläuferausweis/Passierschein, der 100 Partisanen Freiheit und Verpflegung versprach, wenn sie sich mit ihren Waffen den deutschen Streitkräften ergeben würden. Auf dem Schein heißt es in kyrillischer Schrift: „Diese Banknote bringt Ihnen die Freiheit und rettet Ihr Leben. Kommen Sie zu uns, bevor es zu spät ist. Retten Sie Ihr Leben, solange es noch Zeit ist. Schafft eure Kommissare[2]ab und kommt.“ Der Schein ist auf sehr dünnem Papier ohne Wasserzeichen gedruckt. Beide Seiten präsentieren sich in violetter Farbe, während die echte Banknote in blasser Mehrfarbigkeit mit gelbem Unterdruck gehalten ist und ein Wasserzeichen aufweist. Die Propagandanote ist auf den 26. I. 1944 datiert; das Datum entspricht dem Datum der deutschen Amnestie-Ankündigung für Partisanen. Im Bereich des Wasserzeichens der Propagandanoten befindet sich auf der Vorderseite das „Siegel der Wehrmacht“ (Adler mit Hakenkreuz). Auf der Rückseite ist im Bereich des „Wasserzeichens“ die achtzeilige Anweisung an die deutschen Soldaten: „Diese / Überläufer / kommen freiwillig, / sie sind bevorzugt zu / behandeln und dem / nächsten deutschen / Offizier / vorzuführen“. Unten rechts am Rand ein Druckvermerk „PSK-NS“. Er steht für „Propagandaabteilung Südost Staffel Kroatien – Nebenstelle Sarajevo“. Die PSK hatte ihren Hauptsitz in Belgrad und verfügte u. a. über Zweigstellen in Sarajewo, Banja Luka und Dubrovnik. Abb. 3.1: Überläuferausweis, 26. Januar 1944, Variante 1, Vorderseite. Abb. 3.2: Überläuferausweis, 26. Januar 1944, Rückseite. Abb. 4.1: Überläuferausweis, 26. Januar 1944, Variante 2, Vorderseite. Abb. 4.2: Überläuferausweis, 26. Januar 1944, Variante 2, Rückseite. Von den Scheinen sind verschiedene Varianten bekannt. Eine ist sauber gedruckt, und die Schattierungslinien sind im Allgemeinen zart gezeichnet und leicht eingefärbt, um dem Stil der echten Banknote zu entsprechen. Von dieser Ausführung existieren zwei „Untervarianten“, die sich deutlich durch den Abstand zwischen der Unterschrift und dem kleinen Turm auf der Vorderseite unterscheiden. Daneben gibt es Scheine, die stärker eingefärbt sind und bei denen die Schattierungen wie Tintenflecken wirken. Die Überläufer-Scheine wurden vor allem über Kroatien und Slowenien abgeworfen, wo die Partisanenbewegung am stärksten war, seltener wohl in Mazedonien und Bosnien und Herzegowina, während sie in Serbien und Montenegro unbekannt waren. Ob die Aktion den gewünschten Erfolg hatte, kann bezweifelt werden. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Die Banknote diente der Serbischen Nationalbank als provisorische Banknote. Zu diesem Zweck wurde sie mit dem neuen Banknamen und dem Datum 1. Mai 1941 überdruckt. Ihre Verwendung als Überläuferausweis verbot sich, da sie zu dieser Zeit noch im Umlauf waren. Auch wären die Propagandatexte auf einer bereits überdruckten Note kaum erkennbar gewesen. [2] Anm. d. Verf.: Ein Kommissar war ein politischer Offizier der Kommunistischen Partei, der einer Militäreinheit der Partisanen angehörte.
- Anmerkungen zum Lagergeld des Camps de Concentration de Garaison
Im August 1914 lebten mehr als eine Million Ausländer in Frankreich. Nach der Mobilmachung hatten sie zwei Tage Zeit, um das Land zu verlassen. Ausländer aus feindlichen Staaten (Deutschland, Österreich-Ungarn ...), die aufgrund der in dieser Situation verständlichen Überlastung der Verkehrsmittel nicht fliehen und alles zurücklassen konnten, wurden nach dem ersten Tag der Mobilisierung festgenommen und in Lager deportiert, die weit entfernt von den Kampfzonen und größeren Ortschaften lagen. Die Errichtung der Lager erfolgte in großer Eile. Inseln an der Küste, alte Forts, ehemalige Klöster, Seminare, Hochschulen, Kasernen und stillgelegte Fabrikgebäude dienten zur Unterbringung der Zivilisten. Während der sichtbare Feind im Sommer 1914 an den Grenzen vorrückte, meinte das Innenministerium, dass er sich auch hinter den Linien verstecken würde, bereit zu spionieren, zu verraten, zu sabotieren. Daher beschloss man die Ausländer zu internieren, die eine Gefahr für die Landesverteidigung darstellen könnten. Auch verhinderte man damit, dass wehrfähigen Männer in die Armee des Feindes eintreten konnten. Nicht nur Ausländer wurden inhaftiert. Unter Berufung auf Artikel 9 des Gesetzes vom 9. August 1849 über den Belagerungszustand führten die französischen Behörden regelmäßige Razzien durch, um auch unerwünschte Angehörige neutraler Staaten sowie Personen französischer Abstammung (Vagabunden, Ehepartner von Ausländern, Strafgefangene, Prostituierte, Kranke usw.) aus den Kampfzonen und der Hauptstadt zu entfernen. Während des Krieges wurden etwa 70.000 Zivilpersonen zeitweise in 70 Lagern interniert. Am Ende des Krieges waren es noch mehr als 12.000, und einige wurden sogar erst Anfang 1920 entlassen. Die Bezeichnungen der Lager war unterschiedlich, meist mit Nennung einer Ortschaft verbunden: Dépot de …, Dépot d’Internes Civils de …, Dépot d’Internes Civils Austro-Allemands, Camps de Concentration d’Austro-Allemands et de Suspects, Dépot des Alsaciens-Lorrains. Etwa 45.000 Deutsche wurden in französischen Lagern inhaftiert. Darunter befanden sich auch 8.000 Elsässer und Lothringer, die eine gesonderte Häftlingsgruppe bildeten. Einerseits wurden sie als Franzosen angesehen, andererseits galten sie als unzuverlässig. Daher wurden sie von einer Kommission überprüft. Wer vor dem 20. Mai 1871 als Franzose geboren wurde, einen väterlichen Vorfahren hatte, der vor diesem Datum Franzose war, oder wer unter dem Frankfurter Vertrag als Franzose geboren wurde, wurde als Flüchtling behandelt, erhielt eine dreifarbige Karte und wurde in einem freien Lager untergebracht. Hatte die überprüfte Person für deutsche Behörden gearbeitet (außer in den Gemeinden), nahm sie eine unsichere Haltung gegenüber der französischen Nation ein. Dies galt auch für Personen mit einem schlecht beleumundeten Beruf (Schausteller, Wanderarbeiter, Landstreicher). Sie wurden in überwachten Wohnheimen untergebracht und erhielt die Carte Blanche. Tagsüber waren sie zwar relativ frei, mussten die Nacht jedoch im Lager verbringen. Die dritte Kategorie, die als „S“ bezeichnet wurde, umfasste Verdächtige: Personen, die Frankreich feindselig gegenüber eingestellt waren, sowie Personen, deren Einstellung und Verhalten zu wünschen übrig ließen. Diese Personen wurden so schnell wie möglich in Camps interniert. Eines dieser Lager war das „Camp de Concentration de Garaison“ (Konzentrationslager von Garaison) im Département Hautes-Pyrénées, das in dem ehemaligen Kloster Notre-Dame-de-Garaison untergebracht war. Die Einrichtung war seit 1903 geschlossen worden und umfasste eine Fläche von 12.000 Quadratmeter. Gebäude, die nicht mehr als ein Dutzend betagte Priester beherbergten und vor allem riesige leere Schlafsäle inmitten einer Landschaft boten, die jeden Fluchtwilligen abschreckte. Am 7. September 1914 trafen die ersten Ankömmlinge ein, obwohl nichts für ihre Unterbringung vorbereitet war. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme wurden 111 Bettgestelle, 68 Lattenroste und 63 Matratzen ermittelt. Damit wurden 13 Zimmer mit Betten ausgestattet, aber es waren Hunderte von Häftlingen, die ankamen. Wie sollte man 561 deutsche Männer, darunter 18 alte Männer, 362 deutsche Frauen und 159 deutsche Kinder, 346 Ungarn, 120 Frauen und 189 Kinder, mehrere Bulgaren, Türken, eine Spanierin, 10 Zigeunerinnen, 2 Popen, 30 Ordensleute („Weiße Väter“) unterbringen? Insgesamt waren es mehr als 1.700 Personen. Ein paar mitten in den Sommerferien überraschte gut situierte Bürger trafen in Garaison auf eine große Zahl von Arbeitern, kleinen Handwerkern und Dienstboten, die sich nicht mehr als Deutsche, Österreicher oder Ungarn fühlten, weil sie vor der Armut in ihrer Heimat geflohen waren und schon viele Jahre in Frankreich gelebt hatten. Hier warteten sie nun darauf, vom Roten Kreuz in die Schweiz evakuiert zu werden und in ihre Heimat zurückkehren zu können, denn Frauen, Kinder und Alte wurden in der Regel ausgetauscht. Unter ihnen auch Eltern, deren Söhne in französischer Uniform an der Front kämpften, falls sie nicht schon gefallen waren. Abb. 1.1: Testnote 01 der Bundesdruckerei (Brustbild Albert Schweitzer), 2013, Vorderseite. Abb. 1.2: Testnote 01 der Bundesdruckerei (Brustbild Albert Schweitzer), 2013, Rückseite. Größe: 129 x 67 mm, weißes Papier ohne Wasserzeichen. Garaison beherbergte nicht nur viele Namenlosen, sondern auch Prominente. Einen Grafen Blücher und vor allem Albert Schweitzer, den späteren Friedensnobelpreisträger von 1952, und seine Frau Hélène. Der berühmte Arzt wurde 1875 in Kaysersberg im Elsass geboren. Nach dem Abitur studierte er in Straßburg Theologie, Philosophie und Medizin. Im Alter von 38 Jahren und bevor er nach Afrika ging, hatte er in drei verschiedenen Fächern promoviert, sich habilitiert und war Professor. 1913 setzte Schweitzer sein Vorhaben in die Tat um und gründete am Ogooué, einem 1200 km langen Fluss in Gabun, das Urwaldhospital Lambaréné. Das Gebiet gehörte damals zu Französisch-Äquatorialafrika. Schon ab 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurden er und seine Frau, eine Lehrerin, aufgrund ihrer deutschen Staatsangehörigkeit von der französischen Armee unter Hausarrest gestellt. 1917, erschöpft von mehr als vier Jahren Arbeit und von einer Art tropischer Anämie, wurde das Ehepaar Schweitzer festgenommen, von Afrika nach Frankreich deportiert und in Garaison und dann Saint-Rémy-de-Provence bis Juli 1918 interniert. Gegen Kriegsende kam das Ehepaar ins Elsass zurück. Dort nahm Schweitzer die französische Staatsbürgerschaft an und ging 1924 nach Afrika zurück. Am 4. September 1965 starb er im Alter von 90 Jahren in Lambaréné. Die Internierungslager wurden vom Innenministerium kontrolliert und die Präfekturen stellten das Lagerpersonal, meist ehemalige Gendarmen oder ausgemusterte Militärs. Obwohl sich die Lagerordnungen an den Vorschriften für Strafanstalten orientierten, herrschte in vielen Lagern eine sehr große Promiskuität, da viele Prostituierten inhaftiert waren, die häufig an Krankheiten litten. Die unterschiedlichen sozialen Schichten der Häftlinge stellten ebenfalls eine Herausforderung dar. Einige Internierte erhielten regelmäßig Pakete von ihren Verwandten, während andere nur mit dem kargen Essen auskommen mussten, das in den Lagern angeboten wurde. Die Lebensmittelrationen änderten sich in Abhängigkeit von nationalen Engpässen. Vor 1917 betrug die Tagesration 600 Gramm Brot, ab 2. Februar 1917 nur noch 500 Gramm und im Dezember desselben Jahres nur noch 200 Gramm. Obwohl Zivilinternierte nicht zur Arbeit verpflichtet waren, wurden sie ab 1917 aufgefordert, Arbeit aufzunehmen, was die Anzahl von Fluchten erhöhte. Während die Honoratioren über Geld verfügten und teilweise in Luxushotels untergebracht waren, waren die meisten Internierten auf Postanweisungen ihrer Familien angewiesen. Angesichts der großen Zahl bedürftiger Personen beschlossen die Krieg führenden Regierungen ihre Gefangenen mit monatlichen Zuwendungen zu unterstützen. Jedoch konnten die Internierten nicht in vollem Umfang darüber verfügen. Um Fluchtversuche zu erschweren, wurden im Juni 1916 für Kantineneinkäufe nur maximal 20 Francs pro Woche ausgezahlt; auch hielt man ab Juli 1916 20 Prozent aller Geldbeträge ein, die an deutsche Internierte geschickt wurden, auch wenn die Zahlungen aus Frankreich oder dem neutralen Ausland stammten. Zur selben Zeit ging man dazu über, das Geld durch eine „spezielle Währung“ in Form von Münzen oder Papiergeld zu ersetzen, die nur in den Internierungslagern gültig waren. Dies hatte zwei Vorteile: Zum einen war das Lagergeld im Falle einer Flucht wertlos, zum anderen ermöglichte dieses System eine einfachere Kontrolle. Mit Rundschreiben vom 22. September 1916 wurde dieses System allgemein eingeführt. Einige Lager-Direktoren befürchten, dass das Lagergeld zum Spielen verleiten könnte. Daher schafften sie jegliches Bargeld ab und statteten jeden Internierten mit einem Kontobuch aus, in dem sein Guthaben vermerkt war. Abb. 2.1: Camp de Concentration de Garaison, o. D., 1 Franc, Vorderseite. Abb. 2.2: Camp de Concentration de Garaison, o. D., 1 Franc, Rückseite. Größe: 105 x 67 mm, weißes, dünnes Papier ohne Wasserzeichen. In Garaison führte der Direktor und sein Kassierer Lagergeld ein: 0,05 und 0,10 fr auf Karton und 0,50, 1 fr, 5 und 20 frs als Papierscheine. Die Auflage soll 50.000 Stück umfasst haben. Von den Nominalen gibt es auch Muster ohne Nummerierung. Jeder Internierte musste einen Franc pro Tag für die Verpflegung zahlen. Auf diese Weise machte die Lagerverwaltung einen Gewinn, da sie für die Lebensmittel nur 0,70 Centimes ausgab. 1919 leerte sich das Lager in Garaison allmählich. Am 23. Mai verließen 230 Ungarn und Österreicher das Lager, am 27. Juni 33 Bulgaren und Popen. Am 19. November 71 Türken. Am 16. Dezember 1919 wurde das Lager von den übrigen Gefangenen geräumt. Die letzten Internierungslager schlossen in den ersten Monaten des Jahres 1920. Uwe Bronnert Literatur Denis Bouglouan, L’argent des indésirables, La monnaie dans lest camps d’internés en France (1914-20), Eigenverlag, Champagne-Ardenne 2020. Siehe auch: http://ecoles.loucrup65.fr/garaisonconcentration.htm
- Lexikon: Emminger, Dr. Otmar
Dr. Otmar Emminger war ein deutscher Finanzfachmann (geb. 2. März 1911 in Augsburg, gest. 3. August 1986 in Manila). Emminger war 1950 Hauptabteilungsleiter und ab 1953 Mitglied des Direktoriums bei der Bank deutscher Länder sowie ab 1958 Mitglied des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Dr. Otmar Emminger (Quelle: Deutsche Bundesbank). 1969 wurde Emminger Vizepräsident und vom 1. Juli 1977 bis 31. Dezember 1979 war er Präsident der Deutschen Bundesbank. Seine Unterschrift findet sich auf den Bundesbanknoten der "Gemäldeserie" mit ihren Ausgaben von 1970 und 1977. Emminger setzte sich stets konsequent für die Stabilität der Deutschen Mark ein. Er starb auf einer Reise im Auftrag der Bundesregierung unter Kanzler Helmut Kohl nach Manila an Herzversagen. Deutsche Bundesbank, Banknote über 20 DM vom 1. Juni 1977 mit Unterschrift von Emminger (links). Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Aus privaten Sammlungen: Staatlicher russischer Kreditschein zu 25 Rubel von 1918
Objekttyp: Kreditschein (Staatspapiergeld) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: ГОСУДAPCTBEHHЫЙ KREДИTHЫЙ БИЛETЪ In den Wirren der Zeit nach der bürgerlichen Revolution in Russland gab die Provisorische Regierung unter Ministerpräsident Kerenski Anfang September 1917 Schatzscheine aus, die im Volksmund auch „Kerenki“ oder „Kerenski-Rubel“ genannt wurden. Eine bereits für 1917 vorbereitete neue Ausgabe staatlicher Kreditscheine (SCWPM RUS-44 bis RUS-47), kam nicht in Umlauf. Vorbereitet war außerdem eine komplette Serie von Kreditscheinen 1918/1919, von denen nur noch zwei Werte zu 25 und 100 Rubel mit der Jahreszahl 1918 fertiggestellt wurden. Von den 1919er Scheinen zu 50 Rubel existieren nur Muster. Hergestellt wurden sie von der American Bank Note Company (ABNC). Sie waren durch die Provisorische Regierung in Auftrag gegeben worden, aber während des Bürgerkriegs nur begrenzt in Umlauf gesetzt. Ein Teil davon wurde später mit Überdrucken bzw. zusätzlichen Unterschriften auf den Rückseiten versehen und lief im Gebiet des konterrevolutionären Admirals Koltschak in Sibirien sowie am Baikal und Amur um. Scheine ohne Überdruck, doch mit je zwei Unterschriften auf Vorder- und Rückseite sind Ausgaben für das Gebiet Priamur! Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Leserpost: Außerkurssetzung tschechischer Banknoten
Sehr geehrte Redaktion, ich teile Ihnen hierdurch mit, dass seit dem 30. Juni 2022 einige tschechischen Banknoten zu 100, 200, 500, 1000 und 2000 Kronen nicht mehr gültig sind. Es handelt sich dabei um alle Ausgaben ohne Omron-Kreise. Sie können noch zwei Jahre lang bei allen Banken und ab dem 1. Juli 2024 nur noch bei der Zentralbank in Prag umgetauscht werden. Aus der Bekanntmachung der Tschechischen Nationalbank. Tschechische Republik, Tschechische Nationalbank: 5000 Kronen von 1993 (CZE-9), Vorder- und Rückseite, Sammlung Manfred Dietl. Tschechische Republik, Tschechische Nationalbank: 5000 Kronen von 1999 (CZE-22), Vorder- und Rückseite, Sammlung Manfred Dietl. Tschechische Republik, Tschechische Nationalbank: 5000 Kronen von 2009 mit Omrom-Kreisen (CZE-27), Vorder- und Rückseite, Sammlung Manfred Dietl. Der 5000er der 2. Ausgabe von 1999 (ohne Omron-Kreise, aber mit dem Durchsichtsregister "CR" statt "CS") bleibt weiterhin gültig. Viele Grüße, Manfred Dietl
- Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertscheine
Sofort nach der Besetzung des Baltikums durch die deutsche Wehrmacht und Schaffung des Reichskommissariats Ostland bemächtigten sich die Besatzungsbehörden der Ressourcen der Region. Textilien, Fasern, Metallprodukte, Kerosin, Güter des täglichen Bedarfs, wie Zucker, Sonnenblumenöl oder Tabakwaren wurden ins Reich geliefert, während all diese Produkte für die einheimische Bevölkerung rationiert wurden und nur gegen entsprechende Bezugsscheine zu erhalten waren. Mancher Sammler von Papiergeld nimmt entsprechende Bezugsscheine in seine Sammlung auf, vor allem dann, wenn sie wie Geldausgaben daherkommen. Dies gilt besonders für die Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertscheine. Sie wurden als Prämie für die Ablieferung von Flachs und Wolle abgegeben und ermöglichten so den Kauf von rationierten Stoffen und Kleidungsstücken. Diese Bezugsscheine wurden durch Erlass des Reichskommissars für das Ostland, Heinrich Lohse, geschaffen. Ab Juli 1942 beauftragten die Generalkommissare in Reval (Tallinn), Riga, Wilna (Vilnius) und Minsk die örtlichen Handelsabteilungen Punktwertscheine auszugeben. Zur Ausgabe gelangten Scheine mit den Punktwerten 1, 3, 5 und 10, wobei 4 Punkte mit 125 g Wolle bewertet wurden. Beim Kauf von Spinnstoffen mussten dem Händler neben den Punktwertscheinen ein sog. Bezugsbüchlein vorgelegt werden, das auf den Namen der berechtigten Person ausgestellt war und in dem die Punktwertscheine eingetragen waren. Benutzte Scheine wurden durch Abschneiden der rechten oberen Ecke ungültig gemacht. Hier findet sich bei vollständigen Scheinen der zweizeilige Hinweis: „Bei Warenabgabe durch / Abschneiden zu entwerten“. Abb. 1.1: Estland, Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30. April 1945, 10 Punkte, Vorderseite. Abb. 1.2: Estland, Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30. April 1945, 10 Punkte, Rückseite. Abb. 2.1: Lettland, Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30. April 1945, 1 Punkt, Vorderseite. Abb. 2.2: Lettland, Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30. April 1945, 1 Punkt, Rückseite. Abb. 3.1: Litauen, Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30. April 1945, 1 Punkt, Vorderseite. Abb. 3.2: Litauen, Ostland Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30. April 1945, 1 Punkt, Rückseite. Die Vorderseite der Spinnstoffwaren-Punktwertscheine ist bei den vier Generalkommissariaten des Ostlands gleich, Sie unterscheiden sich lediglich in der Bezeichnung in der linken oberen Ecke; entweder Estland, Lettland, Litauen oder Weissruthenien (Weißrussland, Belarus). Alle Scheine sind zweisprachig. Neben Deutsch wurde die jeweilige Landessprache benutzt, wobei in Weißrussland auf den Punktmarken mit dem Verfallsdatum 30.06.1943 zunächst die russische Sprache verwendet wurde und erst bei der späteren Ausgabe (Verfallsdatum 31.12.1944) die weißrussische. Überschrieben sind die Scheine zweizeilig mit „OSTLAND SPINNSTOFFWAREN-PUNKTWERTSCHEIN / für Flachs- und Wollablieferung“; darunter die Bezeichnung in der jeweiligen Landessprache. In der Scheinmitte der Punktwert, darüber klein „Inhaber dieses Scheines / ist berechtigt Spinnstoffwaren / für X Punkte zu kaufen“ und darunter die Wiedergabe in der Landessprache. Am unteren Rand das Siegel des Reichskommissars und links davon dreizeilig „Ausgegeben auf Grund der / Anordnung des / Reichskommissars für das Ostland“ und rechts die entsprechende Angabe in der Landessprache. Auf der linken Scheinseite befindet sich eine Vignette mit der Darstellung eines Mannes beim Kardieren (Kardätschen, Krempeln) von Flachs und auf der rechten eine Frau beim Schafscheren, beide umschrieben mit „FLACHS UND WOLLE – SEGEN DES LANDES“. Auch der Text der Rückseite ist sowohl in Deutsch als auch in der Landessprache angegeben. Hier werden die für einen Erwerb benötigten Punktzahlen für acht Beispiele genannt. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass alle Spinnstoffwaren in einem Warenverzeichnis aufgeführt sind, das in jeder Textilverkaufsstelle eingesehen werden kann. Das Verfallsdatum ist entweder der 30. Juni 1943, der 30. April 1944, der 31. Dezember 1944 oder der 30. April 1945. Am unteren Rand wird außerdem meist die Druckerei genannt: „Lettlands Wertpapierdruckerei, Riga“ mit und ohne Genehmigungsnummer „6308“. Bei einigen Ausgaben mit dem Verfallsdatum 30. April 1945 wird die Druckerei in lettischer statt deutscher Sprache genannt: „Rigas litografija un ofset spiestuve atl 3173“. Während die Scheine mit dem Verfallsdatum 30. April 1945 auf Papier mit dem Wasserzeichen „OST – OST“ gedruckt wurden, sind die anderen Ausgaben auf Papier ohne Wasserzeichen hergestellt worden. Unterschiede der einzelnen Emissionen gibt es bei der sechsstelligen Kontrollnummer: mal mit, mal ohne vorgesetzten Buchstaben. Abb. 4: Wasserzeichen OST – OST Quelle: https://notescollector.eu/pages/en/notes.php?noteId=1008 (28.03.2022) Der Schein des Generalkommissariats Weißruthenien mit dem Verfallsdatum 31.12.1944 fällt aus den Rahmen. Zunächst ist er überschrieben mit „SPINNSTOFFWAREN-PUNKTWERTSCHEIN“; die Wertangabe lautet „1 TEXTILPUNKT“ und ausgegeben wurde er aufgrund der Anordnung des Generalkommissars in Minsk, daher auch das Siegel des Generalkommissars. Ähnliches gilt auch für Spinnstoffwaren-Punktwertscheine, die auf Anordnung der „Wi In Nord Chefgr. La“ (Hauptverwaltung für Wehrwirtschaftsfragen Nord) in Nordrussland (Region um Pskov und Leningrad) ausgegeben wurden. Die Scheine sind nur einseitig deutsch und russisch bedruckt mit dem Verfallsdatum (30.4.44) auf der Vorderseite. Abb. 5.1: WI IN Nord, Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30.4.44, 10 Punkte, Vorderseite. Abb. 5.2: WI IN NORD, Spinnstoffwaren-Punktwertschein, Verfallsdatum: 30.4.44, 10 Punkte, Rückseite. Quelle: https://notescollector.eu/pages/en/notes.php?noteId=1008 (28.03.2022) Leider werden seit einigen Jahren bei ebay und selbst im Fachhandel verstärkt Fälschungen der Punktwertscheine angeboten. Daher ist beim Kauf größte Sorgfalt geboten. Bereits am 24. Juni 2019 eine Warnmeldung hier im Blog: https://www.geldscheine-online.com/post/warnmeldung-falsche-spinnstoffwarenpunktscheine-f%C3%BCr-estland . Uwe Bronnert
- PMG wird offizieller Grading Service der MIF Paper MoneyFair in den Niederlanden
SARASOTA, Fla. (14. September 2022) – Paper Money Guaranty (PMG) freut sich über die Ernennung zum exklusiven offiziellen Grading Service der MIF Paper Money Fair. PMG ist zudem Co-Sponsor der nächsten Messe in Maastricht, Niederlande, die am 24. und 25. September 2022 stattfinden wird. Darüber hinaus wird PMG ein spannendes neues Element in die MIF-Messen einbringen. Ab der Veranstaltung im April 2023 wird PMG eine Bewertung vor Ort anbieten. Dieses On-site-Grading wird von einem Team von PMG-Experten durchgeführt, das die Echtheitsprüfung, Bewertung und Verkapselung von Papiergeld- Sammelobjekten auf der Messe vornehmen wird. „PMG fühlt sich geehrt, Partner dieser prestigeträchtigen Messe zu sein, die viele Papiergeldsammler und -händler aus der ganzen Welt anzieht“, sagt Steven R. Eichenbaum, CEO der Certified Collectibles Group, zu der auch PMG gehört. „Wir rechnen mit einer starken Nachfrage nach unseren Vor-Ort-Bewertungsservices auf der Messe im April 2023.“ „Wir freuen uns, gemeinsam mit PMG die Vor-Ort-Bewertung anlässlich der MIF Paper Money Fair ab April 2023 anbieten zu können“, sagt Dimitri Waltmans, Director of Sales der MIF Paper Money Fair. „Dies wird die erste Papiergeldmesse in Europa sein, die einen Vor-Ort-Bewertungsservice anbietet und damit die Messe auf ein neues Niveau hebt!“ Die Vor-Ort-Grading-Veranstaltung auf der MIF Paper Money Fair im April 2023 wird die erste von PMG in Europa seit der Zeit vor der Pandemie sein. Selbst während der Pandemie ist der europäische Markt für Sammlerpapiergeld erheblich gewachsen, und PMG freut sich darauf, ihre fachkundigen und unparteiischen Zertifizierungsdienste in den kommenden Jahren weiter auszubauen, um auch in Zukunft Vertrauen in den Markt zu bringen. Für die neuesten Nachrichten und Veranstaltungen folgen Sie PMG auf Facebook, Instagram und Twitter. Um mehr über PMG zu erfahren, klicken Sie hier. Um eine PMG-Zertifizierung zu überprüfen, klicken Sie hier. PMG wurde 2005 als vollständig unabhängiger externer Papiergeld-Bewertungsdienst gegründet. Heute ist PMG mit mehr als 7 Millionen zertifizierten Banknoten der weltweit größte unabhängige Papiergeld-Bewertungsdienst. Jede von PMG bewertete Banknote wird durch die umfassende PMG-Garantie für Echtheit und Erhaltung abgesichert. Über Paper Money Guaranty (PMG) PMG ist ein weltweit führender fachkundiger und unparteiischer Authentifizierungs-, Bewertungs- und Verkapselungsdienst für Papiergeld. Die Grader von PMG setzen innovative Technologien und fortschrittliche Software ein, um Papiergeld-Sammelobjekte zu prüfen. Nach der Echtheitsprüfung und Bewertung werden die Sammlerstücke in kristallklaren Haltern aufbewahrt, die vor Umwelteinflüssen und Verunreinigungen schützen und sich für eine langzeitige Aufbewahrung eignen. PMG bietet die branchenweit höchsten Standards für Genauigkeit, Konsistenz und Integrität. Seit 2005 haben die Experten der PMG über sieben Millionen Banknoten zertifiziert, wobei jede davon durch die umfassende PMG-Garantie für Echtheit und Erhaltung abgesichert ist, die das Vertrauen der Sammler stärkt und dafür sorgt, dass mehr Liquidität und höhere Preise erzielt werden. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte PMGnotes.com. © 2022 Numismatic Guaranty Company. Alle Rechte vorbehalten. NGC, NCS, PMG, CGC, CCS, CSG, ASG, CAG und CCG sind eingetragene oder nicht eingetragene Marken der Numismatic Guaranty Company und/oder ihrer verbundenen Unternehmen in den USA und/oder anderen Ländern. Alle weiteren Namen und Marken, auf die in dieser Pressemitteilung verwiesen wird, sind die Handelsnamen, Marken oder Dienstleistungsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.
- Aus privaten Sammlungen: 5000 Drachmai der Trapeza tis Ellados von 1928
Objekttyp: Banknote Sammlung: Thomas Neldner Historischer Kontext: Bei diesem Schein mit Datum 5. Oktober 1926 handelt es sich um die Schlüsselnote der griechischen Geldscheine nach der Gründung der Bank von Griechenland. Er war von der Ethniki Trapeza tis Ellados ("Nationalbank von Griechenland") zur Ausgabe vorgesehen, wurde aber erst mit rotem Überdruck im Jahr 1928 nach der Umbenennung in die Trapeza tis Ellados ("Bank von Griechenland") in Umlauf gebracht. Diese Noten liefen in der relativ kurzen Zeitspanne vom 21. November 1928 bis 15. Dezember 1932 in einer Auflage von lediglich 200.000 Stück in den Serien IB 100 bis 91 (10 Serien) und IΓ 90 bis 81 (10 Serien) zu jeweils 10.000 Stück um; es sind jedenfalls bislang keine höheren Serien (ab IΔ 80) bekannt. Der Schein findet sich übrigens nicht in einer entwerteten und 1941 wiederverausgabten Form (vgl. GRC-112 bis 115A im SCWPM). Zitate: GRC-101 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) #122 (A. Karamitsos, Hellas Banknotes) CA. 102 (Nick Angelopoulos, Greek Paper Money Catalogue) Thomas Neldner / Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.












