Lexikon: Badische Bank

Die Badische Bank war im Mai 1870 gegründet worden. Ihre Konzession wurde am 25. März 1870 erstellt und die Eröffnung erfolgte am 1. Januar 1871, nur wenige Tage vor Gründung des Deutschen Reichs.

Trotz des Verzichts vieler Notenbanken auf ihr Recht zur Notenausgabe nach den einschneidenden Beschränkungen im Zusammenhang mit der Etablierungen der neuen einheitlichen deutschen Reichswährung Mark von 1875 gehörte sie 1906 zu den nur noch vier verbliebenen großen Länderbanken (Baden, Bayern, Sachsen und Württemberg), die ihr Notenrecht noch bis 1935 behielten. Alle anderen der ehemals 32 deutschen Notenbanken auf dem Gebiet der Reichsgründung, haben zuvor auf ihr Notenprivileg verzichtet.


Badische Bank: 100 Mark vom 1. Januar 1907, Vorder- und Rückseite.



Die Banknoten der Badischen Bank, wie auch der anderen drei verbliebenen Ländernotenbanken, waren neben denen der Deutschen Reichsbank im gesamten Reichsgebiet gültig.

Während der Zeit des Mangels an Großgeld (Mark-Beträge bis 100 Mark) unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg sowie in der Zeit der Vor- und Hochinflation 1922/1923 gab die Badische Bank Banknoten in Beträgen von 100 bis zu 100 Milliarden Mark aus.


Badische Bank: 100 Milliarden Mark vom 30. Oktober 1923, Vorder- und Rückseite.

Die letzte Banknotenausgabe der Badischen Bank stammt aus der Zeit nach der Stabilisierung der Währung und lautet auf 50 Reichsmark mit Datum vom Oktober 1924.


Badische Bank: 50 Reichsmark vom 11. Oktober 1924, Vorder- und Rückseite, entwertet.

Von der im Gesetz von 1875 festgelegten Kündigungsmöglichkeit des Notenrechts zum 1. Januar 1935 machte schließlich das Reichswirtschaftsministerium mit Wirkung zum 31. Dezember 1935 Gebrauch.

Die letzten deutsche Privatbanknoten wurden am 2. April 1936 ungültig.


Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Hans-Ludwig Grabowski

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