Münzabbildungen auf Geldscheinen
- Michael H. Schöne

- vor 2 Stunden
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Viele Sammler von Geldscheinen legen sich als Beiwerk gern Dinge ins Album, die mit Geldscheinen im weitesten Sinne in Verbindung stehen. Das Material ist vielfältig und scheinbar unerschöpflich. Wir kennen Banknoten u. a. als Toilettenpapier, Schwämme, Handtücher, auf Streichholzheftchen, Postkarten und Telefonkarten, und – da grafisch oft anspruchsvoll – wohl am beliebtesten auf Briefmarken.

In einigen Ländern bildete man aber Münzen auf Geldscheinen ab. Die Auswahl hier beschränkt sich jedoch auf Beispiele und soll Sammler anregen, sich auch mit diesem Nebengebiet der Notaphilie zu beschäftigen.
Oftmals wurden antike Münzen abgebildet, die damit auf die lange Geschichte ihrer Länder hinweisen sollen. In den meisten Fällen wurden originale Münzen real dargestellt; es kommen aber auch zeichnerisch nachempfundene Abbildungen vor.












Angeblich bildete man lt. Wikipedia auf den 1-Rupien-Scheinen für Niederländisch-Indien eine wertgleiche 1-Rupien-Münze ab und wollte damit der größtenteils analphabetischen Bevölkerung helfen, den Wert der Muntbiljets zu erkennen. Möglicherweise gab es gleiche Überlegungen bei der Anfertigung der britisch-indischen 1-Rupien-Scheine von 1935 (Abb. 7), bei den Kassenbons der afrikanischen Kolonien Frankreichs (Abb. 9) und bei den Banknoten Mexikos (Abb. 10). Anders bei dem abgebildeten Schein zu 5 Dollars (Abb. 3): Statistiken geben etwa nur 15 Prozent Analphabeten für 1886 in den USA an. Deshalb gab es beim Bureau of Engraving an Printing (BEP) keine ähnlichen Überlegungen.
Nicht nur auf Banknoten wurden alte und zeitgenössische Münzen abgebildet – auch auf Faltblättern für Gedenkmünzen findet man Münzabbildungen. Die Royal Australian Mint gab 2013 eine Serie anlässlich des Centenary of Banknotes von 2 x 20 Cents und 1 x 50 Cents aus: 20 Cents 2013/5 Pounds 1913 = Flussverlauf des Hawkesbury River, 20 Cents 2013/10 Shillings 1913 = Goulburn Weir, die Wehranlage am Goulburn River, 50 Cents 2013/1 Pound1913 = Victoria Hill Quartz Mine in Bendigo. Die Gedenkausgabe kombinierte somit historische australische Banknotenmotive mit Sujets auf Rückseiten der 2013-er Münzen.
Bei der Dezimalisierung der australischen Währung wechselte man 1966 1 Australisches Pfund in 2 Australische Dollars.

Häufig verwendet wurden spanische 8-Reales-Münzen aus der Zeit von 1791 bis 1808 als Illustration auf sog. "Wildkatzen-Banknoten" (Wildcat Notes). Diese Münzen liefen in den frühen USA um und wurden als „Spanish Dollars“ bezeichnet. Nicht nur in Neuengland wurden die 8-Reales-Münzen mitunter beschnitten und man erhielt dadurch Klein- bzw. Wechselgeld. Ein Real wurde umgangssprachlich als „Bit“ bezeichnet (= 12 ½ Cents),
„two bits“ galten einen Vierteldollar, 4 Reales = ½ Dollar und 8 Reales = 1 Dollar. Ein Real bzw. mehrere Reales wurden auf 5-, 3-, 2- und 1 Dollar-Scheinen abgebildet, kommen aber auch auf Scheinen zu 50, 37 ½, 25 und hauptsächlich zu 12 ½ Cents vor – Beispiele:

Schlussendlich kann man die Fantasiescheine mit einer Fantasiemünze nicht außer Acht lassen: die nicht offiziellen Geldzeichen der Kryptowährung „Bitcoin“. Das 2007 erfundene und 2009 bekannt gemachte digitale Geld kennt keine physischen Geldscheine und Münzen. Als Geldeinnahme wurden für Sammlerzwecke jedoch Scheine und Marken erdacht, die online und offline zum Kauf angeboten werden. Es existieren goldüberzogene Bitcoin-Münzen und vergoldete Bitcoin-Scheine und sogar Bitcoin-Spielgeldscheine.

Auch von anderen Krypto-Währungen gibt es Fantasiescheine, z. B. Ethereum Goldfolie-ETH-Scheine von 2015 oder 1-, 5-, 10-, 20-, 50- und 100-ETH-Scheine sowie 1 Mio. Drops 2012 von Ripple (XRP), 1000 Lites 2014 von Litecoin (LTC), Xcoins and Dark Coins 2014 von Dash (DASH) oder 1 Zeg 2016 von Zcash (ZEC).
Michael H. Schöne
Quellen:




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