top of page

Diese Website durchsuchen

3679 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Aus privaten Sammlungen: 1 Pfund der National Bank of Egypt von 1899

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Josef Gerber Historischer Kontext: Die letzten Jahrzehnte des osmanischen Khedivats Ägypten waren gezeichnet von einer vermehrten Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich einerseits und einem zunehmenden Einfluss europäischer Großmächte auf das praktisch bankrotte Ägypten andererseits. So schrieb beispielsweise das Liquidationsgesetz von 1880 die Aufwendung der Hälfte der Staatseinnahmen für die Tilgung der immensen Schulden vor, die Ägypten vor allem für die Finanzierung des Baus des Suezkanals bei den Briten und Franzosen aufgenommen hatte. Gegen die europäische Finanzkontrolle entstand die nationalistische Urabi-Bewegung, benannt nach dem Oberst Ahmed Urabi, der für das Motto "Ägypten den Ägyptern" bekannt wurde. Den Aufstand der Urabi-Bewegung im Jahr 1882, im Zuge dessen der Zugang nach Indien über den Suezkanal bedroht wurde, nutzte Großbritannien als Vorwand, um in Ägypten einzumarschieren: Auch nach der Zerschlagung der Urabi-Truppen blieben die Briten in Ägypten, das 1914 offiziell als Sultanat Ägypten ein britisches Protektorat wurde. 1898 wurde die Nationalbank von Ägypten in Kairo gegründet und mit einem exklusiven Notenrecht für Ägypten ausgestattet, das für 50 Jahre Gültigkeit haben sollte. Die ersten Noten emittierte die neu gegründete Bank ab 3.4.1899 per Dekret vom 25.6.1898. Diese Noten konnten noch bis 1914 in Gold umgetauscht werden. Land/Region/Ort: Khedivat Ägypten, Kairo Emittent: National Bank of Egypt Nominal: 1 Egyptian Pound Datierung: 5. Januar 1899 (1906 eingeführt) Vorderseite: Mittig zwei Kamele; Legende in englischer und arabischer Sprache. Rückseite: Guillochen Format: 158 mm x 81 mm Material: Papier Wasserzeichen: ohne Druck: Bradbury, Wilkinson & Comp. Ltd., London Nummerierung: No. B/1 252836 Unterschrift: Frederick Rowlatt Authentizität: Original Zitate: • EGY-2b (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) • B102b (Owen W. Linzmayer, The Banknote Book – Egypt) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Neue Varianten: Juni 2022 (Teil 2)

    Bangladesch 50 Taka Wie Linzmayer B351.5a (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2021. Belize 5 Dollars Wie BLZ-67 (Linzmayer B325g), aber mit Datum "1st MAY 2020" und Unterschriften "Audrey Joy Gant/Joseph Waight/Nestor Vasquez". 20 Dollars Wie BLZ-69 (Linzmayer B327f), aber mit Datum "1st SEPTEMBER 2020" und Unterschriften "Audrey Joy Gant/Joseph Waight/Nestor Vasquez". Madagaskar 500 Ariary Wie MDG-99 (Linzmayer B334a), aber mit Unterschrift "Henri Edmond Rabarijohn". Pakistan 10 Rupees Wie PAK-45 (Linzmayer B231u), aber mit Jahr 2022 und Unterschrift "Reza Baqir". Westafrikanische Staaten – Elfenbeinküste 500 Francs Wie WAS-119A (Linzmayer B120Aj) aber mit Jahr "(20)22/2012" und Unterschriften "Tiemoko Meyliet Koné/Sani Yaya". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Lexikon: Druckfehler

    Fehler in der Druckform (Plattenfehler), im Satz oder im Klischee, die bei Druckbeginn vorhanden waren und nicht erst während des Druckvorgangs entstanden sind. Sie können beim Druck bemerkt und dann geändert oder auch nach dem Druck und mit einer neuen Auflage abgeändert werden. Beispiele: Österreich 20 Schilling 1950: im Unterdruck "OESTERREICHISCEE" Russland 5000 Rubel 1921: "PROLETAPIER" statt "PROLETARIER" Niederlande 10 Gulden 1945: falsche Jahreszahl 1788, wurde für eine neue Auflage in 1772 geändert Polen 2 Millionen Zloty 1992: Rückseite "KONSTYTUCYJY" , wurde mit Serie B in "KONSTYTUCYJNY" korrigiert Polen, 2 Millionen Zloty, Serie A mit Druckfehler, Vorderseite. Polen, 2 Millionen Zloty, Serie A mit Druckfehler, Rückseite. Polen, 2 Millionen Zloty, Serie B korrigiert, Vorderseite. Polen, 2 Millionen Zloty, Serie B korrigiert, Rückseite. Druckfehler sind nicht zu verwechseln mit Fehldruck, Druckzufälligkeiten oder Makulatur. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 23

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Modern/Abstrakt, Vorschlag M 643 Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato S.p.A. Polygraphisches Institut und Staatliche Münze GmbH, Italien 5 Euro, Vorderseite: Kopf eines griechischen Athleten; Rückseite: Motiv mit den zwölf Sternen der Europäischen Union. 10 Euro, Vorderseite: mittelalterliche Darstellung eines Adlers; Rückseite: Fantasiemuster. 20 Euro, Vorderseite: mittelalterlicher italienischer Paradehelm; Rückseite: Muster mit mittelalterlichen Schriftzeichen. 50 Euro, Vorderseite: klassisches Motiv; Rückseite: Fantasiemuster. 100 Euro, Vorderseite: Barockskulptur von Sankt Georg und der Prinzessin aus Neapel; Rückseite: Skulptur "Die Verzückung der heiligen Theresa" von Bernini. 200 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt; Rückseite: Fantasiemuster. 500 Euro, Vorderseite: menschliches Kaleidoskop; Rückseite: moderne Architektur. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 1 – Zweite Republik

    Zum Geldwesen der zweiten spanischen Republik 1931 bis 1939 Die spanische Gesellschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts war gekennzeichnet durch unüberbrückbare Gegensätze. Auf der einen Seite die ebenso dünne wie dünkelhafte Oberschicht von meist adligen Großgrundbesitzern, die auf Kosten einer verelendeten Masse von landlosen Tagelöhnern von einstiger kolonialer Größe träumten, auf der anderen Seite das aufstrebende Bürgertum, das an liberalen Ideen interessiert war. Diese Spannungen hatten ihr Ventil in Spanisch-Marokko, das als Ersatz für die verloren Kolonien (1898) herhalten musste. 1921 erlitt die schlecht ausgerüs­tete Armee, deren Offiziere Verpflegung und Waffen an den Feind verramschten, eine vernichtende Niederlage gegen die Rifkabylen, deren Führer Abd el-Karim bei Melilla 15.000 Spanier aufs Grausamste niedermetzeln ließ. Dieselben Generäle, die diese Niederlage verschuldeten, putschten nun und Miguel Primo de Rivera, Generalkapitän von Katalonien, verwandelte mit Einverständnis des Königs, Alfons XIII., die konstitutionelle Monarchie in eine Diktatur. 1930 trat Rivera nach siebenjährigem Bemühen um eine grundlegende Erneuerung Spaniens zurück. Der überraschende Sieg der republikanischen Parteien bei den Gemeindewahlen ein Jahr später veranlasste den König, das Land zu verlassen. Spanien wurde Republik. Der Wechsel von der Monarchie zur Republik am 14. April 1931 zeigte sich im Geldwesen zunächst nur bei der Banknote zu 50 Pesetas mit dem Ausgabedatum vom 17. Mai 1927, die das Kopfbildnis des vertriebenen Königs auf der Vorderseite zeigt. Es wurde durch einen ovalen, 54 x 37 mm großen violetten, blauen oder roten Handstempel abgedeckt. In der Mitte als republikanisches Symbol die vierzackige Mauerkrone über dem fünfgeteilten Wappenschild. Das goldene Kastell auf rotem Grund im 1. Feld steht für das Königreich Kastilien, der purpurrote Löwe auf silbernem Grund im 2. Feld für das Königreich León, die vier roten Längsstreifen auf goldenem Grund im 3. Feld für die Krone von Aragón und die goldenen Ketten auf rotem Grund im 4. Feld für Navarra. Das Feld in der Wappenspitze zeigt einen grünblättrigen Granatapfel auf silbernem Grund und steht für das ehemalige Königreich Granada. Über dem Wappen „REPÚBLICA“ und darunter „ESPAÑOLA“. Abb. 1: Ovaler, 54 x 37 mm großer Tintenstempel. Abb. 2: Banco de España, (17. Mai 1927), 50 Pesetas, Vorderseite mit Tintenstempel. Nach einem Dekret vom 23. Juli 1931 sollten auch die anderen umlaufenden Noten gekennzeichnet werden. Ein runder Prägestempel mit 28 mm Durchmesser wurde auf der linken Scheinseite angebracht, bei den 500 und 1000 Pesetas auf der rechten. Die Umschrift des Stempels lautet: „GOBIERNO PROVISIONAL DE LA REPUBLICA . 14 ABRIL 1931 .“ Im inneren Kreis das bereits beschriebene Wappen mit Mauerkrone und links und rechts jeweils ein Olivenzweig. Die Stempelabdrucke sind meist nur sehr schwer erkennbar. Angesichts der Schwierigkeiten, die die Stempelaktion mit sich brachte, wurde sie durch Dekret vom 17. Dezember 1932 wieder aufgegeben. Es kommen daher alle Scheine, die in dieser Zeit im Umlauf waren, mit und ohne Stempel vor (Tabelle 1). Tabelle 1: Banknoten der Banco de España, die bei Ausrufen der Republik im Umlauf waren:1) Abb. 3: Prägestempel nach dem Dekret vom 23. Juli 1931, Ø 28 mm. Abb. 4: Ausschnitt der Rückseite der 50-Pesetas-Note (17. Mai 1927) mit dem schwer erkennbaren Prägestempel in der rechten oberen Ecke. Die liberale Verfassung der Republik sah eine Trennung von Kirche und Staat vor. Das wiederum machte für den großen Anhang der klerikal-konservativen Kräfte die liberale Republik suspekt. Andererseits ging der radikalen Linken der Fortschritt nicht weit genug. 1933 errangen die Rechtsparteien einen überraschenden Sieg bei den Wahlen zum Cortes (Parlament). Arbeiterunruhen in Asturien wurden durch das Militär blutig niedergeschlagen worden und eine schwere politische Krise erschütterte das Land. Im Februar 1936 siegten bei erneuten Wahlen die vereinigten linken Kräfte der „Volksfront“. Das spanische Volk war zerrissener denn je. Die politischen Lager standen sich in schier unüberwindbaren Fronten gegenüber. Wieder putschte das Militär. Am 18. Juli 1936 stellte sich eine Gruppe konservativer, republikfeindlicher Generäle gegen die gewählte Regierung. Obwohl sich die überwältigende Mehrheit der Armee und der Guardia Civil den Aufständischen anschloss, blieb der erwartete Erfolg des Staatsstreichs aus. Es folgte ein fast drei Jahre dauernder Bürgerkrieg, in dem sich die Republik verzweifelt wehrte. Bereits am 30. Juli 1936 installierten die Aufständischen in Burgos eine Gegenregierung, an deren Spitze am 20. September 1936 General Franco trat. Neben der „republikanischen“ Banco de España in Madrid etablierte sich durch Dekret vom 8. September 1936 in Burgos, dem Sitz des Ausschusses für die Nationale Verteidigung, eine „nationale“ Banco de España, die ab November die umlaufenden Banknoten mit einem Prägestempel kennzeichnete. Zur Stempelung waren jedoch nur Banknoten zu gelassen, die bereits am 18. Juli 1936 im Umlauf waren. Später ausgegebene Geldscheine waren im aufständischen Gebiet ungültig. Als Folge des Kriegs zerfiel Spanien nun in zwei Währungsgebiete: der republikanischen Zone mit der Banco de España in Madrid mit der „peseta republicana“ oder „peseta roja“ und dem nationalen Spanien der Putschisten mit der Banco de España in Burgos mit der „peseta nacional“. Im Folgenden wird nur die Währungsgeschichte der Republik betrachtet. Spanien im Bürgerkrieg Das Misslingen des Staatsstreichs hatte direkte Auswirkungen auf die Finanz- und Währungsentwicklung. Die republikanische Regierung reagierte mit der Schließung der Börsen. Des Weiteren wurde für Handelseffekte ein 48-stündiger Zahlungsaufschub verkündet, der später bis zum 19. August 1936 verlängert wurde, ferner wurden die Zins- und Tilgungszahlungen für öffentliche Schulden ausgesetzt. Am 14. August verbot die republikanische Regierung den Verkauf von Immobilien und beweglichen Werten, um ungerechtfertigte Wertminderungen zu unterbinden. Um eine Kapitalflucht zu verhindern und das Bankenwesen vor dem Zusammenbruch zu bewahren, verfügte die Regierung am 19. Juli, dass innerhalb einer Frist von 48 Stunden von Giro- und Sparkonten nicht mehr als 2.000 Pesetas abgehoben werden konnten. Diese Regelung wurde in der Folgezeit immer wieder verlängert. Ausnahmen wurden nur für Lohn- und Steuerzahlungen zu gelassen.3) Durch Dekret vom 3. Oktober 1936 ordnete die republikanische Regierung an, Goldbestände bei den Zweigstellen der Nationalbank abzuliefern. 1937 wurde die Abgabepflicht auch auf Schmuck, Juwelen, Edelmetall und Devisen ausgedehnt. Ferner wurde der Besitz von Banknoten auf einen maximalen Betrag begrenzt. Die Banco de España und das Ministerio de Hacienda wiesen im Juli für ganz Spanien die folgenden Banknoten- und Münzbestände einschließlich der umlaufenden Wertzeichen (Tabelle 2.1 und 2.2) im Werte von ca. 10,5 Milliarden Pesetas aus. Tabelle 2.1: Im Juli 1936 betrug der gesamte Banknotenbestand der Banco de España einschließlich der umlaufenden Noten:4) Tabelle 2.2: Im Juli 1936 betrug der gesamte Bestand an Münzen des Ministerio de Hacienda einschließlich der umlaufenden Münzen:5) In der Zeit vor dem Bürgerkrieg emittierte die Notenbank nur zwei Banknoten. Im Juli 1932 die Note zu 50 Pesetas und im April 1933 die zu 25 Pesetas, beide mit dem Emissionsdatum 15. August 1928. Die Ausgabe der Nominale zu 100, 500 und 1000 Pesetas erfolgte erst 1937 bzw. 1938. Die Banknotenserie, die bei Bradbury Wilkinson and Comp., New Malden, London, gedruckt wurde, hat ein einheitliches Erscheinungsbild mit Abbildungen spanischer Persönlichkeiten aus Kultur und Politik auf der Vorderseite sowie die Wiedergabe korrespondierender Gemälde auf der Rückseite.6) Die Note zu 25 Pesetas ist dem Dramatiker Pedro Calderón de la Barca (1600–1681) gewidmet. Rechts auf der Vorderseite sein Brustbild und in der Mitte das Denkmal zu seinen Ehren auf der Plaza de Santa Ana in Madrid, rückseitig eine Szene aus seinem Drama „La devoción de la Cruz“ (Die Andacht am Kreuz). Der 50er zeigt das Porträt des Malers Diego Rodríguez de Silva y Velázquez (1599–1660) und eine Außenansicht des Prado-Museums in Madrid, auf der Rückseite ein Gemälde des Malers „La rendición de Breda“ (Die Übergabe von Breda). Die Note zu 100 Pesetas ehrt den Dichter Miguel de Cervantes Saavedra (1547–1616) mit Brustbild auf der linken Scheinseite und seinem Denkmal auf der Plaza de España in Madrid in der Mitte, rückseitig passend zu seinem Hauptwerk das Gemälde „Encuentro de Don Quijote con los Duques“ (Treffen von Don Quijote mit den Herzögen) von Luis Menéndes Pidal (1861–1932). Der Wert zu 500 Pesetas würdigt Cardenal Cisneros mit seinem Brustbild und einer Abbildung seiner Haupt-Wirkungsstätte, der Kathedrale von Toledo.7) Auf der Rückseite ein Gemälde von Francisco Jover y Casanova (1836–1890) „Liberación de los cautivos de Túnez“ (Die Befreiung aus tunesischer Gefangenschaft). Das Brustbild Fernando III. und die Darstellung der Kathedrale von Sevilla ist auf dem 1000er zu sehen.8) Die Rückseite schmückt ein Gemälde von Alejandro Ferrant y Fischermans (1843–1917), das den König bei der heiligen Kommunion zeigt. Fast zeitgleich kamen auch die Noten mit Datum vom 25. April 1931 in Umlauf. Sie wurden ebenfalls bei Bradbury and Wilkinson gedruckt und ähneln der vorherigen Serie. Das Selbstbildnis des Malers Vicente López Portaña (1772–1850) zeigt die Note zu 25 Pesetas, während die Rückseite nach einem Bild des Malers, die Musik darstellend, gestaltet wurde. Auch die Note zu 50 Pesetas bildet das Porträt eines Malers ab: Eduardo Rosales (1836–1873); rückseitig sein Gemälde „La muerte de Lucrecia“ (Der Tod der Lucrecia). Gonzalo Fernándes de Córdoba ist auf der Vorderseite des Hunderters zu sehen9), während die Rückseite ein Gemälde von José Casado de Alisal (1832–1886) wiedergibt: „Der große Kapitän (Fernándes) findet am Tag nach der Schlacht von Ceriñola die Leiche seines Feindes, des Herzogs von Nemours“. Vom 500er blickt der Entdecker Juan Sebastián Elcano (1486/1487–1526). Hierzu entspricht die Rückseite mit dem Bild von Elías Salaverría (1883–1952) „Desembarco de Elcano en Sevilla“ (Die Landung von Elcano in Sevilla). Die Banknote zu 1000 Pesetas wurde als Reservenote nicht ausgegeben. Von der Vorderseite blickt uns das Brustbild des Dichters José Zorrilla y Moral (1817 1893) entgegen und auf der Rückseite liest der Dichter im Atelier des Malers Antonio María Esquivel (1806–1857), von dem auch die Vorlage hierzu stammt. Die Tradition der Druckerei Bradbury & Wilkinson setzte Thomas de La Rue fort. Ab August 1938 gelangten ihre Noten, beginnend mit dem Nominal zu 500 Pesetas, in Umlauf. Sie datiert vom 7. Januar 1935. Nach einem Stich von Camilo Delhom wird das Brustbild des Konquistador Hernán Cortes de Monroy i Pizarro Altamirano (1485–1547) sowie der Palast des Eroberers in Mexiko dargestellt. Das Gemälde „Hernán Cortes verbrennt seine Schiffe“ von Francisco Sans Cabot (1828–1881) nimmt eine historische Begebenheit auf. Auch das Brustbildnis des Arztes und Nobelpreisträgers Santiago Felipe Ramón y Cajal (1851–1934) beim Wert zu 50 Pesetas vom 22. Juli 1935 stammt vom Stecher Camilo Delhom. Die Rückseite zeigt das Denkmal zu Ehren des Wissenschaftlers im Retiro-Park in Madrid. Es wurde vom Bildhauer Victorio Macho (1887–1966) geschaffen. Häufig wird diese Banknote, deren Vorderseite vorwiegend Brauntöne aufweist, auch in blauer und roter Farbe angeboten. Sie dürften chemisch manipuliert worden sein. Das Brustbild des Malers Joaquín Sorolla (1863 – 1923) auf der dritten Note zu 25 Pesetas vom 31. August 1936 wurde ebenfalls von Camilo Delhom gestochen. Zusätzlich befindet sich auf der Vorderseite eine Abbildung des „El Miguelete“ in Valencia. Die Rückseite mit „Regreso de la pesca“ (Rückkehr der Fischer), einem typischen impressionistischen Werke des Malers, ist für mich die schönste Darstellung auf einer spanischen Banknote. Tabelle 3: Banknoten der Banco de España und Staatsscheine, die während der Zeit der Republik ausgegeben wurden:1) Abb. 5.1: Banco de España, 15. August 1928, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 5.2: Banco de España, 15. August 1928, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 6.1: Banco de España, 15. August 1928, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 6.2: Banco de España, 15. August 1928, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 7.1: Banco de España, 15. August 1928, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 7.2: Banco de España, 15. August 1928, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 8.1: Banco de España, 15. August 1928, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 8.2: Banco de España, 15. August 1928, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 9.1: Banco de España, 15. August 1928, 1000 Pesetas, Vorderseite. Abb. 9.2: Banco de España, 15. August 1928, 1000 Pesetas, Rückseite. Abb. 10.1: Banco de España, 25. April 1931, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 10.2: Banco de España, 25. April 1931, 25 Pesetas, Rückseite. Abb. 11.1: Banco de España, 25. April 1931, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 11.2: Banco de España, 25. April 1931, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 12.1: Banco de España, 25. April 1931, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 12.2: Banco de España, 25. April 1931, 100 Pesetas, Rückseite. Abb. 13.1: Banco de España, 25. April 1931, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 13.2: Banco de España, 25. April 1931, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 14.1: Banco de España, 25. April 1931, 1000 Pesetas, Reservenote (nicht ausgegeben), Vorderseite. Abb. 14.2: Banco de España, 25. April 1931, 1000 Pesetas, Reservenote (nicht ausgegeben), Rückseite. Abb. 15.1: Banco de España, 7. Januar 1935, 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 15.2: Banco de España, 7. Januar 1935, 500 Pesetas, Rückseite. Abb. 16.1: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 16.2: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 16.3: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, „blauer Druck“, Vorderseite. Abb. 16.4: Banco de España, 22. Juli 1935, 50 Pesetas, „roter Druck“, Vorderseite. Abb. 17.1: Banco de España, 31. August 1936, 25 Pesetas, Vorderseite. Abb. 17.2: Banco de España, 31. August 1936, 25 Pesetas, Rückseite. Die Kupfermünzen zu 1, 2, 5 und 10 Céntimos sowie die Silbermünzen zu 50 Céntimes, 1 Peseta, 2 und 5 Pesetas, die nach der Reform von 1868 in Spanien geprägt wurden und teilweise seit mehr als einem Dreivierteljahrhundert im Umlauf waren, blieben weiter gültig. Das Gleiche gilt für die Kupfer-Nickelmünzen zu 25 Céntimos von 1925 und 1927. Mit der Jahreszahl 1933 ließ die Republik eine Peseta-Münze in Silber prägen sowie mit der Jahreszahl 1934 25-Céntimos-Stücke in Kupfer-Nickel. Abb.18.1/2: Republica Española, 1933, 1 Peseta, Vorder- und Rückseite. Obwohl die Republik nun schon seit einigen Jahren etabliert war, gelang es ihr nicht, die in den Tresoren der Banco de España liegenden 5-Peseta-Münzen aus der Zeit der Monarchie umzuprägen. Daher beauftragte man der Notendruckerei Bradbury & Wilkinson mit der Herstellung von zunächst je 10 Millionen Silberzertifikaten zu 5 und 10 Pesetas. Am 13. Oktober 1936 ­ordnete der Finanzminister den Einzug der Silbermünzen an.10 Im Gegenzug ermächtigte er die Banco de España für die eingezogenen Silbermünzen Certificado de Plata (Silberzertifikate) über 5 und 10 Pesetas auszugeben. Ab 17. Oktober 1936 wurden sie in Verkehr gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Banknote zu 25 Pesetas das niedrigste Nominal der spanischen Nationalbank. Während der Wert zu 5 Pesetas auf der linken Vorderseite das Ideal-Brustbild einer jungen Frau abbildet, zeigt der Schein zu 10 Pesetas eine Allegorie der España mit der sog. Volkskrone. Abb. 19.1: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 19.2: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 20.1: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 20.2: Banco de España, 1935, Certificado de Plata, 10 Pesetas, Rückseite. Im November 1936 drohte die Einnahme Madrids durch Francos Truppen. Die republikanische Regierung und die Banco de España verlegten daher ihren Sitz zunächst nach Valencia. Auch die Geldproduktion der „Fábrica Nacional de Moneda y Timbre“ wurde aus Madrid in sichere Gebiete verlagert. Als Factoría B eröffnete in Valencia eine Druckerei. Von März bis Oktober 1938 wurden hier im Auftrag des Finanzministeriums die „Certificados Provisionales de Moneda Divisionaria“ zu 50 Céntimos, einer Peseta und zwei Pesetas gedruckt. Sie sollten ab 18. Januar 1938 das fehlende Kleingeld ersetzen. Abb. 21.1: Ministerio de Hacienda, 1937, 50 Céntimos, Vorderseite. Abb. 21.2: Ministerio de Hacienda, 1937, 50 Céntimos, Rückseite. Abb. 22.1: Ministerio de Hacienda, 1937, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 22.2: Ministerio de Hacienda, 1937, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 23.1: Ministerio de Hacienda, 1938, 2 Pesetas, Vorderseite. Abb. 23.2: Ministerio de Hacienda, 1938, 2 Pesetas, Rückseite. Im Februar 1937 nahm die neue Münze als Factoría C ihre Arbeit in Castellón de la Plana auf. Diese improvisierte „Casa de Moneda“ prägte etwas mehr als ein Jahr Münzen mit der Jahreszahl 1937 zu 5 Céntimos in Eisen, 50 Céntimos in Kupfer und einer Peseta in Bronze. 10-Céntimos-Münzen in Eisen wurde nur in wenigen Stücken hergestellt und müssen wohl als Proben angesehen werden. Wegen der Kriegsereignisse musste die Münze im April 1938 nach Aspe (Alicante) verlegt werden. Als Factoría D arbeitete sie von Juli 1938 bis März 1939. Geprägt wurden hier Kupfermünzen zu 25 Céntimos mit der Jahreszahl 1938. Nach der Schließung der Factoría B in Valencia übernahm man ab November 1938 den Druck der Kleingeldscheine. Mit zunehmender Dauer des Krieges nahm der Mangel an Wechselgeld zu, da ein großer Teil der Münzen eingezogen und eingeschmolzen wurden, um den wachsenden Bedarf der Kriegsindustrie an Metallen zu decken. Auf der anderen Seite hortete die Bevölkerung die Münzen, immerhin hatten sie einen bestimmten Metallwert. Zuerst verschwanden die Silbermünzen, später die Münzen aus Kupfernickel und schließlich die aus Bronze. Abb. 24.1/2: Republica Española, 1937, 50 Céntimos, Vorder- und Rückseite. Abb. 25.1/2: Republica Española, 1937, 1 Peseta, Vorder- und Rückseite. Betriebe, Genossenschaften, Gewerkschaften, Geschäfte und sogar Privatpersonen konnten bei den täglichen Zahlungsvorgängen nur dann Wechselgeld herausgeben, wenn sie eigene Gutscheine ausstellten. Straßenbahn- und Busunternehmen, Bars und Cafeterias bedienten sich ebenso des Notgelds, das grundsätzlich nur bei der ausgebenden Stelle wieder eingelöst werden konnte. So hatten die Bürger Taschen voller Geldscheine für jeden denkbaren Zahlungsanlass. Natürlich war diese Situation unhaltbar. Die zahlreichen Beschwerden der Bevölkerung veranlassten Stadträte, sich des Problems anzunehmen und kommunales Notgeld – meist mit Werten zwischen 25 Céntimos und 5 Pesetas – auszugeben. Bis Ende 1937 hatten mehr als zweitausend Gemeinden und Organisationen fast siebentausend verschiedene Scheine und fünfzig Metallmünzen ausgegeben.11) „Der Gesamtwert des auf diese Weise in Umlauf gebrachten Geldes betrug 22,7 Millionen Peseten.“12) Abb. 26.1: Denia, Comité de Enlace, September 1936, 2 Pesetas, Blankete, Vorderseite. Abb. 26.2: Denia, Comité de Enlace, September 1936, 2 Pesetas, Blankete, Rückseite. Abb. 27.1: Lorca, Consejo Municipal, September 1937-09, 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 27.2: Lorca, Consejo Municipal, September 1937-09, 1 Peseta, Rückseite. Abb. 28.1: Mont-ral, Consell Municipal, 15. Juni 1937, 25 Centims, Vorderseite. Abb. 28.2: Mont-ral, Consell Municipal, 15. Juni 1937, 25 Centims, Rückseite. Abb. 29.1: 502 Batallón, 28 División, 126 Brigda Mixta, o. D., 1 Peseta, Vorderseite. Abb. 29.2: 502 Batallón, 28 División, 126 Brigda Mixta, o. D., 1 Peseta, Rückseite. Abb. 30.1: Alcoy, Fàbrica de Paper de Fumar Bambú, o. D., 25 cts., Material: Celluloid , Ø 32 mm, Vorderseite. Da auch diese Notgeldausgaben das staatliche Münzmonopol und das Monopol der Banknotenausgabe der Notenbank gefährdeten, ordnete Finanzminister Juan Negrín Lopez mit Dekret vom 6. Januar 1938 den Einzug des Notgelds bis zum 28 Februar an. Gleichzeitig wurden von der Regierung weitere Druck- und Prägeaufträge vergeben. Da trotzdem nicht genügend Münzen zur Verfügung standen, autorisierte die Regierung durch Dekret vom 24. Februar 1938 die Banco de España Pappscheiben mit aufgeklebten Marken als Geldersatz auszugeben (Cartón-mondea). Die runden, rotbraunen Kartons haben bei einem Gewicht von etwa 5 g einen Durchmesser von 35 mm. Der einseitige schwarze Druck zeigt in einem Kreis das spanische Wappen mit der Volkskrone, flankiert von den Säulen des Herkules mit einem Band, auf dem der Wahlspruch „PLUS ULTRA“ zu lesen ist. Gedruckt wurden sie in der Factoría D in Aspe. Auf die freie Seite waren die entsprechenden „Wert“-Marken aufzukleben. Bei den Nominalen zu 5 und 25 Céntimos waren Briefmarken (sello de correos) der „republikanischen“ Post zu verwenden. Sie tragen die Aufschrift „Republica Española – Correos“. Da keine bestimmten Briefmarken vorgeschrieben waren, können dabei alle damals gültigen Marken vorkommen, sodass es eine große Zahl verschiedener Ausgaben gibt. Die Werte zu 10 und 15 Céntimos waren mit Gebührenmarken (timbre móvil) zu versehen. Sie haben die Aufschrift „Especial Movil“. Die Marken mit dem beschriebenen Wappen zu 10 Céntimos sind in braunem, die zu 15 Céntimos in rotem Druck ausgeführt.13) Ein Dekret vom 22. Oktober 1938 bestimmte, dass anstelle der Gebührenmarken zu 10 Céntimos Briefmarken treten sollten, da es in der Vergangenheit häufig zu Verwechselungen mit der Marke zu 15 Céntimos gekommen sei. In der Praxis sah es so aus, dass die Pappscheiben nicht nur, wie amtlich vorgeschrieben, mit Marken zu 5, 10, 15 und 25 Céntimos beklebt wurden, sondern es wurden auch andere Werte, wie z. B. zu 20, 30, 45, … Céntimos, aufgeklebt. Statt der Gebührenmarken wurden auch Briefmarken benutzt. Wie lässt sich dies erklären? Die Banco de España gab die leeren Pappschreiben an die Geschäftsbanken weiter, die sie mit den Marken beklebten und dann als Wechselgeld an das Publikum abgaben. Möglicherweise verfuhren die Banken ihrerseits ähnlich wie die Notenbank und überließen das Bekleben den Bankkunden. Abb. 31: Cartón-mondea, o. D., mit Briefmarke zu 5 Céntimos, Vorderseite. Abb. 32: Cartón-mondea, o. D., mit Steuermarke „especial movil“ zu 15 Céntimos, Vorderseite. Abb. 33: Cartón-mondea, o. D., gemeinsame Rückseite . Da die Republik über keine nennenswerten Devisenreserven verfügte, um Kriegsgüter im Ausland zu kaufen, begann die Regierung in Madrid bereits am 24. Juli 1936 damit, Gold an die Banque de France zu verkaufen. Als im März 1937 diese Goldverkäufe an die französische Notenbank eingestellt wurden, war die Goldreserve bereits um ein Viertel gesunken. „Während Franco zunehmend auf die Hilfe des Dritten Reiches angewiesen war, geriet die republikanische Regierung in immer größere Abhängigkeit von Moskau. Das lag nicht allein daran, daß die Verteidigung Madrids und die Weiterführung des Krieges von der Unterstützung des Kremls abhingen. Im Oktober trafen Largo Caballero und sein Finanzminister Juan Negrín außerdem die folgenschwere Entscheidung, die Goldreserven der Banco de España (…), die die wirtschaftliche Grundlage für die Fortführung des Krieges bildeten, in Moskau zu deponieren.“14) Am 15. Oktober 1936, ein Tag nachdem die sowjetischen T-26-Panzer eingetroffen waren, fragte Largo Caballero offiziell bei Botschafter Rosenberg an, ob die sowjetische Regierung bereit sei, ca. 500 Tonnen spanischen Goldes in Verwahrung zu nehmen. Schon wenige Tage später übermittelte der Leiter des NKWD, Nikolai Jeshow, seinem Agenten in Spanien, Alexander Orlow, die persönliche Anordnung Stalins mit der Botschaft an Largo Caballero und dem sowjetischen Botschafter, den Goldtransport unter strengsten Geheimhaltungsmaßnahmen vorzubereiten. Der Goldschatz war schon Wochen vorher aus dem umkämpften Madrid nach Cartagena in das Pulvermagazin von La Algameca evakuiert worden. Ganz in der Nähe ankerten sowjetische Schiffe, die Hilfsgüter nach Spanien transportiert hatten. In der Nacht des 23. Oktober 1936 begann man mit dem Verladen des Goldes und am 25. Oktober stachen vier Schiffe in folgender Reihenfolge in See: die Jruso mit 2000 Kisten, die Neva mit 2697 Kisten, die Kim mit 2100 Kisten und die Wolgores mit 983 Kisten an Bord. Auf jedem der Schiffe reiste ein Schlüsselmeister des Banco de España mit. Nach einer Woche erreichten die Schiffe am 2. November Odessa, mit Ausnahme der Jruso, die wegen Maschinenschadens erst einige Tage später einlief. Von Odessa aus wurde unverzüglich der Weittransport nach Moskau organisiert. Zeitgleich reichte die nationale Regierung von Burgos aus Klage in Frankreich ein, um die Goldverkäufe zu stoppen. Indirekt beschwerte man sich auch bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Im Januar 1937 berieten die Mitglieder des „Komitees für Nichteinmischung in die Angelegenheiten Spaniens“15) in London die Angelegenheit. Der deutsche und der italienische Vertreter verurteilten das Goldgeschäft als indirekte Einmischung. Die republikanische Regierung gab zu, mit einem Teil des Goldes Auslandsschulden beglichen zu haben, bestritt ansonsten, Goldreserven außer Landes gebracht zu haben. Auch in den nächsten Monaten kam der Ausschuss in dieser Angelegenheit nicht weiter. Seit Februar 1937 konnten Largo Caballero und Negrín über das Gold verfügen, dessen Zählung am 24. Januar beendet war. Danach waren etwas mehr als 510 t Gold nach Moskau gelangt, fast ausschließlich in 16 verschiedenen Münzsorten. Sie hatten ein Feingewicht von 460,5 t und ihr Gegenwert entsprach damals 518 Millionen US-Dollars. In der Zeit vom 16. Februar bis 23. April 1937 wurden sechs Verkäufe getätigt. Die Aufträge unterzeichneten Largo Caballero und Negrín gemeinsam. Spätere Aufträge unterschrieb Negrín alleine, da er ab dem 17. Mai als Ministerpräsident sowie als Finanz- und Wirtschaftsminister die alleinige Verantwortung trug. Als Francisco Méndez Aspe das Ministerium am 5. April 1938 übernahm, wurde der letzte Verkaufsauftrag, der 19. vom 28. April 1938, von beiden unterzeichnet. Ein Auftrag vom 15. September 1937 konnte nur dank der noch existierenden Feingoldbestände ausgeführt werden, die durch frühere Schmelzungen von Münzgold in Feingold vorhanden waren. Mit ihrem Gegenwert in Devisen bezahlte die Republik die erste sowjetische Militärhilfe. Der Rest wurde auf die unter sowjetischer Kontrolle stehende Banque Commerciale pour l’Europe du Nord in Paris transferiert. Von dort aus wurden die Devisen zur Begleichung von Kriegs- und Nichtkriegs-Güterimporten verwendet, die weder durch Exporte noch auf andere Weise beglichen werden konnten. Die fehlenden Gold- und Devisenreserven zwangen die Regierung der Republik, immer mehr Banknoten ohne entsprechende Edelmetall-Deckung zu emittieren. In dem von ihr kontrollierten Gebiet betrug am 30. April 1938 der Wert der ausgegebenen Banknoten 12.754 Millionen Peseten. Dies entsprach einem Zuwachs von 265,8 % gegenüber dem Umlauf von 3.486 Millionen Pesetas am 17. Juli 1936. Im nationalistisch kontrollierten Gebiet waren zu diesem Zeitpunkt etwa 2.000 Millionen Pesetas im Umlauf. Während die Preise im nationalistisch kontrollierten Gebiet lediglich um 40 % stiegen, explodierten sie in den republikanischen Gebieten um bis zu 1.500 %. Auch international fiel der Wert der „peseta republicana“ kontinuierlich. In Paris notiert sie:16) im Januar 1937: 0,863 Francs, im Januar 1938: 0,322 Francs, im Mai 1937: 0,724 Francs, im Mai 1938: 0,232 Francs, im September 1937: 0,520 Francs, im September 1938: 0,164 Francs, im Dezember 1937: 0,357 Francs, im Dezember 1938: 0,091 Francs. Ihr Wertverlust an den europäischen Börsen war sehr viel größer als die der „peseta nacional“: Ende 1938 erreichte sie 97,56 % gegenüber 27,2 % der Letzteren.17) Ein Vergleich des Kurses der republikanischen zur nationalen Peseta an der Pariser Börse ergibt folgendes Bild: Im Januar 1937 betrug der Wert der republikanischen Peseta noch 66 % der nationalen Peseta, im März 64 %, im Juni 42 %, im Januar 1938 noch 20 %, im Juni 17 %, im Oktober 15 % und schließlich im Dezember nur noch 9 %.18) Die Sitzverlegung der Banco de España im September 1937 von Valencia nach Barcelona dokumentieren auch drei weitere Banknoten, die jedoch nicht mehr zur Ausgabe gelangten. Da der Seeweg unterbrochen war, lieferte Thomas de la Rue die bestellten Banknoten zu 100 Pesetas mit dem Emissionsort Barcelona und dem Emissionsdatum vom 11. März 1938 an die Filiale der Banco de España in Paris. Auf dem Landweg wurden die Noten dann nach Barcelona gebracht. Hier trafen die ersten am 21. Juni 1938 ein. Wie üblich zeigt auch diese Note ein Brustbild, dieses Mal die Büste der Dame von Elche sowie ein phönizisches Segelschiff. Die Darstellung der Huerto del Cura (Palmgarten in Elche) nimmt die Rückseite ein. Die von der Madrider Druckerei Gráficas Reunidas hergestellten 100-Pesetas-Noten mit Datum vom 15. August 1938 wurden ebenfalls in Barcelona eingelagert. Nach dem rückseitigen Aufdruck „Provisional y Valedero por dos Años“ sollte sie nur zwei Jahre gültig sein. Der Einzug der Nationaltruppen in Barcelona am 28. Januar 1939 verhinderte die Ausgabe der „Barcelona“-Noten und führte zu ihrer vollständigen Vernichtung. Zur Deckung der beiden Noten zu 100 Pesetas diente die nicht ausgegebene Note zu 1000 Pesetas vom 25. April 1931. Die zunehmende Inflation zwang die republikanische Notenbank, Banknoten mit höherem Nennwert in Auftrag zu geben. Von den 2 Millionen bei Bradbury & Wilkinson bestellten 5000-Pesetas-Banknoten (11. Juni 1938) wurden vermutlich 1.320.000 nummerierte Geldscheine an die Filiale in Paris geliefert, wo sie nach Kriegsende vernichtet wurden. Von dieser Note sind nur wenige „Specimen“ erhalten. Auf der Vorderseite Selbstbildnis des Malers Mariano Fortuny (1838–1874) und auf der Rückseite sein Gemälde „La Vicaría“ (Das Pfarrhaus). Nach der Einnahme Madrids durch Francos Truppen am 28. März 1939 brach der Widerstand der republikanischen Verbände endgültig zusammen und wenige Tage später war das ganze Land in der Hand der Putschisten. Geldpolitisch hatte dies weitreichende Folgen. Übernacht wurde das Geld der Republik ungültig. Die Banknoten der Banco de España mit Ausgabeort Madrid mussten gegen Quittung abgeliefert werden. Ein Umtausch in Noten der Banco de España mit Ausgabeort Burgos erfolgte nicht. Fortsetzung folgt … Uwe Bronnert Anmerkungen: Angaben nach FILABO (Hrsg.), Enciclopedia de Billetes de España,Tomo II, Secunda Edición, Sant Joan Despí (Barcelona) 2006. EDIFIL (Hrsg.), Catálogo Especializado de Billets de España, 3a edición, Madrid 2002. Banco de España (Hrsg.), Los Billetes del Banco de España 1782-1979, 3a edición, Madrid 1979. FILABO. Vgl. Josep M. Bricall, Die spanische Wirtschaft, in: Der Spanische Bürgerkrieg, Eine Bestandsaufnahme von Manuel Tuñón de Lara, Julio Aróstegui, Ángel Viñas, Gabriel Cardona und Josep M. Bricall, Frankfurt am Main 1987, S. 566 ff. José M. Santacreu Soler, La Crisis Monetaria Española de 1937, Moneda y Municipios en la Provincia de Alicante durante la Guerra Civil Española, Universidad de Alicante 1988, S. 34. Ebenda. Zum Design der spanischen Banknoten siehe: SAFEI Inversiones y Estudios Financieros, S.A. (Hrsg.), La Peseta y el Arte, imágenes en billetes anteriores al euro, Madrid 1999. Gonzalo Jiménez de Cisneros, später Francisco Kardinal Jiménez de Cisneros (1436 – 1517) war seit 1495 Erzbischof von Toledo und Großinquisitor, inquisidor general de Castilla. Ferdinand el Santo, genannt der Heilige (1199 – 1252 in Sevilla) war als Ferdinand II. König von Kastilien und ab 1230 als Ferdinand III. König von Kastilien und León. Wegen seiner Verdienste um den katholischen Glauben wurde er 1671 von Papst Klemens X. kanonisiert. Gonzalo Fernández de Córdoba y Aguilar (1453 – 1515) war ein spanischer General und Staatsmann im Dienste der „Katholischen Könige“. Das Dekret scheint nicht den erhofften Erfolg gehabt zu haben, denn der Einzug der Silbermünzen wurde am 19. Januar 1937 und am 23. Februar 1937 nochmals angeordnet. Diese Notgeldausgaben werden in einer Anzahl von Katalogen gelistet. Hier eine Auswahl: Kenneth Graeber, Local Paper Money issued during th Spanish Civil War, Paper Money of the 20th Century, IBNS 1978. Andreu Garí Berges und Juan Montaner Amorós, Catálogo de Billetes Municipales de España, Emisiones de la Guerra Civil 1936 – 1939, 2a Edición, Ampliada y corregida, o. O. und Jahr. Antoni Turró I Martínez, El Paper Moneda del País Valencià 1936-1939 (I alters signes monetaris emesos durant la Guerra 1936 – 1939), Catàleg General Històrico-Descriptiu, Catarroja – Barcelona – Palma 1995. Antoni Turró I Martínez, Les Emissions Monetàries Oficials de la Guerra Civil 81936-1939), I: Andorra, Illes Balears I Catalunya (Generalitat i Locals), Barcelona 2007. Josep M. Bricall, S. 572. S. Juan Bta. Miró Agulló, El Sello Moneda de la República, Monografía del Sello Moneda durante la Guerra Civil 1936-1939, Alcoy Febrero 2008. Ángel Viñas, Der internationale Kontext, in: Der Spanische Bürgerkrieg, S. 234 f. Das Komitee war ein vom französischen Präsidenten Albert Lebrun ins Leben gerufener internationaler Ausschuss, der die europäischen Großmächte von einem Eingreifen in den Spanischen Bürgerkrieg abhalten sollte. Dem Ausschuss gehörten Vertreter Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands, Italiens, der Sowjetunion und 22 weiter Staaten an. Er trat am 9. September 1936 erstmals in London zusammen. Er war Teil der Appeasement-Politik gegenüber Hitler und Mussolini. Das Komitee verhinderte nicht, dass das Deutsche Reich und Italien militärisch Franco unterstützen und die Sowjetunion die Republik, während Großbritannien und Frankreich strikte Neutralität verfolgten. Der Nichteinmischungsausschuss tagte ausdauernd, ergebnislos und erfolglos. In seiner dreißigsten Sitzung am 19. Mai 1939 stellte der Ausschuss fest, dass die Feindseligkeiten beendet seien. Nach Antoni Turró i Martínez, El Paper Moneda del País Valencià 1936 – 1939, S. 20. Andere Autoren nennen noch höherer Wertverluste. S. José Ramón Gracía Gandía, Guerra y Moneda, La Fábrica Nacional de Moneda y Timbre en Aspe, VIII Premio de Investigación Manuel Cremades 2010, Ayuntamento de Aspe, S. 51. Josep M. Bricall, S. 570 f.

  • Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder, Neuauflage in Farbe in Vorbereitung

    Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948 Die Banknoten und Notgeldscheine der deutschen Länder, Provinzen und Bezirke 3. Auflge 2022 ca. 750 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Format 14,8 cm x 21 cm, Broschur, ISBN: 978-3-86646-581-7 Preis: 59,80 Euro Erscheinungstermin: Anfang November 2022 Zum Inhalt Der reich und erstmals komplett farbig bebilderte Spezialkatalog umfasst die Geldscheine der privaten Notenbanken, der Ländernotenbanken, der Landesregierungen sowie der Provinzial- und Bezirksverwaltungen der deutschen Länder von der Reichsgründung 1871 bis hin zu den Notausgaben nach dem Zweiten Weltkrieg. Aufgenommen wurden auch die überregional gültigen Ausgaben von Handels- und Landwirtschaftskammern. Bis auf die Ausgaben der Ländernotenbanken, handelt es sich bei den allermeisten Ausgaben um Ländernotgeld aus der Zeit der deutschen Inflation. Alle Ausgaben und Varianten sind ausführlich beschrieben und mit aktuellen Marktpreisen bewertet. Erläuterungen zur Geschichte der Länder und Provinzen bieten nützliche Hilfestellungen zum historischen Kontext. Bitte um Unterstützung Ziel ist es, möglichst alle aufgenommenen Ausgaben farbig mit Vorder- und Rückseiten abbilden zu können. Hierzu müssen von allen Scheinen neue Scans gefertigt werden, weil die von der ersten Auflage von 1999 nur in Schwarzweiß vorliegen und auch die zweite Auflage von 2006 nur in Schwarzweiß erschien. Alle Scheine aus der eigenen Sammlung sind bereits gescannt, doch niemand kann alle im Katalog verzeichneten Scheine und Varianten haben, auch ich als Autor nicht. Darüber hinaus liegen mir weitere Farbabbildungen vor, die im Laufe der Zeit angefertigt wurden. Ich würde mich freuen, wenn Leser das Projekt durch Bereitstellung von Abbildungen unterstützen würden. Gerne können sich Sammler per E-Mail an mich wenden, wenn sie Abbildungen seltener Scheine bereitstellen möchten. Ich kann bei gegebener Zeit eine Liste der Scheine veröffentlichen, von denen noch Abbildungen fehlen. Unabhängig von den Abbildungen freue ich mich natürlich auch über alle belastbaren Korrektur- und Ergänzungsmeldungen, die ich gern bei der Überarbeitung berücksichtige. Auch begründete Vorschläge für die zu aktualisierenden Katalogpreise sind willkommen. Wie bei meinen Publikationen üblich, werden alle Unterstützer in einer Danksagung im Buch erwähnt und ab einem gewissem Umfang der Unterstützung gibt es auch signierte Freiexemplare. Email: info@geldscheine-online.com Hans-Ludwig Grabowski

  • Congratulations Queen Elizabeth II.

    In diesen Tagen feierte Großbritannien und das Commonwealth of Nations das Platinjubiläum von Königin Elisabeth II. Es ist das erste Mal, dass ein britischer Monarch ein Platinjubiläum auf dem Thron beging. Elisabeth II. wurde am 21. April 1926 als Elizabeth Alexandra Mary Windsor in Mayfair, London geboren. In den 1930er Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann Prinz Philip von Griechenland und Dänemark kennen, dessen Mutter aus dem Haus Battenberg stammte. Sie heirateten am 20. November 1947 in der Westminster Abbey, am 14. November 1948 wurde ihr erstes Kind, Prinz Charles, geboren und am 15. August 1950 folgte Prinzessin Anne. Nach dem Tod ihres Vaters König Georg VI. am 6. Februar 1952 trat sie das Thronerbe an. Die Krönung fand dann am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey statt. Bei der Zeremonie waren rund 8.000 Gäste anwesend und 300 Millionen Zuschauer in der ganzen Welt verfolgten das Ereignis in dem noch neuen Medium Fernsehen. Ihre Herrschaft ist von bedeutenden politischen Umwälzungen geprägt: Entkolonialisierung des Britischen Weltreichs, der Kalte Krieg, der Nordirlandkonflikt und sowohl der Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Union als auch der Brexit. Trotz zunehmender Kritik der Massenmedien an der Königsfamilie und wachsender Zustimmung zur republikanischen Staatsform – insbesondere in Australien – genießt die Monarchie unter Königin Elisabeth II. weiterhin breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Queen Elizabeth ist derzeit nicht nur das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und den britischen Überseegebieten (z. B. Bermuda, Falkland-Inseln, Gibraltar, St. Helena …), sondern auch von 14 weiteren, als Commonwealth Realms bezeichneten souveränen Staaten (Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Salomonen und Tuvalu) einschließlich deren Territorien und abhängigen Gebieten. Darüber hinaus ist sie das Oberhaupt des 54 Staaten umfassenden Commonwealth of Nations, Lehnsherrin der britischen Kronbesitzungen (Guernsey, Jersey und der Isle of Man) sowie weltliches Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche von England. Während ihrer Regentschaft variierte die Zahl der Commonwealth Realms, da die meisten britische Kolonien ihre Unabhängigkeit erlangten und mehrere dieser Staaten sich zu Republiken erklärten. Daher war Elisabeth II. zeitweilig auch Königin von Barbados, Ceylon, Fidschi, Gambia, Ghana, Guyana, Hongkong, Kenia, Malawi, Malta, Mauritius, Nigeria, Pakistan, Sierra Leone, der Südafrikanischen Union, von Tanganjika, Trinidad und Tobago sowie Uganda. Seit mehr als 70 Jahren findet sich weltweit das Konterfeit Queen Elizabeth II. auf Geldscheinen. Özgür Honça führt in seinem 2021 im Selbstverlag erschienen „Catalog of Queen Elizabeth II Paper Money“ 1.728 verschiedene Noten auf. Damit dürfte sie die meist abgebildete Person auf Geldscheinen sein. Je nach zählweise gaben mehr als 30 Länder bzw. Ausgabestellen Noten mit ihrem Bildnis aus. Natürlich hat sich die Darstellung der Königin im Laufe der Jahre mehrfach verändert. Mehr als 30 verschiedene Kopf- und Brustbilder wurden dabei verwendet; einige nur bei einer Emission, andere gleich dreizehnmal. Weiyi Cai und Adam Taylor veröffentlichten unter dem Titel „The evolution of Queen Elizabeth II, as shown by banknotes“ in „The Washington Post“ 2015 eine Übersicht der bis dahin verwendeten Bildnisse der Königin. Abb. 1: The evolution of Queen Elizabeth II, as shown by banknotes. Erstmals begegnet uns Elisabeth auf einer 20-Dollars-Note der Bank of Canada, die am 11. März 1935 emittiert wurde. Sie zeigt die achtjährige Prinzessin. Die Banknote wurde in zwei Ausführungen ausgegeben: mit englischem bzw. mit französischem Text. Die Aufnahme des Originalporträts stammt von Marcus Adams, dem offiziellen Fotografen der königlichen Kinder. Edwin Gunn, der bei der Canadian Banknote Company Ltd. beschäftigt war, besorgte die Gravur der Druckplatten. Abb. 2: Bank of Canada, 1935, 20 Dollar, Vorderseite. Prinzessin Elizabeth im Alter von acht Jahren. Damals konnte noch niemand ahnen, dass dieses Kind eines Tages Königin sein würde, denn sie stand „nur“ an dritter Stelle der Thronfolge. Bereits kurze Zeit nach der Thronbesteigung gaben verschiedene Emittenten Geldscheine mit der Abbildung der neuen Königin aus. Die Bank of Canada beauftragte die British American Bank Note Company mit dem Druck einer neuen Banknoten-Serie, bestehend aus den Nominalen 1, 2, 5, 10, 20, 100 und 1000 Dollars. Alle Noten zeigen das Porträt der jungen Königin. Es basiert auf einem Foto des kanadischen Fotografen Yousuf Karsh und wurde 1951, ein Jahr vor der Thronbesteigung, während eines Fototermins aufgenommen. Viele Fotos zeigen die spätere Königin mit einem Diadem. Die Bank of Canada wählte für ihre Banknotenserie von 1954 jedoch ein Foto aus, das sie ohne Diadem zeigt. Auffallend ist auch die Halskette aus Diamantenblüten und -blättern, einem Hochzeitsgeschenk des Nizam von Hyderabad und Berar. Entworfen wurde die Serie von George Gundersen. Die Scheine sorgten für Aufregung. Aufmerksame Betrachter meinten, auf ihnen eine Teufelsfratze zu erkennen. Deutlich ist im Haar der Königin rechts neben ihrem linken Ohr eine große Nase, der Schatten einer dicken Lippe und zwei wulstige Augenbrauen zu sehen. Die Bank ließ bei den späteren Ausgaben die Zeichnung des Haars überarbeiten. Abb. 3.1: Bank of Canada, 1954, 20 Dollar, Vorderseite. Queen Elizabeth im Alter von 25 Jahren. Die Noten wurden unter dem Namen „Devil’s Face“ bekannt. Abb. 3.2: Der rote Ausschnitt zeigt die Teufelsfratze. Dorothy Wilding war die erste Frau, die zum offiziellen königlichen Fotografen ernannt wurde. Von ihr stammen fast alle Porträts der jungen Königin, die bei den Geldscheinen der folgenden Jahre verwendet wurden. Das Foto aus dem Jahr 1952 zeigt die junge Queen mit dem Staatsdiadem Georgs IV. auf dem Kopf. Diese Darstellung wurde bis in die 1970er Jahre auf Banknoten vieler Ländern verwendet. Die Krone wurde 1820 für König Georg gefertigt. Der Gold- und Silberrahmen mit einer Höhe von 7,5 Zentimetern und einem Durchmesser von 19 Zentimetern ist mit 1.333 Diamanten mit insgesamt 320 Karat (64 g) verziert, darunter ein gelber Diamant mit vier Karat. Anstelle der heraldischen Lilie, die normalerweise auf britischen Kronen zu sehen ist, hat das Diadem vier Blumensträuße aus Rosen, Disteln und Kleeblättern, die Blumensymbole von England, Schottland und Irland, abwechselnd mit vier Kreuzen auf der Oberseite der Basis. Es wurde von jeder Königin und Königlichen Gemahlin ab Königin Adelaide, der Frau von William IV., getragen. Königin Elisabeth II. trug das Diadem in der Prozession zu ihrer Krönung im Jahr 1953, desgleichen bei der Prozession der jährlichen Eröffnung des Parlaments. Abb. 4: Government of Hongkong, 1. Juli 1959, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 5: Commonwealth of Australia, o. D., 1 Pound, Vorderseite. Die drei folgenden Beispiele zeigen weitere Porträtfotos der Fotografin, die auf Geldscheinen verwendet wurden: Abb. 6: Bank of Jamaica, 1960, 1 Pound, Vorderseite. Abb. 7: Bermuda Government, 1. Mai 1957, 5 Shillings, Vorderseite. Abb. 8: The Government of the Falkland Islands, 10. April 1960, 10 Shillings, Vorderseite. Während einige Darstellungen nur ein oder wenige Male verwendet wurden, wurde das Porträt nach einem Gemälde von Pietro Annigoni über viele Jahre bei einer größeren Zahl von Ausgaben genutzt. Das Government of Seychelles emittierte zwischen 1968 und 1972 seinen ersten vollständigen Banknotensatz (5, 10, 20, 50 und 100 Rupees). Diese Banknoten hatten die Fauna und Flora der Inseln zum Thema. Entworfen wurde die Serie von zwei britischen Banknoten-Gestalterinnen und die renommierte Wertpapierdruckerei Thomas De La Rue & Company Ltd. in London besorgte den Druck. Der Wert zu 50 Rupees sorgte für Aufregung. Auf der rechten Hälfte der Vorderseite ist die Queen nach einem Gemälde von Pietro Annigoni unmittelbar neben einer malerischen Strandkulisse mit Palmen abgebildet. Jedoch fiel niemanden an der Fertigung Beteiligten auf, dass die Palmwedel so angeordnet waren, dass deutlich das Wort „SEX“ zu lesen ist. Die Inselregierung entschied kurzerhand, die ausgegebenen Noten einzuziehen und durch neue weniger kontroverse Banknoten zu ersetzen. Heute sind diese "SEX-Noten" begehrte Sammelobjekte. Betrug ihr Wert bei Ausgabe ca. 3,50 Euro, so sind sie heute über 500 Euro wert. Abb. 9.1: Government of Seychelles, 1. Januar 1972, 50 Rupees, Vorderseite. Abb. 9.2: Der Ausschnitt zeigt deutlich das Wort „SEX“. Das Gemälde Annigonis wurde von insgesamt neun Emittenten genutzt. Abb. 10: Bank of Mauritius, o. D., 5 Rupees, Vorderseite. Abb. 11: East Caribbean Currency Authority, o. D., 20 Dollars, Vorderseite. Obwohl die folgenden drei Banknoten der Bank of England die Königin in ihren 30ern zeigen, wurde die erste Note 1960 ausgegeben, die zweite 1963 und die letzte sogar erst 1970. Zu diesem Zeitpunkt war Elizabeth bereits 49 Jahre alt. Als Vorlage dienten (in der Reihe ihrer Verwendung) Zeichnungen von Robert Austin, Reynolds Stone und Harry Eccleston. Abb. 12: Bank of England, o. D., 1 Pound, Vorderseite. Abb. 13: Bank of England, o. D., 10 Pounds, Vorderseite. Abb. 14: Bank of England, o. D., 10 Pounds, Vorderseite. Abb. 15: Cayman Islands Currency Board, 1974, 100 Dollars, Vorderseite. Abb. 16: Reserve Bank of New Zealand, o. D., 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 17: Bank of Canada, 1973, 1 Dollar, Vorderseite. Abb. 18: Reserve Bank of Australia, o. D., 1 Dollar, Vorderseite. 1977 feierte die Queen ihr Silberjubiläum. Zu dieser Zeit war sie 51 Jahre und ihr Konterfeit wurde auf den Banknoten dem Alter angepasst: Abb. 19: Isle of Man Government, o. D., 50 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 51 Jahren. Abb. 20: The State of Jersey, o. D., 20 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 52 Jahren. Abb. 21: Reserve Bank of Australia, o. D., 5 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 58 Jahren. Das am häufigsten verwendete Bild der älteren Königin auf Banknoten ist das Porträt, das Terry O'Neil als offizielles Foto 1992 im Buckingham Palace aufnahm. Abb. 22: Bank of England, o. D., 5 Pounds, Vorderseite. Abb. 23: Central Bank of Belize, 1. Februar 2009, 50 Dollars, Vorderseite. Abb. 24: Government of Gibraltar, 1. Juli 1995, 50 Pounds, Vorderseite. Die Queen im Alter von 66 Jahren. Anlässlich des 50. Thronjubiläums der Königin 2002 gab die Royal Bank of Scotland plc eine 5-Pounds-Gedenknote aus. Sie zeigt auf der Rückseite ein Alters- und ein „Jugend“-Porträt der Königin. Die Auflage der Note betrug 2 Millionen Stück. Abb. 25: Royal Bank of Scotland, o. D., 5 Pounds, Rückseite. Im September 2016 informierte die Bank of England die Öffentlichkeit darüber, dass die Briten künftig mit Banknoten aus Kunststoff zahlen würden. Als erster Wert wurde das Nominal zu 5 Pounds ausgegeben. Er bildet auf der Vorderseite Königin Elisabeth und auf der Rückseite Ex-Premierminister Winston Churchill ab. Auf ihrer Internetseite erläuterte die Notenbank die Vorteile, die sich aus der Verwendung von Polymer-Kunststoff bei der Herstellung der Noten ergeben würden. Sie seien sauberer, sicherer und hätten eine viel längere Lebensdauer als herkömmliche Papierscheine. Schon wenige Wochen später forderten etwa 135.000 Personen im Namen von Veganern, Vegetariern und Religionsgemeinschaften in einer Online-Petition von der Bank, die Ausgabe der Scheine zu stoppen, da Recherchen ergeben hätten, dass bei der Herstellung des Kunststoffs Schweinefett verwendet würde. Einzelne Läden kündigten an, die neuen Scheine nicht zu akzeptieren. Die Bank of England bestritt die Aussage keineswegs, hielt aber trotz der Kritik an ihren neuen Fünf-Pfund-Noten fest. Die Kosten, um sie zu ersetzen, seien zu hoch. Außerdem sei die Versorgung mit Bargeld gefährdet, würden die Scheine nun aus dem Verkehr gezogen. Auch die Einführung einer neuen Zehn-Pounds-Note fand wie geplant statt. Die Bank versprach aber bei der neuen Note zu 20 Pfund über die Lösung des Problems nachzudenken. Abb. 26: Bank of England, o. D., 5 Pounds, Vorderseite. Im Folgenden werden noch einige Beispiel mit Altersporträts der Queen gezeigt. Abb. 27: Reserve Bank of Fiji, o. D., 5 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 73 Jahren. Abb. 28: States of Jersey, o. D., 50 Pounds, Vorderseite. Abb. 29: Bank of Canada, o. D., 20 Dollars, Vorderseite. Abb. 30: States of Jersey, (2012 – anlässlich des 60. Thronjubiläums), 100 Pounds, Vorderseite. Abb. 31: Bank of Canada, o. D., 20 Dollars, Vorderseite. Die Queen im Alter von 85 Jahren. Abb. 32: HM Government of Gibraltar, 21. August 2020, Vorderseite. Abschließend ist festzustellen, dass die Kopf- und Brustbild-Darstellungen der Königin bei Emission der Wertzeichen häufig nicht ihrem tatsächlichen Alter entsprachen. Einzelne Abbildungen wurden sogar Jahrzehnte verwendet. Uwe Bronnert Abbildungsverzeichnis Wenn nicht anders angegeben, stammen die Abbildungen aus der Online-Verkaufsliste der Firma Worbes in Berlin Abbildungen 1, 6, 10, 15, 19, 20, 21, 24, 27, 30, 31: https://www.awesomeinventions.com/banknotes-queen-elizabeth-ii-age-progression/ Abbildung 25: Hans-Ludwig Grabowski u. Josef Gerber: Gedenkbanknoten der Welt, Katalog mit aktuellen Bewertungen, Regenstauf 2011

  • Aus privaten Sammlungen: 10 Milliarden Mark des Giro-Verbands für Ost- und Westpreußen von 1923

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Während der Hochinflation 1923 gab neben dem Provinzialverband Ostpreußen auch der Giro-Verband für Ost- und Westpreußen eigene Notgeldscheine aus, die für die gesamte preußische Provinz Ostpreußen Gültigkeit besaßen. Verbandsvorsteher war der damalige Oberbürgermeister der ostpreußischen Hauptstadt Königsberg i. Pr., Hans Lohmeyer (1881–1968), dessen gedruckte Unterschrift sich auch auf den Scheinen findet. Mit Westpreußen im Namen des Giro-Verbands wird allerdings nur der bei Deutschland nach dem Versailler Vertrag verbliebene und Ostpreußen angeschlossene östliche Teil Westpreußens (Regierungsbezirk Westpreußen mit der Hauptstadt Marienwerder) und nicht die gleichnamige frühere preußische Provinz bezeichnet. Interessant ist, dass es sich zu Beginn um Überdruckausgaben handelt. Vorbereitet waren demnach Werte zu 500.000 sowie 1, 5 und 10 Millionen Mark mit Datum vom 22. August 1923, die aber so nie in Umlauf kamen, weil die Inflation sie längst überholt hatte. Die Scheine wurden dann provisorisch mit neuen Wertbezeichnungen zu 5, 10, 50 und 100 Milliarden Mark überdruckt und wahrscheinlich Anfang Oktober 1923 in den Verkehr gegeben. Mit Datum vom 30. Oktober bzw. 11. November 1923 gab der Giro-Verband dann noch neue Scheine zu 100 und 200 Milliarden bzw. 1 und 5 Billionen Mark aus. Alle Scheine des Giro-Verbands für Ost- und Westpreußen sind selten und gesuchte Sammlerstücke. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Ostpreußen, Königsberg i. Pr. Emittent: Giro-Verband für Ost- und Westpreußen Nominal: 10 Milliarden Mark Datierung: 22. August 1923 (altes Datum) Vorderseite: Provisorischer diagonaler roter Überdruck "10 Milliarden Mark" auf eine 1 Million Mark, Prägestempel mit Adler und Umschrift Rückseite: Emittent, Wertbezeichnung, Gültigkeitsvermerk und Straftext Format: 125 mm x 79 mm Material: Papier Wasserzeichen: Verschlungene Quadrate Nummerierung: C (Lit.) Nr. 49305 Authentizität: Original Zitate: OPR-30b (Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948) 23.32 (Karpinski: Ostpreussisches Papiergeld vom 19. Jahrhundert bis 1923) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Geld, Geldersatz und Prämienscheine im Konzentrationslager Stutthof

    Zur Geschichte des Lagers Am 3. April 1939 erteilte Hitler der Wehrmacht die Weisung, den „Fall Weiß“ („Polenfeldzug“) vorzubereiten. Damit rückte das kleine westpreußische Dorf Stutthof in den Blickpunkt der Geschichte. Zur Lösung der „polnischen Frage“ wollte die deutsche Seite nicht nur die Wiedereingliederung Danzigs in das Deutsche Reich, sondern auch den Anschluss aller vormals deutschen Gebiete, inklusive der ehemaligen preußischen Teilungsgebiete, und deren völlige Germanisierung durch „ethnische Säuberungen“ und Inhaftierung von „politisch unzuverlässigen Polen“ erreichen. Schon im Juli 1939 wurde hierzu ein Lager geplant, für das dann im August die Vorbereitungsarbeiten begannen. So konnte das Lager Stutthof bereits einen Tag nach Kriegsbeginn am 2. September 1939 eröffnet werden. Hier inhaftierte man nicht nur Polen, sondern auch Juden und Einwohner Danzigs.1) Bis zum Februar 1940 wurden jedoch die meisten Häftlinge aus der Region nach Neufahrwasser gebracht, und erst Ende 1939 wurden in Stutthof die ersten Häftlingsunterkünfte belegt.2) „Sonderlager Stutthof“ bei Danzig, Toreinfahrt des „Alten Lagers“ im Herbst 1941. Mit der Eingliederung des Reichsgaus Danzig-Westpreußen in das Deutsche Reich (überwiegend Gebiete der ehemaligen preußischen Provinz Westpreußen sowie des Freistaats Danzig) wuchs die Bedeutung von Stutthof, das u. a. als „Zivilgefangenenlager“, „Kriegszivilgefangenenlager“ sowie „Gefangen-Sammellager“ geführt wurde und bis 31. März 1941 der Kommandantur der Gefangenenlager in Danzig unterstand. Stutthof war ursprünglich also nicht als Konzentrationslager unter Leitung der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) geplant. Freie Stadt Danzig, Note der Bank von Danzig über 25 Gulden vom 2. Januar 1931. (Fotoarchiv des Verlags) Am 28. Mai 1941 hatte Himmler die Schaffung von sog. Arbeitserziehungslagern angeordnet. Der Inspekteur der Sicherheitspolizei in Danzig bestimmte das „Sonderlager Stutthof“ am 1. Oktober 1941 zu einem von vier Arbeitserziehungslagern im Reichsgau Danzig-Westpreußen. Konzentrationslager wurde Stutthof schließlich mit der Unterstellung unter die Inspektion der Konzentrationslager am 7. Januar 1942. Bereits am 10. Dezember 1941 hatte ein Vertreter der IKL Stutthof besichtigt und in seinem Bericht Pläne zum Ausbau des Lagers unterbreitet, wonach die Aufnahmekapazität auf 25.000 Häftlinge, davon 20.000 sowjetische Kriegsgefangene, erweitert werden sollte. Die Lagerwerkstätten wurden durch die SS-eigenen Deutschen Ausrüstungswerke (DAW) übernommen.3) Im Frühjahr 1940 hatte auch die Bewirtschaftung des Lagers begonnen, und bis 1941 wurden hauptsächlich Baracken für die SS und den Wirtschaftsbereich gebaut. Die Kommandantur zog in einem ehemaligen Alters- und Erholungsheim ein. Das bis 1941 entstandene Lager hatte noch vergleichsweise kleine Ausmaße. Von 1942 bis 1944 wurde dann neben dem „Alten Lager“ ein „Neues Lager“ errichtet und schrittweise ausgebaut. Die vom Wirtschaftsverwaltungshauptamt (WVHA) der SS ausgearbeiteten Pläne sahen Unterkünfte für 20.000 Häftlinge vor sowie DAW-Werkstätten, Waschräume, eine Großküche, ein Krematorium, Magazine und Kasernen für die SS-Wachmannschaften. Für die Realisierung der Baumaßnahmen wurde bis Ende 1943 eine Ziegelei gepachtet und den SS-eigenen Deutschen Erd- und Steinwerken (DESt) überlassen. Bis 1943 war der erste Abschnitt des „Neuen Lagers“ für 10.000 Häftlinge fertiggestellt. Daneben entstanden Baracken für Werkstätten der DAW, darunter eine Kürschnerei, eine Sattlerei, eine Weberei, eine Schneiderei und eine Fahrradreparaturwerkstatt. Bis Ende 1943 waren die letzten Baracken im „Neuen Lager“ bezogen. In einem Teil des „Alten Lagers“ waren weibliche Häftlinge untergebracht. Ende Oktober 1943 begann der Bau von Fabrikhallen, in denen Häftlinge für die Kriegswirtschaft arbeiten sollten. Die ersten beiden Hallen wurden im zweiten Halbjahr 1944 durch die Flugzeugwerke Focke-Wulf unter der Tarnbezeichnung „Holzbau AG“ belegt, die hier Teile für Jagdflugzeuge fertigen ließ. Im Frühjahr 1944 begann man mit dem Bau weiterer Baracken, doch als Ende Juni 1944 die ersten 2500 jüdischen Frauen aus Auschwitz eintrafen, war man noch nicht fertig. Es entstand ein sog. „Judenlager“, in dem aber auch polnische Frauen des Warschauer Aufstands interniert wurden. Die Ausbaupläne von 1943 konnten bis zum Ende des Lagers nicht mehr vollständig verwirklicht werden.4) Konzentrationslager Stutthof, erste Seite des Briefs eines polnischen Häftlings an seine Eltern, in dem er den Empfang von Geldsendungen bestätigt. Im Briefkopf befindet sich ein Auszug aus der Lagerordnung mit den Bestimmungen zum Briefverkehr und zu Geldsendungen. Der Poststempel auf dem Briefumschlag trägt das Datum vom 23. August 1942. Sämtlicher Briefverkehr war in den Lagern wegen der Zensur in Deutsch abzufassen, auch wenn es sich um ausländische Häftlinge handelte. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Vom 2. September 1939 bis Ende März 1940 waren in den Lagern der Region Danzig-Westpreußen (Neufahrwasser, Grenzdorf und Stutthof) zusammen mehr als 9.000 Personen inhaftiert gewesen. Ende Januar 1940 befanden sich in Stutthof 1.100 Gefangene. Stutthof blieb bis Ende 1942 hauptsächlich ein Lager für polnische Häftlinge, oftmals Angehörige des Widerstands, aus dem Reichsgau Danzig-Westpreußen. Mit der Übernahme durch das IKL veränderte sich auch die Häftlingsgesellschaft durch die Einbindung in das zentral geleitete System der Konzentrationslager. Bis Mitte 1944 kamen Transporte mit Häftlingen unterschiedlichster Nationalitäten aus Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Mauthausen, Neuengamme und Sachsenhausen nach Stutthof. Allein 3.000 Letten wurden im Lager registriert, die der lettischen Widerstandsbewegung angehörten oder einfach nur der lettischen Intelligenz, wie Professoren, Politiker, Ingenieure, Ärzte und Priester. Von Ende Juni bis Ende Oktober 1944 kamen fast 23.600 Häftlinge aus Auschwitz nach Stutthof, davon über 21.800 Frauen – meist Jüdinnen aus Ungarn, dem „Protektorat“, der Slowakei, Deutschland und anderen Ländern. In der zweiten Jahreshälfte 1944 dürften sich allein etwa 49.000 jüdische Häftlinge in Stutthof befunden haben.5) Mitte 1944 sprach der Chef der Amtsgruppe D des WVHA der SS, Richard Glücks, mit dem damaligen Lagerkommandanten von Stutthof, Theodor Meyer, die Einrichtung einer Gaskammer ab. Neben einigen polnischen Partisanen, die als erste vergast worden sind, und 77 sowjetischen Kriegsgefangenen sollen etwa 300 bis 400 jüdische Frauen, wahrscheinlich Kranke und Schwache, durch Gas erstickt worden sein. Als Ende Oktober/Anfang November 1944 infolge der dramatischen Überbelegung eine Typhusepidemie ausbrach, welche besonders viele Opfer im „Judenlager“ forderte, wurde das Morden in der Gaskammer eingestellt. Aus Stutthof gingen Transporte mit insgesamt über 11.100 jüdischen Häftlingen in andere Lager, aber auch zur Vernichtung nach Auschwitz.6) Hatten sich Anfang 1944 nur etwa 7.000 bis 8.000 Häftlinge im KL Stutthof befunden, so stieg deren Zahl durch den massenhaften Häftlingseinsatz in der Kriegswirtschaft, für den schließlich auch jüdische Häftlinge zugelassen wurden, bis Ende August 1944 auf mehr als 60.000 an. Bis dahin hatte man aber schon fast 9.000 jüdische Häftlinge zum Arbeitseinsatz in andere Lager überstellt. In Stutthof selbst hatten die meisten jüdischen Frauen keine Arbeit, sie waren zur Untätigkeit verurteilt. Nur etwa 3.000 von ihnen waren zur Hilfe in der Landwirtschaft eingesetzt, und einige im Lagerbetrieb. Diese Lage, die zum raschen psychischen und physischen Verfall der Frauen beitrug, änderte sich erst, als in der zweiten Jahreshälfte 1944 zahlreiche Außenlager entstanden, in denen schließlich insgesamt über 26.000 jüdische Häftlinge, darunter mehr als 23.600 Frauen, zur Arbeit eingesetzt wurden. Zur Optimierung des Arbeitseinsatzes von Häftlingen plante die SS die Einführung einer zentralen Häftlingskartei aller Konzentrationslager. Hierzu entstand im August 1944 in Stutthof eine Hollerith-Kartei mit etwa 80.000 Namen von Gefangenen mit mehr als 800 Berufen und Funktionen, die als Grundlage für die im Oktober 1944 eingeführten Richtlinien für den Arbeitseinsatz von Häftlingen in der Rüstungsindustrie und im Bauwesen diente.7) Als am 12. Januar 1945 die Rote Armee ihre Winteroffensive begann, fiel die Entscheidung, die östlichen Konzentrationslager Auschwitz, Groß-Rosen und Stutthof zu räumen. Bereits am 16. Januar wurde der „Fall Eva“ zur Evakuierung der gesamten Bevölkerung Westpreußens befohlen. Das schnelle Vorrücken der Front sorgte für hektische Endzeitstimmung. Am 23./24. Januar 1945 standen die sowjetischen Truppen bereits vor Elbing und Marienburg in nur noch etwa 50 Kilometer Entfernung vom Lager. In dieser Situation erwog man sowohl die Evakuierung der Häftlinge mittels Schiff nach Lübeck als auch die komplette Übergabe an den Feind. Schließlich erfolgte am 25. Januar 1945 der Befehl zur Räumung des Lagers in das 140 Kilometer entfernte pommersche Lauenburg. Die Auflösung der Außenlager hatte bereits Mitte Januar begonnen. Nach einer Meldung vom 24. Januar zählte das Stammlager einschließlich der noch existierenden Außenlager über 46.500 Häftlinge, davon rund 25.000 im Stammlager. Nach einer Selektion sollten nur die Kranken, Pflegepersonal sowie Häftlinge für den Lagerbetrieb zurückgelassen werden. Am 26. Januar verließen jedoch nur zwei Marschkolonnen mit 11.500 Häftlingen das Stammlager. Der Marsch wurde zum „Todesmarsch“ für viele Häftlinge. Die Straßen waren von Flüchtlingen verstopft, es gab kaum Verpflegung und nur mangelhafte Unterkunftsmöglichkeiten in dem eiskalten Winter. Man verteilte die Häftlinge schließlich auf verschiedene Außenlager, die im März 1945 in die Frontlinie gerieten. Nun plante man sie vielleicht über Gotenhafen auf dem Seeweg zu evakuieren, doch Gotenhafen war voll von heimatlos gewordenen Menschen und verwundeten Soldaten. Nach der Torpedierung des Flüchtlingsschiffs „Wilhelm Gustloff“ durch ein sowjetisches U-Boot, bei der etwa 9.000 Menschen umkamen, sollte der Name der Stadt traurige Berühmtheit erlangen. Am 9. und 10. März wurden die Häftlinge dann – teils in Lagern, teils auf dem Marsch – von der Roten Armee befreit. Im Stammlager selbst waren zahlreiche Häftlinge zurück geblieben. Am 30. Januar 1945 waren es fast 11.900, davon über 6.900 Frauen. Nach dem Abmarsch der zwei Kolonnen am 26. Januar war der Lagerbetrieb zusammengebrochen. Häftlinge aus der Effektenkammer und der Geldverwaltung verpackten das Lagerinventar sowie Kleidung und Schuhe. Erst ab Februar nahmen dann wieder wichtige Kommandos ihre Arbeit auf, so auch die Kantine und die Lagerküche. Im Februar kamen aber auch eine Vielzahl von Flüchtlingen aus Ostpreußen, die ihre einzige Rettung auf dem Weg in Richtung des vereisten Haffs gesucht hatten, sowie Fremdarbeiter auf der Flucht vor der Front und Wehrmachtsangehörige, die auf ihrem Rückzug bis an die Weichsel gekommen waren. Da das Lager von sowjetischen Flugzeugen angegriffen wurde, versuchte man sogar noch provisorische Bunker im nahen Wald zu bauen. Insgesamt waren nun 20.000 bis 40.000 Menschen im Lager, die in den teils verlassenen Baracken Schutz suchten. Schließlich versuchte man, auch weitere Häftlinge zu evakuieren. Nur wenige von ihnen konnten Westpreußen auf dem Seeweg verlassen. Da die sowjetischen Streitkräfte ihren Vorstoß auf Danzig und andere Stoßrichtungen konzentrierten, blieb das Lager in der schwer zugänglichen Landschaft der Weichselnehrung noch bis Ende April 1945 in Betrieb. Der letzte Evakuierungstransport verließ Stutthof am 27. April 1945. Ein Major der Wehrmacht, die das Haff noch bis zur bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reichs hielt, gab das Lager kurz vor Mitternacht am 8. Mai 1945 auf. Am 9. Mai trafen sowjetische Truppen ein, die neben 150 Häftlingen rund 20.000 Flüchtlinge aus Ostpreußen und Pommern sowie Kriegsgefangene aus verschiedenen Ländern vorfanden. Von den insgesamt 110.000 Häftlingen, die zwischen 1939 und 1945 in Stutthof waren, sind 63.000 bis 65.000 ums Leben gekommen, davon allein 21.500 auf Evakuierungsmärschen und auf Schiffen. Die Evakuierungsversuche überlebten am Ende nur 2.000 Häftlinge. Konzentrationslager Stutthof, Geldkartei des deutschen Häftlings Hermann Buche (Häftlings-Nummer 21214, geb. 20.11.1907, gest. 8.1.1944) aus dem Jahr 1943. Auffällig sind die regelmäßigen Zugänge und die Abgänge in stets gleicher Höhe zu 15 RM. Nach seinem Tod wurde das Restguthaben in Höhe von 137,50 RM am 13.3.1944 ausgebucht. In aller Regel wurde es an die Angehörigen überwiesen. (Archiv der Gedenkstätte Stutthof) Konzentrationslager Stutthof, Geldkartei des norwegischen Häftlings Leif Reu(f)sch Berg (Häftlings-Nummer 140, geb. 26.10.1907, entlassen 25.8.1944) von Ende Dezember 1943 bis August 1944. Das Restguthaben in Höhe von 5,28 RM wurde ihm am Tag seiner Entlassung ausgezahlt. (Archiv der Gedenkstätte Stutthof) Geld, Geldersatz und Prämienscheine In der Gedenkstätte Stutthof sind erstaunlich viele Unterlagen erhalten, darunter die Daten von etwa 85.000 ehemaligen Häftlingen und rund 300.000 Dokumente, wie Einlieferungsbücher, Transportlisten, Kommandanturbefehle, Häftlingsakten und Schriftverkehr der Lagerverwaltung.8) Dieser glückliche Umstand ist sicher auch dem bis in die letzten Kriegstage laufenden Lagerbetrieb zu verdanken. Vielleicht sind deshalb von Stutthof auch seltene Gutscheine erhalten geblieben, die in ihrer Art sonst nur noch vom Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in Form der dort verwendeten Waren-Wertkarten belegbar sind. Mit deren Einführung wurde in Ravensbrück die Auszahlung von Bargeld aus Häftlingsguthaben eingestellt. Mit den Abschnitten der nun, anstelle von Bargeld, ausgezahlten Waren-Wertkarten, konnte dann in der Lagerkantine eingekauft werden. Bis zur Einführung von Gut- und Prämienscheinen wurde mit dem Eigengeld der Häftlinge im KL Stutthof verfahren wie in den anderen Konzentrationslagern auch. Mitgebrachtes Geld wurde auf einer Karteikarte bei der Geldverwaltung eingetragen, und die Häftlinge konnten sich Bargeld durch Postanweisungen schicken lassen. Siehe hierzu auch den abgebildeten Brief eines Häftlings mit Auszug aus der Lagerordnung. Hatte man 1942 das Eigengeld der Häftlinge bar ausgezahlt, so wurden wahrscheinlich schon ab Mitte 1943 anstelle von Bargeld nur noch Gutscheine an die Häftlinge abgegeben. Da die Gefangenen in regelmäßigen Abständen über festgelegte Beträge aus ihren Guthaben verfügen konnten, meist waren dies 15 RM, führte man in Stutthof zwei verschiedene Nominale von Gutscheinen ein, und zwar zu 5 und 10 RM. Die Gutscheine enthielten unterschiedliche Wertabschnitte, die zusammen den Nennwert ergaben, und die beim Einkauf abgetrennt werden konnten. Siehe hierzu auch den im Katalogteil abgebildeten Gutschein zu 10 RM. Verfügte ein Häftling über Eigengeld, so konnte er sich dies in Form von Gutscheinen auszahlen lassen. Bei der Auszahlung wurden die Gutscheine mit einem aktuellen Datumstempel vom Tag der Auszahlung versehen. Die einzigen, bisher bekannten Belege aus dem Archiv des Museums Stutthof tragen Daten vom 24. August 1944 (5 RM) und 13. Januar 1945 (10 RM). Auf den Gutscheinen konnten sowohl Name als auch Häftlingsnummer des Eigentümers vermerkt werden. Wie in Ravensbrück, so erfolgte auch in Stutthof die Nutzung der Gutscheine parallel zu der von Prämienscheinen. Mit beiden Ersatzzahlungsmitteln konnte in der Kantine bezahlt werden. Nach dem Erlass der Prämienvorschrift der SS vom 15. Mai 1943 wurden auch im KL Stutthof Prämienscheine zur Prämierung von Arbeitsleistungen für Häftlinge eingeführt. Die erste bekannte Ausgabe stammt vom Juni 1943 mit einer Auflage von einer halben Million Stück zu 0,50 RM und einer Million Scheine zu 1 RM. Kleinere Auflagen folgten dann laut Druckvermerken im März und August 1944. Das Linienraster auf den Prämienscheinen war für den Eintrag der Häftlingsnummer vorgesehen. Der Druck sämtlicher Ersatzzahlungsmittel, Gutscheine wie auch Prämienscheine, erfolgte durch die Druckerei des „Wehrkreises XX“, der seinen Sitz in Danzig hatte. Alle Scheine tragen für ihre Gültigkeit einen Stempel „Akolt“ mit Dienstgrad Ober- bzw. Hauptscharführer (Feldwebel bzw. Oberfeldwebel). Richard Akolt leitete ab 1940 die SS-Kantinengemeinschaft im Lager Stutthof (anfänglich noch als Scharführer), und wurde nach dem Krieg zu drei Jahren Haft verurteilt, in der er 1948 starb. Gutscheine des K.L. Stutthof 5 Reichsmark (Reichsmark 5.–) Vorderseite: Wertabschnitte: 10 x 1, 6 x 5, 26 x 10, 4 x 25 und 2 x 50 RPf. = 5 RM sowie Stempel (Datum und Leiter der Kantinengemeinschaft „Akolt“), mit oder ohne handschriftlichem Namen und Häftlingsnummer Entwurf: unbekannt Format: ca. 115 mm x 100 mm Umlauf bis: April 1945 Wz: Karton braun, ohne Wz Druck: Wehrkreisdruckerei XX Druckvermerk: Wehrkreisdruckerei XX KN: ohne Datum: ohne Datum (1943?) Auflage: unbekannt 10 Reichsmark (Reichsmark 10.–) Vorderseite: Wertabschnitte: 10 x 1, 6 x 5, 16 x 10 und 16 x 50 RPf. = 10 RM sowie Stempel (Datum und Leiter der Kantinengemeinschaft „Akolt“), mit oder ohne handschriftlichem Namen und Häftlingsnummer Entwurf: unbekannt Format: ca. 115 mm x 100 mm Umlauf bis: April 1945 Wz: Karton gelblich, ohne Wz Druck: Wehrkreisdruckerei XX Druckvermerk: Wehrkreisdruckerei XX KN: ohne Datum: ohne Datum (1943?) Prämienscheine des KL Stutthof Da die Gestaltung der Prämienscheine beibehalten wurde, werden die ausgegebenen Werte mit den bekannten Druckvermerken als Varianten aufgeführt. Von Außenlagern sind keine besonderen Ausgaben bekannt, ebenso keine diesbezüglichen Abstempelungen. 50 Reichspfennig (RM. 0,50) Vorderseite: Lagername, und Wertbezeichnung, mit oder ohne Namensstempel „Akolt“ Rückseite: unbedruckt Entwurf: unbekannt Format: ca. 74 mm x 52 mm Umlauf bis: April 1945 Wz: Karton grauweiß bis gelblich, ohne Wz Druck: Wehrkreisdruckerei XX KN: ohne a) o.D. (06/1943) Auflage 500.000 Stück Druckvermerk: KL ST (für Konzentrationslager Stutthof) 1/2-6-43 b) o.D. (03/1944) Auflage 5000 Stück Druckvermerk: Wehrkreisdruckerei XX 760 5000 3/44 c) o.D. (08/1944) 5000 Stück Druckvermerk: Wehrkreisdruckerei XX 2626 5000 8/44 1 Reichsmark (RM. 1.–) Vorderseite: Lagername, und Wertbezeichnung, mit oder ohne Namensstempel „Akolt“ Rückseite: unbedruckt Entwurf: unbekannt Format: ca. 74 mm x 52 mm Umlauf bis: April 1945 Wz: Karton rot, ohne Wz Druck: Wehrkreisdruckerei XX KN: ohne a) ohne Datum (06/1943) 1000.000 Stück Druckvermerk: KL ST (für Konzentrationslager Stutthof) 1-6-43 b) ohne Datum (03/1944) 10.000 Stück Druckvermerk: Wehrkreisdruckerei XX 760 10000 3/44 c) ohne Datum (08/1944) 20.000 Stück Druckvermerk: Wehrkreisdruckerei XX 2626 20000 8/44 Raucherkarten Vom KL Stutthof existiert in einer polnischen Privatsammlung auch eine Raucherkarte für Häftlinge, ähnlich wie sie in Auschwitz verwendet wurden. Leider hat dem Autor kein Vergleichsstück vorgelegen, so dass derzeit keine weiterführenden Angaben möglich sind. Das Thema bietet insgesamt noch ausreichend Forschungsmöglichkeiten für Sammler und Historiker. Hans-Ludwig Grabowski Anmerkungen Danuta Drywa, Die Entstehung des KZ, in: Stutthof – Stammlager, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof, S. 477 – 480. Danuta Drywa, Organisation und Bau des Lagers, in: Stutthof – Stammlager, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof, S. 481. Siehe Anmerkung 1). Siehe Anmerkung 2), S. 480 – 486. Danuta Drywa, Die Häftlingsgesellschaft, in: Stutthof – Stammlager, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof, S. 494 – 499. Danuta Drywa, Die Sonderaktionen, in: Stutthof – Stammlager, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof, S. 499 – 502, sowie: Danuta Drywa, Existenzbedingungen der Häftlinge, in: Stutthof – Stammlager, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof, S. 504 – 505. Danuta Drywa, Häftlingsarbeit – Das KZ Stutthof als Wirtschaftsbetrieb, in: Stutthof – Stammlager, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof, S. 508 – 514. Danuta Drywa, Häftlingsarbeit – Die KZ-Gedenkstätte, in: Stutthof – Stammlager, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof, S. 521 – 522. Literaturempfehlung Hans-Ludwig Grabowski: Das Geld des Terrors Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Gettos 1933 bis 1945. Mit Dokumenten aus der Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. Hardcover: 456 Seiten Format: 17 x 24 cm ISBN: 978-3-86646-040-9 Preis: 19,90 Euro Mit dem totalen Krieg und dem massenhaften Einsatz von Häftlingen als Arbeitssklaven – vor allem in der Rüstungsindustrie – erreichte die Verwendung von Geldersatz in den Lagern und Gettos des Dritten Reichs ihren Höhepunkt. Schon zuvor hatte es spezielle Zahlungsmittel gegeben, doch nahmen die sogenannten Prämienscheine, die dann in fast allen Konzentrationslagern benutzt wurden, um Gefangene aus ganz Europa zu immer höheren Leistungen zu motivieren, eine herausragende Stellung ein. Die Rolle von Geld und Geldersatz in den Lagern und Gettos wird nun erstmals nicht nur in Form einer umfangreichen Katalogisierung behandelt. Im vorliegenden Band steht sie im Mittelpunkt einer ausführlicheren Arbeit zu den historischen Hintergründen und Fakten, die in dieser Form erstmalig präsentiert werden können. Als Grundlage für die längst überfällige Aufarbeitung dieses Kapitels der deutschen und internationalen Währungsgeschichte diente dem Autor nicht nur die bedeutende zeitgeschichtliche Sammlung des bekannten Berliner Sammlers und Forschers Wolfgang Haney. Zusammen mit historischen Belegen aus weiteren Sammlungen und Archiven konnten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden. Dadurch ist eine völlig neuartige Dokumentation zu einem wichtigen Baustein im System des nationalsozialistischen Terrors entstanden, die für überraschende Einblicke und erschütternde Momentaufnahmen aus den Erinnerungen von Zeitzeugen und der Bürokratie der Vernichtung sorgt. Als Anfang 1945 mit über 700.000 Häftlingen in deutschen Konzentrationslagern der Höhepunkt erreicht war, stand das System bereits vor dem Aus. Das Geld des Terrors blieb als stummes Zeugnis bis heute erhalten.

  • Lexikon: Druckfarben

    Die bei den frühen Geldscheinen verwendeten Farben unterschieden sich nicht von den allgemein verwendeten Druckfarben. Meist waren die Scheine einfarbig und auch nur einseitig bedruckt. Republik Frankreich, Domaines Nationaux: Assignat über 50 Livres vom 14. Dezember 1792, Druck einseitig. Die spätere Verwendung mehrerer Farben beim Geldscheindruck geschah nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch zur Erhöhung des Fälschungsschutzes. Das verdeutlicht vor allem das Farbzusammenspiel in den sog. Guilochen. Deutsches Reich, Königreich Bayern, Bayerische Notenbank: Note zu 100 Mark vom 1. Januar 1900, Vorder- und Rückseite. Die oft empfindlichen Farben bei älteren Scheinen lassen es ratsam erscheinen, sie nicht zu lange intensivem Licht (Sonnen- und künstlichem Licht) auszusetzen (Vorsicht bei Ausstellungen!), da sie sonst verblassen oder die Farben sich zersetzen können. Auch beim Waschen der Scheine ist Vorsicht geboten, vor allem sollte man kein chemisches Reinigungsmittel verwenden. Durch chemische Behandlung lassen sich die Farben älterer und moderner Geldscheine verändern, so dass beim Angebot sog. Farbvarianten oder Farbfehldrucke immer Vorsicht geboten ist. So wurden unter anderem schon US-Dollar-Noten mit blauer statt grüner Rückseite, österreichische 20-Schilling-Noten von 1967 mit grünem Unterdruck, deutsche Reichsbanknoten zu 50 Mark von 1920 in Blau statt Grün und Quittungen des jüdischen Gettos Litzmannstadt über 10 Mark von 1940 ebenfalls in Blau statt Grün angeboten. Alle diese Scheine erwiesen sich als chemische verfärbte Manipulationen zum Schaden der Sammler, die solche Stücke als vermeintliche Raritäten teuer gekauft haben. Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: chemisch manipulierte Note zu 50 Mark vom 23. Juli 1920, Vorderseite. Großdeutsches Reich, Getto Litzmannstadt: chemisch manipulierte Quittung zu 10 Mark vom 15. Mai 1940, Vorderseite. Um den Fälschern die Arbeit zu erschweren, verwenden in neuerer Zeit verschiedene Banknotendruckereien Spezialfarben, wie fluoreszierende Farben, die unter ultrviolettem Licht aufleuchten. Sie wurden oft auch nur für bestimmte Bereiche verwendet, so z.B. für die Nummerierung von deutschen Bundesbanknoten. Auch Aufdrucke in unsichtbarer und nur unter UV-Licht fluoreszierender Farbe wurden bekannt (z.B. Guatemala, Ausgaben ab 1958). Noten verschiedener schottischer Banken erhielten ab 1967 Strichmarkierungen in magnetischer Farbe, die das Sortieren der Noten erleichtert hat. Giesecke + Devrient: "Green Banknote", Vorderseite. Heute spielt neben der Fälschungssicherheit auch der Umweltschutz eine immer größere Rolle bei der Herstellung von Banknoten, so wurde die von der Firma Giesecke + Devrient 2021 entwickelte "Green Banknote" mit Farben auf der Basis pflanzlicher Öle hergestellt. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Sudan: Neues Höchstnominal angekündigt

    Am 6. Juni 2022 gab die Zentralbank von Sudan bekannt, mit einer Umlaufnote über 1000 Sudanesische Pfund ein neues Höchstnominal einzuführen. Grund für diese Maßnahme ist die Inflation: Im vergangenen Jahr erreichte die sudanesische Inflationsrate einen Spitzenwert mit 422,78 %. Zu den Sicherheitsmerkmalen der neuen Banknote zählt ein Wasserzeichen mit einem Vogel sowie der Wertzahl, eine Hibiskusblüte als kinetisches Hologramm und ein Motion-Fenstersicherheitsfaden. Kana Totsuka Abb. Sudan Telegraph

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 22

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 138 Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato S.p.A. Polygraphisches Institut und Staatliche Münze GmbH, Italien 5 Euro, Vorderseite: Kopf einer klassischen Statue, Interpretation des Aquädukts von Segovia; Rückseite: römisches Mosaik und klassischer Greif. 10 Euro, Vorderseite: Frauenporträt der französischen Romanik und romanische Stilelemente; Rückseite: Abtei von Cluny. 20 Euro, Vorderseite: Porträt eines Mannes aus der Zeit der Gotik und gotische Elemente; Rückseite: Elemente gotischer Architektur nach einem Palast in Venedig und dem Marburger Schloss. 50 Euro, Vorderseite: Frauenporträt aus der Zeit der Renaissance; Rückseite: Renaissance-Schloss. 100 Euro, Vorderseite: Porträt eines Mannes aus der Zeit des Barock und astronomisches Messgerät; Rückseite: Elemente einer Barockkirche. 200 Euro, Vorderseite: Frauenporträt aus dem späten 19. Jahrhundert und Straßenlaternen; Rückseite: Dampflokomotive und architektonische Stahlkonstruktionen. 500 Euro, Vorderseite: Kinderporträts aus dem frühen 20. Jahrhundert und Automobil; Rückseite: modernes Schulgebäude in Cergy-Pontoise in Paris. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

www.geldscheine-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page