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- Leserpost: Reichsbanknoten mit roten und grünen Siegeln
Sehr geehrter Herr Grabowski, darf ich mich heute mit einer Frage zu Ihrem anderen – ebenfalls beeindruckenden – Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" 22. Auflage an Sie wenden? Es betrifft die braunen 1000-Mark-Scheine mit Datum 21.4.1910, einmal mit rotem und einmal mit grünem Siegel. Das grüne Siegel war – wie Sie auf Seite 66 Ihres Katalogs schreiben – notwendig, "da die bisherigen Noten mit rotem Siegel nach dem Krieg im Ausland deutschen Kassen durch Spekulanten zur Einlösung in Gold vorgelegt wurden." Das grüne Siegel wurde nach ihrem Katalog bis 04/1921 ausgeliefert. Warum gibt es aber dann die Inflationsausgabe der 1000 Mark ab Lieferzeitraum 05/1921 bis 05/1922 wieder mit dem roten Siegel? Bestand die Gefahr durch Spekulanten da nicht mehr? War bei den beiden 100-Mark-Scheinen eine Rückänderung auf rotes Siegel nicht erforderlich? Die Lieferzeiten, aus denen man Schlüsse ziehen könnte, sind im Katalog bei diesen beiden Werten nicht angegeben. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie mich über Hintergründe der Siegelfarbwechsel aufklären könnten. Dr. W. Reiß DEU-40a, Reichsbanknote zu 1000 Mark vom 21. April 1910 mit roten Siegeln und Unterdruckbuchstabe V, ausgegeben ab 22. März 1914, Vorderseite. DEU-69b, Reichsbanknote zu 1000 Mark vom 21. April 1910, Nachkriegsausgabe mit grünen Siegeln und Unterdruckbuchstabe G, ausgegeben von Januar bis April 1921, Vorderseite. DEU-40c, Reichsbanknote zu 1000 Mark vom 21. April 1910, Inflationsausgabe mit roten Siegeln und Unterdruckbuchstabe T, ausgegeben im September 1922, Vorderseite. Antwort der Redaktion: Warum der Wechsel von den roten Reichsbanksiegeln des Kaiserreichs zu den grünen der Nachkriegszeit erfolgte, ist bereits im Katalog erklärt und wurde von Ihnen auch zitiert. Ergänzend möchte ich noch darauf hinweisen, dass sich Deutschland entsprechend Waffenstillstandsvertrag vom 11. November 1918 hatte verpflichten müssen, die in den besetzten westlichen Gebieten in Umlauf gesetzten deutschen Geldscheine zum Vorkriegskurs einzulösen. Spekulanten kauften deshalb die in Deutschland bereits stark abgewerteten Scheine (meist Tausender) auf und brachten sie nach Frankreich, Belgien und Luxemburg. Von hier aus wurden sie dann der deutschen Regierung zur Einlösung zum Vorkriegskurs vorgelegt. Nur deshalb wurden die Hunderter und Tausender mit den roten Siegeln vorübergehend zurückgezogen und durch Scheine mit grünen Siegeln ersetzt. 1921 war die Entwertung der Mark weiter vorangeschritten, so dass man ab Mai 1921 den "Braunen Tausender" wieder mit roten Siegeln ausgab, nun als Inflationsausgabe. Im Januar 1919 hatte der US-Dollar noch etwa 8 Mark gekostet, Ende 1919 waren es bereits rund 48 Mark. Im Mai 1921 lag der Dollarkurs schon bei etwa 60 Mark. Man kann davon ausgehen, dass zu dieser Zeit, nicht zuletzt durch die Inflation, keine Gefahr mehr durch Forderungen ausländischer Spekulanten bestand. Seit der Erstausgabe der Scheine mit den grünen Siegeln im Dezember 1918 waren immerhin einige Jahre vergangen und es durfte mittlerweile jedem klar geworden sein, dass die Reichsbank die Einlösung von Reichsbanknoten in Gold bereits unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs eingestellt hatte und keine Einlösung der Scheine zum Vorkriegskurs im Ausland mehr stattfand, weil längst der Waffenstillstandsvertrag durch den Versailler Vertrag abgelöst worden war. Die Inflationsausgabe des Tausenders erfolgte noch bis Mai 1922. Mit Datum vom 19. Januar 1922 war bereits ein neues Höchstnominal über 10.000 Mark vorbereitet, das dann schließlich auch ab Mai 1922 in Umlauf kam. Am 19. Januar 1922, der Tag, auf den der neue Wert zu 10.000 Mark datiert war, stand der Wechselkurs bei 190,50 Mark für 1 US-Dollar. Da hätte der Tausender also nur noch einen Gegenwert von etwa 5 US-Dollar gehabt. Als der Zehntausender dann schließlich im Mai 1922 in Umlauf kam, musste man schon rund 300 Mark für einen Dollar bezahlen. Der Tausender wurde trotzdem weiterhin im Zahlungsverkehr benötigt, nun aber nicht mehr als höchstes Nominal, das in der Zeit des Kaiserreichs noch etwa einem Jahresverdienst eines Arbeiters entsprach, sondern fast schon als "Kleingeld", denn zu dieser Zeit lag der durchschnittliche Wochenlohn schon bei 1048 Mark. Anders als bei den 100-Mark-Scheinen, bei denen ebenfalls ein Wechsel von den roten zu den grünen Reichsbanksiegeln erfolgt war, gab es bis Mitte 1922 keinen neuen Tausender. Ein neuer Hundert wurde dagegen im Mai 1922 in Umlauf gegeben. Es handelte sich um den Schein mit dem Bamberger Reiter mit Datum vom 1. November 1920. Es war also nicht notwendig den "Blauen Hunderter" erneut mit rotem Siegel herstellen zu lassen, sein Gegenwert wäre dafür auch zu gering gewesen. Ein neuer Tausender war dennoch auch 1922 weiterhin notwendig und kam dann schließlich im September in den Zahlungsverkehr, hergestellt von zahlreichen privaten Druckereien im Auftrag der Reichsbank. Der Schein trägt das Datum vom 15. September 1922, an diesem Tag stand der Dollarkurs bei 1038,70 Mark. Für den neuen Tausender konnte man also nicht mal mehr einen US-Dollar eintauschen. Durch die Inflation waren die Tausender ab August 1923 praktisch wertlos. Am 1. August 1923 kostete der US-Dollar 1,1 Millionen Mark, am 31. August schon 10,3 Millionen. Ein Brot kostete im August 1923. Ein durchschnittlicher Wochenlohn betrug im August 1923 4.387.500 Mark, ein Brot kostete 85.000, aber ein Pfund Wurst schon 1 Million Mark. Hans-Ludwig Grabowski
- La Cote des Billetes – French Banknotes Price Guide 1800 bis 2000
Claude Fayette, Jean-Marc Dessal: La Cote des Billetes – Guide des prix des billets de la Banque de France et du Trésor – French Banknotes Price Guide 1800 – 2000 432 Seiten, durchgehend farbig bebildert, Format 16,5 cm x 24 cm, Broschur, Paris 2021, Preis: 29,00 Euro. ISBN: 978-2-37909-024-0 Der komplett farbige aktuelle Bewertungskatalog zum französischen Papiergeld – herausgegeben von dem international bekannten Fachhandel cgb.fr Numismatique in Paris – führt sämtliche Noten der Bank von Frankreich sowie die Ausgaben des französischen Staates (Schatzamt) auf. Hinzu kommen Schatzscheine der französischen Armee, alliierte Militärausgaben sowie die Ausgaben für das Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg. Alle Scheine werden ausführlich in Französisch sowie bei wichtigen Angaben auch in Englisch beschrieben, mit sämtlichen Datumsvarianten aufgelistet und in bis zu sechs Erhaltungsgraden in Euro bewertet. Ein ausführlicher Einleitungsteil informiert zweisprachig über alles Wissenswerte rund um das Sammeln französischer Geldscheine. Die Preisunterschiede zwischen tatsächlich kassenfrischen und gebrauchten Scheinen sind gewaltig. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß viele französische Scheine auf dünnem Papier gedruckt wurden und schon deshalb ältere kassenfrische Scheine selten sind. Auch wenn die französischen Marktpreise nicht 1:1 auf den deutschen oder einen anderen Sammlermarkt übertragbar sind, ist der Katalog doch ein unverzichtbares Nachschlagewerk für jeden Sammler französischer Banknoten. Bezogen werden kann der Katalog direkt über Éditions Les Chevau-Légers – cgb.fr 36, rue Vivienne – 75002 Paris, Internet: www.cgb.fr, E-Mail: contact@cgb.fr. Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Dublette
Eine Dublette ist ein Doppelstück von einem bereits in der Sammlung vorhandenen Schein. Beim Erwerb von Dubletten, z. B. durch den Kauf einer Sammlung, vergleicht man deren Erhaltungsgrad mit dem der schon in der eigenen Sammlung vorhandenen Scheine. Sammler, die besonders viel Wert auf gut erhaltene Stücke legen, kaufen oft besser erhaltene Dubletten, um so gegen schlechter erhaltene Sammlungsstücke auszutauschen. Tschechoslowakei, Staatsbank: 100 Kronen von 1961 in kassenfrischer Erhaltung, Vorder- und Rückseite. Tschechoslowakei, Staatsbank: 100 Kronen von 1961, Dublette in gebrauchter Erhaltung, Vorder- und Rückseite. Die Definition von Dubletten kann je nach Sammlungsphilosophie variieren. Während für einen Generalsammler bereits ein doppelt vorhandener Grundschein in abweichender Variante eine Dublette sein kann, ist es für den Variantensammler nur eine doppelt vorhandene Variante. Sammler, die auch alle Serien einer Ausgabe sammeln, werden dagegen nur eine doppelt vorhandene Serie als Dublette bezeichnen. Da es sich bei den abgebildeten Scheinen um solche mit verschiedenen Serien handelt, wird deshalb der Spezialsammler hier auch nicht von einer Dublette ausgehen, während es sich für General- und Variantensammler um eine Dublette handelt. Jeder Sammler muss für sich selbst entscheiden, wie tief er in ein Sammelgebiet eindringt und welche Breite seine Sammlung erreichen soll. Ein oft praktizierter Kompromiss besteht darin, Dubletten (auch solche mit abweichenden Serienbezeichnungen oder sogar Varianten) zum Tausch und Verkauf zu verwenden, um dafür Stücke für die Sammlung anzuschaffen, die als Grundtypen oder auch Varianten noch fehlen oder besser erhalten sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 3 – Catalunya und Andorra
Die Geldscheine der Generalitat de Catalunya (1936 – 1938) und des Principado de Andorra „Consell General de les Valls” Auch in Katalonien verschwanden mit Ausbruch des Bürgerkriegs Münzen und Banknoten aus dem Zahlungsverkehr, da sie von der Bevölkerung gehortet wurden. Nicht nur die Bargeldknappheit veranlasste die katalanische Regierung eigenes Papiergeld zu emittieren, sondern als autonome Region auch die Bestrebung mehr Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Madrid zu demonstrieren. Bereits am 21. September 1936 ordnete die Regierung der Generalitat de Catalunya in Barcelona per Dekret an, Staatsscheine zu 2,50, fünf und zehn Pessetes zu beschaffen,1) die durch Goldreserven der katalanischen Regierung garantiert seien. Insgesamt waren 4 Millionen Geldscheine im Gesamtwert von 20 Millionen Peseten vorgesehen. Die Druckerei „Oliva de Vilanova“ benötigte für die Produktion der in Tiefdruck hergestellten Noten fast vier Monate. Die Nummerierung erfolgte im Buchdruck. Das Unternehmen war von Joan Oliva i Milà als „Heliografía Institut Gráfic Oliva de Vilanova“ 1899 in Vilanova und La Geltrú gegründete worden und 1915 nach Barcelona umgesiedelt. Der Entwurf zu den Wertzeichen stammte von Josep Obiols, einem Angestellten des Unternehmens. Möglicherweise war er hier auch als Graveur tätig. Die Originalplatten müssen im Holzschnitt angefertigt worden sein. Die Druckkosten beliefen sich auf 88.000 Peseten. Das Papier wurde von der Firma „Lluis Guarro I Casas“, die ihren Sitz in Gélida hatte, geliefert. Das Format der Druckbögen wird auch „Alexandri“ genannt und beträgt 74,5 x 59 cm. Jeder Bogen ergab 20 Nutzen. Am 11. Dezember 1936 veröffentlichte der „Diari Oficial de la Generalitat de Catalunya“ drei Verordnungen. Danach tragen die Staatsscheine das Emissionsdatum vom 25. September 1936. Emittiert wurden: zwei Millionen Noten zu 2,50 Pessetes, Serie A, nummeriert von 1 – 2.000.000, eine Million Noten zu 5 Pessetes, Serie B, nummeriert von 1 – 1.000.000 und eine Million Noten zu 10 Pessetes, Serie C, nummeriert von 1 – 1.000.000. Der graugrüne Wert zu 2,50 Pessetes wurde am 15. Dezember 1936 in Umlauf gesetzt. In der Mitte der Vorderseite das Wappenschild Kataloniens. Auf der linken Seite ist ein Feld in einem Kranz ausgespart, der den Blick auf das Kopfwasserzeichen freigibt. Überschrieben ist der Schein mit GENERALITAT DE CATALUNYA, durch den unteren Aufdruck „Billete de Curs Obligatori a Catalunya“ wird der Umlauf in Katalonien geregelt. Wirtschaft und Arbeit werden durch die Skulptur "El Treball" (die Arbeit) von Josep Llimona und einigen Fabriken auf der Rückseite symbolisiert.2) Obwohl das Dekret darauf hinwies, dass die Nummerierung der 2,50-Pessetes-Noten von 1 – 2.000.000 lauten würde, wurde entschieden, die erste Million mit schwarzen und die zweite mit den roten Kontrollziffern zu versehen und die Zählung jeweils mit der Ziffer 1 zu beginnen. Am gleichen Tag erschien auch der grüne Zehner. Die Vorderseite ist bei allen drei Werten bildgleich. Die abgebildeten Fischerboote auf der Rückseite weisen auf die Verbundenheit Kataloniens mit dem Meer hin. Die braune Note zu 5 Pessetes folgte einen Tag später. Die Rückseite gibt in einer Allegorie Arbeit, Krieg und Landwirtschaft wieder. Abb. 1.1: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 2,50 Pessetes, schwarze Kennziffern, Vorderseite. Abb. 1.2: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 2,50 Pessetes, schwarze Kennziffern, Rückseite. Abb. 2.1: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 2,50 Pessetes, rote Kennziffern, Vorderseite. Abb. 2.2: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 2,50 Pessetes, rote Kennziffern, Rückseite. Abb. 3.1: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 5 Pessetes, Vorderseite. Abb. 3.2: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 5 Pessetes, Rückseite. Abb. 4.1: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 10 Pessetes, Vorderseite. Abb. 4.2: Generalitat de Catalunya, 25. September 1936, 10 Pessetes, Rückseite. Wegen des Notgeldverbots der Zentralregierung vom 23. Februar 1938 informierte die Regierung Kataloniens ihre Bürger, dass das Staatsgeld am Jahresende eingezogen würde. Die „Diari Oficial“ erinnerte in ihrer Ausgabe vom 23. Dezember 1938 daran, dass die Scheine am 31. des Monats ungültig würden. Trotz der Bürgerkriegshandlungen und strenger Strafen kamen im Zahlungsverkehr auch falsche 10-Pesseten-Noten vor, die bei Entdeckung durch Lochung annulliert wurden. In den spanischen Katalogen wird auch auf Proben hingewiesen, die auf Karton gedruckt wurden und sowohl mit „000000“ nummeriert als auch nicht nummeriert vorkommen.3) Am 18. Januar 1937 veröffentlichte die „Diario Oficial“ eine Reihe von geldpolitischen Maßnahmen, die sogenannten „Dekrete von S’Agaro“. Mithilfe dieser Bestimmungen sollte der Zahlungsverkehr und die Geldmenge kontrolliert werden. Tresoria de Generalitat (Staatskasse), Behörden und Privatpersonen mussten danach bei Zahlungen ab 1000 Pesetas besondere Schecks benutzen. Die von der Regionalregierung geplanten Noten zu 50, 100, 500 und 1000 Pessetes wurden nicht realisiert. Das in den Pyrenäen gelegene kleine Fürstentum Andorra nutzte offiziell Pesetas und Francs, die Währungen der Nachbarstaaten Spanien und Frankreich, als Währung. Der „Consell General de les Valls“ (Regierung), beschloss während des Spanischen Bürgerkriegs die Ausgabe eigener Geldscheine. Dies geschah nicht nur wegen des Mangels an kleinen Währungseinheiten, sondern auch weil beide Bürgerkriegsparteien versuchten, die Währung des anderen zu schwächen. Die Verantwortlichen in Andorra sahen die Gefahr, sich der Komplizenschaft der einen oder anderen Seite auszusetzen, wenn man nicht handelte. Der „Consell General de les Valls“ ordnete durch Dekret Nr. 112 vom 19 Dezember 1936 die Schaffung eigenen Geldes und dessen obligatorische Verwendung im Principado (Fürstentum) an. Die erste Ausgabe in Blau im Wert von 50.000 Peseten wurde in Toulouse (Frankreich) gedruckt: 10.000 Scheine zu 1 Pesseta, 5.000 Scheine zu 2 Pessetes, 4.000 Scheine zu 5 Pessetes und 1.000 Scheine zu 10 Pessetes. Auf der Rückseite der Scheine wird die gesetzliche Grundlage der Ausgabe genannt. Der kleingedruckte Text besagt, dass die Geldscheine dem Wert der Banknoten der Banco de España entsprechen und durch Noten über 25 Pesetas und höher der spanischen Notenbank gedeckt sind und ihr Wert von der Regierung Andorras garantiert wird, ferner dass die Scheine spätestens bis zum 31. Dezember 1938 zurückgezogen würden. Der Text der Gutscheine ist nicht in spanischer, sondern katalanischer Sprache abgefasst. Im Dezember 1937 wurde dann eine zweite Ausgabe im Wert von 75.000 Peseten in Umlauf gebracht, die sich von der ersten nur durch die braune Farbgebung und die fehlenden Orts- und Datumsangaben unterscheidet. Es wurden gedruckt: 20.000 Scheine zu 50 Centims,4) 15.000 Scheine zu 1 Pesseta, 5.000 Scheine zu 2 Pessetas, 4.000 Scheine zu 5 Pessetas und 2.000 Scheine zu 10 Pessetas. Abb. 5.1: Consell General de les Valls d’Andorra, 19. Dezember 1936, 1 Pesseta, II. Auflage, Vorderseite. Abb, 5.2: Consell General de les Valls d’Andorra, 19. Dezember 1936, 1 Pesseta, II. Auflage, Rückseite. Obwohl die Geldscheine von Andorra nach Aufdruck nur bis zum 31. Dezember 1938 gültig sein sollten, wurden sie erst im April 1939 eingelöst. Uwe Bronnert Anmerkungen Pessetas ist die Schreibweise in Catalan für Pesetas. Josep Llimona i Bruguera (* 8. April 1864 in Barcelona; † 27. Februar 1934 ebenda), war ein katalanischer Bildhauer. Seine ersten Werke waren akademisch. Nach einem Aufenthalt in Paris wurden seine Arbeiten von Auguste Rodin beeinflusst. Er ist einer der herausragenden Vertreter des katalanischen Modernismus wie des Symbolismus. Er war sehr produktiv und stellte in Katalonien, Madrid, Paris, Brüssel und Buenos Aires aus. S. z. B. FILABO (Hrsg.), Enciclopedia de Billetes de España,Tomo II, Secunda Edición, Sant Joan Despí (Barcelona) 2006, S. 751 ff. Centims ist die Schreibweise in Catalan für Céntimes.
- Prämien- und sonstige Marken für das Generalgouvernement Polen 1943 bis 1945
Die Verwendung der Prämienmarken des Generalgouvernements ist bis heute vielen, die sich mit historischen Belegen beschäftigen – seien es nun Forscher oder Sammler – nicht völlig klar. So reichen denn Erklärungsversuche von Ersatzgeld für Kriegsgefangene bis hin zu Prämien für Zwangsarbeiter. Nichts davon trifft jedoch zu! Die bereits 1955 beim Institut für Besatzungsfragen erschienene Arbeit „Die Landwirtschaft im Generalgouvernement“ von Heinz von Streng gab schon damals umfassend Auskunft und erklärt das Prämiensystem im Zusammenhang mit der staatlich festgelegten Zwangsablieferung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Generalgouvernement: "Vor Beginn der Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wurde von der Regierung des Generalgouvernements für jeden Distrikt ein Ablieferungssoll festgelegt, das diese wieder auf ihre Kreise aufteilten. Die Kreishauptmannschaft legte das auf sie entfallende Kontingent auf die Gemeinden und diese wieder auf die einzelnen Dörfer um. Der einzelne Landwirt lieferte die festgesetzte Quote an Produkten an die Genossenschaften, die ihrerseits die gesammelten Produkte an die landwirtschaftliche Zentralstelle weiterleiteten. Verständlicherweise versuchten die Bauern ihre Erzeugnisse nach Möglichkeit der Erfassung zu entziehen, um sie stattdessen zu weit höheren Preisen auf dem schwarzen Markt abzusetzen. In der Erkenntnis, daß das System der Ablieferungspflicht, auch wenn hinter ihm die schärfsten Strafbedingungen standen, unter den gegebenen Umständen niemals zum vollen Erfolg führen konnte, entschloß man sich, auch mit Prämien zu arbeiten, die einen Anreiz zur Ablieferung auf der Basis der Freiwilligkeit geben sollten. Schon im Jahr 1940 wurden im Rahmen der Eiererfassungsaktion Prämien in Gestalt von Zucker ausgegeben. Die bei der Eiererfassung gesammelten Erfahrungen bildeten die Grundlage für die Einführung eines Prämienscheinsystems bei der Erfassung der Getreideernte 1940, wobei jedoch nicht nur Zucker, sondern auch andere begehrte Artikel des täglichen Bedarfs als Prämienware ausgegeben wurden. Bald wurde das System auf die Ablieferung auch anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse ausgedehnt. Anfangs erhielt der Erzeuger bei Ablieferung einer bestimmten Menge eines bestimmten Produktes bestimmte Prämienwaren in entsprechender Relation. Je nach den Anbauverhältnissen führte diese Methode bei bevorzugtem Anbau bestimmter Produkte dementsprechend zu einer einseitigen Versorgung mit bestimmten Bedarfsartikeln. So gab es Bezirke, in denen eine bestimmte Prämienware im Überfluß war, während andere wiederum völlig fehlten. Die Folge war ein unkontrollierter Tauschhandel mit Prämienwaren zwischen den einzelnen Anbaugebieten. Um diesen Mangel des Systems zu beheben, wurde 1943 ein Prämienpunktsystem eingeführt (‚Die Prämienaktion 1943/44 im Generalgouvernement‘, Erlaß der Regierung des Generalgouvernements, Hauptabteilung Ernährung und Landwirtschaft vom 20.6.1943). Jedem ablieferungswilligen Erzeuger wurde nunmehr der Marktleistung seines Betriebes entsprechend ein Anteil an allen zur Verfügung stehenden gewerblichen Waren zugestanden. Bei der Ablieferung der pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse bildete die Anzahl der Prämieneinheiten die Grundlage für die Berechnung der Höhe der Prämie, die auf die Gewichtseinheit entfiel, außer bei Kartoffeln und Saaterzeugnissen, bei denen der Marktpreis ausschlaggebend war. Bei Milch waren die Literzahl und der Fettgehalt der Wertmaßstab. Als Basis für die Bewertung diente die am meisten angebaute Frucht, der Roggen. Ein Kilogramm Roggen war die Prämieneinheit. Auf diese Einheit wurden die anderen pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse nach bestimmten Gesichtspunkten umgerechnet und zwar 1. nach dem Arbeitsaufwand, der zur Erzeugung des betreffenden Produktes notwendig war, und 2. nach der Wichtigkeit des Produktes für die Ernährungswirtschaft. Mit Hilfe dieses Bewertungssystems ließ sich nicht nur die Erfassung verstärken, sondern ließ sich auch gleichzeitig die Produktion in der gewünschten Richtung lenken. Für je 100 Prämieneinheiten erhielt der Erzeuger 10 Prämienpunkte, die zum Bezug von Prämienwaren berechtigten. Die zugeteilten Prämienpunkte wiederum entsprachen entweder einem bestimmten Werte eines gewerblichen Erzeugnisses, so z.B. bei Lederwaren, Haushaltsartikeln, Waschmitteln oder einer bestimmten Menge, so z.B. bei Eisenwaren, Spinnstoffen, Trinkbranntwein und Zigaretten. Die Prämienpunkte konnten nicht wahlweise für beliebige Artikel verwandt werden, sondern es war eine bestimmte Relation der einzelnen Artikel untereinander zwingend gegeben. Je 10 Prämienpunkte wurden in zusammenhängenden Markengruppen ausgegeben. Diese Markenkupons enthielten: 2 Prämienpunkte zum Bezug von Spinnstoffen (2 Textilpunkte), 2 Prämienpunkte zum Bezug von Trinkbranntwein je 0,5 Liter, 2 Prämienpunkte zum Bezug von Zigaretten je 30 Stück, 1 Prämienpunkt zum Bezug von Eisen und Eisenwaren je 0,25 kg, 1 Prämienpunkt zum Bezug von Leder und Lederwaren für 1 Zloty, 1 Prämienpunkt zum Bezug von Waschmittel für 1 Zloty und 1 Prämienpunkt zum Bezug von Haushaltswaren für 0,50 Zloty. Die Prämienpunkte hatten nur im Ausgabekreis Gültigkeit."1) Prämienmarken des Generalgouvernements der ersten Serie 1943/44 über je 50 Punkte für Eisen, Haushaltwaren, Leder, Textilien, Trinkbranntwein, Waschmittel und Zigaretten (Distrikt Warschau / Kreis Siedlce). Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. Für jede Prämienware – also für Eisen, Haushaltwaren, Leder, Textilwaren, Trinkbranntwein, Waschmittel und Zigaretten – gab es Prämienmarken zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Punkten. Mit Nachtrag zum Erlass über die Prämienaktion wurde eine Sonderregelung für die Prämierung der Ablieferung von Flachs und Hanf getroffen, wofür Marken über Textilwaren mit einem zusätzlichen Aufdruck „FLACHS - HANF - WOLLE 1943“ verwendet wurden. Eine dritte Serie von Prämienmarken der Aktion 1943/44 lautete auf Trinkbranntwein sowie auf Zucker über je ½, 1, 2, 4, 8 oder 20 Punkte. Prämienmarken des Generalgouvernements der vierten Serie 1944/45 über je einen Punkt für den Bezug von Waschmittel (Distrikt Radom / Kreis Tomaszow Mazowiecki). (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Für die Prämienaktion 1944/45 stellte man neue Prämienmarken her, die einheitlich groß waren und auf je 1, 2, 5, 10 und 20 Punkte für Eisen, Haushaltwaren, Leder, Textilwaren, Trinkbranntwein, Waschmittel und Zigaretten lauteten. Sie kommen vom Distrikt Galizien überhaupt nicht mehr vor, da dieses Gebiet im zweiten Halbjahr 1944 bereits von sowjetischen Truppen besetzt war. Neben den Prämienmarken gab es im Generalgouvernement auch noch sog. Punktscheine für Spinnstoffwaren über 1, 2, 5, 10 und 20 Punkte. Private Verbraucher hatten bis Ende Januar 1943 Bedarfsscheine für den Bezug von Spinnstoffwaren erhalten. Ab dem 1. Februar regelte die Anordnung Nr. 12 des Leiters der Bewirtschaftungsstelle im Generalgouvernement über die Verbrauchsregelung und den Warenverkehr von Spinnstoffwaren dies neu.2) Danach war der private Bezug von Spinnstoffwaren nur noch nach einer im Amtlichen Anzeiger Nr. 8 vom 28. Januar 1943 veröffentlichten Punktliste möglich. Im Dezember 1943 wurden im Rahmen einer Weihnachts-Sonderaktion Punktscheine für Spinnstoffwaren bzw. Wolle (ähnlich den bereits vorgestellten gezähnten Prämienmarken) an die nichtdeutschen Teile der Bevölkerung und deren Angehörige ausgegeben, die in deutschem Interesse tätig waren. Ähnliche Marken gab es auch für Berufsbekleidung. Eisen war im Deutschen Reich im Zusammenhang mit der Wiederaufrüstung bereits seit 1937 bewirtschaftet und während des Kriegs gab es Eisenmarken für die Industrie und das Handwerk. Ende 1942 wurde die Verwendung von Eisenmarken auch im General-gouvernement eingeführt. Wechselkassen für die Eisenmarken wurden in allen fünf Distriktskammern eingerichtet. Sie gab es in Abschnitten von 1 Kilogramm bis 10 Tonnen. Die ersten Eisenmarken waren ab 1. Oktober 1942 gültig, die letzte Serie wurde im zweiten Halbjahr 1944 ausgegeben und war noch im Dezember 1944 in Gebrauch.3) Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung Hans-Ludwig Grabowski Wolfgang Haney, (Hrsg.) Kennzeichen Jude Antisemitismus, Entrechtung, Verfolgung, Vernichtung und die Rationierung von Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern für Juden in Großdeutschland und den besetzten Gebieten 1939 bis 1945 Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-558-9 Auflage: 1. Auflage 2014 Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Hardcover: 351 Seiten Format: 17 x 24 cm Preis: 19,90 Euro Zum Buch … Anmerkungen Bochniak/Olenski/Schweizer: Handbuch der Prämien-, Eisen- und Kleidermarken im Generalgouvernement 1939 – 1945, S. 3ff. Vgl. Verordnungsblatt für das Generalgouvernement Nr. 4 vom 27.1.1943. Bochniak/Olenski/Schweizer: Handbuch der Prämien-, Eisen- und Kleidermarken im Generalgouvernement 1939 – 1945, S. 24ff.
- Venezuela: 50- und 100-Bolívares-Noten nach dem Währungsschnitt
Wie bereits berichtet, führte Venezuela am 1. Oktober 2021 einen Währungsschnitt durch, bei dem der neu eingeführte Bolívar Digital den Bolívar soberano im Verhältnis von 1:1.000.000 ablöste. Nach der Einführung des Bolívar fuerte im Jahr 2008 und des Bolívar soberano 2018 war dies nun der dritte Währungsschnitt im von der Inflation geplagten Land. Die Noten der Nominale 5, 10 und 20 Bolívares nach der Währungsreform wurden in diesem Blog bereits vorgestellt, nun folgen die restlichen beiden Stückelungen zu 50 und 100 Bolívares. Die Gestaltung der am 1. Oktober 2021 eingeführten Noten gleicht in allen Nominalen: Auf der Vorderseite ist das Porträt des Nationalhelden Simón Bolívar dargestellt, auf der Rückseite die Schlacht von Carabobo am 24. Juni 1821 – der Entwurf der Rückseite entspricht der im März 2021 eingeführten Umlaufnote über 1 Mio. Bolívares soberanos zum 200-jährigen Jubiläum der entscheidenden Schlacht im Zuge des venezolanischen Unabhängigkeitskriegs. Auch bei den Noten über 50 und 100 Bolívares ist das Datum "29 DE ABRIL DE 2021" auf der Vorderseite zu lesen. Die wieder von der Casa de la Moneda in Venezuela gedruckten Noten verfügen über einen Fenster-Sicherheitsfaden sowie ein Wasserzeichen mit dem Porträt des Simón Bolívar sowie dem Bank-Kürzel "BCV". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Leserpost: Unbekannte Scheine
Sehr geehrter Herr Grabowski, ich habe mir erlaubt, Ihnen in der Anlage Scans mit mir unbekannten Scheinen als PDF-Datei zu schicken. Können Sie mir zu diesen Scheinen etwas sagen oder evtl. sogar den Katalog angeben, in dem diese Scheine beschrieben oder abgebildet sind? Für eine kurze Info wäre ich Ihnen sehr dankbar. H.-W. Donath Antwort der Redaktion: Papier ist im wahrsten Sinne des Wortes geduldig, lässt sich mit vielem bedrucken und nicht jeder Schein ist auch ein Geldschein. Papiergeldsammler, die über den Tellerrand blicken, sammeln oft auch Belege "Rund ums Geld", wie Wechsel, Schecks, Quittungen, Bezugscheine, Spendenbelege, Lotterielose, Zinskupons, Wertpapiere oder Rationierungsbelege. Um Letzteres handelt es sich bei den Bezugs-Marken des Oberamtes Göppingen. Es steht eigentlich alles drauf, was man wissen muss. Es sind Lebensmittelmarken für den Bezug von Brot bzw. Mehl, die während des Ersten Weltkriegs ausgegeben wurden und in diesem Fall vom 1. Juni bis 5. Juli 1916 gültig waren. Die einzelnen Marken wurden aus einer Lebensmittelkarte getrennt oder geschnitten und dann im Geschäft als Bezugsberechtigung abgegeben. Bezahlen musste man die Ware dann natürlich trotzdem. Es gibt einige Kataloge für Lebensmittelkarten aus dem Zweiten Weltkrieg, die aber in aller Regel nur eine Sammlung dokumentieren. Zum Ersten Weltkrieg ist mir kein vergleichbarer Katalog bekannt. Die Vielfalt der Lebensmittelkarten war einfach viel zu groß, da sie praktisch von jeder kommunalen Verwaltung ausgegeben wurden. Zudem gab es natürlich auch noch verschiedene Arten von Karten, so z.B. Grundkarten, Karten für einzelne Gruppen von Lebensmitteln bis hin zu Karten für kriegsbedingt rationierte Waren wie etwa Petroleum und Zusatzversorgungskarten (z.B. für Schwangere oder Schwerstarbeiter). Derartige Lebensmittelkarten kommen heute noch vergleichsweise häufig vor und können für wenig Geld erworben werden. Auch hier dürfte es sich um eine Lebensmittelmarke von Göppingen handeln, die sichtbar aus einer Karte herausgeschnitten wurde. Das "B" ist nicht die Serie, sondern stand im Zusammenhang mit deutschen Rationierungsbelegen immer für Brot. Die "25" bezeichnet die Bezugsmenge. Da 25 g Brot nicht sonderlich viel ist, könnte es sich um eine Zusatzversorgungskarte handeln oder aber um eine Zusatzkarte für Fronturlauber. Wahrscheinlich stammt diese ebenfalls aus dem Ersten Weltkrieg, da im Zweiten Weltkrieg bestimmte Musterkarten für die Ausgabestellen vorgegeben waren. Da hat es einem Veranstalter gefallen, einen günstigen Darlehnskassenschein mit den Daten zu seiner Banknotenbörse zu überdrucken. Wie gesagt, Papier ist geduldig. So etwas wird nicht katalogisiert. Auch ein Beleg "Rund ums Geld": Eine Quittung, wie es unzählige gab und gibt. Hier könnte man davon ausgehen, dass es sich um einen Beleg zur Entrichtung einer Gebühr der Stadt Stuttgart für den Betrieb eines Marktstandes handelt, sicher aber nicht um ein Zahlungsmittel, mit dem man an einem Marktstand einkaufen konnte. Wenn man mehr wissen will, muss man wohl im Stadtarchiv forschen. Anmerkung von Herrn Klaus Schweizer: Nachtsteuermarken, Wiegegeld und andere Stücke sind keine Zahlungsmittel, werden aber von Stuttgart-Sammlern gerne gesammelt. Hier gilt das bereits zur Quittung gesagte. Schecks können auch für Geldscheinsammler von Interesse sein, wenn es sich z.B. um solche von lokalen Banken handelt. Das Beste kommt zum Schluss! Um was handelt es sich hier? Nun, wer im Internet auf Suche geht, der wird bald auf das Gymnasium des Salvator-Kollegs im schwäbischen Wurzach stoßen. Vorläufer des heutigen Gymnasiums war eine 1924 gegründete Lateinschule. Wohlgemerkt 1924, die Hochzeit der deutschen Serienscheine, an die diese beiden Werte stark erinnern, war aber 1921. Neben dem Gymnasium existiert in dem abgebildeten Wurzacher Schloss heute auch ein Kloster der Salvatorianer. Die haben 1921 in einer Bergkapelle angefangen und sind dann erst später in das Schloss gezogen, das während des Zweiten Weltkriegs teilweise als Kriegsgefangenenlager genutzt wurde. Eine Nachfrage im heutigen Kloster ergab erst einmal keine neuen Informationen. Niemand kennt hier die Scheine. Immerhin wurden die Abbildungen an den Archivar des Klosters weitergeleitet. Vielleicht kann der noch etwas dazu herausfinden. Denkbar wären tatsächlich Serienscheine, deren Verkaufserlös der noch jungen Klostergemeinschaft zugute kommen sollte. Als Verkehrsausgaben kommen sie mit diesen Nominalen nicht in Frage, weil das Schloss als Sitz des Salvator-Kollegs abgebildet ist, in dem erst 1924 die Schule eröffnet wurde und in das die Klosterbrüder erst 1927 einzogen. Nach 1924 hätte man aber "Reichsmark" nutzen sollen, obwohl es auch Beispiele dafür gibt, dass das umgangssprachliche "Mark" auch weiterhin genutzt wurde. Um Spendenbelege kann es sich auch nicht handeln, da die Bezeichnung "Gutschein" dagegen spricht. Beide Scheine tragen Rundstempel des Salvator-Kollegs. Das Gymnasium des Salvator-Kollegs hatte definitiv kein Geld ausgegeben, bleibt also nur die Hoffnung, dass noch Informationen im Klosterarchiv zu finden sind. Auch wenn sich das Interesse für derart weltliche Dinge hinter Klostermauern in Grenzen halten dürften, wäre eine Aufklärung nicht nur für Sammler, sondern auch für die eigene Geschichte des Klosters wünschenswert. Sollten die Hintergründe geklärt werden können, werden wir hier im Blog darüber berichten. Hans-Ludwig Grabowski Information der Salvatorianer Mein Name ist P. Michael Overmann, seit 2010 der Archivar der Dt. Provinz der Salvatorianer (in München). P. Konrad (vom Salvator-Kolleg Wurzach) hat Ihre Mail an mich weitergleitet und natürlich habe ich ein Interesse an diesen Raritäten. Ich bin immer noch dabei, die Materialmengen zu ordnen und zu strukturieren, aber irgendwann wird dann wohl auch mal deutlich werden, was es mit diesem Geld auf sich hatte. Ich vermute, dass es sich um ein internatsinternes Zahlungsmittel handelte, damit man die Ausgabe des Taschengeldes für die Schüler kontrollieren konnte. Aber wir werden sehen, was sich mit der Zeit ergibt. P. Michael Overmann SDS Anmerkungen Zu Wurzach - Salvator Kolleg - hatte Kai Lindman im Forum Banknotesworld geschrieben "Die Scheine wurden in den 30er Jahren schulintern als Zahlungsmittel verwendet. Die Kriegsgefangenen wurden in den 40er Jahren direkt in der Schule untergebracht und haben beim Stöbern den Karton mit den noch vorhandenen Scheinen gefunden und sie bei der Entlassung als Souvenir mitgenommen. Die Scheine gehören also zu den Behelfszahlungsmitteln der Zeit von 1924 bis 1945." Außerdem gibt es noch einen Artikel im Geldscheinsammler, Ausgabe 3/91 auf S.134/135. Im Artikel "Aktuelles am Randes des Notgeldgeschehens" von Klaus Karau sind die Scheine beschrieben, es gab acht Werte über 1, 2, 5, 10 und 50 Pfennig sowie 1, 2, und 10 Mark. Weiter entdeckt wurden noch 5 und 20 Mark, wie ein Los aus der 36. Gärtner-Auktion von Anfang 2017 zeigt (Los. 3047, 200,- Ausruf) siehe https://stamp-auctions.de/katalogarchiv/36_band_7_ii.pdf Ringo Staudt
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- Noch mehr polnische Entwürfe von Andrzej Heidrich
Ich möchte hier im Geldschein-Blog noch ein paar weitere Entwürfe von Andrzej Heidrich zeigen, die ich im Lauf der Jahrzehnte gesammelt habe. Daneben gibt es noch u. a. Entwürfe zur Städteserie und Vorentwürfe zur jetzigen Serie, u. a. mit dem Bild von Barbara Radziwiłł (Barbara Radziwiłłówna), Johannes Paul II. (Karol Józef Wojtyła) oder der Heiligen Jadwiga. Interessant ist auch der Testschein zu 400 Złotych der bei den polnischen Banknoten und nicht bei den Testscheinen einzuordnen ist. Während die meisten Zentralbanken für den Entwurf neuerer Banknotenserien immer wieder neue Künstler beauftragen, gehen in Polen alle ausgegeben Banknoten der letzten Jahrzehnte auf einen einzigen Künstler zurück, Andrzej Heidrich (6.11.1928 – 20.10.2019). Und das kam so: Die von Wacław Borowski gestalteten und nach der Währungsreform mit dem Datum 1948 ausgegebenen Scheine von 2 bis 500 Złotych zeigen zunächst allegorische Figuren und waren noch in dessen traditionellem Stil gestaltet. Doch man wollte ein neues Design schaffen und große Geister der eigenen Nation zeigen. So schufen Julian Pałka und Henryk Tomaszewski einen Entwurf für eine Serie mit Köpfen berühmter Persönlichkeiten. Die Wertstufen 2, 5 und 10 Złotych waren in der ersten Hälfte der 1960er Jahre durch Münzen ersetzt worden. Andrzej Heidrich auf dem Titel der polnischen Zeitschrift "ELITY" von 2004. Hier geht es zu einem Beitrag zum Tode von Andrzej Heidrich im Jahr 2019. Als erstes wurde der Kopernikus-Schein zum Tausender umgestaltet und ausgegeben. Ob der in den SCWPM-Katalogen unter P140A erwähnte 20er ein Probedruck eines 20ers dieser Serie ist, muss Spekulation bleiben. Jedoch blieb der 1000er der einzige realisierte Schein, aufgrund der hohen Druckkosten (zu viele Farben!) blieb die Serie unvollendet. Nun bat die Narodowy Bank Polski den Grafiker Andrzej Heidrich, eine komplette Serie zu entwerfen. Auf der Vorderseite sollten wie bei der 1948er-Serie allegorische Figuren abgebildet sein, auf der Vorderseite fünf polnische Städte: Lublin, Danzig, Krakau, Breslau und Warschau in der höchsten Stückelung. Das Resultat war die Serie von 1965. Von Anfang an trugen seine Entwürfe die Serienbezeichnung KH und die Kontrollnummern enthielten die Ziffern 1, 2, 4, 5 und 9, was für den Namen seiner Tochter Kasia und evtl. ihr Geburtsjahr (1959?) stehen könnte. Die Städteserie wurde aufgegeben und es wurden stattdessen große Polen gewählt, die auf den neuen Banknoten erscheinen sollten. Auf dem 100-Złotych-Schein sollte Frederik Chopin und auf dem 500-Złotych-Schein Maria Skłodowska, bei uns besser bekannt unter Marie Curie, erscheinen. Es sind außerdem weitere Entwürfe des 50ers mit Tadeusz Kościuszko und eines Zwanzigers mit Chopin in jüngeren Jahren bekannt. Entwürfe für die höheren Nominale zeigen Kasimir den Großen (Kazimierz Wielki) und Adam Mickiewicz. Aus welchen Gründen auch immer, tauschte man dann doch noch die Köpfe aus und mit dem Datum vom 16. Dezember 1974 kam der 500er mit dem Porträt von Tadeusz Kościuszko im Umlauf. Dieser Schein und der neue 1000er waren noch nach der Währungsumstellung 1 : 10.000 vom 1.1.1995 bis zur Behebung der Münzknappheit im Umlauf (Gegenwert 5 bzw. 10 neue Groschen), die zuerst und als wertvollste Banknoten eingeführte Scheine wurde als Kleingeldersatz genutzt und als letztes außer Kurs gesetzt. Die Klischees mit Chopin und Curie wurden schließlich in der Inflationszeit wieder aufgegriffen und der Entwurf des Scheins mit Józef Piłsudski, der zunächst als 5 Millionen- Złotych-Schein entworfen wurde, wurde später zu einer Gedenknote von 20 Złotych umgestaltet. Manfred Dietl Entwürfe mit Datum 1962 Die Serie wurde nicht realisiert, weil die Produktionskosten zu hoch waren. Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1962 (Lublin), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1962 (Danzig), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1962 (Breslau), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1962 (Krakau), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1962 (Warschau), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1962 (Warschau), Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1970 Entwürfe zu 100 Złotych mit Datum von 1970 (Warschau), Vorderseite. Entwürfe zu 100 Złotych mit Datum von 1970 (Warschau), Rückseite. Entwürfe zu 1000 Złotych mit Datum von 1970 (Krakau), Vorderseite. Entwürfe zu 1000 Złotych mit Datum von 1970 (Krakau), Rückseite. Entwürfe zu ?0000 Złotych mit Datum von 1970 (Danzig), Vorderseite. Entwürfe zu ?0000 Złotych mit Datum von 1970 (Danzig), Rückseite. Entwürfe mit Datum 1971 Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1971, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1971, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1971, Vorderseite. Entwürfe zu 500 Złotych mit Datum von 1971, Rückseite. Entwürfe mit Datum 1972 Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1972, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1973 Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1973, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1975 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1975, Vorderseite. Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1975, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1975, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1976 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1976, Vorder- und Rückseite. Entwürfe zu 200 Złotych mit Datum von 1976, Vorderseite. Entwurf zu 200 Złotych mit Datum von 1976, Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1976, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1977 Entwurf zu 10 Złotych mit Datum von 1977, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1977, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 2000 Złotych mit Datum von 1977, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1983 Entwürfe zu 10.000 Złotych mit Datum von 1983, Vorderseite. Entwurf zu 10.000 Złotych mit Datum von 1983, Rückseite. Entwürfe mit Datum 1984 Entwurf zu 10.000 Złotych mit Datum von 1984, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1986 Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1986, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1986, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1987 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1987, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500 Złotych mit Datum von 1987, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1989 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1989, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 1000 Złotych mit Datum von 1989, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1990 Entwurf zu 20.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 100.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 500.000 Złotych mit Datum von 1990, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1991 Entwurf zu 1.000.000 Złotych mit Datum von 1991, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1992 Entwurf zu 2.000.000 Złotych mit Datum von 1992, Vorder- und Rückseite. Entwürfe zu 200 Złotych mit Datum von 1992, Vorderseite. Entwürfe zu 200 Złotych mit Datum von 1992, Rückseite. Entwürfe mit Datum 1993 Entwurf zu 5.000.000 Złotych mit Datum von 1993, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1994 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1994, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1995 Entwurf zu 10 Złotych mit Datum von 1995, Vorderseite. Entwürfe zu 10 Złotych mit Datum von 1995, Rückseite. Entwurf zu 100 Złotych mit Datum von 1995, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 1996 Entwurf zu 20 Złotych mit Datum von 1996, Vorderseite. Entwürfe zu 20 Złotych mit Datum von 1996, Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 1996, Vorder- und Rückseite. Testnote zu 400 Złotych mit Datum von 1996 im Stil der Entwürfe von Heidrich, Vorder- und Rückseite. Entwürfe mit Datum 2006 Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 2006 (Gedenkbanknote), Vorder- und Rückseite. Entwurf zu 50 Złotych mit Datum von 2006 (Gedenkbanknote), Vorder- und Rückseite. Anmerkung der Redaktion Es ist großartig, dass wir hier eine große Anzahl von Entwürfen zu polnischen Banknoten zeigen können, die vielen Sammlern bislang unbekannt sein dürften und damit auch das Schaffen von Andrzej Heidrich würdigen. Herzlichen Dank an Manfred Dietl. Einige nicht umgesetzte Entwürfe gibt es auch als Nachdrucke für Sammler. Hans-Ludwig Grabowski Quellen: https://gndm.pl/projekt-banknotu-500-zl-1971-sklodowska/ https://pl.wikipedia.org/wiki/Banknoty_Narodowego_Banku_Polskiego_(od_1994)
- Lexikon: Druckzufälligkeiten
Druckzufälligkeiten sind Fehldrucke kleinerer Art, beispielsweise Abklatsch, Druckverschiebungen innerhalb der einzelnen Druckgänge und zum Papier, umgeknickte Bogenecken, die nach dem Schneiden zu Papierdeformationen führen – Ausschluss, der beim Buchdruck hochgezogen wird und dann mitgedruckt (Spiesse), meist als Balken zwischen den Zeilen oder als Block zwischen den Worten, durch Fremdkörper auf der Druckform (Papierstücke oder Schmutz) hervorgerufene undeutliche oder fehlende Druckstellen, sich bei längerem Druck (die Druckformen müssen nach einer gewissen Zeit gereinigt werden) durch die Farbe oder durch Schmutz zusetzende Druckteile, oft nur Buchstaben u. a. Beispiele für Druckzufälligkeiten (umgenickte Bogenteile, umgenickte Bogenecke und zusätzliches Papierstück) DEU-104a: Fehldruck einer Reichsbanknote (Hilfsbanknote) zu 1 Million Mark vom 25. Juli 1923 (Reichsdruck) wegen umgeknicktem Bogenteil, Druck einseitig. DEU-137g: Fehldruck einer Reichsbanknote zu 20 Milliarden Mark vom 1. Oktober 1923 (Firmendruck) wegen umgenicktem Bogenteil, Druck einseitig. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen umgeknickter Bogenecke, Vorderseite. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen umgeknickter Bogenecke, Rückseite. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen zusätzlichem Papierstück, Vorderseite. BRD-53a: Fehldruck einer Bundesbanknote zu 50 DM vom 1. Januar 1996 wegen zusätzlichem Papierstück, Rückseite. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Sammlung Gerber
- Leserpost: Propaganda der Deutschen Reichspartei?
In der Anlage finden Sie einen DEU-73 mit Wahlwerbung der „Deutschen Reichspartei“ als Scan. Ich bin mir nicht sicher, ob das etwas für Ihren Katalog ist, ich fand es auf jeden Fall interessant. Wenn Sie möchten, können Sie den Scan auch für ihre Zwecke verwenden. Ich würde mich freuen, mal wieder von Ihnen zu lesen. R. Ackermann Antwort der Redaktion Hallo Herr Ackermann, schön, wieder mal von Ihnen zu hören und besten Dank für den Scan der Vorder- und Rückseite. In der Zeit der „Weimarer Republik“ wurden durch die Inflation wertlos gewordene Geldscheine oft mit politischen Überdrucken versehen und als Wahlpropagandamittel eingesetzt. Ich habe darüber auch ein Buch geschrieben „Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …“, da es oft antisemitische Wahlwerbung von rechten Parteien war. Damit wurde auch die Sammlung Haney dokumentiert. Ihren Schein habe ich mit einem solchen Überdruck bisher noch nicht gesehen. Da ich auch die Wahlen und den Wahlkampf in der Ersten Republik untersucht habe, muss ich gestehen, dass mir solche Überdrucke der Reichspartei unbekannt sind. Allerdings gibt es leider viele Manipulationen. Da die Reichspartei bereits 1918 aufgelöst wurde, macht deren Wahlwerbung auf einem Geldschein von 1920 eigentlich auch keinen Sinn. Ich halte den Überdruck daher leider für eine Manipulation. Die Mitglieder der Reichspartei verteilten sich 1918 auf die Deutsch Nationale Volkspartei (DNVP) und die Deutsche Volkspartei (DVP). Von diesen beiden Parteien gibt es sehr viele Propaganda-Überdrucke auf Geldscheinen der Inflation, mit denen man oft Stimmung gegen Juden machte, die angeblich an der Inflation schuld waren und sich an ihr bereicherten. Hans-Ludwig Grabowski Antwort des Lesers Danke für die Rückmeldung. Bleibt die Frage, ob Schein und/oder Aufdruck eine Fälschung sind, bzw. wer den Schein wohl mit welcher Motivation in Umlauf gebracht haben könnte. Vielleicht war es auch der Versuch die DRP nach ihrer Auflösung im Nov. 1918 wieder zu beleben; der Versuch wäre im Rahmen der frühen und chaotischen Jahre der Republik ja durchaus legitim. Vom Erscheinungsbild ist der Schein „druckfrisch“ und weißt Wasserzeichen auf (eine Art Wellenmuster). Wobei uns das „Parteiwappen“ vielleicht weiter helfen kann, denn wie es scheint, ist das Wappen eher der DRP zuzuordnen, die 1950 gegründet wurde. Vielleicht war dies der Versuch an die „guten alten Zeiten“ anzuknüpfen ohne mit der NSDAP in einen Topf geworfen zu werden. Bliebe dann die Frage, wo bekam man die druckfrischen Scheine in entsprechender Menge her? Auf jeden Fall interessant. R. Ackermann Antwort der Redaktion Die Zehner von 1920 kann man praktisch heute noch in kassenfrischen Erhaltungen bekommen. Das war damals sicher nicht schwieriger. Aber bei dem Heute sollten wir bleiben. Wie bereits vermutet, handelt es sich um eine Manipulation, will heißen: Der Schein ist echt, der Überdruck ist nachträglich angebracht! Ein zusätzliches Indiz ist das Logo von 1950. Nun kann es sein, dass der Überdruck aus den 1950er Jahren stammt, es sich also tatsächlich um ein Relikt der damals neu gegründeten Reichspartei handelt. Oder aber, es handelt sich, wie leider so oft, um eine Manipulation, mit der man lediglich Geld an Sammlern verdienen möchte. Sie glauben garnicht, wie viele fantasievolle und völlig echt wirkende nachgemachte Scheine es aus aller Art von Lagern der NS-Zeit gibt, die praktisch täglich im Internet angeboten werden. Ich gehe aber eher von einem Propaganda-Mittel der von 1950 bis 1965 existierenden "neuen" Reichspartei aus ... Hans-Ludwig Grabowski
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 27
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 473 Renato Manfredi Geboren 1954 in Castelnovo né Monti ind Italien. 1972 Abschluss eines Studiums an der Kunstakademie in Carrara in Italien. Manfredi malt und richtet Ausstellungen an vielen Orten in Italien und Österreich aus. Seit 1983 Arbeit als Banknotendesigner bei KBA Giori S. A. Die KBA Giori S. A. im schweizer Lausanne liefert weltweit Sicherheitsdrucksysteme an die Banknotenindustrie. 5 Euro, Vorderseite: antiker Kopf inspiriert von der Bronzestatue von Riace dem Wagenlenker von Delphi, links davon eine ionisches Kapitell sowie ein römischer Bogen mit Mauer; Rückseite: Torbogen inspiriert von römischen Monumenten in Nordafrika, dazu ein korinthisches Kapitell und eine Aquädukt. 10 Euro, Vorderseite: Mönch beim Kopieren einer Schrift aus dem Zeitalter der Klöster inspiriert von alten Buchmalereien sowie romanische Architekturelemente; Rückseite: schreibender Mönch, Teil einer Buchmalerei sowie Torbogen inspiriert von Motiven aus Norditalien. 20 Euro, Vorderseite: Weibliche Figur nach einer französischen Statue im gotischen Stil, dazu gotische Fensterrose und Säulen einer Kathedrale; Rückseite: Innenansicht einer französischen Kathedrale und Szenen vor einer Burganlage. 50 Euro, Vorderseite: Flämisches Männerporträt aus der Zeit der Renaissance sowie Säule eines florentinischen Palastes; Rückseite: von den Uffizien in Florenz inspirierte Hofansicht, Astrolabium, Kompassrose und Flachrelief mit Ornamenten. 100 Euro, Vorderseite: Barockes weibliches Porträt, Volutendekor nach einer französischen Stuckarbeit und barocker Faltenwurf; Rückseite: Innenansicht einer österreichischen Bibliothek, Innenraum einer Kirche und barocker Engel. 200 Euro, Vorderseite: Männliches Porträt aus der Zeit der industriellen Revolution sowie architektonische Elemente nach einem Art-déco-Gebäuden in Brüssel; Rückseite: Vase. Irisblüten und Innenansicht einer Fabrik. 500 Euro, Vorderseite: Weibliches Porträt im Stil der 1920er Jahre, zeitgenössisches Design und Archtitekturelemente; Rückseite: Sendemast, moderne Architektur und Fabrikgebäude. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)












