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  • Land geteilt – Welt vereint: Geldscheine aus Panama und der Kanalzone

    Die lateinamerikanischen Staaten Kolumbien, Panama, Ecuador und Venezuela sowie Gebiete von Peru und Guyana gingen aus dem früheren spanischen Neugranada hervor und wurden von Historikern als Gesamtstaat Großkolumbien bezeichnet. Es existierte von 1819 bis 1830 als República de Colombia. Nach der militärischen Besetzung Panamas durch die US Army, nach dem sog. 1000-Tage-Krieg und seiner Abspaltung von Kolumbien erhielt das Land erst 1903 seine Unabhängigkeit. Die damalige Einmischung und Vormachtstellung der USA dauerte fast ein ganzes Jahrhundert. Das hatte mit dem geplanten und fertiggestellten Panama-Kanal zu tun. Schon seit dem 16. Jahrhundert hatten spanische Könige die Querung der Landenge zwischen dem Atlantik und dem Pazifik immer wieder angeregt; selbst Alexander von Humboldt beschäftigte sich mit dem Projekt. 1881 hatte dann Frankreich mit der Planung einer Wasserstraße zwischen den Städten Colón und Panamá begonnen – seit Mai 1904 begann der Bau am Kanal durch die US-Amerikaner unter J. F. Wallace, er wurde 1905 von J. F. Stevens abgelöst; US-Generalmajor G. W. Goethals führte das Projekt ab 1907 fort und beendete es 1914. Ebenso nahmen sich die USA die Hoheitsrechte an dem Kanalgebiet einschließlich der Panama Railroad Co. für sich in Anspruch und schufen zwei Wochen nach der Unabhängigkeit die Kanal-Zone als Hoheitsgebiet der USA. Im Staatsvertrag verpflichteten sich die USA zur jährlichen Zahlung von 250.000 Gold-Dollars an Panama – der Kaufpreis für die fast 1.500 qkm große Kanalzone lag bei 10 Mio. Dollars. 1935/36 wurde der Vertrag modifiziert und die USA hatten von da an eine jährliche Zahlung von 430.000 US-Dollars zu leisten – bis 1955 stieg diese Pacht auf 1,93 Mio. US-Dollars. Abb. 1: Karte der Kanal-Zone von 1920, sichtbar ist die über 80 km lange Wasserstraße als Doppellinie innerhalb der braunen Fläche. Als erstes Schiff nach Fertigstellung des Kanals fuhr die New Yorker „Cristobal“ am 3. August 1914 durch den Panamakanal. Durch den Ersten Weltkrieg wurde der Kanal jedoch erst am 12. Juli 1920 durch US-Präsident W. Wilson offiziell freigegeben – seit deren Eröffnung passierte am 4. September 2010 der chinesische Frachter „Fortune Plum“ als einmillionstes Schiff den Panamakanal. Allein im ersten Jahr nahm die Kanalgesellschaft etwa 4,3 Mio. US-Dollars an Gebühren ein. 1996 waren es 483,0 Mio. US-Dollars. 2002 wurden die Gebühren um 13 Prozent erhöht. Das Containerschiff „MSC Fabienne“ musste für seine Kanalpassage am 16. Mai 2008 den bisher höchsten Preis von über 317.000 US-Dollars entrichten – den niedrigsten in Höhe von 36 US-Cents bezahlte 1928 der US-Amerikaner Richard Halliburton, der den Kanal innerhalb von acht Tagen durchschwamm. Abb. 2: Wechsel für die Kanalgebühr, für Reparationen und weitere Auslagen für die Weiterfahrt der S/S Gundulic. . Ab 1979 stand der Kanal dann unter gemeinsamer Kontrolle Panamas und der USA und am 31. Dezember 1999 erlangte die Republik Panama die alleinigen Hoheitsrechte an der Kanalzone. Seitdem wird der Kanal durch die ACP (Autoridad del Canal de Panamá) verwaltet. Für Panama und die Kanalzone ist unterschiedliches Papiergeld nachweisbar: das sind zum einen die Banknoten der Zentralbank der Republik Panama und zum anderen Gutscheine der Clubs in US-Militäreinrichtungen in der Kanalzone sowie Fantasieausgaben u. a. – auch Wertmarken sind bekannt. Nach der Unabhängigkeitserklärung führte Panama eine neue Währung ein: den Balboa (= 100 Centésimos) – benannt nach dem spanischen Entdecker Vasco Núñez de Balboa. In der Verfassung des Landes von 1904 war niedergeschrieben, dass Balboas nur als Münzen auszugeben waren. Als Papiergeld diente die US-Währung – Dollar-Scheine laufen wertgleich 1:1 zum Balboa bis heute um. Panamas jüngster Präsident Dr. Arnulfo Arias Madrid forderte 1941 von der Regierung, eigene panamaische Banknoten drucken zu lassen und ein entsprechendes Gesetz einzubringen. Die Verfassung wurde geändert, nationale Banknoten durften in Höhe von 6,0 Mio. Balboas gedruckt und ausgegeben werden. So vergab die neugegründete Banco Central de Emisión de la República de Panamá den Auftrag für den Druck von 2,72 Mio. Balboas nach New York an die Hamilton Bank Note Co. in vier Wertstufen: Abb. 3: 1 Balboa 1941, Vs., 720.000 Stück gedruckt. Abb. 4: 1 Balboa 1941, Rs., die Rückseiten sind gleich gestaltet und unterscheiden sich nur durch die Wertzahlen und unterschiedliche Farbgebung; alle Balboa-Scheine sind 158 mm × 67 mm groß. Abb. 5: 5 Balboas 1941, Vs., 100.000 Stück gedruckt. Abb. 6: 10 Balboas 1941, Vs., 100.000 Stück gedruckt. Abb. 7: 20 Balboas 1941, Vs., 25.000 Stück gedruckt. Am 30. September 1941 kündigte Präsident Arias Madrid in einer Radioansprache die Gründung der Emissions-Zentralbank von Panama an. Die Balboa-Banknoten wurden am 1. Oktober 1941 in Umlauf gegeben und am folgenden Tag besuchte der Präsident das Büro der Nationalbank und tauschte offiziell US-Dollars in Balboas um. Das Gesetz zur Ausgabe der Banknoten wurde von der Nationalversammlung aber nie genehmigt. Die Banknoten wurden nach der Schließung der Emissionsbank am 9. Oktober 1941 wieder für ungültig erklärt, eingezogen und in der Kunstgewerbeschule verbrannt. Der Grund dafür war ein Militärputsch unter Führung von Dr. Ricardo Adolfo de la Guardia Arango, der von den USA unterstützt wurde. Arias besuchte damals Kuba und galt in Washington als antiamerikanisch und Mann, der die Abhängigkeit seines Landes von den USA maßgeblich einschränken wollte. Angeblich wurden etwa 7.000 Banknoten nicht vernichtet. Ein US-amerikanischer Ingenieur, der als Manager einer bedeutenden Goldmine nach Panama zog, kaufte die verbliebenen Balboa-Scheine auf – ein anderer Verwandter, der als Baggerfahrer beim Bau des Kanals arbeitete, erwarb diese Banknoten. Er übersiedelte in den 1980er Jahren zurück in die USA. Die 1941er Serie bezeichnet man deshalb auch als „Arias Seven Day Notes“ und Einzelscheine erreichen heute fünfstellige Euro-Preise. Von den sog. Martin-Sosa-Projekt-Ausgaben zu 1 und 10 Balboas aus dem Jahr 1933 lassen sich kaum Informationen finden – sie wurden nie ausgegeben. Hingegen gibt es zwei „Ergänzungsscheine“ der Serie 1941 zu 50 und 100 Balboas, die Richard J. Reed in Sarasota/Florida gestaltete und seit 2007 anbietet. Weitere Fantasie-Ausgaben sind bspw. die Ausgaben einer Banco Americano de la República de Panamá, Serie 1918 oder die „Gedenkbanknote“ zum 100. Jahrestag der Eröffnung des Panamakanals sowie ein Schein der Panama Canal Zone. Abb. 8: 50 Balboas 1941 A, Vs., Fantasie-Ausgabe, Design: R. J. Reed. Abb. 9: 100 Balboas 1941, Vs., Fantasie-Ausgabe, Design: R. J. Reed. Abb. 10: 1 Balboa, Vs., Phantasie-Ausgabe, Design: R. J. Reed. Abb. 11: 1000 Balboas, Vs., Fantasie-Ausgabe, Design: R. J. Reed. Abb. 12: 100 (Jahre), Fantasie-Ausgabe, Centennial Celebration 2014. Abb. 13: 1 Dollar/1 Balboa, Serie 1920, Vs., Fantasie-Ausgabe 2012. In den Klubs der US-Militärstützpunkte innerhalb der Kanalzone wurden außerdem sog. Chits verwendet, wie man sie auch aus vielen Teilen der Welt kennt, wo Einheiten der US Army, Navy oder Air Force stationiert waren. In der Kanalzone waren das die Albrook und Howard AFB, die Camps Chorrer, Elliott, Gaillard und Otis, die Forts Amador, Clayton, Davis, Grant, Gulick, Kobb und Sherman sowie Coco Solo und Corozal. Auch Wertmarken sind nachweisbar. Abb. 14: 1 Cent, Gutschein, PX Fort Sherman. / Abb. 15: 5 Cents, Gutschein, Officers’ Club Fort Amador. Abb. 16: 10 Cents, Gutschein, 1–2–3 Club Fort Clayton. / Abb. 17: 25 Cents, Gutschein, N.C.O. Open Mess Albrook AFB. Abb. 18: 5 Cents, Gutschein, Officers’ Club Coco Solo. / Abb. 19: 25 Cents, Gutschein, VFW Post Margarita. Abb. 20: 1 Dollar, Wertmarke, 1914, Camp Elliott, Isthmian Canal Zone. / Abb. 21: 5 Dollars, Wertmarke, 1970, Atlantic Area Installation Command, Fort Davis. Abb. 22: 50 Cents, Wertmarke, NCO Club Corozal. / Abb. 23: 1 Dollar, Wertmarke, NCO Mess Albrook AFB. Außerdem wurden Gutscheine und auch Wertmarken von Wirtschaftsbetrieben, Firmen, Hotels und Privatleuten verwendet. Stellvertretend stehen dafür die Gutscheine der Panama Railroad Co. – die Eisenbahngesellschaft ist im Besitz der US-amerikanischer Unternehmen. Die Scheine wurde in Streifen zu 5 Stück in Booklets eingeheftet, zeigen die Unterschrift des Bahnpräsidenten George Washington Goethals; sie wurden in Indianapolis/IN bei der Allison Coupon Co. gefertigt. Abb. 24: 1 Cent, Gutschein der Panama Rail Road Co. Bei der Einführung des Balboas vor knapp 120 Jahren entschied sich die Regierung nur für die Ausgabe von Münzen. Papiergeld wollte man nicht drucken lassen – wegen Bedenken einer möglichen inflationären Entwicklung ähnlich der im damaligen Kolumbien. Zwischen 1904 und 1907 wurden die ersten Kleinmünzen geprägt: ½ Centésimo (medio Centésimo de Balboa), 1¼ Centésimo (uno y cuarto Centésimos) und 2½ Centésimos (dos y medio Centesimos de Balboa). 1-Balboa-Münzen gab man erst 1931 aus. Sämtliche Münzen wurden in der United States Mint und der Royal Mint in London gefertigt – die von 1904/07 in Philadelphia. Gedenkmünzen wurden in Stücken von 5 bis 500 Balboas geprägt. Die 50-Centésimos-Münzen waren anfangs nur wenig mehr wert als der kolumbianische Peso; so wird die 50-Centésimos-Münze bis heute als Peso bezeichnet. Abb. 25: ½ Centésimo de Balboa 1907, Kupfer-Nickel, 16 mm Ø, 1 Mio. Stück geprägt. / Abb. 26: 1 Balboa 1931, Silber, 38 mm Ø, 200.000 Stück geprägt. Die Banknoten der Banco de Panamá oder die Schatzscheine des Tesorería Estado Soberano de Panamá gaben im 19. Jahrhundert Peso-Scheine aus, die jedoch der kolumbianischen Provinz Panama zuzuordnen sind. Abb. 27: 1 Peso Ausgabe 1869, Vs., Banco de Panamá, Druck: American Bank Note Company. Abb. 28: 3 Peso 1868, Vs., Tesoreria Estado Soberano de Panama, Druck: American Bank Note Company. Michael H. Schöne Quellen: https://www.currencybanknotes.com https://www.coins-of-panama.com http://imgbuddy.com http://www.coincommunity.com http://www.worldbanknotescoins.com

  • Leserpost: Zwei Banknoten in einer!

    Hallo Herr Grabowski, ich denke, dies hier wäre auch eine Kuriosität: zwei Banknoten in einer, quasi 3 Millionen Mark. Würde mich freuen von ihnen zu hören Liebe Sammlergrüße, M. Berg Antwort der Redaktion Hoppla, was ist denn da passiert? Eine echte Kuriosität! Die Randornamente von den Hilfsbanknoten der Deutschen Reichsbank zu 1 Million und 2 Millionen Mark vom 9. August 1923 sind auf einem Schein vereint. Da wurde wohl ein Druckbogen doppelt benutzt und bei einem zweiten Unterdruck seitengleich, aber gedreht eingesetzt. Wenn das mal kein schöner Fehldruck ist! DEU-114c: 1 Million Mark, korrekter Druck, grünes Randornament rechts. DEU-116c: 1 Million Mark, korrekter Druck, violettes Randornament rechts. Passiert ist das ganze, wie das Firmenzeichen BK verrät, bei der Firma J. P. Bachem in Köln auf Papier mit Wasserzeichen Ringe. Natürlich wird daraus nur zu einem Drittel ein 3-Millionen-Mark-Schein, wenn man bedenkt, dass Ornament und Überdruck vom "Einer", aber nur ein Ornament vom "Zweier" vorhanden sind. Das macht dann ja auch wieder einen "Einer" aus dem Schein, weil der Überdruck letztlich ausschlaggebend ist. Gratulation, sowas hat auch nicht jeder Sammler deutscher Banknoten im Album. Hans-Ludwig Grabowski

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 42

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Abstrakt und modern, Vorschlag M 587 Enric Satué Llop Geboren 1938 in Spanien. Studierte Bildende Kunst und arbeitete als Grafikdesigner, Historiker und Universitätsprofessor. Er lehrte an der Universität Pampeu Fabra und der Architekturschule on Barcelona. 5 Euro, Vorder- und Rückseite, Symbole für elementare Güter. 10 Euro, Vorder- und Rückseite, Symbole der Biologie. 20 Euro, Vorder- und Rückseite, Symbole der Astrologie. 50 Euro, Vorder- und Rückseite, Symbole zum Thema Verkehr. 100 Euro, Vorder- und Rückseite, Symbole für Druck und Typographie. 200 Euro, Vorder- und Rückseite, Symbole der Mathematik. 500 Euro, Vorder- und Rückseite, Symbole der Musik. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Leserpost: Militärgeld der NVA mit Handunterschrift? – Ein Online-Krimi!

    Ich habe im Mai diesen Jahres zwei Scheine mit Militärgeld-Stempel und einer Handsignatur erworben. Die Bilder dazu finden Sie im Anhang. Der Anbieter hat die Scheine im Auftrag einer Witwe verkauft, deren Mann 30 Jahre bei der NVA tätig war. Dieser war schon vor einer geraumen Zeit verstorben, so dass es leider von ihm keine Auskunft zu den Noten mehr geben kann. Hier ein Auszug aus der Korrespondenz von mir mit dem Anbieter: Brief des Käufers: Die Nummern der verwendeten Scheine mit Militärgeldstempel sind bekannt. Ihre gehören nicht dazu. Echtheit ist sehr fraglich. Wie sollen die Stempel auf die Noten gekommen sein, wenn nur wenige dieser Scheine mit den bekannten Nummern zur Verwendung standen, zumal diese Scheine aus den Reserven der Deutschen Notenbank stammten und diese um 1980 zur Verwendung kamen, als diese 1955er Ausgabe nicht mehr im Umlauf war, sie wurden 1964 ausgetauscht. Können Sie dazu aufklären? Antwort des Anbieters: Da bin ich selbst überfragt, hege bei Verkauf der Scheine ja selbst keinen Anspruch auf irgendeine Echtheit. Dann schreibe ich das wohl besser mit dazu, damit es keine Missverständnisse gibt. Brief des Käufers: Noch interessanter ist natürlich der geschichtliche Hintergrund der Scheine. Sie schreiben da etwas von einem Stabsfeldwebel Mohaupt, wenn ich das jetzt richtig wiedergegeben habe. Haben Sie dazu noch Informationen oder ein Schreiben zum Zweck der mit Stempel versehenen Scheine? Wäre schön, wenn dazu ein Schriftstück existiert, bitte mit zusenden. Ich bin selbst in der DDR groß geworden und befasse mich seit 20 Jahren mit DDR-Geld und dessen Hintergrund. Wer hatte sie da angeschrieben in dieser Sache, die kenne ich bestimmt. Mir sind die geläufigsten Sammler bekannt. Mit diesen kann ich mich dann darüber austauschen, wenn die so freundlich wären. Antwort des Anbieters: Gerne rufe ich die Frau heute Abend an und frage nach, ob sie da noch was hat für mich. Dann könnte ich ihr morgen das Geld auch gleich vorbei bringen in Dortmund. Wir haben uns mal auf einem Ostsee-Urlaub kennengelernt. Ihr Vater war ca. 30 Jahre bei der NVA in einer Nachrichtenkompanie irgendwo in Neubrandenburg. Dann im Wehrkreiskommando auch da in der Umgebung. Ende letzten Jahres dann verstorben... In der Tat , das ist ein eBay´er aus Dresden. Die anderen allerdings aus Österreich (2) und einer aus dem Elsass (Frankreich). Aus Datenschutzgründen kann und darf ich hier keine eBay-Accounts kommunizieren. Da müssen Sie mir jetzt einfach vertrauen. Da bin ich mal gespannt, ob sie noch was hat...! Ich melde mich dann diesbezüglich morgen und werde den Brief auch morgen im Laufe des Tages absenden. Brief des Käufers: Ich gehe mal davon aus, dass die Banknoten echt sind. Erkennt man ja am Wasserzeichen im Papier, wie bei jeder anderen Banknote. Der Stempel ist dann sekundär und es gilt in Erfahrung zu bringen, mit welcher Geschichte er zusammenhängt. Interessant wäre auch gewesen, ob es noch weitere Werte in dieser Art gab. Es gibt da sicherlich noch einige unbekannte Sachen, was die Militärgeschichte der DDR betrifft. Leider wird es immer schwieriger, darüber Auskunft zu bekommen, da die Genossen alle schon alt sind oder gestorben, die damit zu tun hatten. Ich hoffe die Frau kann aus der Dienstzeit ihres Mannes was berichten, was zur Geschichte beiträgt. Ich danke Ihnen schonmal im voraus für Ihre Bemühungen, auch der alten Dame gegenüber. Andere hätten die Scheine evtl. entsorgt und sie wären für die Nachwelt verloren gegangen. Ich bin gespannt und grüße Sie... Antwort des Anbieters: Der Brief ist auch heute versendet. Die Noten sind echt (Wasserzeichen sichtbar). Ich habe mir mal versucht, ein Bild zu machen von diesem Mann (durch die Erzählungen der Ehe-Frau, 86 Jahre alt). Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Mann einfach Geldscheine für sich fertig gemacht hat. Ist das denkbar, oder kann man das gänzlich ausschließen?! Es sind keinerlei Dokumente oder Ähnliches zu den Geldscheinen vorhanden. Einige Ordner wurden entsorgt...da war vielleicht was dabei. Sie hat sogar eine Uniform in die Altkleider geworfen. Da ist mir ganz schlecht geworden, als ich das gehört habe. Der Franzose (Elsass) wollte sich nächste Woche noch mal bei mir melden. Er hat sich die Geldscheine runtergeladen. Das ist wohl unter Anderem auch ein DDR-Mark-Interessent. Jetzt Kommt´s: Die Kürzel auf den Scheinen hat er schon mal irgendwo gesehen...! Er wollte bei sich und bei einem Bekannten nachschauen bzw. nachfragen. Soll ich mich diesbezüglich nochmal melden? Ansonsten war´s das dann erstmal von meiner Seite. Alles Gute Ihnen ... Die Noten sind Echt, auch der Stempel scheint echt zu sein. Keine Anzeichen einer Manipulation meines Erachtens. Auch das Unterschriftenkürzel ist eine Handschrift, wobei mir der Name „Mohaupt“ auch nach längerer Recherche nichts zu Tage brachte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Offizier die Scheine für sich herstellen hat lassen, was man aber auch nicht ausschließen kann. Ich vermute eher, dass sie zu diesem bestimmten Zweck des Militärgeldes als Vorlagen, bzw. Entwurf gefertigt wurden. Vielleicht haben Sie andere Informationen zu dieser Person, bzw. den Scheinen oder irgend einer Theorie, was diese ominösen Scheine betrifft. Von einem Betrugsversuch gehe ich nicht aus, dafür war der Verkäufer zu Aufschlussreich und zu Seriös, so mein Empfinden. Es wäre schön, wenn wir in dieser Sache etwas Licht ins Dunkel bringen könnten. Ich verbleibe mit den besten Grüßen M. Hofmann Antwort der Redaktion: Wie Sie selbst schon in der Konversation mit dem Verkäufer angeführt haben, sind die Serien und bisher bekannten Nummernkreise für die Noten der Deutschen Notenbank aus dem Jahr 1955 bekannt, die 1980 zur Herstellung von Militärgeld der NVA verwendet wurden. Beim 10-Mark-Schein war das die Serie HG und beim Zwanziger die Serie EH. Sowohl Vorläufertypen, als auch Musternoten und endgültige Drucke waren alles Scheine mit diesen Serienbezeichnungen. Die von Ihnen erworbenen Scheine mit NVA-Stempel weichen davon ab. Ihr Zehner zeigt die Serie EN und der Zwanziger die Serie AD. Nun kann man deshalb nicht völlig ausschließen, dass es sich trotzdem um echte Militargeldscheine handelt, welchem Zweck sie auch dienten, was die zusätzlichen handschriftlichen Signaturen unterstreichen könnten. Kein Zweifel besteht sicher daran, dass es sich um echte Scheine handelt, fraglich ist aber die Echtheit der Abstempelung und Signatur. Eine Rückfrage bei einem bekannten Experten für DDR-Geld, der sich auch intensiv mit dem Militärgeld der NVA beschäftigt hat, ergab, dass er sich diese Serien und Kontrollnummern bereits in der Vergangenheit als Manipulationen notiert hatte, als die Scheine über ein bekanntes Online-Auktionshaus mit Militärgeld-Stempel aufgetaucht waren, damals allerdings wohl noch ohne die Handsignaturen. Er hätte sich bei dieser Besonderheit die Abbildungen sicher abgespeichert, beließ es aber bei einer Notiz ohne die Signatur zu erwähnen. Über dieses Auktionshaus wurden auch schon sog. "Repro-Stempel" angeboten, mit denen man Scheine selbst zu "Militärgeld" stempeln kann. Nun haben Sie die selben Scheine mit zusätzlichen Handsignaturen gekauft. Dass es sich um Stempel-Manipulationen handelt, erkennt man am Stempel selbst. Ihre Scheine wurde mit einem Handstempel versehen. Der Original-Handstempel weist besondere Eigenheiten auf, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, um Fälschern die Arbeit nicht noch zu erleichtern. Besondere Eigenheiten, die hier nicht gegeben sind. Die Stempel sind also höchstwahrscheinlich falsch. Als wir nicht zum ersten Mal auch in diesem Blog über die "Repro-Stempel" berichtet haben, kam wohl jemand auf die Idee mit den zusätzlichen Handsignaturen. So oder so ähnlich könnte es gewesen sein, vieles spricht dafür. Dass immer wieder auch Legenden "gestrickt" werden, um das eigentlich Unmögliche glaubhaft und deshalb zu einer besonderen Rarität zu machen, ist so alt wie der Betrug selbst. Es tut mir leid, dass es sich nach meiner Einschätzung um Manipulationen handelt. Vorläufertypen und Muster zum NVA-Militärgeld sind bekannt, wozu hätte es dann noch zusätzliche "Muster" mit der Unterschrift eines unbekannten Offiziers geben sollen? Natürlich hätte er als Offizier an einer Übung teilnehmen können, bei der solche Scheine verwendet wurden, wozu aber brauchte es seiner Signatur, zu mal die ebenfalls nicht echt zu sein scheint, wenn die Scheine vorher ohne diese angeboten wurden. Auch wenn jetzt noch mehr solche Scheine auftauchen sollten, ist das keineswegs ein Beweis für deren Echtheit. Den gäbe es nur, wenn entsprechende Dokumente aus DDR-Zeiten diese belegen könnten. Mit den besten Grüßen Hans-Ludwig Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: Konversionskassenschein über 40 Reichsmark von 1934

    Objekttyp: Kassenschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Die deutschen Auslandsschulden waren während der Weimarer Republik enorm gestiegen, was nicht zuletzt mit den 1919 in Versailles festgesetzten Reparationsforderungen der Entente-Mächte zusammenhing, denen zum Teil auch die große Inflation geschuldet war. Am 29. Januar 1921 hatte der Oberste Rat der Alliierten im „Pariser Beschluss“ die Gesamthöhe der Wiedergutmachungen auf 226 Milliarden Goldmark festgelegt. Konversionskassenscheine waren eine staat­liche Sofortmaßnahme der neuen nationalsozialistischen Regierung zur Devisenbewirtschaftung und dienten der Begleichung deutscher Schulden an ausländische Gläubiger. Nach Inkrafttreten des Gesetzes im zweiten Halbjahr 1933 erhielten diese 50% ihrer Forderungen in Devisen und den Rest in unverzinslichen Konversionskassenscheinen (Scrips). Die Devisenlage Deutschlands hatte sich aber Anfang 1934 weiter verschlechtert. Es kam zur Ausgabe der neuen Serie 1934, bei der die 1933er Scheine lediglich mit roten Rosetten „I“ und dem Jahr „1934“ überdruckt wurden. Nun erhielten ausländische Gläubiger nur noch 30% ihrer Forderungen in Devisen und 70% in Konversionskassenscheinen. Ab dem zweiten Halbjahr 1934 fand – ausgehend von der angespannten Devisenlage – keinerlei Bezahlung in Devisen an Gläubiger im Ausland mehr statt. Es wurden auch keine weiteren Schuldscheine der Konversionskasse ausgegeben. Die mit Perforationen "ENTWERTET" oder "WERTLOS" amtlich entwerteten Stücke gehörten zum „Reichsbankschatz“ aus dem Bestand der ehemaligen Staatsbank der DDR, der Mitte 2006 versteigert wurde. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Berlin Emittent: Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden Nominal: 40 Reichsmark Datum: 28. August 1933 / 1934 Gültigkeit: Januar bis Juni 1934, Entwertung durch Perforation "WERTLOS" Vorderseite: Text und Guillochen, links roter Überdruck "I" und "1934" in Guillochen Rückseite: Text und Guillochen Format: 190 mm x 110 mm Material: Papier links braun eingefärbt, mit Wilcox-Fasereinlage Wasserzeichen: Eichenlaubstreifen Druck: Reichsdruckerei, Berlin Nummerierung: Serie A / Nr. 0515368 Authentizität: Original Zitate: DEU-235E2 (Grabowski: Deutsche Banknoten ab 1871) Ro./Gra. 711 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) GER-210 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues, not listed) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturhinweis: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Mehr lesen … Leseprobe

  • Neuer Katalog: Das Papiergeld Ostbayerns

    Manfred Dietl: Das Papiergeld Ostbayerns Das Notgeld im Gebiet der heutigen Landkreise Cham, Regen und Straubing-Bogen 223 Seiten, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Eigenverlag, Cham 2022 ISBN: ohne Preis: 30,00 Euro Eigentlich sollte es "nur" eine Übersicht zum Notgeld der Stadt Cham in der Oberpfalz werden, in der der Autor geboren wurde und zuhause ist, doch schon bald wurde diese auf den gesamten Landkreis erweitert und es dauerte auch nicht lange, bis zusätzlich zwei benachbarte Landkreise aus Niederbayern mit in die Arbeit einbezogen wurden. Solche Werke können nur entstehen, wenn sich engagierte Heimatsammler über viele Jahre akribisch um die Erforschung des Notgeldwesens ihrer Region bemühen. Entstanden ist zu guter letzt eine komplett farbig bebilderte Dokumentation der Papiergeldausgaben in drei Landkreisen Ostbayerns, die mit Einleitungen zu den verschiedenen Ausgaben nicht nur wichtige Hintergrundinformationen liefert und eine umfassende Beschreibung aller aktuell bekannten Emissionen und deren Varianten, sondern diese auch zusätzlich mit zahlreichen Abbildungen – auch der Varianten inkl. Detailabbildungen – belegt. Ganz bewusst hat der Autor dabei auf Katalogbewertungen verzichtet, weil die bei Notgeld oft großen Schwankungen unterliegen, berücksichtigt man den überschaubaren Kreis von Sammlern in einer Region. So kann eine neu bekannt gewordene Ausgabe hohe Preise erzielen, die sie später nicht mehr erreichen kann, wenn weitere Stücke auf den Markt kommen, aber die Nachfrage aus Sammlerkreisen kaum mehr vorhanden ist. Für den Regionalsammler geht es ohnehin nicht um den Erwerb von historischem Geld als neuzeitliche Wertanlage, das macht keinen echten Regionalsammler aus. Für ihn geht es um die Erforschung und Bewahrung der Geldgeschichte seiner Heimat. In diesem Sinne hat der Autor mit seiner Arbeit und Publikation einen wichtigen Beitrag für Ostbayern geleistet, der weitere Arbeiten zum Papiergeld in den ostbayerischen Stadt- und Landkreisen Deggendorf sowie Regensburg und zu den Notmünzen, Wertmarken und Medaillen im Gebiet des heutigen Landkreises Cham folgen sollen. Bemerkenswert ist, dass sich der Autor nicht auf die Ausgaben aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und der Inflation beschränkt hat (Notgeld aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind ihm in dieser Region nicht bekannt), sondern auch moderne Ausgaben von Regionalgeld und sogar Euro-Souvenirscheinen mit aufführt. Seine Arbeit erschien im Eigenverlag, was den Preis in Höhe von 30 Euro bei kleiner Auflage, den aktuellen Papierpreisen und durchgängig farbiger Bebilderung, doch als sehr moderat erscheinen lässt. Es wäre wünschenswert, wenn solch engagierten Sammlern und Autoren jede mögliche Unterstützung aus Sammlerkreisen zuteilwird. Interessenten am Kauf eines Buchs sowie Unterstützer der weiteren Erforschung des Papiergelds in Ostbayern, sei es durch melden bislang nicht dokumentierter Varianten oder durch die Bereitstellung von Abbildungen, wenden sich bitte direkt an den Autor über E-Mail: dietl.manfred@yahoo.de Hans-Ludwig Grabowski

  • Gutscheine der German Service Organisation (GSO)

    Keine andere Notgeld-Epoche in Deutschland hat so viele unterschiedliche Ersatzgelder, Gutscheine u. a. hervorgebracht wie die aus der Zeit der fünf Nachkriegsjahre. Sie sind alle zurückzuführen auf den von Deutschland 1939 ausgegangenen Krieg und die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte 1945. Neben den Notgeldscheinen von Gemeinden, Städten und Ländern, von Privaten und Sparkassen, Firmen und Banken sind Militärgeldscheine der Siegermächte und Lagergeldscheine bekannt. Zusätzlich aber auch Kantinenscheine. Selten werden solche beachtet – von Heimatsammlern und Spezialisten jedoch schon. Selten kommen auch die wenigen bekannten Kantinengelder der GSO (German Service Organisation) aus dem Jahr 1950 oder später vor. Was aber war die GSO? Diese Diensteinheit ging am 21. Oktober 1950 aus der German Civil Labour Organisation (GCLO) hervor. Konrad Adenauer (CDU), erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, antwortete auf eine entsprechende Anfrage der SPD im März 1951: „Die Anfrage beantworte ich namens der Bundesregierung wie folgt: Die GSO (German Service Organisation) ist eine Einrichtung der britischen Besatzungsmacht. Die dort schon seit langem vorhandenen – ohne Beteiligung deutscher Stellen – geschaffenen Dienstgruppen waren bislang unter dem Namen GCLO (German Civil Labour Organisation) zusammengefaßt. Die GSO (früher GCLO) besteht aus Transport-, Arbeits- und Handwerkerabteilungen. Außerdem werden besondere Einheiten für Wachaufgaben gebildet. Die Angehörigen der Dienstgruppen leisten diese Dienste auf Grund der von ihnen freiwillig unterschriebenen Einstellungsbedingungen. Die besonderen Wacheinheiten der GSO (GSO Wachdienst) sollen sich aus Freiwilligen der GSO zusammensetzen. Da zur Zeit für jeden Bezirk gesonderte Lohnvergütungen festgesetzt sind, richtete die britische Besatzungsmacht an den Bundesminister der Finanzen und den Bundesminister für Arbeit die Bitte, nach Fühlungnahme mit den Gewerkschaften Vorschläge für einheitliche Entlöhnung des GSO-Wachdienstes zu machen. In einer Besprechung in Wahner-Heide am 8. Dezember 1950 haben die britischen Vertreter auf die von den beteiligten Bundesressorts gestellten Fragen über Charakter und Aufgabenbereich des GSO-Wachdienstes folgende Auskünfte gegeben: Der GSO-Wachdienst sei eine rein zivile Organisation. Er werde nicht für persönliche Schutzaufgaben, sondern lediglich für die Bewachung wichtiger Objekte in der Britischen Zone, z. B. von Depots, Werkstätten und militärischen Anlagen benötigt. Die Wachleute sollen uniformiert werden und – wenn nötig – im Dienst Waffen tragen. Der GSO-Wachdienst solle auf eine Stärke von 5.000 bis 10.000 Mann gebracht werden. Er werde nur ältere Männer umfassen. Das Durchschnittsalter der Angehörigen der bisherigen GCLO betrage 37 Jahre. Die bisherige Altersgrenze von 45 Jahren könne überschritten werden. Es würden Verheiratete und Unverheiratete aufgenommen werden. Die gesundheitlichen Anforderungen seien nicht sehr scharf. Die Bezahlung solle günstiger sein als in der bisherigen GCLO. ...“ Schon im November 1944 war im legendären Plan „Operation Eclipse“ des SHAEF vorgesehen, wie man nach dem Krieg mit den Angehörigen der deutschen Wehrmacht umgehen sollte. Diese sollten die künftigen Besatzungstruppen in Deutschland unterstützen. Der Plan ging auf die Anregungen des britischen Generalleutnants Sir Frederick E. Morgan aus dem Frühjahr 1943 zurück. Die Briten wollten Arbeitskommandos aus den Kriegsgefangenen bilden – z. B. als Minenräumer. Schon am 1. Oktober 1945 wurde ein „Labour Service“ von Hamburg aus organisiert, dem u. a. die Aufrechterhaltung von Disziplin und Ordnung sowie die Sicherung des öffentlichen Lebens in der britischen Besatzungszone zukam. Anfang 1946 umfasste dieser Arbeitsdienst etwa 140.000 deutsche Gefangene. Diese als „Surrendered Enemy Personnel“ eingestuften Deutschen mussten sich für einen Diensteintritt in der am 1. August 1947 gebildeten German Civil Labour Organisation oder einer Unterbringung in einem britischen Kriegsgefangenenlager entscheiden. Für die über 1.000 Kriegsgefangenenlager in Großbritannien ließ das War Department einheitliche Lagergeldscheine drucken, die meist mit einem Lagerstempel versehen wurden. Abb. 1: 2 Shillings/6 Pence, Vs. des Camps Nr. 78 = High Garrett Camp, Braintree, Essex, England. Abb. 2: 5 Shillings, Vs. des Camps Nr. 124 = Wapley Camp, Yate, Gloucestershire, England. Die German Service Organisation (GSO) war eine nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene Organisation, der alle deutschen Zivilangestellten der britischen Besatzungsmacht in Deutschland angehörten. Sie war am 21. Oktober 1950 aus der German Civil Labour Organisation (GCLO) hervorgegangen. Bezahlt wurden die GSO-Angehörigen vom deutschen Staat. Die GSO wurde im Oktober 1950 auf 60.000 Zivilangestellte reduziert. Die Männer trugen anfangs eine dunkelgrüne Uniform – die sog. "Battledress Uniform" aus britischen Beständen – mit dem Zeichen „G. S. O.“ auf dem linken Ärmel. Meist wurden die Leute als Kraftfahrer, Automonteure, Köche oder als Wachpersonal eingesetzt. Abb. 3: Ärmelabzeichen der GSO-Mannschaften. Aus den in Westberlin stationierten GSO-Einheiten wurde ab 1. Dezember 1950 die GSO Berlin (Watchmens Service = 248 German Security Unit) ausgegliedert. Bisherige Recherchen konnten kein Kantinengeld für die GSO-Einheiten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Westberlin nachweisen. Lediglich für die GSO-MTU-Kantinen in Nordrhein-Westfalen sind Gutscheine in D-Mark belegt. Die GSO-Transporteinheiten wurden 1957 zu Mobile Civilian Transport Groups (MCTG). Deshalb kann man schlussfolgern, dass die Kantinengelder zwischen 1950 bis 1957 verwendet wurden. Bekannt sind nur wenige Ausgaben: aus Mülheim Nr. 517, Düsseldorf-Reisholz Nr. 526, Bochum Nr. 536 und St. Tönis/Camp Forsthaus Nr. 721 sowie eine einseitig 6-eckig geprägte Wertmarke ohne Orts- und Datumsangabe. Abb. 4: Kantinengeld 10 (Pfennig) o. O., o. D., Aluminium 23 × 25 mm. Sind die meisten Scheine einfach gestaltet, so sind die Kantinengelder aus Mülheim schon aufwendiger. Die Serie umfasste fünf Wertstufen, die durch verschiedene Farben unterschieden wurden: 0.10 DM Dunkelgrün, 50 Pfennig Hellrot, 1 DM Dunkelrot, 2 DM Hellgrün sowie 5 DM Blau. Außerdem wurden wurden die einseitig gedruckten Scheine mit zwei Faksimile-Unterschriften versehen. Zweisprachige Aufdrucke in Stempelform zeigen „517 MTU GSO VERWALTUNG“ und „517 MTU GSO STAFF SUPERINTENDENT“. In den Ecken wurden Schraubenschlüssel und Lenkräder abgebildet. Bei heute noch vorkommenden Scheinen wurde handschriftlich vermerkt: „ungültig / nur für Sammlerzwecke“. Abb. 5: Kantinengeld über DM 0.10, Vs., Düsseldorf, 526 MTU-GSO. Abb. 6: Wertschein über 0,50 DM, Vs., Düsseldorf-Reisholz, Kantinenverwaltung der 526 MTU-GSO. Abb. 7: Wertheftchen über 10 Marken zu –,50 DM, Kantinengeld über 0,50 DM, St. Tönis/Camp Forsthaus, 721 MTU-GSO; 81 x 62 mm (Inh.: hellgrüne Wertmarken). Abb. 8/9: Kantinengeld über 0,50 DM, Vs., St. Tönis/Camp Forsthaus, der 721 MTU-GSO; meist 67 x 62 mm, hellgrün mit 4-st. KN – gelblich mit 6-st. KN. Abb. 10/11: Kantinengeld über 0,05 DM, Vs./Rs., Bochum, der 536 MTU-GSO; 74 x 55 mm, Vs. mit Stempel und Unterschrift der Verwaltung – Rs. mit Werbung „Dortmunder Ritter-Bier“. Abb. 12: Kantinengeld über 0.10 DM, Mülheim, 517 MTU-GSO; 120 x 64 mm. Abb. 13: Kantinengeld über 5 DM, Mülheim, 517 MTU-GSO; 120 x 64 mm. Möglicherweise gab es auch in anderen westdeutschen Städten solche Kantinengelder; weitere als die vorgestellten wurden bisher jedoch nicht bekannt. GSO-Einheiten waren auch in Braunschweig, Celle, Hohne, Lohne, Minden, Mönchengladbach, Münster, Osnabrück, Paderborn und Werl stationiert. Und vielleicht gab es auch weitere Wertmarken – eventuell unterschiedlich in Metall und Wertstufe ... Auch Männer aus Polen, Rumänen oder aus der Sowjetunion sowie sog. Staatenlose (meist Balten) arbeiteten in Diensteinheiten ähnlich der GSO; diese bezeichnete man daher auch "Mixed Service Organisation" (MSO). Die Dienstgrade bei der GSO hatten englische Bezeichnungen und waren durch Ärmelstreifen sichtbar. Die Mannschafts- und Unteroffiziersränge hießen Recruit, Tradesman, Foreman, Head Foreman – die Offiziersränge Assistent Superintendent, Superintendent, Chief Superintendent und Staff Superintendent. Sie alle unterstanden letztlich dem britischen Kommando. Der GSO stand anfangs Major A. K. Steel vor. Seit November 1950 gehörte der ehemalige Bataillons-Kommandeur und Major der Wehrmacht J. H. Gohl zu den ersten Offizieren im Aufbauteam der GSO. Abb. 14: GSO-Angehörige bei einer Inspektion 1961 durch britische Offiziere, links: Johannes H. Gohl (GSO Staff Superintendent), Regimentschef Major J. A. Sanders und Brigade-General G. J. Hamilton. Die verpflichteten GSO-Männer unterstanden der britischen und der bundesdeutschen Gerichtsbarkeit. Entschieden sich GSO-Angehörige nach Ende ihrer Ausbildung und damit einhergehender Kasernierung ihren Wohnsitz außerhalb der Kaserne zu nehmen, durften sie aber nur im britisch kontrollierten Gebiet Deutschlands bzw. im britischen Sektor wohnen. Obwohl die GSO offiziell keine paramilitärische Organisation darstellte, wurden jedoch früh klare Weichen für die Schaffung der Bundeswehr und für den Beitritt der Bundesrepublik zur NATO am 6. Mai 1955 gestellt. Das sahen einige GSO-Männer damals nicht so, wie man aus einem Brief des Zivilangestellten Alfred K. aus Hildesheim stellvertretend herauslesen kann. DER SPIEGEL brachte in seiner Ausgabe 10/1951 den Abdruck des Briefes an die Redaktion: „Ich befinde mich bei einer GSO-Einheit 518, Stammsitz Braunschweig, Salzdahlumer Straße 140. Bemerken möchte ich noch, daß wir einen Arbeitsvertrag haben, in dem geschrieben steht, daß die GSO eine zivile Arbeitsorganisation ist und keinen militärischen Charakter trägt. Nun ereignete sich heute folgendes: Unser Zugführer, also ein Angestellter, ließ ein Schreiben am Eingang der Unterkunft anbringen, so daß es auch jede fremde Person, welche nicht zu unserer Gruppe gehörte, lesen konnte: »518. GSO und alle Detachements: Auf Grund allgemeiner unzulänglicher Sauberkeit der Stuben ordne ich für heute, Dienstag, den 20. 2. 51, ein generelles Stuben- und Spindreinigen von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr an.« (Feierabend ist um 17 Uhr!) »Alles nicht im Einsatz befindliche Personal hat an der Reinigung teilzunehmen. Unbegründete Abwesenheit zieht disziplinare Bestrafung nach sich. Stubendurchgang 19.30 Uhr. gez. Runge, Undermanager 1/C, 518 GSO Sub Group D.« Nun frage ich Dich: ist das eine zivile Arbeitsorganisation? Wie weit kann sich ein Angestellter anmaßen, jemanden disziplinarisch zu bestrafen?“ Bleibt zu hoffen, dass künftige Nachforschungen und Recherchen zum GSO-Kantinengeld erfolgreich sein werden. Michael H. Schöne Quellen: Deutscher Bundestag, 1. Wahlperiode, 1949, Drucksache Nr. 2033, BK 4285/50, Bonn, den 6. März 1951, Anfrage Nr. 148 der Fraktion der SPD an den Präsidenten des Deutschen Bundestages (Nr. 1710 der Drucksachen) http://248gsu.de https://www.webwiki.de https://www.gsu-history.com https://www.spiegel.de

  • Lexikon: Erhaltungsgrade

    Mit einer steigenden Zahl von Papiergeldsammlern stiegen auch deren Ansprüche, vor allem was die Erhaltung der Scheine angeht. Es gibt immer Sammler, die lieber auf einen Schein verzichten, als ihn in schlechter Erhaltung in die Sammlung zu nehmen, da sie befürchten, dieser Schein würde die Beurteilung eines Betrachters ihrer Sammlung negativ beeinflussen. Sammler, die nicht so konsequent handeln, werden im Laufe ihrer Sammeltätigkeit immer wieder vor die Frage gestellt, ob sie einen Schein in minderer Qualität nehmen oder auf einen besseren warten sollen. Entscheidet man sich zum Warten, so kann es passieren, dass der Schein nie wieder angeboten wird oder aber in einer noch schlechteren Erhaltung und eventuell zu einem höheren Preis. Umgekehrt kann aber der direkte Kauf auch voreilig sein. Wenig später wird unter Umständen der gleiche Schein in besserer Erhaltung und dazu noch preiswerter angeboten. Doch ist dieser Schaden wieder gut zu machen, da durch einen zweiten Kauf der erste Schein als Dublette zu verwenden ist. Die Kenntnisse und Erfahrungen eines Sammlers spielen bei solchen Entscheidungen eine wichtige Rolle, doch oft reichen auch die nicht aus, um im richtigen Moment richtig zu handeln. Die Qualitätsansprüche, die ein normaler Sammler an die Geldscheine stellt, sind bescheidener als etwa die eines Briefmarkensammlers. Die Briefmarke wird entweder "ungebraucht" (postfrisch) für die Sammlung gekauft oder vom Sammler nach der einmaligen postalischen Nutzung als gestempeltes Stück erworben. Das Papiergeld ist für die Zirkulation, also für die ständige Benutzung bis zum Verschleiß , bestimmt. Alte Scheine sind daher fast immer in einem gebrauchten Zustand, es sei denn, sie wurden aus irgendeinem Grunde nicht ausgegeben oder waren nur kurze Zeit gültig (Inflation). Der Sammler hat natürlich die Möglichkeit, kursierende Scheine ungebraucht, also "kassenfrisch" zu erwerben, doch ist auch das bei ausländischen Scheinen nicht immer möglich. Die Qualität gebrauchter Scheine lässt sich mit etwas Geschick und Übung durch den Sammler aufbessern (Reinigen von Geldscheinen). Der Erhaltungsgrad eines Scheins spielt für seinen Preis oder Tauschwert eine wesentliche Rolle. Da bei der Angabe dieses Erhaltungsgrads nicht immer alle Gebrauchsspuren und Beschädigungen genannt werden können, bedient man sich bestimmter Formulierungen. kassenfrisch (I, uncirculated): ohne jegliche Gebrauchsspuren, also auch ohne Schmutzflecken und Knickfalten; außergewöhnlich gut (II, leicht gebraucht, extremely fine): fast ohne Gebrauchsspuren, leichte Knickem Nadelstiche oder winzige Schmutzflecke möglich; sehr fein (III, gebraucht, very fine): unbeschädigt, doch stärkere Gebrauchsspuren, wie mehrfache oder stärkere Knickstellen, gut feststellbare Schmutzflecken; sehr gut (IV, stärker gebraucht, very good): beschädigt durch kleine Einrisse oder unwesentliche fehlende Randstückchen des Papiers, insgesamt stärkere Gebrauchsspuren; gut (V, stark gebraucht, good): stark beschädigt durch größere Einrisse, größere fehlende Stücke oder durch Lochung, sehr starke Verschmutzung etwa durch Tinte oder fett, Papiervergilbung möglich, eventuell repariert, jedoch sammelwürdig; schlecht (VI, poor): Sammelwürdigkeit fraglich, wesentliche Stücke können fehlen, Verschmutzungen beeinträchtigen das Druckbild erheblich, eventuell auch stark repariert, nur wirklich seltene Scheine werden in dieser Erhaltung noch gehandelt. Diese Bezeichnung der Erhaltungsgrade hat sich in Deutschland noch nicht vollständig durchgesetzt. Die meisten Händler haben über lange Zeit daher die Erhaltungsgrade mit römischen Ziffern (I, II, III, IV, V) oder in % angegeben (100% = kassenfrisch) angegeben. Die genaue Festlegung des Erhaltungsgrads wird auch bei Einführung einer einheitlichen Skala eine Auffassungssache bleiben, ganz besonders beim Papiergeld, da zu viele Faktoren die Erhaltung eines Scheines beeinträchtigen können, wie Verschmutzung, verschiedenartige Flecken (Tinte, Fett, Farbe, Stockflecken usw.), Knicke (leichte, stärker eingedrückte), über kleine Ecken oder über den ganzen Schein verlaufend), Einrisse, Nadel- oder Heftklammerstiche, Perforation, Lochung, fehlende Stücke, verdünntes Papier, Verfärbungen, Vergilben des Papiers usw. Diese meist zusammen, jedoch oft in unterschiedlicher Stärke oder Größe auftretenden Verschmutzungen und Beschädigungen ergeben dann ein Gesamtbild, das zur Einstufung führt. Wie schwer eine solche Einstufung ist, sei an folgendem Beispiel erläutert: Auf einem insgesamt kassenfrisch wirkenden Schein ist ein größerer Tintenstrich. Hier hilft keine Einstufung, sondern nur eine genaue Beschreibung. Man verlasse sich grundsätzlich nicht zu sehr auf die Angabe der Erhaltung durch den Händler oder Tauschpartner, sondern lasse sich den Schein im Zweifelsfall vorlegen oder die Verschmutzungen oder Beschädigungen genauer beschreiben. Unterschiedliche Auffassungen entstehen nicht nur, wenn der andere einen zu großzügigen Maßstab anlegt, sondern auch wenn man selbst zu kleinlich ist. Ergänzend muss man auf die modernen Grading-Dienste hinweisen, die sowohl die Echtheit von Geldscheinen feststellen als auch eine Einstufung des Erhaltungsgrads vornehmen und die Stücke versiegeln. Dabei wird eine Skala von 1 bis 70 genutzt, da die Anforderungen an die genaue Bestimmung von Erhaltungen in den letzten Jahren deutlich gewachsen sind, seit historische Geldscheine nicht nur für Sammler, sondern auch für Geldanleger von hohem Interesse sind. Hier geht es zur Bewertungs-Skala des bedeutenden Grading-Anbieters Paper Money Guaranty (PMG). Beispiele für verschiedene Erhaltungsgrade Genutzt werden die mittlerweile im Handel gebräuchlichen Erhaltungsgrade mit ergänzenden Hinweisen. Abb. 1: Erhaltungsgrad I, kassenfrisch, unzirkuliert, uncirculated, UNC. Ohne jegliche Gebrauchsspuren, sauberes Papier, keine Knicke, Falten, Nadelstiche oder Einrisse. Abb. 2: Zwischenerhaltungsgrad I-, fast kassenfrisch, about uncirculated, AU. Fast keine Gebrauchsspuren, sauberes Papier, leichte Knicke aber keine Falten. Abb. 3: Erhaltung II, leicht gebraucht, extremely fine, EF oder XF. Leichte Verschmutzung, eine kleine senkrechte oder waagerechte Knickfalte. Abb. 4: Erhaltung III, gebraucht, very fine, VF. Gebrauchsspuren, Verschmutzungen, senkrechte und waagerechte Knickfalten, leichte Zerknitterung. Abb. 5: Erhaltung IV, stärker gebraucht, very good, VG. Deutliche Gebrauchsspuren, starke Zerknitterung, Knickfalten, Verschmutzung, Einrisse, Nadelstiche und kleine Löcher. Abb. 6: Erhaltung V, stark gebraucht, good, G. Starke Gebrauchsspuren, starke Zerknitterung, Einrisse und fehlende Ecken. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski.

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 41

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 185 Enric Satué Llop Geboren 1938 in Spanien. Studierte Bildende Kunst und arbeitete als Grafikdesigner, Historiker und Universitätsprofessor. Er lehrte an der Universität Pampeu Fabra und der Architekturschule on Barcelona. 5 Euro, Vorder- und Rückseite, tanzende Figuren aus der Klassik. 10 Euro, Vorder- und Rückseite, Malerei der Romanik. 20 Euro, Vorder- und Rückseite, gotische Skulpturen. 50 Euro, Vorder- und Rückseite, Literatur der Renaissance. 100 Euro, Vorder- und Rückseite, Musik des Barock/Rokoko. 200 Euro, Vorder- und Rückseite, Architektur des 19. Jahrhunderts. 500 Euro, Vorder- und Rückseite, Film als Kunstform des 20. Jahrhunderts. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Neue Varianten: Oktober 2022

    Armenien 20.000 Dram Wie Linzmayer B323a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Martin Galstjan/Atom Dschandschughasjan" und Jahr 2021. Chile 2000 Pesos Wie CHL-162 (Linzmayer B297f), aber mit Unterschriften "Mario Marcel/Beltrán de Ramón" und Jahr 2021. Hongkong 1000 Dollars Wie Linzmayer B925a (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "二〇二〇年一月一日 / 1 JANUARY 2020". Indien 500 Rupees Wie IND-114 (Linzmayer B303f), aber mit Jahr 2020. Kongo, Demokratische Republik 100 Francs Wie COD-98A (Linzmayer B320d), aber mit Unterschrift "Mbuyi", Datum 04.01.2022 und Druckerei "HOTEL DES MONNAIES / B.C.C.". 1000 Francs Wie COD-101 (Linzmayer B323c), aber mit Unterschrift "Mbuyi" und Datum 04.01.2022. Mexiko 20 Pesos (Gedenknote) Wie Linzmayer B726c (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "6 JUN. 2022". Sierra Leone 2000 Leones Wie SLE-30 (Linzmayer B126d), aber mit Datum "15th MAY 2020". 2000 Leones Wie SLE-30 (Linzmayer B126e), aber mit Datum "27th APRIL 2021". 5000 Leones Wie SLE-32 (Linzmayer B127e), aber mit Datum "27th APRIL 2021". Sudan 500 Pounds Wie Linzmayer B416b (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschrift "Hussein Yahia Jangool" und Datum "MARCH 2022". Ungarn 10.000 Forint Wie HUN-206 (Linzmayer B591e), aber mit Jahr 2022. Westafrikanische Staaten – Benin (B) 500 Francs Wie WAS-219B (Linzmayer B120Bj), aber mit Jahr "(20)22/2012". 1000 Francs Wie WAS-215B (Linzmayer B121Bt), aber mit Jahr "(20)22/2012". 5000 Francs Wie WAS-217B (Linzmayer B123Bu), aber mit Jahr "(20)22/2012". Westafrikanische Staaten – Guinea-Bissau (S) 500 Francs Wie WAS-919S (Linzmayer B120Sh), aber mit Jahr "(20)22/2012". 2000 Francs Wie WAS-916S (Linzmayer B122Ss), aber mit Jahr "(20)21/2003". 10.000 Francs Wie WAS-918S (Linzmayer B124Ss), aber mit Jahr "(20)20/2003". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Kasachstan: Neue 20.000-Tenge-Noten eingeführt

    Am 1. Oktober 2022 gab die Nationalbank von Kasachstan neue Umlaufnoten über 20.000 Tenge aus. Die Gestaltung der 155 x 79 mm großen Scheine lehnt sich an die 2021 ausgegebenen Gedenkbanknoten zu diesem Nominal anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeit des zentralasiatischen Landes an, ersetzt jedoch das Porträt des ehemaligen Präsidenten Nursultan Nasarbajew auf der Rückseite durch die Silhouette des Adlers im Flug. Diese Änderung lässt sich im Rahmen des Loslösungsprozesses Kasachstans vom Personenkult um Nasarbajew verstehen, der im unabhängigen Kasachstan bis 2019 als Präsident das Land autoritär regierte – nachdem er bereits in der Kasachischen SSR das Amt des Präsidenten inne hatte. So heißt beispielsweise erst seit 17. September dieses Jahres die seit 2019 nach Nasarbajew in Nur-Sultan umbenannte Hauptstadt wieder Astana. Die Vorderseite der Banknote, wieder auf Durasafe-Substrat gedruckt, ist im Hochformat gestaltet und zeigt den Mangilik-El-Triumphbogen sowie das Kazak-Eli-Monument auf dem Unabhängigkeitsplatz in Astana. Auf der Rückseite ist in Form einer Umrisskarte Kasachstans ein Panoramabild der Hauptstadt zu sehen; mittig ist prominent der Ak-Orda-Präsidentenpalast dargestellt. Zu den Sicherheitsmerkmalen zählt vor allem eine RollingStar-LEAD-Folie mit einem Wertzahl-Hologramm. Interessant ist hier auch der neuerliche Gebrauch der kyrillischen Schrift: Unter Präsident Nasarbajew war die Umstellung auf das lateinische Alphabet in Angriff genommen worden, die nach Verzögerungen bis 2025 abgeschlossen sein sein sollte – auf der eingangs erwähnten 20.000-Tenge-Gedenknote des Vorjahrs war bereits ausschließlich das lateinische Alphabet in Verwendung. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Bismarcks Banknoten

    Man kennt Städte in den früheren Ostblockländern, die nach kommunistischen Führern umbenannt wurden. Historische oder neugegründete Orte erhielten neue Namen: Karl-Marx-Stadt in Sachsen (1953–1990, davor und heute Chemnitz), Gottwaldov in Mähren (1949–1990; nach dem stalinistischen Diktator Klement Gottwald, davor und heute Zlín), Sztálinváros in Ungarn (1951 –1961; nach dem Diktator Josef Stalin, bis 1951 Dunapentele, Neustadt an der Donau, heute Dunaújváros), Gheorghiu-Dej in Rumänien (1965–1990; nach dem Politiker Gheorghe Gheorghiu-Dej, davor und heute Onești), Leningrad in Russland (nach dem Revolutionär Wladimir Iljitsch Uljanow [genannt "Lenin"], 1914–1924 Petrograd, 1924–1991 Leningrad, davor und heute Sankt Petersburg sowie Stalingrad in Russland (1925–1961; nach dem sowjetischen Diktator Josef Stalin, davor Zarizyn und ab 1961 Wolgograd). Aber Bismarck? Es gibt eine Stadt mit dem Namen des früheren preußischen Ministerpräsidenten und ersten deutschen Reichskanzlers Otto Fürst von Bismarck. Und die heißt heute noch so und ist eine Hauptstadt und dort wurden auch Banknoten ausgegeben – in den USA. Namensgeber waren aber keine deutschen Auswanderer des 19. Jahrhunderts, sondern die Bosse der dort ehrgeizig handelnden Eisenbahngesellschaft. 1872 hatte die Northern Pacific Railroad (NPRR) einen vorläufigen Endpunkt am Ostufer des Missouri River bestimmt und nachdem mit der „Ida Stockdale“ erste Arbeiter in die Gegend kamen, wurde am 14. Mai 1872 ein Ort abgesteckt und nach Edwin Ferry Johnson, dem ehemaligen Chefingenieur der NPRR, Edwinton benannt. Der Name Bismarck wurde dann 1873 von der NPRR eingeführt. Schon 1859 wurde das gesamte Gebiet zur Besiedlung freigegeben und am 2. März 1861 als Territory of Dakota eingerichtet; die Stadt Yankton war der damalige Verwaltungssitz im Territorium bis 1883. Aus dieser Zeit sind 2-Dollars-Territory-Noten der National Currency nur aus Dakota bekannt. Abb. 1: 2 Dollars, 18. Dezember 1872, in der Zeit von 1872 bis 1875 (John Allison/F. E. Spinner) für die First National Bank in Yankton gedruckt; Unterschriften: Mark M. Parmer/ M. K. Armstrong. Yankton blieb bis 1883 Hauptort des Dakota-Territoriums, dann richtete man den Verwaltungssitz im aufstrebenden Bismarck ein. Am 2. November 1889 entstanden aus dem Dakota Territory die beiden neuen US-Bundesstaaten South Dakota und North Dakota; Bismarck wurde zur Hauptstadt von Nord-Dakota erklärt. Der Stadt gab man Anfang Juli 1873 den neuen Namen Bismarck in der Hoffnung auf Geldgeber aus dem neugegründeten Deutschen Reich. Am 11. Juli 1873 erschien die Nr. 1 der „Daily Bismarck Tribune“. James Davis, der Archivar des Staatsarchivs von North Dakota bestätigte: „Die Stadt hieß zuvor Edwinton und wurde dann 1873 in Bismarck umbenannt – ein Versuch, mehr deutsche Investoren für die damals in der Gegend tätigen Northern Pacific zu finden“. Die Eisenbahngesellschaft war in Geldnöten; große Finanzeinlagen deutscher Geldgeber gab es jedoch nicht. Abb. 2: Bismarck, Hauptstadt von North Dakota, Stadtansicht von 1883. In den folgenden Jahren, besonders nach den Gold- und Silber-Funden 1874 in den Black Hills, entwickelte sich die Stadt zu einem wirtschaftlichen, kulturellen und Finanz-Zentrum. Es gründeten sich sechs Privatbanken in Bismarck, die eigene Banknoten ausgaben: The First National Bank of Bismarck Die Bank wurde 1879 eröffnet, erhielt im selben Jahr unter der Charter-Nr. 2434 das Recht zur eigenen Banknoten-Ausgabe (National Currency). Die zweitälteste Bank von North Dakota bestand bis 1935 und war eine der wenigen, die sowohl Territorial- wie auch Staats-Banknoten ausgaben. Das Bankgebäude brannte am 8. August 1898 ab und wurde später am gleichen Ort wieder errichtet. Die FNB Bismarck ließ Banknoten verschiedener Typen drucken: Von den 1875er Territorial-Noten zu 10 und 20 Dollars wurden bis heute keine Stücke gefunden. Auch die sog. Smal size notes, die kleinformatigen 1929er Banknoten, wurden von der First National Bank ausgegeben. Abb. 3: 10 Dollars Staats-Note, 2. November 1889, in der Zeit von 1889 bis 1891 (W. S. Rosecrans/J. N. Huston) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: O. H. Whitaker/H. R. Porter. Abb. 4: 20 Dollars Staats-Note, 2. November 1889, in der Zeit von 1889 bis 1891 (W. S. Rosecrans/J. N. Huston) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: W. A. Dillon/Asa O. Fisher. Abb. 5: 20 Dollars Staats-Note, 4. September 1899, in der Zeit von 1899 bis 1905 (J. W. Lyons/Ellis H. Roberts) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: F. E. Shepard/Clarence B. Little. Abb. 6: 20 Dollars Staats-Note, 3. September 1919, im Jahr 1919 (Houston B. Teehee/John Burke) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: Frank E. Shepard/Clarence B. Little. Abb. 7: Anzeige der FNB of Bismarck in der „Daily Bismarck Tribune“ vom 3. April 1900. Abb. 8: Hauptgebäude der FNB of Bismarck, um 1920; heute: Standort der BNC National Bank, 322 E. Main Avenue/4th St., Bismarck. The Bismarck National Bank Die zwischen 1882 und 1888 existierende Bank gab nur 5-Dollars-Noten des Typs 1875 aus: Im Jahre 1886 waren davon 2.250 Scheine im Umlauf; nur ein Exemplar ist bis heute nachweisbar. Abb. 9: 5 Dollars Territorial-Note, 3. Mai 1882, in der Zeit von 1882 bis 1883 (B. K. Bruce/James Gilfillan) für die Bismarck National Bank gedruckt; Unterschriften: W. B. Bell/J. W. Raymond. The Capital National Bank of Bismarck Auch die CNB bestand nur wenige Jahre. Zwischen 1883 und 1896 gab die Bank ebenfalls Territorial- und Staats-Noten zu 5 Dollars aus. Es sind aber nur zwei Banknoten bekannt, eine davon ist eine Territorial-Note, die andere eine Staats-Note – beide vom Typ 1882. Die Bank ließ in den 14 Jahren Banknoten im Wert von nur 74.260 Dollars in Nutzen zu vier Noten auf einem Druckbogen drucken: Abb. 10: 5 Dollars Territorial-Note, 23. Juni 1883, in der Zeit von 1883 bis 1885 (B. K. Bruce/A. U. Wyman) für die Capital National Bank Bismarck gedruckt; Unterschriften: E. H. Wilson/N. G. Ordway. Abb. 11: 5 Dollars Staats-Note, 2. November 1889, in der Zeit von 1889 bis 1891 (W. S. Rosecrans/J. N. Huston) für die Capital National Bank Bismarck gedruckt; Unterschriften: ? The Merchants' National Bank of Bismarck Die Geschäftstätigkeit dieser Bank, 1884 gegründet, dauerte weniger als ein Jahr. Banknoten von ihr wurden noch nicht gefunden. Es müssten Territorium-Noten zu 5 Dollars der Ausgabe 1882 mit der Charter No. 3169 sein. Nur 1.125 Bögen zu 4 Nutzen à 5 Dollars wurden vom BEP Washington gedruckt: Davon waren bei der Bankschließung am 28. Oktober 1884 noch 414 Exemplare im Umlauf – 1891 waren es nur noch 134 und 1909 lediglich 37 Banknoten. Abb. 12: 5 Dollars Territorial-Note 1884, Rückseite, Vergleichsstück/FNB Mayville (Territory of Dakota), hier mit Charter-Nr. 3673. Die Unterschriften auf der Vorderseite waren B. K. Bruce und A. U. Wyman sowie die des Schatzmeisters Edward McMaron und des Bankpräsidenten John A. McLean. Auf der Rückseite wurden stets die Wappen der jeweiligen Bundesstaaten links abgebildet – im Fall der National-Banknoten vom Dakota-Territorium waren es ein Baum in der Landschaft, Pfeile und Bogen und ein fahrbarer Amboss – darüber die dreizehn Sterne mit dem Wahlspruch „Liberty and Union, now and forever, one and inseparable“. Abb. 13: Jahresbericht des Finanzministers über die Finanzlage 1884, Bilanzübersicht der MNB, Bismarck, der Währungs-Rechnungsprüfer an den US-Kongress. The City National Bank of Bismarck Die CNB wurde erst 1909 gegründet und erhielt das Recht einer eigenen Banknoten-Ausgabe im selben Jahr unter der Charter-Nr. 9622 (W = West). Der Unternehmer P. C. Remington war jahrelang Präsident der CNB. Die Bank bestand bis 1926 und gab in dieser Zeit drei verschiedene Wertstufen in einem Umfang von 456.200 Dollar aus. Abb. 14: Außen- und Innenansicht der City National Bank of Bismarck (aus einem Prospekt der Stadt Bismarck von 1916). Abb. 15: 5 Dollars, Staatsnote vom 12. November 1909, in der Zeit von 1909 bis 1911 (W. T. Vernon/Lee McClung) für die City National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: J. A. Graham/P. C. Remington. Abb. 16: Titelseite der »Bismarck Daily Tribune« vom 16. Juni 1915 mit Karikaturen zu drei lokalen Bankern (C. B. Little, P. C. Remington, I. P. Baker). Von den beschriebenen Nationalbanken der 1880er Jahre in Bismarck hatte nur eine bis in die 1920er Jahre überlebt: die First National Bank of Bismarck. Unter der alten Zulassungsnummer 2434 gab man auch die kleinformatigen National-Banknoten aus. The First National Bank of Bismarck Die First National Bank of Bismarck ließ für insgesamt 440.820 Dollars Banknoten der 1929er Ausgaben drucken: Abb. 17: 10 Dollars 1929 Typ 1, in der Zeit von 1929 bis 1933 (E. E. Jones/W. O. Woods) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: F. E. Shepard/C. B. Little. Abb. 18: 10 Dollars 1929 Typ 2, zwischen 1933 bis 1935 (E. E. Jones/W. O. Woods) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: F. E. Shepard/C. B. Little. Abb. 19: 20 Dollars 1929 Typ 1, in der Zeit von 1929 bis 1933 (E. E. Jones/W. O. Woods) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: F. E. Shepard/C. B. Little. Abb. 20: 20 Dollars 1929 Typ 2, in der Zeit von Mai 1933 bis 1935 (E. E. Jones/W. O. Woods) für die First National Bank of Bismarck gedruckt; Unterschriften: F. E. Shepard/C. B. Little. Die Unterschiede zwischen Typ 1 und Typ 2 kann man wie folgt erkennen: Typ-1-Noten haben eine Kontrollnummer, die mit dem Buchstaben A endet, und die Charter-Nr. wurde nur zweimal in Schwarz gedruckt; Typ-2-Banknoten haben eine Kontrollnummer, die mit einer Zahl endet, und die Charter-Nr. wurde zusätzlich zweimal in Braun gedruckt. Eine weitere, neue Nationalbank nahm im Dezember 1929 in Bismarck ihren Geschäftsbetrieb auf und ließ kleinformatige Banknoten mit der Charter-Nr. 13398 drucken, von denen 191.220 Dollar ausgegeben wurden: The Dakota National Bank and Trust Company of Bismarck Die Dakota National Bank and Trust Company Bismarck hatte folgende Banknoten drucken lassen: Abb. 21: 5 Dollars 1929 Typ 2, zwischen 1933 bis 1935(E. E. Jones/W. O. Woods) für die Dakota National Bank & TC of Bismarck gedruckt; Unterschriften: D. P. Wagner/J. E. Davis. Abb. 22: 10 Dollars 1929 Typ 1, zwischen 1929 bis 1933 (E. E. Jones/W. O. Woods) für die Dakota National Bank & TC of Bismarck gedruckt; Unterschriften: D. P. Wagner/J. E. Davis. Abb. 23: 20 Dollars 1929 Typ 1, zwischen 1929 bis 1933 (E. E. Jones/W. O. Woods) für die Dakota National Bank & TC of Bismarck gedruckt; Unterschriften: D. P. Wagner/J. E. Davis. Ebenfalls im Jahr 1935 endete der Banknotendruck der Dakota National Bank & Trust Co., die die Vorgängerin von Wells Fargo in Bismarck war. Die Dakota National wurde im Dezember 1929 gegründet, als es die Kontrolle über die First Guaranty Bank übernahm. Im Jahr 1974 wurde die Bank mit der neuen Bezeichnung Dakota Northwestern Bank National Association umstrukturiert. Andere Finanzinstitute übernahmen danach diesen Bankenverband, sodass das ursprüngliche Vermögen der DNBTCo. aufgelöst wurde. Viele Bewohner von Bismarck kennen heute den Namensgeber ihrer Stadt kaum noch oder gar nicht mehr; vor 50 Jahren hatten noch über 50 Prozent deutsche Vorfahren – der heutige Bürgermeister heißt Mike Schmitz. Dennoch hatten sich die Hoffnungen der Gründer der Stadt nicht erfüllt, viele Deutsche in Dakota anzusiedeln –interessanterweise kamen jedoch viele Deutschstämmige aus Russland. Zum Gedenken der Gründung Bismarcks vor 100 Jahren wurde eine Messing-Medaille geprägt: „Germans from Russia in Dakota Territory“. Abb. 24: Gedenkmünze 1973 auf die 100-Jahrfeier der Stadt Bismarck, ND. Und zur Hundertjahrfeier der Aufnahme North Dakotas in die Union wurden 1939 sog. Wooden Nickels ausgegeben. Solche Holznickel wurden in den 1930er Jahren populär, obwohl sie bis in die 1880er Jahre zurückreichen. Während der Weltwirtschaftskrise gaben Banken aufgrund von Münzknappheit Notgeld aus, das auf dünnen Holzschindeln gedruckt war. Abb. 25/26: 1 Wooden Nickel 1939; es existieren auch Ausgaben zu 2 und 5 Wooden Nickels (= 10 und 25 Cents). In den Vereinigten Staaten ist ein Holznickel eine Holzmünze, die normalerweise von einem Händler oder einer Bank als Werbeaktion ausgegeben wird und manchmal gegen einen bestimmten Gegenstand wie ein Getränk eingelöst werden kann. Abb. 27: 1 Wooden Nickel o. D. = 5 Cents (1 Tasse Kaffee). Michael H. Schöne Anmerkungen: 1) braunes Siegel 2) blaues Siegel 3) rotes Siegel 4) blaues Siegel Quellen: https://nationalcurrencyvalues.com/ https://antiquebanknotes.com

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