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- Portugiesische Entdeckungsfahrten und der Seeweg nach Indien
Gedenkbanknoten “500 Jahre portugiesische Entdeckungsreisen” Portugal entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert zu einem der ersten Flächenstaaten mit einer vergleichsweise modernen, in weiten Bereichen juristisch gebildeten Regierung und Verwaltung. Neben einer königlichen Marine fanden sich Anfänge eines militärischen Rekrutierungssystems, ein zentralisiertes Steuerwesen und die Krone versuchte, sich durch eigene Kronmonopole und Handelsunternehmungen zusätzliche Einnahmen zu verschaffen. Der moderne Adel begann durch die Geldwirtschaft also, sich von der Landwirtschaft ab- und eher dem städtischen Handel und Gewerbe zuzuwenden. Portugal war abhängig von Importen. Dies legte den Grundstein für die Erforschung neuer Handelsrouten und Handelsbeziehungen. Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts gelangen viele begehrte und kostbare Güter wie Gewürze, Elfenbein und Gold, das bei den christlichen Mittelmeerstaaten zur Münzprägung sehr gefragt war, über zahllose Karawanen von Arabien oder Afrika bis ans Mittelmeer und dann weiter nach Süd- und Mitteleuropa. Portugal litt besonders an der Goldknappheit. Nach 1383 wurden deshalb in Portugal für einige Zeit keine Goldmünzen mehr geprägt. Die Herrscher suchten nun nach Möglichkeiten, ihre eigene Versorgung sicherzustellen und somit unabhängig von den venezianischen oder arabischen Händlern zu werden, die den Handel über den Landweg beherrschten. Heinrich (1394–1460), der vierte Sohn des portugiesischen Königs Johann I., war einer der ersten, der auf dem Seeweg nach neuen Handelsrouten für Portugal suchte. Er hatte sich zuvor durch militärische Erfolge in Nordafrika verdient gemacht und war an der Eroberung der Stadt Ceuta beteiligt. Der beste Hafen Marokkos, der damaligen Kornkammer Nordafrikas, lag somit in portugiesischem Besitz. Die Straße von Gibraltar war das erste Ziel der Expansion außerhalb Europas. 1420 wurde Prinz Heinrich zum weltlichen Führer des Ordens der Christusritter ernannt. Er konnte dadurch auf deren seefahrerische Erfahrung zurückgreifen und erlangte beträchtliche finanzielle Mittel, mit denen er Erkundungsfahrten plante und finanzierte. Obwohl Heinrich nie selbst eine längere Schifffahrt unternahm, erhielt er in der Folge den Beinamen „der Seefahrer“. Seine Schiffe entdeckten und besiedelten in den Folgejahren die Azoren und er versuchte, die Kanarischen Inseln in portugiesischen Besitz zu bringen, was jedoch zu Auseinandersetzungen mit dem Königreich Kastilien führte, das ebenfalls Anspruch auf die Inseln erhob. Heinrich wollte mit den veranlassten Expeditionen nicht nur neue Handelsverbindungen für Pfeffer, Gold, Elfenbein oder Sklaven etablieren, sondern auch den christlichen Glauben verbreiten und den Islam zurückdrängen. Er erhoffte sich dazu die Mithilfe des sagenhaften Priesterkönigs Johannes, der einer Legende nach in Afrika oder Asien ein großes, sehr wohlhabendes Reich beherrscht haben soll. Für die Existenz eines solchen Priesterkönigs oder sein geschichtliches Äquivalent gibt es heute keine klaren Nachweise. Abbildung: POR-191 10.000 Escudos (1996 – 1998) Vorderseite: Mitte: Siegel des Infanten (Prinzen) Dom Henrique von Portugal („Heinrich der Seefahrer“), Schiffsseil, Gürtel, Stundenglas und Kompass; Rechts: Porträt von Heinrich dem Seefahrer. Rückseite: Portugiesische Karavelle, Ranken, Malteserkreuz und Windrose. Nachdem Heinrich der Seefahrer 1460 verstorben war, führte König Johann II. seine Pionierarbeit fort. Bis dahin hatten die Portugiesen die Westküste Afrikas bis zum Kap Mesurado im heutigen Liberia erkundet und sind über den Fluss Gambia in das Landesinnere Afrikas eingedrungen. Mittlerweile gab es im Kampf Portugals um die Vorherrschaft auf den Ozeanen einen klaren Widersacher: Spanien. Das zentrale Vorhaben beider Königreiche war es, den Seeweg nach Indien zu finden. König Johann II. setzte dabei auf mehrere Expeditionen. Pedro de Covilhao und Alfonso de Paiva brachen zunächst auf dem Landweg über Barcelona, Neapel und Rhodos nach Alexandria auf und sind dort über das Rote Meer bis nach Aden weitergereist. De Covilhao gelang es schließlich, seine Reise bis zu den indischen Städten Kalikut (heute: Kozhikode) und Goa fortzusetzen und so wichtige Erkenntnisse über den dortigen Reichtum und Handel zu gewinnen. Eine weitere von Johann II. veranlasste Erkundungsfahrt war 1487 auf dem Seeweg aufgebrochen, um Afrika im Süden zu umsegeln. Bartolomeu Dias (1450–1500), der Leiter dieser Expedition mit zwei Karavellen und einem Proviantschiff, navigierte seine Matrosen bis weit südlich des heutigen Namibias und ließ dabei zu mehreren Gelegenheiten durch Tauschgeschäfte mit den Einwohnern Afrikas die Vorräte aufstocken. Als die Schiffe im Januar 1488 in einen schweren Sturm gerieten, verloren sie die Orientierung. Dias legte einen Ostkurs fest, im festen Glauben, dort auf Land zu treffen. Weit gefehlt jedoch – Erst nachdem Dias und seine Begleiter nach Norden fuhren, war die afrikanische Küste wieder zu sehen. Ohne es zu bemerken, haben die Schiffe erstmals die Südspitze Afrikas umsegelt. Der Kapitän wollte auf der Suche nach der indischen Küste weiter nach Osten vordringen, war jedoch aufgrund seiner an Skorbut erkrankten Mannschaft zur Umkehr gezwungen. Auf der Rückfahrt nannte Bartolomeu Dias das Südkap aufgrund der rauen See „Kap Tormentoso“, Kap der Stürme. König Johann gab ihm dann seinen heutigen Namen „Kap der guten Hoffnung“. Abbildung: POR-189 2000 Escudos (1995 – 2000) Vorderseite: Mitte: Münze aus der Zeit Johanns II. von Portugal, Astrolabium (Vorläufer des Sextanten in der Navigation auf See), Rechts: Porträt von Bartolomeu Dias. Rückseite: Dreimaster, Kompass und historische Karte von Europa und Afrika. Der Grundstein für den Seeweg nach Indien war gelegt. Der König setzte jedoch nicht den erfahrenen Bartholomeu Dias als Kapitän für eine erneute Expedition ein, sondern entschied sich für den bisher in der Seefahrt kaum in Erscheinung getretenen Vasco da Gama (1469–1524), einem Mann aus dem Kleinadel, einem Stand, der besonders durch die Bekleidung öffentlicher Ämter und Ausübung der Kriegskunst bekannt war. Es dauerte fast zehn Jahre, bis eine erneute Expedition gestartet wurde. Nach dem Tod von Johann II. wurden die Vorbereitungen unter Manuel I. zu Ende geführt. Die Entdeckerflotte und die Schiffe, die von Bartolomeu Dias entworfen waren, waren auch für militärische Auseinandersetzungen ausgestattet. Und von dieser Ausrüstung wurde auch gebraucht gemacht, nachdem die vier Schiffe am 8. Juli 1497 den Hafen Lissabons verließen. Als innerhalb weniger Monate das Kap der Guten Hoffnung umschifft war und Vasco da Gama bis zu dem Punkt vorgedrungen war, an dem Dias umkehren musste, wurden seine Schiffe mehrmals von Eingeborenen bedroht. Da Gama ging in die Offensive; zum ersten Male donnerte europäische Artillerie in den Gewässern des Indischen Ozeans. Fast ein Jahr nach Beginn der Reise ankerte Da Gama dann vor Kalikut. Er blieb drei Monate und verhandelte mit dem dortigen Oberhaupt, dem Samorin. Durch feindlich gesinnte Einwohner und arabische Kaufleute, die einen Vertrag verhindern wollten, entschloss sich Vasco da Gama zur Rückkehr nach Portugal. Hier wurde er für seine Entdeckungen gefeiert: Der Seeweg nach Indien war gefunden und ein Handelsabkommen mit Kalikut in Reichweite. Abbildung: POR-190 5000 Escudos (1995 – 1998) Vorderseite: Mitte: Medaillon aus Schiffsseil und Blüten mit Malteserkreuz sowie stilisierte Weltkugel, Rechts: Porträt von Vasco da Gama. Rückseite: Ankunft von Vasco da Gama in Kalikut (heute: Kozhikode), mit Pfefferpflanze als Symbol für den Gewürzhandel, historisches Segelschiff und Wappenschild. Manuel I. stellte eine gewaltige Flotte zusammen, um die Vorherrschaft auf den Meeren zu behaupten und Portugals Einfluss in Indien zu sichern. Vasco da Gama verzichtete auf die Leitung der zweiten Indien-Expedition. Er zog es vor, sich von seiner ersten Fahrt zu erholen, die nur ein Viertel der Besatzung überlebt hatte. An seiner Stelle wählte der König Pedro Álvares Cabral (1467–1520) aus und stellte ihm seinen Veteranen Bartolomeu Dias zur Seite. Auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung wurden die Schiffe nach Westen abgetrieben und gerieten in den Äquatorialstrom. Die Seefahrer landeten weitab von der geplanten Route in Südamerika und begannen sogleich, das heutige Brasilien für Portugal in Besitz zu nehmen. 1500 steuert Cabral wieder zurück über den Atlantik und umsegelte Afrika. Bartolomeu Dias´ Schiff sank dabei und die gesamte Mannschaft mit Kapitän kam ums Leben. Abbildung: POR-188 1000 Escudos (1996 – 2000) Vorderseite: Mitte: stilisierter Globus mit Kranz aus Lorbeerlaub und Schiffsseil sowie Münze mit Malteserkreuz, Rechts: Porträt von Pedro Álvares Cabral. Rückseite: Allegorie auf die Entdeckung Brasiliens mit historischem Schiff und Tieren aus dem brasilianischen Dschungel. An der Küste Ostafrikas verbreiten die Portugiesen unter Cabral in den Folgejahren Furcht und Schrecken, indem sie versuchten, gewaltsam Handelsbeziehungen und Handelsstützpunkte aufzubauen. Auch in Indien setzten die Eroberer ihre Interessen und die Erwartungen des Königs mit höchster Grausamkeit durch. Die Entdeckung des Seewegs nach Indien und die Zerstörung des bis dahin jahrhundertelang bestehenden Handelssystems markierte den Beginn der Kolonialisierung der östlichen Welt durch die Europäer. Vasco da Gama kehrte noch mehrmals nach Indien zurück, zum letztem Mal 1524. Er wurde dort zum Gouverneur und Vizekönig ernannt. Nach nur vier Monaten im Amt starb er. Bis heute ist das Image der großen portugiesischen Entdecker ohne größere Makel – Im Gegensatz zu Entdeckern wie Christoph Kolumbus, von denen mittlerweile ein deutlich ambivalenteres Bild vorherrscht. Abbildung: POR-187 500 Escudos (1997 – 2000) Vorderseite: Mitte: Weltkarte mit portugiesischem Wappen und zwei musizierende Engel mit Buch, Rechts: Porträt von Joao de Barros. Rückseite: Allegorie auf die portugiesischen Entdeckungen und Zitat von de Barros. Joao de Barros (1496–1570) war ein portugiesischer Historiker und Verfasser der „Dekaden von Asien“, in denen er die Geschichte der Portugiesen in Asien, insbesondere in Indien, schilderte. Elias Heindl Literatur/Quellen: Hans-Ludwig Grabowski/Josef Gerber: Gedenkbanknoten der Welt – Commemorative Banknotes of the World, Gietl Verlag, Regenstauf 2011. Dieter Lohmann, Nadja Podbregar: Im Fokus: Entdecker. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, 2012, S. 19-37. André Leroi-Gourhan, Kurt Kayser, Liselotte Kayser-Boelitz: Die berühmten Entdecker und Erforscher der Erde. Aulis Verlag Deubner, Köln, 1965, S. 35-46. Walther L. Bernecker, Horst Pietschmann: Geschichte Portugals – Vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Verlag C.H. Beck, 2. Auflage, München, 2008, S. 18-47. Ulrich Knefelkamp: Der Priesterkönig Johannes und sein Reich — Legende oder Realität? Journal of Medieval History 14, Heft 4 (1988), 337-355, https://doi.org/10.1016/0304-4181(88)90032-2. wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Kolonialgeschichte (zul. aufgerufen am 14.02.2023) wikipedia.org/wiki/Heinrich_der_Seefahrer (zul. aufgerufen am 14.02.2023)
- Aus privaten Sammlungen: 20-Francs-Banknote der Société Générale de Belgique
Objekttyp: Banknote Sammlung: Uwe Bronnert Historischer Kontext: Am Morgen des 4. August 1914 marschierten deutsche Truppen unter Missachtung des Völkerrechts in das seit 1830 neutrale Belgien ein. Vorausgegangen war die Weigerung des belgischen Königs, das deutsche Militär in Richtung Frankreich durch das Land ziehen zu lassen. Nach der Besetzung des Landes flohen die belgische Regierung und der König in die französische Stadt Le Havre, von wo aus sie sich an den Aktionen der Alliierten beteiligten. Im Laufe des Augusts ließ die Geschäftsleitung der Banque Nationale de Belgique Banknoten, Druckplatten sowie den Metallbestand der Bank über Antwerpen nach London evakuieren. Die fehlende Notenbank zwang die deutschen Besatzungsbehörden zu handeln. Im Oktober 1914 zahlten sie mit Mark-Zahlungsmitteln. Da sich die belgische Regierung wie auch der Vorstand der Banque Nationale de Belgique hartnäckig weigerten, nach Belgien zurückzukehren, wurde der Bank von der Besatzungsverwaltung am 22. Dezember 1914 das Recht zur Notenausgabe entzogen. Bei der Société Générale de Belgique wurde eine Emissionsabteilung eingerichtet und der Bank am 24. Dezember 1914 das Recht zur Notenausgabe übertragen. Die Banknoten der Société Générale de Belgique wurden in der Druckerei der Nationalbank gedruckt und ab 1915 in Umlauf gesetzt. Die Scheine geben jeweils das Druckdatum an. In Ermangelung ausländischen Papiers nutzte man Papier mit dem Wasserzeichen „Wellenlinien“ der Papierfabrik Godin in Huy. Die Nominale zu 20 und 1000 Francs zeigen das Porträt von Peter Paul Rubens und die Noten zu 1, 2, 5 und 100 Francs das der Königin Louise-Marie. Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 wurde die Emissionsabteilung der Société Générale am 20. November 1918 aufgelöst, die 2-Francs-Schein aber noch bis Anfang 1919 und die 1-Franc-Scheine noch bis 1920 weiter ausgegeben. Land/Region/Ort: Belgien Emittent: Société Générale de Belgique Nominal: 20 Francs Datum: 2. Februar 1915 (Druckdatum) Vorderseite: Porträt des Malers Peter Paul Rubens in einem Medaillon Rückseite: Wertangabe und Ornamente Material: Weißes Papier Wasserzeichen: Wellenlinien Druck: Godin in Huy Format: 137 mm x 88 mm Nummerierung: B 179877 Auflage: 9.744.000 Stück Authentizität: Original Zitate: EWK-4 (Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871, 22. überarbeitete und erweiterte Auflage, Regenstauf 2020, S. 560) Banque Nationale de Belgique (Hrsg.), Le Franc Belge, Monnaies et billets Belges depuis 1830, Brüssel 1989 Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Neue Varianten: Februar 2023
Armenien 1000 Dram Wie Linzmayer B319a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Martin Galstyan/Tigran Khachatryan", Jahr 2022 und Wertzahl 1000 mit OVI-Effekt (Magenta-Grün) auf Rückseite. Bangladesch 1000 Taka Wie BGD-59 (Linzmayer B354l), aber mit Unterschrift "Abdur Rouf Talukder" und Jahr 2023. Dominikanische Repubik 50 Pesos Wie Linzmayer B727b (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2020. 1000 Pesos Wie Linzmayer B731b (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Héctor Valdez Albizu/José Vicente Dubocq" und Jahr 2021. Gambia 10 Dalasis Wie Linzmayer B236a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Seeku Jaabi/Buah Saidy" und Jahr 2020. 20 Dalasis Wie Linzmayer B237a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Seeku Jaabi/Buah Saidy" und Jahr 2020. 50 Dalasis Wie Linzmayer B238a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Seeku Jaabi/Buah Saidy" und Jahr 2020. Guatemala 5 Quetzales Wie Linzmayer B605d (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "14 DE ABRIL DE 2021" und Druckerei "G&D Currency Technology". 10 Quetzales Wie GTM-123A (Linzmayer B606j), aber mit Datum "27 DE MAYO DE 2020" und Druckerei "OBERTHUR fiduciaire". 20 Quetzales Wie GTM-124 (Linzmayer B608d), aber mit Datum "13 DE FEBRERO DE 2018". Haiti 10 Gourdes Wie HTI-272 (Linzmayer B845g), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel" und Jahr 2019. 25 Gourdes Wie HTI-266 (Linzmayer B839f), aber mit Jahr 2019. 25 Gourdes Wie HTI-266 (Linzmayer B839g), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel". 50 Gourdes Wie HTI-274 (Linzmayer B847f), aber mit Jahr 2019. 100 Gourdes Wie HTI-275 (Linzmayer B848e), aber mit Jahr 2019. 100 Gourdes Wie HTI-275 (Linzmayer B848f), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel". 500 Gourdes Wie HTI-277 (Linzmayer B850f), aber mit Unterschriften "Jean Baden Dubois/Georges Henry Fils/Ronald Gabriel" und Jahr 2019. 1000 Gourdes Wie HTI-278 (Linzmayer B837f), aber mit Jahr 2019. Hongkong – Bank of China 100 Dollars Wie Linzmayer BB923a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschrift "Yu Sun" und Datum "1 JANUARY 2021". Hongkong – Hongkong And Shanghai Banking Corporation 20 Dollars Wie Linzmayer B696a (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "1 JANUARY 2020". 100 Dollars Wie Linzmayer B698a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "David Liao/Surendra Rosha" und Datum "1 JANUARY 2022". Hongkong – Standard Chartered Bank 100 Dollars Wie Linzmayer B425a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Gregory John Powell/Pi Cheng Benjamin Hung" und Datum "1 JANUARY 2020". Irak 25.000 Dinars Wie IRQ-102 (Linzmayer B356e), aber mit Jahr 2021. Israel 50 Shekels Wie ISR-66 (Linzmayer BB443c), aber mit Unterschrift "Amir Yaron" und Jahr 2022. Sambia 2 Kwacha Wie Linzmayer B165b (fehlt im SCWPM), aber mit Druckerei "DE LA RUE" und Jahr 2022. 10 Kwacha Wie Linzmayer B167b (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr 2022. 100 Kwacha Wie Linzmayer B170c (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschrift "Denny H. Kalyalya" und Jahr 2022. Südsudan 1000 Pounds Wie Linzmayer B117a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriftren "Dier Tong Ngor/Athian Ding Athian" und Jahr 2021. Zentralafrikanische Staaten – Tschad 500 Francs Wie ZAS-606C (Linzmayer B106Cd), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/Ambrosio Esono Angue". Kana Totsuka Abb. Owen W, Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Leserpost: Banknoten der Deutschen Notenbank Serie 1948 ohne Kontrollnummer
zum Leserpost-Beitrag „50 DM der Deutschen Notenbank von 1948 ohne Kontrollnummer“ schicke ich Ihnen anbei aus dem Archiv der Deutschen Notenbank (heute im Bundesarchiv) die Kopie eines Schreibens der Deutschen Notenbank vom 13. Dezember 1955 an den VEB Deutsche Wertpapierdruckerei Leipzig. Darin werden Fehldrucke aus dem sogenannten Druckauftrag IV bemängelt, der im Januar und April 1953 durch die Wertpapierdruckerei Leipzig ausgeführt wurde und bei dem es um Folgedrucke der Serie von 1948 ging. Gefunden wurden bei der Vorbereitung der von der Wertpapierdruckerei Leipzig gelieferten Scheine für die Ausgabe in den Zahlungsverkehr (immerhin gut 2 ½ Jahre nach Auftragsdurchführung) ein Schein zu 10 DM ohne Kontrollnummer sowie mehrere Scheine, bei denen die beiden Kontrollnummern auf den Scheinen jeweils um eine Ziffer voneinander abwichen. Man hatte also in Leipzig nicht sorgfältig gearbeitet, dafür aber in Berlin genau hingeschaut. Damit sind Scheine ohne Kontrollnummer jedenfalls in der Produktion vorgekommen, ebenso solche mit fehlerhafter Nummerierung, von denen ich nicht weiß, ob Stücke den Augen der Kontrolleure der Notenbank entgangen, in den Umlauf gelangt und im Sammlermarkt aufgetaucht sind. Zu der von der Notenbank befürchteten Diskreditierung der Währung in den Westmedien allein aufgrund dieser Druckfehler ist es wohl nicht gekommen. Dr. Sven Gerhard Anmerkung der Redaktion Unterschiedliche Kontrollnummern auf Geldscheinen, die von der ehemaligen Wertpapierdruckerei in Leipzig hergestellt wurden, sind von der letzten Serie DDR-Banknoten bekannt. Beim 5-Mark-Schein von 1975 kam es durch Fehleinstellung der zweiten Stelle des Numerators zu abweichenden Kontrollnummern rechts unten. Erst Ende letzten Jahres wurden hier im Blog auch abweichende Kontrollnummern beim Zwanziger von 1975 gemeldet. Ganz offensichtlich gab es das Problem also auch schon beim Druck der ersten Serie der Deutschen Notenbank mit der Datierung von 1948 in Leipzig. Wie wir wissen, kamen die ersten Drucke dieser Serie ja von Goznak aus der Sowjetunion. Dank der gründlichen Kontrolle bei der Deutschen Notenbank in Berlin, sind mir bisher keine Belegstücke solcher Fehldrucke aus der Serie 1948 bekannt geworden. Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Fractional Currency
Als Fractional Currency werden sowohl US-amerikanische als auch kanadische Kleingeldscheine bezeichnet. 1. US-amerikanische Kleingeldscheine. Fractional Currency: Kleingeldschein der USA über 25 Cents von 1874 mit Porträt von Robert J. Walker, Format 90 x 55 mm, Vorder- und Rückseite. Der Mangel an Münzen während des Amerikanischen Bürgerkriegs zwang den Staat zur Ausgabe von Kleingeldscheinen. Die erste Ausgabe waren das sog. Postage Currency. Durch Gesetz vom 3. März 1863 erlaubte der Kongress die Ausgabe weiterer Kleingeldscheine, die als Fractional Currency bezeichnet wurden. Es gab vier verschiedene Auflagen (als 2. bis 5. Ausgabe bezeichnet): 2. Ausgabe (vom 10. Oktober 1863 bis 23. Februar 1867): 5, 10, 25 und 50 Cents 3. Ausgabe (vom 5 Dezember 1864 bis 16. August 1869): 3, 5, 10, 25 und 50 Cents 4. Ausgabe (vom 14. Juli 1869 bis 16. Februar 1875): 10, 15, 25 und 50 Cents 5. Ausgabe (vom 26. Februar 1874 bis 15. Februar 1876): 10, 25 und 50 Cents Die Fractional Currency-Scheine wurden ebenso wie die Postage Currency-Scheine durch Gesetz vom 14. Januar 1875 und 17. April 1876 zur Einlösung in Silber aufgerufen. 2. Kanadische Kleingeldscheine Fractional Currency: Kleingeldschein des Dominion of Canada über 25 Cents vom 2. Juli 1923, Vorder- und Rückseite. Staatspapiergeld des "Dominion of Canada" über 25 Cents. Es gibt drei verschiedene Ausgaben: 1. März 1870, 2. Januar 1900 und 2. Juli 1923. Im englischen Sprachgebrauch werden alle Kleingeldscheine, die als Ersatz für fehlende Münzen ausgegeben wurden, auch als Fractional Currency bezeichnet. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Leserpost: Schein von Böhmen und Mähren mit Loch
Sehr geehrte Damen und Herren, da Sie die Spezialisten im Bereich deutscher Banknoten sind, habe ich eine Frage zu der im Anhang befindlichen Banknote meiner Sammlung, und hoffe Sie können mir Auskunft dazu geben. Die 5-Kronen-Banknote ist mit „Specimen“ perforiert, was auch der Beschreibung im "Rosenberg-Katalog" entspricht. Aber es ist auch eine weitere Perforierung (Lochung) unterhalb der Blocknummer zu sehen. Nun geht es mir um die Lochung auf der Banknote. Können Sie mir sagen, was es mit der auf sich hat bzw. wie sich diese auf den Wert der Banknote auswirkt? Mit der Bitte um Rückmeldung verbleibe ich Mit freundlichen Grüßen M. Kuchta Antwort der Redaktion Scheine Protektorats Böhmen und Mähren mit Perforation „SPECIMEN“ stammen aus Restbeständen der Nationalbank für Böhmen und Mähren in Prag. Die ehemalige tschechoslowakische Nationalbank hat die Scheine nach dem Zweiten Weltkrieg perforieren lassen, bevor sie an Sammler abgegeben wurden. Die kreisrunde Lochentwertung ist älter als die Perforation. Man hat in diesem Fall also einen bereits durch Lochung entwerteten Schein mit der Perforation „SPECIMEN“ versehen. Eigentlich sind Entwertungen (egal ab Lochentwertung, Eckabschnitt, Stempel usw.) wertmindernd. Das trifft vor allem auf deutsches Notgeld zu, das durch die Emittenten aus Restbeständen entwertet wurde, bevor es ebenfalls an Sammler abgegeben wurde. Die so entwerteten Notgeldscheine kommen allerdings auch häufig vor, weshalb sie bei der Bewertung mit einem Preisansatz für gebrauchte Scheine gleichgesetzt werden. Hier liegt der Fall etwas anders. Die Scheine des ehemaligen Protektorats Böhmen und Mähren kommen nur selten mit Lochentwertungen vor, weshalb man hier den Wert des Scheins nur unwesentlich niedriger (abzüglich 10–20 %) ansetzen kann. Da diese Scheine eigentlich aber seltener sind als Specimen-Scheine ohne Lochentwertung, könnte man umgekehrt sogar einen höheren Preis rechtfertigen. Das hängt immer von der Sicht des Verkäufers und Käufers ab. Eine feste Regel gibt es dafür nicht! Vorsicht ist allerdings geboten. Sollte man die Scheine mit Lochentwertung und Perforation tatsächlich höher bewerten als die mit Perforation ohne zusätzliche Lochentwertung, dann würde es wohl nicht lange dauern, bis eifrige "Bastler" selbst nachträglich Lochungen vornehmen, um die Scheine so im Wert zu steigern. Schon allein aus diesem Grund sollte es bei einem Preisabzug bleiben. Hans-Ludwig Grabowski
- Ukraine: 500-Griwen-Noten mit Überdruck
Am 29. Dezember 2022 begann die Nationalbank der Ukraine mit dem Verkauf von 500-Griwen-Umlaufnoten mit Überdruck. Die Scheine mit dem Porträt des vieltalentierten Philosophen Gregorius Skoworoda (1722–1794) kosakischer Herkunft, der sowohl in heute ukrainischen als auch in russischen Gebieten des Zarenreichs tätig war und daher von beiden Ländern beansprucht wird, zeigen auf der Rückseite die Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie. Der Ausgabeanlass ist der 300. Geburtstag des auf der Vorderseite Geehrten, was auch durch den Überdruck mit OVI-Effekt im linken Feld der Vorderseite angegeben wird. Dieses numismatische Produkt wurde in Foldern und in Umschlägen zum Verkauf angeboten. Für den Februar dieses Jahres steht außerdem eine weitere Gedenknote auf dem Emissionsplan der ukrainischen Nationalbank: In einer Auflage von 300.000 Exemplaren sollen 20-Griwen-Noten mit dem Titel "WE WILL NOT FORGET! WE WILL NOT FORGIVE!" ausgegeben werden. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Das Papiergeld des Jørgen Thor Møhlen
Nach dem Vorbild schwedischer Kreditscheine der Stockholmer Bank von Johan Palmstruch aus den Jahren 1661 bis 1666 gab man auch in Norwegen am Ende des 17. Jahrhunderts ähnliche Geldscheine aus. Abb. 1: 5 Daler kopparmynt vom 6. Dezember 1662. Als Herausgeber der ersten norwegischen Geldscheine von 1695 gilt unbestritten der Kaufmann Jørgen Thor Møhlen in der damals größten norwegischen Hafenstadt Bergen. Geboren wurde er aber um 1640 im Herzogtum Holstein (damals Erbbesitz des Königs von Dänemark und Herzogs von Holstein-Glückstadt). Sein Vater Jürgen Thormöhlen (eigentl.: Jorgen ter Maulen, geb. 1615) führte eine Weinhandlung in Hamburg. Nach dem frühen Tod seines Vaters erhielt der älteste Sohn Jürgen Thormöhlen jr. seine kaufmännische Ausbildung in den Niederlanden, Frankreich und England. 1664 kam er nach Bergen, nahm dort sein Bürgerrecht am 10. Oktober desselben Jahres als Kaufmann an, und galt in den folgenden Jahren als reichster Bürger der Stadt. In dieser Zeit benannte er sich in Jørgen Thor Møhlen um und baute ein umfangreiches industrielles Imperium auf. Durch Ex- und Importgeschäfte konnte er eine wachsende Schiffsflotte aufbauen – das machte ihn zum größten Reeder Norwegens. Er handelte mit Hering, Holz und landwirtschaftlichen Gütern in Westnorwegen und in der Finnmark. In Kvinnherad kaufte er die dortige Kupferhütte Lilledal. Als Chef der „Grønlandske Rederi“ schickte er seine Schiffe zum lohnenden Walfang. Seit 1679 gehörte er zur wirtschaftlichen Elite in Bergen. Abb. 2: Jørgen Thor Møhlen (Maler unbekannt). Als Anerkennung für seine umfangreichen wirtschaftliche Aktivitäten sandte ihm König Christian V. von Dänemark- Norwegen einen Brief nach Vestre Sydnes, in dem er ihn am 29. Oktober 1681 zum kaufmännischen Direktor ernannte. Damit wurde Thor Møhlen gewissermaßen Norwegens Handelsminister und somit Vermittler zwischen norwegischen Unternehmern und der Regierung in Kopenhagen. Abb. 3: Unterschrift von Jørgen Thor Møhlen (1695). Abb. 4: das von 1685 bis 1693 von Jørgen Thor Møhlen bewohnte Herrenhaus „Kronstad Hovedgård“ (der Gebäudekomplex gehört heute der Gedenkstiftung der norwegischen Kriegsveteranen, Foto von 2007). 1689 erhielt er das königliche Privileg, ein Industriegebiet in Vestre Sydnes zu gründen (1877 eingemeindet: das spätere sog. Møhlen-Priis). Es entstanden unter seiner Regie: Bäckerei, Gerberei, Nagelfabrik, Kippwerkstätten, Packschuppen, Kaianlagen, Öl- und Schießpulvermühlen, Wollweberei, Seilerei, Salzraffinerie und Seifenfabrik sowie Wohnstätten für seine Beschäftigten und deren Familien. Zoll- und Steuerbüros in ganz Norwegen wurden von ihm seit 1690 gepachtet. Thor Møhlen betrieb eine bewusste Heiratspolitik und ließ seine sieben Töchter mit wohlhabenden Kaufleuten vorzugsweise deutscher Herkunft verheiraten. Dänemark hatte 1670 die Insel St. Thomas von England gekauft und noch im selben Jahr die Westindische und Guinea-Gesellschaft gegründet. Die dänischen Behörden wollten St. Thomas kolonisieren – vor allem Zuchthäusler wurden mit Thor Møhlens Schiff „Færø“ im Januar 1672 über den Atlantik gebracht. Aber innerhalb von sechs Monaten waren die meisten Kolonisten gestorben. Seine Schiffe brachten allerlei Waren und vor allem Waffen von Europa nach Afrika, dort kaufte man u. a. Sklaven, brachte sie nach Amerika und lud für ihre Rückreise nach Europa Zucker, Baumwolle, Edelhölzer und Tabak. Thor Møhlen war Haupteigner der „Cornelia“, die 1673 als erstes Schiff unter dänischer Flagge 103 Sklaven nach Amerika brachte. Die sog. Dreiecksfahrten waren durch eine große Auslastung der Schiffe sehr vorteilhaft, da sie so fuhren, dass Wind und Strömung maximal ausgenutzt werden konnten. Seit dem 13. Februar 1690 wurden ihm von der Dansk Vestindien og Guinea-selskab die dänisch-norwegischen Kolonien St. Thomas, St. Jan und einige kleinere Inseln in der Karibik verpachtet. Diese waren als Sklavenkolonien gedacht. Der Pachtvertrag übertrug ihm den gesamten westindischen Handel für zehn Jahre gegen eine jährliche Pachtgebühr von 4.630 Reichstalern. Seine Schiffe fuhren 1689 von Nordeuropa zu den dänischen Forts Christiansborg, Fredensborg und Augustaborg in Westafrika und in die Karibik. Der Pachtvertrag verpflichtete ihn, Ureinwohner aus Guinea als Sklaven von der Westindischen Gesellschaft gegen Bezahlung zu übernehmen. Er verpflichtete sich außerdem, „dass das Land jährlich mit jungen, gesunden Menschen versorgt und bevölkert wird und dadurch das Land aufgebaut werden kann“. Über 120.000 Sklaven wurden aus den dänisch-norwegischen Niederlassungen in Guinea in die Karibik gebracht und St. Thomas entwickelte sich daher zu einem Zentrum des Sklavenhandels in weiten Teilen der Karibik. Um 1690 war Thor Møhlen auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zunächst brachte ihm der Handel mit Westindien große Gewinne. Aber die politische Entwicklung zwischen Dänemark und Brandenburg führte dazu, dass brandenburgische Kaufleute als Entschädigung für angebliches Unrecht große Warenvorräte auf St. Thomas übernehmen durften. Es waren die gleichen Waren, die Thor Møhlen mit Schiffen geschickt hatte. Nun mussten sie ohne Ladung zurückkehren. Das kostete Thor Møhlen fast 100.000 Reichstaler. Nach Verhandlungen erklärte sich König Christian V. bereit, ihm eine Entschädigung in Form eines persönlichen und zinslosen Darlehens zu zahlen. Die Berater des Königs wollten eine Idee, die schon 30 Jahre zuvor im benachbarten Schweden verwirklicht wurde, auch in Norwegen realisieren: die Ausgabe von Kreditscheinen. Jørgen Thor Møhlen sollte Papiergeld im Wert von vorerst 50.000 Reichstalern erhalten, als Kreditscheine in Münzen tauschen und zum Aufkauf von Waren für den Export verwenden. Danach sollten die Scheine wieder gegen Münzen zurückgetauscht und den Investoren ausgezahlt werden: Norwegens erste Banknoten wurden gedruckt. Abb. 5: Verordnung vom 22. Juni 1685 aus Hafniæ (= Kopenhagen). Nach der „Verordnung über bestimmte Banknoten, die in mehreren Werten als Bargeld in Nordenfields in Norwegen gelten“ vom 22. Juni 1695 durften die Scheine in einer Auflage von 100.000 Reichstaler (= Rixdaler) gedruckt und in West- und Nordnorwegen zwischen Bergen, Røros, Ålesund und Trondheim in Umlauf gebracht werden (von der Südspitze von „Sønnafjelske Norge“ in Åna-Sira nach Norden die ganze Küste entlang). Møhlen hoffte, Geldscheine in Höhe von 200.000 Reichstalern drucken zu dürfen. Abb. 6: alte Karte von 1665 mit dem Titel „Norvegia Regnvm, Vulgo Nor-ryke“ im „Atlas Maior“ von Dr. Joan Blaeu abgedruckt (im roten Linienfeld das ungefähre Umlaufgebiet der Kreditscheine. Die Verordnung wie auch die Kreditscheine wurden von Johan Philip Bockenhoffer in Kopenhagen gedruckt, ein aus dem Elsass stammender Buchdrucker; seine Werkstatt war die königliche Hof- und Universitätsdruckerei. Tatsächlich wurden damals fünf Werte in Doppelnutzen gedruckt: 10 Rixdaler/Croner (1000 Stück), 20 Rixdaler (500 Stück), 25 Rixdaler (1000 Stück), 50 Rixdaler (500 Stück) und schließlich 100 Rixdaler (300 Stück). Aber nicht alle wurden auch ausgegeben – von den 25-Rixdaler-Scheinen gab man bspw. nur 400 Stück aus. Der Aufdruck der Kreditscheine lautete in Dänisch „Som hans kongl. majest. den 22 junii indeværende Aar 1665 / sin allernaadigste Forordning haver ladet udgaae / angaaende visse Seddeler / som i steden for bare menge Norden-fields udi hans kongelige majestets Rige Norge skal gielde / Saa er denne seddel ester samme Forordnings indhold vorden authorisered, for Værdie af ... Rixdaler/Croner.“ und kann in etwa übersetzen werden mit: „Seine Königl. Hoheit hat am 22. Juni dieses Jahres 1695 seine allergnädigste Verordnung erlassen – betreffs bestimmter Geldscheine, welche statt baren Geldes im nördlichen Teil Norwegens, im Reich Seiner Königl. Hoheit gelten sollen. So ist dieser Schein laut Inhalt der genannten Verordnung als gültig erklärt worden für einen Wert von ... Reichstaler/Kronen.“ Die 3.300 Einzelscheine waren etwa 22 cm × 17 cm groß, einseitig bedruckt und zeigten das Amsterdamer Wappen als Wasserzeichen auf dem in den Niederlanden handgeschöpften Büttenpapier. Abb. 7: Vorderseite eines unausgefüllten Blankoscheins, die Ortsangabe „Kiøbenhafn“ und das „No.“ sind noch nicht eingedruckt; bei einem Ausruf von 1.700 dän. Kronen (≈ 230 Euro) erreichte dieser sog. Remainder 15.500 dKr (≈ 2.100 Euro), Online-Auktion Bruun Rasmussen, August 2020. Abb. 8: Wasserzeichen mit dem Wappen von Amsterdam. Abb. 9: Siegel von König Christian V. mit der Umschrift „CHRISTIANUS V · DG · DAN · NOR · VAN · GOT · REX“. Die einheitlichen Vordrucke wurden handschriftlich mit den jeweiligen Werten ausgefüllt, vor der Ausgabe mit dem Lacksiegel des dänischen Königs versehen und durch die drei unterschiedlich großen Siegel von Thor Møhlen und den zwei Beamten der Rentenkasse – Jacob Sörensen und Lauritz Mouritzen – ergänzt. Diese unterschrieben zusammen die Scheine unterhalb des gedruckten Textes und nochmals auf der rechten Seite, die später durch Zerreissen abgetrennt wurde. Handschriftlich wurden das Datum, die beiden Kontrollnummern und die Wertbezeichnung hinzugefügt. Abb. 10: komplette Ausfertigung des Kreditscheins über 50 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 284/a. Abb. 11: Wappen von Thor Møhlen „IIRGEN TORMØL“ (zeitgenössisch) . Abb. 12: die drei Siegel in unterschiedlicher Größe der Unterzeichner aller Kreditscheine, von links: Møhlen / Sörensen / Mouritzen. Unterschiede in der Ausführung gab es bei der Ortsangabe: einmal gedruckt (10 und 20 Rixdaler) und einmal handschriftlich (25, 50 und 100 Rixdaler). Auch die Kontrollnummern kommen gedruckt (10 und 20 Rixdaler) sowie handschriftlich (25, 50 und 100 Rixdaler) vor. Abb. 13: oben gedruckt „Kiøbenhafn den“ (10 Rd.), unten handschriftlich „Kiøbenhaffn d.“ (25 Rd.) für Kopenhagen. Erstmals beim Geldschein-Druck wurden verschiedene Serienbuchstaben verwendet: nur Punkt = 100 Rd., a = 50 Rd., b = 25 Rd., c = 20 Rd. und d = 10 Rd., die 100er wurden evtl. als erste ausgefertigt. Abb. 15: nachgewiesene Kontrollnummern aller Scheine. Abb. 16: linker Teil des Kreditscheins über 10 Rixdaler/Croner mit der Kontrollnummer No. (gedruckt) 4/d (handschriftlich). Abb. 17: linker Teil des Kreditscheins über 20 Rixdaler/Croner mit der Kontrollnummer No. (gedruckt) 85/c (handschriftlich). Bekanntermaßen wurden die fertigten Scheine vor der Ausgabe durch Zertrennen geteilt; der linke Teil wurde als eigentlicher Kreditschein dem Einlieferer von Silbergeld, meist aber für Löhne ausgezahlt – der rechte Teil, der sog. Talon(g), verblieb in der Rentenkammer als Gegenstück bei dem nötigen Vergleich eines Rücktauschs. Auf den Rückseiten wurde der entsprechende Wertbetrag und die Kontrollnummer nochmals handschriftlich vermerkt. Auch die Rückseiten der einbehaltenen Teilscheine wurden so gekennzeichnet. Abb. 18: linker Teil des Kreditscheins über 25 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 898/b. Abb. 19: dazugehörige Rückseite des Kreditscheins über 25 Rixdaler/Croner, handschriftlich „Nro 898 Croner = 25 = Rdr.“. Abb. 20: komplette, jedoch zerrissene Ausfertigung des Kreditscheins über 50 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 248/a. Die Scheine wurden im Juli/August 1695 in Dänemarks Hauptstadt gedruckt. Die Währungsbezeichnung lautete auf Rixdaler/Croner; somit galt bspw. ein Schein zu 100 Rd./Cr. 400 Mark in Silber – eine sehr hohe Wertstufe. Die Hälfte der Kreditscheine in Höhe von etwa 50.000 Rd. verblieb in Dänemark als hinterlegtes Bürgschaftsgeld und wurde nie ausgegeben – Thor Møhlen reiste somit nur mit den 10- und 20ern und den restlichen 30.000 Rd. nach Norwegen. Für Lohnzahlungen und Einkäufe dort waren die niedrigen Werte praktischer als die höheren. Abb. 21: komplette, jedoch zerrissene Ausfertigung des Kreditscheins über 100 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 243. Abb. 22: Vorder- und Rückseite des Kreditscheins über 25 Rixdaler/Croner mit der handschriftlichen Kontrollnummer Nro 429/b. Abb. 23: 1 Krone 1694 mit Münzzeichen Herz (für Kopenhagen);1 Krone galt 4 Mark Silber. Im Jahr 1723 wurden fertige 25-, 50- und 100-Rd.-Scheine in mehreren versiegelten Paketen im heutigen Rigsarkivet (Reichsarchiv) entdeckt. Anfangs hat sie damals niemand als Møhlen-Scheine erkannt. Es waren die Einlagen der vier Bürgen. Diese Geldscheinbündel sind heute noch mehr oder weniger gut erhalten. Der Großteil dieser Scheine, die heute in Sammlungen liegen oder auf dem Sammlermarkt angeboten werden, stammen aus den Beständen des Reichsarchivs in Kopenhagen. Abb. 24: ungeöffnete Päckchen mit 25-Rixdaler-Scheinen im Reichsarchiv Kopenhagen. Abb. 25: Kreditschein über 25 Rixdaler/Croner mit unterschiedlichen Nummerierungen – links Nro 342/b, rechts Nro 249/b. Das erklärt auch das seltene Vorkommen der Scheine zu 10 und 20 Rixdaler. Guterhaltene Exemplare erreichen heute Preise von 2.000 bis 3.000 Euro; die Talons bis 1.000 Euro. Von allen Ausgaben kommen die 25-Rd.-Scheine am häufigsten vor. Abb. 26: Monogram Christian V., gekröntes CV im Perlrand (1670 bis 1699 König von Dänemark und Norwegen – in Personalunion). Auffallend ist bei heute angebotenen Scheinen, dass Nummerierungen auf den Talons von den ausgegebenen Noten abweichen. Oft sind auch Teilstücke zwei verschiedener Kreditscheine nachweisbar. Deshalb passen Trennstellen und das königliche Wappen mit verschlungenen Buchstaben (CV normal und CV gekontert) nie zusammen. Wahrscheinlich sind diese Zusammenfügungen mehr oder weniger moderne "Manipulationen". Teilstücke werden vielfach einzeln angeboten. Abb. 27: für 22.000 dän. Kronen (≈ knapp 3.000 Euro) ersteigerter zweiteiliger Møhlen-Schein, links 50 Rd., Nro 297 a/rechts 10 Rd. No. 761; im Originaltext Rasmussen-Auktion Nov. 2022 wird der Fehler nicht bemerkt und mit 20 Rd. statt richtig 10 Rd. Ausgewiesen: „50 rigsdaler/kroner 1695, No. 297/a, Sieg 4, Pick A4, Rø S2, med talon til 20 rigsdaler, Sieg 2, Pick A2, Rø S4 - fint bevarede laksegl, Dobbeltmonarkiet Danmark/Norges ældste seddeltype fremstillet af købmanden Jørgen thor Møhlen i Bergen“. Das Finanzprojekt Møhlens war aber nicht erfolgreich. Die Scheine fanden in der Bevölkerung kein Vertrauen. Menschen, die mit diesen Scheinen entlohnt oder bezahlt wurden, blieben auf ihrem Papiergeld sitzen (eine Parallele zu den schwedischen Creditif-Zetels von Johan Palmstruch Stockholms Banco ist unverkennbar). Møhlens Kreditscheine waren keine Schuldscheine, die auf Namen ausgestellt waren – sie konnten frei getauscht werden. Sie stießen bei Händlern, Handwerkern und Landwirten auf keine Begeisterung, obwohl sich größerer Beträge in Mappen oder Umschlägen mitführen ließen, anstatt sie in Geldkisten verladen zu müssen. Jedoch konnten die Rixdaler-Besitzer ihre Scheine kaum in Münzgeld tauschen, das kam selten in Umlauf. Handelsrat und Handelsdirektor Jørgen Thor Møhlen war nicht mehr in der Lage, das Versprechen zur Einlösung seiner privaten Geldscheine einzuhalten. Er verschuldete sich enorm und fand bei seinem Gönner, König Christian V., keinerlei Unterstützung. Møhlens naives Vertrauen in das Wort eines absoluten Königs war der Hauptgrund seiner Zahlungsunfähigkeit. Gleichzeitig weigerten sich die Beamten des Königs, die Scheine als Zahlung für Steuern und Abgaben zu akzeptieren. Die Regierung forderte nun die Einlösung aller Noten, wozu Thor Møhlen keinesfalls in der Lage war. Deshalb erließ man die Verordnung über die Aufhebung der genehmigten Nordenfields-Banknoten vom 21. August 1696, obwohl die Scheine bis 1700 gelten sollten: „Da die autorisierten Scheine nicht planmäßig von Jørgen thor Möhlen eingelöst wurden, wird die Verordnung vom 22. Juni 1695 aufgehoben und die umlaufenden autorisierten Scheine werden innerhalb von 6 Wochen bei den Bezirksämtern in Bergen und Trondheim zur Einlösung aufgerufen“. Nach der Insolvenz musste Møhlen seine umfangreichen Geschäfte aufgebenen. Niemand hatte das Kapital oder den Mut, das Industriegebiet Møhlen-Pris zu übernehmen; bis ins 18. Jahrhundert hinein lagen die Einrichtungen dort brach und verfielen. Jørgen Thor Møhlen verstarb verarmt am 1. Weihnachtsfeiertag 1708 während eines Aufenthalts in Kopenhagen. Sein Vermögen wurde auf 29 Reichstaler geschätzt und sein einziger Diener wurde seit 1703 nicht mehr bezahlt. Seine umfangreichen Immobilien kamen am 30. Juni 1710 in einer Auktion unter den Hammer und wurden in alle Winde zerstreut. Es war der größte Bankrott, den Norwegen bis zu diesem Zeitpunkt erlebt hatte. Schätzungen gehen davon aus, dass König Christians Staatskasse durch den Bankrott bis 22.000 Rixdaler verloren hat, während der Verlust im privaten Sektor bei etwa 20.000 Rixdaler lag. Für diese Summe hätte man damals etwa 1.300 Bauernhöfe in Westnorwegen kaufen können. Abb. 28: Bilderrahmen mit Faksimile-Druck der ersten norwegischen Banknote zum 300-jährigen Jubiläum der Ausgabe der Thor-Møhlen-Kreditscheine. 1995 wurden die Jubiläums-Mappen „Møhlen-Sedlene/Norges første pengesedler“ mit einem Faksimile-Druck des 100-Rixdaler-Scheins Nro 200 hergestellt; auch gerahmte Nachdrucke durch die Norges Banks Seddeltrykkeri in limitierter Auflage sind noch heute für 400 norw. Kronen (≈ 40 Euro) lieferbar. Auf Internet-Auktionsforen werden sehr einfache Kopien der Møhlen-Scheine angeboten, die natürlich keinen Sammlerwert haben. Abb. 29: Møhlenpris-Viertel, 1877 in die Stadt Bergen eingemeindet (Foto um 1920). Während der Proteste aufgrund des Todes von George Floyd durch US-Polizisten gab es 2020 auch in Bergen Aufrufe zum Protest, die den Sklavenhandel von Thor Møhlen thematisierten. Ein Wohn- und Geschäftsviertel der Stadt, Møhlenpris, das nach Thor Møhlen benannt wurde, sollte einen anderen Namen erhalten. Die „Bergens Tidende“ titelte am 9. Juni 2020: „Nå går Møhlenpris-striden til bystyret – Arven fra Jørgen Thor Møhlen står dårlig til nabolaget“ (≈ „Nun geht der Møhlenpris-Streit an den Stadtrat – Das Erbe von Jørgen Thor Møhlen wirft kein gutes Licht auf die Nachbarschaft“). Michael H. Schöne Quellen: https://ekonomiskamuseet.se (Kungliga Myntkabinettet) https://en.wikipedia.org http://www.riksbank.com http://www.danskmoent.dk http://www.numismondo.net https://www.nermo.org https://nattmannensdatter.wordpress.com https://www.bavarikon.de https://www.nermo.org https://snl.no https://lokalhistoriewiki.no Rønning, Bjørn Ragnolf: „Penger av papir i Norge før etableringen av Norges Bank (1695-1816)“, 2011.
- Probleme bei der Zustellung von Newslettern an T-Online-Adressen
Immer wieder schreiben uns Leser, dass sie keinen kostenlosen Newsletter von Geldscheine-Online mehr erhalten, obwohl sie diesen abonniert haben. Auch zur World Money Fair Anfang Februar 2023 in Berlin wurden wir von Besuchern am Stand des Battenberg Gietl Verlags angesprochen, die das gleiche Problem haben. Das Problem ist uns bekannt, liegt aber nicht bei uns. Es liegt an der Deutschen Telekom! Viele Leser des Newsletters haben eine private E-Mail-Adresse von T-Online und wundern sich, dass sie keinen Newsletter mehr erhalten. Es gab bereits mehrere Anfragen, ob der Newsletter eingestellt wurde. Nein, das ist nicht der Fall! T-Online sperrt leider immer wieder Sammel-Mails, die über bestimmte Anbieter aus den USA kommen, weil die angeblich auch für SPAM genutzt werden, so z. B. aus Russland. Wir haben uns immer wieder sowohl bei dem Mail-Provider in den USA als auch bei T-Online selbst beschwert. Ab und zu kamen dann wieder eine Zeit lang Mails an T-Online-Adressen durch, dann wurden sie wieder gesperrt. Das Problem wird noch dadurch verschärft, dass der Mail-Provider nicht aktive E-Mail-Adressen herausfiltert. Natürlich kann man nicht aktiv sein, wenn T-Online die Mails gar nicht erst zustellt. Seit geraumer Zeit kommen nun gar keine Newsletter mehr bei T-Online-Mailadressen an, auch nicht bei meiner eigenen. Wir beschweren uns regelmäßig weiter, doch ohne Erfolg. Das Gleiche betrifft auch Muenzen-Online.com. Was tun? Es tut uns sehr leid, dass uns da wirklich die Hände gebunden sind und die Deutsche Telekom einfach nach eigenem Ermessen die Zustellung von E-Mails – selbst von deutschen Firmen wie uns – blockiert. Vielleicht hilft es, wenn sich Abonnenten des Newsletters selbst bei T-Online beschweren. Ich persönlich habe mir zur Kontrolle des Versands eine zweite E-Mail-Adresse bei einem anderen Anbieter angelegt, über die ich die Newsletter problemlos zugestellt bekomme. Allerdings kann man jederzeit einfach unseren Blog im Internet besuchen und so all unsere Beiträge direkt Online lesen. Der wöchentliche Newsletter stellt im Wesentlichen eine Zusammenfassung der in dieser Woche erschienenen neuen Geldschein-Nachrichten und Fachbeiträge dar. In aller Regel veröffentlichen wir jeden Mittwoch neue Artikel im Blog. Auch immer mehr Leser aus dem Ausland nutzen unseren Geldschein-Blog, um sich über Neuheiten und interessante Themen rund um historisches und modernes Papiergeld zu informieren. Natürlich können Sie auch unser Newsletter-Archiv nutzen, um Zugriff auf alle bisher verschickten Newsletter und alle Online-Beiträge zu haben. Auch über den Menüpunkt "ARCHIV" im Hauptmenü von Geldscheine-Online.com. Weiterhin viel Freude bei der Lektüre und bei Ihrem Hobby! Hans-Ludwig Grabowski
- Die fünfte Jahreszeit – Bonner Serienscheine mit Bezug zum rheinischen Karneval
Es wird marschiert, gesungen, getanzt und geschunkelt. Die Narren stürmen die Rathäuser und Karnevalsprinzen übernehmen die Macht, von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch. Nach einer zweijährigen Corona-Pause sind seit dem 11.11. 11:11 Uhr wieder die Jecken in Stadt und Land unterwegs. Je nach Region in Deutschland verwendet man unterschiedliche Begriffe für die fünfte Jahreszeit. Doch welchen Ursprung haben Karneval, Fastnacht, Fassenacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend, Fastelovend oder Fasteleer? Karneval war ursprünglich wohl ein heidnisches Fest, das nach dem Winter den Übergang zum Frühling markierte. Das Tragen von Kostümen und Masken sollte die bösen Wintergeister verjagen. Nach einer anderen Meinung leite sich der Ursprung aus einem Fest zu Ehren des Gottes Dionysos (später Bachus) ab. Im antiken Griechenland feierte man Ende Februar ein dreitägiges Fest zu Ehren des Gottes des Weines, der Landwirtschaft, der Fruchtbarkeit, des Spaßes und des Tanzes. Die Christen adaptierten so manchen heidnischen Brauch und gaben ihm eine neue Bedeutung. Vom 12. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden in Klöstern sog. Narrenfeste gefeiert. Niedere Kleriker übernahmen vorübergehend die Privilegien der höheren Geistlichkeit. Kirchliche Rituale wurden in Narren- und Eselsmessen parodiert. Allmählich verlagerte sich das Geschehen aus den Kirchen in die Städte. Die Bürger nahmen an den Festen mit Prozessionen, Musik und Spottgedichten teil. Belustigungen, Tanz, Ess- und Trinkgelage waren am Aschermittwoch vorbei. Nun begann „die sechswöchige Fastenzeit, und vorbei war es mit dem Genuss von Wein und Fleisch und allen aus Tieren gewonnenen Lebensmitteln. Vorbei war es auch mit anderen weltlichen Freuden: Zu den Fastengeboten gehörten auch die sexuelle Enthaltsamkeit und der Verzicht aufs Tanzen und Singen.“[1] Der Narr ist Jemand, der Gottes Schöpfungswerke nicht anerkennt. Die Masken stehen für Laster wie Hochmut oder Geiz und der Mummenschanz diente dazu, auf die Zeit der Buße und der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern einzustimmen. „Mit Fasching oder Karneval wird der Fastenzeit eine Art Anti-Schöpfung vorangestellt, um die Ablehnung eines gottlosen, erdverbundenen Lebens zu begründen. Der gewöhnliche Mensch konnte ein paar Tage lang erleben, was es bedeutet, wenn an Gottes Stelle der Teufel und der Mensch selbst regieren. Das Fest sollte also eine erzieherische Funktion auf die Gläubigen ausüben.“[2] Wie die Bezeichnung so sind auch die Bräuche des Karnevals in den einzelnen Regionen unterschiedlich. Während meist ein Prinzenpaar über das närrische Volk regiert, ist es in Köln das Dreigestirn, bestehend aus dem Prinzen, dem Bauer und der Jungfrau. Im rheinischen Karneval sind die Garden als Begleiter des Prinzenpaars/Dreigestirns ein unverzichtbarer Bestandteil. Die Karnevalsgarden entstanden mit dem Wiederaufleben des Straßenkarnevals in den 1820er und 1830er Jahren als Persiflage auf das Militär. Die erste derartige Garde waren die Kölner "Rote Funken". Uniformen und Organisation der Garden orientieren sich noch heute an historischen Vorbildern, in der Regel des 17. Und 18. Jahrhunderts. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Sammeln von Notgeldscheinen in Deutschland populär. Dieser Trend setzte sich Anfang der 1920er Jahre fort, nur war nun für die Ausgabe häufig nicht mehr der Zahlungsmittelmangel verantwortlich, sondern Stadtkämmerer erkannten, dass sich mit bunten Scheinchen vortreffliche Geschäfte machen ließen. „Das aus der Not geborene Geld entartete zum bunten Sammelobjekt. Geld wurde selbst zur Handelsware.“[3] Auch einzelne Personen und Institutionen, die niemals eine Begründung für derartige Ausgaben gehabt hatten, beteiligten sich daran: Kirchengemeinden, Stiftungen, Hilfskomitees, Denkmalsausschüsse, Turn- und Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren, Ausstellungen usw. Manche von ihnen schlossen die Einlösungspflicht bewusst von vornherein aus. Es ist erstaunlich, wie es scheint beteiligte sich nur ein Karnevalsverein an der Ausgabe von Serienscheinen: das "Bonner Stadt-Soldaten-Corps". Abb. 1: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Gemeinsame Vorderseite der Scheine zu 50 Pfennig. Abb. 2: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, Marketenderin. Abb. 3: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, Rosenmontagsparade. Abb. 4: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Aschermittwoch. Abb. 5: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. „Dagenvesen“. Abb. 6.1: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Vorderseite des Scheins zu einer Mark. Abb. 6.2: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, ein Arrestant. Abb. 7.1: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Vorderseite des Scheins zu zwei Mark. Abb. 7:2: Bonner Stadt-Soldaten-Corps, 1. Juli 1922. Rückseite, ein Drückeberger. Der am 23. Februar 1872 gegründete Verein emittierte unter dem Datum vom 1. Juli 1922 eine Serie von sechs Scheinen. Die einheitliche Vorderseite der vier 50-Pfennig-Scheine wurde vom Bonner Kunstmaler Carl Nonn [* 29. April 1876 in Bonn; † 25. Juni 1949 ebenda] entworfen. Auch die Vorderseite der Scheine zu einer und zwei Mark sind einheitlich gestaltet. Sie sind mit EM signiert. Nach dem Text der Ausgabe handelt es sich bei den Scheinen um Schecks, die bis zum 31. Juli 1922 bei der Rhenania-Annoncen-Expedition Johannes Tinner, Bonn, einlösbar waren. Wahrscheinlich wurden sie jedoch erst nach diesem Termin an Sammler und Interessenten abgegeben, denn sie enthalten auch den Vermerk „Dieser Scheck ist nur zu Sammelzwecken bestimmt“. Während die 50-Pfennig-Scheine die faksimilierte Unterschrift des Kommandanten des Bonner Stadt-Soldaten-Corps Jean Riek tragen, wird er bei den Markwerten nur genannt. Die Rückseiten wurde vom Genre- und Porträtmaler und Grafiker Emil Krupa-Krupinski [* 10. März 1872 in Barmen (heute Stadtteil von Wuppertal); † 28. Mai 1924 in Bonn] entworfen. Die Bilder greifen humoristisch-karnevalistische Motive auf, z. B. zum Spottgedicht „Die Marketenderin“, zu Karnevalsverweigerern, Rosenmontagsparade und Aschermittwoch. Gedruckt wurden die Scheine auf wasserzeichenlosem Papier bei der Rhenania-Druckerei, Bonn. Nach diesem Abstecher in die Geschichte des Karnevals, genießen Sie das tolle Treiben. In diesem Sinne „Alaaf, Helau …“ Ergänzung Die drei 50-Pfennig-Scheine der Stadt Köln vom 12. Januar 1922, zeigen drei Episoden aus dem Leben der „kölnischen Funken“. Josef Stolzen meinte bei seinen „Rotröcken“ jedoch nicht die Karnevalsgarde der "Roten Funken", sondern die historischen Stadtsoldaten der Stadt Köln. Dies wird klar, wenn man sich die Abbildungen genauer ansieht. Abb. 8: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Vorderseite. Abb. 9: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Rückseite. Abb. 10: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Rückseite. Abb. 11: Köln, Stadt, 12. Januar 1922, 50 Pfennig, Rückseite. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] (05.02.2023) [2] (05.02.2023). [3] Hans Joachim und Jutta Kürtz, Für Gold und Silber nimm den Schein …, Aus einem Kapitel norddeutscher Geldgeschichte, Lübeck 1981, S.11.
- 24. Polymerschein aus der Karibik: 20 Dollars 2019
Viele Kreuzfahrt-Touristen fliegen in die Karibik und haben sich vorher mit „Greenbacks“ (US-amerikanischen Dollarnoten) eingedeckt, die auf allen Landgängen akzeptiert werden. Beim Parikurs Dollar zu Euro 1:1 erhält man beim Einkauf mit Euros, die auch zumeist akzeptiert werden, sogar problemlos als Wechselgeld 1-Dollar-Noten zurück, da ja die kleinste Eurostückelung erst die 5 Euro Banknote ist. Man kann also seine Inselbesuche absolvieren, ohne die schönen lokalen Banknoten jemals zu sehen oder anzufassen. Banknote über 20 Ostkaribische Dollars ohne Datum (am 29. Mai 2019 an die angeschlossenen Geschäftsbanken ausgegeben), ohne Wz., 69 x 145 mm. Als Beispiel möchte ich die mehrfarbige 20-Dollars-Note der East Caribbean Central Bank[1] vorstellen, die bereits im September 2019 hier im Geldschein-Blog erwähnt wurde. Daneben gibt es noch 5, 10, 50 und 100 Ostkaribische-Dollars-Noten, alle mit Königin Elisabeth II. auf der Vorderseite, gedruckt bei De La Rue in Großbritannien. Die ostkaribischen Dollars sind das offizielle Zahlungsmittel auf den Inseln Anguilla, Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, Montserrat, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und den Grenadinen. Der festgeschriebene Wechselkurs zum US-Dollar beträgt 2,70. Der Schein ist vertikal zu betrachten und zeigt auf der Vorderseite rechtsbündig ein Porträt der inzwischen verstorbenen englischen Königin Elisabeth II. mit mehrfacher Wertangabe. Insgesamt zehnmal findet sich die Ziffer 20 auf der Vorderseite. Groß links oben und rechts unten mit Dollar-Symbol. Zweimal in der silberfarbenen Folie, einmal in der Durchsicht im Volldruck links am Fuße des Porträts. Dazu viermal im Kleindruck bei ECCB, einmal davon seitenverkehrt. Die zehnte Zwanzig zeigt sich erst unter UV-Licht in einem silberfarbenen Quadrat, rechts oben um 90° gedreht. Links oben in der Wertzahl befinden sich auch zehn Braille-Zeichen zum Ertasten der Wertangabe für Sehbehinderte. Diese Braille-Prägepunkte befinden sich in unterschiedlicher Anordnung auf allen Scheinen dieser Serie. Unten links, unterhalb der Unterschrift von Zentralbankdirektor Timothy N. J. Antoine und der querliegenden Kontrollnummer befindet sich die Wertangabe in ausgeschriebener Form: "Twenty Dollars". Unter einem UV-Prüfgerät erscheinen hier die Großbuchstaben E in Grün, C in Rot, das nächste C in Grün und das abschließende B wieder in Rot. In den farbigen Hologrammen befinden sich links zwei Fische und eine Karettschildkröte sowie rechts ein Purpurkehl-Antillenkolibri im Flug. Die Rückseite des in Purpur, Magenta und Blau gehaltenen Scheins zeigt links in der Mitte zwei braune Hände, die auf der Gewürzinsel Grenada eine Muskatnuss (Nutmeg) in Form einer aufgesprungenen Frucht von einem weiblichen Muskatnussbaum pflücken. Im oberen Teil wird das nach dem Vulkanausbruch von 1995 aufgegebene Regierungsgebäude von Montserrat gezeigt. Rechts im Überdruck eine Darstellung der Lage der am ostkaribischen Dollar beteiligten kleinen Antillen. Die drei weiß gehaltenen Inseln gehören als französische Überseegebiete (DROM)[2] zum Euroraum. Das UV-Licht lässt die vier Ecken in hellerem Licht erstrahlen und hebt die beiden Zwanziger Ziffern links oben und rechts unten klarer hervor. Die Schönheit des Polymer-Satzes der ostkaribischen Banknoten wurde auch auf der HSP[3] Konferenz Latein Amerika vom 14. bis 16. März 2022 in Mexico City gewürdigt, bei der auch erstmals deutsche Vertreter der Berliner Bundesdruckerei[4] anwesend waren. Der ECCB-Banknotensatz wurde in der Kategorie "Bester neuer Banknotensatz"[5] ausgezeichnet, zusammen mit den Bahamas. Die Vertreter der ECCB hatten die Umstellung auf Polymer-Banknoten mit drei Begründungen untermauert: Umwelt, Kosten, Sicherheit. Die Karibik sei weltweit mit einer der geringsten Produzenten von Kohlendioxid und dennoch stark vom Klimawandel betroffen. Die neue Art der Banknoten sei ein wichtiger Schritt zur Klimaneutralität. Christian Merker Anmerkungen [1] www.eccb-centralbank.org [2] Guadeloupe und Martinique als Département et region d`outre-mer. St. Martin im Norden, geteilt zwischen Frankreich (COM: collectivité d´outre-mer) und dem Königreich der Niederlande mit dem Antillen-Gulden als Währung. [3] High Security Printing, www.reconnaissance.net [4] First time at HSP Latin America, most of the presentations were really good, got to know a lot of providers and colleagues from other companies. A really fun but informative conference. We will be coming back! Bundesdruckerei [5] International Award for Polymer Notes: International Regional New Banknote Series Award, Regional Banknote of the Year 2022
- Das Mysterium des „Schweine-Tausenders“
Die 1000-DM-Banknote der Deutschen Notenbank Ausgabe 1948 – im Umlauf oder nicht? Die Banknote der Deutschen Notenbank über 1000 DM Ausgabe 1948 weckt Interesse und wirft zugleich Fragen auf. Es ist der einzige Geldschein der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) und DDR mit einem derart hohen Nennwert. Angesichts der Tatsache, dass der Schein praktisch ausschließlich in kassenfrischer Erhaltung vorkommt, stellt sich unweigerlich die Frage – war er überhaupt im Umlauf? Sowjetische Besatzungszone Deutschlands und DDR: Deutsche Notenbank, Banknote zu 1000 DM von 1948, Vorder- und Rückseite. Sammlung Grabowski. Der Schein zählt zur ersten Banknotenserie der Deutschen Notenbank, die ab 25. Juli 1948 in Umlauf gegeben wurde. Die Scheine zu 2 bis 1000 DM wurde am 13. Oktober 1957 infolge eines unangekündigten Geldumtauschs in der DDR („Aktion Blitz“) ungültig, während die Scheine zu 50 Pfennig sowie 1 DM noch bis 30. November 1965 gültig blieben. Ein Großteil der heute auf dem Sammlermarkt erhältlichen Banknoten zu 1000 DM 1948 stammt aus der Versteigerung des Nachlasses der Staatsbank der DDR durch das Auktionshaus Busso Peuss in Frankfurt am Main im Jahr 1995. Damals wurden rund 700 Scheine verkauft. Er war aber bereits davor für Sammler erhältlich. Schon Kurt Jaeger berichtete 1972[1], dass der Schein für 30 US-Dollars (umgerechnet seinerzeit ca. 95 DM) bei der Deutsche Buch-Export- und Import-GmbH in Leipzig[2] erhältlich sei. Es gibt weitere Hinweise, wonach Bestände in den 1980er Jahren aus der DDR ihren Weg in den westdeutschen Münzhandel fanden, wo der Schein nach meiner Erinnerung für ca.150 DM in kassenfrischer Erhaltung angeboten wurde. Der aktuelle Verkaufspreis im Handel liegt bei EUR 100 Euro. Er ist damit für Sammler erschwinglich. Anhand der Kontrollnummern nachgewiesen sind derzeit rund 780 Scheine der Serien A und B, wobei der aktuell bekannte Nummernkreis der Serie A von A 0007019 bis A 0146987 und der Nummernkreis der Serie B von B 0007585 bis B 0042653 reicht. Es gibt damit in Sammler- und Händlerkreisen mehr Scheine als 1995 versteigert, und es dürfte weitere Bestände geben[3]. Die amtliche Auflage betrug 225.000 Stück[4]. Die bisher bekannten höchsten Kontrollnummern der Serien A und B sprechen dafür, dass 150.000 Stück der Serie A und 75.000 Stück der Serie B gedruckt wurden, wenn man annimmt, dass die Scheine fortlaufend nummeriert wurden. Allerdings bestehen bei den bekannten Nummernkreisen große Lücken. So sind bisher etwa Scheine aus den Nummernkreisen A 0017000 bis A 0032000, A 0036000 bis A 0050000 oder B 0030000 bis B 0041000 nicht bekannt geworden. Wie viele der tatsächlich gedruckten Scheine der Vernichtung entgangen sind, ist ungeklärt. War der Schein im Umlauf? Seine legale Verwendung war jedenfalls seit Erlass des Gesetzes über die Regelung des Zahlungsverkehrs vom 21. April 1950[5] nur noch sehr beschränkt möglich. Nach § 2 mussten Verwaltungen, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, alle volkseigene Betriebe, Industriebetriebe und Großhandelsunternehmen, Gewerbebetriebe mit einem Jahresumsatz von mehr als 20.000 DM, Vermieter mit monatlichen Mieteinnahmen über 250 DM sowie Berufstätige mit drei oder mehr Angestellten Girokonten eröffnen und gemäß § 3 ihren geschäftlichen Zahlungsverkehr bargeldlos abwickeln. Ziel des Gesetzes war die Kontrolle und Steuerung der Wirtschaft über den Zahlungsverkehr. Das verhinderte zwar nicht die Bildung von Schwarzgeldguthaben, die dann durch die Währungsreform vom 13. Oktober 1957 entwertet werden sollten, wohl aber für die entsprechenden Personenkreise die Möglichkeit der legalen Verwendung von Banknoten zu 1000 DM im geschäftlichen Zahlungsverkehr. Zudem hätte die Bildung von Schwarzgeldbeständen unter Verwendung dieser Scheine einen Verstoß gegen die genannten gesetzlichen Vorgaben nur allzu offensichtlich gemacht. Schon zuvor war in der SBZ versucht worden, die Barzahlung größerer Beträge durch juristische Personen zu unterbinden[6] und laut Gesetzblatt der DDR 1950 S. 355 etwa Kontoverfügungen und Gehaltszahlungen über 300 DM nur noch durch Überweisungen zuzulassen. Allerdings wurde die Anwendung dieser Bestimmungen in den einzelnen Ländern unterschiedlich gehandhabt, und jedenfalls bei sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaften wie der Wismut AG sowie durch die russische Militärverwaltung selbst scheinbar nicht umgesetzt. Ausgenommen von den Vorgaben des Gesetzes blieben Privatpersonen und grundsätzlich auch selbständige Bauern, da sie nicht in dessen Anwendungsbereich fielen. Außerdem hätte eine Verwendung des Scheins bis zum Erlass des Zahlungsverkehrsgesetzes im April 1950 grundsätzlich nicht den dargestellten gesetzlichen Einschränkungen unterlegen. Nach Grabowski sollen 1949/1950 insgesamt 743 Stück ausgegeben worden sein[7]. Für Privatpersonen hätte bei den Lohnverhältnissen der Zeit der Schein mehreren Monatsgehältern entsprochen, so dass schon eine Auszahlung in der wöchentlichen oder monatlichen Lohntüte nicht in Frage kam. Allein die durch Akkordlöhne und Prämien möglichen monatlichen Spitzenverdienste von Bergleuten bei der seinerzeitigen Wismut AG reichten an den Nennwert des Scheines heran[8]. Eine Verwendung bei Lohn- und Gehaltszahlungen und damit eine Ausgabe an Privatpersonen kann damit wohl ausgeschlossen werden. Michael H. Schöne schreibt, dass der Schein bei der Vergütung von Pflichtabgaben der Bauern durch staatliche Stellen Verwendung gefunden haben soll. Daher rühre auch die Spottbezeichnung „Schweine-Tausender“[9]. Jedenfalls mit den dargestellten gesetzlichen Vorgaben zur Reduzierung des Bargeldumlaufs wäre das durchaus auch nach April 1950 vereinbar gewesen. 1000 DM 1948 mit A 0051940 in gelaufener Erhaltung, Vorderseite. 1000 DM 1948 mit A 0051940, Ausschnitt der Rückseite mit deutlich erkennbaren Falzspuren. In meiner Sammlung befindet sich ein 1000-DM-Schein tatsächlich in gebrauchter Erhaltung, mit der Kennung A 0051940, den ich im Sommer 1988 auf einem (West-)Berliner Flohmarkt in einer "Grabbelkiste" fand. Der Schein weist deutliche Gebrauchsspuren auf, was vor allem auf der Rückseite erkennbar ist, er wurde mehrfach gefaltet und befand sich wohl für etwas längere Zeit in einem Portemonnaie oder einer Brieftasche. Auch Peter Reissig[10] bildet einen solchen Schein ab und führt in der von ihm begründeten Übersicht einen als "Schweine-Tausender" bezeichneten Schein mit der Kennnung A 0051955 auf; vermutlich handelt es sich bei dem von ihm abgebildeten genau um diesen Schein. Festzuhalten ist: Beide Scheine liegen in der Nummernfolge nur 15 Ziffern auseinander. Das legt die Vermutung nahe, dass Scheine aus dem Nummernkreis A 00519XX tatsächlich zirkuliert sind. Aber wo und wann, und wer hat sie benutzt? Zeit für eine Recherche in den Archivunterlagen der Deutschen Notenbank, die sich heute im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde befinden[11]. Aussagekräftig ist insoweit die Stückelungskartei[12] der in Umlauf gegebenen Zahlungsmittel von 1948–1954, in der die Notenbank jeweils per Stichtag die Beträge der im Umlauf befindlichen Banknoten und Münzen je Nominal festhielt, sowie die Übersicht der Kassenbestände der Emissions- und Girobanken in den einzelnen Ländern. Stückelungskartei der Deutschen Notenbank – Umlaufbeträge in Stücken zu 1000 DM. Aus den Übergabeprotokollen der Notenbank ergibt sich, dass diese am 13. August 1948 von der gedruckten Gesamtauflage nur 76.000 Scheine zu 1000 DM in ihre Tresore übernahm. 2000 Stück gingen an die sowjetische Militäradministration, 6000 an das Berliner Stadtkontor. Der Rest verblieb in der Notenreserve. Von diesem Bestand wiederum wurden bis Mai 1949 überhaupt nur 46.470 Scheine in den Kassenbestand der Notenbank zwecks Ausgabe überführt. Der Umlauf der Scheine entwickelte sich rückläufig. Waren am 31. Dezember 1948 46.350 und am 31. Dezember 1949 noch 45.930 Scheine zu 1000 DM als Umlauf verbucht, waren es per 31. Dezember 1950 nur noch 2.400, Ende 1951 nur noch 268 und Ende 1953 ganze 64 Stück. Die Tatsache, dass bis 1951 zusammen 195 Scheine als vernichtet aus dem Umlauf ausgebucht wurden, könnte darauf schließen lassen, dass sie im Geldverkehr abgenutzt waren. Ein Großteil der Umlaufabgänge wurde als Tausch gegen andere Nominalwerte verbucht. Zum Tausender von 1948 ein Blick auf den Zahlungsverkehr in Mecklenburg. Tatsächlich bestand dort im Frühherbst 1949 ein erheblicher Bargeldbedarf, den die VEAB (Volkseigene Erfassungs- und Aufkaufbetriebe) zum Aufkauf sogenannter „freier Spitzen“ – Produktionsmengen, die über die Ablieferungssollmengen hinausgingen – benötigten und den die Emissions- und Girobank in Schwerin kaum befriedigen konnte. Beklagt wurde durch Emissions- und Girobank in Schwerin zudem, dass Landwirte trotz Aufforderung auf Konten gutgeschriebene Geldbeträge sofort in bar abhoben. Man traute den staatlichen Institutionen nicht. Hier war zeitweise ein hoher Bargeldbedarf zu befriedigen, wahrscheinlich auch mit größeren Nominalen. Schreiben der Emissions- und Girobank Mecklenburg vom 14.2.1949 an die Deutsche Notenbank Berlin: Man schickte 800 Banknoten zu 1000 DM an die Hauptkasse der Notenbank zurück. Noch im Februar 1949 hatte die Emissions- und Girobank Mecklenburg 800 Scheine zu 1000 DM an die Hauptkasse der Notenbank nach Berlin zurückgeschickte, die nun wohl kurzfristig fehlten, weil die Aufforderung, bargeldlos zu zahlen, jedenfalls bei den Bauern nicht verfing. Nach der in Berlin angeforderten Belieferung mit kleineren Wertstufen flossen im Oktober 1949 jedenfalls 30 Scheine zu 1000 DM aus Schwerin wieder an die Notenbank nach Berlin zurück. Eine monatliche Übersicht über die Kassenbestände der Kreditinstitute in den Ländern der DDR für das Jahr 1950 zeigt, dass dort nur geringe Stückzahlen der im Umlauf befindlichen Scheine zu 1000 DM verfügbar waren. Ein Großteil blieb in der Kasse der Notenbank in Berlin. So ist etwa für den Monat August 1950 in Mecklenburg nur ein Stück zu 1000 DM als Kassenbestand registriert. Über das Jahr waren es dort nie mehr als elf Scheine, in Brandenburg kaum über 40. Lediglich in Sachsen wurden Kassenbestände von bis zu 120 Scheinen verzeichnet, mit abnehmender Tendenz im Laufe des Jahres. Die Zeit des „Schweine-Tausenders“ war 1950 abgelaufen. Fazit Die 1000-DM-Note von 1948 ist in den Umlauf gekommen, allerdings nur etwa Ende 1950, möglicherweise durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD), die 1948 Stücke dieses Nominales erhalten hatte, sowie in Einzelfällen jedenfalls in Mecklenburg. Für anderen Länder der DDR kann das ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, da Stücke in den Kassen der Banken dort jedenfalls bis Ende 1950 in wenigen Exemplaren verfügbar waren. Als im Umlauf nachgewiesen können Scheine aus dem Nummernkreis A00519XX gelten. Vielleicht existieren auch noch aus anderen Nummernkreisen gelaufene Scheine. Bereits Ende 1950 spielte die Banknote zu 1000 DM im Geldverkehr keine Rolle mehr. Welchen Weg der mir vorliegende Schein mit der Nummer A 0051940 von der Ausgabe bis 1988 genommen hat und welche Geschichte dahintersteht, lässt sich nicht mehr aufklären, denn Bargeld ist und bleibt als Zahlungsmittel anonym. Spannend wäre es aber allemal. Dr. Sven Gerhard Anmerkung der Redaktion Natürlich gelangten mehr als die 1995 in Frankfurt am Main versteigerten 700 Stück Tausender der Deutschen Notenbank von 1948 aus dem Besitz der ehemaligen Staatsbank der DDR auf den Sammlermarkt. Schon zu DDR-Zeiten wurden kassenfrische Tausender aus Restbeständen nicht nur über Leipzig gegen harte Devisen in den Westen, sondern auch an Sammler aus der DDR verkauft. Wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich meinen Tausender (siehe Abb. ganz oben) in einem damals bekannten Fachgeschäft des Staatlichen Kunsthandels der DDR in Ost-Berlin für 400 Mark der DDR gekauft. Das muss Mitte der 1980er Jahre gewesen sein. Hans-Ludwig Grabowski Anmerkungen [1] Kurt Jaeger, Die Zahlungsmittel in Deutschland seit 1948, Basel 1972. [2] Der 1953 gegründete Außenhandelsbetrieb Deutscher Buch-Export und -Import war zuständig für den Export und Import von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, Kunstdrucken, Noten, Briefmarken, Kalendern, Schallplatten u. a. Er war dem Ministerium für Außenhandel und dem Ministerium für Kultur der DDR unterstellt. Quelle: Sächsisches Staatsarchiv Leipzig. [3] Auf der World Money Fair Anfang Februar 2023 bot ein Berliner Händler mehrere hundert Stück aus dem Nummernkreis A 0092XXX in kassenfrischer Erhaltung an, die mit einem Stempel „Requisite“ gekennzeichnet waren. [4] Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, 22. Auflage Regenstauf 2021, S. 232. Ebenso die Hinweise im Archiv der Deutschen Notenbank. [5] Gesetzblatt der DDR 1950 S. 355. [6] Beschluss der Deutschen Wirtschaftskommission vom 7.7.1948. [7] Grabowski, ebenda. [8] Illustrativ dazu Jürgen Ziller, Der Zahltag, https://wismut.hypotheses.org/466 [9] Kahnt/Pontzen/Schöne/Waltz, Die Geschichte der Deutschen Mark, Regenstauf 2003, S. 214 f. [10] Peter Reissig, DDR-Papiergeld - KATALOG UND GESCHICHTE mit Bewertungen (5), moneytrend 2/2011 S. 258 Abb. 3-17. [11] Bestandssignatur DN 6 – Deutsche Notenbank. [12] Referenz DN 6/652.












