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  • Gibt es die ultimative Sammlung?

    Wie sammele ich richtig? Auf diese Frage gibt es nur eine klare Antwort: Jein! Jeder Sammler muss für sich entscheiden, was er sammeln möchte und natürlich, was sein Geldbeutel hergibt. Das Sammeln von Papiergeld stellt für viele einen kurzweiligen Zeitvertreib und eine willkommene Ablenkung vom Alltag dar. Andere betrachten ihr Hobby als mögliche Geldanlage. Aber Vorsicht! Um hierbei erfolgreich sein zu können, benötigt ein Sammler eine gehörige Portion Glück, ein feines Gespür für die Entwicklungen des Marktes und ein fundiertes Wissen, das man sich erst im Laufe eines Sammlerlebens erarbeiten muss. Leider wird man hierbei auch manches Lehrgeld zahlen. Aber zurück, wie sammelt man richtig? Als ich vor vielen Jahrzehnten als Jugendlicher begann Papiergeld zu sammeln, sagte mir ein alter, gestandener Sammler: „Junge kauf Dir lieber eine seltene, möglichst gut erhaltene Note, statt zehn oder mehr gebrauchte oder häufige Scheine. Der seltene oder kassenfrische Geldschein wird im Laufe der Zeit immer teurer oder ist später vielleicht gar nicht mehr zu beschaffen, während Du die häufigen oder schlecht erhaltenen dagegen auch weiterhin für wenig Geld bekommen wirst.“ Vergleicht man die Preise in den Verkaufslisten vergangener Jahrzehnte mit den heutigen Preisen bei Auktionen, so muss man anerkennen, dass der Sammler Recht behalten hat. Dennoch sollte man sich hüten, die Erhaltung als Maßstab aller Dinge zu machen. Natürlich lassen sich aktuelle oder häufige Ausgaben leicht in kassenfrischer Erhaltung bekommen, problematisch wird dies jedoch z. B. bei den Notgeldausgaben der deutschen Hochinflation oder bei den seltenen „antiken“ Geldscheinen des 18. und 19. Jahrhunderts, die häufig selbst in mieser Erhaltung nicht zu finden sind. Abb. 1: Mindmap: Ultimative Sammlung (Sammlungsaufbau). Für die meisten von uns älteren Sammlern begann ihre Sammelleidenschaft mit einem „Dachbodenfund“. In einer Schachtel befanden sich einige Münzen und Geldscheine, meist aus der Inflationszeit, die ggf. auch den einen oder anderen ausländischen Geldschein beinhaltete. Heute beginnen viele mit Banknoten, die als Restzahlungsmittel bei ihrem Auslandsurlaub übrigblieben. Meist wird zunächst alles aufgehoben, was als Papiergeld anzusehen ist. Doch schon bald stellt sich die Frage nach der systematischen Fortführung dieser Generalsammlung. Mancher Sammler ist bestrebt danach, aus jedem Staat der Erde einen Beleg zu erhalten, andere spezialisieren sich auf die Ausgaben eines Landes; die Notgeldemissionen einer Region, einer Stadt; eine bestimmte Notgeld-Epoche (z. B. 1914er Ausgaben, Verkehrsausgaben, Serienscheine usf.)[1]; eine bestimmte Wertstufe (z. B. nur Billionenscheine); ein bestimmtes Zeitfenster (Banknoten vor Reichsgründung, Besatzungsgeld aus dem Ersten Weltkrieg, Kriegsgefangenenlagergeld, Geld aus den Kolonien u. ä.); Briefmarkengeld oder Geldzeichen aus ungewöhnlichen Materialien, wie Stoff, Leder, Plastik (Polymer-Kunststoff) … Reizvoll kann auch eine Motivsammlung sein. Hier bieten besonders die deutschen Serienscheine mit ihren viele verschiedenen Abbildungen (Bauwerke, Landschaften, Sagen und Märchen, Tiere und Pflanzen, Handwerk und Industrie, historische Ereignisse und Persönlichkeiten …) schier unendlich viele Möglichkeiten, eine reichhaltige Sammlung aufzubauen. In diesem Zusammenhang lassen sich die Ausgaben häufig auch verschiedenen Künstlern und Druckereien zuordnen. Natürlich kann eine Motiv-Sammlung auch mit Banknoten aufgebaut werden, z. B. weisen viele Noten Abbildungen von Eisenbahnen, Schiffen, Flugzeugen, Tieren, historischen Gemälden oder Persönlichkeiten auf. Eine umfangreiche Sammlung lässt sich z. B. aus Geldscheinen zusammenstellen, die das Konterfeit der verstorbenen englischen Königin Elisabeth II. zeigen, die als am meisten abgebildete Person auf Geldscheinen überhaupt gilt.[2] Abb. 2: Bank of England, o. D., 10 Pounds, Vorderseite. Gerade die deutschen Reichsbanknoten und Notgeldscheine wurden nach ihrer Außerkurssetzung an Sammler abgegeben. Um Missbrauch auszuschließen, wurden sie oft auf verschiedene Arten entwertet (Stempel, Lochung, Abschnitte …). Auch hier findet sich ein interessantes und meist kostengünstiges Sammelgebiet.[3] Die Notenbank der Tschechoslowakei gab Restbestände ihrer Noten ab, die in Lochschrift (Perforation) mit „SPECIMEN“ oder „NEPLATNÉ“ gekennzeichnet sind. Abb.3: Stadtgemeinde Rastatt, 15. Oktober 1918, 20 Mark, Stempelentwertung: „Sammlerstück“, Vorderseite. Abb. 4: Stadt Mainz, 16. Oktober 1918, 10 Mark, Lochentwertung, Vorderseite. Ist erst einmal ein genügend großer Grundstock an Scheinen vorhanden, bietet sich oft die Gelegenheit zum Aufbau einer Spezialsammlung. Zum Beispiel lassen sich von der 1000-Mark-Reichsbanknote mit dem Ausgabedatum 15. September 1922 mehr als 6000 Varianten zusammentragen, die sich in Wasserzeichen, Papierfarbe, Firmenbuchstaben, Kontrollnummerngröße, Druckfehler … unterscheiden.[4] Abb. 5: Reichsbank, 15. September 1922, 1000 Mark, Wasserzeichen: Hakensterne, Firmenbuchstaben BB (Druckerei Büxenstein, Berlin), Vorderseite. Von diesem Schein gibt es 6000 Varianten! Jeder Sammler strebt nach einer möglichst „vollständigen“ Sammlung. Natürlich freut man sich, wenn man einen Neuzugang im Katalog abhaken kann. Es gibt jedoch Bereiche, die sich wegen der seltenen Angebote oder wegen hoher Preise kaum systematisch sammeln lassen. Ich denke hier an Musternoten, Fälschungen,[5] Propaganda-, Test- und Werbenoten u. ä. Anzumerken ist hier: Seltenheit ist nicht gleichbedeutend mit hohem Preis und umgekehrt ein hoher Preis steht nicht immer automatisch für Seltenheit. So können auch relativ häufige Noten teuer sein, wenn eine entsprechende Nachfrage nach ihnen besteht. Bei vielen Sammlern findet auch das Anstaltsgeld, Gefängnisgeld, Bettlergeld[6], Schwundgeld, Schiffsgeld, Unterstützungsscheine, Asylantengeld oder Regionalgeld kaum Beachtung. Möglicherweise liegt das daran, dass über diese Sondergeldformen bei den Sammlern immer noch zu wenig bekannt ist. Abb.6: Musternote, Staatsbank der DDR, 1975, 5 Mark, Vorderseite. Abb. 7: Werbenote der Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH, o. D., 3000, Vorderseite. Abb. 8: Gefängnisgeld, centre penitenciari d'homes (Barcelona), o. D., 500 Pesetas, Vorderseite. Abb. 9: Asylantengeld, Kreisverwaltung Erfurt-Land – Sozialamt –, o. D., 5 DM, Vorderseite. Abschließend noch ein Blick auf die zahlreichen geldähnlichen Druckerzeugnisse, wie Kreditscheine, Warengutscheine, Werbescheine Bedarfsdeckungsscheine, Gutscheine des Winterhilfswerks, Movie-/Theatergeld. Eine besondere Beachtung verdienen die Steuergutscheine. Mit ihnen zahlte die NS-Regierung zweitweise 40 Prozent ihrer Einkäufe. Abb. 10: Steuergutschein, Reichsminister der Finanzen, 24. März 1939, 5000 Reichsmark, Vorderseite. Seit geraumer Zeit werden auf der Auktionsplattform „ebay“ eine Unzahl von „Nachdrucken/Kopien“ von mehr oder weniger seltenen Geldscheinen angeboten. Statt hier meist minderwertige Tintenstrahl-Druckerzeugnisse zu erwerben, sollte man sich lieber für den Erwerb von Fachliteratur zur Notaphilie entschließen. Sie bildet nicht nur viele bei ebay angebotenen Geldscheine in besserer Qualität ab, sondern stellt auch Informationen zur Verfügung. Sie werden mir sicher beipflichten, erst wenn man über die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und historischen Hintergründe und Zusammenhänge einer Emission informiert ist, macht Sammeln Spaß. Überhaupt, auch die Banknoten-Literatur ist ein interessantes Sammelgebiet, das man nicht vernachlässigen sollte. Auch als Sammler gilt der Grundsatz: Nur wer informiert ist, kauft günstig. Zum guten Schluss: Denken Sie immer daran, Sie bestimmen was, in Ihre Sammlung gehört und nicht ein "Katalogmacher". Schaffen Sie Ihre eigene "ultimative Sammlung"! Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Uwe Bronnert, Deutsche Notgeld-Epochen, 11 Folgen in Münzen & Sammeln von März 2014 bis April 2015 [2] Uwe Bronnert, Congratulations Queen Elizabeth II. vom 8. Juni 2022. [3] Uwe Bronnert, Wertlos = wertlos? 4 Teile in: Münzen & Sammeln von Mai bis September 2008. [4] Uwe Bronnert, Der Giesecke-Tausender, Anmerkung zur Hilfsbanknote zu 1000 Mark vom 15. September 1922, in: Münzen & Sammeln, März 2017, S. 123 ff. [5] Uwe Bronnert, Papiergeldfälschungen, ein interessantes Sammelgebiet, 2 Teile in: Münzen & Sammeln von August und September 2021. [6] Uwe Bronnert, Von Bettlerschecks, Wohlfahrtsmarken, Fürsorgescheinen und anderen Geldzeichen für Bettler, in: < https://www.geldscheine-online.com/post/das-geld-der-armen-leute> vom 10. März 2021.

  • Die „Läden der Sehnsucht“ und die Jagd nach Devisen

    Geschichte der Schecks der forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H. Sicher, seit Überwindung der Nachkriegszeit musste in der DDR niemand mehr hungern. Zwar wurde in den 1950er Jahren das Warenangebot in den HO- und Konsum-Geschäften breiter und vielfältiger,[1] Bekleidung, Fahrräder, Radios wurden billiger und 1958 wurde auch die Rationierung der Lebensmittel beendet, jedoch konnte die DDR bei der Befriedigung weitergehender Konsum-Bedürfnisse ihrer Bürger mit der Bundesrepublik nicht Schritt halten. „Es gab alles – nur nicht immer, nicht überall und schon gar nicht, wenn man es brauchte. Mit Selbstversorgung, Schlangestehen, ‚Bückware‘[2] und Erfindungen mussten sich die Menschen in der DDR 40 Jahre lang mit der Mangelwirtschaft arrangieren. Deshalb galt als Lebensregel: Immer erst anstellen, dann fragen, was es gibt.“[3] Doch es gab auch Glücksmomente, wenn nach 15 Jahren Wartezeit für sage und schreibe 14.000 (Ost)Mark – also etwa 2 Jahresgehälter – endlich der langersehnte Trabant abgeholt werden konnte. Überhaupt mussten die DDR-Bürger bei hochwertigen Konsumgütern wie Fernsehern, Waschmaschinen oder Kühlschränken extrem lange Wartezeiten und hohe Preise in Kauf nehmen. Wer Westgeld besaß, konnte in den „Läden der Sehnsucht“ – sprich in den Intershops – fast alles kaufen und ersparte sich auch noch das Schlangestehen und die Rennerei. Da die DDR-Mark eine reine Binnenwährung war, mussten alle Waren, die im westlichen Ausland nicht über Tausch von Gütern oder Know-how erworben werden konnten, in frei konvertierbarer, „harter“ Währung bezahlt werden. Ein Teil der dringend benötigten Devisen sollte bei Besuchern und Transitreisenden aus dem westlichen Ausland abgeschöpft werden. Auf Weisung des Ministers für Verkehrswesen unterzeichneten am 14. Dezember 1962 Vertreter der „MITROPA“[4] und der „Deutschen Genußmittel GmbH“ den Vertrag zur Gründung der „Intershop GmbH“. Ihre erste Verkaufsstelle wurde auf einem S-Bahnsteig in Berlin-Friedrichstraße eingerichtet. Er war nur für Transitreisende zugänglich. Hier wurden gegen konvertierbare Devisen vorwiegend Zigaretten und Tabakwaren angeboten. Dabei lagen die Preise leicht unter denen in West-Berlin. Der daraufhin einsetzende „Zigarettenschmuggel“ rief natürlich den West-Berliner Zoll auf den Plan. Schon bald wurden Intershop-Verkaufsstellen an Autobahnraststätten, Grenzübergangsstellen und Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Flugplätzen eingerichtet. In den 1980er Jahren waren es mehrere hundert auf dem gesamten Gebiet der DDR. Auch das Sortiment wurde sukzessive ausgeweitet. Neben den Zigaretten und Tabakwaren traten Nahrungsmittel, Alkoholika, Kleidung, Spielwaren, Schmuck, Kosmetika, technische Geräte, Tonträger und andere Konsumgüter. Abb. 1: Hinweis auf Intershop-Verkaufsstelle. Ab 1974 erhielten auch DDR-Bürger Zugang zu den Intershop-Läden, vorausgesetzt sie verfügten über Westgeld. Seit Dezember 1973 erlaubte das Devisengesetz den DDR-Bürgern auch frei konvertierbare Valuta zu besitzen. Von nun an gab es quasi offiziell zwei Währungen im Land: Die DDR-Mark für die Masse der Bevölkerung und die D-Mark für die Privilegierten, z. B., weil man von den Verwandten im Westen D-Mark geschenkt bekam. Der Unmut in der DDR-Bevölkerung wuchs. In den Akten der Staatssicherheit finden sich zahlreiche Stimmungsbericht mit dem Tenor: „Früher galten Bürger mit Westverwandtschaft als verpönt, heute gelten sie als gute Bürger, weil sie dem Staat Devisen bringen.“[5] Auch die Verkäuferinnen, die in den Intershops arbeiteten, waren privilegiert; sie erhielten neben ihrem normalen Verdienst in DDR-Mark durchschnittlich monatlich 30 DM ausgezahlt. Alexander Schalck-Golodkowski war Leiter des geheimen Bereichs für Kommerzielle Koordinierung (KoKo) im Ministerium für Außenhandel und maßgeblich für die Beschaffung von Devisen zuständig. Unter seiner Regie erhielten die Intershop-Läden am 1. Januar 1977 eine neue Organisationsform, fast unbemerkt wurden sie zur „forum Handelsgenossenschaft“. Die „Aktuelle Kamera“ – Nachrichtensendung des Deutschen Fernsehfunks, vergleichbar mit der Tagesschau im Westen – verkündete am 16. April 1979: „Das Ministerium für Außenhandel der Deutschen Demokratischen Republik teilt mit, dass der Verkauf von Waren in den Einrichtungen des Außenhandels (Intertank, Genex, Intershop) an Bürger der DDR nur mit Scheck der Forum Außenhandelsgesellschaft mbH erfolgt. Die Mark-Wertschecks der Forum-Außenhandelsgesellschaft mbH können ab sofort mit der Einzahlung frei konvertierbarer Währungen bei Bankinstituten der DDR erworben werden.“[6] Um Waren des täglichen Bedarfs aus begehrten westdeutschen Produktionen wie Strumpfhosen, Originaljeans, Kaffee oder Legospielzeug in den 400 übers Land verteilten Intershops zu kaufen, mussten fortan Forum-Schecks bei Banken kostenfrei erworben werden: 1 DM = 1 Mark in Forumsscheck. Ihr Verkauf erfolgte „beleglos“, d. h. der Minister für Staatssicherheit verzichtete freiwillig auf die offizielle Überwachung von Devisenbesitz. Kunden aus dem nicht-sozialistischem Ausland konnten ihre Einkäufe auch weiterhin direkt mit Devisen im Laden bezahlen. Zur Ausgabe gelangten Schecks zu 50 Pfennig, 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Mark. Sie sind einheitlich gestaltet und unterscheiden sich nur in der vorherrschenden Farbe und Größe. Gedruckt wurden die Scheine auf Papier mit Wasserzeichen, das ein geometrisches Muster zeigt. Der sechsstelligen Kontrollnummer sind zwei Serienbuchstaben vorangestellt. Die Serienbuchstaben ZA bzw. ZB wurden bei Austauschscheinen verwendet. Schecks der Forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H. Abb. 2.1/2: forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H., 1979, 50 Pfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 3.1/2: forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H., 1979, 1 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 4.1/2: forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H., 1979, 5 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 5.1/2: forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H., 1979, 10 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 6.1/2: forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H., 1979, 50 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 7.1/2: forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H., 1979, 100 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 8.1/2: forum Außenhandelsgesellschaft m.b.H., 1979, 500 Mark, Vorder- und Rückseite. Die Forumschecks wurden bei Einkäufen wie Bargeld benutzt und es gab auch entsprechendes Wechselgeld zurück. Problematisch wurde es bei Intertank und Intershop, wenn Wechselgeld unter 50 Pfennig fällig wurde, dann gab es statt des Rückgelds kleine Schokoladentafeln, Gummibärchen oder Kaugummi auf die Hand. Bei der Jagd nach Devisen wurden alle ideologischen Bedenken über Bord geworfen. Für Westgeld gab es im Intershop alles; selbst Tiefkühlkost wurde aus West-Berlin geliefert. Zuletzt sorgten 700 Lieferanten aus dem „Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ für Nachschub in den Läden. „Die Umsätze der Handelskette waren enorm: Bereits in den 1970er Jahren wurden jährlich über eine Milliarde Mark umgesetzt. … Um die Bevölkerung ohne Zugang zu Valuta nicht zu verärgern, verzichteten die Intershops .. auf Schaufenster. Ebenso herrschte in den Verkaufsläden absolutes Fotografierverbot wie in militärischen Sicherheitsbereichen üblich.“[7] Mit dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR kam auch das Aus für die Forumschecks und Intershops sowie dem Genex-Geschenkdienst. In der Zeit vom 10. November 1989 bis 31. Mai 1990 konnten die Forumschecks gebührenfrei in den DDR-Wechselstellen der Staatsbank der DDR sowie der Kreditbank AG in DM zurückgetauscht werden. Bei Zahlung in den Intershops waren sie noch bis zum 30. Juni 1990 gültig. Bleibt noch anzumerken: Ab den 1960er-Jahren führten steigende Löhne bei gleichbleibenden, weil subventionierten Preisen für Miete, Grundnahrungsmittel und einfachen Konsumgütern bei vielen Haushalten zu erheblichen frei verfügbaren Geldmitteln, denen aber nur wenige kaufbare hochwertige Waren gegenüber standen. Um diese Kaufkraft abzuschöpfen, entstanden bereits 1962 auf Beschluss des Ministerrates der DDR Exquisit-Läden, in denen exklusive Bekleidungsartikel, Schuhe und Kosmetika zu überteuerten Preisen verkauft wurden. 1966 erweiterten die Delikat-Läden das Angebot an hochwertigen Lebens- und Genussmitteln. Im Sortiment fand man hier vieles, was sonst nicht zu erhalten war: Konserven mit Ananas, Pfirsichen oder Mandarinen, hochwertige Alkoholika aus westlicher und heimischer Produktion, edle Schokoladen oder seltene Fleisch- und Wursterzeugnisse in Dosen. Auch hier waren die Preise deutlich über dem gängigen Preisniveau. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Die 1945 gegründete Konsumgenossenschaft Konsum und die 1948 gegründete staatliche Handelsorganisation HO deckten ca. 77 Prozent des gesamten Einzelhandels- und Gaststättenumsatzes in der DDR ab. [2] Als Bückware bezeichnete man Dinge, die es in der DDR-Mangelwirtschaft nicht ausreichend gab, die man deshalb nur „unter dem Ladentisch“ bekam. (Anm. d. Verf.) [3] Einkaufen, tauschen, besorgen erfinden. (12.03.2023) [4] Die MITROPA (Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen-Aktien-Gesellschaft) wurde 1916 unter Beteiligung verschiedener Banken und Eisenbahngesellschaften der damaligen Mittelmächte gegründet. In den 1920er Jahren ging das Unternehmen fast vollständig auf die Deutsche Reichsbahn über. Nach 1945 wurde die MITROPA zwischen Ost und West aufgeteilt. In der Bundesrepublik gründete die Deutsche Bundesbahn (DB) als Nachfolgefirma die Deutsche Schlafwagen- und Speisewagengesellschaft (DSG) während in der DDR die Deutsche Reichsbahn (DR) die MITROPA weiterführte und das Tätigkeitsfeld auf den Betrieb der Bahnhofsgaststätten und Autobahnraststätten ausweitete. [5] Die Intershop GmbH: Zahlen mit den Forumschecks. (12.03.2023) [6] Zitiert nach: SWR2 Zeitwort – In der DDR wird der Besitz von Devisen verboten. (12.03.2023) [7] Läden und Kaufhäuser in der DDR. Die Intershop-Handelskette, (12.03.2023)

  • Lexikon: Funk, Walther

    Walther Funk als Reichswirtschaftsminister 1938, Porträtkarte mit Unterschrift. Walther Funk wurde 1890 im ostpreußischen Trakehnen (heute Russland) geboren. Von 1908 bis 1912 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften, Nationalökonomie, Musik und Literatur in Berlin und Leipzig. Sein Studium schloss er mit einer Promotion in Rechtswissenschaften ab. Von 1916 bis 1920 war er als Redakteur und Chefredakteur bei der Berliner Börsenzeitung tätig. 1928 bis 1930 war Funk geschäftsführendes Vorstandsmitglied der "Gesellschaft für deutsche Wirtschafts- und Sozialpolitik". 1931 wurde er Mitglied der NSDAP und arbeitete bis 1933 in verschiedenen Funktionen als deren Wirtschaftsberater. Im Oktober 1932 verfasste Funk gemeinsam mit Gottfried Feder des "Wirtschaftliche Aufbauprogramm der NSDAP". Von 1933 bis 1938 war Walther Funk Reichspressechef der Reichsregierung und von 1933 bis 1937 Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) und hier für Verwaltung und Presse zuständig. 1933 bis 1938 war er außerdem Vizepräsident der Reichskulturkammer (RKK). 1938 wurde Funk Reichswirtschaftsminister, das Amt übte er bis 1945 aus. 1938/39 war er Generalbevollmächtigter für die Wirtschaft und von 1939 bis 1945 Präsident der Deutschen Reichsbank. 1946 wurde er im Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozess zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, aber bereits 1958 wegen gesundheitlicher Probleme aus der Haft entlassen. Er starb 1960 in Düsseldorf. DEU-220b: Reichsbanknote zu 5 Reichsmark vom 1. August 1942 mit Unterschrift "Walther Funk", Vorderseite. Die Unterschrift von Walther Funk findet sich auf den deutschen Reichsbanknoten von 1939 (20 Reichsmark) und 1942 (5 Reichsmark). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Literatur: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 928 Preis: 39,90 Euro

  • Zum Geldwesen der von der Wehrmacht besetzten sowjetischen Gebiete, Teil 2

    Notenbank im Ostland Durch Befehl des Führers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht schied am 25. Juli 1941, mittags 12 Uhr das Gebiet westlich der Düna und nördlich der Linie Druja – Hatetai – Ranmiskes – Vistytis aus dem Operationsgebiet des Heeres aus und wurde dem Reichskommissar für das Ostland, Heinrich Lohse, unterstellt.[1] Das Reichskommissariat Ostland umfasste somit die drei ehemals baltischen Republiken und die von Weißruthenen (Belarussen) bewohnten Gebiete. Südlich davon schloss sich das Reichskommissariat Ukraine an. Abb. 1: Reichskommissariat Ostland, Quelle: (17.02.2023) CC BY-SA 3.0 File: Reichskommissariat Ostland Administrative.png Erstellt: 19. September 2008 Abb. 2: Map of the "Master Plan for the East" (Generalplan Ost) in May 1942 von John Nennbach (Ausschnitt). https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg#/media/Datei:Generalplan_Ost.svg Erstellt: 11. Mai 2013. Durch Deportation unerwünschter Bevölkerungsanteile, Eindeutschung rassisch akzeptabler Gruppen und Kolonisation germanischer Völker sollten die Reichskommissariate zu Bestandteilen des Großdeutschen Reichs werden. Nach dem Willen des Wirtschaftsstabes Ost und der Wirtschaftsinspektion Nord zogen die Reichskredit­kassen und alle in Betracht kommenden Kreditinstitute ab 1. September 1941 die Rubelzah­lungsmittel ohne öffentlichen Aufruf nach und nach aus dem Verkehr und ersetzten sie durch Reichskredit­kassenscheine. Die Rubelzahlungsmittel sollten von diesem Zeitpunkt an nur noch bei Klein­geldmangel ausgegeben werden.[2] Abb. 3.1/2: Reichskreditkassen, o. D., 50 Reichspfennig, Vorder- und Rückseite. Abb. 4.1/2: Reichskreditkassen, o. D., 1 Reichsmark, Vorder- und Rückseite. Abb. 5.1/2: Reichskreditkassen, o. D., 2 Reichsmark, Vorder- und Rückseite. Abb. 6.1/2: Reichskreditkassen, o. D., 5 Reichsmark, Vorder- und Rückseite. Abb. 7.1/2: Reichskreditkassen, o. D., 20 Reichsmark, Vorder- und Rückseite. Abb. 8.1/2: Reichskreditkassen, o. D., 50 Reichsmark, Vorder- und Rückseite. Das Reichsbankdirektorium in Berlin befasste sich im Herbst 1941 mit der Frage der Gründung von Notenbanken in den Reichskommissariaten. Am 4. November 1941 legte es dem Finanzministerium und dem Reichsminister für die besetzten Ostgebiete zwei Entwürfe einer Verordnung über die Errichtung einer Ostländischen Notenbank vor, die sinngemäß mit den Entwürfen für die Zentralnotenbank in der Ukraine übereinstimmen. In den Entwürfen heißt es in § 1: „Zur Sicherstellung des Wertes der Währung und zur Regelung des Geld- und Zahlungsverkehrs wird die Ostländische Notenbank [Zentralnotenbank Ukraine] mit dem (vorläufigen) Sitz in Riga [Rowno] errichtet.“ Nach § 12 bzw. 13 sollten die Banken das ausschließlich Recht erhalten, im Ostland auf ostländische Kronen und in der Ukraine auf Ostrubel lautende Banknoten auszugeben, die im jeweiligen Gebiet unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel sein sollten. Die umlaufenden Noten der Bank und die bei der Bank unterhaltenen Guthaben mussten jederzeit gedeckt sein, durch Forderungen aus Diskont- und Darlehnsgeschäften, Beständen an Wertpapieren, Reichsbanknoten, Reichskreditkassenscheinen, Guthaben bei der Deutschen Reichsbank, der Deutschen Verrechnungskasse und den Reichskreditkassen sowie Gold und ausländischen Zahlungsmitteln. Beide Banken sollten als juristische Person des öffentlichen Rechts errichtet (§ 2) und von einem Präsidenten und einem Vizepräsidenten geleitet und verwaltet werden (§ 3). Nach dem Entwurf A sollte das Präsidium der Bank aus den Reihen der einheimischen Bevölkerung besetzt und von einem Sonderbevollmächtigter der Reichsbank beaufsichtigt werden, wie dies bei der Emissionsbank in Polen der Fall war, während nach dem Entwurf B die Leitung „Reichsdeutschen“ vorbehalten blieb, wobei einer von ihnen vom Reichsbankdirektorium bestellt werden sollte. Am 12. Dezember 1941 berichtete Reichsbankdirektor Kretzschmann anlässlich einer Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen über seine Reise nach Riga. Zusammen mit Dr. Riehle habe er mit Reichskommissar Lohse über die Einführung einer neuen Währung im Ostland konferiert. Dabei sprach sich der Reichskommissar gegen die Schaffung einer Ostlandkrone aus, die eine halbe Reichsmark Wert sein sollte, da sich Preise und Löhne soweit stabilisiert hätten, dass die Einführung einer neuen Währung mit einer veränderten Währungsrelation nicht mehr möglich sei, ohne größere wirtschaftliche Störungen zu bewirken. „Er könne sich mit dem Gedanken einer neuen Emissionsbank und eigenen Ostlandwährung nur befreunden, wenn sie der RM im Verhältnis 1:1 gleichgesetzt werde. Wenn dies nicht möglich sei, so ziehe er den bisherigen Zustand vor.“[4] Auch kam der Reichskommissar auf den Umlauf der Reichskreditkassenscheine im Ostland zu sprechen. Er meinte, dass erhebliche Be­träge an Reichskreditkassenscheinen zu Warenkäufen verwendet und die Waren „außer Landes“ geschafft würden. Es wäre daher zu klären, ob die spätere Einlösung der umlaufenden Scheine nicht ganz oder zum Teil zu Lasten des Reichsfinanzministeriums gehen müsste. In Berlin beendete Reichsminister Rosenberg die Diskussion um die Notenbank im Ostland. Mit Verordnung vom 30. Juli 1942 schuf der Minister für die besetzten Ostgebiete die rechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung einer bodenständigen Notenbank im Reichskommissa­riat Ostland. Im Verwaltungsrat der Reichskreditkassen rechnete man, dass die Reichsdruckerei für die Herstellung der Ostlandmark-Noten sieben bis acht Monate benötigen würde, sodass mit ihrer Ausgabe frühestens im Frühjahr 1943 gerechnet werden könnte. Hinzu käme, dass die Druckerei eigentlich bereits mit dem Druck der Noten der Zentralnotenbank Ukraine stark belastet sei und daher mit weiteren Verzögerungen zu rechnen sei. Der Verwaltungsrat sprach sich dafür aus, den Druck von Ostlandmark-Noten aufzuschieben und die Reichskreditkassenscheine als Währung der Notenbank im Ostland beizubehalten. Die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen war bereit Reichskreditkassenscheine als Darlehn zum Vorzugszinssatz des Reiches von 1 % zur Verfü­gung zu stellen. Gleichzeitig wünschte der Verwaltungsrat der Reichskreditkassen eine möglichst schnelle Schließung der Reichskreditkassen im Reichskommissariat Ostland.[5] Obwohl die Verordnung zunächst nicht veröffentlicht wurde, machten Gerüchte über eine neue Währung die Runde. In Wilna hielt die Bevölkerung die Reichskreditkassen­scheine zurück, da sie mit neuem Geld einer Notenbank unter litauischer Oberhoheit und einem Um­tausch 2:1 rechnete.[6] Abb. 9: Latvijas Bankas, sog. "Befreiungsausgabe", Überdruck zum 1. Juli 1941 auf 100 Latu von 1939, Vorderseite. Die in Sammlungen vorkommenden lettische Banknoten mit dem Aufdruck „LATVIJA 1941. 1. JULIJS“,[7] stehen in keinem Zusammenhang mit den Überlegungen einer neuen Währung im Reichskommissariat Ostland. Der 1. Juli 1941 war der Tag der „Befreiung“ Rigas durch die deutschen Truppen und die Staatsdruckerei in Riga fertigte die Überdrucke bereits in der Zeit vom 7. bis 9. Juli 1941 an.[8] Mit ähnlichem Aufdruck existieren auch russische Briefmarken, die von der provi­sorischen Landespost bis November 1941 benutzt wurden.[9] Die breite Öffentlichkeit im Reichskommissariat erfuhr von den Währungsplänen durch einen Bericht der Deutsche Zeitung im Ostland vom 8. November 1942:[10] „Die Verhandlungen über die Errichtung einer Notenbank im Ostland laufen seit Monaten. Jetzt ist das Institut durch Verordnung des Reichsministers Rosenberg vom 30.7.1942, die im Verordnungsblatt des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete vom 4. November 1942 erschienen ist, errichtet worden. Gesetzlich ist die Notenbank im Ostland damit geschaffen worden, de facto allerdings bedarf es noch der Durchführung des Aufbaues dieses Institutes, wobei wir auf Grund der Informationen unserer Berliner Schriftleitung mitteilen können, daß die Notenbank auf der Basis der Reichskreditkassenscheine arbeiten wird. Auch der Präsident der neuen Notenbank ist noch nicht berufen worden. Nachdem die gesetzliche Grundlage für das Institut geschaffen worden ist, wird über kurz oder lang nunmehr mit seinem praktischen Aufbau zu rechnen sein. In der Verordnung heißt es, daß zur Sicherstellung des Wertes, der Führung und zur Regelung des Geld- und Zahlungsverkehrs im Ostland die Notenbank im Ostland mit dem Sitz in Riga errichtet wird. Die Bank darf Zweigniederlassungen unterhalten, die betriebsmäßig zusammengefaßt werden können. Die Bank ist eine juristische Person des öffentlichen Rechtes. Sie ist berechtigt, ein Dienstsiegel zu führen. Sie wird nach den Weisungen und unter Aufsicht des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete im Einvernehmen mit dem Präsidenten der deutschen Reichsbank von einem Präsidenten und einem Vizepräsidenten geleitet und verwaltet. Im Bedarfsfalle können Vertreter bestellt werden. Der Präsident und der Vizepräsident werden auf Vorschlag des Reichskommissars für das Ostland vom Reichsminister für die besetzten Ostgebiete ernannt. Sie können jederzeit unter Wahrung ihrer vertraglichen Ansprüche abberufen werden. Bei ihrer Ernennung, der Festsetzung ihrer Bezüge und ihrer Abberufung bedarf es des Einvernehmens mit dem Präsidenten der Reichsbank. Von der Bank kann ein Beirat bestellt werden, der die Aufgabe hat, die Leitung der Bank beratend zu unterstützen. Die Mitglieder des Beirates werden vom Reichskommissar für das Ostland bestellt und abberufen. Die Zweigniederlassungen der Bank werden von einem Direktor und dessen Stellvertretern geleitet und verwaltet. Sie werden vom Präsidenten der Bank bestellt. Die Verordnung klärt im übrigen die einzelnen juristischen Fragen. Die Bank ist befugt, folgende Geschäfte zu betreiben: Wechsel und Schecks zu kaufen und zu verkaufen, bei denen mindestens zwei als zahlungsfähig bekannte Verpflichtete haften. Die Wechsel sollen in der Regel vom Tage des Ankaufs gerechnet innerhalb von sechs Monaten fällig sein. Verzinsbare Darlehen gegen ausreichende Sicherheiten auf nicht länger als sechs Monate zu gewähren, Schatzwechsel und Schuldverschreibungen der Verwaltung des Ostlandes zu kaufen und zu verkaufen, Unverzinsliche – in Ausnahmefällen auch verzinsliche – Gelder im Giroverkehr oder als Einlage anzunehmen, Gold und andere Edelmetalle sowie Devisen zu kaufen und zu verkaufen. Dabei sind die Preise und Kurse zu berechnen, die bei der deutschen Reichsbank Anwendung finden, Bankmäßige Aufträge und Geschäfte aller Art nach vorheriger Deckung auszuführen, Wertgegenstände, insbesondere Wertpapiere in Verwahrung und Verwaltung zu nehmen. Schecks, Bankmandate und Akkreditive auszustellen und einzulösen. Andere Geschäfte als die oben genannten soll die Bank nur für Betriebszwecke oder zur Durchführung oder Abwicklung zugelassener Geschäfte vornehmen. Die Annahme von Wechseln ist der Bank untersagt. Die Bank ist von sämtlichen Steuern und Abgaben befreit. Der jährliche Reingewinn, der nach Vornahme der erforderlichen Abschreibungen und Wertberichtigungen verbleibt, wird einer gesetzlichen Rücklage zugeführt. Die Rücklage darf nur zum Ausgleich von Wertminderungen und zur Deckung von sonstigen Verlusten verwandt werden. Übersteigt die Rücklage fünf von Hundert des Notenumlaufes im Durchschnitt des vergangenen Jahres, so fällt der Reingewinn dem Reichskommissar für das Ostland als Haushaltseinnahme zu.“ Ganz ohne Einwände ging der Aufbau der neuen Notenbank nicht vonstatten. Die Reichskreditkasse Riga meldete an die Hauptverwaltung, dass die Notenbank im Ostland nicht begrüßt würde. Die Akzeptanz könne bei der Bevölkerung erhöht wer­den, wenn für die einzelnen baltischen Länder eigene Banknoten mit gleichem Wert und möglichst alter Währungsbezeichnung ausgegeben würden.[11] Am 1. April 1943 nahm dann die Notenbank im Ostland ihre Arbeit an 16 Orten auf. In Narwa, Reval, Pernau, Dorpat, Riga, Libau, Mitau, Dünaburg, Wolmar, Windau, Kauen, Wilna, Schaulen, Ponewesch, Minsk und Baranowitsche, übernahm sie die bestehenden Reichskreditkassen. Zum Präsidenten bzw. Vizepräsidenten wurden Reichsbankdirektor Dr. Paul Wennig und Direktor bei der Reichsbank August Schamberger ernannt.[12] Die Vorschriften für die Tätigkeit der Bank waren weitgehend dem Statut der Emissionsbank in Polen nachvollzogen. Insbesondere die Deckungsvorschriften stimmten mit denen der Emissionsbank fast wörtlich überein. Im Gegensatz zur Regelung im Generalgouvernement waren die Grundlasten mehr als Mittel zur Stärkung des Vertrau­ens in die neue Währung gedacht als zur Deckung einzulösender alter, wertlos gewordener Zah­lungsmittel. Der unmittelbare Zahlungsverkehr innerhalb des Reichskommissariats Ostland erfolgte ausschließlich in Reichsmark über das Filialnetz der Notenbank, der übrigen Kreditinstitute sowie dem Postscheckamt in Riga. Da das Reichskommissariat Ostland als eigenes Währungsgebiet galt, waren bei Zahlungen ins Deutsche Reich und den angegliederten Gebieten, den übrigen Nachbargebieten des Ostlands und dem Ausland die Regelungen der „Devisenordnung für das Ostland“ vom 26. März 1943 zu beachten. Die Zahlung von Warenlieferungen aus dem Reich war ohne devisenrechtliche Genehmigung möglich. Für andere Überweisungen ins Reich waren grundsätzlich Devisengenehmigungen notwendig, wenn sie die Freigrenze von 500 RM pro Person und Kalendermonat überschritten. Überweisungen wurden ausschließlich über das Konto der Notenbank bei der deutschen Verrechnungskasse in Berlin abgewickelt. Besondere Regelungen gab es im Verkehr mit den skandinavischen Ländern. Zwischen der Hansabank in Riga und der Kobenhavns Handelsbank in Kopenhagen sowie zwischen der Handels- und Kreditbank in Riga und Enskilda Bank in Stockholm waren private Verrechnungen möglich. Für den Reiseverkehr bestand darüber hinaus eine allgemeine Barfreigrenze von 10 RM pro Person und Kalendermonat.[13] Anlässlich des einjährigen Bestehens der Notenbank fand ein Betriebsappell statt. Hier zog Dr. Wening eine positive Bilanz der geleisteten Arbeit. Ebenso wie im Reich sei es auch im Ostland gelungen, die Währung stabil zu halten. U. a. führte er aus: „Phantasiepreise, wie sie hier und da am sogenannten schwarzen Markt für bestimmte Verbrauchsgüter genannt werden, müssen bei Betrachtung des allgemeinen Preisspiegels außer acht gelassen werden. Soweit sich infolge der kriegsbedingten Erhöhung des Geldumlaufes bei gleichzeitig schrumpfender Verbrauchsgütererzeugung ein Kaufkraftüberhang bildet, wird dieser Entwicklung auch im Ostland systematisch durch steuerliche Maßnahmen sowie durch Geldabschöpfung mittels Verkauf von Schatzanweisungen begegnet. Im Übrigen hält sich die Steigerung des Zahlungsmittelumlaufs im Ostland in durchaus vertretbaren Grenzen.“[14] Den zweiten Jahrestag sollte die Notenbank im Ostland in Riga nicht mehr erleben. Im Sommer 1944 begann auch im Baltikum der Rückzug der deutschen Wehrmacht. Am 24. Juni fielen Wilna (Vilnius) und Kauen (Kaunas) und bis zum 13. Juli war der Generalbezirk Litauen weitgehend geräumt. Am 22. September folgten Reval (Tallinn) und am 14. Oktober Riga. Die Verwaltung des Reichskommissariats wurde ab September zunächst nach Köslin in Hinterpommern verlegt und Anfang 1945 nach Frankfurt/Oder, Chemnitz und zuletzt Artern. Schließlich wurde am 21. Januar 1945 das Reichskommissariat Ostland förmlich aufgelöst. Bis zur Gesamtkapitulation am 8. Mai 1945 behaupteten sich deutsche Truppen im sog. Kurland-Kessel, und so blieben die Reichskreditkassenscheine hier weiterhin im Umlauf. Mit dem Zurückweichen der Ostfront war ein neues Phänomen zu beobachten. Die Reichskreditkassenscheine wurden im Reichskommissariat Ostland gegenüber der RM der Reichsbank etwa 30 % unterbewertet. Dies machte sich der Schwarzhandel zu nutze. Im nach dem "Polenfeldzug" 1939 neu entstandenen ostpreußischen Kreis Sudauen (vormals polnische Kreise Augustów und Suwałki des Bezirks Białystok) wurden beispielsweise 424.828 RM sichergestellt, die aus Polen und Litauen eingeschmuggelt und umgetauscht wurden. Die Schmuggler (Polen, Litauer und Reichsdeutsche) erhielten für ihre "Arbeit" etwa 5 % Provision.[15] „Über die Höhe des [Banknoten]-Umlaufs [im Ostland] fehlen nähere Unterlagen; es dürfte sich aber um Beträge han­deln, die an die Milliarden-Reichsmarkgrenze herankommen.“[16] Die Gewinn- und Verlust-Rechnung der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen vom 30. Dezember 1944 weist Zinserträge aus Darlehen an die Notenbank im Ostland in Höhe von 5.380.018,77 RM und für 1943 von immerhin 1.1091.843,21 RM aus.[17] In den Kassen der Notenbank im Ostland befanden sich am 30. Dezember 1944 noch Reichs­kreditkassenscheine im Wert von 10.682.657,50 RM.[18] Und was wurde aus der Notenbank im Ostland? Wie die Verwaltung des Reichskommissariats wurde die Verwaltung der Bank ins Reich zurückverlegt. Das Präsidium der Notenbank war in den Räumen des Bankvereins Artern noch bis zum Kriegsende mit der Abwicklung tätig.[19] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] S. Führer-Erlasse 1939 -1945, BdF und OBdW, betrifft: Aussscheiden von Gebietsteilen im Osten aus dem Operationsgebiet des Heeres und Einführung der Zivilverwaltung, vom 18.7.1941, Dokument 102, S. 190 f. [2] BA Berlin, R 29/223, TAO 113/41 vom 24.9.1941. [3] Angaben nach Hans-Ludwig Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine, 22. überarbeitete und erweiterte Auflage 2020/2021, Regenstauf 2020, S. 643 ff, Kat.-Nr. ZWK-1 – ZWK-6. [4] BA Berlin, R 29/3, Berichte über Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 12.12.1941. [5] BA Berlin, R 29/4, Berichte über Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 10.8.1942. [6] BA Berlin, R 29/160, Bericht der RKK Wilna an HV vom 22.8.1942. [7] A. Platbarzdis, Coins and Notes of Estonia, Latvia, Lithuania, Stockholm 1968, S. 70 ff. führt die folgenden Noten auf: Kat.-Nr. 184: 5 Lati, Wechselnote 1940, A 000000 Kat.-Nr. 185: 10 Latu, Staatsnote 1937, H 000000 Kat.-Nr. 186: 20 Latu, Staatsnote o. D., o. Serie Kat.-Nr. 187: 100 Latu, Latvijas Bankas 1939, B 000000, runder Guillochen-Aufdruck auf der linken Scheinseite und durchgehender waagerechter Aufdruck Kat.-Nr. 188: 100 Latu, Latvijas Bankas 1939, B 000000, nur runder Guillochen-Aufdruck Kat.-Nr. 189: 500 Latu, Latvijas Bankas 1929, A 094100 [8] Kristine Ducmane und Evalds Vecins, Nauda Latvija, hrsg. v. Latvijas Banka, o. O. 1995, S. 187 f. [9] Vgl. Michel Briefmarken-Katalog Deutschland 1984, München 1983, S. 532, Kat.-Nr. 1 - 6. [10] Die Notenbank des Ostlandes, Verordnung des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete. [11] BA Berlin, R 29/430, Schreiben RKK Riga an HV vom 25.2.1943. [12] „Dr. Wening, der aus der volkswirtschaftlichen Abteilung der Reichsbank hervorgegangen ist, war zuletzt Vorstandsbeamter bei der Reichsbankhauptstelle Wien. In den Jahren 1930 – 34 ist er durch erfolgreiche Arbeit im Ausland hervorgetreten. Direktor Schamberger kann ebenfalls auf eine vielseitige Tätigkeit in leitenden Stellungen der Reichsbank zurückblicken. Eine Reihe von Jahren war er ferner im Reichswirtschaftsministerium an maßgebender Stelle tätig. Seit Beginn des Ostfeldzuges war er in der Ukraine eingesetzt und hat dort den Neuaufbau der Bankenorganisation durchgeführt.“ Notenbank beginnt ihre Tätigkeit, Präsident ist Reichsbankdirektor Dr. Paul Wening, in: Deutsche Zeitung im Ostland vom 25. März 1943. [13] Dr. Wening, Notenumlauf ohne Rubel, 26 Filialen der Notenbank im Ostland – Der Zahlungsverkehr im rückwärtigen Heeresgebiet, in: Deutsche Zeitung im Ostland vom 1. August 1943. [14] Ein Jahr Notenbank im Ostland, in: Deutsche Zeitung im Ostland vom 2. April 1944. [15] BA Berlin, R 29/262, TAO 15/44 vom 5.2.1944, Bericht der Zollfahndungsstelle Königsberg/Pr. [16] Die faschistische Okkupationspolitik in den zeitweilig besetzten Gebieten der Sowjetunion (1941 - 1944), in der Reihe: Europa unterm Hakenkreuz. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938 - 1945), hrsg. v. einem Kollegium unter Leitung von Wolfgang Schumann und Ludwig Nestler, Berlin 1991, S. 596. [17] BA Berlin, R 29/199. [18] Ebenda, Aufstellung der Kassenbestände RKKS und neue Behelfszahlungsmittel der Deutschen Wehrmacht per 30. Dezember 1944. [19] https://arge-baltikum.de/estonia-60-de.shtml (16.03.2022)

  • Philippinen: Aktualisierte 50-Piso-Note zeigt neues Banklogo

    Mit der Jahresangabe 2023 erschienen neue 50-Piso-Noten der Bangko Sentral ng Pilipinas, die in ihrer Gestaltung mit den Vorgängernoten identisch sind. Der Unterschied der beiden Varianten liegt in einem kleinen Detail: Das Banklogo auf der Vorderseite wurde auf den aktuellen Stand gebracht. Das neue Logo, das eigentlich bereits Anfang 2021 eingeführt wurde, war bisher beispielsweise auch auf den 1000-Piso-Noten mit dem Jahr 2022 zu sehen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer

  • Das Geldwesen Serbiens während der deutschen Militärverwaltung 1941–1944

    In den deutschen Südosteuropa-Plänen nahm Jugoslawien wegen seiner geostrategischen und wirtschaftlichen Bedeutung eine herausragende Stellung ein. Nach dem Sieg der Wehrmacht über Frankreich nahm der politische Druck auf Jugoslawien stetig zu, sodass die jugoslawische Regierung am 25. März 1941 den Beitritt des Landes zum Pakt der Achsenmächte erklärte. Daraufhin putschten in Belgrad Offiziere und stürzten die Regierung Cvetković. Die neue Regierung unter General Dušan Simović und der junge König Peter II. schlugen sich auf die Seite der Alliierten. Am 6. April marschierten deutsche, italienische, ungarische und bulgarische Truppen in das Nachbarland ein. Gegen die Übermacht kapitulierte die königlich-jugoslawische Armee am 17. April 1941. Durch Proklamation der Achsenmächte vom 8. Juli 1941 wurde Jugoslawien zerschlagen und territorial neu geordnet. Über 35 % des 247.542 km² großen Staatsgebiets wurden von Deutschland, Italien, Ungarn und Bulgarien mehr oder minder offen annektiert. Nordwestslowenien (Krain, 9.620 km² mit etwa 775.000 Einwohnern) wurde de facto dem Deutschen Reich angeschlossen. Südslowenien sowie große Teile Dalmatiens (10.623 km² mit etwa 760.000 Einwohnern) fielen an Italien, außerdem kamen Montenegro und das Albanien zugesprochene Kosovo mit zusammen 28.000 km² und 1,23 Mio. Einwohnern ebenfalls unter italienische Herrschaft. Bulgarien erhielt den größten Teil Makedoniens und einen Gebietsstreifen in Ostserbien mit zusammen 29.000 km² und etwa 1,3 Mio. Einwohnern. Ungarn schloss die Murgebiete, Südbaranja und Backa (11.601 km² mit 1,145 Mio. Einwohnern) an, Gebiete, die es durch den Friedensvertrag von Trianon nach dem Ersten Weltkrieg verloren hatte. Bereits am 10. April proklamierte die klerikal-faschistische Ustascha-Partei, die höchstens 5 % der Einwohner politisch repräsentierte, den „Unabhängigen Staat Kroatien“. Die Okkupanten statteten Kroatien mit fast 40 % der Gesamtfläche Jugoslawiens (98.572 km² und 6,3 Mio. Einwohnern) aus, darunter auch Bosnien und Herzegowina. Deutschland und Italien steckten in Kroatien jedoch ihre Interessenzonen ab: Italienische Truppen besetzten die Adriaküste und die deutsche Wehrmacht das Hinterland. Das Westbanat geriet zu einem Zankapfel zwischen Ungarn und Rumänien. Ursprünglich hatte Hitler den Ungarn das Gebiet versprochen, jedoch drohte Rumänien mit dem Einsatz des Militärs, falls Ungarn das Gebiet besetzten würde. So blieb es zusammen mit Altserbien unter deutscher Militärverwaltung (60.976 km² und 4,45 Mio. Einwohner). Der „Befehlshaber Serbien“, General Heinrich Danckelmann, setzte hier eine Marionettenregierung unter General Milan Nedić ein, die nur geringe Befugnisse besaß. Karte: Aufteilung Jugoslawiens 1941 Quelle: Karl-Heinz Schlarp, Wirtschaft und Besatzung in Serbien 1941–1944, Ein Beitrag zur nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik in Südosteuropa, Stuttgart 1986, Karte 1. Der rasche Zusammenbruch Jugoslawiens führte zu einem währungspolitischen Chaos, das durch die bereits vorher herrschende Krise des jugoslawischen Kreditwesens verstärkt wurde. Als die jugoslawische Regierung 1939 begann, militärisch aufzurüsten, gelang es trotz mehrfacher Steuererhöhungen nicht, das Defizit im Staatshaushalt durch Kreditaufnahme bei den Banken zu decken. Seit der Agrarkrise von 1931/32, als die Bauern ihre Schulden nicht mehr tilgen konnten, litt die Funktionsfähigkeit des privaten Bankenapparates. Langfristige Moratorien mussten erlassen werden, die wiederum das Vertrauen in die Geldinstitute schwächten und zu einer übermäßigen Hortung von Zahlungsmitteln führten. Im September 1939 stand mehr als die Hälfte aller Privatbanken unter Moratoriums-Schutz. Im Dezember 1939 konnte die Regierung ihren Geldbedarf nur durch diskontierbare Verteidigungsbons bei der Notenbank decken. Die Gesamtverschuldung erreichte 1941 schließlich eine Höhe von 11 Mrd. Dinara. Der Banknotenumlauf erhöhte sich mit 20 Mrd. Dinara auf mehr als das Dreifache der für Jugoslawien normalen Summe und in den Tresoren der Nationalbank lagerten noch weitere 39 Mrd. gedruckte Dinara. Die Aufblähung der Geldmenge führte zu einem starken Preisanstieg. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht stieg die Geldmenge weiter an, da diese ihre Ausgaben mit den zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärten Reichskreditkassenscheinen beglich. Dabei entsprach eine Reichsmark 20 Dinara. Nach Beendigung der Kampfhandlungen verschlimmerten sich die Verhältnisse auch dadurch, dass eine Wanderbewegung der Bevölkerung einsetzte, in deren Verlauf zahlreiche Angehörige verstreuter jugoslawischer Volksgruppen in ihre Heimatorte zurückkehrten und dabei natürlich auch ihr Bargeld mitnahmen. Zudem waren größere Notenbestände geraubt worden. Die jugoslawische Regierung war geflohen und hatte den größten Teil der Gold- und Devisenvorräte rechtzeitig außer Landes in Sicherheit gebracht. Es gelang jedoch, „bis Ende April 1941 die verstreuten Lombard- und Clearingunterlagen sowie etwa vier Milliarden Dinarnoten, Klischees, Matrizen, Banknotenpapier und Notendruckmaschinen nach Belgrad zurückzubringen und den größten Teil des Personals, darunter die leitenden Direktoren der Jugoslawischen Nationalbank und der Staatlichen Notendruckerei, zur Rückkehr zu veranlassen“[1], sodass die alte Nationalbank auf Rechnung der noch zu gründenden Serbischen Nationalbank ihre Tätigkeit vorübergehend wieder aufnehmen konnte. „Nachdem der serbische Gebietsteil des ehemaligen jugoslawischen Staatswesens unter deutsche Militärverwaltung gestellt war, ergab sich für den vom Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches Hermann Göring eingesetzten Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft in Serbien Neuhaus die vordringliche Aufgabe, unverzüglich den Wiederaufbau der serbischen Wirtschaft … in Angriff zu nehmen.“[2] Die Wiederherstellung des Geld- und Kreditwesens war eine der vordringlichen Aufgaben. Mit Verordnung vom 25. Mai 1941 wurden vorübergehend die Bankkonten gesperrt. Dies sollte ein weiteres Anwachsen der Geldmenge und des Preisanstiegs verhindern. Auch sollten die Banken in die Lage versetzt werden, notwendige Kredite an die Wirtschaft gewähren zu können. Wegen fehlender anderer Geldzeichen blieben die bisherigen Dinara-Noten der Jugoslawischen Notenbank weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel, obwohl unklar war, welchen Wert sie überhaupt noch hatten und ob sie nicht ganz aus dem Verkehr gezogen würden. Die neuen Landesherren gingen schon bald daran, neue Landeswährungen zu schaffen [3]. In Serbien wurde durch Verordnung vom 29. Mai 1941 als neue Währungseinheit der Serbische Dinar (S. Din.) – eingeteilt in 100 Para – eingeführt. Auf dem Papier entsprach er 0,017921 g Feingold bzw. 1 g Feingold waren 55,8 S. Din. Der Scheidemünzen-Umlauf wurde auf 250 Dinara je Bürger begrenzt. Dabei durfte der serbische Staat papierenes Scheidegeld bis zu einem maximalen Betrag von 20 Dinara ausgeben. Der Außenwert der serbischen Währung wurde praktisch durch den Umrechnungskurs zur Reichsmark [1 RM = 20 Serbische Dinara] bestimmt [4]: 100 Lire = 262,00 S. Dinara 100 Lewa = 61,00 S. Dinara 1 US-$ = 50,00 S. Dinara 1 skr = 11,90 S. Dinara 1 sfr = 11,59 S. Dinara Banknoten der Narodna Banka Kraljevine Jugoslavije und Münzen des Königreichs Jugoslawien, die vorübergehend im Serbischen Staat gesetzliche Zahlungsmittel waren: Abb. 1.1: 10 Dinara, 22. September 1939, Vorderseite. Abb. 1.2: 10 Dinara, 22. September 1939, Rückseite. Abb. 2.1: 20 Dinara, 6. September 1936, Vorderseite. Abb. 2.2: 20 Dinara, 6. September 1936, Rückseite. Abb. 3.1: 50 Dinara, 1. Dezember 1931, Vorderseite. Abb. 3.2: 50 Dinara, 1. Dezember 1931, Rückseite. Abb. 4.1: 100 Dinara, 1. Dezember 1929, Fälschung, Vorderseite. Abb. 4.2: 100 Dinara, 1. Dezember 1929, Fälschung, Rückseite. Abb. 5.1: 100 Dinara, 15. Juli 1934, Vorderseite. Abb. 5.2: 100 Dinara, 15. Juli 1934, Rückseite. Abb. 6.1: 500 Dinara, 6. September 1935, Vorderseite. Abb. 6.2: 500 Dinara, 6. September 1935, Rückseite. Abb. 7.1: 1000 Dinara, 1. Dezember 1931, Vorderseite. Abb. 7.2: 1000 Dinara, 1. Dezember 1931, Rückseite. Abb. 8.1/2: 25 Para, 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 9.1/2: 50 Para, 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 10.1/2: 1 Dinar, 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 11.1/2: 2 Dinara, 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 12.1/2: 10 Dinara, 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 13.1/2: 20 Dinara, 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 14.1/2: 50 Dinara, 1938, Vorder- und Rückseite. Anstelle der liquidierten jugoslawischen Staatsbank nahm am 3. Juni 1941 die Serbische Nationalbank ihre Arbeit auf. Das Amt des Gouverneurs der neuen Notenbank übernahm Milan Radosavlijević. Er bekleidete diesen Posten bereits bei der Jugoslawischen Nationalbank. Ihm wurde als kommissarischer Beauftragter des Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft Reichsbankdirektor Söngen zur Seite gestellt. Aufgabe der Serbischen Nationalbank war, für die Erhaltung des Wertes der neuen Währung mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu sorgen, das gesamte Geldwesen entsprechend den von der Militärverwaltung erlassenen Bestimmungen zu ordnen und zu überwachen und für volkswirtschaftlich gerechtfertigte Zwecke kurzfristige Kredite bereitzustellen. Als Staatsbank war sie alleine berechtigt, auf „Serbische Dinara“ lautende Banknoten auszugeben. Sie war eine öffentliche Anstalt in Form einer Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 100 Mio. Dinara, eingeteilt in 10.000 Aktien zu 10.000 Dinara. „Außer dem Gouverneur und dem deutschen Kommissar war ein aus sechs Vertretern der serbischen Wirtschaft bestehender Verwaltungsrat als beratendes Organ sowie ein Überwachungsausschuß aus drei ‚Zensoren‘ vorgesehen. […] Für die in Verkehr gebrachten Banknoten war eine Deckung durch Forderungen aus Diskont- und Darlehensgeschäften, durch einen festen Bestand an verkaufsfähigen Wertpapieren sowie durch Vorräten an Gold und ausländischen Zahlungsmitteln sowie Guthaben bei ausländischen Zentralbanken vorgeschrieben. Als Deckung für die sich aus dem Umtausch oder der Umstellung der Noten und Giroguthaben der alten Nationalbank ergebenden Verpflichtungen mußte die serbische Regierung Staatsschuldverschreibungen zur Verfügung stellen.“[5] Am 1. Juni 1941 nahm die neue Notenbank ihre Arbeit auf. Die 4. Durchführungsverordnung zur Verordnung über das serbische Notenbankwesen vom 29. Mai 1941 verlangte den Umtausch der in Serbien umlaufenden Banknoten der Jugoslawischen Nationalbank in neue serbische Banknoten. Dies war umso dringender, da sich von Tag zu Tag die Gefahr vergrößerte, dass aus anderen Landesteilen das alte Geld eingeschmuggelt werden konnte. Aus drucktechnischen Gründen wurde der Umtausch zunächst auf die großen Abschnitte zu 1000 Dinara beschränkt. Hierfür wurden noch nicht emittierte 500-Dinara-Noten mit dem Ausgabedatum vom 6. Mai 1939 aus den Reservebeständen der Jugoslawischen Nationalbank mit einem gut gesicherten Überdruck und neuem Datum – 1. Mai 1941 – versehen. Der Einzug der alten 1000-Dinara-Noten erfolgte in der Zeit vom 4. bis 11. Juni 1941 im Verhältnis 1 zu 1. Allerdings war ein Umtausch nur bis zu einem Betrag von 20.000 Dinara möglich. Für darüber hinausgehende Beträge wurden Empfangsbescheinigungen ausgestellt, die bis 19. Juli eingelöst werden sollten. In der Zeit vom 1. bis 10. Juli 1941 folgte der Einzug der alten Noten zu 100 und 500 Dinara. Als Ersatz dienten Restbestände der alten 100-Dinara-Noten vom 1. Dezember 1929 mit dem Kopfwasserzeichen König Alexander I., die einen entsprechenden Aufdruck erhielten. Erst ab 4. Dezember 1941 wurden dann neue Noten zu 500 Dinara emittiert. Der Druck der kleinen Stücklungen von 10, 20 und 50 Dinara, von denen die meisten Scheine benötigt wurden, erforderte die längst Zeit. Ihre Ausgabe begann am 15. Oktober 1941 und der Einzug der alten Noten erfolgte in der Zeit vom 10.–21. November 1941. Die neue 10-Dinara-Note fußte auf der alten Ausgabe. Während die Vorderseite zum Teil neu gestaltet wurde, brachte man auf der Rückseite einen entsprechenden Überdruck auf. Am 19. März 1942 verloren auch die jugoslawischen Silber-Münzen zu 50 und 20 und die Nickel-Münze zu 10 Dinara ihre gesetzliche Zahlungskraft, desgleichen am 1. Januar 1943 auch die Aluminiumbronze-Münzen zu 50 und 25 Para sowie zu einem und zwei Dinara. Die eingezogenen Münzen stellten eine willkommene Rohstoffreserve für die deutsche Kriegswirtschaft dar. Als Ersatz wurden Zink-Münzen zu 50 Para sowie 1, 2 und 10 Dinara ausgegeben. Hierbei handelt es sich um französische Prägungen, d. h. die Rückseite der Münze ist zur Vorderseite um 180° gedreht. Abb. 15.1/2: 50 Para 1942, Zink, Vorder- und Rückseite. Abb. 16.1/2: 1 Dinar, 1942, Zink, Vorder- und Rückseite. Abb. 17.1/2: 2 Dinara, 1942, Zink, Vorder- und Rückseite. Abb. 18.1/2: 10 Dinara, 1943, Zink, Vorder- und Rückseite. In den folgenden zwei Jahren kamen noch vier weitere Noten zur Ausgabe: Am 26. Juli 1943 eine Note zu 100 Dinara (Ausgabedatum: 1. Januar 1943); es folgten am 28. Juli 1944 Noten zu 50 Dinara [6], am 1. September 1944 zu 500 Dinara und schließlich am 26. September 1944 zu 1000 Dinara, alle datieren vom 1. Mai 1942. Mit gleichem Datum waren auch Noten zu 20 und 100 Dinara in der staatlichen Notendruckerei „ZIN“ gedruckt, aber nicht (mehr) ausgegeben. Tabelle: Die Noten der Serbischen Nationalbank (Srpska Narodna Banka). Abb. 19.1: 10 Dinara, 1. Mai 1941, Vorderseite. Abb. 19.2: 10 Dinara, 1. Mai 1941, Rückseite. Abb. 20.1: 20 Dinara, 1. Mai 1941, Vorderseite. Abb. 20.2: 20 Dinara, 1. Mai 1941, Rückseite. Abb. 21.1: 100 Dinara, 1. Mai 1941, Vorderseite. Abb. 21.2: 100 Dinara, 1. Mai 1941, Rückseite. Abb. 22.1: 1000 Dinara, 1. Mai 1941, Vorderseite. Abb. 22.2: 1000 Dinara, 1. Mai 1941, Rückseite. Abb. 23.1: 50 Dinara, 1. August 1941, Vorderseite. Abb. 23.2: 50 Dinara, 1. August 1941, Rückseite. Abb. 24.1: 500 Dinara, 1. November 1941, Vorderseite. Abb. 24.2: 500 Dinara, 1. November 1941, Rückseite. Abb. 25.1: 50 Dinara, 1. Mai 1942, Vorderseite. Abb. 25.2: 50 Dinara, 1. Mai 1942, Rückseite. Abb. 26.1: 500 Dinara 1. Mai 1942, Vorderseite. Abb. 26.2: 500 Dinara, 1. Mai 1942, Rückseite. Abb. 27.1: 1000 Dinara, 1. Mai 1942, Vorderseite. Abb. 27.2: 1000 Dinara, 1. Mai 1942, Rückseite. Abb. 28.1: 100 Dinara, 1. Januar 1943, Vorderseite. Abb. 28.2: 100 Dinara, 1. Januar 1943, Rückseite. Abb. 29.1: 20 Dinara, 1. Mai 1942, nicht ausgegeben, Vorderseite. Abb. 29.2: 20 Dinara, 1. Mai 1942, nicht ausgegeben, Rückseite. Abb. 30.1: 100 Dinara, 1. Mai 1942, nicht ausgegeben, Vorderseite. Abb. 30.2: 100 Dinara, 1. Mai 1942, nicht ausgegeben, Rückseite. Als während des Krieges die alliierten Luftangriffe auf Berlin zunahmen, bemühte sich die Direktion der Reichsdruckerei vorsorglich für den Fall einer durch Bombenschäden verursachten Betriebsstilllegung um Ausweichquartiere. Nicht nur die Reichsdruckerei in Wien, sondern auch die Staatsdruckereien in Belgrad, Athen und Warschau standen zur Debatte [7]. Insgesamt wurden in Serbien 7,2 Mrd. jugoslawische Dinara durch Noten der Serbischen Nationalbank ersetzt [8]. Die inflationstreibenden Geldforderungen des serbischen Staates und des Deutschen Reichs standen in einem Missverhältnis zur Wirtschaftskraft des Landes. Die Finanzierung über die Notenpresse führte zu einem starken Anwachsen des Notenumlaufs. Veränderung des Notenumlaufs [9] Nach dem Umsturz in Rumänien (23. August 1944) zeichnete sich im Sommer 1944 die kommende deutsche militärische Niederlage ab. Der Rückzug der Wehrmacht war noch im Gange, als am 20. Oktober 1944 Titos Partisanen und die Roten Armee Belgrad erreichten. „In Jugoslawien waren zur Zeit der Befreiung sieben verschiedene Währungen in Umlauf, die im September 1945 in eine neue nationale Währungseinheit, den 'Dinar des demokratisch-föderalistischen Jugoslawien' (D.-F.-J.- Dinar) umgetauscht wurden.“ [10] Aus 100 S. Din. wurden 5 D.-F.-J.-Dinar. Tabelle: In Serbien umlauffähige Banknoten und Münzen 1941–1944. Uwe Bronnert Anmerkungen Karl-Heinz Schlarp, Wirtschaft und Besatzung in Serbien 1941 – 1944, Ein Beitrag zur nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik in Südosteuropa, Stuttgart 1986, S. 382. Emil Puhl, Währungsaufbau in Serbien, in: Der Vierjahresplan (5), 1941, S. 643. Bereits am 14. Mai 1941 erhielt die Kroatische Staatsbank das Recht zur Notenausgabe und am 8. Juli 1941 wurde der Kuna zu 100 Banica eingeführt und die alten Banknoten nach und nach 1 zu 1 umgetauscht. In den von Italien angegliederten jugoslawischen Gebieten wurde das Umtauschverhältnis auf 0,38 Lire je Dinar festgelegt. Dieses Verhältnis galt auch in Montenegro, während in den früheren Gebieten Jugoslawiens die an Albanien fielen, der Dinar mit 0,02 Franka gerechnet wurde. Bulgarien führte in seinen neugewonnen Westgebiet den Lewa ein und bewertete den Dinar mit 0,65 Lew. Angaben nach: Währung und Geldzeichen, in: Wirtschafts-Handbuch, Jg. 1944, Frankfurt a. M., S. 148 ff. Emil Puhl, S. 646. Karl-Heinz Schlarp, S. 383. US-Piloten wurden bei ihren Einsätzen in Serbien mit gefälschten 50-Dinara-Noten ausgestattet. S. in diesem Blog (Juli 2020): Uwe Bronnert, Serbische Dinara-Banknoten – Fälschungen Made in USA? https://www.geldscheine-online.com/post/serbische-dinar-banknoten-f%C3%A4lschungen-made-in-usa Gerd Gnewuch, 100 Jahre Bundesdruckerei, Berlin 1979, S. 99. Karl-Heinz Schlarp, S. 393, Tab. 39: Aktiva und Passiva der Serbischen Nationalbank (31.12.1943). Ebenda, S. 395. Fünfzehnter Jahresbericht, 1. April 1944 bis 31. März 1945 der Bank für internationalen Zahlungsausgleich, S. 100.

  • Deutsches Notgeld in Nordwestböhmen 1945

    Aus dem ehemaligen Reichsgau Sudetenland sind mindestens drei Orte mit Notgeldausgaben vom April 1945 belegt: aus dem Reichsverteidigungsbezirk Sudetenland (gemeinsam mit dem RVB Niederschlesien vorgesehen), aus dem Landkreis Bischofteinitz und aus der Kleinstadt Postelberg. Landkreise im Reichsgau Sudetenland (ohne den östlichen Regierungsbezirk Troppau); die Ziffern 1–3 entsprechen den Standorten der Druckereien. (Regierungsbezirk Eger: dunkelbraun; Regierungsbezirk Aussig: hellbraun) Geschichtlicher Hintergrund: Die Auflösung der k. k. Monarchie Österreich-Ungarn im Herbst 1918 und die Entstehung neuer Nachfolgestaaten brachte als Ergebnis der Pariser Verträge gegen den Willen Deutsch-Österreichs und der Mehrheit der deutschen Bevölkerung in Böhmen auch die Gründung der Tschechoslowakischen Republik (ČSR), in der neben den Tschechen, Slowaken und Deutschen auch noch andere Volksgruppen (Ungarn, Ukrainer und Polen) lebten. Böhmen und Mähren hatte bis dahin stets zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bzw. zum Deutschen Bund und zur Herrschaft der Habsburger gehört. Seit dem Mittelalter bewohnten Deutsche vorwiegend die Randregionen jenseits des Bayerischen Waldes, des Erzgebirges und des Riesen-/Isergebirges = die Sudeten. So bezeichnete man die Deutschen in Böhmen ab 1902 verstärkt als Sudetendeutsche. In den frühen Jahren der ČSR gab es politische Bestrebungen, die Deutschen, die nach Tschechen und Slowaken mit über 3 Millionen Einwohnern immerhin rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachten, aus dem neuen Vielvölkerstaat zu vertreiben. Üble Aussprüche von Tomáš Masaryk und Edvard Beneš sind bekannt – kaum zu vergleichen ist das jedoch mit den Aussagen von Hitler, seiner geplanten Zerschlagung des Nachbarlands und der folgenden Politik der Nazis ab 1938. Ganz ungenannt sollte man die Ziele der frühen tschechoslowakischen Politik aber nicht lassen, wenn man eine objektive Geschichtsbetrachtung nicht verhindern will. Beneš hatte bereits 1916 die Zerschlagung der Österreichisch-ungarischen Monarchie gefordert und war ein vehementer Gegner einer eigenen slowakischen Nationalität. Masaryk sprach schon vor den Pariser Verträgen von 1919 ganz offen von der "Entgermanisierung" des Landes und bezeichnete die Deutschen als "Landesfremde", während das Gebiet bereits von tschechischem Militär besetzt war. Auch wurde Deutsch entgegen ursprünglicher Zusagen nicht als zusätzliche Amtssprache in dem neuen Staat eingeführt und Deutsche wurden überall im Land aus führenden Positionen gedrängt. Im Münchner Abkommen vom 29. September 1938 wurde das sog. Sudetenland gegen den Willen der Tschechen und Slowaken dem Deutschen Reich zugesprochen. Vom 1. bis zum 10. Oktober 1938 besetzten etwa eine halbe Million Wehrmachtsangehörige hauptsächlich von Deutschen bewohntes tschechisches Gebiet, das sofort unter deutsche Verwaltung gestellt wurde. Eine internationaler Ausschuss legte die Zugehörigkeit von Ortschaften und damit die neue Grenzziehung fest. Nachfolgend einige Fotos eines direkt beteiligten Wehrmachtsangehörigen zur Besetzung des Sudetenlands Anfang Oktober 1938 in der Region Petersdorf bis Dauba Abb. : Fotos der Privat-Sammlung »Der Zweite Weltkrieg in Bildern«, DVD 2017, mit freundlicher Genehmigung von Reinhard Selzle, München. Hitler trifft vor Beginn der Besetzung des Sudetenlands in der Nähe der deutsch-tschechoslowakischen Grenze in Sachsen ein. Grenzübergang zwischen dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakei (Sachsen und Böhmen) nach Petersdorf (Petrovice). Übergabe der Grenzbefestigungsanlagen an die Wehrmacht durch tschechoslowakische Offiziere. Überall entlang der Grenze hatte die Tschechoslowakei starke Grenzbefestigungen mit Bunkeranlagen errichten lassen, sogar bis auf die Höhen des Riesengebirges nahe der Elbequelle. Empfang der deutschen Truppen in der sudentendeutschen Stadt Dauba. Der Reichsgau Sudetenland wurde zum 15. April 1939 durch Gesetz gegründet, das am 1. Mai 1939 in Kraft trat. Die Reichsmark galt jedoch sofort nach dem Einmarsch mit der „Verordnung über die Einführung der Reichsmarkwährung in den sudetendeutschen Gebieten“ ab 11. Oktober 1938. Hitler spricht auf einer Kundgebung zum Anschluss des Sudetenlands am 3. Oktober 1938 in Eger. Hinter ihm auf der Tribüne u. a. Konrad Henlein und sein Stellvertreter Dr. Frank (ohne Kopfbedeckung) sowie Heinrich Himmler. In Bad Elster (Sachsen) entwickeltes Erinnerungsfoto eines Teilnehmers. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Die reichsdeutsche Währung war auch noch nach der deutschen Kapitulation bis zum 10. Mai 1945 umlauffähig – mancherorts sogar bis zum 2. Juni 1945. Der Umtausch von Reichs- und Rentenmark in Tschechoslowakische Kronen (im Verhältnis 1:1) wurde per Gesetz bis zum 31. Juli 1945 verlängert und erst am 27. Oktober 1945 abgeschlossen. Durch die Frontlage im März/April 1945 war auch im Sudetenland eine Versorgung der Banken, Verwaltungen, Industrie und aller Menschen mit nötigem Reichsgeld nur noch bedingt gewährleistet. Ähnlich wie in den sächsischen Nachbargebieten hatte man sich um die Ausgabe von regionalem Notgeld bemüht, aber nur drei Ausgabestellen sind nach nunmehr 78 Jahren belegt. Möglicherweise hatten auch andere Landkreise und größere Städte am Ende des Krieges Notgeldausgaben geplant. Es wäre keine große Überraschung, wenn von böhmischen Städten Informationen über geplantes oder schon gedrucktes Notgeld bekannt würden: Aussig, Brüx, Teplitz, Komotau, Karlsbad, Tetschen, Gablonz/Neiße, Böhmisch Leipa, Eger, Leitmeritz oder Asch – nach Zahl der Einwohner. Erst 1994 bspw. wurden Notgeldausgaben für das sächsische Klingenthal und 2021 für die sächsische Großstadt Chemnitz bekannt. Die Reichsgaue Sudetenland und Niederschlesien mit ihren Nachbargebieten. Die interessanteste Ausgabe aus dem Sudetenland ist der 20-Reichsmark-Kassenschein vom 28. April 1945. „Die deutsche Reichsbank“ war mit der Ausgabe dieses umstrittenen Notgelds betraut; das sollte „auf Grund der Anordnung der Reichsverteidigungskommissare der Reichsverteidigungsbezirke Sudetenland und Niederschlesien“ als gesetzliches Zahlungsmittel ausgegeben und in Zahlung genommen werden. 20 Reichsmark vom 28. April 1945, Vs. und Rs., 150 × 80 mm, Wz. diagonales Gitter; Kassenschein für die Reichsverteidigungsbezirke Sudetenland und Niederschlesien; mindestens ein Dutzend Probedrucke mit unterschiedlich farbigen Unter- und Hauptdrucken, jeweils mit SBst. AA und fehlender Kontrollnummer sind bekannt. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. 20 Reichsmark vom 28. April 1945, Rs. mit tschechischem Überdruck anlässlich der 3. Tagung der Papiergeldsammler 1973, Prager Gruppe der Tschechischen Numismatischen Gesellschaft (ČNS). Der Hauptort in Niederschlesien war Breslau; dort residierte seit 1941 der Gauleiter Karl Hanke auch als Reichsverteidigungskommissar bis Anfang Mai 1945. Hanke floh am 6. Mai 1945 vor der Roten Armee aus dem sog. Breslauer Kessel, wurde jedoch von tschechischen Partisanen festgenommen und starb angeblich bei einem erneuten Fluchtversuch; man fand ihn erschlagen im Straßengraben in Nordböhmen. Die Stadt Reichenberg war der Hauptort im Sudetenland; Konrad Henlein wurde im Oktober 1938 zum Gauleiter und im November 1942 zum Reichsverteidigungskommissar ernannt. Henlein setzte sich am 7. Mai 1945 ab, geriet aber in US-amerikanische Gefangenschaft und beging in der Nacht vom 9. auf 10. Mai 1945 in Pilsen (Plzeň) Selbstmord. Inwieweit beide Nazi-Größen tatsächlich für diese Ausgabe federführend waren, kann nicht mehr eindeutig bestimmt werden. Es ist ungeklärt, ob sich die beiden Gauleiter überhaupt über die Ausgabe von Notgeld verständigt hatten. Wer letztlich die Ausgabe in Auftrag gab, ist weiterhin unklar. Vielleicht war es Hermann Neuburg, Stellvertreter Henleins ab Herbst 1943 bis Mai 1945 – in Dokumenten steht hinter seinem Namen m. d. W. d. G. b. (= mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt). Oder lag die Verantwortung bei Dr. Friedrich G. E. Vogeler, der die Übergabe der Stadt Reichenberg an den Tschechoslowakischen Nationalrat unterzeichnete? Vogeler war als Regierungspräsident im Sudetenland befugt, Gesetze und Verordnungen auszufertigen und zu verkünden. Dokument zur Übergabe der gesamten Verwaltung an den ČNV vom 8. Mai 1945 (Entgegennahme durch Josef Čapek). So wurden am 8. Mai 1945 alle Dienststellen in Reichenberg aufgelöst. Zwei Tage zuvor erschien in der Sonntagsausgabe der Gauzeitung »Die Zeit« unter der Überschrift "Ausgabe von Kassenscheinen" folgende Mitteilung: »Die Reichsverteidigungskommissare der Reichsverteidigungsbezirke Sudetenland und Niederschlesien haben am 28. April 1945 beschlossen, Kassenscheine zu 10 und 20 RM auszugeben, um den durch Transportschwierigkeiten entstandenen momentanen Zahlungsmittelmangel zu beheben. Mit der Ausgabe wurde die Deutsche Reichsbank beauftragt. Die Kassenscheine zu 20 RM werden in den nächsten Tagen bereits zur Ausgabe gelangen und sind auf Wasserzeichenpapier gedruckt. Die Ausstattung ist derart, daß der rote Farbton von Vorder- und Rückseite etwas verschieden ist. ...«. Die Druckmenge von 6.894.820 RM (= 344.741 Stück) wurde erstmals von Julius Sém1) genannt und er bemerkte, dass ein Großteil der Scheine beschlagnahmt und danach perforiert und später für Sammlerscheine überdruckt wurde. Anhand des Druckvermerks auf der Rückseite gilt Reichenberg als Ausgabestelle: Gebrüder Stiepel KG. Es wurden folgende Serien gedruckt: AA...AZ, außer Serien AI und AQ; die Nummerierung ging in der Regel von 000001 bis 040000. Wenn alle Serien in dieser Höhe voll ausgedruckt wurden, müsste die Gesamtauflage 960.000 Stück betragen haben. Wir wissen also nicht, ob die erstmals bei Sém genannte Auflage von 344.741 Stück möglicherweise nur die tatsächlich an die Reichsbank-Filiale ausgelieferte Menge ausweist. Im deutschen Banknotenforum sind alle bisher erfassten Kontrollnummern (KN) der Serien AA...AH, AJ...AP sowie AR...AZ aufgelistet; die niedrigste KN ist 000080, die höchste 039201.2) Unter Fachleuten herrscht große Unklarheit über eine tatsächliche Ausgabe der 20-Reichsmark-Kassenscheine. Es sind keine amtlichen Quellen zu Ausgabe- oder Einlösedatum der Scheine bekannt – weder deutsche noch tschechoslowakische Zeitzeugen berichteten, dass am 7. Mai 1945 in den Reichenberger Ämtern die Gehälter für drei Monate im voraus ausgezahlt wurden; ein durch Reichenberg geflüchteter Wehrmachtssoldat zeigte kurz nach Kriegsende einen nicht mehr bankfrischen Schein mit Gebrauchsspuren; glaubhaft versicherte außerdem ein in Nordböhmen in Gefangenschaft geratener Landser, dass er seinen letzten Wehrsold in Reichenberger Kassenscheinen erhalten habe; andere Zeitgenossen berichteten, dass nach der Besetzung die Kassenscheine bündelweise in den Straßen von Reichenberg lagen. Es lässt sich schließlich nicht klären, ob und wie viele dieser Scheine tatsächlich ausgegeben wurden. Feldmarschall Schörner soll laut Aussagen ehemaliger USA-Geheimdienst-Offiziere bei seiner Festnahme am 15. Mai 1945 in Österreich eine große Menge Reichenberger Kassenscheine mitgeführt haben. In einem Bericht der US-Amerikaner wurden im Raum Magdeburg neben Notgeldausgaben von Klagenfurt, Egeln und Dresden auch Reichenberger Scheine erwähnt. Noch im August 1945 rätselten US-Amerikaner und Briten über die Kassenscheine und vermuteten, dass es sich um tschechische Drucke handeln könnte.3) O. E. Schulze wusste angeblich auch von Gemeindestempeln auf Reichenberger Scheinen. Kassenscheine zu 10 Reichsmark wurden bildlich nie belegt. In der Vergangenheit wurden jedoch neben Scheinen mit Druckzufälligkeiten, mit unterschiedlichen Nummeratoren, mit sowjetischen Feldpoststempeln und Fantasiestempeln auch Farbproben4) in verschiedenen Abstufungen bekannt. 20 Reichsmark vom 28. April 1945, Vs., Farbprobe in Blau, für 15.000,00 Tschechische Kronen ( = 612,24 Euro), 2015 bei der 58. Klim-Auktion versteigert. Im Gegensatz zu den recht wenigen Informationen über die Reichenberger Kassenscheine finden sich zu den Notgeldscheinen der Sparkasse der Stadt Postelberg im damaligen Landkreis Saaz überhaupt keine Angaben – außer den technischen Beschreibungen. Der Schein wurde von sudetendeutschen Vertriebenen nach Deutschland mitgebracht, aber erst 1998 bekannt und bei der Kurpfälzischen Münzhandlung Mannheim versteigert; das Unikat befand sich lange Zeit in der Sammlung von Jindřich Holna. 10 Reichsmark vom 25. April 1945, Stadt Postelberg, Regierungsbezirk Eger; 137 × 70 mm, einseitig-einfarbiger Druck; handschriftliche Nummerierung mit SBst. A und Sparkassenstempel. Die Ausgabe der Notgeldscheine wurde der Sparkasse übertragen; sie zeigen keine Unterschrift, waren aber nur mit der handschriftlichen Serienbezeichnung und Nummer sowie dem Stempel der Sparkasse umlauffähig. Es verwundert schon, dass im April 1945 das kleine Städtchen an der Einmündung der Komotau/Chomutovka in die Eger/Ohře mit damals 2.500 Einwohnern Notgeld in Umlauf gab – ausgegeben von der städtischen Sparkasse. Der Einzelschein mit Serienbuchstabe A lässt vermuten, dass es auch eine Ausgabe mit SBst. B oder gar SBst. C gegeben haben könnte (5 RM? 20 RM?). Man weiß es nicht. Ein Aufruf im „Heimatbrief Saazerland“5) brachte leider keine weiterführenden Kenntnisse; es meldeten sich keine Zeitzeugen; Anfragen an das Stadtarchiv Postoloprty (Postelberg) vom 5. Juni 1998 und an das Bezirksarchiv in Louny (Laun) blieben leider unbeantwortet. Was die Aktenlage zu den Notgeldausgaben in Nordwest-Böhmen anbelangt, so verhält es sich ähnlich auch bei den Gutscheinen für den Landkreis Bischofteinitz: es konnten keine amtlichen Daten ermittelt werden und es ist dem tschechischen Sammler Květoslav Domlátil zu verdanken, der in seinem Artikel6) erstmals auf Bischofteinitzer Ausgaben mit dem Fund eines 2-RM-Scheins aufmerksam machte. In seinen Beitrag „Eine unbekannte Notzweimark vom Jahre 1945 aus Horšovský Týn“ (= Bischofteinitz) schrieb er: „Vor Ende des Zweiten Weltkrieges, am 28. 4. 1945, gaben die Nazisten in Horšovský Týn Gutscheine heraus, um Problemen im Zahlungsverkehr nach dem Abtransport sämtlicher Banknoten und Wertzeichen vor der Ankunft der Befreiungstruppen aus dem Wege zu gehen. Das Zahlungsmittel im Werte von zwei Mark, war wahrscheinlich drei bis vier Tage, vom 30.4. bis zum 5.5.1945, als Horšovský Týn befreit wurde, im Umlauf. In einer größeren Anzahl von Exemplaren und in anderen Werten sind keine Gutscheine aus Horšovský Týn bekannt. Sofern sie auf unserem Territorium blieben, wurden sie nach der Befreiung vernichtet.« 50 Reichspfennig, 2 und 10 Reichsmark, alle mit dem selben Datum vom 28. April 1945, Gutscheine des Landkreises Bischofteinitz; 105 × 74 mm (= DIN A7), einseitig-einfarbiger Druck mit Faksimile-Unterschrift des Landrates „H. Schlögl“, kein Wasserzeichen, ohne Nummerierung. Wenn von drei bis vier Tage Umlaufzeit zu lesen ist, dann sind das vom 30. April bis 5. Mai 1945 immerhin sechs Tage und möglicherweise dauerte der Umlauf weitere Tage an, bis die US-Amerikaner die Scheine – stillschweigend oder durch Befehl – verboten oder einziehen ließen und evtl. vernichteten. Zwischen 6 und 7 Uhr abends des 6. Mai 1945 erreichte die 11. US-Panzer-Division Bischofteinitz und Landrat Dr. Heinrich Schlögl übergab zusammen mit Bürgermeister Eduard Hönl kampflos die Stadt. Sie wurden vorerst im Amt belassen, damit sie für Ruhe und Ordnung sorgen konnten. In den folgenden Jahren wurden weitere Wertstufen der Bischofteinitzer Serie gemeldet: 50 Reichspfennig (1992) und 10 Reichsmark (1996). Vom 50-Rpf.- und vom 2-RM-Schein sind jeweils nur ein Exemplar bekannt – vom 10er nur wenige Stücke. Sie wurden von der Volksbank Bischofteinitz in Umlauf gebracht. Das Staatliche Bezirksarchiv Domažlice (Taus) mit Sitz in Horsovský Týn antwortete auf eine Anfrage7) „Hinsichtlich Ihrer Anfrage nach den Bischofteinitzer Notgeldscheinen müssen wir Sie leider enttäuschen. Auf diese Scheine oder auf diesbezügliche Aufzeichnungen sind wir in unserem Archiv noch nicht getroffen ...“. Es ist kein Wunder, dass es nach der Befreiung der Tschechoslowakei durch die Rote Armee und die US-Armee im Verbund mit tschechischen Garden zu Übergriffen vor allem tschechischer Militärs auf Deutsche kam und sog. „wilde Vertreibungen“ nicht die Ausnahme waren. Ein verständlicher und berechtigter Hass auf alles Deutsche und der Wunsch nach Vergeltung waren an der Tagesordnung. Im Juli 1945 hatte die Tschechoslowakei 14,882 Mio. Einwohner, von denen etwa 4 Mio. Deutsche zwangsausgesiedelt wurden. In der Dreimächtekonferenz von Berlin (d. i. die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945) war vereinbart worden, Angehörige der deutschen Minderheit „in ordnungsgemäßer und humaner Weise“ nach den vier Besatzungszonen in Deutschland zu überführen. Nach der friedlichen Revolution in der DDR und der samtenen Revolution in der Tschechoslowakei im Herbst 1989 veränderten sich die Sichtweisen beider Länder aufeinander zum Guten. Es dauerte jedoch noch einige Jahre, bis sich ein besseres Verständnis für die Befindlichkeiten zwischen den deutschen und tschechischen Nachbarn festigte. Warum scheinbar keine Dokumente für die Planung, den Druck oder die Ausgabe von Notgeld in den drei heutigen böhmischen Städten vorhandenen sind, liegt an den nicht mehr auffindbaren oder vernichteten Akten in den jeweiligen Orten. Wenn man Gründe dafür benennen will, sollte man die Literatur zu den Ereignissen in den ehemals deutsch-besiedelten Gebieten Nordwest-Böhmens bemühen; bspw. belegt in der Veröffentlichung des tschechischen Autors Jiří Padevět.8) Nochmalige Anfragen vom Februar 2023 blieben wieder unbeantwortet; weiterer Forschungsbedarf ist hier nötig. Michael H. Schöne Anmerkungen 1) Sém, Julius: „Papírové Peníze na území Československa 1762–1967“, Liberec 1967 2) https://banknotesworld.com, Beiträge „Ro. 186 – 20 Reichsmark 1945 Reichsverteidigungsbezirke“ ab 1.12.2009 ff. 3) Major M. Roar (Finance Division, British Element) in einem Brief vom 10. August 1945 an Major H. S. Gans (Finance Branch, USFET) 4) Moravec, Jaroslav: „Vzorové nátisky tzv. libereckých poukázek po 20 Reichsmark s datem 28. 4. 1945“ („Musterdrucke der sog. Reichenberg-Scheine zu 20 Reichsmark mit dem Datum 28.4.1945“), Merkur Revue, Nr. 1, S. 19–22, Brno 2001 5) „Heimatbrief Saazerland“ Organ der Heimatvertriebenen aus den Bezirken Saaz, Postelberg und Podersam, Jechnitz, Nr. 902/903, Juni/Juli, Forchheim 2014 6) Domlátil; Květoslav (Domažlice): „Neznámá nouzová dvoumarka z roku 1945 z Horšovského Týna“, in „Numismatické listy“ Nr. 2, S. 49/50, Praha 1989 (Übersetzung von B. Silná) 7) Antwort vom Státní okresní archiv Domažlice, 15. Juni 1998 8) Padevět, Jiří / Heumos, Jana (Übersetzung): „Krvavé léto 1945“, Praha 2016 (deutsch: „Blutiger Sommer 1945: Nachkriegsgewalt in den böhmischen Ländern“, Leipzig 2020)

  • Aufruf zur Unterstützung der Geldschein-Forschung

    In der Zeit der deutschen Inflation arbeiteten immer mehr private Druckereien für die Reichsbank, da die Reichsdruckerei und die Papierfabriken überlastet waren und die Produktion von Banknoten nicht mehr mit der voranschreitenden Inflation Schritt halten konnte. Unmittelbar arbeiteten 85 Druckereien mit 1060 Druckmaschinen für die Reichsbank und mittelbar 48 Druckereien mit 723 Druckmaschinen für die Reichsdruckerei, insgesamt also 133 private Druckereien. Darüber hinaus stellten 30 Papierfabriken 17,3 Millionen kg Papier her, das einer Ladung von 1700 Eisenbahnwaggons entsprach und 29 galvanoplastische Anstalten lieferten 400.000 Druckplatten für Banknoten. Das führte zu einer Vielzahl von verschiedenen Ausführungen von Reichsbanknoten, sowohl ausgehend vom verwendeten Papier als auch von unterschiedlichen Firmenzeichen, Nummerierungen, Plungern und vielem mehr. Der schlicht gestaltete 1000-Mark-Schein vom 15. September 1922 wurde von vielen Druckereien hergestellt, von denen jede ein eigenes Firmenzeichen erhalten hatte, das auf den von ihr gedruckten Scheinen zu finden ist. Von ihm sollen über 5000 verschiedene Varianten existieren, bezieht man alle Unterschiede mit ein, die vorkommen können, also neben den bereits genannten auch die Farbe und Größe der Kontrollnummer sowie die verwendeten Bogenzeichen. Er ist damit beispiellos in der Papiergeldgeschichte Deutschlands und der gesamten Welt. Wir möchten uns langfristig der Erforschung und Dokumentation möglichst vieler dieser Varianten widmen. Hierzu ist eine entsprechende Veröffentlichung mit Abbildungen hier im Geldschein-Blog vorgesehen, die ständig ergänzt werden kann. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung! Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns Dubletten (Erhaltung egal!) für Forschungszwecke überlassen würden. Der Schein wurde in großen Mengen gedruckt und ist heute noch sog. Massenware. Wenn Sie also solche Tausender übrig haben und unser Anliegen unterstützen möchten, dann helfen Sie mit einer Schenkung auch der Forschung! Hier sind natürlich auch Händler angesprochen, die solche Scheine entbehren können. Alle Unterstützer werden unabhängig vom Umfang ihres Beitrags im Rahmen der Publikation der Ergebnisse genannt. Auch jede andere Geldschein-Spende ist stets willkommen, da wir auch im Rahmen der Nachwuchsförderung Verwendung dafür haben … Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung! Zusendungen bitte an: Battenberg Gietl Verlag GmbH Redaktion "Der Geldscheinsammler" & "Geldscheine-Online" Pfälzer Straße 11 93128 Regenstauf Bisherige Unterstützer: Erwin Dietrich AG, José Truyol, Zürich, Schweiz Horst Ziesenhenne Günter Gränitz Rudolph Werner

  • Neuer beeindruckender Katalog zum Papiergeld Luxemburgs ist erschienen

    Guy Rosseljong | Romain Thielen: Le Papier-Monnaie Luxembourgeois Catalog illustré 1856–2023 & Evaluations 1856–2023 Katalog: 520 Seiten, Format 14,8 cm x 21 cm, komplett in Farbe, zahlreiche Abb., Broschur, 2023 Bewertungsliste: 30 Seiten, Format 14,8 cm x 21 cm, komplett in Farbe, Klammerheftung ISBN: 978-99959-0-827-0 Preis: 50,00 Euro Der neue Luxemburg-Katalog beeindruckt nicht nur durch seinen Umfang, den man bei der eigentlich überschaubaren Papiergeldgeschichte unseres "kleinen" Nachbarn nicht erwarten würde, sondern auch durch seinen Inhalt. Bei deutscher Bürokratie kaum möglich, erfahren wir gleich zu Beginn, dass der Katalog mit Unterstützung des nationalen luxemburgischen Kulturfonds entstand ist und neben den Autoren keine Geringeren als der luxemburgische Minister der Finanzen und der Erste Ehrenrat der luxemburgischen Zentralbank je ein Vorwort beigesteuert haben. Dann folgt der Katalogteil, beginnend mit den Noten der Internationalen Bank von Luxemburg aus den Jahren 1856 bis 1981. Jeder Schein ist nicht nur sehr ausführlich beschrieben, es gibt auch Angaben zu den Druckereien, Auflagehöhen, Umlaufzeiten, Unterschriften und vielem mehr. Was aber besonders beeindruckt ist die Vielzahl der Abbildungen von Entwürfen, Druckproben und Musterscheinen. Da kann man auf den ersten Blick fast schon den Überblick verlieren, was nun tatsächlich ausgegebene Scheine und was "nur" Vorstufen dazu sind. Dennoch, noch nie wurde die gesamte Papiergeldgeschichte Luxemburgs wohl so aufwendig dokumentiert. Es folgen Ausgaben der Großherzoglich luxemburgischen Bank 1873 bis 1876, des Luxemburgischen Staats 1914 bis 1980, des Institut Monétaire Luxembourgeois 1985 bis 1996, Notausgaben 1918 bis 1919, Ausgaben unter deutscher Besatzung 1940 bis 1944 und zum Abschluss Regionalgeld des Kantons Redingen von 2013 bis 2023. Die Bewertungen findet man in einer gesonderten Beilage in bis zu vier Erhaltungsgraden in Euro, wobei es Bewertungen für jede Serie der ausgegeben Geldscheine gibt. Da auch bei deutschen Sammlern Interesse an luxemburgischen Papiergeld vorhanden ist, kann der neue Katalog nur wärmstens empfohlen werden. Leider ist er durchgängig ausschließlich in französischer Sprache verfasst. Das sollte aber dennoch keine unüberwindliche Hürde darstellen, um damit luxemburgisches Papiergeld korrekt zu bestimmen und zu bewerten. Bezug über: Interessenten wenden sich bitte direkt an E-Mail: info@luxcoins.lu oder Telefon: +352 621 185 786. Hans-Ludwig Grabowski

  • Geldscheinporträts: Albrecht Daniel Thaer – Vordenker der modernen Landwirtschaft

    Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen: Albrecht Daniel Thaer auf einem 10-Reichsmark-Schein von 1929. Abbildung 1: Albrecht Thaer, aus dem Buch "Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen", Leipzig 1854, herausgegeben von Ludwig Bechstein. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Albrecht_thaer.jpg Die moderne Landwirtschaft ist hochkomplex und mit immer weniger Arbeitskraft lassen sich immer größere Erträge erzielen. Alle Vorgänge werden bis ins kleinste Detail durchgeplant: Der Zeitpunkt der Aussaat, die Saatmenge pro Quadratmeter, die Fruchtfolge, die Düngung und die Ernte – Nichts wird dem Zufall überlassen. Der Zweck dieses enormen Effizienzgewinnes ist die Profitmaximierung, der sich jeder landwirtschaftliche Betrieb, der wettbewerbsfähig bleiben will, anzupassen hat. Beide Betrachtungsweisen nahmen in Deutschland ihre Anfänge bereits im 18. Jahrhundert. Ein zentraler Vordenker ist Albrecht Daniel Thaer (1752–1828). Er begründete die „rationelle Landwirtschaft“ als moderne Landwirtschaftslehre, die betriebswirtschaftlich agierende Betriebe mit Anbaumethoden, die auf empirischen Erkenntnissen beruhen, beinhaltete. Thaer wurde 1752 in Celle geboren und studierte in Göttingen Medizin, um wie sein Vater Arzt zu werden. Den Beruf des Arztes übte er, unter anderem in der Praxis seines Vaters, einige Jahre lang aus und wurde durch sein Behandlungstalent zum Hofarzt und Stadtphysikus am kurfürstlich hannoverschen Hof ernannt. Obwohl ihm eine große Karriere als Mediziner bevorstand und er im Gebiet der Neuropathologie seiner Zeit voraus war, wandte er sich allmählich der Landwirtschaft zu und stellte seine ärztlichen Tätigkeiten ab 1796 weitestgehend ein. Bereits 1780 war er in die Celler Landwirtschaftsgesellschaft berufen worden. Er kaufte Grundstücke in der Nähe seines Landsitzes bei Celle, pflegte Gartenkulturen und begann die Landwirtschaft „zuerst als Handwerk, dann als Kunst und Wissenschaft zu betreiben“. Ohne in England gewesen zu sein, veröffentlichte er zwischen 1798 und 1804 das mehrbändige Werk "Einleitung zur Kenntniß der englischen Landwirtschaft". Thaer war der erste deutsche Agrarreformer, der die technischen und strukturellen Veränderungen englischer Landwirtschaft vorbehaltlos rezipierte und damit die folgende Neuorientierung in der deutschen Landwirtschaft maßgeblich in die Wege leitete. Er legte seinen Schwerpunkt nicht nur auf die Innovationen bei Methoden und Maschinen der englischen Landwirtschaft, sondern auch auf deren ökonomischen Nutzen. Beeinflusst durch die Werke von Arthur Young, Adam Smith und Freihandelstheoretikern wie Christian Jakob Kraus und Leopold Krug sah er in der englischen Wirtschaftsweise viele Vorteile und stellte den Grundsatz auf, dass „nicht die möglich höchste Produktion, sondern der höchste reine Gewinn, nach Abzug der Kosten, der Zweck des Landwirts ist”. 1802 gründete Thaer in Celle ein Hochschulseminar und die erste akademische agrarwissenschaftliche Bildungs- und Forschungsanstalt. Er erzielte dort unter anderem mit der Fruchtwechselwirtschaft große Ertragssteigerungen. Zwei Jahre später erreichte ihn ein Ruf nach Preußen. Der spätere Staatskanzler Carl August von Hardenberg warb ihn für den preußischen Staatsdienst an und bot ihm eine Gelegenheit, seine landwirtschaftlichen Studien in größerem Umfang weiterzuführen. Thaer siedelte nach Berlin über und erwarb das Gut Möglin als Ort seines Lehrinstituts, das er nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einem Mustergut ausbaute. An der Seite von Alexander von Humboldt war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin und verschaffte der neu entstehenden Disziplin der Agrarwissenschaften wichtige Aufmerksamkeit. 1809 wurde Thaer zum preußischen Staatsrat ernannt. In dieser Stellung hatte er bedeutenden Einfluss auf die preußischen Agrarreformen. Inspiriert von den Entwicklungen in England und den Ideen der bürgerlichen englischen Nationalökonomie sah Albrecht Daniel Thaer große volkswirtschaftliche Vorteile im Ende der feudalen Verhältnisse und in Privateigentum an Grund und Boden. „Durch Aufhebung aller Frohnden würde der Staat eine grosse Masse von Kräften gewinnen können, die dann, erweckt und thätig benutzt, eine höhere Production nothwendig hervorbringen müsste." Mit dieser Aussage sollte der Agrarreformer recht behalten. Die Modernisierung der Landwirtschaft und deren Anpassung an die neuen Produktionsverhältnisse durch die preußischen Agrarreformen, die Anfang des 19. Jahrhunderts beschlossen wurden, befreiten zwar einerseits die Bauern aus der Leibeigenschaft, ließen sie jedoch oftmals ohne Eigentum zurück und machten sie zu besitzlosen Landarbeitern. Abb. 2/3: DEU-183c, 10 Reichsmark der Deutschen Reichsbank mit Datum vom 22. Januar 1929, Kriegsdruck mit Wasserzeichen Tulpen, ohne Prägestempel, ausgegeben ab Januar 1945. Vorderseite: rechts Porträt von Albrecht Daniel Thaer (1752–1828), unten Siegel der Reichsbank. Rückseite: links und rechts je eine Putte mit Attributen der Landwirtschaft, in der Mitte weibliche Figur mit Getreideähre und Sense im Medaillon als Personifikation der Landwirtschaft. 1810 wurde Thaer zum außerordentlichen Professor für Kameralwissenschaften (Volks- und Staatswirtschaftslehre) an der neu gegründeten Berliner Universität berufen. Mit zunehmendem Alter widmete er sich wieder vermehrt seinem Landgut, wo er eine erfolgreiche Merino-Schäferei etablieren konnte. Monatlich gab er die Zeitschrift "Annalen des Ackerbaus" heraus. 1828 starb Albrecht Daniel Thaer in Möglin. Elias Heindl Literatur/Quellen Rath, G. (1958). Albrecht Thaer als Neuralpathologe. Sudhoffs Archiv Für Geschichte Der Medizin Und Der Naturwissenschaften, 42(1), 65–70. http://www.jstor.org/stable/20774482 Gudermann, R. (1998). Thaer, Albrecht Daniel. in Killy, W. Vierhaus, R. (Hrsg.) Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE), Band 9. Schmidt – Theyer, Saur Verlag, München, 1998, S. 686–687 Vielberg, A (2009). Albrecht Daniel THAER. in ECOCHRON – WebSuite zur Geschichte der Wirtschaftstheorie. Hrsg: Dr. Stefan Kooths, http://www.ecochron.de/?pp_thaer1 (27.02.2023) Schmitt, G. (1989). Eine falsche Theorie der Landwirtschaft und ihre fatalen Konsequenzen. Agrarwirtschaft, Jahrgang 38, Heft 9, S. 261–262 www.lwl.org/aufbruch-in-die-moderne/LWL/Kultur/Aufbruch/themen_start/oekonomie/neue_denkweisen/grundherrschaft/rationelle_landwirtschaft/index2_html.html (27.02.2023) www.preussenchronik.de/person_jsp/key=person_albrecht+daniel_thaer.html (27.02.2023) www.preussenchronik.de/ereignis_jsp/key=chronologie_004710.html (27.02.2023) www.albrecht-daniel-thaer.org/seite/104678/volkswirtschaft.html (27.02.2023) Leisewitz, C. (1894). Thaer, Albrecht Daniel. in Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37, S. 636–641, de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Thaer,_Albrecht_Daniel&oldid=- (27.02.2023) Abbildungen Banknote: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski.

  • Aus privaten Sammlungen: Gutschein der Kriegssammlung der Stadt Cöln von 1914

    Objekttyp: Gutschein (Unterstützungsschein) Sammlung: Uwe Bronnert Historischer Kontext: Mit tschingderassabum waren die Soldaten am 2. August 1914 in den Krieg gezogen. Spätestens Weihnachten sei man wieder zu Hause und der Krieg zu Ende, so die gängige Meinung in der Bevölkerung. Doch schon bald wich der ersten Kriegseuphorie die Angst um die im Felde stehenden Männer, Söhne und Brüder und der Sorge um das tägliche Brot. Bei Kriegsende leisteten 20 Prozent der deutschen Bevölkerung oder anders ausgedrückt 13 Millionen deutsche Männer Kriegsdienst. Beinahe alle Männer im wehrpflichtigen Alter, d. h. über 80 Prozent der erwachsenen Männer, wurden zum Militär eingezogen. Weil es sich ausschließlich um erwerbsfähige und zum größten Teil auch um erwerbstätige Personen handelte, hatte die Mobilisierung auch erhebliche finanzielle Folgen für die Familien. Gleich zu Kriegsbeginn traten massive Armutsprobleme auf, da nun bei vielen Familien das Arbeitseinkommen des/der Ernährer/s (Familienväter und/oder Söhne) fehlte. Nur Reichsbahn- und Postbeamtete erhielten nach dem Reichsmilitärgesetz ihr Gehalt weiterhin. Der Masse der Eingezogenen stand nur der karge Wehrsold zur Verfügung, um ihre Familien zu unterstützen. So erhielt beispielsweise der gemeine Soldat monatlich 15,90 M, ein Gefreiter 18,90 M und ein Unteroffizier 40,00 M. Zum Vergleich: Ein Tagelöhner verdiente täglich 3,20 M (= 83,20 M monatlich), ein Maurer täglich 4,00 M (= 104,00 M monatlich), ein Bergmann kam auf monatlich 125,12 M. Das Gros der „Kriegerfamilien“ war daher auf Hilfe angewiesen. Am 4. August 1914 beschloss der Reichstag ein Familien-Unterstützungsgesetz. Danach hatten Familien bei Bedürftigkeit einen Rechtsanspruch auf Kriegsfürsorgeleistungen. Die Unterstützung für Ehefrauen eingezogener Soldaten betrug in den Sommermonaten (Mai bis Oktober) monatlich 9,00 Mark und in den Wintermonaten (November bis April) monatlich 12,00 Mark, für jedes Kind unter 15 Jahren kamen 6,00 Mark hinzu. Wegen der einsetzenden Preissteigerungen erhöhten sich die Sätze ab Januar 1916 auf 15,00 Mark bzw. 7,50 Mark. Im weiteren Kriegsverlauf wurde die Unterscheidung zwischen Winter- und Sommermonaten aufgegeben. Neben der Kriegsfürsorge des Reiches traten häufig Leistungen der „Kriegswohlfahrtspflege“ kommunaler und privater Träger. So auch in Köln. „Am 4. November 1915 beschloss der Rat der Stadt, dass die seit dem 1. September 1915 angesammelten Spenden ‚einem besonderen Fonds für Cölner Kriegswitwen und -waisen zugeführt werden.‘ Ein weiter Spendentopf wurde mit der vom Rat der 1914 begründeten ‚Städtischen Kriegssammlung‘ geöffnet. Dafür wurden am 14. Dezember 1916 zu den bereits bewilligten fünf Millionen Mark noch zwei Millionen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Damit konnten neben den Kriegswitwen und Waisen weitere 25000 Kölner Familien mit insgesamt 87000 Personen unterstützt werden.“ (Schäfke, S. 18). Zu diesem Zweck gab die Stadt Köln „Gutscheine der Kriegssammlung 1914“ über 50 Pfennig und 1 Mark aus. Mit ihnen konnte der Inhaber in beliebigen Geschäften der Stadtgemeinde Köln, Brot, Kartoffeln, Gemüse, Mehl, Grießmehl, Fleisch, Fett, Marmelade, Käse, Reis, Hülsenfrüchte, Grütze, Gerstengraupen oder Briketts zu den ortsüblichen Preisen kaufen. Die Geschäftsleute lösten die Gutscheine bei der Stadthauptkasse oder Steuerzahlstelle ein. Am rechten Rand der Scheine befindet sich das Ausgabedatum in Lochschrift. Land/Region/Ort: Deutschland, Preußen, Rheinprovinz, Köln (Cöln) Emittent: Stadt Köln (Cöln) Nominal: 50 Pfennig Datum: 22. Oktober 1917 Vorderseite: Text und Siegel der Stadt Köln (Cöln) Rückseite: Text mit Einlösungsbestimmungen Material: Dünnes rosa Papier Wasserzeichen: Ohne Druck: Unbekannt Format: 216 mm x 165 mm Nummerierung: 2 257576 Authentizität: Original (Blankette) Zitate: Werner Schäfke, Die Große Inflation 1914 bis 1924, Eine Kölner Geldgeschichte, Köln 2022, S. 18 f. Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Zum Geldwesen der von der Wehrmacht besetzten sowjetischen Gebiete, Teil 1

    Die Tätigkeit der Reichskreditkassen in Russland Am 22. Juni 1941, auf den Tag genau 129 Jahre nach dem Einmarsch der Grande Armée Napoleons in Russland, überfiel die deutsche Wehrmacht mit rund 75 Prozent ihres Feldheeres ohne vorherige Kriegserklärung die Sowjetunion. Dieser Angriff war umfassend vorbereitet. Bereits „am 29. Juli 1940 gab General Jodl dem Wehrmachtsführungsstab den Entschluss des Führers bekannt, die ständige bolschewistische Drohung in diesem Krieg auszuschalten, da dieser Waffengang doch eines Tages unvermeidlich ... [sei].“[1] Mit Fragen der zukünftigen Währungsordnung beschäftigten sich gleich mehrere Gremien. Am 28. Mai 1941 traten in Berlin unter Vorsitz des Reichswirtschaftsministers und Präsidenten der Reichsbank Walther Funk Vertreter von Reichsbank, Finanz- und Wirtschaftsministerium sowie NSDAP zusammen. Man verständigte sich dahin gehend, in den baltischen Ländern schon bald die Reichsmark einzufüh­ren. In der Ukraine und im Kaukasus dagegen sollte der Rubel beibehalten werden, jedenfalls bis zur Gründung einer ukraini­schen bzw. kaukasischen National­bank. Bei dem großen Warenmangel und der geringen Kaufkraft der Arbeiter – Monatsverdienst umgerechnet nur ca. 20 bis 30 RM – schien es im Falle der Sowjetunion nicht ratsam, die Reichsmark in Form der Reichskreditkassenscheine auszu­geben. Man befürchtete, dass die Bevölkerung die unausbleibliche Verschlechterung der Lebensbe­dingungen auf die Einführung der deutschen Währung zurückführen würde, zumal man die Reichs­mark mit 10 Rubel rechnen wollte. Ferner befürchtete man, dass die russische Bevölkerung nicht in der Lage sei, die Reichskreditkassenscheine zu verstehen, da ihnen sicherlich die lateinischen Buch­staben fremd seien. Ebenso meinte man den Bedarf an Reichskreditkassenscheinen nicht abschätzen zu können. Die versammelten Herren rechneten aber damit, dass die sowjetischen Truppen bei ihrem Rückzug einen großen Teil der Geldbestände bei den Banken vernichten oder abtransportieren würden, bevor die Wehrmacht darauf Zugriff nehmen könnte. Vorrangig stellte sich die Aufgabe, genügend Rubel­noten für die eigene Truppe bereitzustellen. Dr. Max Winkler, Leiter der Treuhandstelle Ost, schlug vor, mit Hilfe der Rotationspresse in Deutschland Neudrucke der Rubelscheine anzufertigen. Dabei käme es auch nicht darauf an, dass das Papier genau dem russischen ent­spräche, man müsse eben der Bevölkerung beibringen, dass die Russen die Rubelscheine gestohlen hätten, und dass Deutsch­land in der Eile und Schnelligkeit für neue Scheine hätte sorgen müssen. Reichsbankdirektor Wilhelm verlangte jedoch, dass auf keinen Fall die Reichsbank bei dem Neudruck der Rubelscheine in Er­scheinung treten dürfe, um sich nicht dem Vorwurf, dass sie Banknoten fälschen würde, auszusetzen.[2] Abb. 1: Historisches Foto einer Seite mit Musterdrucken der Reichsdruckerei in Berlin, Abt. I. Mustersammlung, mit als "Russische Banknoten" (Buchdruck!) bezeichneten Scheinen der Emissionsbank Kiew in Werten zu 1, 3, und 5 Rubel sowie 1, 3, 5 und 10 Tscherwonzen, hergestellt 1941 im Auftrag des Reichsfinanzministeriums. Der Plan des „einfachen“ Nachdrucks von Sowjetrubeln wurde deshalb wohl schon bald verworfen. Vielmehr beabsichtige man nun eine provisorische Emissionsbank in Kiew zu gründen, die Behelfs-Rubelnoten[3] im Wert von 10 Mrd. Rubel in Stücken zu 1 Rubel bis 10 Tscherwonez (= 100 Rubel) ausgeben sollte. Die Reichsdruckerei veranschlagte Druckkosten in Höhe von 12 Millionen RM. Es war beabsichtigt, die Noten durch die Reichskreditkassen an die Truppenteile abzugeben.[4] Nur wenige Tage später beschäftigte sich auch der Verwaltungsrat der Reichskreditkassen mit den gleichen Fragen.[5] Zunächst ging es darum, einen Wechselkurs für den Rubel festzulegen. Obwohl die letzte amtliche Notierung bei 47 RM für 100 Rubel lag, sprach man sich der Einfachheit halber eben­falls für einen Wechselkurs von 10 Reichspfennig für den Rubel aus. Dabei merkte man an, dass die deutsche Botschaft in Moskau im Verkehr mit ihren Beamten den Rubel nur mit 8,5 Rpf. bewerten würde. Nach dem Willen der Sitzungsteilnehmer sollte die Reichskreditkassen-Organisa­tion im okkupierten russi­schen Gebiet als Hilfsnotenbank tätig und die Reichsmark in Form der Reichskreditkassenscheine als Hilfswährung eingeführt werden. Die vorhandenen Banknotenreserven der Kasse schie­nen ausreichend. Mit den an die Reichsdruckerei erteilten Druckaufträgen in Höhe von 500 Millionen RM standen kurzfristig Reichskreditkassenscheine im Wert von 4 Mrd. RM zur Verfügung, von denen sich allerdings 500 Millionen RM im Umlauf befanden und weitere 0,7 Mrd. RM als Reserve für die besetzten west- und südosteuro­päischen Staaten vorgesehen waren. Von den verbleibenden 2,8 Mrd. RM lagerten 1,5 Mrd. RM bei den 500 Reichsbankanstalten und 0,7 Mrd. RM waren für den geplanten sechswöchigen Feldzug im Osten disponiert. Wenn man im Westen den Umlauf der Kassenscheine ein­schränkte, ständen weitere 1 – 2 Mrd. RM für den Osten zur Verfügung. Dies entsprach nach dem vorgesehenen Kurs etwa 10 – 20 Mrd. Rubel. Um kein Risiko einzugehen, wurde der Druckauftrag um eine weitere Milliarde Reichsmark erhöht. Nach einem Aktenvermerk der Hauptverwaltung der Reichs­kre­dit­kassen vom 19. Juni 1941 sollte die Reichsdruckerei beschleunigt insgesamt 295 Millionen Noten zu 1, 2, 5 und 20 RM liefern.[6] Nach Einmarsch der Wehrmacht wurden in den besetzten Gebieten sofort Reichskreditkassen errichtet: in Libau, Riga, Reval, Narwa, Dorpat, Pleskau, Schaulen, Kowno (Kauen), Wilna, Dünaburg, Grodno, Bialystok, Minsk, Smolensk, Lemberg, Shitomir, Kischinew (Kischinau), Winniza, Tschernowitz und Nikolajew; ferner waren Kassen in Brest-Litowsk, Gomel, Kriwoi Rog und Krementschug vorgesehen.[7] Die Reichskreditkassenscheine (RKKS) zu 0,50, 1, 2, 5, 20 und 50 Reichsmark sowie die deutschen Münzen zu 1, 2, 5 und 10 Reichspfennig und Rentenpfennig wurden neben dem Rubel zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt, dabei wurde die Reichsmark wie vorgesehen zu 10 Rubel gerechnet.[8] Allerdings wurde schon bald angeordnet, die Reichsmünzen aus Buntmetall einzuziehen und nur die in Zink zu verwenden.[9] Anfang 1942 wurden dann auch die entsprechenden russischen 1, 2, 3, 5, 10, 15 und 20-Kopeken-Münzen eingezogen.[10] Die ebenfalls gültigen russischen Silbermünzen waren schon vorher aus dem Zahlungsverkehr verschwunden. [Beschreibung und Abbildungen der Reichskreditkassenscheine finden sich im 2. Teil der Reihe – Die Notenbank im Ostland.] Beim Vormarsch fielen der Wehrmacht größere Bestände russischer Zah­lungsmittel in die Hände, so meldete die Reichskreditkasse Kowno[11] am 4. Juli 1941 einen Kas­senbestand von 6 Millionen Rubel und die Reichskreditkasse Wilna[12] am 6. Juli einen Bestand von 40 Millionen Rubel. Da genügend Rubelnoten erbeutet wurden, erging die Anweisung, sie bei Zahlun­gen bevorzugt wieder in den Verkehr zurückzugeben.[13] Dies stieß nicht immer auf Gegenliebe. Bei der 17. Armee, die im südlichen Frontabschnitt operierte, lehnte man die Verwendung der Rubelnoten ab, da in Gefangenschaft geratene deutsche Soldaten von den Russen kurzerhand erschossen würden, würde man sie im Be­sitz von Sowjetrubeln antreffen. Die Hauptverwaltung hielt daraufhin zunächst weitere Rubelsendungen an die Ostfront zu­rück.[14] Leider ist über den Ausgang der Angelegenheit nichts bekannt. Abb. 2: The German Administration in the East 1941 - 1944 Quelle: Karten zur Geschichte Russlands und zur Sowjetunion von Michael Palomino 2006 aus: Sovjet History Atlas; Martin Gilbert 1972 (17.02.2023) Benötigte Güter wurden bei fehlendem Bargeld von den Wehrmachtsdienststellen requiriert. Der „Verkäufer“ erhielt in diesem Fall eine Empfangsbescheinigung, die Auskunft über Art und Wert der gelieferten Güter gab. Diese Requirierungs-Bescheinigungen mussten innerhalb einer Frist von drei Monaten, beginnend mit dem Tag der Ausstellung, zur Einlösung bei der in einem (späteren) Aufruf genannten Stelle zur Zahlung vorgelegt werden. Im Reichskommissariat Ostland wurden beispielsweise die bis zum 31. August 1941 ausgegebenen Scheine bis zum 31. Oktober 1941 eingelöst.[15] Bei den Empfangsbe­scheinigungen handelt es sich um einfache, einseitige Drucke auf weißem Papier in der Größe von 135 mm x 210 mm. Der Text ist in deutscher und russischer Sprache angegeben. Jede Bescheinigung trägt eine sie­benstellige Kontrollnummer und war von der ausgebenden Einheit entsprechend zu ver­vollständigen und zu unterschreiben; dabei musste unbedingt die Feldpostnummer der jeweiligen Einheit angegeben wer­den. Abb. 3.1: Empfangsbescheinigung (Muster). Abb- 3.2: Aufruf von Empfangsbescheinigungen. Abgesehen von den baltischen Gebieten spielte der Geldverkehr im täglichen Leben der Landbevölkerung nur eine geringe Rolle. „Man befürchtete eine Entwertung der neuen Besatzungsrubel (sic!) und zog Sachwerte dem Geld vor. Da Kaufkraft und Warenangebot außerordentlich niedrig waren, vollzog sich ein großer Teil der geschäftlichen Transaktionen in der Form von Tauschhandel.“[16] Deshalb überrascht es nicht, dass nur zwei Notgeldausgaben bekannt wurden. Die deutsche Ortskommandantur genehmigte im Herbst 1941 der Zementfabrik in Port Kunda (Estland) eine Notgeldausgabe, die jedoch später verboten wurde. Es gelangten Kreditscheine zu 1, 3, 5, 10 und 25 Rubel im Gesamtbetrag von 68.426 Rubel in den Umlauf.[17] Ferner gab es eine Notgeldaus­gabe in der Stadt Alexandrija in der Zentralukraine. Hierbei handelt es sich um vervielfältigte Scheine zu 5, 10, 15, 20 und 50 Kopeken.[18] Bereits am 17. Juli 1941 bestimmte Hitler in § 1 des Erlasses über die Verwaltung der neu besetzten Ostgebiete[19], dass nach Beendigung der Kampfhandlungen die Verwaltung von den militärischen auf zivile Dienststellen übergehen sollte. Das unter ziviler Verwaltung stehende Gebiet wurde in Reichskommissariate, diese in Generalbezirke und diese wiederum in Kreisgebiete eingeteilt. An der Spitze der Zivilverwaltung stand Reichsminister für die besetzten Ostgebiete Alfred Rosenberg. Von dieser Regelung wurden zwei Gebiete ausgenommen. Der Bezirk Bialystok wurde bereits am 15. August 1941 als CdZ[20]-Gebiet dem Reich „angegliedert“. Chef der Zivilverwaltung wurde der Gauleiter von Ostpreußen, Erich Koch. Als gesetzliche Zahlungsmittel galten Rubel und Reichskreditkassenscheine.[21] Mit Verordnung vom 1. November 1941 kamen die innerdeutschen Zahlungsmittel hinzu, die durch Verordnung vom 15. Dezember 1941 am 1. Januar 1942 zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel wurden. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die deutsche Devisengesetzgebung eingeführt. Rubel und Reichskreditkassenscheine konnten bis zum 15. Februar 1942 umgetauscht werden.[22] Die Reichskreditkassen in Bialystok, Grodno und Lomscha wurden durch die Reichsbank übernommen. Das ehemalige polnische Ostgalizien um Lemberg wurde am 1. August 1941 als Distrikt Galizien dem Generalgouvernement zugeschlagen. Nach der „Verordnung über die Einführung der Zloty­währung im Distrikt Galizien" vom 25.8.1941 galt dort vom 8. September 1941 an der Zloty als gesetz­liches Zahlungsmittel. Die 1- und 2-Kopeken-Stücke blieben als 1 bzw. 2 Groschen gültig. Bis zum November 1941 tauschte die Bank Emisyjny w Polsce Rubel und Kopeken zum Kurs von 5 Rubel für 1 Zloty.[23] Nach Abschluss der Aktion überwies sie ohne Gegenleistung 344 Millionen Rubel an die Reichsbank. Insgesamt wur­den auch 6 Millionen Zloty in Noten der Bank Polski für einen möglichen späteren Umtausch hin­terlegt, doch scheint es hierzu nicht gekommen zu sein.[24] Bis zum Ausbruch des Deutsch-Sowjetischen Kriegs hatte die Staatsbank der UdSSR auf Grund interner Weisungen verschiedene Serien von Banknoten sowie Staatskassenscheine nach Rückfluss zur Bank zurückgehal­ten und nicht wieder in den Verkehr gegeben. Die Bevölkerung lehnte daher in vielen Fällen die Annahme dieser Scheine ab, da sie meinte, dass sie nicht mehr kursfähig seien.[25] Hierbei handelte es sich um die folgenden Ausgaben: [26] Banknoten 1 Tscherwonez, Ausgabe 1922 1 Tscherwonez, Ausgabe 1926 2 Tscherwonez, Ausgabe 1928 3 Tscherwonez, Ausgabe 1922 3 Tscherwonez, Ausgabe 1924 3 Tscherwonez, Ausgabe 1932 5 Tscherwonez, Ausgabe 1922 5 Tscherwonez, Ausgabe 1928 10 Tscherwonez, Ausgabe 1922 25 Tscherwonez, Ausgabe 1922 und Staatskassenscheine 1 Rubel, Ausgabe 1924 1 Rubel, Ausgabe 1928 1 Rubel, Ausgabe 1934 3 Rubel, Ausgabe 1924 3 Rubel, Ausgabe 1925 3 Rubel, Ausgabe 1934 5 Rubel, Ausgabe 1924 5 Rubel, Ausgabe 1925 5 Rubel, Ausgabe 1934. Im Umlauf waren vorwiegend: Abb. 4.1/2: Staatskassenschein, 1 Rubel, Ausgabe 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 5.1/2: Staatskassenschein, 3 Rubel, Ausgabe 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 6.1/2: Staatskassenschein, 5 Rubel, Ausgabe 1938, Vorder- und Rückseite. Abb. 7.1/2: Staatsbank der UdSSR, 1 Tscherwonez, Ausgabe 1937, Vorder- und Rückseite. Abb. 8.1/2: Staatsbank der UdSSR, 3 Tscherwonez, Ausgabe 1937, Vorder- und Rückseite. Abb. 9.1/2: Staatsbank der UdSSR, 5 Tscherwonez, Ausgabe 1937, Vorder- und Rückseite. Abb. 10.1/2: Staatsbank der UdSSR, 10 Tscherwonez, Ausgabe 1937, Vorder- und Rückseite. Obwohl man sich auch weiterhin der Rubel-Geldzeichen im Zahlungsverkehr bediente, nahm der Umlauf an Reichskreditkassenscheinen zu. Ende September 1941 befanden sich 1,3 Mrd. RM und Ende November 1941 bereits 1,5 Mrd. RM im Umlauf. Vor allem der Bedarf an größeren Kassenschein­abschnitte zu 20 RM und 50 RM nahm zu, deren Bestände. 600 Mio. RM bzw. 500 Mio. RM betru­gen.[27] Nach einer Kassenbestandsanzeige der Reichskreditkassen vom 31. Januar 1942 betrug der Anteil der 100- und 50-Rubel-Noten 27 % und der 30-Rubel-Noten allein 40 %.[28] Anfänglich stand der gesamte besetzte Osten unter Wehrmachtsverwaltung, und selbst nach Errichtung der Zivilverwaltung blieben einige Teile Estlands, Weißrusslands und der Ukraine wie auch alle besetzten Gebiete der Russischen Sowjetrepublik inkl. der Krim sowie des nördlichen Kaukasus den ganzen Krieg über unter deutscher Militärverwaltung, teils wegen der ständig wechselnden Frontlinie, teils wegen dau­ernder Unruhen in diesen Gebieten. In den Weiten der unter deutscher Militärverwaltung stehenden Gebieten des Ostens behielten die Reichskreditkassen die Aufgabe einer Hilfsnotenbank, während in den Reichskommissariaten Ostland und Ukraine eigene Notenbanken errichtet wurden. Aber auch hier blieben die Reichskreditkassenscheine gesetzliche Zahlungsmittel. Im Operationsgebiet der Wehrmacht blieben die Reichskreditkassen weiterhin für die Geldversorgung zuständig. Über ihre Arbeit berichtet die „Deutsche Zeitung im Ostland“ am 1. August 1943: „Die Durchführung der ihnen hiernach obliegenden Aufgabe, die Versorgung der deutschen Truppen und Verwaltungsbehörden mit Zahlungsmitteln sowie die Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs und der Wirtschaft sicherzustellen, bedienen sich die Reichskreditkassen der ihnen aus dem Zahlungsverkehr zufließenden Rubel und der Reichskreditkassenscheine. … Neben ihrer Wirksamkeit auf dem Gebiet des Barverkehrs, die sich in der Hauptsache auf die Befriedigung des Bargeldbedarfs der deutschen Wehrmacht und der im Wiederaufbau befindlichen Wirtschaftszweige erstreckt, widmen sich die Reichskreditkassen im rückwärtigen Heeresgebiet insbesondere auch der Pflege des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. In einigen Gebieten hat sich bereits ein reger Überweisungsverkehr mit den angrenzenden Reichskommissariaten Ostland und Ukraine entwickelt. Von Bedeutung ist ferner die Bereitstellung von Krediten durch die Reichskreditkassen. Die Kredite werden hier vor allem für das Anlaufen und für die Fortführung der Betriebe in Anspruch genommen, die im Interesse der deutschen Kriegswirtschaft arbeiten. Zum großen Teil werden sie für die Erfassung der Waren benötigt und dienen teilweise auch der Ingangsetzung der Kommunalverwaltungen. Das rückwärtige Heeresgebiet stellte ein eigenes Devisengebiet dar. Die Devisenbewirtschaftung wird von den Wirtschaftsdienststellen in einer auf die besonderen Erfordernisse der deutschen Wehrmacht abgestellten, einfachen und elastischen Form durchgeführt.“ Neben der deutschen Wehrmacht statteten die Reichskreditkassen auch Hitlers verbündete "Hilfstruppen" mit Bargeld aus. So versorgte die deutsche Militärverwaltung die ungarische Wehrmacht in Russland mit Reichskreditkassenscheinen. Zu Beginn des Feld­zugs rechnete man mit einem ersten Bedarf von 2,5 Mio. RM zum Kurs von 1 RM gleich 1,642 Pengö.[29] Das finnische Kriegsministerium verpflichtete sich den Geldbedarf der deutschen Truppen in Finnland auf Anforderung des Intendanten beim Militärattaché in Helsinki laufend bereitzustellen. Im Gegenzug sollte die deutsche Wehrmacht im Bedarfsfall die finnischen Truppen in Finnland mit finni­schen Zahlungsmittel und auf russischem Gebiet mit Reichskreditkassenscheinen versorgen.[30] Im Juni 1942 wurden die Einsatzgebühren der deutschen Soldaten in Finnland teils in Finnmark, teils in Rubel gezahlt. Dabei galten 100 RM 1.974,33 Finnmark.[31] Der Wehrmachtsintendant in Finnland erhielt im Juni 1943 von den Reichskreditkassen 54,1 Millionen Rubel ausgezahlt.[32] Die rumänische Armee bekam im Sommer 1942 ge­mäß des Abkommens zur Ausstattung der Truppen in der UdSSR Reichskreditkassenscheine im Wert von 5 Millionen RM.[33] Es ist anzunehmen, dass es ähnliche Regelungen auch für die italienischen und slowakischen Verbände gab. Aus Dank für die deutsche Hilfe während des spanischen Bürgerkriegs entsandte Generalissimo Franco die "Blaue Division" nach Russland. Als die ersten Soldaten 1942 nach Spanien zurückkehrten, stellte sich die Frage, wo sie die mitgeführten „deutschen“ Zahlungsmittel wechseln konnten. Die Reichskreditkasse Bordeaux gab zu bedenken, dass die vorge­sehene Regelung des Umwechselns in Madrid unzweckmäßig für die Rückkehrer sei, da die meisten Heimatorte zu weit entfernt lägen.[34] Der Festungskommandant in Biarritz regte eine Wechselstube im Bahnhof von Hendaya an.[35] Ob die folgende Aktennotiz mit dieser Angelegenheit in Verbindung steht, ist leider nicht auszumachen. Durch einen Deutschen in Barcelona sollte der Sonderstab HWK wöchentlich über das besetzte Frankreich 300.000 Pesetas zum Kurs von 8 Francs für 1 Peseta erhalten.[36] Seit Ende 1941 bröckelte der verordnete Rubel-Kurs. Die Bevölkerung versuchte die Rubelscheine abzustoßen. Die Reichskreditkassenscheine wurden in erheblichem Umfang aufgekauft und erzielten Preise von 12 bis 25 Rubel für 1 RM. Der Verwaltungsrat der Reichskreditkassen vermutete, dass die Währungsmissstände planmäßig von Sowjetagenten hinter der deutschen Front gefördert würden, um durch Zerstörung der eigenen Währung die Bevölkerung zu beunruhigen und die Unzufriedenheit in den besetzten Distrikten zu steigern.[37] Trotz Verbot und hoher Strafen beteiligten sich auch deutsche Soldaten an der Währungsspekulation.[38] In einigen Gebieten stand im Sommer 1942 der Kurs der Reichsmark 1:50 bis 1:80 zum Rubel. Arbeitskräfte konnten nur durch Zahlung mit Reichskreditkassenscheinen angeworben werden. Dadurch ergab sich ein monatlicher Mehrbedarf von 50 Millionen RM.[39] Nach Mitteilung der Hauptverwaltung der Reichskredit­kassen waren durch Einzug des Rubels 2,8 Mrd. Rubel im Gegenwert von 280 Mill. RM im besetzten russischen Gebiet angefallen, und zwar 1,2 Mrd. in der Ukraine, 1 Mrd. im Ostland, 0,3 Mrd. in Galizien, 0,2 Mrd. im Bezirk Bialystok und 0,1 Mrd. Rubel aus der Hand von Ur­laubern. Von den letzten Beträgen waren 75 % = 1,2 Mrd. zu Zahlungszwecken über die Truppenkasse zurückgeflossen.[40] Zu den Aufgaben der Reichskreditkassen als Notenbank gehörte auch die Notenpflege. Anfangs wurden nur Rubelnoten angenommen, die zur Wiederausgabe geeignet waren, also keine Beschädigungen aufwiesen,[41] später verfuhr man analog der Regelung der Staatsbank der UdSSR, d. h. beschädigte Rubelnoten wurden nur umgetauscht, wenn mehr als 3/4 des Scheins und mindestens eine vollständige Kontrollnummer und die Serienbezeichnung vorhanden waren. Ferner musste die Wertbezeichnung (Betrag in Worten) vollständig lesbar sein. Dagegen blieben beschädigte Münzen von der Annahme ausgeschlossen.[42] Diese Regelung wurde auch auf Reichskreditkassenscheine, Behelfszahlungsmittel der Wehrmacht und Karbowanez-Noten ausgedehnt.[43] Da im Osten keine Notwendigkeit für die Verwendung von Wehrmachts-Behelfsgeld bestand, dürfte sich der Hinweis in der Akte nur auf einen evtl. Umtausch bei den Truppenkassen beziehen. Besondere Beachtung erforderte das Papiergeld, das bei gefallenen deutschen Soldaten und bei der Umbettung von Kriegsgräbern anfiel. Da die Geldscheine häufig stark durchblutet, durch Feuer angesengt oder in Folge längeren Liegens zersetzt waren, sollten sie aus hygienischen Gründen im Beisein des Wehrmachtsgräberoffiziers verbrannt werden. Hierüber musste ein Protokoll angefertigt werden, das Aus­kunft über Art, Stücklung, Kontrollnummern usw. enthielt.[44] Auch den Reichskreditkassen war das Falschgeld-Problem nicht unbekannt. Bei einer festgenommenen russischen „Fallschirmspringeragentengruppe“ wurde ein Posten gefälschter Reichskreditkassen­scheine zu 1 RM gefunden. Die fast fehlerlose Ausführung und die Verwendung von natürlichem Wasserzeichenpapier ließen staatliche russische Stellen als Hersteller vermuten.[45] Vielleicht ist hierin der Grund zu suchen, dass die Hauptverwaltung der Reichskreditkassen Ende 1943 im Osten statt der Reichs­kreditkassenscheine zu 1 RM und 50 Reichspfennig nur noch Rubelnoten zu 10 und 5 Rubel abgab.[46] Ebenso wurden falsche russische 3-Tscherwanez-Noten der Ausgabe von 1937 entdeckt.[47] Zeitungen berichteten bewusst nicht über das Vorkommen des Falschgelds.[48] Wie auch in anderen besetzten Gebieten kam es auch im Osten zu Verlusten durch Diebstähle. In den Akten der Reichskreditkassen findet sich folgender Vorgang:[49] In den Abendstunden des 20. Juli 1942 wurde aus einem Auto, das an der Nordseite des Soldatenheims in Gorlowka (Stadt in der Ostukraine) geparkt war, eine schwarz-braune Dienstaktentasche mit 100.000 RM in zwei Originalpaketen neuer Reichskreditkassenscheine zu 50 RM gestohlen. Die Hauptverwaltung setzte für Hinweise auf die Diebe eine Belohnung in Höhe von 500 RM aus. Bei den Scheinen handelte es sich um Noten mit den Kontrollnummern A 3929000 - 3929500, A 3857500 - 3857999, A 3680400 - 3680500, A 3619500 - 3619999 und A 4161000 – 4161600. Nach der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad am 2. Februar 1943 begann der unaufhaltbare deutsche Rückzug. Gegen Ende des Jahres behauptete die Wehrmacht nur noch die westliche Ukraine, die Krim, einen beträchtlichen Teil Weißrusslands und das Baltikum. Der größte Teil des von ihr zuvor besetzten Territoriums der UdSSR befand sich wieder in sowjetischer Hand. Im Verlauf des Winters 1943/44 zwang die Rote Armee die deutschen Truppen zum Rückzug von den Zugängen Leningrads sowie aus weite­ren ukrainischen Gebieten. Mitte Mai war die Krim vollständig befreit. Anschließend zerschlugen die sowjetischen Truppen im Sommer/Herbst-Feldzug 1944 in großangelegten Offensiven die Hauptkräfte der Heeresgruppen Mitte, Nord- und Südukraine und drangen bis an die Grenzen Polens und Rumä­niens vor. Im November 1944 verlief die Ostfront nördlich von Königsberg von Ostpreußen quer durch das General­gouvernement östlich von Krakau vorbei durch die Slowakei nach Ungarn. Nur in Kurland hielten sich Reste der 16. und 18. Armee der Heeresgruppe Nord (am 26. Januar 1945 umbenannt in Armee­gruppe Kurland) bis zur Kapitulation. Die militärischen Ereignisse wirkten sich auch auf den monetären Bereich aus. So durften Reichskreditkassenscheine nicht mehr im Operationsgebiet verwendet werden.[50] Nach einem Erlass des Oberkommandos der Wehrmacht wurden An­gehörige des Ostheeres bei Dienst- und Urlaubsreisen nur noch mit Rubel ausgestattet. Diese Rege­lung sollte auch auf Finnland ausgedehnt werden, da dort der Rubel Behelfszahlungsmittel war.[51] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Alexander Dallin, Deutsche Herrschaft in Rußland 1941 - 1945, Eine Studie über Besatzungspolitik, Düsseldorf 1958, S. 25 f. [2] Vgl. Dokument 1031-PS, in: Trial of the Major War Criminals before the International Military Tribunal, Nuremberg 14.11.1945 - 1.10.1946, Nürnberg 1947, Band XXVI, S. 580-584. [3] Zur Geschichte der Behelfsrubel siehe Uwe Bronnert, Wo sind die Rosenberg-Rubel?, in: Münzen & Sammeln, Oktober 2013, S. 170 ff. [4] BA Berlin, R 29/2, Berichte über die Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 13.8.1941. [5] BA Berlin, R 29/1, Berichte über die Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 9.6.1941. [6] Ebenda. [7] BA Berlin, R 29/223, TAO 113/41 vom 24.9.1941. [8] BA Berlin, R 29/367, TAO 85/41 vom 26.7.1941. [9] BA Berlin, R 29/223, TAO 97/41 vom 22.8.1941. [10] BA Berlin, R 29/425, TAO 37/42 vom 27.2.1942. [11] BA Berlin, R 29/110, Schreiben vom 4.7.1941 der RKK Kowno an die Hauptverwaltung. [12] Ebenda, Fernschreiben vom 6.7.1941 der RKK Wilna an die Hauptverwaltung. [13] BA Berlin, R 29/367, TAO 86/41 vom 30.7.1941. [14] BA Berlin, R 29/2, Berichte über Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 16.10.1941. [15] Aufruf an die Bevölkerung des Ostlandes zur Einlösung von Empfangsbescheinigungen, Riga am 25. September 1941. [16] Alexander Dallin, S. 417. [17] Uwe Bronnert, ..., daß die Herstellung eigenen Geldes absolut unstatthaft ist. Die Kreditscheine der Zementfabrik „Port Kunda (Estland), in: Der Geldscheinsammler, April 1995, S. 12 ff. [18] S. Albert Pick und Carl Siemsen, Das Notgeld des II. Weltkrieges – Emergency Money of World War II, München 1979, S. 104, Kat.-Nr. 1 - 5. [19] Führer-Erlasse 1939 - 1945, zusammengestellt und eingeleitet von Martin Moll, Hamburg 2011, Dokument Nr. 99, S. 186 ff. [20] CdZ = Chef der Zivilverwaltung. [21] BA Berlin, R 29/223, TAO 126/41 vom 23.10.1941. [22] Verwaltungsbericht der Deutschen Reichsbank für das Jahr 1941, Hauptversammlung am 17. März 1942, S. 11. [23] Vgl. Wirtschafts-Handbuch, S. 149. Vom 8. bis 15 September wurde das sowjetische Papiergeld und vom 13. Oktober bis 1. November das sowjetische Münzgeld umgetauscht. [24] S. auch Uwe Bronnert, Das Geldwesen im Generalgouvernement Polen 1939 - 1945, Teil 2: Von der Gründung der Bank Emisyjny w Polsce bis zum Ende des Krieges, in: Münzen & Sammeln, Dezember 2016, S. 123 ff. [25] BA Berlin, R 29/425, TAO 8/42 vom 19.1.1942. [26] Angaben nach Deutsche Reichsbank (Hrsg.), Union der sozialistischen Sowjetrepubliken, Verzeichnis und kurze Beschreibung der im Umlauf befindlichen Noten und Münzen, Berlin o. J. (Stand Mai 1941). [27] BA Berlin, R 29/3, Berichte über die Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 12.12.1941. [28] BA Berlin, R 29/425, TAO 39/42 vom 2.3.1942. [29] BA Berlin, R 29/367, TAO 84/41 vom 24.7.1941. [30] Ebenda. [31] BA Berlin, R 29/260, zu TAO 81/43 vom 7.6.1943, Veröffentlicht im Heeres-Verordnungsblatt, Teil B, Blatt 6 vom 23.3.1943. [32] BA Berlin, R 29/3, HV an Wehrmachtsintendant in Finnland (10.6.1942) Abgabe von Rubel: 3 Mill. zu 100 Rbl., 5 Mill. zu 50 Rbl., 6 Mill. zu 30 Rbl., 20 Mill. zu 10 Rbl., 20 Mill. zu 5 Rbl. und 100.000 zu 1 Rbl. [33] BA Berlin, R 29/4, Schreiben des RFM an Verwaltungsrat der Reichskreditkassen vom 31.8.1942. [34] BA Berlin, R 29/3, Schreiben RRK Bordeaux an HV vom 15.4.1942. [35] Ebenda, Schreiben der Festungskommandantur Biarritz an RKK Bordeaux. [36] BA Berlin, R 29/4, Schreiben der HV an Direktor bei der Deutschen Reichsbank vom 10.8.1942. Anm. 20 ffrs = 1 RM. [37] BA Berlin, R 29/3, Berichte über dieSitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 29.1.1942. [38] BA Berlin, R 29/223, TAO 152/41 vom 4.12.1941. [39] BA Berlin, R 29/4, Berichte über die Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 20.7.1942. [40] Ebenda, Berichte über die Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 31.8.1942. [41] BA Berlin, R 29/223, TAO 125/41 vom 22.10.1941. [42] Ebenda, R 29/223. TAO 167/41 vom 24.12.1941. [43] BA Berlin, R 29/260, TAO 151/43 vom 17.12.1943. [44] Ebenda, R 29/260, Anlage 1 zur TAO 11/43 vom 17.8.1943. [45] BA Berlin, R 29/424, TAO 127/42 vom 7.8.1942. [46] BA Berlin, R 29/260, TAO 139/43 vom 10.11.1943. [47] BA Berlin, R 29/425, TAO 79/42 vom 16.5.1942. [48] BA Berlin, R 29/4, Berichte über die Sitzung des Verwaltungsrates der Reichskreditkassen vom 4.11.1942. [49] BA Berlin, R 29/424, TAO 124/42 vom 30.07.1942 und TAO 138/42 vom 26.08.1942. [50] BA Berlin, R 29/260, zu TAO 81/43 vom 7.6.1943, Veröffentlicht im Heeres-Verordnungsblatt, Teil B, Blatt 6 vom 23.3.1943. [51] BA Freiburg - Militärarchiv -, RW 7/v 1711 b, Erlass OKW 59 B 1 Nr. 12811/44 Ag VWn(III a) vom 28.2.1944, genannt im Tätigkeitsbericht der Dienststelle Wehrmachtsintendant in Finnland für die Zeit vom 1.4.1944 bis 30.6.1944, Bl. 226.

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