Wanderndes Klischee beim "Tirolerschein" von 1939



Für den sog. "Tirolerschein" vom 16. Juni 1939 (DEU-215, Ro. 178, GER-185) wurden nach dem Anschluss Österreichs die Motive der österreichischen Banknote zu 100 Schilling vom 2. Januar 1936 (AUT-101) verwendet.

Die Vorderseite zeigt das Brustbild einer Österreicherin mit Edelweiß im Gebirge und im Unterdruck ein Hakenkreuz (Swastika). Auf der Rückseite sieht man den Gosausee vor dem Dachstein. Bei der Reichsbanknote von 1939 wurde zusätzlich ein Holzfäller und ein Sämann ergänzt.




Bei der Verwendung gleicher Motive für Geldscheine unterschiedlicher Emittenten (Ausgabestellen wie Notenbanken oder Schatzämter) spricht man von einem "Wandernden Klischee".

Wie die nachfolgend abgebildete Bekanntmachung des Reichsbankdirektoriums vom

15. Februar 1945 belegt, wurde der "Tirolerschein" über 20 Reichsmark aber nicht 1939, sondern tatsächlich erst im Februar 1945 ausgegeben.



Hans-Ludwig Grabowski

Abbildungen: Hans-Ludwig Grabowski

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