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- Kennen Sie den Grächendollar?
Wegen des starken Schweizer Frankens war und ist ein Urlaub in der Schweiz schon immer ein wenig teurer, als anderswo. Der Schweizer Franken bremste in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Lust ausländischer Gäste auf Sommerferien im teuren Alpenland. Dafür zog es die Schweizerinnen und Schweizer ins Ausland. Als Folge gingen im schweizerischen Fremdenverkehr die Umsätze zurück, die Erträge schmolzen. Aufgrund dessen beschloss im Jahre 1996 der Tourismusverein Grächen (Kanton Wallis) eine eigene "Währung" herauszugeben, um so der touristischen Misere zu begegnen. Die regionale Währung hatte in der Gemeinde Grächen [1][2] sowie in der Nachbargemeinde St. Niklaus [3] , Gültigkeit. Das Ziel bestand darin, den Tourismus in der Sommersession 1996 anzukurbeln. Die Gemeinde liegt landschaftlich sehr schön auf über 1619 m über NN im schweizerischen Kanton Wallis und bietet dem Besucher im Sommer und Winter vielfältige Möglichkeiten für Aktivitäten. Nähere Informationen können der entsprechenden Webseite [4] entnommen werden. Bild 1: Ansichtskarte aus Grächen um ca. 1980. Für die Umsetzung einer eigenen Regionalwährung wurde in der Gemeinde Grächen ein sogenannter Bankrat gegründet. Die Aktion wurde von Hotels, Gastronomen, Bergbahnen und vielen Gewerbetreibenden getragen. Der „Grächendollar“ war geboren. Der Wechselkurs zum Schweizer Franken wurde stets der saisonalen Nachfrage angepasst. In den Wechselinstituten bezahlte man pro 100 Grächendollar zwischen 88 bis 92 Schweizer Franken. Daraus ergab sich eine effektive Ersparnis von 8 bis 12 Prozent. Die Ausgabe des Grächendollars war auch mit dem Notenmonopol der Schweizer Nationalbank vereinbar. Eine Bewilligung für eine weitere Ausgabe des Grächendollars zu einem späteren Zeitraum wurde seitens der Nationalbank aber nicht erteilt. Entworfen wurden die Scheine von Peter Hauser und Rolf Lenz vom Werbebüro X-ept in Zürich. Gedruckt wurde der Grächendollar von der Druckerei Trüb in Aargau auf Hadernpapier im Offset- und Tiefdruckverfahren. Die Scheine verfügen über hohe Sicherheitsmerkmale, wie eine Sicherheitsfolie am oberen Rand der rechten Aussparung der Vorderseite; das Wort „GRÄCHEN“ in Ultraviolett-Druck von der Rückseite lesbar, sowie über ein Wasserzeichen das ein Edelweiß zeigt. Allen Scheinen ist gemeinsam, dass auf Vorder- und Rückseite die gleichen Motive abgebildet sind. Bild 2: 10 Grächendollar, Vorderseite. Die Vorderseite zeigt ein Edelweiß mit einem Schweizerkreuz über einem Bergbach und den Schriftzug „Good day sunshine“. Links befindet sich die Wertangabe und oben rechts ein rechteckiges Medaillon des Walliser Humanisten Thomas Platter [5] mit einer Inschrift. Bild 3: Medaillon mit Porträt des Humanisten Thomas Platter (1499-1582). Die Rückseite zeigt ebenfalls ein Edelweiß mit einem Schweizerkreuz, eine strahlende Sonne und den Schriftzug „Good day sunshine“. Rechts befindet sich die Wertangabe. Links unten das Verfallsdatum und die Unterschriften des Präsidenten des Bankrates und des Direktors des Tourismusbüros. Am linken Rand ist die Kennnummer gedruckt. Die Scheine sind alle im Format von 140 mm x 70 mm gedruckt und waren nur vom 8. Juni 1996 bis 30. Oktober 1996 gültig. Nach dem 30.10.1996 erfolgte kein Umtausch in Schweizer Franken mehr. Abb 4: 10 Grächendollar, Rückseite. Ausgegeben wurden: Auflage Nicht eingelöst Bewertung in Euro ca. 1 Grächendollar 24.000 12.600 15 5 Grächendollar 16.000 6.100 20 10 Grächendollar 8.000 2.900 30 20 Grächendollar 8.000 2102 50 50 Grächendollar 2.000 650 380 100 Grächendollar 8.000 1501 150 Alle eingelösten Scheine sind vernichtet worden. Bei Erwerb der Grächendollars wurde dem Kunden auch ein Übersichtsplan der Leistungsträgergemeinschaft ausgehändigt. Aus ihm konnten alle Annahmestellen entnommen werden. Der Plan war ca. im DIN A4-Format und beidseitig bedruckt. Gedruckt wurde der Übersichtsplan von der Firma Mengis Druck und Verlag in Visp (Kanton Wallis). Dieser Übersichtsplan ist heute so gut wie nicht mehr erhältlich. Abb 5/6: Übersichtsplan der Leistungsträgergemeinschaft Grächendollar, Vorder- und Rückseite. Einige wenige Grächendollar, meistens Scheine zu 1 oder 5 Dollar, können heute noch über diverse Online- und Händlerportale im Internet erworben werden. Die o.a. Bewertungen orientieren sich daran. Im Katalog „Die Banknoten der Schweiz“ von Jürg Richter und Ruedi Kunzmann ist u.a. der Grächendollar katalogisiert (Seite 515 – 519). Der Katalog ist im Jahre 2003 im Gietl Verlag erschienen und heute leider ausverkauft. Anmerkung zum Schein über 50 Grächendollar Diese Note ist verspätet geliefert worden sein. Im offiziellen Umlauf soll sie sich zu keinem Zeitpunkt befunden haben. Sie wurde eher als Reservebestand gehalten. Einige Scheine wurden aber an Journalisten, ein Werbebüro und an einige wenige Personen abgegeben. Daher rührt auch die Seltenheit dieser Ausgabe. Banknotenbriefe Es existieren auch einige wenige Banknotenbriefe. Die Umschläge sind mit alpinen Motiven gestaltet und mit Schweizer Briefmarken versehen. Alle Umschläge sind am Tag der Erstausgabe des Grächendollars am 8. Juni 1996 gestempelt. Abb. 7: Banknotenbrief mit 5 Grächendollar, Briefmarke und Stempel vom Erstausgabetag. Bekannt sind bislang Banknotenbriefe mit 5 Grächendollar (angeboten für rund 25 Euro) und 50 Grächendollar (verkauft vor einigen Jahren im Onlinehandel für rund 450 Euro). Vermutlich wurden diese Banknotenbriefe von privater bzw. gewerblicher Seite initiiert und es existieren wahrscheinlich auch Banknotenbriefe mit weiteren Wertstufen. Die jeweilige Auflagenhöhe dürfte eher gering sein. Der Grächendollar ist eine interessante Ergänzung einer internationalen Banknotensammlung und speziell einer Schweiz-Sammlung. Auch Sammler von modernen Regionalwährungen, die es bekanntlich weltweit gibt, finden hier eine ansprechende Ergänzung. Grächen ist eine findige Gemeinde und geht ihren eigenen Weg. Seit ungefähr 2012 gibt es die Indikative „Grächen Euro 1.35“ und „Grächen Euro 1.30“. Abb. 8: Grächen-Euro, entnommen der Webseite 20min.ch . Besucher in der Wintersession konnten statt mit Schweizer Franken in Euro bezahlen und erhielten im Gegensatz zum offiziellen Wechselkurs einen deutlich besseren Kurs. Grächen lautete das Motto: „Bei uns am Berg steht der Wechselkurs nicht bei ungefähr 1 zu 1, sondern bei 1 Euro zu 1 Franken 35 oder 1 Franken 30 Rappen“. Dieser Wechselkurs galt allerdings nur bei Barzahlungen u.a. in Gaststätten, Hotels, Ferienwohnungen, Seilbahnen und vielen anderen Betrieben. Die eingenommenen Euros wurden u.a. für den Erwerb von Investitionsgütern im Euro-Raum verwendet. An dieser Stelle sei u.a. auf den lesenswerten Artikel „Im Wallis-Dorf Grächen zählt der Euro“, erschienen am 12.04.2015 innerhalb der Webseite des Deutschlandfunks, verwiesen. [6] Vielleicht mache ich einmal Urlaub dort, wer weiß. Thomas van Eck Anmerkungen https://graechen.ch/de https://de.wikipedia.org/wiki/Grächen https://de.wikipedia.org/wiki/St._Niklaus_VS https://graechen.ch/de https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Platter_der_Ältere https://www.deutschlandfunk.de/schweizer-franken-im-wallis-dorf-graechen-zaehlt-der-euro-100.html
- Falsche Reichskreditkassenscheine
Im Zuge der deutschen Kriegsvorbereitungen war auch die Ausstattung deutscher Truppen und Militärdienststellen mit Zahlungsmitteln zur Verwendung in besetzten Gebieten Gegenstand von Planungen [1] . In den von der Wehrmacht besetzten Gebieten kam es zur Gründung von Reichskreditkassen, die Reichskreditkassenscheine [2] in den Wertstufen zu 50 Reichspfennig und zu 1, 2, 5 und 20 Reichsmark sowie – ab 1940 – auch zu 50 Reichsmark [3] ausgaben. Diese Scheine wurden in den einzelnen Ländern zu einem festgelegten Kurs von Reichsmark gegen Landeswährung in Umlauf gesetzt [4] . Ihre Umlaufzeit in den einzelnen Ländern war höchst unterschiedlich und hing davon ab, wie schnell sich Truppen und Militärverwaltung mit lokalen Zahlungsmitteln versorgen konnten. In Polen etwa wurden die Scheine 1939 nach wenigen Wochen wieder zurückgezogen, dasselbe galt 1940 in Dänemark und Norwegen. In Belgien blieben die Scheine bis August 1942 im Umlauf, in Frankreich offiziell bis Ende 1943. Auf den Kanalinseln liefen sie bis Kriegsende um und waren noch bis zum 23. Mai 1945 durch die Bevölkerung in Pfund Sterling umtauschbar. Zugleich fungierten Reichskreditkassenscheine als Reisezahlungsmittel für Angehörige der Wehrmacht und der deutschen Behörden. Wer in ein besetztes Land reiste oder aus diesem zurückkehrte, musste mitgeführte Bargeldbestände in Reichs- und Rentenmark bzw. in Landeswährung in Reichskreditkassenscheine umtauschen [5] , die dann im Land verwendet (oder in Landeswährung umgetauscht) bzw. bei Banken in Deutschland in umlaufende Reichsmark-Noten gewechselt wurden. Daher waren auch bei Banken in Deutschland Bestände dieser Noten verfügbar, wie zeitgenössische Banderolen zeigen. Die Aufgabe als Reisezahlungsmittel erfüllten die Reichskreditkassenscheine bis Ende Dezember 1944 [6] , als sie von den Verrechnungsscheinen für die deutsche Wehrmacht abgelöst und zum 1. Januar 1945 offiziell für ungültig erklärt wurden. Einer kurze Nachverwendung als Notausgaben unterlagen die Reichskreditkassenscheine 1945-1946 mit Abstempelungen in Schleswig-Holstein, sowie im April 1945 in Kärnten und Tirol [7] . Es verwundert nicht, dass mit der Ausgab der Scheine in einzelnen Ländern auch Fälschungen auftauchten. Interpol Wien berichtete darüber in den regelmäßig erschienenen Rundschreiben der I. Abteilung „Fälschungen von Papier- und Metallgeld“. Die Deutsche Reichsbank (Reichsbankhauptkasse) klassifizierte die auftretenden Fälschungen, und verfasste interne Mitteilungen mit genauen Beschreibungen für deutsche Banken und Dienststellen. Interpol-Merkblatt über Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen zu 5 Reichsmark der Klasse A1 und A1a. Quelle: Archiv Michael H. Schöne. Interpol-Merkblatt - Rückseite. Die deutsche Militärverwaltung beschäftigte sich in den besetzten Ländern intensiv mit auftretenden Fälschungen der Reichskreditkassenscheine und fahndete, teilweise mit Unterstützung der lokalen Polizeikräfte, jedoch in eigener Zuständigkeit nach den Tätern. Teilbestände der Akten der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen sind erhalten geblieben [8] , die einen Einblick in das Aufkommen von Fälschungen und die Verfolgung der Täter durch deutsche Sicherheitspolizei und Feldgerichte geben. Neben wenigen Einzelfällen [9] kam es bis Ende 1943 zu einem verstärkten Auftreten von Fälschungen in vier Ländern: In Belgien und Frankreich zwischen 1940 und 1943, sowie 1941 in Serbien und Griechenland. Einzelne Fälschungen tauchten auch bei Banken in anderen Ländern auf, wohl weil die Scheine als Reisezahlungsmittel durch Wehrmachtsangehörige verwendet und dort umgetauscht wurden [10] . Die Anzahl der von der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen registrierten, sowie von der Reichsbank klassifizierten Fälschungen blieb im Verhältnis zu den Umlaufmengen der Scheine insgesamt gering. Durch die Reichskreditkassen wurden von Mai 1940 bis September 1941 vor Ort insgesamt 915 Blüten sowie 1972 Fälschungen angehalten. Von den Fälschungen entfielen 648 Stück auf Scheine zu 50 Reichspfennig, 91 auf Scheine zu 2 Reichsmark und der Rest (1233 Stück) auf Scheine zu 5 Reichsmark. Hinzu kamen sechs Handzeichnungen von Scheinen zu 5 Reichsmark. Bis Dezember 1943 waren durch die Reichsbank für den Schein zu 5 Reichsmark insgesamt acht verschiedene Fälschungsklassen erstellt worden, zwei davon mit Unterklassen a) und b), d.h. dass Abweichungen im Druck festgestellt wurden, die auf eine Verwendung derselben Platten auf unterschiedlichen Druckmaschinen hindeuteten. Von den Scheinen zu 2 Reichsmark waren bis Ende 1943 drei Fälschungsklassen erfasst, für den Schein zu 50 Reichsmark nur eine (A1 – „auffallend mangelhafte Ausführung, Wasserzeichen durch schwachen Aufdruck angedeutet, mangelhafter Buchdruck“), die erstmals im Februar 1942 in Lille in Frankreich aufgetaucht war. Am 14. Juni 1940 besetzten deutsche Truppen Paris, am 22. Juni wurde ein Waffenstillstand mit Frankreich vereinbart. In Frankreich einmarschierende deutsche Truppen führten Reichskreditkassenscheine mit sich, für die ein Wechselkurs von 20 Französischen Francs je Reichsmark festgelegt wurde. Mehrere Reichskreditkassen wurden gegründet, zunächst mit Sitz in Paris, Nantes und Troyes bei Paris. Um die Bevölkerung auf die neuen deutschen Scheine aufmerksam zu machen, druckten mehrere französische Druckereien, u.a. die Firma R. Girard & Cie in Paris, Plakate mit Abbildungen dieser Scheine in Originalgröße, teilweise in Farbe und ohne Aufdruck „Specimen“. Findige Blütenmacher erwarben solche Plakate, schnitten die Scheine aus, klebten Vorder- und Rückseite zusammen und gaben sie in Verkehr. Nach Auftauchen der ersten Blüten beschlagnahmte die deutsche Militärverwaltung noch nicht abverkaufte Bestände dieser Plakate in den Druckereien. Zusammen mit der französischen Polizei konnte sie mehrere Hersteller dieser Blüten fassen, u.a. drei vorbestrafte griechische Brüder mit Namen Mexis, deren Berufsbezeichnung Ringkämpfer war und die im September 1940 durch deutsche Militärgerichte nach deutschem Strafrecht zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt wurden. Zugleich machten sich Fälscher daran, die Reichskreditkassenscheine nachzuahmen. Im August 1940 fanden sich in Brüssel erstmals falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark [11] von guter drucktechnischer Qualität, die die Aufmerksamkeit der deutschen Militärbehörden erregten. Die Stücke waren im Buchdruck auf Papier ohne Wasserzeichen hergestellt und trugen wechselnde Kontrollnummern. Die Reichsbank klassifizierte sie als Klasse A1 („weißes weiches Papier, etwas leerer Gesamteindruck, Buchdruck“). Nach wenigen Tagen konnte in Brüssel die Fälscherwerkstatt ausgehoben werden, die aus drei gelernten Druckern mit Namen Schmickrath, Pastur und Perrey und einem Fotograveur namens Van Nedervelde bestand. Das Fälscherquartett hatte bis zur Festnahme rund 15.000 falsche Scheine hergestellt und nummeriert, von denen ein Großteil beschlagnahmt wurde. Unklar blieb zunächst, wie viele Stücke die Täter schon abgesetzt hatten, ferner ob Van Nedervelde noch weitere Klischees hergestellt hatte. Bis August 1941 tauchten bei den Reichskreditkassen insgesamt 1052 Falschstücke zu 5 Reichsmark der Klassen A1 sowie einer Druckvariante A1a („auf stärkerem Papier gedruckte Abart, auf der der gesamte Druck kräftiger ausgeführt ist“) auf. Der größte Teil der bis September 1941 durch die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen erfassten Fälschungen der Scheine zu 5 Reichsmark geht auf diese beiden Fälschungsklassen aus der Werkstatt von Schmickrath, Pastur und Perrey und auf die von Van Nedervelde hergestellten Klischees zurück. Schmickrath, Pastur und Perrey wurden durch ein deutsches Feldgericht in Brüssel am 12. September 1940 zu Zuchthausstrafen von 15, 12 und 10 Jahren verurteilt, während Van Nedervelde zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde. Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A1 aus der Werkstatt von Schmickrath, Pastur, Perrey und Van Nedervelde in Brüssel, August 1940. Fälschung 5 Reichsmark Klasse A1 - Rückseite. Die auf besserem Papier hergestellte Klasse A1a ließ den Verdacht aufkommen, dass Van Nedervelde weitere Klischees hergestellt hatte. Im September 1941 bestätigte sich das, als sich ein belgischer Drucker bei der deutschen Sicherheitspolizei in Brüssel meldete, der von einem ihm unbekannten Mann beauftragt worden war, unter Verwendung übergebener Klischees 10.000 falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark zu drucken. Dieser Unbekannte entpuppte sich als Van Nedervelde, der daraufhin im September 1941 erneut verhaftet und später verurteilt wurde. Merkblatt der Deutschen Reichsbank für den internen Gebrauch über falsche Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark der Klasse A3, erstmals aufgetaucht in Paris Anfang Januar 1941. Zu Beginn des des Jahres 1941 tauchen in Frankreich und Belgien neue Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen zunächst zu 5 Reichsmark (Klasse A3 und A3a), sodann auch zu 50 Reichspfennig (Klasse A3 – „weißes Schreibpapier beschmutzt, grober Druck mit z.T. verkrüppelter Schrift, Buchdruck“) und 2 Reichsmark (Klasse A3 – „gröbere, verschmutzt gehaltene Nachbildung, Buchdruck“) [12] auf. Sie führten zu intensiven Ermittlungen und Razzien der deutschen Behörden. Insgesamt wurden bis Herbst 1941 durch die deutsche Feldpolizei über 150 Personen festgenommen, von denen einige wegen Geldfälschung zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt, andere ohne Verurteilung in Konzentrationslager eingewiesen wurden mit der Begründung, dadurch die Öffentlichkeit vor weiteren Betrügereien zu schützen. Etliche der Festgenommenen waren bereits durch kriminelle Aktivitäten auffällig gewesen. Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A3, Vorderseite, angehalten in Paris Anfang Januar 1941. Falscher Reichskreditkassenschein zu 5 Reichsmark Klasse A3 - Rückseite. In Belgrad wurden Ende Juli 1941 zwei falsche Scheine zu 50 Reichspfennig angehalten, deren Hersteller Jovovic und Rabrenovic bereits am 6. August 1941 durch die deutsche Sicherheitspolizei festgenommen werden konnten. Sie hatten – nachdem sie zuvor erfolglos die Fälschung von Reichskreditkassenscheinen zu 2 Reichsmark versucht hatten – rund 1500 schlecht gemachte, im Steindruck hergestellte Falschstücke zu 50 Reichspfennig produziert und davon etwa 150 Stück in den Verkehr gegeben, die die Reichsbank als Klasse A5 einstufte („auffallend dünn und lappig, Druck verschwommen, in der Höhe 2, in der Breite 5 mm kleiner als das Original“) Weniger später tauchen in Belgrad zudem einige Fälschungen von Scheinen zu 5 Reichsmark (Klasse A6 – „weiches Druckpapier, stark verknittert, dick verschmutzter Gesamteindruck“) auf, die aus einer anderen Quelle stammten. Fälschungen deutscher Reichskreditkassenscheine zu 5 Reichsmark wurden zudem im September 1941 in Athen festgestellt. Hier konnte die griechische Polizei im Oktober 1941 den Steindrucker Kosmadopulos sowie den Graveur Karidis als Täter ermitteln und festnehmen, die etwa 120 Scheine der von der Reichsbank als A8 klassifizierten Fälschung in Umlauf gebracht hatten. Kosmadopulos und Karidis wurden im Januar 1942 durch ein deutsches Feldgericht in Athen wegen Sabotage zunächst zum Tode verurteilt, ihre Strafen aber im März in langjährige Zuchthausstrafen umgewandelt. In Frankreich und Belgien kam es im Herbst 1943 erneut zum Auftreten mehrerer Hundert falscher Reichskreditkassenscheine insbesondere zu 5 Reichsmark. Sie stammten aus Beständen vornehmlich der Banque de France, die im Zuge der Abrechnung aufgrund des Rückzugs der Reichskreditkassenscheine aus dem Umlauf bei der Reichskreditkasse eingezahlt, und in diesem Zusammenhang als Fälschungen erkannt worden waren. Die Klasse dieser Fälschungen ist in den vorhandenen Akten nicht feststellbar, doch dürfte es sich um Fälschungen der Klassen A1 und A1a sowie A3 aus dem Jahr 1941 gehandelt haben, die unentdeckt in den Kassenbeständen der Banque de France gelegen hatten. Die noch vorhandenen Akten der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen zu Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen enden Anfang Dezember 1943. Es ist zu vermuten, dass auch 1944 noch Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen festgestellt wurden. Wegen der insgesamt nur geringen Stückzahlen dürften Fälschungen von Reichskreditkassenscheinen in Sammlerhänden heute nur Einzelfälle sein. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen Zum nachfolgenden ausführlich Rittmann, Deutsche Geldgeschichte seit 1914, München 1986, S. 255 ff. Es hat in geringem Umfang auch Münzen zu 5 und 10 Reichspfennig, die 1940/41 in Nordfrankreich und Belgien in Umlauf gegeben und später als Kantinenmarken in Bulgarien verwendet wurden. Der Schein zu 50 Reichsmark wurde im Generalgouvernement nicht verwendet. Verordnung über Reichskreditkassen vom 3. Mai 1940, Reichsgesetzblatt 1940 I Nr. 83, S. 743 Die Hauptverwaltung Reichskreditkassen errichtete dazu ein Netz von Militärwechselstuben. Die Scheine wurden zum 1. Januar 1945 außer Kurs gesetzt, liefen aber danach noch auf den Kanalinseln um. Dazu Bronnert, Reichskreditkassenscheine als Ersatz für fehlende Reichsbanknoten in Kärnten und Tirol im April 1945, https://www.geldscheine-online.com/post/reichskreditkassenscheine-als-ersatz-f%C3%BCr-fehlende-reichsbanknoten-in-k%C3%A4rnten-und-tirol-im-april-1945 Bundesarchiv Bestände R29/200 und 29/221. In Litzmannstadt (Lodz) wurden 1939 erstmals falsche Reichskreditkassenscheine zu 50 Reichspfennig festgestellt, von denen 374 Stück angehalten wurden, ohne dass der Fälscher ermittelt werden konnte. Die Reichsbank klassifizierte diese im Buchdruck hergestellte Fälschungen als Klasse A1. Fälschungen traten im Laufe des Krieges vereinzelt nachweislich etwa auch in Litauen und in Kroatien auf. S. etwa einen Bericht der Reichskreditkasse Agram (Zagreb), Kroatien, vom 18. August 1942 an die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen in Berlin. Der Umrechnungskurs betrug zunächst 0,10 Reichsmark je Belgischem Franc, ab 22. Juli 1941 0,08 Reichsmark. Der Schein zu 5 Reichsmark entsprach damit 50 Belgischen Francs. Bis Ende August 1941 waren 269 falsche Scheine zu 50 Reichspfennig und 91 falsche Scheine zu 2 Reichsmark angehalten worden.
- 3. Banknotensammlertreffen in Rabenau/Sachsen am Samstag, den 24. Januar 2026
Auch 2026 findet wieder das mitteldeutsche Banknotensammlertreffen in Rabenau bei Dresden statt, dieses Mal am Samstag, den 24. Januar. Beginn ist ab 10:00 Uhr mit Tausch, Handel und Fachsimpelei. Um 16:00 Uhr steht ein Vortrag von Jan Krutak über die Banknoten der Sächsischen Bank zu Dresden auf dem Programm. Jan Krutak beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Banknotenausgaben der Sächsischen Bank, so dass man auf die Ergebnisse seiner Forschungen gespannt sein kann. Danach soll es um echte und falsche Trauer- und Eierscheine gehen, bevor das Treffen ab 18:00 Uhr mit einem geselligen Abendessen ausklingt. Sammler und Händler sind wie immer willkommen. Händlertische kosten EUR 10, der Eintritt für Sammler ist frei. Teilnehmer melden sich bitte an bei Marcel Fränzel: Banknoten-fan@gmx.de Veranstaltungsort: Hotel Rabennest, Nordstraße 8, 01734 Rabenau/Sachsen. Parkplätze vor dem Hotel. ÖPNV: S-Bahn / Zug von Dresden Hauptbahnhof bis Freital-Hainsberg, dann Bus oder Taxi. Rabenau liegt ca. 15 km südwestlich von Dresden Dr. Sven Gerhard
- Kurze Geschichte der Vernichtung von Banknoten
Die zurückfließenden Banknoten waren nach den Bestimmungen des Patentes „also gleich zu vernichten“! „Nur Bares ist Wahres.“ Bis ins letzte Jahrhundert hinein verstand man darunter, dass Zahlungen mit Gold- und Silbermünzen zu erfolgen hatten. Das Misstrauen gegenüber dem papierenen Geld war nicht unbegründet. Zu oft endete es entwertet als Altpapier. Der Dreißigjährige Krieg hatte auch die Finanzen der europäischen Staaten erschöpft. In Schweden liefen anstelle von Gold- und Silbermünzen bis zu 20 kg schwere Kupferplatten (Platmynt) um. Johan Palmstruchs Idee Credityf-Zedels (Banknoten) auszugeben, wurde daher wohlwollend aufgenommen. Die 1657 gegründete „Stockholms Banco“ gab ab 1661 Geldscheine aus, die jederzeitigen Rücktausch in Metallgeld versprachen. Aber schon bald geriet die Bank wegen der zu zahlreich ausgegebenen Scheine in Schwierigkeiten. Auch den Versuchen John Laws mit der Bank of Scotland (1717) und der Banque Royal (1719) in Frankreich und des norwegischen Kaufmanns Jørgen thor Møhlen (1713) war kein Erfolg beschieden. Im Siebenjährigen Krieges ermächtigte Kaiserin Maria Theresia durch Patent vom 15. Juni 1762 die Wiener Stadtbank, Bancozettel in Höhe von 12 Millionen Gulden auszugeben. Die Scheine zu 5, 10, 25 und 100 Gulden datieren vom 1. Juli 1762. Sollte das Papiergeld erfolgreich sein, musste man das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Daher waren Abgaben an die Staatskassen zur Hälfte in Bancozetteln zu leisten. Ferner wurden die Banknoten nur gegen vollwertige Münzen abgegeben, die zur Deckung der ausgegebenen Noten dienten. Bancozettel im Mindestbetrag von 200 Gulden konnten auch in fünfprozentige Bancoobligationen umgetauscht werden, und schließlich bestimmte das Patent, dass zurückfließende Banknoten „also gleich zu vernichten“ seien. Zu diesem Zweck wurde in Wien „auf dem Glacis linkerhand vor dem Schotten-Thor ein Verbrennungsofen errichtet.“ [1] Schon bald wurde das neue Papiergeld mit einem Agio von 2 ½ % gegenüber dem Metallgeld gehandelt. Dies veranlasste die Finanzverwaltung vier weitere Emissionen vorzunehmen. Anlässlich der vierten Emission (1788) wurde erstmals die Höhe der Ausgabe geheim gehalten und die Bevölkerung begann misstrauisch zu werden. Infolge der Koalitionskriege gegen Frankreich wurden ab 1792 immer größere Mengen an Bancozetteln ausgegeben, sodass der Gesamtumlauf bis 1794 auf 62 Millionen Gulden stieg. „Schlimm wurde die Situation im Jahre 1796 – das Agio von 1771 hatte sich schon längst in sein Gegenteil verkehrt – als man dem Papiergeld, dessen Ausgabe in unbekannter Höhe ununterbrochen fortgesetzt worden war, Zwangskurs gegenüber allen Zahlungen vom Staat und für den Staat verlieh.“ [2] Auch durch diese Maßnahme war das Vertrauen der Bevölkerung nicht zurückzugewinnen. Bereits im April 1797 führte die Regierung auch einen Zwangskurs für private Zahlungen ein. Österreich erlebte erstmals eine Inflation in großem Maßstab mit ständiger Entwertung des Papiergeldes gegenüber dem Metall und dauerndem Ansteigen der Preise. Bis August 1802 stieg der Notenumlauf auf 300 Millionen Gulden. Die Regierung war bemüht das Währungschaos einzudämmen. Im August 1803 wurde ein Bancozettel-Tilgungsfond gebildet, zu dessen Dotierung ein Separatzoll auf Zucker, Kaffee und Kakao erhoben wurde. „Die Bancozettel, welche auf diese Weise eingingen wurden eingezogen und in spektakulärer Weise in einem neuen Verbrennungsofen am Wienfluss in der Nähe der Stubenbastei vernichtet.“ [3] Die weiteren Kriege gegen Napoleon machten aber alle Anstrengungen zunichte. Erst 1835 war der größte Teil des Umlaufs der Wiener Gulden außer Verkehr gesetzt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts belasteten auch die Erinnerung an die wertlosen Assignaten der französischen Revolution, die Deutschland überschwemmt hatten, das Verhältnis der Bürger zum Papiergeld. Zwar gelangte im Zuge der Industrialisierung zunehmend Papiergeld zur Ausgabe, aber es hatte aus heutiger Sicht eher den Charakter eines Wertpapiers als den eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Sollte sich das Papiergeld im Zahlungsverkehr durchsetzen, mussten die Bürger überzeugt sein, dass seine Einlösung jederzeit in Gold- und Silbermünzen möglich war. Daher begrenzten strikte Deckungsvorschriften die Ausgabemenge. In Kurhessen enthielten die Emissions-Gesetze für die Kurhessischen Kassenscheine nicht nur Bestimmungen über die Ausgabe, sondern auch über deren Wiedereinziehung. [4] Gemäß den §§ 4 der beiden Emissionsgesetzte sollten von 1852 ab jeweils jährlich Beträge von 50.000 bzw. 75.000 Thaler wieder eingezogen werden, bis sämtliche ausgegebenen Kassenscheine wieder eingelöst waren. Über die Vernichtung der ersten eingezogenen Kassenscheine gibt das folgende Protokoll Auskunft: [5] Protocoll die gänzliche Vernichtung der ... mittelst eines Hohlstempels bereits zum weiteren Umlaufe untauglich gemachten Kurhessischen Staats-Kassenscheine ... betreffend. Geschehen zu Cassel am 14. März 1857 Gegenwärtig: Excellenz der Direktor der Haupt=Staats=Kasse, Herr Geheimrath Schotten, der Oberfinanzrath von Witte, Mitglied der genannten Direktion, sodann: die Mitglieder des dermaligen geheimen Landständischen Ausschusses: Herr Freiherr Waitz von Eschen, Mitglied der 1. Ständekammer, Herr Oberfinanzrath a.D. Zuschlag, Präsident der 2. Ständekammer Herr Gutbesitzer von Kutzleben, Vicepräsident endlich: der Protokollführer, Secretar Stephan. Nach vorgängigem Einvernehmen hatte man sich heute Nachmittag um 3 Uhr im Lokale der 1. Abtheilung der Haupt=Staatskasse zum Zwecke des im Rubrum bezeichneten Geschäfts eingefunden. Zunächst wurde von Sr. Excellenz ... eröffnet, daß die hier ... aufgelegten, bisher in 2 Kasten, unter Verschluß des Herrn Oberfinanzraths von Witte ... aufbewahrt gewesenen, meistens zu Paketen von 500 Thlr. befindlichen Kassenscheine ... genau die Summe von 125.000 Thlrn. bilden, welche die Kurfürst=Friedrich=Wilhelms=Nordbahn=Gesellschaft ... durch Raten von je 25.000 Thalern in den Jahren 1852, 1853, 1854, 1855 u. 1856 wieder abgetragen habe ... ... und daß zu der ganzen Summe von 125.000 Thalern = 185 Stück Scheine, á 20 Thlr ................ 3.700 Thlr. = 975 -“- -“- , á 5 -“- ................. 4.875 -“- = 116.425 -“- -“- , á 1 -“- ................. 116.425 -“ zusammen wie oben 125.000 Thlr. gehören, diese daher heute gänzlich zu vernichten seyen. Eine besondere Vorrichtung zum Verbrennen größerer Quantitäten von Werthpapieren hat bis jetzt nicht zur Verfügung ... gestanden, und da das Verbrennen ... in den Oefen der Geschäftslokale feuergefährlich erscheint, so fand der Vorschlag ... den Act des Verbrennens ... in der benachbarten Schmiede des Schmiedemeisters Grebe ... zu vollziehen, Einwilligung. ... Darauf verfügte man sich in die Grebe'sche Schmiede=Werkstatt, woselbst ... der 1. Kiste ... ein Paket nach dem anderen entnahm, ... und ... dem Feuer zum Verzehren übergab. ... die übrigen 4 Kisten ... in gleicher Weise ... bis der Werthinhalt der sämtlichen 5 Kisten den Flammen überantwortet war. ... Um das Absetzen unverbrannter Teile zu verhindern, wurde die Esse sorgfältig durchstoßen. Dennoch: Am 3. April 1857, ca. 3 Wochen nach dem Verbrennen der Scheine, überreicht die Kurfürstliche Landgendarmerie Wahlershausen 10 angebrannte 1-Thaler-Scheine. Sechs Stück davon waren auf einem Stück Land gefunden worden, auf welches aus dem Hofe der Hauptstaatskasse (!!!) Dünger gefahren worden war. Der "Taglöhner Martin Eulner zu Wehlheiden‘"gab vor, das Anbrennen sei ihm durch Unvorsichtigkeit mit Streichhölzern passiert, und so gelang es ihm tatsächlich, diese Scheine an den "Handelsmann Katzenberg aus Hoof" für 7 1/2 Silbergroschen zu verkaufen. Die 4 anderen Scheine, bei denen man noch recht gut die durchstanzten Löcher erkennen konnte, fanden sich im Besitz des "Handelsmann Kugelmann aus Breitenbach". Weiter seien "dem Vernehmen nach eine bedeutende Quantität ähnlicher Scheine im Publicum verbreitet, und namentlich sollen solche von Gerstungen aus, wo deren Versilberung ebenwohl versucht worden ist", bei der Polizei eingeliefert worden sein. [6] In der Zeitschrift „Der Bär“ findet sich die folgende kleine Mitteilung: Das Verbrennen von eingezogenen Wertpapieren in Berlin, welches unser Bild auf S. 33 darstellt, wird in dem Gebäude der Reichsdruckerei vorgenommen von einer Kommission, bestehend aus fünf bis sechs hohen Beamten. Der Nennwert der in jedem Jahr zur Verbrennung kommenden Wertpapiere (Kassenscheine, Reichs- und Staatsschuldenscheine) und der Wertpapiere, die beim Druck einen Fehler erhalten haben, beläuft sich auf hunderte von Millionen. Um jeden Mißbrauch vorzubeugen, ist ein besonderer Ofen konstruiert, in dem ein sehr starkes Feuer entzündet wird. Sind die einzelnen Päckchen vor den Augen der Kommission verbrannt, so wird dicht über dem Feuer ein enger Rost vorgeschoben, um ein Herausnehmen unverbrannter Papierteile zu verhindern; sodann verschließt die Kommission den ganzen Ofen durch einen Deckel. Der Schornstein des Ofens führt vom Vorderhause unter dem Hofe nach dem Hinterhause vier Treppen hoch ins Freie, ein Rost mit einem feinen Maschennetz bedeckt die Mündung, so daß auch hier jede Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß ein nur angesengtes Papierteilchen in unrechte Hände gelangen könnte. [7] Abb. 1: Das Verbrennen von eingezogenen Wertpapieren in Berlin. Nach einer Zeichnung von W. Zehmer. Weil das Verbrennen zu viel Zeit erforderte, ging die Reichsdruckerei dazu über, die Papiere durch eine Schlagkreuzmühle zu zerkleinern und den Abfall zu verkaufen. Abb. 2: Vernichtung von Banknoten. [8] Ende 1918 hatten auf Veranlassung der Reichsbank zahlreiche Kommunen Notgeldscheine emittiert. Nun verlangte ein Erlass des Reichsfinanzministers und des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 3. und 22. Januar 1919 deren Einzug bis zum 30. April 1919. [9] Die Vernichtung dieser Scheine stellte die Gemeinden vor große Probleme. In einem Runderlass vom 5. April 1919 gab der preußische Minister für Handel und Gewerbe daher genaue Anweisungen für die Vernichtung des Notgeldes: Die bevorstehende Einziehung der von den Provinzen, Kommunalverbänden, Handelskammern und industriellen Betrieben ausgegebenen Ersatzwertzeichen von 1 M und darüber wird den Beteiligten in der Vernichtung der Scheine vielfach eine neue Aufgabe stellen, deren Schwierigkeit, wenn die sachgemäße Durchführung gewährleistet werden soll, nicht unterschätzt werden darf. Die erprobten Einrichtungen der Reichsbank, so wünschenswert ihre Benutzung wäre, können hierfür nicht zur Verfügung gestellt werden, da sie den eigenen Bedürfnissen der Reichsbank bereits nicht mehr genügen. Die Beteiligten müssen daher in geeigneter Weise die Vernichtung der Ersatzwertzeichen selbst bewerkstelligen. Bei Vernichtung von Reichsbanknoten ist folgendes Verfahren üblich: die zur Vernichtung bestimmten Reichsbanknoten werden durch mehrfache Durchlochung, die bei den Bankanstalten mittels Locheisens, bei der Reichsbankhauptkasse mittels einer maschinell betriebenen Stanze vorgenommen wird, für den Umlauf unbrauchbar gemacht und dann in bestimmten Mengen in Berlin vernichtet. Abb. 3.1: Reichsbank, 4. November 1915, 20 Mark, Lochentwertung, Vorderseite. Abb. 3.2: Reichsbank, 4. November 1915, 20 Mark, Lochentwertung, Rückseite. Hierzu wurde im Jahre 1915 eine Karbonisierungsanlage errichtet, wie sie in der Kunstwollfabrikation im Gebrauch ist. In verschlossenen drehbaren Trommeln werden die Noten durch Einfluss von Salzsäuredämpfen derartig zerstört, dass ihr Ursprung in den Ascheresten nicht mehr erkennbar ist. Dieses Verfahren gestattet, an einem Tag eine Papiergeldmenge von ungefähr 2750 kg zu vernichten. Früher benutzte die Reichsbank einen Verbrennungsofen mit Treppenrost, in welchem aber kaum der vierte Teil dieser Menge durch Feuer bewältigt werden konnte und außerdem die leitenden Beamten während der ganzen Dauer der Verbrennung, also während etwa 4 Stunden, das Verfahren überwachen mussten, während jetzt hierfür kaum eine Stunde erforderlich ist. Der Papiergeldumlauf hat inzwischen einen derartigen Umfang angenommen, dass auch die Karbonisierungsanlage der Reichbank für die Vernichtung der sich ansammelnden Mengen nicht mehr genügen wird. Die Reichsbank ist daher dauernd bemüht, ein anderes Verfahren ausfindig zu machen, ist aber zu einem befriedigenden Ergebnis bisher noch nicht gekommen. Es ist jedoch festgestellt, dass ein mechanisches Zerfaserungsverfahren, wie es bei der Papierfabrikation angewendet wird, (Zerfaserungsmaschinen, Friktionswalzen oder Holländer) für die Vernichtung von Wertzeichen durch die Reichsbank kaum in Frage kommen, da diese Maschinen nach und nach in kleinen Mengen beschickt werden müssen, so dass die Aufsichtsbeamten während des ganzen Verlaufs des Verfahrens an die Maschinen gefesselt würden. Zudem ist das Verfahren mit Rücksicht auf die besondere Beschaffenheit des zur Herstellung von Wertzeichen verwendeten Papiers, das mit chemischen Substanzen verschiedener Art durchsetzt ist, keineswegs unbedingt zuverlässig. Versuche, in einer Zerfaserungsanstalt der Stadt Berlin Darlehnskassenscheine der Darlehnskasse Ost zu vernichten, mussten, wie berichtet ist, aufgegeben werden. Die Vernichtung durch Feuer in besonderen Öfen, für deren Konstruktion die Firma H. Kort, Berlin W, Dennewitzstr. 35 Spezialist ist, fordert die Erstellung besonderer Verbrennungsöfen, welche zur Zeit wohl kaum möglich ist. Es lässt sich aber eine Vernichtung durch Feuer, besonders wenn es sich nicht um zu große Mengen handelt, in anderen technischen Betrieben ermöglichen. Hierfür kommen z. B. in Betracht: die Retorten der Gasanstalten, die Martinstahlöfen bei Stahlfabriken sowie die Verbrennungsanlagen der Krematorien. Auch die Lumpenkocher in Papierfabriken, sowie die Autoklaveanlagen, wie sie in verschiedenen chemischen Betrieben im Gebrauch sind, werden unter Umständen herangezogen werden können. Letztere haben den Vorzug, dass die durch Kochen mit Lauge erzielte breiartige Masse bei der Papp- oder Papierfabrikation weitere Verwendung finden kann. Bei der Vernichtung durch Feuer besteht für gewisse Feuerungsanlagen die Gefahr, dass der Zug zu stark ist, vor allem bei dem Beginn der Verbrennungen, so dass Scheine völlig unbeschädigt aus dem Schornstein geschleudert werden können. Bei Holzfeuerung besteht die weitere Gefahr, dass Scheine, vor allem, wenn sie in Päckchen in den Ofen geworfen werden, nur zum Teil verkohlen, sich auch zwischen die Holzscheite klemmen und nicht zerstört werden. Solche Feuerungen sind daher, sofern sie überhaupt benutzt werden, was nur bei Vernichtung kleiner Mengen wird in Frage kommen können, nur unter Beobachtung besonderer Vorsichtsmaßregeln zu benutzen. [10] Die Anweisung scheint von den Verantwortlichen der Kreisverwaltung des Dillkreises aber nicht ausreichend beherzigt worden zu sein. So titelte die "Dill-Zeitung": „Das Geld liegt auf der Straße, wenigstens in Dillenburg.“ [11] Was war geschehen? Bereits ungültige 5-, 10- und 20-Mark-Notgeldscheine mit dem Ausgabedatum 11. November 1918 des Dillkreises sollten am 21. Mai 1919 in der Heizungsanlage der Tabakfabrik verbrannt werden. Der starke Zug der Feuerung riss eine große Menge der Papiere unverbrannt bzw. nur leicht beschädigt durch den Schornstein ins Freie. Eine halbe Stunde lang regnete dann das Geld anscheinend vom Himmel, das sofort kleine und große Liebhaber fand, die sich ihre Geldbörsen zum Teil bis zum Bersten mit dem Geld vollstopften. Abb. 4.1: Dillkreis (Dillenburg), 11. November 1918, 5 Mark, Vorderseite. Am linken und unteren Rand sind deutliche Brandspuren zu erkennen. Abb. 4.2: Dillkreis (Dillenburg), 11. November 1918, 5 Mark, Rückseite. Die Mengen der zur Vernichtung anstehenden entwerteten Reichsbanknoten zwangen die Reichsbank während der Inflation, wieder auf alte Mittel zurückzugreifen. So war in der Zeitung zu lesen: Arnsberg. Die wahnwitzige Geldentwertung macht heute über Nacht Papiergeld, das früher einen bedeutenden Wert darstellte, völlig wertlos. Bei der Reichsbank türmen sich die wertlos werdenden Papiergeldlappen zu riesigen Bergen. Wenn sie die ungefähre Höhe des Babelturmes erreicht haben, schreitet man zur Vernichtung. Man bündelt sie wie Heu und bringt sie zu Papierfabriken, wo sie eingestampft werden. Am Montag fuhren in Arnsberg zwei hoch mit Papiergeldbündeln beladene Fuhrwerke von der Reichsbankstelle zur Papierfabrik Cosak. Hier erlitten die armen Scheine, an denen so viel menschliche Freude und noch viel mehr menschliches Leid klebt, ihr Schicksal.“ [12] Die Deutsche Bundesbank hatte zunächst das von der Bank deutscher Länder und auch früher von der Deutschen Reichsbank angewandte Verfahren des Zermahlens übernommen, bei dem die Banknoten in einen Papierbrei verwandelt werden und die Papiermasse als Rohstoff für grobes Papier oder Pappe erhalten bleibt. Der Arbeitsaufwand bei diesem Verfahren, das in einem fremden Betrieb, meist in einer Papierfabrik, stattfindet, ist jedoch beträchtlich; es sind Arbeitskräfte für das laufende Öffnen der Geldpakete, die gleichmäßige Beschickung des Vorkochers und des Mahlganges sowie für die Kontrolle dieser Arbeiten erforderlich. Auch ist der Unsicherheitsfaktor bedeutend, da die Kollergänge, in denen das vorgekochte Notenpapier unter Beimengung von Wasser durch Mahlsteine bis zur völligen Auflösung zerrieben wird, gegen Zugriff nicht einwandfrei geschützt sind. Als mit dem steigenden Umlauf die Mengen an ausgesonderten und zu vernichtenden Noten immer größer wurden, kam ihre Vernichtung ins Stocken; die Tresoranlagen der Bundesbank wurden immer mehr mit „alten“ Noten verstopft. Sie ging daher zu einem anderen Vernichtungsverfahren, dem der Verbrennung, über. Die Bank erstellte eine eigene Verbrennungsanlage, die Mitte 1960 in Betrieb genommen werden konnte und eine schnelle, sichere und vollständige Verbrennung ermöglicht. [13] 1978 berichtete Peter Brügge in der Zeitschrift „Der Spiegel“ über die Geldpflege der Deutschen Bundesbank auch sehr anschaulich über die Geldvernichtung. Danach waren damals allein 2400 Bundesbank-Beamte damit beschäftigt, die umlauffähigen Noten von den nicht mehr tauglichen Noten zu trennen. Von den 1071 Millionen Scheinen im Wert von 71 Milliarden Mark wurden 450 Millionen Scheine im Wert von 18 Milliarden Mark und mit einem Gewicht von 408 Tonnen ausgesondert und durch neue Noten ersetzt. Die in den Bundesbankfilialen ausgesonderten Banknoten wurden gebündelt und mit einer Stanzpresse sechsfach gelocht. Das gelöcherte Papier erreichte als bewachter Geldtransport die Frankfurter Zentrale, wo die angelieferten Scheine nachgezählt, anschließend in indische Jute-Säcke gestopft und mit besonderem Zwirn eingenäht wurden. Früher benutzte man gebrauchte Kaffeesäcke aus Costa Rica. Gefüllt mit so unterschiedlichen Werten, wandern an einem endlosen Förderband 67 nummerierte stählerne Kipploren schließlich hin zum zentralen umgitterten Glutofen der Bundesbank, in den alles Papiergeld einmal mündet. Es wird Buch geführt über den Inhalt der Loren bei jedem Umlauf – doch die Nummern der Scheine notiert keiner. Unter ständiger Umdrehung eines Reiß- und Rührwerks verglühen die Scheinbündel in der donnernden Hitze von 1100 Grad Celsius. Erst das feine Pulver, das unten herausfällt, wird nicht mehr bewacht. [14] Als erstes Unternehmen weltweit begann 1979 Giesecke & Devrient ein professionelles Banknotenvernichtungssystem zu entwickeln und herzustellen, das heute von über 80 Zentralbanken und Banknotendruckereien eingesetzt wird. [15] Das BDS D-System schreddert bis zu 1500 kg Banknoten pro Stunde in kleinste Bestandteile. In der Praxis bedeutet dies eine Schnipselgröße von 36 mm², sodass aus ihnen keine Banknoten mehr zusammengefügt werden können. [16] Die Banknotenpartikel können zudem abgesaugt und zu handlichen Briketts verdichtet werden. Abb. 5: Banknotenbrikett aus Papierschnipseln von geschredderten 5-DM-Scheinen im ehemaligen Wert von 75.000 DM. Maße: ca. 150 x 120 x 70 mm. Würden ausschließlich 1000-DM-Scheine zerkleinert, dann enthielt das Brikett einen „Wert“ von einer Million DM. Auch die Deutsche Bundesbank verfügt über spezielle Anlagen zur Banknotenvernichtung, in denen die Scheine geschreddert werden. Durch ihre organische Zusammensetzung eignen sich die Banknotenpartikel hervorragend als Rohstoff für die Herstellung von hochwertigem Kompost. Ein weiterer Teil der zerkleinerten Banknoten wird zur Herstellung von Papierprodukten wie Recyclingpapier verwendet. Bei Einführung des Euro mussten insgesamt rund 2,6 Milliarden D-Mark-Scheine mit einem Gewicht von 2400 Tonnen vernichtet werden. [17] In den behandelten Beispielen erfolgte die Vernichtung der Geldscheine zur Kurspflege, zur Beseitigung entwerteter oder verschmutzter und beschädigter Geldscheine. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen wurden Banknoten häufig vernichtet, damit sie nicht in feindliche Hände fielen: Als im August 1914 der Erste Weltkrieg begann, wurde das weit entfernte Kiautschou von der Nachricht des Kriegsausbruchs völlig überrascht. Bereits am 23. August 1914 trat Japan gegen das Deutsche Reich in den Krieg ein. Die kleine Besatzung des deutschen Pachtgebiets bestand aus 4759 aktiven Soldaten und Reservisten sowie 305 österreichisch-ungarischen Matrosen. Als die kleine Festung nicht zu halten war, befahl Kapitän zur See Meyer-Waldeck, der letzte deutsche Gouverneur, die Vernichtung der Siegel, Stempel, Briefmarken und auch der Geldscheine der Deutsch-Asiatischen Bank. Dies geschah am 5. November 1914 (Gottberg, Die Helden von Tsingtau. Berlin 1920. Hier S. 163). … Da die Banknoten der Deutsch-Asiatischen Bank in China selbstverständlich noch volle Gültigkeit hatten, war die Ausgabestelle Tsingtau doch ausdrücklich für die ganze Provinz Shangtung tätig, blieb nichts anderes übrig, als eine Million mexikanischer Dollar in Banknoten der Ausgabestelle Tsingtau zu verbrennen. Am 7. November musste die Festung kapitulieren. [18] Als 1916 durch die voranschreitende belgisch-englische Offensive Tabora [Deutsch-Ostafrika, Anm. d. Verf.] bedroht war, wurde neben der dortigen Papiergelddruckerei eine in Morogoro errichtet, die bis August 1916 arbeitete. Eine in Kissaki (am Südrand des Ulugurugebirges) im Handbetrieb arbeitende Gelddruckerei musste beim Vormarsch der Engländer die Maschinen stehen lassen (Schnee, S. 286). Notenformulare, die man rechtzeitig aus Tabora zum Rufidji gebracht hatte, wurden dort vom Gouvernementssekretär Lenz und seinem Nachfolger Traub im dichtesten Busch fertiggestellt und ausgegeben (ebd.). Die letzten in Tabora verfertigten Scheine konnten nicht mehr abtransportiert werden. Der Stellvertretende Gouverneur Brandes vernichtete sie vor dem Einmarsch der Belgier (Ada Schnee, S. 103). [19] Dr. Heinrich Schnee, der letzte Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, berichtete: Bei der langen Kriegsdauer und der mangelhaften Herstellung der Banknoten, die größtenteils aus gewöhnlichem Konzeptpapier hergestellt werden mussten, sind sicher erhebliche Mengen von Banknoten verloren gegangen. So haben beispielsweise zweifellos vielfach eingeborene Träger, die ihre Noten nicht wasserdicht und sicher verwahren konnten, besonders beim Durchschreiten von Flüssen und während der Regenzeit beträchtliche Verluste an Banknoten erlitten. Auch haben wiederholt englische wie belgische Soldaten den Eingeborenen abgenommene oder sonst erbeutete Bestände an Interimsnoten vernichtet. [20] Die Reichsbank stellte bei Kriegsausbruch 1939 vertrauliche Grundsätze für die Räumung von Reichsbankanstalten auf. Bei Feindgefahr sollten vorhandene Barbestände nach Möglichkeit an Militärkassen ausgezahlt werden. Wenn dies nicht möglich war, sollten die Geldbestände, Bücher und Scheckformulare vernichtet werden. Darüber musste ein Protokoll angefertigt werden, das von allen Beteiligten zu unterschreiben war. Diese Anordnung galt sinngemäß auch für die Reichskreditkassen .[21] Bleibt noch anzumerken, dass die DDR-Banknoten nach Einführung der D-Mark 1990 in einem Bergwerk in der Hoffnung eingemauert wurden, dass sie mit der Zeit verrotten würden. Nachdem Geldscheine aus den in den Bergwerksstollen eingelagerten Beständen auftauchten, wurden die Scheine wieder geborgen und verbrannt. Aber das ist eine andere Geschichte. Uwe Bronnert Anmerkungen Dr. S. Pressburger: Oesterreichische Notenbank 1816 - 1966, Geschichte des Oesterreichischen Noteninstituts, hrsg. von der Oesterreichischen Nationalbank, Wien, Wien 1966, S. 12. Ebenda, S. 13. Ebenda, S. 14. Gesetz vom 26ten August 1848 und Gesetz vom 24ten März 1849, die Emission Kurhessischer Kassenscheine betreffend. Abgedruckt bei Lothar Brendel, Das Papiergeld des Kurfürstentums Hessen – Staatliche Kassenscheine und Privatbankausgaben, Beiträge zur Münzkunde in Hessen-Kassel 7, Kassel 1979, S. 7. Ebenda, S. 18. Ebenda, S. 19 f. "Der Bär", Nr. 3 vom 15. Oktober 1892, S. 35. Quelle: „Deutsche Reichsbank, Vernichtung von Banknoten,” Krisenjahr 1923 , zuletzt aufgerufen am 24. Mai 2025, https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/krisenjahr-1923/items/show/33 . "Dill-Zeitung", Nr. 96 vom 25.04.1919. Hessisches Staatshauptarchiv Wiesbaden, Akte 405 Nr. 6098, Bl. 298 u. 299. "Dill-Zeitung", Nr. 118, Donnerstag, 22.05.1919. "Sieg-Post", Nr. 243 v. 19.10.1923. Kurt Jaeger und Ulrich Haevecker: Die deutschen Banknoten seit 1871, Engelbert/Württ. 1963, S. 170 f. Peter Brügge: „Das ist der größte Bazillenträger“, in: "DER SPIEGEL", Nr. 30/1978, S. 61 – 64. Die BDS® Produktfamilie, Werte sichern, auch wenn wir sie vernichten, S. 10. https://www.gi-de.com/corporate/Currency_Technology/Currency_Management/Intelligent_Automation_Solutions/Banknote_Destruction_Systems/gd_brochure_bds_concept_DE.pdf (23.04.2025). https://www.gi-de.com/de/spotlight/payment/vernichtung-von-banknoten (11.06.2021). https://www.prosegur.de/blog/cash/zweites-leben-banknoten (23.04.2025). Dr. Günther Meinhardt, Die Geldgeschichte der ehemaligen deutschen Schutzgebiete, Heft 7: Deutschland in China, Dortmund o. J. (1965), S. 22. Günther Meinhardt: Die Geldgeschichte der ehemaligen deutschen Schutzgebiete, Heft 4: Deutsch-Ostafrika, Sonderausgabe Nr. 23 der "Rundschau der Geldzeichensammler", Dortmund o. J. (1961), S. 49. Heinrich Schnee: Deutsch-Ostafrika im Weltkriege, Wie wir lebten und kämpften, Leipzig 1919, S. 283. Vgl. BA Berlin, R 29/3, Bericht über Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 29. Januar 1942.
- Aus privaten Sammlungen: 2 Dollars des Government of British Guiana von 1942
In der Region gab es bereits Anfang des 17. Jahrhunderts niederländische Handelsniederlassungen und schließlich wurden die Gebiete unter dem Begriff Niederländisch-Guayana zusammengefasst. Mit dem Britisch-Niederländischen Vertrag vom 13. August 1814 fielen die Kolonien Essequibo, Demerara und Berbice an die Briten, die daraus 1831 die Kolonie Britisch-Guayana machten. Das erste Papiergeld waren Scheine für die Kolonien Demerara und Essequibo (Demerary and Essequebo) in Gulden-Währung von 1830. Ab 1916 folgten Ausgaben des Government of British Guiana, dessen letzte auf das Kriegsjahr 1942 datiert sind. 1966 wurde Guayana unabhängig. Aus der Sammlung Karl Köhler: British-Guiana, Government: 2 Dollars vom 1. Januar 1942 Vorderseite: Mitte Kaieteur-Wasserfall , links Tukan, rechts Siegel mit Segelschiff Rückseite: Porträt von König Georg VI. im Ornament-Rahmen Wasserzeichen: ohne Format: 152 mm x 82 mm Druck: Waterlow & Sons Limited, London Katalogreferenzen: British Guiana 13c (World Paper Money, Vol. II – General Issues) B198c (The Banknote Book, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 30 Stück zum 10.03.2025 gegradet, 64EPQ (TOP POP, 1 Stück), 58EPQ (3 Stück), 55 (1 Stück) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 1000 Francs der Demokratischen Republik Kongo aus dem Jahr 1962
Die Demokratische Republik Kongo, auch bekannt als DR Kongo, Kongo-Kinshasa oder einfach Kongo, ist ein Land in Zentralafrika. Gemessen an der Landfläche ist das Land nach Algerien das zweitgrößte Afrikas und das elftgrößte der Welt. Mit rund 110 Millionen Einwohnern ist es auch das bevölkerungsreichste frankophone Land der Welt. Die Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Kinshasa. Das Kongobecken wurde erstmals vor etwa 90.000 Jahren von zentralafrikanischen Ackerbauern und vor etwa 2000 bis 3000 Jahren im Zuge der Bantu-Expansion besiedelt. Im Westen herrschte vom 14. bis zum 19. Jahrhundert das Königreich Kongo an der Mündung des Kongo-Flusses. In der Mitte und im Osten herrschten die Reiche von Mwene Muji, Luba und Lunda. König Leopold II. von Belgien erwarb 1885 formell die Rechte am Kongogebiet von den europäischen Kolonialmächten, erklärte das Land zu seinem Privateigentum und nannte es Kongo-Freistaat. Von 1885 bis 1908 zwang sein koloniales Militär die einheimische Bevölkerung zur Kautschukproduktion und verübte zahlreiche Gräueltaten. Im Jahr 1908 trat Leopold das Gebiet ab, das damit zu einer belgischen Kolonie wurde. Am 30. Juni 1960 erlangte Belgisch-Kongo die Unabhängigkeit und wurde zur République du Congo. Der Conseil Monétaire de la République du Congo wurde im Oktober 1960 gegründet. Er stellte seine Tätigkeit im Juni 1964 ein. In den vier Jahren seines Bestehens gab der CMRC nur drei Banknoten aus. Im Februar 1961 wurde dann die Banque Nationale du Congo gegründet. 1962 führte der Conseil Monétaire de la République du Congo 1000-Francs-Scheine ein, indem er den Namen des CMRC über das Wasserzeichen der Banknoten nach dem Muster der Zentralbank von Belgisch-Kongo und Ruanda-Urundi druckte. Im Jahr 1963 gab der CMRC Banknoten in eigenem Namen im Wert von 100 und 5000 Francs aus. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Demokratische Republik Kongo Emittent: Conseil Monétaire de la République du Congo Nominal: 1000 Francs Datierung: 15.02.1962 Vorderseite: Links ein Moliro-Mann, der nach rechts schaut. Unten eine Flussszene mit Fischerbooten (Einbäume, Pirogen), Palmen und einem Gebäude, darunter der Straftext. Zwei kongolesische Sterne oben rechts und links unter den Nennwerten. Rückseite: In der Mitte ein Wasserbock, der aus einem Fluss trinkt. Unterschriften: keine Unterschriften Material: Papier mit Wasserzeichen (Okapi-Kopf) Druck: Bradbury, Wilkinson & Company, England Format: 185 mm x 106 mm Nummerierung: CM0280321 Zitate: Congo Democratic Republic 2 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B101 ( The Banknote Book : Congo Democratic Republic, Owen W. Linzmayer) PMG-Grading : 90 Stück zum 01.07.2025 gegradet, 67EPQ (TOP POP, 1 Stück), 66EPQ (2 Stück), 65EPQ (1 Stück). Die häufigsten Grades sind 35 (14 Stück) und 30 (17 Stück). Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .
- Leserpost: Unbekannter Geldschein der Deutschen Notenbank von 1948?
Sehr geehrter Herr Besler (Grabowski), ich bin derzeit mit der Auflösung meiner sehr umfangreichen Sammlung von Münzen, Banknoten, Orden und Ehrenzeichen sowie Aktien beschäftigt. Nach 42 Jahren des Sammelns nun dieser Schritt, da sich weder meine Kinder noch meine Enkelkinder dafür interessieren und ich im kommenden Februar Rentner werde. Jetzt beim Durchstöbern fiel mir eine 1-DM-Banknote von 1948 auf, da diese weder im Besitz von Serienbuchstabe(n) noch von Kennziffer(n) ist. Auch ist der Untergrund leicht ins Bläuliche statt ins Grünliche gefärbt. Ich habe zwei Fotos von der Banknote beigefügt. Können Sie mir sagen, was dies für eine Banknote ist: SBZ-11 ohne Serie und Kontrollnummer oder DDR-2 ohne Serie und Kontrollnummer? In ihrer Literatur finde ich keinen Hinweis auf diese Banknote. Weicht sie vom Wert der anderen preislich bewerteten Banknoten ab? Ich wäre Ihnen sehr über ein Feedback dankbar. Mit freundlichen (Noch-)Sammlergrüssen verbleibt H. Winter Antwort der Redaktion Bei Ihrer Banknote der Deutschen Notenbank über 1 Deutsche Mark aus dem Jahr 1948 für die Sowjetische Besatzungszone Deutschlands bzw. die DDR handelt es sich ganz sicher um keine Fälschung oder bewusste Manipulation. Ein Vergleich des Druckbildes und etwa auch die deutlich sichtbaren Fasereinlagen im Papier bestätigt dies. Würde es sich um einen so offensichtlich von der Norm abweichenden Fehldruck handeln, dann wäre der Schein entweder überhaupt nicht erst in Umlauf gekommen oder aber bald aus diesem genommen worden. Dagegen spricht der stark gebrauchte Erhaltungszustand. Die Lösung des Rätsels ist ganz einfach. Es handelt sich um keine unbekannte Ausführung oder Variante ohne Nummerierung und in anderen Farben, sondern der Schein ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Kleidungsstück vergessen und mit diesem gewaschen worden. Es ist hinreichend bekannt, dass nicht wenige Waschmittel die Druckfarben von Banknoten angreifen, zu Verfärbungen führen und sie zum Teil sogar komplett entfernen können, was hier und bei anderen bekannten Fällen auf die rote Nummerierung zutrifft. Zum Vergleich nachstehend Abbildungen des gleichen Scheins (sowjetischer Druck) mit Vorder- und Rückseite. Ob es sich bei Ihrem Schein um einen sowjetischen Druck von 1948 oder um einen DDR-Druck ab 1951 handelt kann ich leider nicht sagen, weil hierzu die Kontrollnummer als entscheidendes Erkennungsmerkmal dient. Für den Einfluss von Waschmitteln spricht auch ganz klar die Art der Verfärbung. Es ist sicher nicht der erste und auch nicht der letzte Geldschein, der in einer Waschmaschine gelandet ist. Um eine unbekannte Banknote oder eine besondere Rarität handelt es sich leider nicht, wohl aber um ein Stück Zeitgeschichte, dem man die Spuren seiner Authentizität ansieht. Zu bewerten ist sie entsprechend ihrer geringen Erhaltung. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2023/2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 EUR Zur Leseprobe Zum Buch
- Alliierte Militärzahlungsmittel in Dänemark 1945
Am 9. April 1940 besetzten deutsche Truppen Dänemark. Die dänische Regierung unter Staatsminister Thorvald Stauning und, nach dessen Tod 1942, unter Eric Scavenius kooperierte zunächst mit der deutschen Besatzungsverwaltung. Im Sommer 1943 verschärften sich die Spannungen, am 29. August 1943 trat Scavenius als Ministerpräsident zurück. Es begann der aktive dänische Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Am 4. Mai 1945 unterzeichnete eine deutsche Militärdelegation auf dem Timeloberg bei Wendisch Evern in der Nähe von Lüneburg die Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande, die am 5. Mai 1945 um 8.00 Uhr in Kraft trat. Der Abzug deutscher Truppen und Mitarbeiter der Besatzungsverwaltung begann, er dauerte bis Anfang Juni 1945. Im Land verblieben etwa 250.000 deutsche Flüchtlinge hauptsächlich aus Pommern, Ost- und Westpreußen. Am selben Tag nachmittags landete der britische Generalmajor Richard Henry Dewing, Chef der alliierten Militärmission in Dänemark, auf dem Flughafen in Kopenhagen-Kastrup. Ab dem 7. Mai 1945 marschierten britische Streitkräfte aus Norddeutschland in Dänemark ein. Generalmajor Richard Henry Dewing (1891-1981), Chef der alliierten Militärmission in Dänemark. Quelle: Fotoarchiv Frihedsmuseets, Copenhagen. Seit Ende 1943 planten die Alliierten Militärmissionen zur Befreiung Europas, und errichteten dazu das Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force (Oberstes Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte), abgekürzt SHAEF, unter Leitung des US-Generals Dwight D. Eisenhower. Für einzelne Länder wurden im Rahmen der SHAEF-Strukturen Missionen aufgestellt, so auch für Dänemark. Aufgabe der SHAEF-Mission in Dänemark ab dem 7. Mai 1945 war die Entwaffnung sowohl der deutschen Truppen als auch die Unterstützung der dänischen Behörden bei der Entwaffnung von Widerstandskämpfern (die Mitte August 1945 abgeschlossen war), sowie bei der Errichtung einer Zivilverwaltung. Grundlage für letzteres bildete ein Abkommen zwischen Generalmajor Dewing und dem dänischen Außenministerium vom 22. Mai 1945 [1] . Die SHAEF-Mission Dänemark endete mit der Auflösung der SHAEF am 14. Juli 1945. Sie wurde als britische Militärmission fortgeführt, die ihre Arbeit am 31. August 1945 einstellte [2] . Gegenstand der Planungen und Vorbereitungen für SHAEF Dänemark war - wie für andere Länder auch - die Ausrüstung der alliierten Streitkräfte mit Zahlungsmittel in Landeswährung, um Besatzungsausgaben vor Ort tätigen zu können. Da unklar war, in welchem Umfang alliierte Truppen in Dänemark zum Einsatz kommen würden, und ob insbesondere eine militärische Befreiung des Landes notwendig werden würde, die den Einsatz größerer Truppeneinheiten erforderlich gemacht hätte, wurde Ende 1943 mit der Planung für Zahlungsmittel der alliierten Streitkräfte zur Verwendung in Dänemark begonnen. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 25 Øre o.D. (1945) Vorderseite - 108 x 53 mm, Braun auf rotbraunem Unterdruck, Wasserzeichen Wellen. Pick M1, Sieg M7. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 25 Øre o.D. (1945) Rückseite. Entworfen und gedruckt wurden Scheine in den Wertstufen zu 25 Øre sowie zu 1, 5, 10, 50 und 100 Kronen [3] . Sie sind im Hochdruck auf Wasserzeichenpapier (Wellen) hergestellt, das auch bei einer Teilauflage der österreichischen Militärschilling-Ausgabe 1944 Verwendung fand. Überhaupt sind stilistische Gemeinsamkeiten der Scheine auffällig mit den ebenfalls in England entworfenen und hergestellten Scheinen der Alliierten Militärbehörde für Österreich der Ausgabe 1944, etwa im Vergleich des Scheins zu 5 Kronen mit dem Schein zu 10 Schilling. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 5 Kronen (1945) Vorderseite, 112 x 74 mm, Braungrau auf grünblauem Unterdruck, Wasserzeichen Wellen. Pick M3, Sieg M9. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 5 Kronen (1945) Rückseite, 112 x 74 mm, Blau auf braunrotem Unterdruck. Österreich- Alliierte Militärbehörde, 10 Schilling 1944, Vorderseite, Pick 106, Richter 257. Österreich- Alliierte Militärbehörde, 10 Schilling 1944, Rückseite. Die Scheine tragen die Aufschrift „Udstedt af den Allierede Overkommando til brug in Danmark“ (Ausgestellt vom Alliierten Oberkommando zur Verwendung in Dänemark) sowie die Angabe des Nominalwertes, jedoch kein Ausgabedatum und auch keine Unterschrift. Der Schein zu 25 Øre zeigt zudem dem Buchstaben „D“ links und rechts am unten Rand. Eine Ausgabe durch den Vertreter der Dänische Delegation im Exil Hendrik Kauffmann [4] hielt man für nicht sachgerecht. Zugleich sollte ausdrücklich kein Besatzungsgeld geschaffen worden, da eine alliierte Besatzung in Dänemark nicht vorgesehen war, und man Dänemark als Partner der Alliierten ansah. Der Entwurf der Scheine erfolge im Februar 1944 durch Grafiker der Bank von England [5] . Über den Text auf den Scheinen gab es im Februar 1944 längere Diskussionen zwischen dem Außenministerium in London und der Dänischen Delegation unter Henrik Kauffmann, weswegen schließlich die Bezeichnung „Udstedt“ (ausgestellt) statt „Udgivet“ (ausgegeben) gewählt wurde. Nach längeren Diskussionen zwischen England und den USA über die Auflagenhöhe vor dem Hintergrund des noch immer unklaren Umfangs des Einsatzes alliierter Truppen in Dänemark wurde im März 1944 an Bradbury Wilkinson & Co. ein Druckauftrag über 2 Millionen Scheine zu 25 Øre , über je 1 Million Scheine in den Wertstufen 1, 5, 10, 50 sowie über 1.335.000 Stück für die Wertstufe zu 100 Kronen erteilt. Nur die Wertstufen zu 10, 50 und 100 Kronen sollten nummeriert werden. Die Scheine zu 10 Kronen tragen die Serienbezeichnung D/20, die Scheine zu 50 Kronen die Serienbezeichnung D/10, und die Scheine zu 100 Kronen die Serienbezeichnungen D/01 und /D02. Mitte Juli 1944 waren die Scheine fertiggestellt und wurden an die Bank von England ausgeliefert. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 10 Kronen (1945) Vorderseite, 132 x 77 mm, Rotbraun auf blaugrauem Unterdruck, Wasserzeichen Wellen, Nummer D/20 066268. Pick M4, Sieg M10. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 10 Kronen (1945) Rückseite, Braun und violett auf violettem Unterdruck. Am 27. April 1945 bestätigte das War Office in London, dass aus diesen Beständen drei Kisten an die britischen Streitkräfte im Rahmen der SHAEF-Mission ausgeliefert worden waren, und zwar in folgenden Stückelungen: 45.000 Scheine zu 25 Øre , 30.000 Scheine zu 1 Krone und je 15.000 Scheine zu 5 Kronen, 10 Kronen und 50 Kronen. Scheine zu 100 Kronen gelangten nicht zur Ausgabe [6] . Nur ein Bruchteil der ursprünglich gedruckten Auflage wurde daher verwendet, der Rest vermutlich später vernichtet. Die Ausgabe der Noten erfolgte durch britische Truppen in Dänemark ab dem 7. Mai 1945. Zu einer Ausgabe durch russische Truppen, die ab dem 10. Mai 1945 die dänische Insel Bornholm besetzt hielten [7] kam es nicht. Dort sind die Scheine auch nicht verwendet worden. Der Wechselkurs der alliierten Militärzahlungsmittel betrug 24 Kronen je Pfund Sterling bzw. 5,948 Kronen je US-Dollar (nach anderen Quellen 20 Kronen je Pfund), während der Handelswechselkurs der Krone im Mai 1945 zunächst auf den Vorkriegskurs von 19,36 Kronen je Pfund Sterling festgelegt wurde [8] . Die neue dänische Regierung unter Vilhelm Buhl, als auch die Dänische Nationalbank sahen die Ausgabe alliierter Militärzahlungsmittel ohne Kontrolle kritisch und bemühten sich daher, den Streitkräften der SHAEF Scheine der Dänischen Nationalbank zur Verfügung zu stellen, was schließlich Ende Juni 1945 erreicht werden konnte. Die Ausgabe der Kronen-Scheine des Alliierten Oberkommandos wurde daraufhin Anfang Juli 1945 eingestellt. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 1 Krone (1945) Vorderseite, 113 x 57 mm, Violett auf blaugrauem Unterdruck, Wasserzeichen Wellen. Pick M2, Sieg M8. Alliiertes Oberkommando in Dänemark, 1 Krone (1945) Rückseite, Blau auf violettem Unterdruck. Am 20. Juli 1945 beschloss das dänische Parlament ein Gesetz zur Durchführung eines Geldumtauschs, der am 23. Juli 1945 landesweit durchgeführt wurde. Alle umlaufenden Geldscheine wurden eingezogen. Beträge bis 100 Kronen bzw. bis 500 Kronen konnten in neue Banknoten der Dänischen Nationalbank umgetauscht werden, darüber hinausgehende Beträge waren auf Konten einzuzahlen und unterlagen einer Prüfung. Im Zuge dieses Umtauschs wurden auch die auf Kronen lautenden alliierten Kronen eingezogen [9] . Sie sind heute selten, insbesondere die Wertstufe zu 50 Kronen. Am einfachsten ist der Schein zu 1 Krone erhältlich, üblicherweise in gebrauchter Erhaltung. Die Seltenheit der alliierten Militärscheine für Dänemark erklärt sich wie gezeigt dadurch, dass im Verhältnis zur Druckauflage nur geringe Stückzahlen überhaupt für die Ausgabe abgeforderten wurden, von denen vermutlich nur Teilbestände tatsächlich in den Umlauf gelangten. Der Ausgabezeitraum der Scheine betrug weniger als zwei Monate, ihr Umlaufzeitraum war nur unwesentlich länger. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] https://history.state.gov/historicaldocuments/frus1945v04/d568 [2] https://lex.dk/British_Mission_to_Denmark . Zu den Aufgaben der SHAEF sowie der britischen Militärmission in Dänemark s. den sehr ausführlichen Beitrag von Peter Hertel Rasmussen, Fra Krig og Fred, Dansk Militærhistorisk Kommissions Tidsskrift Nummer 2016, abrufbar unter file:///C:/Users/sveng/Downloads/Web6_FKogF_2016_komplet.pdf (in dänischer Sprache) [3] Pick M1 - M6; Sieg Seddelkatalog M7 -M11 [4] Henrik Kauffmann wurde im August 1939 dänischer Botschafter in Washington. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen weigerte er sich, mit der unter deutscher Kontrolle stehenden dänischen Regierung weiter zusammen zu arbeiten, und bilde danach eine Art Exilregierung. Er war Ansprechpartner und Verbindungsmann für die Alliierten. Im Mai 1945 wurde er Minister der Regierung unter Ministerpräsident Vilhelm Buhl und später Botschafter Dänemarks bei den Vereinten Nationen. [5] Dazu und zum nachfolgenden Andrew Wiseman, Allied Military Currency in Danmark, IBNS-Journal 41/4 (2002) S. 20 unter Verweis auf die Akten der SHAEF Denmark Mission im UK Public Record Office in Kew/Surrey. [6] Es sind Musterstücke bekannt. Ein nummeriertes Muster zu 100 Kronen wurde in der Auktion Bruun Rasmussen, Kopenhagen, am 4. November 2017 für umgerechnet EUR 4.300 plus Aufgeld verkauft - https://www.numisbids.com/n.php?p=lot&sid=2244&lot=367 [7] Die Besetzung dauerte bis zum 5. April 1946. Kontakte zur dänischen Regierung gab es kaum. [8] Svendsen/Hansen/Olsen/Hoffmeyer, Dansk Pengehistorie Band 2, Danmarks Nationalbank 1968, S. 255 [9] S. dazu Niels Nielsen, SEDLER BRUGT AF DANSKERE UNDER 2. VERDENSKRIG, abrufbar unter https://www.danskmoent.dk/pdf2/NielsenSedler1.pdf . Die Scheine sollen danach noch bis zum 30. Juli 1945 umtauschbar gewesen sein.
- Lexikon: Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie
Die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie (LDE) wurde 1835 als erste private Eisenbahngesellschaft in Sachsen gegründet. Ihre Konzession zur Ausgabe eigener Kassenscheine zur Finanzierung des Eisenbahnbaus stammt vom 6. Mai 1835. 1836 war Baubeginn der Eisenbahnstrecke und 1839 Eröffnung der ersten deutschen Ferneisenbahn zwischen Leipzig und Dresden, die die Gesellschaft betrieb. Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie, G/K-510: Eisenbahn-Cassa-Schein über 1 Thaler ohne Datum (1838/39), Vorder- und Rückseite. Die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie gab auf Anregung von Friedrich List (1789 bis 1846) sogenannte Eisenbahn-Cassa-Scheine aus und zwar von 1838 bis 1870 1-Taler-Scheine in fünf verschiedenen Auflagen (im 14-Taler-Fuß 1838/39 und 1855, im 30-Taler-Fuß 1857 und 1870 sowie im 21-Florin (Gulden)-Fuß 1870). Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie, G/K-515: Einseitige Druckprobe der Vorderseite zu 100 Mark vom 1. Januar 1875. Nach der Reichsgründung und Währungsumstellung auf die neue deutsche Einheitswährung Mark gab die Gesellschaft auch einen Kassen-Schein über 100 Mark vom 1. Januar 1875 aus. Die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie wurde am 1. Juli 1876 verstaatlicht und damit Teil der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen. Ihre Kassenscheine galten daher als sächsische Staatsnoten, die 1882 ungültig wurden. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski/Manfred Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-188-8 Auflage: 1. Auflage 2020 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 344 Preis: 69,00 EUR Leseprobe Zum Buch
- Nachruf auf Jos F. M. Eijsermans (1955-2025)
Jos F. M. Eijsermans (24.02.1955–04.08.2025) auf der Paper Money Fair im September 2021. Es erreichte uns eine traurige Nachricht! Am 4. August 2025 verstarb Jos F. M. Eijsermans. Viele Sammler und Händler kannten Jos als Veranstalter der weltweit größten Papiergeldbörse – der Paper Money Fair in Valkenburg in den Niederlanden. Anfang der 1990er Jahre übernahm er die Organisation dieser Veranstaltung von der IBNS und baute sie in den Folgejahren zum weltweit führenden Händler- und Sammlertreffen für Papiergeld mit großer internationaler Beteiligung aus. Seine Tätigkeit bei einer Bank in den Niederlanden gab er später auf und widmete sich mit seiner Firma Eijsermans Events und einem mehrköpfigen Team der Organisation dieser Börse, die zunächst jährlich im April, und später dann in etwas kleinerem Rahmen zusätzlich auch im September in der Geulhal in Valkenburg stattfand. Als Markenzeichen trug er in Valkenburg stets ein gelbes Hemd. Daneben war Jos als Händler für Geldscheine tätig und selbst aktiver Sammler von Notgeld sowie von Fälschungen und allem rund ums Geld. Hierbei nutzen ihm seine langjährigen Erfahrungen als Mitarbeiter im Bereich Fremdwährungen bei einer Bank in den Niederlanden. Zwischen 1996 und 1998 amtierte er zudem als Präsident der International Bank Note Society (IBNS). Er schrieb aber auch Fachartikel für Zeitschriften. Durch seine kommunikative und oft leidenschaftliche Art baute er im Laufe der Zeit viele Kontakte zu Sammlern und Händlern in aller Welt auf. Für Fragen nahm er sich stets Zeit. Seine Expertise und sein Fachwissen wurden allseits geschätzt - kaum eine Frage, auf die Jos keine Antwort zu geben wusste. Daneben kannte er viele Anekdoten und Geschichten über Geld und Geldscheine, die er gerne weitergab. Mit Jos ist eine überaus engagierte Sammlerpersönlichkeit von uns gegangen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seiner Frau Fabienne. Sven Gerhard / Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Abb. Donald Ludwig
- Neues Sonderheft "Gold & Silber"
Sonderheft „Gold & Silber" der Zeitschriften MünzenRevue und Münzen & Sammeln Das neue Sonderheft "Gold & Silber – Edelmetall zum Sammeln und Anlegen" erscheint am 17.10.2025 und kann jetzt zum Sonderpreis von 12 Euro statt 14,90 Euro vorbestellt werden! Mehr lesen
- Der russische Angriff auf Ostpreußen 1914 – Eine familiäre Nachbetrachtung
Zu dem sehr lesenswerten Artikel "Vor 110 Jahren – der russische Angriff auf Ostpreußen" von Helmut Kahnt in der Zeitschrift "Münzen & Sammeln" [1] , in dem auf Medaillen zu den sog. "Russeneinfällen" 1914 und auf die Befreiung Ostpreußens eingegangen wird, möchte ich einen kleinen ergänzenden Betrag liefern und aus einem lang zurückliegenden familiären Blickwinkel einige Anmerkungen setzen. Ein Teil meiner Vorfahren stammt aus Ostpreußen, genauer gesagt aus einem kleinen Dorf im Kreis Goldap [2][3][4] mit der gleichnamigen Kreisstadt. Der russische Angriff im Jahr 1914 hatte direkte Auswirkungen auf Goldap und dessen Bewohner. Die Kreisstadt Goldap mit Marktplatz aus der Vogelperspektive. Umgebung von Goldap am Rande der Rominter Heide. Kinder auf dem Heimweg von der Schule in dem Ort Groß-Bludschen im Kreis Goldap. Am 18. August 1914 besetzten 50.000 russische Soldaten Goldap. Die Besetzung dauerte 23 Tage. Der 21. August 1914 war durch schwere Kämpfe in Goldap und Gumbinnen gekennzeichnet. Die Schlacht an den Masurischen Seen vom 8. bis 11. September 1914 führte auch zur Befreiung Goldaps von den russischen Truppen. Ostpreußen 1914: Russische Artillerie in Feuerstellung. Vorbeimarsch russischer Truppen vor dem Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch und dem russischen General von Rennenkampf im ostpreußischen Insterburg. Aus alten Erzählungen ist mir noch in Erinnerung geblieben, dass während dieser ersten Besetzung des Kreises Goldap durch russische Truppen alle militärischen Gegenstände wie Säbel, Gewehre, Orden, etc. aus den Haushalten entsorgt wurden. Alle Gehöfte und Häuser sollen durch russisches Militär durchsucht worden sein und bei Auffinden von derartigen Dingen waren drakonische Strafen angedroht. Meine Urgroßmutter hat der Erinnerung nach, fragliche Dinge in einer entlegenen Schlucht versteckt und nie mehr zurückgeholt. Zum größten Teil soll sich das russische Militär während dieser Zeit der zurückgebliebenen Bevölkerung gegenüber korrekt und hilfsbereit verhalten haben. Ostpreussische Flüchtlinge 1914. Baracke mit ostpreussischen Flüchtlingen 1914. Vom 28. Oktober bis 5. November 1914 fanden Kämpfe in der Rominter Heide statt, die mit einer erneuten russischen Besetzung und starker Zerstörung im Kreis Goldap endeten. Die Räumung von Stadt und Kreis Goldap wurde am 05. November 1914 angeordnet. Mit Ende der Winterschlacht in den Masuren (7. bis 21. Februar 1915) gelang auch die Befreiung von Goldap. Die Rückkehr der geflohenen Bevölkerung erfolgte im April 1915. Die von den Russen zerstörte Stadt Gerdauen. Zerstörter Marktplatz in der ostpreussischen Stadt Lyck 1914. Postkarte zum Sieg der deutschen Truppen unter Führung von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg am 17. Februar 1915 in der Winterschlacht in den Masuren. Foto von einem der endlosen Züge russischer Gefangener. Rückkehr ostpreussischer Flüchtlinge in ihr zerstörtes Heim. Auch hier ist mir aus Erzählungen bekannt, dass zahlreiche Brücken, Häuser und Gehöfte im Kreis Goldap sowie die Kreisstadt in großen Teilen zerstört war. Nichts war mehr vorhanden. Vieles soll geplündert oder zerstört worden sein. Als nette Anekdote ist zu berichten, dass nach dem Ende der zweiten russischen Besetzung meinen Vorfahren ein Schimmel zugelaufen ist. Dieser soll nur eine Gangart gekannt haben und zwar Galopp und nur zwei Personen hätten ihn reiten können, alle anderen wurden abgeworfen. An das Ereignis der zweimaligen russischen Besetzung 1914/15 erinnern auch die 1921 ausgegebenen Serienscheine der Stadt Goldap [1] zu 25, 50, 75 und 100 Pfennig. Die Scheine sind alle ohne Kontrollnummer ausgeführt und eine Auflagenhöhe ist nicht bekannt. Der 25-Pfennig-Schein zeigt auf der Rückseite als Motiv eine Ansicht von „Alt Goldap“ vor 1914. Der 50-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Goldap nach dem Russeneinfall 1914 – Zerstörte Häuser, Töpferstr.". Der 75-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Goldap nach dem Russeneinfall 1914 – Zerstörungen am Markt“. Der 100-Pfennig-Schein widmet sich dem Wiederaufbau von 1916 bis 1921 mit dem Motiv „Neues Wohnhaus – Entw. & Baul. Hans Philipp“. Diese Serienscheine wurden anscheinend im Jahr 1921 durch Hans Philipp komplett entworfen. Darauf deutet ein entsprechender Hinweis auf allen Scheinen hin. Auf der Vorderseite steht rechts unten: ENTW. ARCH. HANS PHILIPP 21. Auf der Rückseite ist sein Namenskürzel „HJP 21“ im „L“ von Notgeld zu sehen. Eventuell dienten die Einnahmen durch den Verkauf dieser Serienscheine auch dem Wiederaufbau. Nach Ende der Kriegshandlungen wurde ein „Aufbauprogramm Ostpreußen“ durchgeführt, an dem der Architekt Hans J. Philipp aus Goldap großen Anteil hatte [6] . Der Wiederaufbau erfolgte im Stil der „Neuen Sachlichkeit“. Neben Hans Philipp war auch der bedeutende Architekt Fritz Schopohl [7] beteiligt. Die neu aufgebauten Häuser auf allen vier Marktseiten ergaben ein geschlossenes Bild und waren für die damalige Zeit sehr modern. Auch andere Orte in Ostpreußen, wie z.B. Lyck, Tilsit, Gumbinnen und Ortelsburg waren schwer zerstört und mussten ab 1915 wiederaufgebaut werden [8] . Eine bildliche Darstellung dieses Ereignisses sind auch auf Serienscheinen der Stadt Neidenburg bekannt [9] . Der Kreis und die Stadt Neidenburg lag im äußersten Südwesten der Provinz Ostpreußen. Auch diese Serienscheine wurden 1921 durch Hans Philipp entworfen. Ein entsprechender Hinweis findet sich auf der Vorderseite der Serienscheine. Der 50-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Zerstörte Kirche“ nach dem Russeneinfall 1914. Der 75-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Zerstörter Stadtteil“ nach dem Russeneinfall 1914. Auch diese Scheine sind alle ohne Kontrollnummer und eine Auflagenhöhe ist nicht bekannt. Gedruckt wurden sie durch die Druckerei Hartung in Hamburg. Hans Philipp hat auch die Serienscheine zum 350. Stadtjubiläum von Angerburg entworfen. Weitere ostpreußische Serienscheine mit Motiven zu diesem Thema sind u.a.: Allenstein, Stadt: 10 Pfennig vom 1. April 1921, Vorderseite mit Porträts von Generalfeldmarschall von Hindenburg in der Mitte sowie dem General der Infanterie und Führer des I. Reserve-Korps von Below links und General der Artillerie und Führer des 20. Armeekorps von Scholtz rechts. Die Rückseite zeigt eine Szene zum "Brotbacken in Allenstein in der Nacht vom 27. zum 28. August 1914 für die Russen" vom sog. "Russenerker" des Allensteiner Rathauses. Domnau, Stadt: 25, 50 und 75 Pfennig vom 1. August 1921 zur Erinnerung an den Wiederaufbau der von den Russen kriegszerstörten Stadt. In Goldap wurden nicht nur Serienscheine verausgabt, sondern auch „richtiges“ Notgeld. Alle Notgeldscheine wurden durch die Kreissparkasse emittiert und vom Landrat gezeichnet. Folgende Ausgaben sind bekannt: 50 Pfennig vom 10. Mai 1917; [10] 20, 50 und 100 Mark vom 13. November 1918 bis 1. Februar 1919; [11] 100 und 1000 Mark vom 1. Oktober 1922; [12] 1 und 5 Millionen Mark vom 11. August 1923; [13] 10 Milliarden Mark vom 27. Oktober 1923. [14] Im Stempel immer mit der abweichenden Schreibweise „Goldapp“. Scheine von 1918 und 1922 kommen oftmals mit einer Aktenlochung vor. Bei Tieste ist unter Nr. 2325.10 eine Ausgabe eines Johann Metzdorf als zweifelhaftes Stück gelistet. Johann Metzdorf war Kaufmann in Goldap, weitere Erkenntnisse liegen nicht vor. Bliebe noch zu ergänzen, dass rund 30 Jahre später, 1944/45, der endgültige Verlust Ostpreußens erfolgte. Heute liegt die Stadt Goldap ( Gołdap) in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren . Die Stadt hat immer noch einen schönen Marktplatz, der deutlich die Handschrift aus der Wiederaufbauzeit von 1916 bis 1921 zeigt, sowie ein Gradierwerk am Goldaper See. Der nördliche Teil des ehemaligen Kreises Goldap liegt mit Gumbinnen in der russischen Exklave Kaliningrad (ehemals Königsberg i. Pr.). Ostpreußen – das Land der dunklen Wälder und kristallklaren Seen bzw. das heutige Ermland-Masuren ist eine Reise wert, fahren sie mal hin. Thomas van Eck Anmerkungen: "Münzen & Sammeln", Ausgabe April 2025, Seiten 12-15. https://www.goldap.de/patenschaftsmuse https://de.wikipedia.org/wiki/Goldap https://de.wikipedia.org/wiki/Kreis_Goldap Katalog Grabowski/Mehl: Deutsche Serienschein 1918-1922, Nr. 451.1 https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/deutsche-serienscheine-1918-1922 Vgl. u.a. https://mprove.de/chronolab/opendata/wmb/media/WMB_1919_20_11-12.pdf https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Schopohl https://www.bildarchiv-ostpreussen.de Katalog Grabowski/Mehl: Deutsche Serienschein 1918-1922, Nr. 932.3 und 932.4 Katalog Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 5+6: Deutsche Kleingeldscheine – Amtliche Verkehrsausgaben 1916-1922, Nr. G26.1 https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/deutsche-kleingeldscheine-amtliche-verkehrsausgaben-1916-1922 ; Katalog Tieste – Verkehrsausgaben 1915-1922; Nr. 2325.05 Katalog Geiger – Das deutsche Großnotgeld 1918-1921; Nrn. 187.01-03, https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/das-deutsche-grossnotgeld-1918-1921 Katalog Müller – Die Notgeldscheine der deutschen Inflation 1922; Nrn. 1805.1 - 2, https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/die-notgeldscheine-der-deutschen-inflation Katalog Keller – Das Notgeld der deutschen Inflation 1923; Nr. 1846.a, https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/das-notgeld-der-deutschen-inflation-1923- Katalog Keller – Das Notgeld der deutschen Inflation 1923; Nr. 1846.b












