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  • Falsche Reichskreditkassenscheine

    Im Zuge der deutschen Kriegsvorbereitungen war auch die Ausstattung deutscher Truppen und Militärdienststellen mit Zahlungsmitteln zur Verwendung in besetzten Gebieten Gegenstand von Planungen [1] . In den von der Wehrmacht besetzten Gebieten kam es zur Gründung von Reichskreditkassen, die Reichskreditkassenscheine [2]  in den Wertstufen zu 50 Reichspfennig und zu 1, 2, 5 und 20 Reichsmark sowie – ab 1940 – auch zu 50 Reichsmark [3]  ausgaben. Diese Scheine wurden in den einzelnen Ländern zu einem festgelegten Kurs von Reichsmark gegen Landeswährung in Umlauf gesetzt [4] . Ihre Umlaufzeit in den einzelnen Ländern war höchst unterschiedlich und hing davon ab, wie schnell sich Truppen und Militärverwaltung mit lokalen Zahlungsmitteln versorgen konnten. In Polen etwa wurden die Scheine 1939 nach wenigen Wochen wieder zurückgezogen, dasselbe galt 1940 in Dänemark und Norwegen. In Belgien blieben die Scheine bis August 1942 im Umlauf, in Frankreich offiziell bis Ende 1943. Auf den Kanalinseln liefen sie bis Kriegsende um und waren noch bis zum 23. Mai 1945 durch die Bevölkerung in Pfund Sterling umtauschbar.   Zugleich fungierten Reichskreditkassenscheine als Reisezahlungsmittel für Angehörige der Wehrmacht und der deutschen Behörden. Wer in ein besetztes Land reiste oder aus diesem zurückkehrte, musste mitgeführte Bargeldbestände in Reichs- und Rentenmark bzw. in Landeswährung in Reichskreditkassenscheine umtauschen [5] , die dann im Land verwendet (oder in Landeswährung umgetauscht) bzw. bei Banken in Deutschland in umlaufende Reichsmark-Noten gewechselt wurden. Daher waren auch bei Banken in Deutschland Bestände dieser Noten verfügbar, wie zeitgenössische Banderolen zeigen. Die Aufgabe als Reisezahlungsmittel erfüllten die Reichskreditkassenscheine bis Ende Dezember 1944 [6] , als sie von den Verrechnungsscheinen für die deutsche Wehrmacht abgelöst und zum 1. Januar 1945 offiziell für ungültig erklärt wurden. Einer kurze Nachverwendung als Notausgaben unterlagen die Reichskreditkassenscheine 1945-1946 mit Abstempelungen in Schleswig-Holstein, sowie im April 1945 in Kärnten und Tirol [7] .   Es verwundert nicht, dass mit der Ausgab der Scheine in einzelnen Ländern auch Fälschungen auftauchten. Interpol Wien berichtete darüber in den regelmäßig erschienenen Rundschreiben der I. Abteilung „Fälschungen von Papier- und Metallgeld“. Die Deutsche Reichsbank (Reichsbankhauptkasse) klassifizierte die auftretenden Fälschungen, und verfasste interne Mitteilungen mit genauen Beschreibungen für deutsche Banken und Dienststellen. Interpol-Merkblatt über Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen zu 5 Reichsmark der Klasse A1 und A1a. Quelle: Archiv Michael H. Schöne.   Interpol-Merkblatt - Rückseite. Die deutsche Militärverwaltung beschäftigte sich in den besetzten Ländern intensiv mit auftretenden Fälschungen der Reichskreditkassenscheine und fahndete, teilweise mit Unterstützung der lokalen Polizeikräfte, jedoch in eigener Zuständigkeit nach den Tätern. Teilbestände der Akten der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen sind erhalten geblieben [8] , die einen Einblick in das Aufkommen von Fälschungen und die Verfolgung der Täter durch deutsche Sicherheitspolizei und Feldgerichte geben. Neben wenigen Einzelfällen [9]  kam es bis Ende 1943 zu einem verstärkten Auftreten von Fälschungen in vier Ländern: In Belgien und Frankreich zwischen 1940 und 1943, sowie 1941 in Serbien und Griechenland. Einzelne Fälschungen tauchten auch bei Banken in anderen Ländern auf, wohl weil die Scheine als Reisezahlungsmittel durch Wehrmachtsangehörige verwendet und dort umgetauscht wurden [10] .   Die Anzahl der von der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen registrierten, sowie von der Reichsbank klassifizierten Fälschungen blieb im Verhältnis zu den Umlaufmengen der Scheine insgesamt gering. Durch die Reichskreditkassen wurden von Mai 1940 bis September 1941 vor Ort insgesamt 915 Blüten sowie 1972 Fälschungen angehalten. Von den Fälschungen entfielen 648 Stück auf Scheine zu 50 Reichspfennig, 91 auf Scheine zu 2 Reichsmark und der Rest (1233 Stück) auf Scheine zu 5 Reichsmark. Hinzu kamen sechs Handzeichnungen von Scheinen zu 5 Reichsmark. Bis Dezember 1943 waren durch die Reichsbank für den Schein zu 5 Reichsmark insgesamt acht verschiedene Fälschungsklassen erstellt worden, zwei davon mit Unterklassen a) und b), d.h. dass Abweichungen im Druck festgestellt wurden, die auf eine Verwendung derselben Platten auf unterschiedlichen Druckmaschinen hindeuteten. Von den Scheinen zu 2 Reichsmark waren bis Ende 1943 drei Fälschungsklassen erfasst, für den Schein zu 50 Reichsmark nur eine (A1 – „auffallend mangelhafte Ausführung, Wasserzeichen durch schwachen Aufdruck angedeutet, mangelhafter Buchdruck“), die erstmals im Februar 1942 in Lille in Frankreich aufgetaucht war.   Am 14. Juni 1940 besetzten deutsche Truppen Paris, am 22. Juni wurde ein Waffenstillstand mit Frankreich vereinbart. In Frankreich einmarschierende deutsche Truppen führten Reichskreditkassenscheine mit sich, für die ein Wechselkurs von 20 Französischen Francs je Reichsmark festgelegt wurde. Mehrere Reichskreditkassen wurden gegründet, zunächst mit Sitz in Paris, Nantes und Troyes bei Paris. Um die Bevölkerung auf die neuen deutschen Scheine aufmerksam zu machen, druckten mehrere französische Druckereien, u.a. die Firma R. Girard & Cie in Paris, Plakate mit Abbildungen dieser Scheine in Originalgröße, teilweise in Farbe und ohne Aufdruck „Specimen“. Findige Blütenmacher erwarben solche Plakate, schnitten die Scheine aus, klebten Vorder- und Rückseite zusammen und gaben sie in Verkehr. Nach Auftauchen der ersten Blüten beschlagnahmte die deutsche Militärverwaltung noch nicht abverkaufte Bestände dieser Plakate in den Druckereien. Zusammen mit der französischen Polizei konnte sie mehrere Hersteller dieser Blüten fassen, u.a. drei vorbestrafte griechische Brüder mit Namen Mexis, deren Berufsbezeichnung Ringkämpfer war und die im September 1940 durch deutsche Militärgerichte nach deutschem Strafrecht zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt wurden.   Zugleich machten sich Fälscher daran, die Reichskreditkassenscheine nachzuahmen. Im August 1940 fanden sich in Brüssel erstmals falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark [11] von guter drucktechnischer Qualität, die die Aufmerksamkeit der deutschen Militärbehörden erregten. Die Stücke waren im Buchdruck auf Papier ohne Wasserzeichen hergestellt und trugen wechselnde Kontrollnummern. Die Reichsbank klassifizierte sie als Klasse A1 („weißes weiches Papier, etwas leerer Gesamteindruck, Buchdruck“). Nach wenigen Tagen konnte in Brüssel die Fälscherwerkstatt ausgehoben werden, die aus drei gelernten Druckern mit Namen Schmickrath, Pastur und Perrey und einem Fotograveur namens Van Nedervelde bestand. Das Fälscherquartett hatte bis zur Festnahme rund 15.000 falsche Scheine hergestellt und nummeriert, von denen ein Großteil beschlagnahmt wurde. Unklar blieb zunächst, wie viele Stücke die Täter schon abgesetzt hatten, ferner ob Van Nedervelde noch weitere Klischees hergestellt hatte. Bis August 1941 tauchten bei den Reichskreditkassen insgesamt 1052 Falschstücke zu 5 Reichsmark der Klassen A1 sowie einer Druckvariante A1a („auf stärkerem Papier gedruckte Abart, auf der der gesamte Druck kräftiger ausgeführt ist“) auf. Der größte Teil der bis September 1941 durch die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen erfassten Fälschungen der Scheine zu 5 Reichsmark geht auf diese beiden Fälschungsklassen aus der Werkstatt von Schmickrath, Pastur und Perrey und auf die von Van Nedervelde hergestellten Klischees zurück. Schmickrath, Pastur und Perrey wurden durch ein deutsches Feldgericht in Brüssel am 12. September 1940 zu Zuchthausstrafen von 15, 12 und 10 Jahren verurteilt, während Van Nedervelde zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde. Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A1 aus der Werkstatt von Schmickrath, Pastur, Perrey und Van Nedervelde in Brüssel, August 1940.   Fälschung 5 Reichsmark Klasse A1 - Rückseite. Die auf besserem Papier hergestellte Klasse A1a ließ den Verdacht aufkommen, dass Van Nedervelde weitere Klischees hergestellt hatte. Im September 1941 bestätigte sich das, als sich ein belgischer Drucker bei der deutschen Sicherheitspolizei in Brüssel meldete, der von einem ihm unbekannten Mann beauftragt worden war, unter Verwendung übergebener Klischees 10.000 falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark zu drucken. Dieser Unbekannte entpuppte sich als Van Nedervelde, der daraufhin im September 1941 erneut verhaftet und später verurteilt wurde. Merkblatt der Deutschen Reichsbank für den internen Gebrauch über falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark der Klasse A3, erstmals aufgetaucht in Paris Anfang Januar 1941.   Zu Beginn des des Jahres 1941 tauchen in Frankreich und Belgien neue Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen zunächst zu 5 Reichsmark (Klasse A3 und A3a), sodann auch zu 50 Reichspfennig (Klasse A3 – „weißes Schreibpapier beschmutzt, grober Druck mit z.T. verkrüppelter Schrift, Buchdruck“) und 2 Reichsmark (Klasse A3 – „gröbere, verschmutzt gehaltene Nachbildung, Buchdruck“) [12]  auf. Sie führten zu intensiven Ermittlungen und Razzien der deutschen Behörden. Insgesamt wurden bis Herbst 1941 durch die deutsche Feldpolizei über 150 Personen festgenommen, von denen einige wegen Geldfälschung zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt, andere ohne Verurteilung in Konzentrationslager eingewiesen wurden mit der Begründung, dadurch die Öffentlichkeit vor weiteren Betrügereien zu schützen. Etliche der Festgenommenen waren bereits durch kriminelle Aktivitäten auffällig gewesen. Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A3, Vorderseite, angehalten in Paris Anfang Januar 1941.   Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A3 - Rückseite. In Belgrad wurden Ende Juli 1941 zwei falsche Scheine zu 50 Reichspfennig angehalten, deren Hersteller Jovovic und Rabrenovic bereits am 6. August 1941 durch die deutsche Sicherheitspolizei festgenommen werden konnten. Sie hatten – nachdem sie zuvor erfolglos die Fälschung von Reichskreditkassenscheinen zu 2 Reichsmark versucht hatten – rund 1500 schlecht gemachte, im Steindruck hergestellte Falschstücke zu 50 Reichspfennig produziert und davon etwa 150 Stück in den Verkehr gegeben, die die Reichsbank als Klasse A5 einstufte („auffallend dünn und lappig, Druck verschwommen, in der Höhe 2, in der Breite 5 mm kleiner als das Original“)  Weniger später tauchen in Belgrad zudem einige Fälschungen von Scheinen zu 5 Reichsmark (Klasse A6 – „weiches Druckpapier, stark verknittert, dick verschmutzter Gesamteindruck“) auf, die aus einer anderen Quelle stammten.   Fälschungen deutscher Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark wurden zudem im September 1941 in Athen festgestellt. Hier konnte die griechische Polizei im Oktober 1941 den Steindrucker Kosmadopulos sowie den Graveur Karidis als Täter ermitteln und festnehmen, die etwa 120 Scheine der von der Reichsbank als A8 klassifizierten Fälschung in Umlauf gebracht hatten. Kosmadopulos und Karidis wurden im Januar 1942 durch ein deutsches Feldgericht in Athen wegen Sabotage zunächst zum Tode verurteilt, ihre Strafen aber im März in langjährige Zuchthausstrafen umgewandelt.   In Frankreich und Belgien kam es im Herbst 1943 erneut zum Auftreten mehrerer Hundert falscher Reichskreditkassenscheine insbesondere zu 5 Reichsmark. Sie stammten aus Beständen vornehmlich der Banque de France, die im Zuge der Abrechnung aufgrund des Rückzugs der Reichskreditkassenscheine aus dem Umlauf bei der Reichskreditkasse eingezahlt, und in diesem Zusammenhang als Fälschungen erkannt worden waren. Die Klasse dieser Fälschungen ist in den vorhandenen Akten nicht feststellbar, doch dürfte es sich um Fälschungen der Klassen A1 und A1a sowie A3 aus dem Jahr 1941 gehandelt haben, die unentdeckt in den Kassenbeständen der Banque de France gelegen hatten.   Die noch vorhandenen Akten der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen zu Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen enden Anfang Dezember 1943. Es ist zu vermuten, dass auch 1944 noch Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen festgestellt wurden. Wegen der insgesamt nur geringen Stückzahlen dürften Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen in Sammlerhänden heute nur Einzelfälle sein. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen Zum nachfolgenden ausführlich Rittmann, Deutsche Geldgeschichte seit 1914, München 1986, S. 255 ff. Es hat in geringem Umfang auch Münzen zu 5 und 10 Reichspfennig, die 1940/41 in Nordfrankreich und Belgien in Umlauf gegeben und später als Kantinenmarken in Bulgarien verwendet wurden. Der Schein zu 50 Reichsmark wurde im Generalgouvernement nicht verwendet. Verordnung über Reichskreditkassen vom 3. Mai 1940, Reichsgesetzblatt 1940 I Nr. 83, S. 743 Die Hauptverwaltung Reichskreditkassen errichtete dazu ein Netz von Militärwechselstuben. Die Scheine wurden zum 1. Januar 1945 außer Kurs gesetzt, liefen aber danach noch auf den Kanalinseln um. Dazu Bronnert, Reichskreditkassenscheine als Ersatz für fehlende Reichsbanknoten in Kärnten und Tirol im April 1945, https://www.geldscheine-online.com/post/reichskreditkassenscheine-als-ersatz-f%C3%BCr-fehlende-reichsbanknoten-in-k%C3%A4rnten-und-tirol-im-april-1945   Bundesarchiv Bestände R29/200 und 29/221. In Litzmannstadt (Lodz) wurden 1939 erstmals falsche Reichskreditkassenscheine zu 50 Reichspfennig festgestellt, von denen 374 Stück angehalten wurden, ohne dass der Fälscher ermittelt werden konnte. Die Reichsbank klassifizierte diese im Buchdruck hergestellte Fälschungen als Klasse A1. Fälschungen traten im Laufe des Krieges vereinzelt nachweislich etwa auch in Litauen und in Kroatien auf. S. etwa einen Bericht der Reichskreditkasse Agram (Zagreb), Kroatien, vom 18. August 1942 an die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen in Berlin. Der Umrechnungskurs betrug zunächst 0,10 Reichsmark je Belgischem Franc, ab 22. Juli 1941 0,08 Reichsmark. Der Schein zu 5 Reichsmark entsprach damit 50 Belgischen Francs. Bis Ende August 1941 waren 269 falsche Scheine zu 50 Reichspfennig und 91 falsche Scheine zu 2 Reichsmark angehalten worden.

  • 3. Banknotensammlertreffen in Rabenau/Sachsen am Samstag, den 24. Januar 2026

    Auch 2026 findet wieder das mitteldeutsche Banknotensammlertreffen in Rabenau bei Dresden statt, dieses Mal am Samstag, den 24. Januar. Beginn ist ab 10:00 Uhr mit Tausch, Handel und Fachsimpelei. Um 16:00 Uhr steht ein Vortrag von Jan Krutak über die Banknoten der Sächsischen Bank zu Dresden auf dem Programm. Jan Krutak beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Banknotenausgaben der Sächsischen Bank, so dass man auf die Ergebnisse seiner Forschungen gespannt sein kann. Danach soll es um echte und falsche Trauer- und Eierscheine gehen, bevor das Treffen ab 18:00 Uhr mit einem geselligen Abendessen ausklingt. Sammler und Händler sind wie immer willkommen. Händlertische kosten EUR 10, der Eintritt für Sammler ist frei. Teilnehmer melden sich bitte an bei Marcel Fränzel: Banknoten-fan@gmx.de Veranstaltungsort: Hotel Rabennest, Nordstraße 8, 01734 Rabenau/Sachsen. Parkplätze vor dem Hotel. ÖPNV: S-Bahn / Zug von Dresden Hauptbahnhof bis Freital-Hainsberg, dann Bus oder Taxi. Rabenau liegt ca. 15 km südwestlich von Dresden Dr. Sven Gerhard

  • Die Schweizerische Nationalbank entwickelt neue Banknoten - Umfrage gestartet

    Im Februar 2025 haben wir HIER im Blog erstmals über die neue, zehnte Banknotenserie "Die Schweiz und ihre Höhenlagen" berichtet, die von der Schweizerische Nationalbank (SNB) im Oktober 2024 angekündigt wurde. Diese neuen Banknoten sollen eine Hommage an die einzigartige Topografie des Landes, vom Jura über das Mittelland bis zu den Alpen sein, und die Schweiz von ihren tiefsten Tälern bis zu ihren höchsten Gipfeln zeigen. Die neue Serie soll außerdem die Vielfalt des Lebens in den verschiedenen Höhenlagen widerspiegeln. In den vergangenen Monaten haben zwölf Teams im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs Entwürfe für die neuen Banknoten erarbeitet. Die SNB lädt alle herzlich ein, die eigene Meinung zu den Entwürfen für die neue Banknotenserie zu äußern. Hierzu führt die Demo SCOPE AG im Auftrag der Nationalbank eine Meinungsumfrage durch. So sehen die 12 Konzepte aus: Konzept A Dieser Notenentwurf ist der erste, der als Hauptelement auf die helvetische Esskultur setzt. Denn diese ist mehr als blosse Ernährung: sie ist Kulturträgerin, steht für Genuss und schafft nationale Verbundenheit. Die typischen Schweizer Speisen hängen stark mit den jeweiligen Höhenlagen und deren Traditionen zusammen. Ergänzend läuft als literarische Vertiefung der Thematik ein fortlaufendes Mikrogramm von Robert Walser in den vier Landessprachen über die Notenserie. Die Rückseiten der Banknoten zeigen Flora und Fauna der Höhenlagen, jeweils exemplarisch dargestellt durch ein typisches Tier sowie eine herausragende Pflanze. So ziert beispielsweise die Urmutter der heutigen Steinbock-Population die 1000er-Note. Ihr verdankt man, dass nach der Ausrottung wieder Steinböcke in den schweizerischen Alpen leben. 1906 in den Wildpark Peter und Paul nach St. Gallen geschmuggelt, ermöglichten ihre Nachfahren die erfolgreiche Wiederauswilderung. Als Beispiel der Flora greift man den Klatschmohn auf der 20er-Note auf: Einst durch die Getreideproduktion weit verbreitet, ging er durch die intensive Landwirtschaft stark zurück. Dank zunehmend umweltbewusster Landwirtschaft sorgt der Klatschmohn heute wieder vermehrt für Farbtupfer am Wegesrand. Diese Beispiele verdeutlichen die Wechselwirkung und fragile Abhängigkeit von Mensch und Natur in ihrem Zusammenleben in allen Höhenlagen der Schweiz. Technisch verleihen 3D-Scans der Tiere den Banknoten eine zusätzliche ästhetische Komplexität, die dem Schweizer Streben nach Erforschen und Vermessen gerecht wird. Die dreidimensionale Aufbereitung erzeugt visuelle Tiefe und schafft technische Gestaltungsoptionen. Die der Sicherheit dienenden Wasserzeichen werden – der Bezeichnung folgend – mit Lebewesen aus dem Wasser gestaltet, welches alle Höhenlagen durchfliesst und verbindet. Abgebildet ist etwa der Fischotter, der Bergmolch oder die Kieselalge – sie alle erzählen eine spannende Geschichte ihrer spezifischen Lebenswelt. Konzept B Das Konzept dieser Banknotenserie stellt den Facettenreichtum visuell durch drei Aspekte dar, die sich wechselseitig bedingen: Lage, Licht und Leben. Lage – Topografie als Identität Die geografische Charakteristik der Schweiz wird auf der Notenvorderseite durch die aufsteigende Silhouettenlinie visualisiert, die sich fortlaufend über die Serie hinwegzieht. Die Sicherheitselemente konkretisieren spezifische Bezugspunkte und Merkmale der jeweiligen Höhenlage. Licht – Rhythmus des Lebens Zeitgefühl, Alltag und die schweizerische Kultur werden durch das Licht beeinflusst. Das diagonale Layout nimmt diesen Aspekt auf: Die unterschiedlichen Winkel über die Notenserie hinweg visualisieren den Jahresrhythmus vom Tiefststand der Sonne im Winter (Tieflagen) bis zu deren Höchststand zur Sommersonnenwende (Hochgebirge). Die Notenrückseite thematisiert den Tagesverlauf, visualisiert durch das Analemma, vergleichbar mit der Form einer Acht. Es stellt auf jeder Note die Sonnenposition zu einer bestimmten Tageszeit während eines Jahres dar. Die jeweiligen Lichtstimmungen werden in den Akzentfarben der Noten wiederaufgegriffen. Leben – Wechselspiel von Topografie und Rhythmus Durch die Verknüpfung von bildhaften Momentaufnahmen und grafischen Informationsebenen entstehen visuelle Zusammenhänge, die das Wechselspiel von Mensch, Kultur und Landschaft erfahrbar machen. Die Auswahl der bildlichen Sujets orientiert sich mitunter an der nationalen Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz, dem UNESCO-Weltkulturerbe sowie an Entwicklungen der Zukunft. CHF 10 – Im Wechselspiel Die Tieflagen verbinden über Grenzen hinweg. Das Wasser als symbolisches Element steht für Bewegung, überbrückt Höhenunterschiede und vernetzt Regionen. CHF 20 – Lebendigkeit und Wandel Das Landesmuseum vereint die Geschichte der Schweiz an einem Ort – Vergangenheit begegnet dem Puls der Zeit. Geprägt von Kontrasten treffen Wissenschaft, Landwirtschaft, Kunst und Kultur aufeinander. CHF 50 – Präzision der Zeit Diese Note steht für Geschichte in geologischer Form und für die Bedeutung von Zeit im Handwerk. Symbolisch für die hohe Innovationskraft der Schweiz steht das erste Schweizer Patent, ein Uhrwerk. CHF 100 – Kraft im Ursprung In den Voralpen zeigt sich die Stärke von Natur und Schweizer Identität. Die Note thematisiert Ursprünglichkeit, Gemeinschaft und gelebte Tradition. CHF 200 – Vielfalt Erleben Das raue Gebirge ermöglicht Begegnungen mit allen Facetten der Natur. Vermessung und Verortung sind elementar, um die Schweizer Bergwelt zu entdecken. CHF 1000 – Perspektivenwechsel Diese Note steht für Vision: Der Blick aus der Höhe eröffnet uns die Weite der Welt. Die Forschung nutzt neue Perspektiven, um Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Die Notenserie zeigt ein vielschichtiges Bild des Landes – im Rhythmus eines Tages, im Verlauf eines Jahres und im Spannungsfeld von Tradition, Wandel und Zukunft. Konzept C Dieses Konzept thematisiert "Die Schweiz und ihre Höhenlagen" im Spannungsfeld von Natur und Identität. Jeder Nennwert beleuchtet dabei einen individuellen Aspekt des Landes und zeigt auf, wie der Mensch mit der jeweiligen Höhenlage in Beziehung tritt. Auf der Vorderseite jeder Banknote steht ein Gestein im Zentrum, das eine bestimmte Höhenlage sowie eine charakteristische Eigenschaft der Schweiz repräsentiert. Dieses nationale Selbstverständnis spiegelt sich in sämtlichen Gestaltungselementen der Note wider und wird im Kontext von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur verflochten. Das Bildelement im oberen Bereich greift das Hauptmotiv auf, ergänzt es narrativ und vertieft dessen inhaltliche Aussage. Der Sicherheitsstreifen dient als weiterführende visuelle Erzählebene und enthält zudem einen Dünnschliff des dargestellten Gesteins als Hologramm. Sowohl das Fenster als auch das Durchsichtsregister zeigen das Schweizerkreuz, wobei letzteres mit steigendem Nennwert zunehmend räumlich inszeniert ist. Das Wasserzeichen enthält Elemente der Flora und führt das visuelle und konzeptuelle Thema weiter. Die geometrischen Formen basieren auf topografisch inspirierten Strukturen. Sie prägen den Familiencharakter der Banknoten und fügen die einzelnen Elemente zu einem Gesamtbild zusammen. Jeder Nennwert besteht aus einer Primär-, einer Sekundär- und einer Schmuckfarbe. Diese Farben dienen als visuelle Brücke zur nächsten Note und stärken die serielle Kontinuität. Die Rückseite setzt die Topografie in einen gesellschaftlichen Kontext und zeigt die sozio-ökonomische Bedeutung der jeweiligen Region. Die grafische Struktur, eine einheitliche Farb- und Formenwelt und konsistente Platzierung zentraler Elemente sorgen für den visuellen Zusammenhalt der Serie. Der Collagen-Charakter und die geometrischen Formen verdichten sich zu einem visuellen Mosaik, in das die landschaftliche, sprachliche und regionale Vielfalt sowie die Eigenheiten der verschiedenen Höhenlagen integriert sind. So entsteht ein zeitloses Gesamtbild, das nationale Identitäten vermittelt und den Werten der Schweiz im Spannungsfeld von Innovation und Tradition gerecht wird. 10 – Tiefenlagen: Fundament Findling "Repère Pierre du Niton" – Referenzpunkt der Schweizer Höhenmessung Diplomatische Schweiz und Gastgeberstaat in Politik und Tourismus 20 – Mittelland: Vielfalt Geschiebe – durch Gewässer ins Mittelland transportiert Wirtschaft, Gesellschaft und Diversität 50 – Jura: Präzision Ammonit – über Millionen Jahre natürlich geformt Akribie und Sorgfalt in Handwerk und Städtebau 100 – Voralpen: Transformation Karst – von Wasser über Jahrtausende erodiert Landwirtschaft, Tradition und kulinarisches Erbe 200 – Gebirge: Stabilität Wegzeichen – Sicherheit, Orientierung und menschliche Kreativität im Gebirge Industrie, Technik und Energie 1000 – Hochgebirge: Transparenz Bergkristall – Klarheit und Offenheit Forschung, Innovation und Wissenschaft Konzept D Die Vorderseiten visualisieren Essenz, Qualität und Charakter der Höhenlagen. Ikonografische Merkmale der Wiedererkennbarkeit für die jeweilige Höhenlage und Thematik werden abgebildet: 10 Traube–Kultur, 20 Apfelblüte–Fruchtbarkeit, 50 Buchenblatt–Komplexität, 100 Meisterwurz–Gesundheit, 200 Stein–Beständigkeit, 1000 Eis, Wasser–Lebenselixier. Die Hintergrundbilder illustrieren typische Elemente wie Landschaft, Infrastruktur, Architektur, Menschen, Tiere und Vegetation der jeweiligen Höhenlage. Die Rückseiten zeigen zukunftsweisende Momente und dokumentiert eigenständige Beiträge der Schweiz, exemplarische Beispiele von Entdeckungen, Erfindungen, Pionierleistungen und Innovationen als typischer Beitrag zum Fortschritt: 10 Quantum Computing, AI, Internet, 20 Robotic Labs, Intelligent Systems, 50 Cryo‑Electron Microscopy, 100 3D Concrete Printing, Immersive Performance Space 200 Energy Storage System, 1000 Exoplanet, Dimidium Pegasi 51b. 10 Vorderseite: Die urbanen Zentren der Tiefenlage und die Nähe zu den Nachbarstaaten fordern und fördern Dialog und Offenheit gegenüber anderen Kulturen 10 Rückseite: Errungenschaften wie Internet, Sprachmodelle oder KI‑Werkzeuge dienen als Katalysatoren zur Vernetzung 20 Vorderseite: Die polyzentrische, räumliche Vielfalt des Mittellands mit Landwirtschaft, Industrie, Wirtschaft und Bildung schafft die Grundlage für Gemeinschaft, Versorgung und Wohlstand 20 Rückseite: Robotics und Intelligente Systeme revolutionieren Produktion und Effizienz 50 Vorderseite: Die Ruhe der Jura-Landschaft begünstigt Konzentration und Präzision 50 Rückseite: Hochpräzise Instrumente ermöglichen innovative Einblicke und Erkenntnisse 100 Vorderseite: Die Welt der Voralpen bietet Inspiration und Erholung 100 Rückseite: Die Synthese aus Kreativität, Technologie und Kunst wirkt als Innovationsmotor 200 Vorderseite: Das Gebirge mit seiner unbändigen Energie generiert Vitalität und Respekt 200 Rückseite: Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen schafft konstruktive Beiträge zum Umweltbewusstsein 1000 Vorderseite: Das Hochgebirge als Wissensspeicher des Klimawandels fordert Weitsicht, um unsere Zukunft zu gestalten 1000 Rückseite: Die Erforschung unbekannter Welten bringt Horizonterweiterung Konzept E Diese Notenserie zeigt die Natur als aktiven Raum – nicht als Kulisse – in dem der Mensch gestaltet, schützt und weiterdenkt. Die Höhenlagen sind dabei Struktur und thematischer Rahmen. Jede Banknote erzählt, wie Natur und menschliche Kreativität miteinander verflochten sind – in einem Narrativ von Vielfalt, Verantwortung und Fortschritt. Das Zentrum jeder Banknote bilden die kraftvollen Hauptsujets, um welche die Geschichten gestrickt sind. Sie sind erzählerisch mit den Höhenlagen sowie den kulturellen, wirtschaftlichen und technologischen Schlüsselbereichen der Schweiz verknüpft. Jede Note zeigt so das vielfältige Zusammenleben auf den verschiedenen Höhenlagen: Themen 10 (Tieflagen) – Heilpflanze: Wissenschaft, Medizin, Weinbau, Handel. 20 (Mittelland) – Honigbiene: Bauen/Wohnen, Zusammenleben, Mobilität, Wirtschaft. 50 (Jura) – Fossil: Geschichte, Feinmechanik, Windenergie, Sprachregionen. 100 (Voralpen) – Pilz: Wandern, Alp- und Milchwirtschaft, gelebte Traditionen, Tunnelbau. 200 (Gebirge) – Zapfen: Berg- und Wintersport, Tourismus, obere Waldgrenze, Wasserkraft. 1000 (Hochgebirge) – Kristall: Alpinismus, Lawinenverbauung, Gletscher und Permafrost, Meteorologie. Vorderseiten Hauptsujet: Spitzwegerich (Heilpflanze), Carnica Biene, Ammonit (Fossil), Parasol (Pilz), Lärchenzapfen, Bergkristall. Illustration: Vom Menschen erschaffene Objekte und Landschaften. Rückseiten 3D‑Relief: Lago Maggiore, Rheinfall, Gorges de Moutier, Fürstein Gebiet, Furka Pass, Weisshorn Gipfel. Infrastruktur: Hafen Basel, Bahnhof Zug, Windpark Mont Crosin, Gotthard Strassentunnel, Staumauer Grimselsee, Wetterstation Weissfluhgipfel. Schweizerkarte: Gewässer, Bevölkerungsdichte, Sprachregionen, Wanderwege, obere Baumgrenze, Gletscher. Konzept F Jede Note wird zum visuellen Prozess, der Transformation ausdrückt. Die Bildsprache ist bewusst symbolisch gehalten. Sie fördert die Vorstellungskraft über das Offensichtliche hinaus und weckt die Neugierde, die Schweiz mit neuen Sinnen zu entdecken. So entsteht Raum für individuelle Interpretation, Assoziation und Reflexion über Themen, die die Schweiz heute und in Zukunft prägen. Jeder der sechs Banknoten wird passend zur Höhenlage ein Thema zugewiesen. Diese wird von Symbolen auf dem Sicherheitsstreifen ergänzt. Auf der Rückseite bildet die ganze Notenreihe ein fortlaufendes, geologisches Profil, das durch kartographische Aufsichten vertieft wird. Jede Note enthält ein Wasserzeichen mit typischen Bäumen der entsprechenden Höhenlage – eine stille Verankerung in der regionalen Ökologie. Zu diesem Lebensraum gehören auch die in ihrem charakteristischen Bewegungsablauf dargestellten Tiere. Im Fenster erscheint eine Aussicht auf die nächste Höhenlage. 10 – Am Fluss der Forschung Darstellung einer menschlichen Zelle in mehreren Entwicklungsstadien. Sie interagiert mit einem System aus Fasern, die sowohl für den Körper als auch für Kommunikation und Wissenstransfer stehen können. Es geht um Biologie, den Informationsfluss, Forschung und Bildung als vernetzte Systeme. 20 – Mitten im urbanen Leben Gezeigt wird eine architektonische Struktur mit urbaner Bepflanzung und Räumen für Sport und Kultur. Das Becken steht für Baden, Freizeit, die Symbiose von Stadt und Wasser. Thematisiert wird der Stadtraum als Ort der Kultur und Begegnung. 50 – Von der Pfeilspitze zum Präzisionswerkzeug Abbildung einer historischen Pfeilspitze aus Kristall auf einem Screen, unten als Teil des ursprünglichen Kristalls im Neolithikum. Dazwischen Linsen, die eine verborgene Vergangenheit sichtbar machen. Neuste Präzisionswerkzeuge formen die Zukunft und erzählen von der Herkunft unserer Gesellschaft. 100 – Sprachen durch Berg und Tal Die vier Berge stehen für die Landessprachen um den zentralen Berg Schweiz gruppiert. Auf den Spitzen brennen Höhenfeuer. Um den Gipfeln schweben Follen als Sprachrohre und Verstärker die miteinander kommunizieren. Die Topografie als prägende Struktur von Sprache und Brauchtum. 200 – Wasserschloss, von der Quelle zum Strom Wolken, Regen, ein Stausee. Darunter ein fantastisches Kraftwerk, oben fliesst Wasser rein unten strahlt die Energie. Verhandelt wird das Gebirge als Infrastruktur zur Energiegewinnung. 1000 – Der Atem der Gipfel Das Bild zeigt eine Eisstruktur, gleichzeitig Gebirge und Gletscher, umgeben von Wolken. Ein Bohrkern zeigt Luftblasen aus der Vergangenheit. Die Themen sind Klima, Meteorologie und Zeit. Konzept G Dieses Konzept würdigt den so entstehenden Reichtum an Tradition und Innovation in der Schweiz. Es zeigt, wie eng beides mit den Gegebenheiten der Höhenlagen verflochten ist. Die Vorderseiten zeigen jeweils ein Objekt, das für eine Innovation steht, die mit der jeweiligen Höhenlage verbunden ist – vom Mikroskopisch‑Kleinen bis ins Unendliche des Alls. Die Rückseiten würdigen eine mit der Höhenlage verbundene Tradition. Sie zeigen eingangs Mensch und Natur (10 CHF), wohin sie über Gegenstände und Tiere schliesslich wieder zurückführen (1000 CHF). 10 CHF: Wissenschaft und Wasser Ein Basler Professor isolierte erstmals "Nuklein" (DNA) – ein biochemischer Meilenstein. Möglich wurde dies durch den wissenschaftlichen Austausch in den Tieflagen, geprägt von Gewässern, die auch im Südtessin Handel, Begegnung und eine lebendige Badekultur fördern. 20 CHF: Vernetzung und Demokratie Im urbanen Mittelland entstand das World Wide Web – samt erster Website. Beides stammt aus dem CERN bei Genf, das wegen der politischen Stabilität unserer direkten Demokratie dort angesiedelt wurde. 50 CHF: Natur und Präzision Die im Jura wachsende Klettpflanze inspirierte die Erfindung des Klettverschlusses. Auch die Uhrmacherkunst hat im Jura Wurzeln – ein weltweit bekanntes Beispiel für Präzision, das sich in kargen Wintermonaten aus bäuerlicher Heimarbeit entwickelte. 100 CHF: Wasserkraft und Alpwirtschaft Wasserkraft ist die wichtigste Quelle der schweizerischen Energieproduktion. Sie nutzt die Höhenunterschiede in den Voralpen mit zahlreichen Turbinen und Stauseen. Die Region ist zugleich Schauplatz der festlichen Alpauf‑ und -abzüge, die unsere Wertschätzung für Nutztiere ausdrücken. 200 CHF: Forschung und Fürsorge Die Schweiz gilt als Vorreiterin der Lawinen‑, Schnee‑ und Gletscherforschung – gestützt auf eine lange Tradition des Lawinenmanagements im Gebirge. Sinnbild dafür sind Bernhardinerhunde, die auf über 2400 m ü. M. zur Rettung eingesetzt wurden und bis heute ein Zeichen für Schutz und Fürsorge sind. 1000 CHF: Vermessung und Alpinismus Im Hochgebirge trifft Forschung auf Grenzerfahrung – von historischen Triangulationskarten (Vorlage der Dufourkarte) bis zu modernster Technik zur Vermessung von Himmel und Erde. Gleichzeitig ist es Schauplatz der Patrouille des Glaciers – eines der härtesten Skitourenrennen der Welt. Konzept H Kein Land in Europa ist so stark durch Höhenunterschiede geprägt wie die Schweiz. Rund 70 Prozent ihres Territoriums bestehen aus Gebirge – eine landschaftliche Besonderheit, die kulturell und wirtschaftlich prägend ist. Als harte Währung steht der Schweizer Franken international wiederum für Stabilität und Verlässlichkeit. Diese beiden Aspekte verbindet das Konzept zu einer gestalterischen Erzählung: Gestein als Sinnbild geografischer Herkunft und ökonomischer Substanz. Ein weiterer Aspekt ergänzt das Konzept: Die Banknote wird zur Trägerin eines archaischen Werts. Denn lange vor der Einführung von Münzen oder Papiergeld dienten ausgewählte Steine als Zahlungsmittel – symbolisch und greifbar. Jede Note zeigt ein Gestein, hyperrealistisch wiedergegeben und kunstvoll fotografiert. Die Steine werden so zu Botschaftern regionaler Identität, zeitlicher Tiefe und wirtschaftlicher Stabilität. Jede Banknote zeigt einen typischen Stein der jeweiligen Höhenlage – vor Ort gesammelt, in Originalgrösse und mit höchster Detailtreue wiedergegeben. Sie symbolisieren die Spannweite zwischen Tieflagen und Hochgebirge: 10 (Tieflagen): Flusskiesel (Basel, BS); 20 (Mittelland): Nagelfluh (Amden, SG); 50 (Jura): Kalk (Rüttenen, SO); 100 (Voralpen): Schiefer (Elm, GL); 200 (Gebirge): Granit (Gotthard, UR); 1000 (Hochgebirge): Bergkristall (Wergenstein, GR) Mikrotexte beschreiben die Qualität des jeweiligen Gesteins und seine ökonomische Bedeutung. Jede Note ziert somit ein einzigartiges mineralisches Porträt. Rückseiten: Die Landschaft als geografischer Resonanzraum. Die Rückseiten zeigen abstrahierte Landschaften auf Basis von swisstopo‑Daten – reale Orte, reduziert auf ihre Topografie, Lichtführung und Form. Dabei verdeutlicht die harte Gradation die typischen Siedlungsstrukturen der Höhenstufen. Die Auswahl steht stellvertretend für die entsprechende Höhenlage: 10: Luganer See (TI); 20: Senseschlucht (BE/FR); 50: St. Ursanne (JU); 100: Entlebuch (LU); 200: Alpstein (AI); 1000: Weisshorn (VS) Konzept I Diese neue Banknotenserie schildert eine Wanderung durch verschiedene Regionen der Schweiz. Es handelt sich dabei um eine Entdeckungsreise. Die im Reisetagebuch dargestellten Landschaften zeigen die Vielfalt der Fauna und der Flora. Jede Note beleuchtet die natürlichen und kulturellen Eigenschaften der besuchten Regionen, vom Flachland bis hin zu den hochalpinen Gipfeln. Auf der Vorderseite befindet sich für jede Region ein symbolisches Element eines der drei Naturreiche (Mineral-, Pflanzen- und Tierreich). Es zeugt von der Vielseitigkeit der Schweiz. Durch diese prägnanten Erkennungsmerkmale ist jede einzelne Note in ihrer Einzigartigkeit begreifbar. Auf der Rückseite ist sinnbildlich eine Landschaft für die betreffende Region wiedergegeben. Dabei existieren die Natur und der Einfluss des Menschen nebeneinander. Die Darstellung der zurückgelegten Strecke vervollständigt das Bild. Somit stellen die Noten auch einen Blick ins Reisetagebuch dar. Der grafischen Gestaltung der Noten liegt jeweils eine feine Mischung aus Foto-Kompositionen und Illustrationen zugrunde. Die fein eingezeichneten Raster wirken dabei wie ein unverwechselbarer Fingerabdruck. Den letzten Schliff verleihen kleine Dreiecke als kartografische Symbole sowie die Abkürzung des jeweiligen Kantons. 10: Mineralreich, Kanton Tessin Vorderseite: das Steinmännchen aus Granit Rückseite: Ich erblicke... einen Bach, der sich seinen Weg durch den Felsen bahnt. Eine altertümliche Brücke überspannt elegant den Bach. Im Schatten der Kastanienbäume räkelt sich ein Steinhäuschen. 20: Pflanzenreich, Kanton Schaffhausen Vorderseite: eine Pinot-Noir-Traube Rückseite: Ich erblicke… das grossartige Spektakel des Rheinfalls sowie die von Weinbergen umgebene Festung Munot. In der Ferne zeichnen sich die sanften Weinberge am Horizont ab. 50: Tierreich, Kanton Jura Vorderseite: das Freiberger-Pferd Rückseite: Ich erblicke… Pferde sowie einen Uhrmacher-Bauernhof über einem Wald, der einen friedlichen, kleinen See umgibt. Die Trockenmauern verschmelzen in der Ferne mit der Linie des Höhenzugs. 100: Pflanzenreich, Kanton Luzern Vorderseite: die Flachsblüte Rückseite: Ich erblicke… ein historisches Schiff, das auf dem Vierwaldstättersee fährt. Flachsfelder, soweit das Auge reicht, stehen für das handwerkliche Können der Textilregion. Darüber wacht der mächtige Pilatus. 200: Tierreich, Kanton Graubünden Vorderseite: der Bartgeier Rückseite: Ich erblicke… in der Weite des Nationalparks eine Gämse, die von einem Felsen aus ins Tal schaut. Dort herrscht die Natur. 1000: Mineralreich, Kanton Wallis Vorderseite: der Amethyst Rückseite: Ich erblicke… eine(n) Bergsteiger(in), welche(r) den Kamm hinaufklettert. Rechts befindet sich die hochmoderne Monte-Rosa-Hütte, die von der Dufourspitze, dem Dach der Schweiz, überragt wird. Konzept J Auf den Vorderseiten sind – massstabgetreu – heimische Pflanzen zu sehen: eine Einladung, Vertrautes bewusster wahrzunehmen – an der Bushaltestelle, beim Mittagessen oder beim Wandern. Rückseitig weitet sich die Perspektive. Die fragmentarischen Kompositionen verweisen auf identitätsstiftende zivilisatorische Leistungen. Zudem wimmelt es von vielschichtigen Informationen, die diese Banknotenserie zu einem Werkzeugkasten für die Erkundung ses Landes machen. Im Durchsichtsregister erscheinen einheimische Insekten. Im Wasserzeichen sind prähistorische, in der Schweiz gefundene Tiere verborgen, im Sicherheitsstreifen verlaufen geologische Schichten – beides Sinnbilder für den helvetischen Untergrund. Alle Nennwerte hängen visuell zusammen und zeigen einen Querschnitt durch die vielschichtige Schweiz. Die Elemente der Höhenlagen treten in Beziehung, Pflanzen wachsen über ihren Nennwert hinaus, Verkehrsmittel verbinden – ein Sinnbild: Alles hängt zusammen. Tiefenlagen (10): Der Breitwegerich – Nahrung für Insekten und Symbol urbaner Biodiversität – wächst unbeachtet überall dort, wo Menschen gehen. Auch im Ballungsraum: ein Zug, Sinnbild für Mobilität und Zusammenspiel zwischen Regionen und Sprachen, das Forschungszentrum CERN und das aus Stampfbeton gebaute Schaulager, Symbol für Bewahrung und Vermittlung. Mittelland (20): Die eiweissreiche Erbse gedeiht in der Gemüsekammer der Schweiz und auch im urbanen Hochbeet. Die lebendige Tradition des Aareböötlens, das NEST als Testumgebung für zukünftige Bau‑ und Energietechnologien sowie Wohnformen in der Stadt und auf dem Land zeigen die Kalibrierung mit der Natur. Jura (50): Von der Rotbuche – Symbol für Stabilität – hat massstabgetreu nur ein kleiner Ausschnitt Platz. Rückseitig entfaltet sich der Laubbaum in voller Pracht – umgeben von einer Trockensteinmauer, der Messstation La Dôle und regionaler Architektur, die das überlieferte Handwerk der Bauern‑Uhrmacher verkörpert. Tradition und Moderne treten in Dialog. Voralpen (100): In blühenden Wiesen wächst Goldhafer – Futtergras und Heu für das Vieh. Die Landschaft ist geprägt von Alpwirtschaft und Tourismus: Alp‑Käserei mit Schindeln, Wanderwege, Seilbahn. Gebirge (200): Dichte Heidelbeersträucher bieten Lebensraum und Nahrung für Kleinsäuger und schützen den Boden vor Erosion. Zudem ist die Kultur das Sammeln von Wildpflanzen, Teil des immateriellen Kulturerbes der Schweiz. Von Technik in der Natur zeugen auch der Glacier Express und die Staumauer. Hochgebirge (1000): Kaum eine Blütenpflanze wächst so hoch oben wie der Gletscher‑Hahnenfuss. Auch der Mensch zeigt hier Pioniergeist: forschend im Sphinx‑Observatorium auf dem Jungfraujoch, kletternd im alpinen Extremraum, nachhaltig bauend in anspruchsvoller Umwelt bei der Monte‑Rosa‑Hütte. Konzept K Dieses Konzept widmet sich der Schweiz und setzt sie anhand zweier Schwerpunkte in Szene: Land und Landschaft auf der Vorderseite, Beziehung zwischen Mensch und Natur auf der Rückseite. Jede Seite ist einem Grundwert verpflichtet: "Demut" vor der Kraft der Natur (Vorderseite), "Solidarität" als Fundament einer auf gegenseitiger Unterstützung beruhenden Gesellschaft (Rückseite). Vorderseiten Sechs Ansichten zeigen die geografische Vielfalt der Schweiz. Die Landschaften sind keine Darstellungen der Wirklichkeit, sondern konstruierte Erinnerungen – Kompositionen anhand von echten Fotos, um die Atmosphäre einer Region einzufangen, anstatt diese realitätsgetreu abzubilden. Keine der Landschaften existiert genau so wie dargestellt, aber alle sind unverkennbar schweizerisch. Rückseiten Auf den Rückseiten bewegen wir uns weg von der physischen Welt und hin zur Symbolik – wo sich die Proportionen auflösen und die Bedeutung zum Vorschein kommt. In jeder Verbindung von Mensch und Natur offenbart ein visueller Dialog verborgene Geometrien und unerwartete Synergien. Jede Note bringt mit Symbolfiguren aus Natur, Kultur, Arbeit und Freizeit den Facettenreichtum der Höhenlagen und Regionen der Schweiz zum Ausdruck. Das Konzept der Banknotenserie übersetzt ein Gefühl – eine Erinnerung, eine Stimmung, eine Atmosphäre – in Bildsprache. Nicht durch grosse Gesten, sondern durch die leise Kraft unscheinbarer persönlicher Erfolgsmomente: das Morgenlicht auf 4.027 m ü. M., ein Sprung ins eiskalte Wasser, die Stille vor einer Vorführung, die Freude an der Innovation. Unser Ziel war es, nicht nur die Höhenlagen selbst abzubilden, sondern auch ihren Geist – einen Ort, der vertraut und einzigartig zugleich ist. Einen Ort, den wir alle Schweiz nennen. Konzept L Diese Banknotenserie setzt den Reichtum und die Vielfalt der Schweizer Natur in Szene. Dies erfolgt durch ein verbindendes Motiv: das Ökosystem. Das Thema "Die Schweiz und ihre Höhenlagen" wird somit ergänzt und die verschiedenen Höhenstufen werden durch einen übergreifenden Ansatz verbunden. Ob Gebirgsbach oder Auenwiese – es handelt sich jeweils um Ökosysteme, in denen Leben (Biozönose) und Umwelt (Biotop) dynamisch in Wechselwirkung stehen. Diese ganzheitliche Betrachtung zeigt, wie die Schweizer Landschaft – vom Alpengipfel bis zum Flachland – durch ökologische Geflechte durchzogen ist. Das Motiv des Ökosystems ist darüber hinaus mit einer der grossen Herausforderungen unserer Zeit verbunden: der Erhaltung der Arten und der Schonung ihrer Lebensräume im Zusammenhang mit den Auswirkungen menschlichen Handelns. Diese Banknotenserie beschränkt sich nicht darauf, das Naturreich und die Höhenlagen der Schweiz zur Geltung zu bringen. Vielmehr lädt sie uns auch dazu ein, über unseren Platz in diesem grossen lebendigen System nachzudenken. Auf den Vorderseiten werden die Schönheit und Harmonie jeder Höhenlage intuitiv veranschaulicht. Ein Panorama des Reliefs verläuft horizontal über jede Stückelung, während eine vertikale Skala Auskunft über die Höhenlage gibt. Durch die Ikonografie wird das Ökosystem anhand von vier Schlüsselelementen in den Vordergrund gestellt: ein Symbol als wesentlicher Bestandteil des Ökosystems. ein Tier mit Symbolcharakter. ein Zoom zur Hervorhebung eines Details des Panoramas. ein Geflecht zur Veranschaulichung der unsichtbaren Interaktionen (Flüsse, Verbindungen, Energien). Die Rückseiten sind eher analytischer und kartografischer Natur. Sie zeigen einen Ausschnitt der Schweizer Landkarte und veranschaulicht dabei Daten im Zusammenhang mit dem Symbol auf der Vorderseite: Wärmeindex (10), Bevölkerungsdichte (20), Vegetationsdecke (50), Gewässernetz (100), geologische Zusammensetzung (200) sowie Strahlung und Wellen (1000). Werden die sechs Noten auf ihrer Hälfte übereinandergelegt, bilden sie eine vollständige Landkarte im Massstab 1:1'500'000 und somit einen Miniatlas der Schweiz. Zusätzliche Details zu allen Konzepten find man HIER . So gelangt man zur Umfrage, HIER klicken. Donald Ludwig

  • Kurze Geschichte der Vernichtung von Banknoten

    Die zurückfließenden Banknoten waren nach den Bestimmungen des Patentes „also gleich zu vernichten“! „Nur Bares ist Wahres.“ Bis ins letzte Jahrhundert hinein verstand man darunter, dass Zahlungen mit Gold- und Silbermünzen zu erfolgen hatten. Das Misstrauen gegenüber dem papierenen Geld war nicht unbegründet. Zu oft endete es entwertet als Altpapier. Der Dreißigjährige Krieg hatte auch die Finanzen der europäischen Staaten erschöpft. In Schweden liefen anstelle von Gold- und Silbermünzen bis zu 20 kg schwere Kupferplatten (Platmynt) um. Johan Palmstruchs Idee Credityf-Zedels (Banknoten) auszugeben, wurde daher wohlwollend aufgenommen. Die 1657 gegründete „Stockholms Banco“ gab ab 1661 Geldscheine aus, die jederzeitigen Rücktausch in Metallgeld versprachen. Aber schon bald geriet die Bank wegen der zu zahlreich ausgegebenen Scheine in Schwierigkeiten. Auch den Versuchen John Laws mit der Bank of Scotland (1717) und der Banque Royal (1719) in Frankreich und des norwegischen Kaufmanns Jørgen thor Møhlen (1713) war kein Erfolg beschieden. Im Siebenjährigen Krieges ermächtigte Kaiserin Maria Theresia durch Patent vom 15. Juni 1762 die Wiener Stadtbank, Bancozettel in Höhe von 12 Millionen Gulden auszugeben. Die Scheine zu 5, 10, 25 und 100 Gulden datieren vom 1. Juli 1762. Sollte das Papiergeld erfolgreich sein, musste man das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Daher waren Abgaben an die Staatskassen zur Hälfte in Bancozetteln zu leisten. Ferner wurden die Banknoten nur gegen vollwertige Münzen abgegeben, die zur Deckung der ausgegebenen Noten dienten. Bancozettel im Mindestbetrag von 200 Gulden konnten auch in fünfprozentige Bancoobligationen umgetauscht werden, und schließlich bestimmte das Patent, dass zurückfließende Banknoten „also gleich zu vernichten“  seien. Zu diesem Zweck wurde in Wien „auf dem Glacis linkerhand vor dem Schotten-Thor ein Verbrennungsofen errichtet.“ [1] Schon bald wurde das neue Papiergeld mit einem Agio von 2 ½ % gegenüber dem Metallgeld gehandelt. Dies veranlasste die Finanzverwaltung vier weitere Emissionen vorzunehmen. Anlässlich der vierten Emission (1788) wurde erstmals die Höhe der Ausgabe geheim gehalten und die Bevölkerung begann misstrauisch zu werden. Infolge der Koalitionskriege gegen Frankreich wurden ab 1792 immer größere Mengen an Bancozetteln ausgegeben, sodass der Gesamtumlauf bis 1794 auf 62 Millionen Gulden stieg. „Schlimm wurde die Situation im Jahre 1796 – das Agio von 1771 hatte sich schon längst in sein Gegenteil verkehrt – als man dem Papiergeld, dessen Ausgabe in unbekannter Höhe ununterbrochen fortgesetzt worden war, Zwangskurs gegenüber allen Zahlungen vom Staat und für den Staat verlieh.“ [2] Auch durch diese Maßnahme war das Vertrauen der Bevölkerung nicht zurückzugewinnen. Bereits im April 1797 führte die Regierung auch einen Zwangskurs für private Zahlungen ein. Österreich erlebte erstmals eine Inflation in großem Maßstab mit ständiger Entwertung des Papiergeldes gegenüber dem Metall und dauerndem Ansteigen der Preise. Bis August 1802 stieg der Notenumlauf auf 300 Millionen Gulden. Die Regierung war bemüht das Währungschaos einzudämmen. Im August 1803 wurde ein Bancozettel-Tilgungsfond gebildet, zu dessen Dotierung ein Separatzoll auf Zucker, Kaffee und Kakao erhoben wurde. „Die Bancozettel, welche auf diese Weise eingingen wurden eingezogen und in spektakulärer Weise in einem neuen Verbrennungsofen am Wienfluss in der Nähe der Stubenbastei vernichtet.“ [3] Die weiteren Kriege gegen Napoleon machten aber alle Anstrengungen zunichte. Erst 1835 war der größte Teil des Umlaufs der Wiener Gulden außer Verkehr gesetzt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts belasteten auch die Erinnerung an die wertlosen Assignaten der französischen Revolution, die Deutschland überschwemmt hatten, das Verhältnis der Bürger zum Papiergeld. Zwar gelangte im Zuge der Industrialisierung zunehmend Papiergeld zur Ausgabe, aber es hatte aus heutiger Sicht eher den Charakter eines Wertpapiers als den eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Sollte sich das Papiergeld im Zahlungsverkehr durchsetzen, mussten die Bürger überzeugt sein, dass seine Einlösung jederzeit in Gold- und Silbermünzen möglich war. Daher begrenzten strikte Deckungsvorschriften die Ausgabemenge. In Kurhessen enthielten die Emissions-Gesetze für die Kurhessischen Kassenscheine nicht nur Bestimmungen über die Ausgabe, sondern auch über deren Wiedereinziehung. [4] Gemäß den §§ 4 der beiden Emissionsgesetzte sollten von 1852 ab jeweils jährlich Beträge von 50.000 bzw. 75.000 Thaler wieder eingezogen werden, bis sämtliche ausgegebenen Kassenscheine wieder eingelöst waren. Über die Vernichtung der ersten eingezogenen Kassenscheine gibt das folgende Protokoll Auskunft: [5] Protocoll die gänzliche Vernichtung der ... mittelst eines Hohlstempels bereits zum weiteren Umlaufe untauglich gemachten Kurhessischen Staats-Kassenscheine ... betreffend. Geschehen zu Cassel am 14. März 1857 Gegenwärtig: Excellenz der Direktor der Haupt=Staats=Kasse, Herr Geheimrath Schotten, der Oberfinanzrath von Witte, Mitglied der genannten Direktion, sodann: die Mitglieder des dermaligen geheimen Landständischen Ausschusses: Herr Freiherr Waitz von Eschen, Mitglied der 1. Ständekammer, Herr Oberfinanzrath a.D. Zuschlag, Präsident  der 2. Ständekammer Herr Gutbesitzer von Kutzleben, Vicepräsident endlich: der Protokollführer, Secretar Stephan. Nach vorgängigem Einvernehmen hatte man sich heute Nachmittag um 3 Uhr im Lokale der 1. Abtheilung der Haupt=Staatskasse zum Zwecke des im Rubrum bezeichneten Geschäfts eingefunden. Zunächst wurde von Sr. Excellenz ... eröffnet, daß die hier ... aufgelegten, bisher in 2 Kasten, unter Verschluß des Herrn Oberfinanzraths von Witte ... aufbewahrt gewesenen, meistens zu Paketen von 500 Thlr. befindlichen Kassenscheine ... genau die Summe von 125.000 Thlrn. bilden, welche die Kurfürst=Friedrich=Wilhelms=Nordbahn=Gesellschaft ... durch Raten von je 25.000 Thalern in den Jahren 1852, 1853, 1854, 1855 u. 1856 wieder abgetragen habe ... ... und daß zu der ganzen Summe von 125.000 Thalern =         185 Stück Scheine, á 20 Thlr ................      3.700 Thlr. =         975 -“-   -“-            , á  5 -“-   .................      4.875 -“- = 116.425 -“-   -“-             , á  1 -“-   ................. 116.425 -“ zusammen wie oben  125.000 Thlr. gehören, diese daher heute gänzlich zu vernichten seyen. Eine besondere Vorrichtung zum Verbrennen größerer Quantitäten von Werthpapieren hat bis jetzt nicht zur Verfügung ... gestanden, und da das Verbrennen ... in den Oefen der Geschäftslokale feuergefährlich erscheint, so fand der Vorschlag ... den Act des Verbrennens ... in der benachbarten Schmiede des Schmiedemeisters Grebe ... zu vollziehen, Einwilligung. ... Darauf verfügte man sich in die Grebe'sche Schmiede=Werkstatt, woselbst ... der 1. Kiste ... ein Paket nach dem anderen entnahm, ... und ... dem Feuer zum Verzehren übergab. ... die übrigen 4 Kisten ... in gleicher Weise ... bis der Werthinhalt der sämtlichen 5 Kisten den Flammen überantwortet war. ... Um das Absetzen unverbrannter Teile zu verhindern, wurde die Esse sorgfältig durchstoßen. Dennoch: Am 3. April 1857, ca. 3 Wochen nach dem Verbrennen der Scheine, überreicht die Kurfürstliche Landgendarmerie Wahlershausen 10 angebrannte 1-Thaler-Scheine. Sechs Stück davon waren auf einem Stück Land gefunden worden, auf welches aus dem Hofe der Hauptstaatskasse (!!!) Dünger gefahren worden war. Der "Taglöhner Martin Eulner zu Wehlheiden‘"gab vor, das Anbrennen sei ihm durch Unvorsichtigkeit mit Streichhölzern passiert, und so gelang es ihm tatsächlich, diese Scheine an den "Handelsmann Katzenberg aus Hoof" für 7 1/2 Silbergroschen zu verkaufen. Die 4 anderen Scheine, bei denen man noch recht gut die durchstanzten Löcher erkennen konnte, fanden sich im Besitz des "Handelsmann Kugelmann aus Breitenbach". Weiter seien "dem Vernehmen nach eine bedeutende Quantität ähnlicher Scheine im Publicum verbreitet, und namentlich sollen solche von Gerstungen aus, wo deren Versilberung ebenwohl versucht worden ist", bei der Polizei eingeliefert worden sein. [6] In der Zeitschrift „Der Bär“ findet sich die folgende kleine Mitteilung: Das Verbrennen von eingezogenen Wertpapieren in Berlin, welches unser Bild auf S. 33 darstellt, wird in dem Gebäude der Reichsdruckerei vorgenommen von einer Kommission, bestehend aus fünf bis sechs hohen Beamten. Der Nennwert der in jedem Jahr zur Verbrennung kommenden Wertpapiere (Kassenscheine, Reichs- und Staatsschuldenscheine) und der Wertpapiere, die beim Druck einen Fehler erhalten haben, beläuft sich auf hunderte von Millionen. Um jeden Mißbrauch vorzubeugen, ist ein besonderer Ofen konstruiert, in dem ein sehr starkes Feuer entzündet wird. Sind die einzelnen Päckchen vor den Augen der Kommission verbrannt, so wird dicht über dem Feuer ein enger Rost vorgeschoben, um ein Herausnehmen unverbrannter Papierteile zu verhindern; sodann verschließt die Kommission den ganzen Ofen durch einen Deckel. Der Schornstein des Ofens führt vom Vorderhause unter dem Hofe nach dem Hinterhause vier Treppen hoch ins Freie, ein Rost mit einem feinen Maschennetz bedeckt die Mündung, so daß auch hier jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß ein nur angesengtes Papierteilchen in unrechte Hände gelangen könnte. [7] Abb. 1: Das Verbrennen von eingezogenen Wertpapieren in Berlin. Nach einer Zeichnung von W. Zehmer. Weil das Verbrennen zu viel Zeit erforderte, ging die Reichsdruckerei dazu über, die Papiere durch eine Schlagkreuzmühle zu zerkleinern und den Abfall zu verkaufen. Abb. 2: Vernichtung von Banknoten. [8] Ende 1918 hatten auf Veranlassung der Reichsbank zahlreiche Kommunen Notgeldscheine emittiert. Nun verlangte ein Erlass des Reichsfinanzministers und des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. und 22. Januar 1919 deren Einzug bis zum 30. April 1919. [9] Die Vernichtung dieser Scheine stellte die Gemeinden vor große Probleme. In einem Runderlass vom 5. April 1919 gab der preußische Minister für Handel und Gewerbe daher genaue Anweisungen für die Vernichtung des Notgeldes: Die bevorstehende Einziehung der von den Provinzen, Kommunalverbänden, Handelskammern und industriellen Betrieben ausgegebenen Ersatzwertzeichen von 1 M und darüber wird den Beteiligten in der Vernichtung der Scheine vielfach eine neue Aufgabe stellen, deren Schwierigkeit, wenn die sachgemäße Durchführung gewährleistet werden soll, nicht unterschätzt werden darf.  Die erprobten Einrichtungen der Reichsbank, so wünschenswert ihre Benutzung wäre, können hierfür nicht zur Verfügung gestellt werden, da sie den eigenen Bedürfnissen der Reichsbank bereits nicht mehr genügen. Die Beteiligten müssen daher in geeigneter Weise die Vernichtung der Ersatzwertzeichen selbst bewerkstelligen. Bei Vernichtung von Reichsbanknoten ist folgendes Verfahren üblich: die zur Vernichtung bestimmten Reichsbanknoten werden durch mehrfache Durchlochung, die bei den Bankanstalten mittels Locheisens, bei der Reichsbankhauptkasse mittels einer maschinell betriebenen Stanze vorgenommen wird, für den Umlauf unbrauchbar gemacht und dann in bestimmten Mengen in Berlin vernichtet. Abb. 3.1: Reichsbank, 4. November 1915, 20 Mark, Lochentwertung, Vorderseite. Abb. 3.2: Reichsbank, 4. November 1915, 20 Mark, Lochentwertung, Rückseite. Hierzu wurde im Jahre 1915 eine Karbonisierungsanlage errichtet, wie sie in der Kunstwollfabrikation im Gebrauch ist. In verschlossenen drehbaren Trommeln werden die Noten durch Einfluss von Salzsäuredämpfen derartig zerstört, dass ihr Ursprung in den Ascheresten nicht mehr erkennbar ist. Dieses Verfahren gestattet, an einem Tag eine Papiergeldmenge von ungefähr 2750 kg zu vernichten. Früher benutzte die Reichsbank einen Verbrennungsofen mit Treppenrost, in welchem aber kaum der vierte Teil dieser Menge durch Feuer bewältigt werden konnte und außerdem die leitenden Beamten während der ganzen Dauer der Verbrennung, also während etwa 4 Stunden, das Verfahren überwachen mussten, während jetzt hierfür kaum eine Stunde erforderlich ist. Der Papiergeldumlauf hat inzwischen einen derartigen Umfang angenommen, dass auch die Karbonisierungsanlage der Reichbank für die Vernichtung der sich ansammelnden Mengen nicht mehr genügen wird. Die Reichsbank ist daher dauernd bemüht, ein anderes Verfahren ausfindig zu machen, ist aber zu einem befriedigenden Ergebnis bisher noch nicht gekommen. Es ist jedoch festgestellt, dass ein mechanisches Zerfaserungsverfahren, wie es bei der Papierfabrikation angewendet wird, (Zerfaserungsmaschinen, Friktionswalzen oder Holländer) für die Vernichtung von Wertzeichen durch die Reichsbank kaum in Frage kommen, da diese Maschinen nach und nach in kleinen Mengen beschickt werden müssen, so dass die Aufsichtsbeamten während des ganzen Verlaufs des Verfahrens an die Maschinen gefesselt würden. Zudem ist das Verfahren mit Rücksicht auf die besondere Beschaffenheit des zur Herstellung von Wertzeichen verwendeten Papiers, das mit chemischen Substanzen verschiedener Art durchsetzt ist, keineswegs unbedingt zuverlässig. Versuche, in einer Zerfaserungsanstalt der Stadt Berlin Darlehnskassenscheine der Darlehnskasse Ost zu vernichten, mussten, wie berichtet ist, aufgegeben werden. Die Vernichtung durch Feuer in besonderen Öfen, für deren Konstruktion die Firma H. Kort, Berlin W, Dennewitzstr. 35 Spezialist ist, fordert die Erstellung besonderer Verbrennungsöfen, welche zur Zeit wohl kaum möglich ist. Es lässt sich aber eine Vernichtung durch Feuer, besonders wenn es sich nicht um zu große Mengen handelt, in anderen technischen Betrieben ermöglichen. Hierfür kommen z. B. in Betracht: die Retorten der Gasanstalten, die Martinstahlöfen bei Stahlfabriken sowie die Verbrennungsanlagen der Krematorien. Auch die Lumpenkocher in Papierfabriken, sowie die Autoklaveanlagen, wie sie in verschiedenen chemischen Betrieben im Gebrauch sind, werden unter Umständen herangezogen werden können. Letztere haben den Vorzug, dass die durch Kochen mit Lauge erzielte breiartige Masse bei der Papp- oder Papierfabrikation weitere Verwendung finden kann. Bei der Vernichtung durch Feuer besteht für gewisse Feuerungsanlagen die Gefahr, dass der Zug zu stark ist, vor allem bei dem Beginn der Verbrennungen, so dass Scheine völlig unbeschädigt aus dem Schornstein geschleudert werden können. Bei Holzfeuerung besteht die weitere Gefahr, dass Scheine, vor allem, wenn sie in Päckchen in den Ofen geworfen werden, nur zum Teil verkohlen, sich auch zwischen die Holzscheite klemmen und nicht zerstört werden. Solche Feuerungen sind daher, sofern sie überhaupt benutzt werden, was nur bei Vernichtung kleiner Mengen wird in Frage kommen können, nur unter Beobachtung besonderer Vorsichtsmaßregeln zu benutzen. [10] Die Anweisung scheint von den Verantwortlichen der Kreisverwaltung des Dillkreises aber nicht ausreichend beherzigt worden zu sein. So titelte die "Dill-Zeitung": „Das Geld liegt auf der Straße, wenigstens in Dillenburg.“ [11] Was war geschehen? Bereits ungültige 5-, 10- und 20-Mark-Notgeldscheine mit dem Ausgabedatum 11. November 1918 des Dillkreises sollten am 21. Mai 1919 in der Heizungsanlage der Tabakfabrik verbrannt werden. Der starke Zug der Feuerung riss eine große Menge der Papiere unverbrannt bzw. nur leicht beschädigt durch den Schornstein ins Freie. Eine halbe Stunde lang regnete dann das Geld anscheinend vom Himmel, das sofort kleine und große Liebhaber fand, die sich ihre Geldbörsen zum Teil bis zum Bersten mit dem Geld vollstopften. Abb. 4.1: Dillkreis (Dillenburg), 11. November 1918, 5 Mark, Vorderseite. Am linken und unteren Rand sind deutliche Brandspuren zu erkennen. Abb. 4.2: Dillkreis (Dillenburg), 11. November 1918, 5 Mark, Rückseite. Die Mengen der zur Vernichtung anstehenden entwerteten Reichsbanknoten zwangen die Reichsbank während der Inflation, wieder auf alte Mittel zurückzugreifen. So war in der Zeitung zu lesen: Arnsberg. Die wahnwitzige Geldentwertung macht heute über Nacht Papiergeld, das früher einen bedeutenden Wert darstellte, völlig wertlos. Bei der Reichsbank türmen sich die wertlos werdenden Papiergeldlappen zu riesigen Bergen. Wenn sie die ungefähre Höhe des Babelturmes erreicht haben, schreitet man zur Vernichtung. Man bündelt sie wie Heu und bringt sie zu Papierfabriken, wo sie eingestampft werden. Am Montag fuhren in Arnsberg zwei hoch mit Papiergeldbündeln beladene Fuhrwerke von der Reichsbankstelle zur Papierfabrik Cosak. Hier erlitten die armen Scheine, an denen so viel menschliche Freude und noch viel mehr menschliches Leid klebt, ihr Schicksal.“ [12] Die Deutsche Bundesbank hatte zunächst das von der Bank deutscher Länder und auch früher von der Deutschen Reichsbank angewandte Verfahren des Zermahlens übernommen, bei dem die Banknoten in einen Papierbrei verwandelt werden und die Papiermasse als Rohstoff für grobes Papier oder Pappe erhalten bleibt. Der Arbeitsaufwand bei diesem Verfahren, das in einem fremden Betrieb, meist in einer Papierfabrik, stattfindet, ist jedoch beträchtlich; es sind Arbeitskräfte für das laufende Öffnen der Geldpakete, die gleichmäßige Beschickung des Vorkochers und des Mahlganges sowie für die Kontrolle dieser Arbeiten erforderlich. Auch ist der Unsicherheitsfaktor bedeutend, da die Kollergänge, in denen das vorgekochte Notenpapier unter Beimengung von Wasser durch Mahlsteine bis zur völligen Auflösung zerrieben wird, gegen Zugriff nicht einwandfrei geschützt sind. Als mit dem steigenden Umlauf die Mengen an ausgesonderten und zu vernichtenden Noten immer größer wurden, kam ihre Vernichtung ins Stocken; die Tresoranlagen der Bundesbank wurden immer mehr mit „alten“ Noten verstopft. Sie ging daher zu einem anderen Vernichtungsverfahren, dem der Verbrennung, über. Die Bank erstellte eine eigene Verbrennungsanlage, die Mitte 1960 in Betrieb genommen werden konnte und eine schnelle, sichere und vollständige Verbrennung ermöglicht. [13] 1978 berichtete Peter Brügge in der Zeitschrift „Der Spiegel“ über die Geldpflege der Deutschen Bundesbank auch sehr anschaulich über die Geldvernichtung. Danach waren damals allein 2400 Bundesbank-Beamte damit beschäftigt, die umlauffähigen Noten von den nicht mehr tauglichen Noten zu trennen. Von den 1071 Millionen Scheinen im Wert von 71 Milliarden Mark wurden 450 Millionen Scheine im Wert von 18 Milliarden Mark und mit einem Gewicht von 408 Tonnen ausgesondert und durch neue Noten ersetzt. Die in den Bundesbankfilialen ausgesonderten Banknoten wurden gebündelt und mit einer Stanzpresse sechsfach gelocht. Das gelöcherte Papier erreichte als bewachter Geldtransport die Frankfurter Zentrale, wo die angelieferten Scheine nachgezählt, anschließend in indische Jute-Säcke gestopft und mit besonderem Zwirn eingenäht wurden. Früher benutzte man gebrauchte Kaffeesäcke aus Costa Rica. Gefüllt mit so unterschiedlichen Werten, wandern an einem endlosen Förderband 67 nummerierte stählerne Kipploren schließlich hin zum zentralen umgitterten Glutofen der Bundesbank, in den alles Papiergeld einmal mündet. Es wird Buch geführt über den Inhalt der Loren bei jedem Umlauf – doch die Nummern der Scheine notiert keiner. Unter ständiger Umdrehung eines Reiß- und Rührwerks verglühen die Scheinbündel in der donnernden Hitze von 1100 Grad Celsius. Erst das feine Pulver, das unten herausfällt, wird nicht mehr bewacht. [14] Als erstes Unternehmen weltweit begann 1979 Giesecke & Devrient ein professionelles Banknotenvernichtungssystem zu entwickeln und herzustellen, das heute von über 80 Zentralbanken und Banknotendruckereien eingesetzt wird. [15] Das BDS D-System schreddert bis zu 1500 kg Banknoten pro Stunde in kleinste Bestandteile. In der Praxis bedeutet dies eine Schnipselgröße von 36 mm², sodass aus ihnen keine Banknoten mehr zusammengefügt werden können. [16] Die Banknotenpartikel können zudem abgesaugt und zu handlichen Briketts verdichtet werden. Abb. 5: Banknotenbrikett aus Papierschnipseln von geschredderten 5-DM-Scheinen im ehemaligen Wert von 75.000 DM. Maße: ca. 150 x 120 x 70 mm. Würden ausschließlich 1000-DM-Scheine zerkleinert, dann enthielt das Brikett einen „Wert“ von einer Million DM. Auch die Deutsche Bundesbank verfügt über spezielle Anlagen zur Banknotenvernichtung, in denen die Scheine geschreddert werden. Durch ihre organische Zusammensetzung eignen sich die Banknotenpartikel hervorragend als Rohstoff für die Herstellung von hochwertigem Kompost. Ein weiterer Teil der zerkleinerten Banknoten wird zur Herstellung von Papierprodukten wie Recyclingpapier verwendet. Bei Einführung des Euro mussten insgesamt rund 2,6 Milliarden D-Mark-Scheine mit einem Gewicht von 2400 Tonnen vernichtet werden. [17] In den behandelten Beispielen erfolgte die Vernichtung der Geldscheine zur Kurspflege, zur Beseitigung entwerteter oder verschmutzter und beschädigter Geldscheine.   Bei kriegerischen Auseinandersetzungen wurden Banknoten häufig vernichtet, damit sie nicht in feindliche Hände fielen: Als im August 1914 der Erste Weltkrieg begann, wurde das weit entfernte Kiautschou von der Nachricht des Kriegsausbruchs völlig überrascht. Bereits am 23. August 1914 trat Japan gegen das Deutsche Reich in den Krieg ein. Die kleine Besatzung des deutschen Pachtgebiets bestand aus 4759 aktiven Soldaten und Reservisten sowie 305 österreichisch-ungarischen Matrosen. Als die kleine Festung nicht zu halten war, befahl Kapitän zur See Meyer-Waldeck, der letzte deutsche Gouverneur, die Vernichtung der Siegel, Stempel, Briefmarken und auch der Geldscheine der Deutsch-Asiatischen Bank. Dies geschah am 5. November 1914 (Gottberg, Die Helden von Tsingtau. Berlin 1920. Hier S. 163). … Da die Banknoten der Deutsch-Asiatischen Bank in China selbstverständlich noch volle Gültigkeit hatten, war die Ausgabestelle Tsingtau doch ausdrücklich für die ganze Provinz Shangtung tätig, blieb nichts anderes übrig, als eine Million mexikanischer Dollar in Banknoten der Ausgabestelle Tsingtau zu verbrennen. Am 7. November musste die Festung kapitulieren. [18] Als 1916 durch die voranschreitende belgisch-englische Offensive Tabora [Deutsch-Ostafrika, Anm. d. Verf.] bedroht war, wurde neben der dortigen Papiergelddruckerei eine in Morogoro errichtet, die bis August 1916 arbeitete. Eine in Kissaki (am Südrand des Ulugurugebirges) im Handbetrieb arbeitende Gelddruckerei musste beim Vormarsch der Engländer die Maschinen stehen lassen (Schnee, S. 286). Notenformulare, die man rechtzeitig aus Tabora zum Rufidji gebracht hatte, wurden dort vom Gouvernementssekretär Lenz und seinem Nachfolger Traub im dichtesten Busch fertiggestellt und ausgegeben (ebd.). Die letzten in Tabora verfertigten Scheine konnten nicht mehr abtransportiert werden. Der Stellvertretende Gouverneur Brandes vernichtete sie vor dem Einmarsch der Belgier (Ada Schnee, S. 103). [19]  Dr. Heinrich Schnee, der letzte Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, berichtete: Bei der langen Kriegsdauer und der mangelhaften Herstellung der Banknoten, die größtenteils aus gewöhnlichem Konzeptpapier hergestellt werden mussten, sind sicher erhebliche Mengen von Banknoten verloren gegangen. So haben beispielsweise zweifellos vielfach eingeborene Träger, die ihre Noten nicht wasserdicht und sicher verwahren konnten, besonders beim Durchschreiten von Flüssen und während der Regenzeit beträchtliche Verluste an Banknoten erlitten. Auch haben wiederholt englische wie belgische Soldaten den Eingeborenen abgenommene oder sonst erbeutete Bestände an Interimsnoten vernichtet. [20] Die Reichsbank stellte bei Kriegsausbruch 1939 vertrauliche Grundsätze für die Räumung von Reichsbankanstalten auf. Bei Feindgefahr sollten vorhandene Barbestände nach Möglichkeit an Militärkassen ausgezahlt werden. Wenn dies nicht möglich war, sollten die Geldbestände, Bücher und Scheckformulare vernichtet werden. Darüber musste ein Protokoll angefertigt werden, das von allen Beteiligten zu unterschreiben war. Diese Anordnung galt sinngemäß auch für die Reichskreditkassen .[21] Bleibt noch anzumerken, dass die DDR-Banknoten nach Einführung der D-Mark 1990 in einem Bergwerk in der Hoffnung eingemauert wurden, dass sie mit der Zeit verrotten würden. Nachdem Geldscheine aus den in den Bergwerksstollen eingelagerten Beständen auftauchten, wurden die Scheine wieder geborgen und verbrannt. Aber das ist eine andere Geschichte. Uwe Bronnert Anmerkungen Dr. S. Pressburger: Oesterreichische Notenbank 1816 - 1966, Geschichte des Oesterreichischen Noteninstituts, hrsg. von der Oesterreichischen Nationalbank, Wien, Wien 1966, S. 12. Ebenda, S. 13. Ebenda, S. 14. Gesetz vom 26ten August 1848 und Gesetz vom 24ten März 1849, die Emission Kurhessischer Kassenscheine betreffend. Abgedruckt bei Lothar Brendel, Das Papiergeld des Kurfürstentums Hessen – Staatliche Kassenscheine und Privatbankausgaben, Beiträge zur Münzkunde in Hessen-Kassel 7, Kassel 1979, S. 7. Ebenda, S. 18. Ebenda, S. 19 f. "Der Bär", Nr. 3 vom 15. Oktober 1892, S. 35. Quelle: „Deutsche Reichsbank, Vernichtung von Banknoten,”  Krisenjahr 1923 , zuletzt aufgerufen am 24. Mai 2025,  https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/krisenjahr-1923/items/show/33 . "Dill-Zeitung", Nr. 96 vom 25.04.1919. Hessisches Staatshauptarchiv Wiesbaden, Akte 405 Nr. 6098, Bl. 298 u. 299. "Dill-Zeitung", Nr. 118, Donnerstag, 22.05.1919. "Sieg-Post", Nr. 243 v. 19.10.1923. Kurt Jaeger und Ulrich Haevecker: Die deutschen Banknoten seit 1871, Engelbert/Württ. 1963, S. 170 f. Peter Brügge: „Das ist der größte Bazillenträger“, in: "DER SPIEGEL", Nr. 30/1978, S. 61 – 64. Die BDS® Produktfamilie, Werte sichern, auch wenn wir sie vernichten, S. 10. https://www.gi-de.com/corporate/Currency_Technology/Currency_Management/Intelligent_Automation_Solutions/Banknote_Destruction_Systems/gd_brochure_bds_concept_DE.pdf   (23.04.2025). https://www.gi-de.com/de/spotlight/payment/vernichtung-von-banknoten   (11.06.2021). https://www.prosegur.de/blog/cash/zweites-leben-banknoten   (23.04.2025). Dr. Günther Meinhardt, Die Geldgeschichte der ehemaligen deutschen Schutzgebiete, Heft 7: Deutschland in China, Dortmund o. J. (1965), S. 22. Günther Meinhardt: Die Geldgeschichte der ehemaligen deutschen Schutzgebiete, Heft 4: Deutsch-Ostafrika, Sonderausgabe Nr. 23 der "Rundschau der Geldzeichensammler", Dortmund o. J. (1961), S. 49. Heinrich Schnee: Deutsch-Ostafrika im Weltkriege, Wie wir lebten und kämpften, Leipzig 1919, S. 283. Vgl. BA Berlin, R 29/3, Bericht über Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 29. Januar 1942.

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: August 2025, Teil 1

    Honduras, Indien, Malaysia, Philippinen, Rumänien, Thailand, Ungarn, Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Honduras 2 Lempiras vom 09.05.2024 BNB B345f: wie BNB B345e (SCWPM 97), aber mit neuen Unterschriften (Santos/Ávila/Ochoa) und neuem Datum (9 DE MAYO DE 2024). 100 Lempiras vom 09.05.2024 BNB B356b: wie BNB B356a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Santos/Ávila/Ochoa) und neuem Datum (9 DE MAYO DE 2024). 500 Lempiras vom 09.05.2024 BNB B357b: wie BNB B357a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Santos/Ávila/Ochoa) und neuem Datum (9 DE MAYO DE 2024). Indien 10 Rupees von 2025 BNB B298i: wie BNB B298h (SCWPM 109), aber mit neuem Jahr. 50 Rupees von 2025 BNB B300i: wie BNB B300h (SCWPM 111), aber mit neuem Jahr. 200 Rupees von 2025 BNB B302i: wie BNB B302h (SCWPM 113), aber mit neuem Jahr. Malaysia 1 Ringgit, neue Auflage BNB B148e: wie BNB 148d (SCWPM 51A), aber mit neuer Unterschrift (Ghaffour). Philippinen 500 Piso von 2025 BNB B1107b: wie BNB B1107a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Rumänien 10 Lei von 2025 BNB B288e: wie BNB B288d (SCWPM 119), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Thailand 500 Baht, neue Auflage BNB B196d: wie BNB B196c (SCWPM 138), aber mit neuen Unterschriften (Chunhavachira/Suthiwartnarueput). Ungarn 500 Forint von 2025 BNB B587.5c: wie BNB B587.5b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Virag/Varga/Kurali) und neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste) 5000 Francs CFA von 2025 BNB B123Ay: wie BNB B123Ax (SCWPM 117A), aber mit neuem Jahr (20)25 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe A = Elfenbeinküste. Donald Ludwig ( polymernotes.org ) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book und Stane Straus, polymernotes.org )

  • Aus privaten Sammlungen: 10.000 Ringgit von Brunei 2006 – Adieu zum 10.000er! Wir werden Dich vermissen!

    Am 29. September 2020 gab die Autoriti Monetari Brunei Darussalam (AMBD), die Zentralbank von Brunei, bekannt, dass die 10.000-Ringgit-Banknoten nicht mehr an die Banken in Brunei Darussalam ausgegeben und anschließend mit Wirkung zum 2. November 2020 aus dem Verkehr gezogen werden. Es wurden insgesamt nur zwei verschiedene 10.000-Ringgit-Banknoten ausgegeben, eine Papiernote im Jahr 1989 und eine kleinere Polymerbanknote im Jahr 2006. Die Papierbanknote war von 1989 bis 2006 bei der Bank erhältlich und die Polymer-Version seit 2006, insgesamt also 14 Jahre. Die Zehntausender bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und behalten ihren vollen Nennwert. Die Entscheidung, sie aus dem Verkehr zu ziehen, ist einer der Schritte der AMBD, die mit Finanzverbrechen verbundenen Risiken wie Geldwäsche, Terrorismus-Finanzierung und Fälschung von Banknoten mit hohem Nennwert zu verringern. Aber die Zehntausender waren nie Banknoten, die man häufig in den Geldbörsen der meisten Bürger von Brunei hätte finden können. Sie waren eher "Spielgeld" und Prestige-Scheine für den Sultan, seine Familie und die Superreichen. Der aktuelle Nennwert (zum 11.08.2025) der 10.000-Ringgit-Banknote entspricht etwa 6.684 EUR bzw. 7.789 USD. Brunei unterhält ein "Currency Interchangeability Agreement" (Währungaustausch-Abkommen) mit Singapur, was bedeutet, dass ein Brunei-Dollar einem Singapur-Dollar gleichgestellt ist. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) hat die Emission ihrer Zehntausender bereits im Oktober 2014 eingestellt. Seit dieser Zeit steht die AMBD unter internationalem Druck, ebenfalls die Emission Zehntausender einzustellen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist eine Anreise nach und Einreise in Brunei derzeit fast unmöglich, sodass ein Ansturm auf die Bank um die 10.000-Ringgit-Scheine vor dem 2. November sicherlich nicht stattfinden wird. Wenn Sie einen, einige oder ein Bündel Zuhause haben, kann man sich glücklich schätzen! Diese Banknote ist aufgrund ihres Prestigestatus nach wie vor äußerst beliebt und eine der wichtigsten Banknoten für eine vollständige Polymerbanknoten-Sammlung. Mit dem Einzug der 10.000-Ringgit-Noten des Brunei ist die Banknote mit dem weltweit höchsten Nennwert dann der schweizerische 1000er mit einem Wert (zum 11.08.2025) von etwa 1.062 EUR (1.237 USD). Aus der Sammlung Karl Köhler: Brunei, Negara Brunei Darussalam: 10.000 Ringgit von 2006 Vorderseite: Rechts Porträt von Sultan Hassanal Bolkiah Mu'izzadin Waddaulah in Uniform. Mitte Blüten einer Merremia borneensis (tropisches Windengewächs). Ornamente. Rückseite: Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan und Ornamente. Wasserzeichen: Polymer-Kunststoff mit Durchsichtsfenster (Schattenbild). Druck: Note Printing Australia Format: 181 x 90 mm Katalogreferenzen: BRN-33 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. IIM – Modern Issues) B-205 (Owen W. Linzmayer: The Banknote Book) S11R1 ("POLYMER 2021", 2021 Edition, Straus, Ludwig, Kee H. B.) PMG-Grading : 51 Stück zum 11.08.2025 gegradet, 67EPQ (TOP POP, 21 Stück), 66EPQ (17 Stück), 65EPQ (6 Stück) Donald Ludwig/Hans-Ludwig Grabowski polymernotes.org Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 2 Dollars des Government of British Guiana von 1942

    In der Region gab es bereits Anfang des 17. Jahrhunderts niederländische Handelsniederlassungen und schließlich wurden die Gebiete unter dem Begriff Niederländisch-Guayana zusammengefasst. Mit dem Britisch-Niederländischen Vertrag vom 13. August 1814 fielen die Kolonien Essequibo, Demerara und Berbice an die Briten, die daraus 1831 die Kolonie Britisch-Guayana machten. Das erste Papiergeld waren Scheine für die Kolonien Demerara und Essequibo (Demerary and Essequebo) in Gulden-Währung von 1830. Ab 1916 folgten Ausgaben des Government of British Guiana, dessen letzte auf das Kriegsjahr 1942 datiert sind. 1966 wurde Guayana unabhängig. Aus der Sammlung Karl Köhler: British-Guiana, Government: 2 Dollars vom 1. Januar 1942 Vorderseite: Mitte Kaieteur-Wasserfall , links Tukan, rechts Siegel mit Segelschiff Rückseite: Porträt von König Georg VI. im Ornament-Rahmen Wasserzeichen: ohne Format: 152 mm x 82 mm Druck: Waterlow & Sons Limited, London Katalogreferenzen: British Guiana 13c (World Paper Money, Vol. II – General Issues) B198c (The Banknote Book, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 30 Stück zum 10.03.2025 gegradet, 64EPQ (TOP POP, 1 Stück), 58EPQ (3 Stück), 55 (1 Stück) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: Der "Kleine Kaplan" aus Österreich von 1961

    Hinter dieser harmlos aussehenden Banknote verbirgt sich eine ganz besondere Geschichte. Zwischen den Jahren 1956 und 1965 gab die Oesterreichische Nationalbank eine neue Serie von Banknoten in den Stückelungen zu 20, 50, 100, 500 und 1000 Schilling heraus. Die 1000-Schilling-Banknote vom 2. Januar 1961 wurde am 5. Februar 1962 ausgegeben. Auf der Vorderseite der Banknote war Viktor Kaplan abgebildet. Kaplan (1876–1934) war ein österreichischer Ingenieur und Erfinder der Kaplanturbine, einer propellerartigen Wasserturbine mit verstellbaren Schaufeln. Die Kaplanturbine ist auch auf der Vorderseite der Banknote abgebildet, ganz rechts. Hier links abgebildet ist eine Gedenkbriefmarke, die 1976 zu Ehren Kaplans von der Republik Österreich herausgegeben wurde. Die Rückseite der Banknote zeigt Schloss Persenbeug mit Blick auf das Donaukraftwerk bei Ybbs-Persenbeug. Das Schloss in der niederösterreichischen Gemeinde Persenbeug-Gottsdorf wurde zuerst im Jahr 907 geschichtlich erwähnt. Heute ist es im Besitz von Nachkommen aus den Familien Habsburg-Lothringen und Waldburg-Zeil. Das Donaukraftwerk bei Ybbs-Persenbeug ist ein Laufkraftwerk an der österreichischen Donau. Die Österreichische Donaukraftwerke AG begannen den Bau nach 55 Projektvarianten und der endgültigen Umplanung auf Kaplanturbinen im Jahr 1954. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde 1959 das erste Wasserkraftwerk der Österreichischen Donaukraftwerke eröffnet und als Symbol des österreichischen Wiederaufbaus in den Nachkriegsjahren und der Zweiten Republik gefeiert. Im Jahr 2012 wurde projektiert, die sechs stehenden Kaplanturbinen, sowie die Leittechnik und die Steuerung zu tauschen. Am 7. Oktober 2022 wurde mit der Inbetriebnahme der neuen Maschine Nr. 1, mit fünfflügeliger Kaplanturbine, die Erneuerung feierlich abgeschlossen. Die 1000-Schilling-Banknote stieß in der österreichischen Bevölkerung auf Unmut. 1000 Schilling waren damals sehr viel Geld und die Banknote war viel kleiner als die 1000-Schilling-Banknote, die sie ersetzte - sie war nur 4 mm breiter als die damalige 100-Schilling-Note. Die Menschen beschwerten sich, dass der neue Tausender aufgrund der ähnlichen Größe, der ähnlichen Gestaltung und des weißen Hintergrunds leicht mit dem Hunderter verwechselt werden konnte. Außerdem wünschten sich die Menschen, dass eine Banknote mit einem so hohen Nennwert viel größer sein sollte. Die Oesterreichische Nationalbank nahm die Kritik ernst und zog die Banknote am 30. April 1962, nur elf Wochen nach ihrer Ausgabe, aus dem Verkehr. Die Bank behielt die Gestaltung der Banknote bei, vergrößerte sie jedoch um acht mm (Breite) und elf mm (Höhe) und änderte die Hintergrundfarbe von Weiß zu einem vertikal gestreiften Blau. Die neugestaltete Banknote wurde am 26. November 1962 ausgegeben und am 31. März 1972 eingezogen (eine neugestaltete 1000-Schilling-Note mit dem Porträt von Bertha Suttner kam am 9. September 1970 in Umlauf). Die Abmessungen der drei abgebildeten Scheine sind: 100 Schilling vom 1. Juli.1960: 150mm x 74 mm, 1000 Schilling vom 2. Januar 1961 (der kleine Kaplan): 154 mm x 74 mm, 1000 Schilling vom 2. Januar 1961 (der große Kaplan): 162 mm x 85 mm. Unter österreichischen Banknotensammlern ist die kleine als "Kleiner Kaplan" und die neu gestaltete, größere als "Großer Kaplan" bekannt. Vom "Kleinen Kaplan" sind nur sehr wenige Exemplare im Privatbesitz erhalten geblieben. Diese Banknote ist eine moderne Rarität und fehlt in den meisten fortgeschrittenen österreichischen Banknotensammlungen. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Republik Österreich ​Emittent: ​Oesterreichische Nationalbank Nominal: 1000 Schilling Datierung: 2. Januar 1961 Vorderseite: ​"1000" in allen vier Ecken, Viktor Kaplan (1876–1923) und eine Kaplanturbine, ein komplexes Guillochenmuster. Rückseite: "1000" in allen vier Ecken, Schloss Persenbeug mit Blick auf das Donaukraftwerk in Ybbs-Persenbeug und ein komplexes Guillochenmuster. Material: ​Papier ohne Wasserzeichen Unterschriften: Dietrich (Generalrat), Kamitz (Präsident) und Stöger-Marenpach (Generaldirektor). Druck: Druckerei für Wertpapiere, Wien Format: 154 mm x 74 mm Nummerierung: A 215275 D Zitate: 140a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B244a ( The Banknote Book : Austria, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 2 Stück zum 01.07.2025 gegradet, 66EPQ (TOP POP, 1 Stück), 58 (1 Stück) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Aus privaten Sammlungen: 10 Shillings von Südwestafrika aus dem Jahr 1952

    Südwestafrika war von 1915 bis 1966 ein Gebiet unter südafrikanischer Kontrolle/Verwaltung und von 1966 bis 1990 unter südafrikanischer Besatzung. Es wurde 1968 von den Vereinten Nationen in Namibia umbenannt und am 21. März 1990 unter diesem Namen unabhängig. Südwestafrika bzw. Namibia grenzt an Angola (vor 1975 eine portugiesische Kolonie), Botswana (vor 1966 Betschuanaland), Südafrika und Sambia (vor 1964 britische Kolonie Nordrhodesien). Während seiner Verwaltung wandte Südafrika auf dem Gebiet Südwestafrikas sein eigenes Apartheidsystem an. Aus Deutsch-Südwestafrika, von 1884 bis 1919 offiziell eine Kolonie des Deutschen Reichs, jedoch von 1915 bis 1919 besetzt, ging Südwestafrika voraus. Bitte lesen Sie DIESEN ARTIKEL , um mehr über die frühe politische und monetäre Geschichte von Deutsch-Südwestafrika zu erfahren. Nach der Verabschiedung der South West Africa Banks Proclamation 1930 wurden die Barclays Bank (Dominion, Colonial and Overseas) und die Standard Bank of South Africa Limited zur Ausgabe von Banknoten als gesetzliches Zahlungsmittel in diesem Gebiet ermächtigt. Die ersten Scheine wurden 1931 ausgegeben. Zuvor waren ab 1915 Britische Pfund und dann südafrikanische Banknoten im Umlauf. Am 12. April 1947 wurde die Volkskas Beperk / Volkskas Limited (Volkskasse) als Geschäftsbank in Südwestafrika registriert und eröffnete im Oktober 1948 ihre erste Filiale in Windhoek. Die Volkskas erhielt die Genehmigung zur Ausgabe von Banknoten als gesetzliches Zahlungsmittel. Diese Noten waren nur etwas mehr als zwölf Jahre lang im Umlauf, bevor sie bei der Einführung des Dezimalsystems 1961 und der Einführung von Rand und Cents zugunsten der südafrikanischen Währung zurückgezogen wurden. Die Volkskas gab zwischen 1949 und 1959 Scheine mit nur sechs verschiedenen Daten aus. Insgesamt wurden 100.000 10-Shilling-, 165.000 1-Pfund- und 78.000 5-Pfund-Scheine über alle Ausgabedaten hinweg ausgegeben. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Südwestfrika Emittent: Volkskas Beperk / Volkskas Limited (Volkskasse, limitiert) Nominal: 10 Shillings / Sjielings / Schillinge Datierung: 4 JUNIE 1952. Vorderseite: Rechts oben: "VOLKSKAS LIMITED REGISTERED COMMERCIAL BANK PROMISES TO PAY TO BEARER ON DEMAND AT WINDHOEK" in englischer Sprache (VOLKSKAS LIMITED EINGETRAGENE GESCHÄFTSBANK VERSPRICHT, AUF VERLANGEN AN DEN INHABER IN WINDHOEK ZU ZAHLEN) und derselbe Text in Afrikaans links oben. Der Nennwert von "10/-" in allen Ecken und auch in der oberen Mitte der Banknote. Eine ruhige ländliche Szene mit Feldern, ein paar Bäumen, Gebäuden, einem kleinen Dorf mit einer Kirche mit Kirchturm und Bergen im Hintergrund in der Mitte. Der Nennwert in Afrikaans, Englisch und Deutsch in der unteren Mitte, darunter die Unterschriften der Beamten und das Datum. Wasserzeichenbereich rechts. Der Text "THIS NOTE IS LEGAL TENDER AND IS COVERED BY SECURITY LODGED WITH THE SECRETARY FOR SOUTH WEST AFRICA IN TERMS OF THE BANKS PROCLAMATION, 1940." ("DIESE NOTE IST GESETZLICHES ZAHLUNGSMITTEL UND WIRD DURCH SICHERHEIT BEI DEM SEKRETÄR FÜR SÜDWESTAFRIKA GEMÄSS DER BANKENPROKRAMATION, 1940, GEDECKT.") unten links in Afrikaans und rechts in Englisch. Die Banknote ist auf allen Seiten und um die Nennwerte herum mit Guilloche-Mustern versehen. Rückseite: Oben "VOLKSKAS BEPERK" auf Afrikaans, darunter "VOLKSKAS LIMITED" auf Englisch. Der Nennwert von "10/-" in allen Ecken und auch zweimal in der unteren Mitte, links und rechts. Die Nennwert-Bezeichnung in Worten auf Afrikaans, Englisch und Deutsch erscheint jeweils in der Mitte, umgeben von guillochierten Mustern, unten links und unten rechts. Unten in der Mitte eine kleine Szene mit einem handgeführten Pflug mit einer Schere und der Aufschrift "ARBEIDSAAMHEID" ("ZUSAMMENARBEIT"). Wie auf der Vorderseite werden auf allen Seiten der Banknote guillochierte Muster verwendet, um das Banknotendesign einzurahmen. Unterschriften: Cornelius Johannes Wolfaardt (HOOFAGENT - CHIEF AGENT) und Joseph Jacobus Bosman (HOOFBESTUURDER - GENERAL MANAGER) Material: Papier mit Wasserzeichen (der Kopf einer Frau, die eine Voortrekker-Mütze trägt) Druck: WATERLOW & SONS LIMITED LONDON, England Format: 140 mm x 76 mm Nummerierung: K/2 61987 Zitate: Southwest Africa 13a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B301d ( The Banknote Book : South West Africa, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 18 Stück zum 01.07.2025 gegradet, 67EPQ (TOP POP, 1 Stück), 66EPQ (3 Stück), 65EPQ (1 Stück). Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Aus privaten Sammlungen: 1000 Francs der Demokratischen Republik Kongo aus dem Jahr 1962

    Die Demokratische Republik Kongo, auch bekannt als DR Kongo, Kongo-Kinshasa oder einfach Kongo, ist ein Land in Zentralafrika. Gemessen an der Landfläche ist das Land nach Algerien das zweitgrößte Afrikas und das elftgrößte der Welt. Mit rund 110 Millionen Einwohnern ist es auch das bevölkerungsreichste frankophone Land der Welt. Die Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Kinshasa. Das Kongobecken wurde erstmals vor etwa 90.000 Jahren von zentralafrikanischen Ackerbauern und vor etwa 2000 bis 3000 Jahren im Zuge der Bantu-Expansion besiedelt. Im Westen herrschte vom 14. bis zum 19. Jahrhundert das Königreich Kongo an der Mündung des Kongo-Flusses. In der Mitte und im Osten herrschten die Reiche von Mwene Muji, Luba und Lunda. König Leopold II. von Belgien erwarb 1885 formell die Rechte am Kongogebiet von den europäischen Kolonialmächten, erklärte das Land zu seinem Privateigentum und nannte es Kongo-Freistaat. Von 1885 bis 1908 zwang sein koloniales Militär die einheimische Bevölkerung zur Kautschukproduktion und verübte zahlreiche Gräueltaten. Im Jahr 1908 trat Leopold das Gebiet ab, das damit zu einer belgischen Kolonie wurde. Am 30. Juni 1960 erlangte Belgisch-Kongo die Unabhängigkeit und wurde zur République du Congo. Der Conseil Monétaire de la République du Congo wurde im Oktober 1960 gegründet. Er stellte seine Tätigkeit im Juni 1964 ein. In den vier Jahren seines Bestehens gab der CMRC nur drei Banknoten aus. Im Februar 1961 wurde dann die Banque Nationale du Congo gegründet. 1962 führte der Conseil Monétaire de la République du Congo 1000-Francs-Scheine ein, indem er den Namen des CMRC über das Wasserzeichen der Banknoten nach dem Muster der Zentralbank von Belgisch-Kongo und Ruanda-Urundi druckte. Im Jahr 1963 gab der CMRC Banknoten in eigenem Namen im Wert von 100 und 5000 Francs aus. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Demokratische Republik Kongo Emittent: Conseil Monétaire de la République du Congo Nominal: 1000 Francs Datierung: 15.02.1962 Vorderseite: Links ein Moliro-Mann, der nach rechts schaut. Unten eine Flussszene mit Fischerbooten (Einbäume, Pirogen), Palmen und einem Gebäude, darunter der Straftext. Zwei kongolesische Sterne oben rechts und links unter den Nennwerten. Rückseite: In der Mitte ein Wasserbock, der aus einem Fluss trinkt. Unterschriften: keine Unterschriften Material: Papier mit Wasserzeichen (Okapi-Kopf) Druck: Bradbury, Wilkinson & Company, England Format: 185 mm x 106 mm Nummerierung: CM0280321 Zitate: Congo Democratic Republic 2 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B101 ( The Banknote Book : Congo Democratic Republic, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 90 Stück zum 01.07.2025 gegradet, 67EPQ (TOP POP, 1 Stück), 66EPQ (2 Stück), 65EPQ (1 Stück). Die häufigsten Grades sind 35 (14 Stück) und 30 (17 Stück). Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Aus privaten Sammlungen: 5 Rupien von Ceylon aus dem Jahr 1952

    Ceylon, heute offiziell die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka, ist ein Inselstaat in Südasien. Die dokumentierte Geschichte des Landes reicht 3000 Jahre zurück, wobei prähistorische menschliche Siedlungen bereits vor 125.000 Jahren nachgewiesen wurden. Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner tiefen Häfen war Sri Lanka immer schon von großer strategischer Bedeutung, von den Anfängen der alten Seidenstraße bis zur heutigen so genannten maritimen Seidenstraße. In einer Zeit großer politischer Krisen im singhalesischen Königreich Kotte kamen die Portugiesen 1505 nach Sri Lanka und versuchten, den Seehandel zu kontrollieren. In der Folge wurde ein Teil des Landes portugiesischer Besitz. Nach dem singhalesisch-portugiesischen Krieg, einer Reihe von Konflikten, die von 1527 bis 1658 ausgetragen wurden, übernahmen das niederländische Kolonialreich und das Königreich Kandy die Kontrolle über diese Gebiete. Das niederländische Ceylon wurde vom britischen Empire übernommen, das die Kontrolle über die gesamte Insel ausdehnte und 1815 die Kolonisierung von Britisch Ceylon abschloss. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand eine Nationalbewegung für politische Unabhängigkeit, und 1948 wurde Ceylon zu einem britischen "Dominion" (Herrschaftsgebiet). An seine Stelle trat 1972 die Republik Sri Lanka. Das früheste Papiergeld stammt aus dem Jahr 1785, als der niederländische Gouverneur Van de Graaff die Ausgabe der Verenigde Oostindische Compagnie von 25.000 Stück Reichstalern in Werten von 5 bis 1000 "Ryxdaalders" genehmigte. Diese als "kredit briven" (Kreditbriefe) bezeichneten Schatzanweisungen waren gegen Vorlage von Kupfermünzen im Verhältnis von 48 Stuivers zu 1 Reichstaler an den Inhaber zahlbar. Im März 1800 genehmigte der britische Gouverneur Frederick North eine Ausgabe im Wert von 30.000 Rixdollars, gefolgt von einer zweiten Ausgabe von 45.000 Rixdollars. 1827 wurden die niederländischen Rixdollar-Noten eingezogen und Pfund-Banknoten eingeführt. Die 2- und 5-Rixdollar-Noten hatten einen Wert von 3 Shilling bzw. 7 Shilling 6 Pence. Die Bank of Ceylon wurde 1840 mit einem Kapital von 125.000 Pfund gegründet, sie scheiterte jedoch 1849 und wurde von der Oriental Bank übernommen. Die Währungsbezeichnung Rupee wurde erstmals in den 1870er Jahren verwendet. Die Geschichte des Bankwesens in Ceylon ist in der Tat reich an Banken und Behörden, die gegründet wurden, Banknoten ausgaben und dann von einer anderen Bank übernommen wurden oder ihr Recht zur Ausgabe von Geld verloren. Banknoten des "Government of Ceylon" wurden von 1885 bis 1949 ausgegeben. Die erste "Government of Ceylon"-Banknote mit dem Bildnis von König Georg VI. wurde 1938 ausgegeben. Die Zentralbank von Ceylon wurde 1949 gegründet und nahm im August 1950 ihre Tätigkeit auf. Die ersten Banknoten der neuen Zentralbank, auf denen ebenfalls König Georg VI. abgebildet ist, wurden 1951 ausgegeben. Die ersten Banknoten, auf denen Königin Elisabeth II. abgebildet ist, sind auf den 3. Juni 1952 datiert. Ihr Porträt wurde jedoch 1956 entfernt und durch das Staatswappen von Ceylon ersetzt. Die Central Bank of Ceylon wurde 1985 in Central Bank of Sri Lanka (CBSL) umbenannt. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Ceylon Emittent: Central Bank of Ceylon Nominal: 5 Rupees (Rupien) Datierung: 3rd JUNE 1952 Vorderseite: Königin Elisabeth II. links mit dem "Girls of Great Britain and Ireland"-Diadem, das der zukünftigen Königin Mary, ihrer Großmutter, 1893 zur Hochzeit geschenkt wurde. Dieses Porträt wurde von Bradbury, Wilkinson & Co. Ld. angefertigt und auf den ceylonesischen Banknoten Pick 49-53 verwendet. Oben "CENTRAL BANK OF CEYLON". Der Nennwert "5" in allen Ecken, bunte, guillochierte Muster auf der gesamten Vorderseite, Wasserzeichenbereich rechts. Der Nennwert in Englisch "FIVE RUPEES" in der Mitte, darunter das Datum und die Unterschriften. Der Nennwert (fünf Rupien) in Singhalesisch oben links und in Tamilisch unten rechts. Rückseite: Der Nennwert "5" in allen Ecken, eine Statue von Parākramabāhu dem Großen in Polonnaruwa, einem singhalesischen König von Ceylon (1153-86), der die Insel unter einer Herrschaft vereinigte. In der Mitte "CENTRAL BANK OF CEYLON" oben und der Nennwert "FIVE RUPEES" in Englisch in der Mitte rechts, in Singhalesisch unten links und in Tamilisch unten rechts. Unterschriften: Junius Richard Jayewardene (Minister of Finance) und John Exter (Governor Central Bank of Ceylon). Material: Papier mit Wasserzeichen (Löwe mit Peitsche). Druck: Bradbury, Wilkinson & Co. Ld., England Format: 133 mm x 72 mm Nummerierung: G/7 924316 Zitate: Ceylon 51 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B305 ( The Banknote Book : Ceylon, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 164 Stück zum 01.07.2025 gegradet, 67EPQ (TOP POP, 4 Stück), 66EPQ (15 Stück), 65EPQ (12 Stück). Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Leserpost: Unbekannter Geldschein der Deutschen Notenbank von 1948?

    Sehr geehrter Herr Besler (Grabowski), ich bin derzeit mit der Auflösung meiner sehr umfangreichen Sammlung von Münzen, Banknoten, Orden und Ehrenzeichen sowie Aktien beschäftigt. Nach 42 Jahren des Sammelns nun dieser Schritt, da sich weder meine Kinder noch meine Enkelkinder dafür interessieren und ich im kommenden Februar Rentner werde. Jetzt beim Durchstöbern fiel mir eine 1-DM-Banknote von 1948 auf, da diese weder im Besitz von Serienbuchstabe(n) noch von Kennziffer(n) ist. Auch ist der Untergrund leicht ins Bläuliche statt ins Grünliche gefärbt. Ich habe zwei Fotos von der Banknote beigefügt. Können Sie mir sagen, was dies für eine Banknote ist: SBZ-11 ohne Serie und Kontrollnummer oder DDR-2 ohne Serie und Kontrollnummer? In ihrer Literatur finde ich keinen Hinweis auf diese Banknote. Weicht sie vom Wert der anderen preislich bewerteten Banknoten ab? Ich wäre Ihnen sehr über ein Feedback dankbar. Mit freundlichen (Noch-)Sammlergrüssen verbleibt H. Winter Antwort der Redaktion Bei Ihrer Banknote der Deutschen Notenbank über 1 Deutsche Mark aus dem Jahr 1948 für die Sowjetische Besatzungszone Deutschlands bzw. die DDR handelt es sich ganz sicher um keine Fälschung oder bewusste Manipulation. Ein Vergleich des Druckbildes und etwa auch die deutlich sichtbaren Fasereinlagen im Papier bestätigt dies. Würde es sich um einen so offensichtlich von der Norm abweichenden Fehldruck handeln, dann wäre der Schein entweder überhaupt nicht erst in Umlauf gekommen oder aber bald aus diesem genommen worden. Dagegen spricht der stark gebrauchte Erhaltungszustand. Die Lösung des Rätsels ist ganz einfach. Es handelt sich um keine unbekannte Ausführung oder Variante ohne Nummerierung und in anderen Farben, sondern der Schein ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Kleidungsstück vergessen und mit diesem gewaschen worden. Es ist hinreichend bekannt, dass nicht wenige Waschmittel die Druckfarben von Banknoten angreifen, zu Verfärbungen führen und sie zum Teil sogar komplett entfernen können, was hier und bei anderen bekannten Fällen auf die rote Nummerierung zutrifft. Zum Vergleich nachstehend Abbildungen des gleichen Scheins (sowjetischer Druck) mit Vorder- und Rückseite. Ob es sich bei Ihrem Schein um einen sowjetischen Druck von 1948 oder um einen DDR-Druck ab 1951 handelt kann ich leider nicht sagen, weil hierzu die Kontrollnummer als entscheidendes Erkennungsmerkmal dient. Für den Einfluss von Waschmitteln spricht auch ganz klar die Art der Verfärbung. Es ist sicher nicht der erste und auch nicht der letzte Geldschein, der in einer Waschmaschine gelandet ist. Um eine unbekannte Banknote oder eine besondere Rarität handelt es sich leider nicht, wohl aber um ein Stück Zeitgeschichte, dem man die Spuren seiner Authentizität ansieht. Zu bewerten ist sie entsprechend ihrer geringen Erhaltung. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis:  39,90 EUR Zur Leseprobe Zum Buch

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