Aus alten Zeitungen: Die Dörpumer Banknotenfälscher
- Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

- vor 20 Stunden
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Gefunden in: "Südschleswigsche Heimatzeitung" vom 23. Juli 1955

Die Dörpumer Banknotenfälscher
Heimliche Druckerei in einer entlegenen Schenke
Etwa auf dem halben Weg zwischen den Bauerndörfern Dörpum und Sönnebüll befindet sich das Gehöft "Glücksburg". Der frühere Name dieses Gehöftes war "Bankezettelkrog". Um 1790 baute ein Dörpumer sich an dem alten Ochsenweg eine kleine Kate auf, die im Volksmunde auch als "Telt" bezeichnet wurde. Dieser Katenbesitzer war vorher Krüger in Dörpum gewesen. Er war aber in wirtschaftliche Not geraten und hatte schließlich den Krug in Dörpum verkaufen müssen. Wahrscheinlich hat er in dieser Kate am Ochsenweg eine Schenke eingerichtet, in der er ohne Konzession an die vorüberziehenden Ochsentreiber Branntwein ausschenkte. Aber als auch dadurch seine wirtschaftlichen Verhältnisse sich nicht besserten, versuchte er es mit der Herstellung dänischer Banknoten.
Diese waren damals verhältnismäßig leicht nachzumachen, denn sie waren aus weißem Papier hergestellt und nur einseitig bedruckt.
Als nun der Banknotenfälscher in Hadersleben Pferde kaufte und diese mit dem selbstgemachten Gelde bezahlen wollte, wurde er entlarvt und wanderte ins Gefängnis. Der Dörpumer verkaufte später seine Kate am Ochsenweg an einen Dörpumer Bauern. Dieser brach 1804 das Haus ab und baute sich aus den Materialien ein größeres Haus am Ochsenweg auf. 1817 baute er sich noch eine Durchfahrt. Er erhielt auch Konzession. Die Wirtschaft wurde allgemein "Bankezettelkrog" genannt. Später gab der Besitzer ihr den Namen "Glücksburg", den sie heute noch trägt.


Die frühen Banknoten vom Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts waren oft auf einfachem Vorsatzpapier gedruckt, das bis heute von Druckereien und Buchbindereien genutzt wird. Der schlichte Schwarzdruck mit floralen Ornamenten war nicht schwer nachzuahmen. Dennoch konnten Fälschungen schon damals recht gut erkannt werden, wenn die Zeichnung und/oder der Textdruck vom Original abwich und das Papier eine andere Haptik aufwies.
Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
Anmerkung der Redaktion
Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen.
Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!



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