Aus alten Zeitungen: Geld vom lieben Gott
- Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

- vor 12 Minuten
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Gefunden in: einer Ausgabe des "Stern" aus dem Jahr 1953


Geld vom lieben Gott
Während der Abendandacht fand die Frau des stellungslosen Korbmachers Karl Haupt in der Kirchenbank der kleinen Dorfkirche von Hornrade [ Bild oben links] eine geheimnisvolle Banknote. "Vielleicht kommt das Geld vom lieben Gott", sagte sie sich und schob den Schein vorsichtig ins Gesangbuch. Zu Hause gab es dann Freudentränen. "Tausend Deutsche Mark" stand auf der Vorder- und Rückseite der Banknote [Bild unten]. Wer so viel Geld verlieren kann, hat genug davon, beschloß der eilig einberufene Familienrat. Karl Haupt wurde beauftragt, in der nahen Kreisstadt Rinteln mit der Banknote die Schulden der Familie in einem Textilkaufhaus zu bezahlen [Bild oben rechts]. Die Kassiererin stutzte: "Donnerwetter, ein Tausender! Gibt's die denn schon wieder?" Darauf der Korbmacher: "Ich habe ihn von einem Händler für Ware bekommen." Vorsichtshalber erkundigte sich die Kassiererin bei der Polizei. Dort zuckte man die Achseln. Der Direktor der Volksbank konnte erst von seinem Kassierer erfahren: "1000 DM-Scheine gibt es nicht."
Die Fachleute des Falschgelddezernats versuchen jetzt den Hersteller des Tausenders zu ermitteln.
Fotos: Seeliger/Basil
Was bei den Ermittlungen des Falschgeld-Dezernats herauskam, wissen wir nicht.
Das Foto des Tausenders lässt jedoch auf einen primitiv gedruckten oder gar handgezeichneten Schein schließen, der dem "Roten Hunderter" der Serie 1948 der Bank deutscher Länder nachempfunden wurde. Interessant ist die Bezeichnung "OPTIVA" statt "BANKNOTE" mittig oben. Hierbei könnte es sich um einen Firmennamen handeln.
Im Netz findet man jedoch nur eine modernes Softwareunternehmen aus Kanada unter diesem Namen. Vielleicht lohnt es sich, diesem Ansatz zu folgen, denn es könnte sich um die Werbenote einer Firma mit diesem Namen handeln. Ein Blick auf die Rückseite des Scheins wäre da sicher hilfreich gewesen, hätte aber womöglich die schöne "Story" entzaubert.
Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
Anmerkung der Redaktion
Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen.
Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!






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