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- Neue Ausgaben am Falklands-Tag 2025
Als die Falklandinseln im Januar 2025 die Entwürfe ihrer neuen Banknoten vorstellten, war zunächst unklar, ob alle drei Stückelungen (5, 10 und 20 Pfund) am selben Tag, dem Falklands-Tag, am 14. August 2025, ausgegeben werden würden. Die Regierung der Falklandinseln hat nun bestätigt, dass dies der Fall ist. Alle drei Banknoten haben das gleiche Design, wobei die 5-Pfund-Note überwiegend rot, die 10-Pfund-Note überwiegend grün und die 20-Pfund-Note überwiegend gelblich-braun ist. Die erste Ankündigung dieser neuen Polymerbanknoten finden Sie HIER in diesem Blog. Offizielle Ankündigungsblatt der Falklandinseln. Zu den hochmodernen Sicherheitsmerkmalen gehören ein transparentes Fenster, ein schimmernder Pinguin im Fenster, Tiefdruck des Porträts und der Unterschriften, Mikrotext, UV-Fluoreszenz und erhabene Punkte für Sehbehinderte. Die Regierung der Falklandinseln lädt die Öffentlichkeit zu einer Veranstaltung ein, um die Einführung der neuen Banknoten für die Falklandinseln zu feiern. Bei einer Wohltätigkeitsauktion besteht die Möglichkeit, auf einzigartige Banknoten aus der neuen Serie zu bieten. Um an der Auktion teilzunehmen, muss man allerdings persönlich anwesend sein. Donald Ludwig ( polymernotes.org )
- Belize: Neue Banknotenserie ehrt das Erbe von Belize
Am 23. Januar 2025 stellte die Zentralbank von Belize eine neue Papier-Banknotenserie vor, die von De La Rue entworfen und gedruckt wurde. Die neuen Banknoten werden am 4. August 2025 in Umlauf gebracht. Die neuen Entwürfe zelebrieren die belizianische Kultur, wobei das Porträt von Königin Elisabeth II. durch die Porträts der Nationalhelden Philip Goldson und George Cadle Price ersetzt wurde. Philip Goldson war ein Zeitungsredakteur, Aktivist und Politiker, der dem Repräsentantenhaus von Belize angehörte. George Cadle Price war ein Staatsmann, der von 1961 bis 1984 und von 1989 bis 1993 als Regierungschef von Belize diente. Er war der erste Minister und Premierminister unter britischer Herrschaft bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1981 und der erste Premierminister des Landes nach der Unabhängigkeit. Nationalhelden Philip Goldson (links) und George Cadle Price (rechts). Die neue belizianische Dollarserie enthält die neuesten Innovationen im Bereich der Sicherheitsfäden mit einem holografischen PUREIMAGE™-Faden auf den 2- und 5-Dollars-Noten und einem IGNITE®-Sicherheitsfaden sowie einem holografischen Streifen auf den 10-, 20-, 50- und 100-Dollars-Noten. Unter UV-Licht erscheinen verbesserte GEMINI®-Muster auf allen Stückelungen. Mit diesen Sicherheitsmerkmalen ist die neue Banknotenserie mit der neuesten Fälschungssicherheits-Technologie ausgestattet. Die neue 2-Dollars-Banknote zeigt Wasserfälle und Flüsse in Belize sowie ein Porträt von Philip Goldson. Die Vorderseite zeigt den Antelope-Wasserfall im Mayflower-Bocawina-Nationalpark in der Mitte und Philip Goldson auf der linken Seite. Die Rückseite zeigt links den Sapodilla-Wasserfall im Elijio-Panti-Nationalpark und in der Mitte den 1000-Fuß-Wasserfall. Die Schwarze Orchidee ist im PUREIMAGE™-Sicherheitsfaden enthalten, der beim Kippen die Farbe wechselt. Das Wasserzeichen zeigt Philip Goldson. Auf der Vorderseite, unten links und rechts sind taktile Linien angebracht. Auf der neuen 5-Dollars-Banknote sind historische Gebäude von Belize sowie ein Porträt von George Cadle Price abgebildet. Die Vorderseite zeigt das Gebäude der Nationalversammlung in der Mitte und George Cadle Price auf der linken Seite. Die Rückseite zeigt oben in der Mitte die Halbinsel Belize City und Haulover Creek, unten in der Mitte das Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Belize City und rechts die St. John's Cathedral in Belize City. Die Spitze des Obersten Gerichtshofs von Belize City befindet sich im PUREIMAGE™-Sicherheitsfaden, der beim Kippen die Farbe wechselt. Das Wasserzeichen zeigt George Cadle Price. Taktile Linien sind auf der Vorderseite, unten links und rechts enthalten. Die neue 10-Dollars-Banknote zeigt Vögel aus Belize und ein Porträt von Philip Goldson. Die Vorderseite zeigt den Grünreiher in der Mitte und Philip Goldson auf der linken Seite. Die Rückseite zeigt in der Mitte den Kielschnabeltukan, den Nationalvogel von Belize, und rechts den Langschnabel-Einsiedlerkolibri und den Schuppenbrustkolibri. Der Scharlachara ist in dem holografischen Folienstreifen auf der Vorderseite enthalten und der Kielschnabeltukan ist in dem IGNITE®-Sicherheitsfaden auf der Rückseite enthalten. Das Wasserzeichen zeigt Philip Goldson. Auf der Vorderseite, unten links und rechts, sind taktile Linien angebracht. Die neue 20-Dollars-Banknote zeigt das Leben im Dschungel von Belize sowie ein Porträt von George Cadle Price. Die Vorderseite zeigt den Baird-Tapir, das Nationaltier von Belize, und George Cadle Price auf der linken Seite. Auf der Rückseite sind der Jaguar und ein Grüner Leguan (rechts) abgebildet. Der Blaue Morpho-Schmetterling ist im holografischen Folienstreifen auf der Vorderseite enthalten und das Wappen des Landes ist im IGNITE®-Sicherheitsfaden auf der Rückseite enthalten. Das Wasserzeichen zeigt George Cadle Price. Taktile Linien sind auf der Vorderseite, unten links und rechts, angebracht. Die neue 50-Dollars-Banknote zeigt archäologische Sehenswürdigkeiten von Belize sowie ein Porträt von Philip Goldson. Die Vorderseite zeigt den Maskentempel in Lamanai und Philip Goldson auf der linken Seite. Die Rückseite zeigt links den Gipfel von Caana in Caracol, in der Mitte die Maya-Ruine von Xunantunich und rechts ein Stück des Xunantunich East Freize. Der Maskentempel in Lamanai ist in dem holografischen Folienstreifen auf der Vorderseite enthalten, und das Segment des Xunantunich-Ost-Frieses ist in dem IGNITE®-Sicherheitsfaden auf der Rückseite enthalten. Das Wasserzeichen zeigt Philip Goldson. Auf der Vorderseite, unten links und rechts, sind taktile Linien angebracht. Die neue 100-Dollars-Banknote zeigt die Meeresattraktionen und die Unterwasserwelt von Belize sowie das Porträt von George Cadle Price. Die Vorderseite zeigt den Königin-Drückerfisch und George Cadle Price auf der linken Seite. Die Rückseite zeigt eine Karettschildkröte, das Great Blue Hole, den Ammenhai, ein Paar Kaiserfische und eine Rillenhirnkoralle . Die Echte Karettschildkröte ist in dem holografischen Folienstreifen auf der Vorderseite und das Langschnauzen-/Schlankseepferdchen in dem IGNITE®-Sicherheitsfaden auf der Rückseite enthalten. Das Wasserzeichen zeigt George Cadle Price. Auf der Vorderseite, unten links und rechts, sind ebenfalls taktile Linien für Sehbehinderte angebracht. Donald Ludwig
- Der russische Angriff auf Ostpreußen 1914 – Eine familiäre Nachbetrachtung
Zu dem sehr lesenswerten Artikel "Vor 110 Jahren – der russische Angriff auf Ostpreußen" von Helmut Kahnt in der Zeitschrift "Münzen & Sammeln" [1] , in dem auf Medaillen zu den sog. "Russeneinfällen" 1914 und auf die Befreiung Ostpreußens eingegangen wird, möchte ich einen kleinen ergänzenden Betrag liefern und aus einem lang zurückliegenden familiären Blickwinkel einige Anmerkungen setzen. Ein Teil meiner Vorfahren stammt aus Ostpreußen, genauer gesagt aus einem kleinen Dorf im Kreis Goldap [2][3][4] mit der gleichnamigen Kreisstadt. Der russische Angriff im Jahr 1914 hatte direkte Auswirkungen auf Goldap und dessen Bewohner. Die Kreisstadt Goldap mit Marktplatz aus der Vogelperspektive. Umgebung von Goldap am Rande der Rominter Heide. Kinder auf dem Heimweg von der Schule in dem Ort Groß-Bludschen im Kreis Goldap. Am 18. August 1914 besetzten 50.000 russische Soldaten Goldap. Die Besetzung dauerte 23 Tage. Der 21. August 1914 war durch schwere Kämpfe in Goldap und Gumbinnen gekennzeichnet. Die Schlacht an den Masurischen Seen vom 8. bis 11. September 1914 führte auch zur Befreiung Goldaps von den russischen Truppen. Ostpreußen 1914: Russische Artillerie in Feuerstellung. Vorbeimarsch russischer Truppen vor dem Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch und dem russischen General von Rennenkampf im ostpreußischen Insterburg. Aus alten Erzählungen ist mir noch in Erinnerung geblieben, dass während dieser ersten Besetzung des Kreises Goldap durch russische Truppen alle militärischen Gegenstände wie Säbel, Gewehre, Orden, etc. aus den Haushalten entsorgt wurden. Alle Gehöfte und Häuser sollen durch russisches Militär durchsucht worden sein und bei Auffinden von derartigen Dingen waren drakonische Strafen angedroht. Meine Urgroßmutter hat der Erinnerung nach, fragliche Dinge in einer entlegenen Schlucht versteckt und nie mehr zurückgeholt. Zum größten Teil soll sich das russische Militär während dieser Zeit der zurückgebliebenen Bevölkerung gegenüber korrekt und hilfsbereit verhalten haben. Ostpreussische Flüchtlinge 1914. Baracke mit ostpreussischen Flüchtlingen 1914. Vom 28. Oktober bis 5. November 1914 fanden Kämpfe in der Rominter Heide statt, die mit einer erneuten russischen Besetzung und starker Zerstörung im Kreis Goldap endeten. Die Räumung von Stadt und Kreis Goldap wurde am 05. November 1914 angeordnet. Mit Ende der Winterschlacht in den Masuren (7. bis 21. Februar 1915) gelang auch die Befreiung von Goldap. Die Rückkehr der geflohenen Bevölkerung erfolgte im April 1915. Die von den Russen zerstörte Stadt Gerdauen. Zerstörter Marktplatz in der ostpreussischen Stadt Lyck 1914. Postkarte zum Sieg der deutschen Truppen unter Führung von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg am 17. Februar 1915 in der Winterschlacht in den Masuren. Foto von einem der endlosen Züge russischer Gefangener. Rückkehr ostpreussischer Flüchtlinge in ihr zerstörtes Heim. Auch hier ist mir aus Erzählungen bekannt, dass zahlreiche Brücken, Häuser und Gehöfte im Kreis Goldap sowie die Kreisstadt in großen Teilen zerstört war. Nichts war mehr vorhanden. Vieles soll geplündert oder zerstört worden sein. Als nette Anekdote ist zu berichten, dass nach dem Ende der zweiten russischen Besetzung meinen Vorfahren ein Schimmel zugelaufen ist. Dieser soll nur eine Gangart gekannt haben und zwar Galopp und nur zwei Personen hätten ihn reiten können, alle anderen wurden abgeworfen. An das Ereignis der zweimaligen russischen Besetzung 1914/15 erinnern auch die 1921 ausgegebenen Serienscheine der Stadt Goldap [1] zu 25, 50, 75 und 100 Pfennig. Die Scheine sind alle ohne Kontrollnummer ausgeführt und eine Auflagenhöhe ist nicht bekannt. Der 25-Pfennig-Schein zeigt auf der Rückseite als Motiv eine Ansicht von „Alt Goldap“ vor 1914. Der 50-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Goldap nach dem Russeneinfall 1914 – Zerstörte Häuser, Töpferstr.". Der 75-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Goldap nach dem Russeneinfall 1914 – Zerstörungen am Markt“. Der 100-Pfennig-Schein widmet sich dem Wiederaufbau von 1916 bis 1921 mit dem Motiv „Neues Wohnhaus – Entw. & Baul. Hans Philipp“. Diese Serienscheine wurden anscheinend im Jahr 1921 durch Hans Philipp komplett entworfen. Darauf deutet ein entsprechender Hinweis auf allen Scheinen hin. Auf der Vorderseite steht rechts unten: ENTW. ARCH. HANS PHILIPP 21. Auf der Rückseite ist sein Namenskürzel „HJP 21“ im „L“ von Notgeld zu sehen. Eventuell dienten die Einnahmen durch den Verkauf dieser Serienscheine auch dem Wiederaufbau. Nach Ende der Kriegshandlungen wurde ein „Aufbauprogramm Ostpreußen“ durchgeführt, an dem der Architekt Hans J. Philipp aus Goldap großen Anteil hatte [6] . Der Wiederaufbau erfolgte im Stil der „Neuen Sachlichkeit“. Neben Hans Philipp war auch der bedeutende Architekt Fritz Schopohl [7] beteiligt. Die neu aufgebauten Häuser auf allen vier Marktseiten ergaben ein geschlossenes Bild und waren für die damalige Zeit sehr modern. Auch andere Orte in Ostpreußen, wie z.B. Lyck, Tilsit, Gumbinnen und Ortelsburg waren schwer zerstört und mussten ab 1915 wiederaufgebaut werden [8] . Eine bildliche Darstellung dieses Ereignisses sind auch auf Serienscheinen der Stadt Neidenburg bekannt [9] . Der Kreis und die Stadt Neidenburg lag im äußersten Südwesten der Provinz Ostpreußen. Auch diese Serienscheine wurden 1921 durch Hans Philipp entworfen. Ein entsprechender Hinweis findet sich auf der Vorderseite der Serienscheine. Der 50-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Zerstörte Kirche“ nach dem Russeneinfall 1914. Der 75-Pfennig-Schein zeigt das Motiv „Zerstörter Stadtteil“ nach dem Russeneinfall 1914. Auch diese Scheine sind alle ohne Kontrollnummer und eine Auflagenhöhe ist nicht bekannt. Gedruckt wurden sie durch die Druckerei Hartung in Hamburg. Hans Philipp hat auch die Serienscheine zum 350. Stadtjubiläum von Angerburg entworfen. Weitere ostpreußische Serienscheine mit Motiven zu diesem Thema sind u.a.: Allenstein, Stadt: 10 Pfennig vom 1. April 1921, Vorderseite mit Porträts von Generalfeldmarschall von Hindenburg in der Mitte sowie dem General der Infanterie und Führer des I. Reserve-Korps von Below links und General der Artillerie und Führer des 20. Armeekorps von Scholtz rechts. Die Rückseite zeigt eine Szene zum "Brotbacken in Allenstein in der Nacht vom 27. zum 28. August 1914 für die Russen" vom sog. "Russenerker" des Allensteiner Rathauses. Domnau, Stadt: 25, 50 und 75 Pfennig vom 1. August 1921 zur Erinnerung an den Wiederaufbau der von den Russen kriegszerstörten Stadt. In Goldap wurden nicht nur Serienscheine verausgabt, sondern auch „richtiges“ Notgeld. Alle Notgeldscheine wurden durch die Kreissparkasse emittiert und vom Landrat gezeichnet. Folgende Ausgaben sind bekannt: 50 Pfennig vom 10. Mai 1917; [10] 20, 50 und 100 Mark vom 13. November 1918 bis 1. Februar 1919; [11] 100 und 1000 Mark vom 1. Oktober 1922; [12] 1 und 5 Millionen Mark vom 11. August 1923; [13] 10 Milliarden Mark vom 27. Oktober 1923. [14] Im Stempel immer mit der abweichenden Schreibweise „Goldapp“. Scheine von 1918 und 1922 kommen oftmals mit einer Aktenlochung vor. Bei Tieste ist unter Nr. 2325.10 eine Ausgabe eines Johann Metzdorf als zweifelhaftes Stück gelistet. Johann Metzdorf war Kaufmann in Goldap, weitere Erkenntnisse liegen nicht vor. Bliebe noch zu ergänzen, dass rund 30 Jahre später, 1944/45, der endgültige Verlust Ostpreußens erfolgte. Heute liegt die Stadt Goldap ( Gołdap) in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren . Die Stadt hat immer noch einen schönen Marktplatz, der deutlich die Handschrift aus der Wiederaufbauzeit von 1916 bis 1921 zeigt, sowie ein Gradierwerk am Goldaper See. Der nördliche Teil des ehemaligen Kreises Goldap liegt mit Gumbinnen in der russischen Exklave Kaliningrad (ehemals Königsberg i. Pr.). Ostpreußen – das Land der dunklen Wälder und kristallklaren Seen bzw. das heutige Ermland-Masuren ist eine Reise wert, fahren sie mal hin. Thomas van Eck Anmerkungen: "Münzen & Sammeln", Ausgabe April 2025, Seiten 12-15. https://www.goldap.de/patenschaftsmuse https://de.wikipedia.org/wiki/Goldap https://de.wikipedia.org/wiki/Kreis_Goldap Katalog Grabowski/Mehl: Deutsche Serienschein 1918-1922, Nr. 451.1 https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/deutsche-serienscheine-1918-1922 Vgl. u.a. https://mprove.de/chronolab/opendata/wmb/media/WMB_1919_20_11-12.pdf https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Schopohl https://www.bildarchiv-ostpreussen.de Katalog Grabowski/Mehl: Deutsche Serienschein 1918-1922, Nr. 932.3 und 932.4 Katalog Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 5+6: Deutsche Kleingeldscheine – Amtliche Verkehrsausgaben 1916-1922, Nr. G26.1 https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/deutsche-kleingeldscheine-amtliche-verkehrsausgaben-1916-1922 ; Katalog Tieste – Verkehrsausgaben 1915-1922; Nr. 2325.05 Katalog Geiger – Das deutsche Großnotgeld 1918-1921; Nrn. 187.01-03, https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/das-deutsche-grossnotgeld-1918-1921 Katalog Müller – Die Notgeldscheine der deutschen Inflation 1922; Nrn. 1805.1 - 2, https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/die-notgeldscheine-der-deutschen-inflation Katalog Keller – Das Notgeld der deutschen Inflation 1923; Nr. 1846.a, https://www.battenberg-bayerland.de/produkt/das-notgeld-der-deutschen-inflation-1923- Katalog Keller – Das Notgeld der deutschen Inflation 1923; Nr. 1846.b
- Vor 35 Jahren: Währungsunion ab 1. Juli 1990
„Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr.“ „Nach meiner Kenntnis ist das ... sofort, unverzüglich“ - mit diesen Worten zur neuen DDR-Reiseregelung läutete Politbüro-Sprecher Günter Schabowski am 9. November 1989 um 18.53 Uhr unfreiwillig das Ende der deutschen Teilung ein. Auch wenn die Grenzöffnung die Menschen in Ost und West gleichermaßen überraschte, war sie doch eine logische Konsequenz der Ereignisse in den Wochen zuvor. [1] Forderten die Demonstranten im Herbst 1989 noch politische Reformen, so waren schon bald auch Plakate mit Forderungen nach der deutschen Einheit und mit dem Slogan „Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh‘n wir zu ihr!“ zu sehen. In den ersten Monaten des Jahres 1990 trat die politische, soziale und wirtschaftliche Krise der DDR immer deutlicher zutage, der Arbeiter- und Bauernstaat war hoch verschuldet und bankrott. Nach der sozialistischen Planwirtschaft fehlte es in der DDR an allen Ecken und Enden. In der Staatskasse klafft ein riesiges Loch. Gleich nach dem Mauerfall war die D-Mark endgültig zum inoffiziellen Zahlungsmittel geworden. Der Umtauschkurs lag zeitweise bei 1:20. Ab Januar 1990 konnten DDR-Bürger bei der Staatsbank der DDR sogenannte Valutakonten zum offizielle Umtauschkurs von 1:5 eröffnen. Auf dem Schwarzmarkt bekam man eine D-Mark für acht bis zehn DDR-Mark. Allen Beteiligten war klar, dass etwas geschehen musste. Täglich verließen 2000 DDR-Bürger das Land in Richtung Westen. Zwar lehnte die Bundesregierung die direkte finanzielle Unterstützung der DDR-Regierung ab, aber am 6. Februar 1990 brachte Bundeskanzler Helmut Kohl gegenüber dem DDR-Ministerpräsidenten Hans Modrow [2] völlig überraschend das Thema einer Währungsunion ins Gespräch ein. Abb. 1.1: Staatsbank der DDR, 1971, 10 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Typensatz, Umlauf: 5. März 1975 – 30. Juni 1990. Abb. 1.2: Staatsbank der DDR, 1971, 10 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Computersatz, Umlauf: März 1985 – 30. Juni 1990. Abb. 1.3: Staatsbank der DDR, 1971, 10 Mark, Rückseite. Abb. 2.1: Staatsbank der DDR, 1971, 50 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Typensatz, Umlauf: 1. Juni 1973 – 30. Juni 1990. Abb. 2.2: Staatsbank der DDR, 1971, 50 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Computersatz, Umlauf: Januar 1986 – 30. Juni 1990. Abb. 2.3: Staatsbank der DDR, 1971, 50 Mark, Rückseite. Abb. 3.1: Staatsbank der DDR, 1975, 5 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Typensatz, Umlauf: 18. September 1979 – 30. Juni 1990. Abb. 3.2: Staatsbank der DDR, 1975, 5 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Computersatz, Umlauf: März 1987 – 30. Juni 1990. Abb. 3.3: Staatsbank der DDR, 1975, 5 Mark, Rückseite. Abb. 4.1: Staatsbank der DDR, 1975, 20 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Typensatz, Umlauf: 15. Januar 1976 – 30. Juni 1990. Abb. 4.2: Staatsbank der DDR, 1975,20 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Computersatz, Umlauf: Mai 1986 – 30. Juni 1990. Abb. 4.3: Staatsbank der DDR, 1975, 20 Mark, Rückseite. Abb. 5.1: Staatsbank der DDR, 1975, 100 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Typensatz, Umlauf: Oktober 1978 – 30. Juni 1990. Abb. 5.2: Staatsbank der DDR, 1975,100 Mark, Vorderseite, Kontrollnummer im Computersatz, Umlauf: Januar 1986 – 30. Juni 1990. Abb. 5.3: Staatsbank der DDR, 1975, 100 Mark, Rückseite. Kohls Alleingang löste in Ost und West Entsetzen aus. Im Westen fürchtete man die Plünderung des Bundeshaushaltes und im Osten die Zerstörung der eigenen Wirtschaft. Kanzleramtschef Rudolf Seiters wiegelt daher ab und erklärte: „Löhne, Gehälter, Stipendien, Mieten, Pachten und Renten sowie andere wiederkehrende Versorgungszahlungen zum Beispiel Unterhaltszahlungen werden im Verhältnis 1:1 umgestellt.“ Dies veranlasste Bundesbankpräsident Karl-Otto Pöhl [3] , oberster Währungshüter der Bundesrepublik, zu der folgenden Äußerung: „Das halte ich doch für sehr fantastisch, diese Ideen, und ich glaube, dass das eine Illusion ist, wenn man sich vorstellt, dass durch die Einführung der D-Mark in der DDR auch nur eines der Probleme, die die DDR hat, gelöst würde.“ Auch für dem Vize-Chef der Staatsbank der DDR, Edgar Most, glich der Umtauschkurs von 1:1 einem ökonomischen Selbstmord. Nach dem Wahlsieg der „Allianz für Deutschland“ bei der Volkskammer-Wahl und der erfolgreichen Regierungsbildung trafen sich Lothar de Maizière und Helmut Kohl am 23. April 1990 im Bundeskanzleramt in Bonn zu Gesprächen. Bereits am 18. Mai 1990 unterzeichneten Bundesfinanzminister Theo Weigel und sein DDR-Kollege Walter Romberg den Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschaft- und Sozialunion in Bonn. Bundestag und Volkskammer stimmten ihm am 21. Juni 1990 mit großer Mehrheit zu. Er gilt als der erste formale Schritt zur deutschen Wiedervereinigung. Zentraler Bestandteil des Vertrags war die Übernahme der D-Mark als alleinige Währung in der DDR. Nur sechs Wochen lagen zwischen der Unterzeichnung des Staatsvertrags und der Einführung der D-Mark. Wenig Zeit für die logistische Mammut-Aufgabe. Die Bundesbank lieferte aus ihren Reserven die notwendigen Banknoten und Münzen; allerdings reichten die Bestände an 5-DM-Münzen nicht aus. Die kurzfristige Beschaffung des notwendigen Münzmetalls, die Herstellung der Ronden sowie die Prägung war in so kurzer Zeit nicht möglich. Daher beschloss man bei der Bundesbank, entsprechende Banknoten drucken zu lassen. Jedoch waren die beiden westdeutschen Wertpapierdruckereien [4] mit der Herstellung der 100- und 200-DM-Noten der neuen Reihe BBk III, die im Herbst 1990 ausgegeben werden sollten, voll ausgelastet. So erteilte man gezwungenermaßen den Druckauftrag an die VEB Wertpapierdruckerei in Leipzig. Da der Serienbuchstabe B, mit dem die bisherigen 5-DM-Noten gedruckt wurden, bereits ausgeschöpft war und der Buchstabe C für die 10-DM-Noten reserviert war, erhielten die Scheine aus Leipzig den Kennbuchstabe R. „Insgesamt wurden rund 56,1 Mio. Stück (genau: 56.099.995) des Fünfers in Leipzig gedruckt. Die Nummerierung reicht von R 0000001 A bis R 61000000 F. Davon waren 683.000 Stück Austauschnoten mit den Nummern Y 1904001 A bis Y 2587000 A, die anstelle von Mangelexemplaren in die Herstellung einflossen.“ [5] Abb. 6.1: Deutsche Bundesbank, 2. Januar 1980, 5 DM, Vorderseite. Der Druck der Scheine mit der Kennnummer „R“ erfolgte in der VEB Wertpapierdruckerei der DDR in Leipzig. Abb. 6.2: Deutsche Bundesbank, 2. Januar 1980, 5 DM, Rückseite. In gepanzerten Fahrzeugen unter Polizeischutz wurden 460 Tonnen Banknoten im Wert von 27,5 Milliarden D-Mark über die noch bestehende innerdeutsche Grenze gebracht und in den 14 Zweigstellen der Staatsbank der DDR zwischengelagert. Mitarbeiter der westdeutschen Landeszentralbanken bezogen hier Quartier. Dem Vize-Bundesbankpräsidenten Tietmeyer bereitete die technische Umsetzung der Währungsunion kaum Sorgen, wohl aber die ökonomische Frage nach einem generellem Umtauschkurs. In einem vertraulichen Memorandum schlug die Zentralbank einen Umtauschkurs von DDR-Mark in D-Mark von 2:1 vor. Ansonsten könnte die Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft gefährdet werden und eine Inflation entstehen. Eigentlich hielt man in Frankfurt a. M. selbst diesen Kurs für zu hoch. Experten hatten einen Umtausch von 3,50 bis vier DDR-Mark in eine D-Mark vorgeschlagen. Der politisch gewünschte Kurs von 1:1 verstieß für Tietmeyer „gegen allen ökonomischen Verstand“ . Als der Plan der Bundesbank bekannt wurde, gingen Zehntausend Menschen in der DDR erneut auf die Straße. Daher entschied die Bundesregierung gegen den Rat der Ökonomen. Auch Theo Waigels Stufenplan blieb in der Schublade. Er sah für die Schaffung der Währungsunion einen Zeitraum von zwei bis acht Jahren vor. Schlange vor der Genossenschaftskasse im thüringischen Gera. Viele Bürger wollten sich bereits am 1. Juli 1990 einen Abschlag in D-Mark von ihrem Konto holen. Abb. Bundesarchiv Bild 183-1990-0706-400. In der Nacht auf den 1. Juli 1990 warteten Tausende DDR-Bürger auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz darauf, dass sich die Türen der neuen Zweigstelle der Deutschen Bank öffneten. Die Wartenden einte die Sehnsucht, unbedingt als Erste in den Besitz der begehrten D-Mark zu kommen. Denn um Mitternacht würde die Währung der DDR Geschichte sein. An ihre Stelle trat die Deutsche Mark. Alle, die in der Schlage standen, hatten in den Wochen zuvor ihr Bargeld bei Banken und Sparkassen eingezahlt und einen Antrag auf Umstellung des Kontos von DDR-Mark auf D-Mark gestellt. Für den Erstbedarf wurden auch sogenannte Auszahlungsquittungen ausgestellt, die aber nur bis zum 6. Juli 1990 gültig waren. Diese Auszahlungsquittungen berechtigten zur Auszahlung von bis zu 2.000 D-Mark pro Person. Ab der zweiten Woche sollte der Zahlungsverkehr dann wieder ohne Begrenzungen bei den Auszahlungen laufen. Abb. 7: Auszahlungsquittung, Vorderseite, Rückseite unbedruckt. Der allgemeine Umstellungssatz zur Währungsunion am 1. Juli 1990 betrug: 1:1. für Personen bis 14 Jahre für bis zu 2.000 Mark der DDR Kontoguthaben für Personen bis 60 Jahre für bis zu 4.000 Mark der DDR Kontoguthaben für Personen ab 60 Jahre für bis zu 6.000 Mark der DDR Kontoguthaben Soweit die Guthaben die bevorzugt umzustellenden Beträge überstiegen, erfolgte die Umstellung im Verhältnis 2:1. [Das führte zu Unmut, immerhin wurde so das Ersparte, die finanzielle Lebensleistung der DDR-Bürger, meistens fast halbiert. Viele schichteten eilig Geld auf Kinder oder Verwandte um, aber das konnte den Verlust und die damit verbundene Ernüchterung über die ersehnte Währungsunion nicht ausgleichen.] Guthaben, die nach dem 31. Dezember 1989 entstanden waren, wurden zu einem Umtauschkurs von 3:1 umgetauscht. Löhne, Gehälter, Renten, Mieten und Pachtkosten wurden im Verhältnis 1:1 umgestellt. Bankguthaben von natürlichen und juristischen Personen mit Wohnsitz außerhalb der DDR, die vor dem 31. Dezember 1989 entstanden, wurden im Verhältnis 2:1 umgestellt. Für Bankguthaben, die nach dem 31. Dezember 1989 entstanden, galt ein Umstellungsverhältnis von 3:1. Im Durchschnitt belief sich der Konversionssatz, bezogen auf alle bilanziell erfassten Forderungen und Verbindlichkeiten des Geld- und Kreditsystems der DDR, auf 1,8:1. Die Guthaben juristischer Personen oder sonstiger Stellen wurden ausschließlich im Verhältnis 2:1 umgestellt. Pfennigmünzen blieben noch ein Jahr länger gültig bis zum 30. Juni 1991. Abb. 8.1: Aufbausparbuch der Deutschen Sparkasse mit Eintragungen vom 31. Juli 1962 bis 5. Februar 1992. Abb. 8.2 Seite mit Umstellungsguthaben auf D-Mark. Feierten die DDR-Bürgern die Einführung der D-Mark mit Rotkäppchen-Sekt und Böllern, so kam die Ernüchterung schon bald. Der politisch durchgesetzte Umtauschkurs von weitgehend 1:1 gehörte zu den entscheidenden Gründen für den endgültigen Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft, neben der mangelnden Konkurrenzfähigkeit mit westlichen Produkten. Dem „Währungssilvester“ folgte ein langer und schmerzhafter Kater – übrigens für beide Teile des bald wiedervereinigten Deutschlands. Uwe Bronnert Anmerkungen Sie haben deutlich gemacht, dass das DDR-Regime politisch am Boden lag. Ab August flüchteten Tausende DDR-Bürger über die ungarische Grenze in den Westen, andere versammelten sich in den bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau. Hans Modrow [* 27. Januar 1928 in Jasenitz, Kreis Randow, Provinz Pommern; † 10. Februar 2023 in Berlin] war während der Wende und friedlichen Revolution vom 13. November 1989 bis zum 12. April 1990 der letzte Vorsitzende des Ministerrats der Deutschen Demokratischen Republik und somit Chef der Regierung. Diese Meinungsäußerung bezahlte Karl-Otto Pöhl mit seinem Amt – er trat nach der Währungsunion zurück, angeblich „aus persönlichen Gründen“. Bundesdruckerei Berlin und Giesecke & Devrient GmbH in München. Karlheinz Walz, 5-DM-Noten aus der DDR!, in: Münzen & Sammeln, September 2008, S. 149.
- Lexikon: Leinen-, Seidenscheine
Geldscheine aus Jute, Kattun, Leinen, Seide und Samt werden auch als Stoffscheine oder Stoffgeld bezeichnet. Aus der Literatur bekannt sind die chinesischen Seidenscheine aus dem 13. Jahrhundert. Die frühesten erhaltenen Stoffscheine stammen aus dem 19. Jahrhundert. China, Provinz Szetschuan, Szechuan-Shensi Provincial Soviet Workers and Farmers Bank: 3 Chu'an auf Leinen aus dem Jahr 1933. China: frühkommunistische Leinenscheine aus den 1930er Jahren, vor allem aus den Provinzen Schensi ( Shaanxi) und Szetschuan (Sichuan) Bielefeld, Stadtsparkasse: 25 Mark vom 15. Juli 1921 auf Leinen, Vorder- und Rückseite. Deutschland: viele Gemeinden im Elsass (Altenbach, Hüsseren-Wesserling, Malpersbach, Mitzach, Wesserling, Wildenstein) 1914, Scheine auf Kattun Kleingeldscheine vieler Gemeinden, Städte und Privatfirmen auf Leinen, Beispiel: Hohensalza 1916, Koschmin 1917, Lauenburg 1914, Ruda 1914, Wollstein 1914 zahlreiche Leinen-Lagerscheine, Beispiele: Altenau, Berxen, Bad Colberg, Halle, Karlsruhe Bielefelder Leinen-, Seiden- und Samtscheine Westfalen, Landesbank 1923: 4,20 Goldmark auf Leinen Deutsch-Südwestafrika: Swakopmunder Buchhandlung 1916 bis 1918: Gutscheine zu 10, 25 und 50 Pfennig sowie 1,2 und 3 Mark auf Leinen J apan: General Saigo Takamori im Bürgerkrieg 1877: 10, 20 und 50 Sen sowie 1, 5 und 10 Yen (Saigosatsu) Mexiko: Oaxaca, Tesoreria General de Estado 1915: 20 Pesos auf Leinen Österreich: Schluckenau (Böhmen) 1848: B. Conrads Söhne, 3 Kreuzer auf Kattun Unter-Kratzenau (Böhmen) 1848: J. Kratochwill, 2, 4 und 6 Kreuzer auf Kattun Russland: Lodz (Polen) 1862, L. Geyer: 15 und 50 Kopeken auf Kattun Beresovka 1917, Gefangenenlager: 5 und 10 Kopeken auf Baumwollstoff für Hemden Harbin, Sportklub 1917: 1, 2, 3, 5 und 10 Rubel auf Kattun Chiwa und Choresmische Republik 1918 bi1 1921: zahlreiche Seidenscheine, die wegen ihres bunten Drucks und ihres exotischen Aussehens sehr gesucht sind Südafrika, Upington Border Scouts: 2 Shillings vom 1. Februar 1902. Druck auf “Khaki Shirt»-Uniformrest, mit Dienstsiegel der Grenzbrigade und Unterschrift von Major Birbeck. Südafrika: Upington 1902: Hemdenstoffgeld Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 9: Notgeld der besonderen Art Geldscheine aus Stoff, Leder und sonstigen ungewöhnlichen Materialien 208 Seiten, Broschur, komplett farbig Format: 14,8 cm x 21 cm ISBN: 978-3-924861-93-3 Leseprobe
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Juli 2025, Teil 2
Dominikanische Republik, Guatemala, Westafrikanische Staaten (Mali) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Dominikanische Republik 50 Pesos Dominicanos von 2024 BNB B727g: wie BNB 727f (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 100 Pesos Dominicanos von 2024 BNB B728f: wie BNB 728e (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 200 Pesos Dominicanos von 2024 BNB B729f: wie BNB 729e (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 2000 Pesos Dominicanos von 2024 BNB B732f: wie BNB 732e (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Guatemala 100 Quetzales vom 15.03.2023 BNB B601p: wie BNB B601o (SCWPM 126), aber mit neuen Unterschriften (Monterroso/González), neuem DATUM (15 DE MARZO DE 2023) und Galaxy®-gefenstertem Sicherheitsfaden. Westafrikanische Staaten (Mali) 500 Francs CFA von 2024 BNB B120Dm: wie B120Dl (SCWPM 419D), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe D = Mali. 1000 Francs CFA von 2024 BNB B121Dx: wie B121Dw (SCWPM 415D), aber mit neuen Unterschriften (Coulibaly/Brou) und neuem Jahr (20)24 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe D = Mali. Donald Ludwig ( polymernotes.org ) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book )
- Warnmeldung: Seltene Probedrucke ukrainischer Banknoten aus dem Jahr 1920 verschwunden!
Folgenden Brief der Leipziger Münzhandlung erhielten wir über den Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels e.V. als Warnmeldung: „Sehr geehrte Damen und Herren, mit dieser E-Mail möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass zwei äußerst seltene ukrainische Geldscheine deutschlandweit und international zum Verkauf oder zur Einlieferung in Auktionshäusern und Münzhandlungen angeboten werden könnten. Diese befanden sich in einem Paket, das von uns mit Fed Ex aus Deutschland in die Schweiz versendet wurde und auf dem Weg verloren gegangen ist. Möglicherweise wurden die Stücke gestohlen und werden Ihnen angeboten. Es handelt sich hierbei um zwei äußerst seltene Geldscheine (siehe Bild) mit der Beschreibung: „Ukraine, 50 Hryven, 1920, 2 Stück. Eine Rarität der ukrainischen Banknotengeschichte. II, seltene, nicht ausgegebene Banknote. Zwei Probedrucke. Avers und Revers sind getrennt auf Wasserzeichenpapier (helle Kreuze) in der Wiener Staatsdruckerei gedruckt, 117 x 58 mm.“ Leipziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn e.K. Anmerkung Die seltenen Probedrucke könnten im Handel oder aber auch privaten Sammlern angeboten werden. Bitte wenden Sie sich umgehend an die folgende Adresse, sollten Sie die Scheine angeboten bekommen oder Kenntnis von deren Verbleib haben: Leipziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn e.K. Inhaber: Manfred Höhn Nikolaistraße 25, 04109 Leipzig Tel. +49 (0) 341 12 47 90 Fax: +49 (0) 341 211 72 45 eMail: info@leipziger-muenzhandlung.de Web: www.leipziger-muenzhandlung.de
- Leserpost: Protestaufdruck auf 50 Pfennig der Deutschen Notenbank von 1948
Sehr geehrter Herr Grabowski, angeregt durch Ihre zahlreichen Leserbrief-Antworten wende auch ich mich heute mit Bitte um Auskunft an Sie. Der als Kopie beigefügte 50-Pfennig-Schein der Sowjetischen Besatzungszone ist mit einem politischen Protestaufdruck (Druckkastenstempel) versehen. Ich habe davon drei Stück kurz nach der Wende in einem ganz billigen, kleinen, zusammengewürfelten Geldscheinposten auf einem der damals neue Flohmärkte in Ostberlin gekauft. Eine wertsteigernde Manipulation seitens des Verkäufers halte ich für ausgeschlossen, er hat die Stempel vermutlich garnicht gesehen, auch ich habe sie erst zuhause bemerkt. Ob ein Vorbesitzer "gebastelt" hat oder ein zeitgenössischer Protest vorliegt, ist also unklar. Ich glaube mich zu erinnern, dass die drei Scheine fortlaufende Nummern hatten. Einen habe ich damals mit der Bitte um Auskunft verschickt, aber nie eine Antwort erhalten und weis heute auch nicht mehr an wen. Der zweite Schein ist unauffindbar und der Dritte liegt Ihnen als Kopie vor. Meine Frage: Ist Ihnen so etwas schon begegnet oder ist Ihnen eine Veröffentlichung dazu bekannt? F. Heidenreich Antwort der Redaktion Da Geld schon aus seiner Bestimmung heraus von Hand zu Hand geht, eignet es sich in besonderer Weise als Träger von politischen Botschaften. Neben der typischen Propaganda insbesondere kommunistischer Diktaturen durch entsprechende Motive – denken wir zum Beispiel nur an Banknoten aus China oder Nordkorea – wurden Geldscheine auch immer wieder genutzt, um sie mit Propagandaaufdrucken, Stempeln oder auch handschriftlichen Zusätzen zu versehen, um so eine rasche Verbreitung der Botschaften zu erreichen. Selbst wenn Geld bereits ungültig ist, behält es doch rein äußerlich seinen typischen Geldcharakter, der durch seine Gestaltung erkannt wird. Ein wertloser oder auch geldähnlicher Propagandaschein erzeugt deshalb immer deutlich mehr Aufmerksamkeit und wird eher zur Kenntnis genommen, als ein beliebiges Flugblatt. In der Zeit der "Weimarer Republik" nutzten verschiedene rechte Parteien, darunter die NSDAP, wertlos gewordene Banknoten und Notgeldscheine der Inflation als Träger ihrer politischen Propaganda. Besonders bekannt sind die Scheine mit antisemitischen Aufdrucken aus dieser Zeit. Es gibt aber auch Scheine mit politischen Parolen linker Parteien. Ihr Schein der Deutschen Notenbank über 50 Pfennig aus dem Jahr 1948 wurde in der Sowjetunion gedruckt und war bis 1. Mai 1965 gültig. Er lief also über einen längere Zeitraum in der Sowjetischen Besatzungszonen (SBZ) und der DDR um. Der Aufdruck bzw. die Stempelung (wohl mit den Typen einer Kinderdruckerei erzeugt) bezieht sich auf die "Nationale Front". Gemeint ist hier die von der SED kontrollierte überparteiliche "sozialistische Volksbewegung" aller Parteien (Blockparteien) und gesellschaftlichen Organisationen (bis auf die christlichen), die über eine Einheitsliste ihre Kandidaten zu den "Wahlen" in der DDR aufstellte. Die Bürger hatten also nicht die Wahl zwischen verschiedenen Parteien, sondern konnten lediglich den vorgeschlagenen Kandidaten der "Nationalen Front" zustimmen, indem der Wahlzettel einfach gefaltet und in die Urne geworfen wurde, oder aber einzelne Namen streichen. Im Volksmund sprach man deshalb auch vom "Zettel falten" oder "Falten gehen" statt "Wählen", da bereits der Gang in eine Wahlkabine als verdächtig galt. Dadurch wird der Sinn der Protest-Botschaft Die "Nationale Front" – ein aufgelegter Wahlschwindel" klar. Die "Nationale Front" war übrigens keine Erfindung der DDR, sondern in allen kommunistischen Diktaturen zum Zwecke der "Gleichschaltung" üblich. Gegen das System gerichtete Propaganda bzw. Proteste wurden in der DDR scharf verfolgt. Man kann sich vorstellen, dass die Botschaft auf diesem Schein aus der Zeit des Volksaufstandes im Jahr 1953 stammen könnte. Hier wäre sogar eine Quelle aus Westberlin denkbar, natürlich mit dem Ziel der Verbreitung in der DDR, insbesondere Ostberlin. Diese These wird auch durch den Kauf auf einem Ostberliner Flohmarkt gestützt. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich in meiner Kindheit immer wieder mal Luftballons gesehen habe, die mit Propaganda aus Westdeutschland auf die Reise in der DDR geschickt wurden. Dagegen spricht allerdings die recht improvisierte Machart. Möglich, aber weniger wahrscheinlich, wäre auch eine Verbreitung im direkten Zusammenhang mit einer bevorstehenden Wahl in der DDR. Das war eine risikovolles Unternehmen, gerade in der Anfangszeit der DDR, in der auch schon mal protestierende "Nichtwähler" über Nacht in sowjetischen Speziallagern verschwanden, die zuvor als Konzentrationslager vom NS-Regime genutzt wurden, oder aber gleich in der UdSSR. Mir ist noch kein Schein mit exakt dieser Botschaft begegnet. Von einer modernen Manipulation gehe ich aber ebenfalls nicht aus. Ein spannendes Zeitdokument, das es verdient, für die Nachwelt aufbewahrt zu werden. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …" Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Driten Reichs Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-122-2 Auflage: 1. Auflage 2015 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 280 Preis: 29,90 EUR Zur Leseprobe Zum Buch
- 500 Jahre Deutscher Bauernkrieg – Aufstand der Entrechteten
1525: Eine Welt im Umbruch. Kirchen, Klöster und Burgen gingen in Flammen auf. Von Tirol bis an die Ostsee zitterten Adel und Klerus. Hunderttausende Bauern verließen ihre Höfe und bewaffneten sich – es war die größte Massenbewegung in Europa vor der französischen Revolution. Sie zogen aus, um dem feudalen System mit Leibeigenschaft, Abgaben und Frondiensten ein Ende zu setzen. Die Aufstände breiteten sich aus wie ein Feuer. Sie brachen spontan aus und organisierten sich selbstständig. Doch wie kam es zu dieser gewaltigen Rebellion? Abb. 1: Sammelbild aus der Reihe "Deutsche Kulturbilder", Bild 45 "Bauernkrieg": Schon im 15. Jahrhundert kam es in Deutschland zu Bauernaufständen, da Adel und Geistlichkeit oft maßlos hohe Abgaben und Frondienste verlangten. In den Fahnen führten die Bauern die Symbole ihrer Armut oder ihres Standes. Der "Bundschuh", der flache Lederschuh, ward zum Wahrzeichen jedes Bauernaufstandes. Auch Ritter wie Götz von Berlichingen und Florian Geyer kämpften für sie. Abb. auch "Deutsche Kulturbilder, Deutsches Leben in 5 Jahrhunderten 1400 – 1900" vom Cigaretten-Bilderdienst Altona-Bahrenfeld, Werk 9, herausgegeben 1936. Die erste Erhebung fand 1524 bei Stühlingen im Schwarzwald statt. Einer Legende nach mussten die Bauern dort die Ernte unterbrechen, um Schneckenhäuser und Beeren für die verschwenderische Fürstin zu sammeln. Die Bauern ließen sich das nicht gefallen. Die Proteste weiteten sich weiter von Oberschwaben bis nach Thüringen aus. In Memmingen wurden von Vertretern der Bauernhaufen die „Zwölf Artikel“ verfasst, die zum Manifest der Bauernaufstände wurden. Sie wurden als Flugschriften in sehr hoher Stückzahl verbreitet und gelten als erstes menschenrechtliches Dokument in Deutschland. Die darin geforderte Abschaffung der Leibeigenschaft wurde religiös begründet. Weil nur Gott der Herr ist, darf kein Mensch Herr eines anderen sein. Der Einfluss der Reformation auf die Bewegung war klar erkennbar. Seit Luthers Thesenanschlag 1517 hatte die Reformation langsam Fahrt aufgenommen. Wenige Jahre später veröffentlichte Luther die Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Der Wittenberger Reformator meinte die innere, geistige Freiheit. Der Ton war jedoch gesetzt: Freiheit und Gleichheit vor Gott – das ließ sich nur schwer mit der starren Ständeordnung vereinbaren. Luther selbst forderte Gehorsam und verwehrte sich gegen eine Vereinnahmung für umstürzlerische Zwecke. Längst jedoch wurde seine Botschaft in radikaler Weise weitergedacht, unter anderem von Thomas Müntzer. Der Allstedter Prediger verband apokalyptische Mystik mit den reformatorischen Ideen zu einer Theologie der Revolution. Bald rief Müntzer offen zum Umsturz auf. Damit traf er auf offene Ohren. Die Bauern und Handwerker waren unzufrieden. 1525 lag die Lebenserwartung nur bei etwa 35 Jahren, etwa ein Viertel der Kinder starb bereits im Kleinkind-Alter. Die sog. "kleine Eiszeit" verursachte Kälteeinbrüche und Missernten. Abb. 2: Deutsche Demokratische Republik, 20-Mark-Gedenkmünze zum 500. Geburtstag von Thomas Müntzer, Silber, ausgegeben am 12.1.1989. Abb. 3: Gegossene Bronzemedaille 1989 (v. W. Günzel) auf den 500. Geburtstag von Thomas Müntzer. Vorderseite: Brustbild mit Barett. Rückseite: „500. Geburtstag. Eine gantze Gemayn soll Gewalt des Schwertz haben. Das Volck wirdt frey werden und Got will allayn der Herr daruber sein. Thomas Müntzer 1989." Abb. 4: Güttler-Medaille "450 Jahre Bauernkrieg" von 1975, Stahl, geätzt, Durchmesser 60 mm. Pestwellen rollten über das Land. Der „gemeine Mann“ hatte durch ausufernde Abgaben an Adel und Klerus eine immense Belastung zu tragen, aber so gut wie keine sozialen oder politischen Rechte. Besonders brisant war die Lage in Thüringen, wo sich verschiedene Faktoren zu einer explosiven Mischung verbanden. Die Region war politisch zersplittert – ein Flickenteppich aus kleinen Territorien, dessen Herren besonders gierig nach Einnahmen waren. In dieses Feuer goss Thomas Müntzer mit bissigen Predigten Öl. In seiner berühmten „Fürstenpredigt“ versuchte Müntzer noch, den Kurfürsten Friedrich und seinen Bruder Herzog Johann für sich zu gewinnen. Die Fürsten aber blieben unbeeindruckt. Im Frühjahr 1525 explodierte die Lage in Thüringen dann endgültig. Müntzer musste Allstedt kurzzeitig verlassen und floh nach Mühlhausen, wo er Prediger in der Marienkirche wurde und gemeinsam mit dem protestantischen Prediger Heinrich Pfeiffer eine Art Revolutionsregierung einrichtete. Pfeiffer hatte in Mühlhausen bereits eine beachtliche Menge an Bauern und Handwerkern um sich gesammelt. Gemeinsam ließen sie den „Ewigen Rat“ wählen, der die Klöster der Stadt auflöste und deren Besitz in die Nutzung der Gemeinde verfügte. Abb. 5.1: Notgeld der Stadt Allstedt (Serienschein), 10 Pfennig, 1. Oktober 1921, Druck: Kunstanstalt Alfred Eisenach in Bürgel. Vorderseite: Thomas Müntzer aus Stolberg, Pastor von Allstedt, ‚Erzfanatiker‘ und Anführer des Bauernaufstandes, im Hintergrund die Hinrichtung Müntzers. Abb. 5.2: Rückseite: Thomas Müntzer zerstört mit den aufgewiegelten Bauern die Malterbacher Kapelle, unten Künstlersignatur Arno Grimm. Abb. 6.1: Notgeld der Stadt Mühlhausen in Thüringen, Serienscheine 6 x 50 Pfennig vom 1. Oktober 1921. Druck: Paul Fischer, Mühlhausen, einheitliche Vorderseite: wütender Bauer mit Spieß. Dieses Motiv wurde auch für Notgeldscheine in der Zeit der Inflation verwendet, darunter für 1-Mio-Mark vom 15. August 1923. Abb. 6.2: Rückseite: Heinrich Pfeiffer predigt zum Volk. Text: Heinrich Pfeiffer leitete den Bauernkrieg in Mitteldeutschland ein. Er trat 1523 auf den Bierruferstein vor der Marienkirche zu Mühlhausen und rief "Höret zu, ich will euch ein ander Bier verkündigen." Abb. 6.3: Rückseite: Übernahme der Regierung der Reichsstadt Mühlhausen. Text: Nach Unruhen, Aufläufen u. Plünderungen zwangen die "Acht Mann" den Bürgermeister Rodemann, das Regiment der Stadt in ihre Hände zu legen. Abb. 6.4: Rückseite: Zug von Thomas Müntzer von Mühlhausen nach Frankenhausen. Text: Thomas Münzer kam nach Mühlhausen, predigte u. hatte großen Zulauf. Aber nur 300 Mann folgten ihm nach Frankenhausen, wo das Bauernheer von den Fürsten gestellt wurde. Abb. 6.5: Rückseite: Letzte Predigt Müntzers vor der Schlacht von Frankenhausen. Text: Vor der Schlacht hielt Münzer eine lange Rede an die verzagten Bauern und sagte, er wolle alle kugeln mit seinen Ärmeln auffangen. Doch seine Worte konnten das furchtbare Schicksal der Bauern nicht aufhalten. Ihrer wurden mehr denn 5000 erschlagen. Abb. 6.6: Rückseite: Fürsten und vergeblich flehende Frauen. Text: Die Sieger nahmen Rache an dem wehrlosen Mühlhausen. Zwar zogen 2000 Mühlhäuser Frauen u. Jungfrauen in das Lager der Fürsten, taten einen Fußfall und baten um Gnade. Aber es war vergebens. Abb. 6.7: Rückseite: Aufgespießte Köpfe Pfeiffers und Müntzers vor den Toren der Stadt Mühlhausen. Text: Münzer u. Pfeiffer wurden neben vielen anderen mit dem Schwerte gerichtet, ihre Köpfe auf Spieße gesteckt und öffentlich ausgestellt. Besonders erfolgreich waren die Aufständischen beim Angriff auf Klöster und Adelssitze. Das Kloster Volkenroda wurde geplündert und zahlreiche Burgen erobert. Zeitweilig schien es, als könnten die Bauern tatsächlich die gesamte Region unter ihre Kontrolle bringen. Doch der Schein war trügerisch. Den Aufständischen fehlte es an militärischer Erfahrung und einheitlicher Führung. Ihre Erfolge beruhten hauptsächlich auf dem Überraschungseffekt und der anfänglichen Ratlosigkeit ihrer Gegner. Als sich die Fürsten zu sammeln begannen, änderte sich das Kräfteverhältnis schnell. Es gelang nicht, die Bauernhaufen zu ordnen und zu sammeln. Müntzer folgten nur 300 Mann aus Mühlhausen nach Frankenhausen, wo es zur Entscheidungsschlacht kam. Das lag nicht zuletzt daran, dass Martin Luther sich vehement gegen die Aufständischen aussprach. Wenige Tage vor der Schlacht in Frankenhausen veröffentlichte er die Schrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“. Er forderte darin die Fürsten direkt auf, die Aufständischen zu töten. Dies sei Gottes Wille. Luther dachte wohl, dass die Bauernhaufen ‚seine‘ Reformation gefährden, weil sie sich auf seine Schriften beriefen. Er fürchtete, dass er dadurch den Rückhalt der Fürsten verlieren könnte. Abb. 7.1: Notgeld der Stadt Frankenhausen, Serienschein zu 50 Pfennig, September 1921. Serie mit Scherenschnitt-Motiven zur Schlacht bei Frankenhausen (6 x 50 Pfennig), einheitliche Vorderseite. Abb. 7.2: Rückseite mit einer Szene aus der Schlacht bei Frankenhausen. Abb. 8: Die abgebildete Lanze aus dem Bauernkrieg war über Jahrhunderte auf einem Bauernhof in einem Dorf in der Nähe von Frankenhausen versteckt, weil nach der Schlacht Jagd auf bewaffnete Bauern gemacht wurde. Sie wurde erstmals 1975 in einer Ausstellung "450 Jahre Bauernkrieg" in Thüringen gezeigt. Die Bauern in Frankenhausen wurden von den fürstlichen Truppen völlig unvorbereitet getroffen. Die Schlacht wurde zum Blutbad, fast 6000 Aufständische fanden den Tod. Müntzer und Pfeiffer wurden gefangengenommen, gefoltert und hingerichtet. Auch die anderen Bauernhaufen in Oberschwaben, im Schwarzwald und in Tirol wurden blutig zerschlagen. Abb. 9: Staatsbank der DDR, Banknote zu 5 Mark von 1975, Musterschein mit Perforation "MUSTER", Vorderseite mit Porträt von Thomas Müntzer. Abb. 10: Deutsche Post der DDR, Briefmarke der Serie "Deutsche Patrioten" zum Bauernkrieg 1525 mit Darstellung von Thomas Müntzer und Bauern mit der "Bundschuhfahne" zu 12 Pfennig aus dem Jahr 1953. Abb. 11: Deutsche Post der DDR, Briefmarkenblock zum 450. Jahrestag des Deutschen Bauernkrieges von 1975 mit Werten zu 5, 10, 20, 25, 35 und 50 Pfennig. Abb. 12: Deutsche Post der DDR, Kleinbogen zur "Thoms-Müntzer-Ehrung der DDR 1989" mit Gedenkmarken zu 4 x 20 Pfennig. Szene aus dem Monumentalgemälde von Werner Tübke im Bauernkriegspanorama Frankenhausen mit Thomas Müntzer in der Schlacht bei Frankenhausen. Abb. 13: Denkmal für Thomas Müntzer in seiner Geburtsstadt Stolberg (Harz). Das historische Interesse an den Bauernkriegen war lange erloschen. Insbesondere im Geschichtsbild der DDR fand Thomas Müntzer jedoch einen besonderen Platz, nicht zuletzt weil Friedrich Engels die Aufstände als „großartigsten Revolutionsversuch des deutschen Volkes“ bezeichnet hatte. Müntzer wurde auf Briefmarken, Gedenkmünzen und Medaillen abgebildet. Das 450-jährige Jubiläum der „frühbürgerlichen Revolution“ wurde für ausgiebige Festlichkeiten genutzt. Sogar auf der ab 1979 gültigen 5-Mark-Banknote (Datierung von 1975) war Müntzer zu sehen. 1989, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer, wurde noch eine 20-Mark-Gedenkmünze auf den 500. Geburtstag von Müntzer ausgegeben. Elias Heindl Abbildungsnachweis: Abb. 1, 5-12: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte Abb. 2, 3, 4: Bildarchiv Battenberg Bayerland Verlag
- Lexikon: Ledergeld
In der chinesischen Literatur wird ein Ledergeld des Kaisers Wu (140 bis 86 v.u.Z.) erwähnt, das aus dem Leder weißer Hirsche hergestellt, bemalt und bestickt war. Es handelte sich aber wohl mehr um ein am Hofe benutztes Symbolgeld. Gedrucktes Ledergeld gab es erst im 19. Jahrhundert. Im Baltikum wurden zwischen 1810 und 1831 verschiedene Ausgaben bekannt: Dorpat, Stadt: 1813, 1814, 1818, 1831, 25 Kopeken, 1 und 2 Rubel; Pernau, Stadt: 1820, 1 Rubel; Reval, Stadt: 1820, 50 Kopeken; Werro: 1815, 50 Kopeken; Woisek, Spiegelfabrik: 1820, 1 Rubel. Ledergeld der Stadt Dorpat (Tartu im heutigen Estland) über 1 Rubel von 1813. Das noch in russischer Zeit in Alaska (Russisch-Amerika) 1818 bis 1825 ausgegebene Geld über 10, 25 und 50 Kopeken sowie über 1, 5, 10 und 25 Rubel bestand aus Seal-Leder (Leder aus Walross-Häuten). Russisch-Amerika: 1 Rubel (Одинъ Рубль.) o. D., Vorder- und Rückseite. Beispiele für gedrucktes Ledergeld des 20. Jahrhunderts sind in Deutschland: Pößneck, Stadt: 1923, die wohl bekanntesten Ausgaben von Ledergeld als Inflations- und wertbeständiges Notgeld; Borna, A. Goedel: 1923, Sohlenlederstücke in verschiedenen Größen und Werten als wertbeständiges Notgeld; Paderborn, W. Mosheim, Notgeldhaus: 1923, 250, 500 und 1000 Mark auf Glacéleder; Osterwieck, Stadt: 1922/23, die in vielen Sammlungen vorkommenden Scheine aus Glacéleder waren als "Bausteine" bezeichnete Quittungen und kein Geld im eigentlichen Sinne. Pößneck, Stadt: Ledergeld zu 5 Millionen Mark vom 11. August 1923 auf hellbraunem Schafsleder, Vorder- und Rückseite. Pößneck, Stadt: sog. Stiefelsohlengeld zu 50 Goldpfennig vom 27. September 1923 auf dem Schuhleder eines Herrenabsatzes. Osterwieck, Stadt: Baustein über 500 Mark vom 4. Dezember 1922 (1923) auf weißem Glacélader, Vorder- und Rückseite. Auch in den USA gab es Ledergeld: Albany (Oregon), Sterberg: 1933, 10, 25 Cents, 1 Dollar (gestempelte Lederstücke). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Hans Worbes, www.worbes-verlag.de
- Der große Geldraub - Die Währungsreform in der Tschechoslowakei im Juni 1953
Seit Gründung der Tschechoslowakei im Oktober 1918 wurden auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik vier Währungsumstellungen vorgenommen: Im März 1919, im November 1945, im Juni 1953 und schließlich im Februar 1993, als – nachdem sich die Tschechische und Slowakische Föderative Republik (ČSFR) Ende 1992 aufgelöst hatte und die beiden Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei entstanden waren - eine Separierung der tschechoslowakischen Währung in eine tschechische und eine slowakische Krone erfolgte. Im Rahmen einer Beitragsreihe sollen Ursachen, Hintergründe und die Durchführung der einzelnen Währungsumstellungen beleuchtet, und dabei natürlich auch Geldscheine vorgestellt werden, die im Rahmen dieser Umtauschaktionen ausgegeben wurden. Der vierte und letzte Teil der Reihe beschäftigt sich mit dem „großen Geldraub“ [1] – der Währungsreform im Juni 1953. Die Währungsreform vom November 1945 hatte die Währungsprobleme in der Tschecho-slowakei nicht lösen können. Die verfügbare Warenmenge blieb im Verhältnis zur umlau-fenden Geldmenge zu gering. Steigende Löhne, und selbst ein ab 1949 eingerichtetes System von Geschäften mit freien, gegenüber den staatlich festgelegten deutlich höheren Preisen für Textilien, Kosmetika und Lebensmittel, verbunden mit einem besseren Waren-angebot, konnte die verfügbare Geldmenge nicht ausreichend abschöpfen. Die Löhne stiegen weiter, die Preise im freien Markt zogen nach. Schlange vor einem Lebensmittelgeschäft (nationales Unternehmen), Prag 1948. Quelle: Archiv der ČNB . Die Notwendigkeit einer erneuten Währungsreform war daher bereits im Februar 1948 offensichtlich [2] , als die kommunistische Partei unter Klement Gottwald in einem Staatsstreich die Macht übernahm. Diese gestaltete innerhalb kurzer Zeit die tschechoslowakische Wirt-schaft in eine staatliche gelenkte Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild um. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg war die Gründung der Tschechoslowakischen Staatsbank [3] zum 1. April 1950, die am 3. Juli 1950 ihre Tätigkeit aufnahm [4] und auf die sowohl die Tätigkeit der Handelsbank, der Postsparkasse, der slowakischen Tatrabank als auch der bisher Banknoten emittierenden Tschechoslowakischen Nationalbank überführt wurde. Das Gesicht des Sozialismus machte auch vor den wenigen zwischen 1950 und 1953 ausgegebenen Geldscheinen nicht halt. So zeigen die Staatsnoten vom 1. Mai 1949 zu 20 Kronen eine Bäuerin in Tracht und die zu 50 Kronen vom 29. August 1950 einen Bergmann vor einer Förderanlage. Zahlreiche weitere Banknotenentwürfe in den Wertstufen 20, 100, 500 und 1.000 Kronen [5] im Stil des sozialistischen Realismus wurden nicht mehr umgesetzt und teilweise bereits gedruckte Scheine im Herbst 1954 vernichtet. Von der Banknote zu 100 Kronen vom 24. Oktober 1951 und der Staatsnote zu 20 Kronen vom 25. Februar 1953 sind nur wenige Originale der Vernichtung entgangen, für die heute hohe Preise gezahlt werden. Von beiden Scheinen gibt es von der tschechischen Wertpapierdruckerei STC für Sammler hergestellte Nachdrucke auf Wasserzeichenpapier, teilweise mit laufender Kontrollnummer. Achtung – es besteht Verwechslungsgefahr mit den seltenen Originalscheinen! Lesen Sie hier einen Beitrag zu den modernen Nachdrucken: https://www.geldscheine-online.com/post/offizielle-nachdrucke-von-nicht-ausgegebenen-banknoten-der-tschechoslowakei Banknote zu 10 Kronen Ausgabe 1953 (Vorderseite), russischer Druck. Pick 83a), Hejzlar 92a). Banknote zu 10 Kronen Ausgabe 1953 (Rückseite). Abbildung des Staatswappens. Während in der Wertpapierdruckerei der Staatsbank der Tschechoslowakei weiterhin an der Entwicklung neuer Geldscheine gearbeitet wurde, hatte die kommunistische Führung bereits entschieden, heimlich neue Geldzeichen für eine Währungsreform in der UdSSR herstellen zu lassen. Im Dezember 1952 beauftragte die Regierung des Č SSR den stellvertretenden Finanzminister Bohumil Suchard, unter strengster Geheimhaltung Verhandlungen mit der sowjetischen Wertpapierdruckerei Gosnak über den Druck neuen Banknoten zu führen. Der entsprechende Vertrag wurde am 10. April 1953 in Moskau unterschrieben, als der Druck der Scheine schon weit fortgeschritten war [6] . Die Scheine trafen am 24. Mai in der Č SSR ein, wo sie unter großer Geheimhaltung in Lagerhäusern des Militärs zwischengelagert wurden. Die Annäherung der tschechoslowakischen kommunistischen Partei an Moskau machte selbst vor dem Nominalen der im Offsetdruck auf Wasserzeichen gedruckten Geldzeichen nicht halt: Die Wertstufen entsprachen exakt denjenigen der russischen Rubelnoten. Erstmals wurden in der Tschechoslowakei Geldscheine zu 3 und 25 Kronen ausgegeben – Nominale, die es seit Gründung des Staates als Münzen oder Geldscheine nicht gegeben hatte. Man unterschied wieder zwischen Staatsnoten in den Wertstufen zu 1, 3 und 5 Kronen [7] , und Banknoten der Staatsbank der Č SSR in den Wertstufen zu 10, 25, 50 und 100 Kronen [8] . Die grafische Gestaltung der Staatsnoten und Banknoten ist oft als wenig ansprechend und „russisch“ kritisiert worden. Die Scheine sind jedoch grafisch ordentlich gemacht, zudem sind sie im Gegensatz zu den späteren Serien durchgehend zweisprachig in tschechischer und slowakischer Sprache. Die Noten zu 25, 50 und 100 Kronen zeigen auf der Rückseite mit Stadtansichten von Tábor, Banská Bistrica und Prag heimische Motive. Verantwortlich für die Gestaltung waren mehrere bei Gosnak beschäftigte Grafiker, u. a. der Chefgrafiker Iwan Iwanowitsch Dubasok [9] . Staatsnote zu 3 Kronen (Vorderseite), ausgegeben ab 1. Juni 1953. Gedruckt bei Gosnak. Pick 79a, Hejzlar 90a. Staatsnote zu 3 Kronen (Rückseite) - Abbildung Staatswappen. Die anstehende Währungsreform wurde am Samstag, den 30. Mai 1953 durch das Gesetz Nr. 41/1953 beschlossen, und durch eine Radioansprache vom Premierminister Viliam Široký am selben Tag verkündet. Der Geldumtausch wurde von Sonntag, den 1. Juni bis Mittwoch, den 4. Juni 1953 durchgeführt. Die Bevölkerung war völlig überrascht, zumal Staatspräsident Antonín Zápotocký in einer Radioansprache am Freitag, den 29. Mai 1953 noch behauptet hatte, eine Währungsreform sei nicht geplant [10] . Alle umlaufenden Geldzeichen – Scheine und Münzen – waren gegen die neuen in Moskau hergestellten Geldzeichen umzutauschen. Dabei wurde je Privatperson ein Betrag von bis zu 300 Kronen im Verhältnis 5:1 gegen neue Noten umgetauscht, der darüber hinausgehende Betrag im Verhältnis von 50:1. Für private Sparguthaben galten variable Umtauschsätze von 5:1 für Beträge bis 5000 Kronen, bis zu 31:1 für Beträge über 50.000 Kronen. Geldbeträge und Guthaben privater Firmen wurden generell im Verhältnis 50:1 umgestellt, während für staatliche Organisationen ein Umstellungs-verhältnis von 5:1 galt, ebenso wie für Löhne und Rentenzahlungen. Zugleich wurden alle noch blockierten Guthaben aus der Währungsumstellung vom November 1945 entschädigungslos gestrichen. Ebenso wurden sämtliche Staatsanleihen sowie Schuldverschreibungen und Hypothekenpfandbriefe von Banken für wertlos erklärt. Größere Geldvermögen in privater Hand wurden damit radikal enteignet, weshalb die Währungsreform von 1953 oft als „großer staatlicher Geldraub“ bezeichnet wird. Anstehen für den Währungsumtausch am 1. Juni 1953. Quelle: Archiv der ČNB. Zugleich verkündete die Regierung ein neues System festgelegter Preise für Handelswaren und Konsumgüter, die (nach Umstellung) etwa doppelt so hoch lagen wie die staatlichen Preise vor der Geldumstellung [11] . Von der Regierung wurde die Währungsreform als ein Schlag gegen Schieber und Spekulanten sowie zur Aufhebung der Rationierung für die meisten Waren als große soziale Leistung gefeiert. Es existieren zahlreiche zeitgenössische Fotos und Filme, die volle Schaufenster und gut gefüllte Warenhäuser zeigen. Die Realität muss anders ausgesehen haben, denn viele Konsumgüter waren durch das neue Preissystem für Durchschnittsverdiener unerschwinglich geworden. Man schätzt, dass der Lebensstandard der Bevölkerung durch die Währungsumstellung um etwa 15% zurückging. In Folge des rapiden Kaufkraftverlustes und der Entwertung von Sparguthaben kam es in den Folgemonaten zu zahlreichen Protesten, u. a. von Arbeitern der Š koda-Werke in Pilsen, die durch die Machthaber massiv unterdrückt wurden, zugleich aber zu Preissenkungen führten. Banknote zu 50 Kronen Ausgabe 1953 (Vorderseite), russischer Druck. Abgebildet ist das 1950 von Karel Pokorny geschaffene Denkmal "Brüderlichkeit", das auf dem Bahnhofsvorplatz von Česká Třebová (Böhmisch Trübau) aufgestellt ist. Es gilt als ein Musterbeispiel für die Kunstrichtung des sogenannten "Sozalistischen Realismus". Pick 85a) , Hejzlar 94a). Banknote zu 50 Kronen Ausgabe 1953 (Rückseite) - Ansicht von Banská Bystrica (Neusohl). Mit der Währungsreform von 1953 und der Einführung eines Systems staatlich gelenkter Löhne und Preise entkoppelte sich die tschechoslowakische Wirtschaft vollständig vom Preis als Indikator für Angebot und Nachfrage. Es entstand eine sozialistische Planwirtschaft, die auf Lenkung und Güterzuteilung nach Planvorgaben statt auf Angebots- und Nachfrageregulierung durch Preise setzte. Der Wechselkurs für die neue Krone wurde mit 7,20 Kronen je US-Dollar willkürlich festgelegt, und in den Folgejahren u. a. für den Tourismus sowie für Exporte immer wieder korrigiert. Es entstand eine für osteuropäische Planwirtschaften typische Mangel- und Fehlwirtschaft. Alte Banknoten am Umtauschtag - Quelle: Archiv der ČNB. Von den ab dem 1. Juni 1953 ausgegeben Geldzeichen gibt es zwei Varianten – einmal die bei Gosnak gedruckte Erstausgabe, zum anderen die in der Staatlichen Wertpapierdruckerei STC in Prag hergestellte Zweitauflage. Beide Serien unterscheiden sich durch die Ziffern der Nummerierung, sowie aufgrund der Serien. Varianten der Kontrollnummern am Beispiel der Staatsnote zu 3 Kronen - oben die Zifferntype der bei Gosnak gedruckten Scheine (Serien AA-CB und ZA-ZB), unten die bei der Staatlichen Wertpapierdruckerei STC in Prag hergestellte zweite Auflage (Serien HA - RV). Die in der Č SSR produzierten Scheine beginnen alle mit der Serie HA und folgende, während die Serien der bei Gosnak gedruckten Scheine mit den Buchstaben A und B sowie – bei den Reservenoten – mit dem Buchstaben Z beginnen [12] . Beide Varianten sind heute in kassen-frischer Erhaltung einfach zu bekommen; entsprechende Scheine stammen aus den Restbeständen der Staatsbank. Während die Staatsnote zu 1 Krone bereits 1960 aus dem Umlauf genommen wurde, blieben die Staatsnoten zu 3 und 5 Kronen bis 1972 gültig. Von diesen Scheinen gibt es eine Nachauflage mit Datum 1961, einer geänderten Staatsbezeichnung und dem Schaurand auf der linken statt auf der rechten Seite. Die Banknoten zu 10 bis 100 Kronen wurden zwischen 1962 und 1967 eingezogen. Sie erinnerten die tschechoslowakische Bevölkerung noch viele Jahre an den „großen Geldraub“, der im Prinzip eine Bankrotterklärung der sozialistischen Planwirtschaft war. Da die Č SSR als Mitglied des Internationalen Währungsfonds (IWF), dessen Gründungsmitglied sie 1945 gewesen war, durch die fehlende Vorabinformation über die Währungsumstellung an den IWF ihre Pflichten verletzte, wurde sie Ende 1953 als Mitglied suspendiert, was den Zugang des Landes zum internationalen Kapitalmarkt erheblich erschwerte. Erst 1990 trat die Tschechoslowakei dieser Organisation wieder bei. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen: So der Titel eines Buches von Zdenék Jirásek und Jaroslav Sula über die Währungsreform vom 1. Juni 1953, erschienen in Prag 1992. Die Situation war vergleichbar mit derjenigen in Österreich. Dort kam es nach der Einführung der Schillingwährung im Dezember 1945 nur drei Jahre später, im Dezember 1947, zu einer erneuten Währungsreform, verbunden mit einem Währungsschnitt von 3:1, der allerdings nur Bargeld und Kontoguthaben betraf. Löhne und Preise wurden nicht umgestellt. Durch Gesetz Nr. 31/1950 vom 9. März 1950. Verordnung des Finanzministeriums Nummer 383/1950 Zahlreiche Abbildungen von Entwürfen bei Tomsik, 100 Years of the Koruna, S. 247 ff. S. dazu Tomsik, a.a.O, S. 266 Hejzlar, Papirova platidla, 2. Auflage Prag 2022, Katalognummern 89-91, Pick 78-80 Hejzlar 92-95, Pick 81-86 Zu den Details Šustek, Neznámi autori československých papierových platidiel z rokov 1944, 1953 a 1961. Numizmatika 15 (1997), S. 80 – 89. Was fatal an den Satz von Ulbricht erinnerte, wonach „niemand die Absicht [habe], eine Mauer zu errichten“, den er in einer Pressekonferenz in Berlin-Ost am 15. Juni 1961 in Berlin sagte. Zwei Monate später hatte die DDR eine Mauer errichtet. Tomsik, a.a.O., S. 33. Nachweise der Seriennummern bei Hejzlar, a.a.O., S. 198 ff.
- Jemen: Eine neue 200-Rials-Banknote der Huthi
Die von den Huthi kontrollierte Zentralbank in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat am 16. Juli 2025 eine neue 200-Rials-Banknote eingeführt, doch die Zentralbank in der de facto Hauptstadt Aden hat diesen Schritt als illegal verurteilt. Die neue 200-Rials-Note ist auf Papier gedruckt und enthält viele der aktuellen internationalen Sicherheitsmerkmale, sie misst 155,2 mm x 76 mm. Auf der Vorderseite ist die Al-Janad-Moschee abgebildet, die sich 20 Kilometer nordöstlich von Taiz befindet. Sie ist die älteste erhaltene Moschee im Jemen und gilt als die erste, die im Land gebaut wurde. Im Jahr 6 des islamischen Kalenders (628 unserer Zeitrechnung) sandte der islamische Prophet Mohammed Muadh ibn Jabal als Religionslehrer in den Jemen, um dessen Bevölkerung die Vorschriften der Religion zu lehren. Der ließ die Al-Janad-Moschee erbauen, die damit eine der wichtigsten religiösen Stätten in der Provinz Taiz ist. Sie ist auch als Mu'adh-Moschee bekannt. Auf der Rückseite ist der Hafen von Aden abgebildet, der etwa 170 Kilometer östlich der Meerenge von Bab Al Mandeb liegt, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Er ist einer der größten Naturhäfen der Welt. Als wichtiger Ölspeicher und Tankstelle für Tanker war der Hafen in den 1950er Jahren nach New York der zweitgrößte Hafen der Welt für das Betanken von Schiffen. Die neue Banknote wird im folgenden Video (auf Arabisch) vorgestellt: Die von den Huthi kontrollierte Zentralbank in Sanaa behauptet, diese Ausgabe diene dazu, das Problem beschädigter Banknoten, insbesondere derjenigen mit einem Wert von 250 Rial und darunter, zu lösen. Nach der Ankündigung verurteilte die Zentralbank mit Sitz in Aden, die mit der international anerkannten Regierung verbündet ist, die neue Banknote als "schwerwiegende Eskalation" und warf der Gruppe vor, das von UN-Sondergesandtem Hans Grundberg vermittelte Abkommen vom Juni 2024 zu untergraben. "Ihr Versuch, die unverhohlene Plünderung des Kapitals und der Ersparnisse der Bürger fortzusetzen, ist Teil ihrer Bemühungen, ihre illegalen Netzwerke zu finanzieren, die ohne monetäre oder rechtliche Deckung mit großem Aufwand in Betrieb genommen wurden und sich auf Billionen Rial in der Landeswährung und Milliarden Dollar in Fremdwährungen belaufen", heißt es in der Erklärung der Zentralbank in Aden. Die Zentralbank in Aden warnte alle Bürger, Finanzinstitute, Banken und Geldwechselunternehmen davor, mit diesen "gefälschten" Banknoten einer "illegalen terroristischen Organisation" zu handeln. Sie forderte sie auf, solche Banknoten bei Finanztransaktionen nicht anzunehmen, um ihre Gelder zu schützen und Strafen für den Handel mit einer international als terroristische Organisation gelisteten Gruppe zu vermeiden. Sie warnte außerdem, dass jeder, der im Besitz dieser neuen Banknoten ist, sie verwendet oder mit ihnen handelt, mit Strafen rechnen muss. Die Bank fügte hinzu, dass sie mit verbündeten Ländern zusammenarbeite, um die Kanäle für Finanz- und Bankgeschäfte in den von den Huthi kontrollierten Gebieten zu regulieren. Kürzlich traf sich der Gouverneur der Zentralbank in Aden mit den Botschaftern der Europäischen Union im Jemen. Die Botschafter erkannten die in Aden ansässige Zentralbank als die einzige Institution an, die zur Ausgabe von legalem Zahlungsmittel im Land berechtigt ist. Donald Ludwig












