top of page

Diese Website durchsuchen

3679 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Sein oder Nichtsein – Anmerkungen zum Theater- und Filmgeld

    Sein oder Nichtsein – soll ich diesen Schein bei einer Zahlung verwenden? Diese Frage stellte sich wohl der ein oder andere Besitzer des Filmgelds. Seit Oktober 2019 häuften sich bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen die Fälle, bei denen Personen ihre Einkäufe mit „Movie Money“ bezahlten. In erster Linie verwendeten sie hierbei falsche 5-, 10- und 20-Euro-Scheine, die auf den ersten Blick den Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen, allerdings verfügen sie nicht über die üblichen Sicherheitsmerkmale und tragen ferner den Aufdruck „Prop copy“ oder „Movie Money“ unter der Europaflagge. Die Scheine verheimlichen gar nicht, dass sie nur als Film-Requisite gedacht waren, denn am Rand befindet sich in englischer Sprache der Aufdruck: „This is not legal. It's to be used for motion props". Die Scheine, die straffrei im Internet erworben werden können, nutzten skrupellose Zeitgenossen, um vorwiegend an Tankstellen und in Geschäften geringwertige Gegenstände zu bezahlen, um so möglichst viel echtes Wechselgeld zu erhalten. Abb. 1.1: Movie Money in Form einer 50-Euro-Banknote, Vorderseite. Abb. 1.2: Movie Money in Form einer 50-Euro-Banknote, Rückseite. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen tauchte diese „Geld“ auf, sondern in ganz Deutschland häuften sich die Fälle, in denen das Filmgeld bei Zahlungen benutzt wurde. Die Bundesbank definiert diese Scheine wie folgt: "Bei veränderten Banknotenabbildungen (VBNA, Anm. d. Verf.) handelt es sich um Reproduktionen echter Banknoten mit zusätzlichen, mehr oder weniger auffälligen textlichen oder bildlichen Veränderungen. Sie sind vom Hersteller offenkundig nicht zur Täuschung im Zahlungsverkehr bestimmt. Sie weisen keinerlei Imitation von Sicherheitsmerkmalen auf und fühlen sich haptisch[1] anders an als echte Euro-Banknoten. Mit einer Prüfung nach dem Prinzip ‚Fühlen-Sehen-Kippen‘ sind diese Noten von echten Banknoten einfach zu unterscheiden." Schon seit vielen Jahre gibt es verschiedene Arten dieser Noten, z.B. Souvenirnoten mit kyrillischer Beschriftung, Hochzeitsgeld mit türkischer Beschriftung oder sog. Totengeld mit chinesischen Schriftzeichen. Das bewusste Sich-Verschaffen derartiger Noten mit anschließender Einbringung in den Zahlungsverkehr ist eine Straftat und verwirklicht den Verbrechens-Tatbestand der Geldfälschung (§ 146 StGB).“[2] Die sächsische Kriminalpolizei veröffentlichte die folgende Statistik zum Falschgeldumlauf 2019 und den VBNA:[3] Auch schon früher wurden VNBA unberechtigt in Verkehr gebracht. So zahlten Anfang Dezember 2007 drei junge Männer in einer Innsbrucker Bar ihre Zeche mit nachempfundenen Euro. Die Kellnerin merkte wegen der schummrigen Lichtverhältnisse den Betrug erst bei der täglichen Abrechnung. Da fiel ihr die Aufschrift „Tiroler Landestheater“ auf dem unteren Bereich der vermeintlichen Banknote auf. Die Männer waren an jene falschen Hunderter gelangt, die auf der Bühne des Tiroler Landestheaters in der Richard-Strauss-Oper „Ariadne auf Nexos“ als Requisiten zum Einsatz kamen. „50.000 Stück von diesen Spielgeldscheinen haben das Landestheater bei einer Tiroler Druckerei drucken lassen. Wie viele davon den Weg in die reale Welt gefunden haben, weiß niemand. ‚Es kann durchaus sein, dass viele weggekommen sind‘, gibt der kaufmännische Direktor des Landestheaters, Harald Mayr, zu. Er kann sich nicht erinnern, in seinen 38 Dienstjahren jemals etwas Ähnliches erlebt zu haben.“[4] In Theater- und Filmszenen wird in der Regel kein echtes, umlauffähiges Geld verwendet, sondern eigens für die Theater- oder Filmgeldproduktion hergestellte „Geldscheine“. Damit dieses Theater- oder Filmgeld nicht missbräuchlich außerhalb der Produktion verwendet werden kann, verändert man das Aussehen der nachempfundenen Banknoten bzw. gestaltet vollkommen neue Fantasiescheine. Da die Scheine nur selten Angaben zu den Emittenten oder der Produktion enthalten, ist ihre Zuordnung schwierig oder oft nicht möglich. Es ist daher einer der Glücksfälle, dass trotz fehlender Hinweise auf dem folgenden Schein, eine Zuordnung möglich ist. 1981 kam Rainer Werner Fassbinders Film „Lili Marleen“ in die Kinos. Der Film spielt zur Zeit des "Dritten Reichs" und handelt von der Liebe zwischen der deutschen Sängerin Willie Bunterberg, gespielt von Hanna Schygulla, und dem Schweizer Komponisten Robert Mendelsson, gespielt von Giancarlo Giannini. Das Drehbuch entstand unter Verwendung des Romans „Der Himmel hat viele Farben“ von Lale Andersen. Mendelsson, als Vorlage diente Rolf Liebermann, ist Jude und aktives Mitglied einer Untergrundgruppe, die deutschen Juden und Verfolgten des Nazi-Regimes die Flucht in die Schweiz ermöglicht. Als Robert die Sängerin in die Aktionen der Untergrundgruppe einbeziehen will, stellt sich Roberts wohlhabende und einflussreiche Familie quer, weil man befürchtete, dass Willie eine Nationalsozialistin sei. Als Willie Robert eines Tages bei einer Aktion hilft, muss sie in Deutschland bleiben, da die Schweiz auf Betreiben von Roberts Vater ihr die Einreise verweigert. Inzwischen wurde der NS-Kulturbeauftragte Henkel, gespielt von Karl-Heinz von Hassel, auf die Sängerin aufmerksam. Mit ihrem sentimentalen Lied von Abschied, Sehnsucht und Todesfurcht wurde sie berühmt. An allen Fronten in Europa und Nordafrika hörten Freund und Feind das Lied von „Lili Marleen“. Seit dem 18. August 1941 lief es regelmäßig im „Soldatensender Belgrad“ zum Abschluss des Programms „Wir grüßen unsere Hörer“.[5] Weder Robert noch Willie können einander vergessen. Als Robert Willie in Deutschland besucht, wird er festgenommen. Daraufhin sucht sie Kontakt zu einer Untergrundgruppe in Berlin und übergibt heimlich gemachte Fotos aus Konzentrationslagern. Es gelingt mithilfe dieser Bilder, Roberts Freilassung zu erreichen. Der Film hat kein Happy End. Nach Ende des Krieges kommt es zu keinem Wiedersehen der beiden Liebenden.[6] Für den Film stellte die Typographische Werkstätte München Karl Vogl GmbH & Co. KG 100- und 1000-RM-Banknoten her. Die 100-Reichsmark-Note vom 24. Juni 1935 trägt die Kontrollnummer "F 5194812" und die 1000-Reichsmark-Note vom 11. Oktober 1924 die KN "A 1517651". Abb. 2.1: Filmgeld für den Spielfilm "Lili Marleen" (1981), 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935, Vorderseiten. Abb. 2.2: Filmgeld für den Spielfilm "Lili Marleen" (1981), 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935, Rückseiten. Abb. 2.3: Umschlag für die Aufbewahrung des Filmgeldes mit Herstellerangabe. Abb. 2.4: Probeabzug der 100-Mark-Banknote sowie der 1000-Mark-Banknote (Teilansicht). Auf der Berlinale 2007 wurde der österreichisch-deutsche Spielfilm „Die Fälscher“ uraufgeführt, der im Februar 2008 den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ gewann. Der Film ist eine Koproduktion der Wiener Aichholzer Film mit der deutschen Magnolia Filmproduktion und Studio Babelsberg Motion Pictures. Der vom Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky inszenierte Film basiert auf Erinnerungen Adolf Burgers [* 12. August 1917 in Großlomnitz, Österreich-Ungarn, heute Slowakei; † 6. Dezember 2016 in Prag] und erzählt von der "Aktion Bernhard", der größten Geldfälschung aller Zeiten während des Zweiten Weltkriegs durch die Nationalsozialisten.[7] Im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin wurden in Block 19 Falschmünzer, Drucker, Papierspezialisten, Bankiers usw. aus verschieden Konzentrationslagern zusammengezogen. Sturmbannführer Bernhard Krüger befahl ihnen, Pfund-Noten der Bank of England zu fälschen. Die Falsifikate fielen so gut aus, dass selbst Experten der englischen Notenbank sie für echt hielten. Der Auftrag zur Fälschung von US-Noten dagegen kam nicht recht voran. Wegen des Vormarsches der Alliierten wurde die Fälscherwerkstatt zuerst nach Mauthausen und dann in das KL Ebensee – ein Außenlager von Mauthausen – verlegt. Dort wurde Burger am 6. Mai 1945 durch Soldaten der 3. US-Armee befreit.[8] Für diese Filmproduktion wurden besondere Filmgeldscheine der falschen Pfundnoten hergestellt. Abb. 3: Für die Filmproduktion hergestellter 5-Pfund-Schein der Bank of England vom 6. Juni 1930, Druck einseitig, Sammlung Grabowski. DEFA Die folgenden „Banknoten“ werden der DEFA in Babelsberg zugeschrieben. Ihre Herstellung soll noch zur Zeit der sowjetischen Militärverwaltung vor Gründung der DDR bzw. in die Anfangsphase der DDR fallen. Der Druck des 50-Millionen-Mark-Scheins vom 1. September 1923 ist leicht verschwommen. Der bildgleiche Druck der Vorder- und Rückseite erfolgte auf festem, sämischem Papier, während die Originalbanknote nur einseitig bedruckt ist. Zusätzlich befindet sich auf einer Seite in der linken unteren Ecke der kleine grüne Vermerk „I/10/14“ Abb. 4: Filmgeld der DEFA, 50-Millionen-Mark-Reichsbanknote vom 1. September 1923, Seite mit Druckvermerk. Ergänzung der Redaktion Abb. 5: Filmgeld der DEFA, 5-Millionen-Mark-Reichsbanknote vom 20. August 1923, Seite mit Druckvermerk, Sammlung Grabowski. Ausgehend vom rechten Druckvermerk (links: I/16/14, rechts: F 1860/53), der auch auf dem 50-Millionen-Mark-Schein zu finden ist, kann man von einer Druckgenehmigung für das Filmstudio (F) aus dem Jahr 1953 ausgehen. Bühnengelder der Staatstheater Beim 20-Mark-Schein vom 4. November 1915 ist hervorzuheben, dass er auf Wasserzeichenpapier gedruckt wurde. Die bildgleiche Vorder- und Rückseite zeigt die Vorderseite der Reichsbanknote in grüner statt in blauer Farbe. Der Druck auf dem glatten Papier wirkt leicht verschwommen. Die Identifizierung ist nich ganz leicht, aber bei sehr genauer Betrachtung kann man unter der Wertangabe in Worten einen Schriftzug entdecken, der für eine verschwommene Wahrnehmung sorgt. Im Unterdruck kann man "Bühnengelder der Staatstheater" lesen. Abb. 6: Theatergeld, 20-Mark-Reichsbanknote vom 4. November 1915, Vorder- und Rückseite bildgleich, unter der Wertangabe mit "Bühnengelder der Staatstheater". Die 2.000.000-Mark-Note vom 23. Juli 1923 stammt ebenfalls aus dieser "Werkstatt". Auch hier sind – anders als bei dem Original – beide Seiten bildgleich und der Druck erfolgte auf Wasserzeichenpapier. Abb. 7: Theatergeld, 2 Millionen Mark vom 23. Juni 1923, Vorder- und Rückseite bildgleich, unter der Wertangabe mit "Bühnengelder der Staatstheater", Sammlung Grabowski. Es ist erstaunlich, dass solche Scheine immer noch von Sammlern, Händlern und selbst von renommierten Auktionshäusern als Druckproben oder Ähnliches angeboten werden. Der schwarze Druck der folgenden 100-Mark-Banknote vom 1. November 1920 erfolgte auf grünem, dünnem Papier. Auf die Rückseite hat jemand handschriftlich in Druckbuchstaben „BÜHNENGELD“ geschrieben. Leider reichen diese Angaben nicht aus, den Schein zeitlich und örtlich zuzuordnen, anders als im folgenden Fall. Abb. 8.1: Bühnengeld in Form der 100-Mark-Reichsbanknote vom 1. November 1920, Vorderseite. Abb. 8.2: Bühnengeld in Form der 100-Mark-Reichsbanknote vom 1. November 1920, Rückseite. Das Landestheater Dessau ließ für eine Produktion in den 1960er Jahren besonderes Theatergeld drucken. Dessaus Theaterleben blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1794 gab es ein festes Schauspiel-Ensemble. Der Scheine ist auf beiden Seiten bildgleich und lautet über 100 Mark. Es werden zwei Jahreszahlen angegeben: 1963 in der Kopfzeile und 1964 klein neben dem rechten unteren, angedeuteten Siegel. Abb. 9: Landestheater Dessau, 1963/64, 100 Mark, Vorder- und Rückseite bildgleich. In der DDR hat es eine Anzahl weiter Theatergeldscheine gegeben. Als das Nordhäuser Theater 1969 als Beitrag zum 20-jährigen Bestehen der DDR die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Brecht und Weil aufführen wollte, ließ man eine Kiste voller Dollarscheine drucken. Die Scheine wurden statt in hellgrün in dunkelblau auf etwas kräftigerem Papier ausgeführt. Ein Hinweis, dass es sich um Theatergeld handelte, wurde unterlassen. So wurden mit ihnen einige Tage nach der Aufführung Waren in einem Intershop bezahlt. Erst als die Tageseinnahme bei der zuständigen Bank eingezahlt wurde, fiel der Betrug auf. Das Ereignis verursachte einige behördliche Maßnahmen, so wurden für die Theater der DDR ab 1973 zwei fast identische Theatergeldscheine vom Vordruckverlag (VV) Spremberg gedruckt, entweder in Grün mit linkem Schaurand oder in Braun ohne Schaurand. Anhand der Druckvermerke lassen sich insgesamt 13 Auflagen unterscheiden.[9] Abb. 10: Theatergeld für Bühnen der DDR, Vorder- und Rückseite bildgleich, laut Druckvermerk von 1982. Viele der Theatergeld-Ausgaben blieben von den Sammlern unbeachtet. Zu ihnen gehört auch ein Schein des Staatstheaters Stuttgart, das eine leicht verfremdete 500-Intis-Note der Banco Central de Reserva del Peru vom 26. Juni 1987 herstellen ließ. Der Theaterschein hat einige Abweichungen zum Original, so lautet der Aufdruck z. B. „BANCO CENTRAL DE RESERVA P DEL ERU“ und am unteren Rand wird klein „SPIELGELD STAATSTHEATER STUTTGART“ angegeben. Abb. 11.1: Staatstheater Stuttgart, 500 Intis-Note der Banco Central de Reserva del Peru vom 26. Juni 1987, Vorderseite. Abb. 11.2: Staatstheater Stuttgart, 500 Intis-Note der Banco Central de Reserva del Peru vom 26. Juni 1987, Rückseite. Auch die Wiener Volksoper ließ für eine Produktion 100-Dollars-Noten der Federal Reserve Bank, Serie 1990, als Theatergeld herstellen, bei der der englische Text seitenverkehrt gedruckt wurde. Abb. 12.1: Volksoper Wien, 100-Dollar-Federal Reserve Note, Serie 1990, Vorderseite. Abb. 12.2: Volksoper Wien, 100-Dollar-Federal Reserve Note, Serie 1990, Rückseite. Zum Abschluss wird noch ein 100-Francs-Schein vorgestellt, bei der eine Banknote der Banque de France Pate stand. Dass es sich hierbei um Filmgeld handelt, wird aus dem im Unterdruck des Datumsfeldes – 1-11-1978 – deutlich: „FOR MOTION PICTURE / USE ONLY“. Abb. 13: Motion Picture, 1.11.1978, 100 Francs-Note der Banque de France, Vorder- und Rückseite bildgleich. In den letzten Jahren wurden bei Ebay eine Vielzahl von mehr oder weniger gelungenen Nachdrucken von Geldscheinen angeboten und auch oft verkauft. Diese nicht weiter gekennzeichneten Scheine werden meist als Copy, Spielgeld, Pokergeld usw. angeboten. Ob sich hierunter auch Theater- oder Filmgeld befand/befindet ist leider nicht feststellbar. Abb.14: Abbildungen diverser nicht gekennzeichneter „Spielgeldscheine“. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Anm. d. Verf.: Fühlbarer Unterschied. [2] Bundeskriminalamt (Hrsg.), Falschgeldkriminalität, Bundeslagebild 2019, Wiesbaden (Stand: Juli 2020), S. 14. [3] (26.04.2021) [4] (26.04.2021) [5] Vgl. https://www.deutschlandfunk.de/wie-lili-marleen-zum-kriegslied-wurde.871.de.html?dram:article_id=127429 (29.04.2021) [6] Vgl. < https://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Marleen_(Film)> (29.04.2021) [7] Zu diesem Thema sind eine Vielzahl von Büchern veröffentlicht worden. Wer Informationen aus erster Hand wünscht, sollte Adolf Burger, Des Teufels Werkstatt, Im Fälscherkommando des KZ Sachsenhausen, Berlin (Ost) 1983 oder Unternehmen Bernhard, Die Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, Berlin 1992 lesen. [8] Vgl. (30.04.2021) [9] Vgl. Kai Lindman, Theatergeld in der DDR, in: Papiergeld von Sammlern für Sammler, Nr. 30 vom April 2020, S. 6 f.

  • Leserpost: Nachwuchsförderung

    Hallo Herr Grabowski, auf den Leserbrief des Geschichtslehrers Timo Kiel in "Münzen & Sammeln" für Mai 2021 kann ich ihm ei paar sehr stark gebrauchte Geldscheine für seinen Unterricht anbieten (Erhaltung V). Da ich "seine" Idee in meinem Beruf als Lehrer (inzwischen im Ruhestand) schon in den 1990er Jahren erfolgreich umgesetzt habe, kann ich ihm einige Scheine über sie zukommen lassen. Die Schülerinnen und Schüler brachten mir damals weitere alte Scheine z.B. von den Großeltern für meinen Unterricht mit. Bitte geben Sie das alte Geld an Herrn Kiel weiter. Vielen Dank! G. Friedrich Antwort der Redaktion: Herzlichen Dank für Ihre Sendung vom 28.4.21 zur Unterstützung der Aktion "Geldscheine im Geschichtsunterricht" und damit auch zur Nachwuchsförderung. In unserem Online-Magazin "www.geldscheine-online.com" berichten wir regelmäßig über den aktuellen Stand der Aktion und unter: https://www.geldscheine-online.com/aktion gibt es auch eine Übersicht zu allen Spendern mit Danksagung. ​ Wir wünschen Ihnen alles Gute und verbleiben mit freundlichen Grüßen Hans-Ludwig Grabowski

  • Leserpost: Kassenschein-Identifizierung

    Sehr geehrter Herr Grabowski, anliegend sende ich Ihnen die Kopie eines Kassenscheins in Erhaltung kassenfrisch über 5 Mark vom 10. Oktober 1919, dessen eine Seite in Deutsch, die andere in Kyrillisch gestaltet ist. In Ihrem Standardwerk "Die deutschen Banknoten ab 1871" konnte ich hierüber unter "Deutsche Militär- und Besatzungsausgaben" nichts finden. Können Sie mir freundlicherweise nähere Angaben über eine "Freiwillige Westarmee" in Mitau (Lettland?), Gültigkeitsdauer, Verwendungszweck und evtl. Wertangabe machen? Vielen Dank, G. Heuer Antwort der Redaktion Die Scheine der Freiwilligen Westarmee sind keine offiziellen deutschen Ausgaben, obwohl diese Armee zum überwiegenden Teil aus Deutschen bestand und auch seitens der deutschen Regierung im Kampf gegen die Bolschewisten unterstützt wurde. Sie finden die Scheine in der aktuellen Ausgabe meines Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871" unter Militärgeld der "Weimarer Republik". Hier gibt es auch eine umfangreiche Einleitung zum historischen Kontext. Mehr zum Thema lesen können Sie auch in unserem Online-Magazin für Geldscheinsammler unter https://www.geldscheine-online.com/post/f%C3%BCrst-awalow-bermondt-und-die-kassenscheine-der-freiwilligen-westarmee Hans-Ludwig Grabowski

  • Erfahrungen zur bewussten Einbeziehung der Numismatik in den Bildungs- und Erziehungsprozess

    Vorwort Passend zu unserer Aktion für die Nachwuchsförderung "Geldscheine im Geschichtsunterricht" schickte uns Herr Gaitzsch eine Auswahl von Geldscheinen und seine Geschichte zu einer von ihm geleiteten Aktion mit gleichem Ziel an einer Berufsschule in Leipzig in der damaligen DDR. Nach meiner Ausbildung als Bankkaufmann bei der Deutschen Notenbank in Leipzig und Studium der Wirtschaftspädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin war ich 35 Jahre lang als Berufsschullehrer an der KBS I Leipzig (davon 1980 bis 1992 als Schulleiter) tätig. An dieser Berufsschule erhielten etwa 1400 Lehrlinge in den Grundberufen Finanz- und Wirtschaftskaufmann ihre berufstheoretische Ausbildung. Zu DDR-Zeiten wurde auch die außerunterrichtliche Tätigkeit in Form von Zirkeln zur sportlichen und kulturellen Betätigung als sinnvolle Freizeitgestaltung gefördert. So gründete ich 1975 an der Schule einen Geldzeichen-Zirkel, der schnell Zuspruch unter den Schülern fand. Jeden Mittwoch fanden nach der Schule von 15 bis maximal 17 Uhr Zusammenkünfte in zwei Teilnehmergruppen (14-tägig wechselnd) statt. Neben Unterweisungen zu numismatischen Themen, wurden einmal Anregungen zum Anlegen einer eigenen Geldscheinsammlung vermittelt und andererseits gemeinsam thematische Geldzeichen-Exponate gestaltet. Mit diesen nahmen wir dann an numismatischen Ausstellungen des Kulturbunds teil. Hier erhielten wir für die Objekte "Die Welt im Spiegel der Banknoten – Die Bedeutung der Währungsnamen", "Leipziger Notgeld von 1920 bis 1923" und "Inflation von 1914/23 – Die Entwicklung der Preise und Tarife" (dargestellt anhand von Geldscheinen mit steigenden Nominalen) Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Zirkelarbeit um 1980. Wir unternahmen vom Schulamt finanzierte Exkursionen in das Berliner und Dresdener Münzkabinett sowie in die Numismatik-Abteilung des Nationalmuseums in Prag. Dort holten wir uns Anregungen für den Aufbau und die Ausgestaltung eines eigenen "Unterrichtskabinetts Finanzen" im Raum 306 unserer Schule. Hier wurden Geldzeichen und andere Wertpapiere aus über 100 Ländern in neun vom Kulturbund gestifteten Vitrinen, sieben Anschauungstafeln und vier Konsolen gezeigt. Es war das einzige Fachkabinett dieser Art an einer Schule in der DDR und wurde von den Lehrern unserer und anderer Bildungseinrichtungen mit ihren Klassen für den Ökonomie-Unterricht genutzt. Als ständige Ausstellung hatten wir jährlich zahlreiche Besucher aus Nah und Fern. Wir bekamen sogar Besuch von einem Bereichsleiter Geldzeichen der Staatsbank der DDR, einer Delegation von Pädagogen aus der damaligen Tschechoslowakei und dem Staatssekretär für Berufsbildung der Sowjetunion, der sich zu einem Informationsbesuch zum Bildungswesen der DDR in Leipzig aufhielt. Eine Schulgruppe aus einem Leipziger Gymnasium (damals als EOS bezeichnet), Führung um 1980 im Finanzkabinett. Höhepunkt unserer Zirkelarbeit war aber die Teilnahme an der MMM 1979 (Messe der Meister von Morgen, vergleichbar mit "Jugend forscht" in der heutigen Zeit). Für unser Exponat "Finanzkabinett mit einem Unterrichtsmittelkomplex zum Thema Geld" wurde der Geldzeichen-Zirkel der KBS I Leipzig mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Auf der letzten offenen Jugendmünzausstellung der DDR im Oktober 1989 in Mühlhausen/Thür. erhielt der Zirkel für sein Exponat "1000-Mark-Banknote vom 15.09.1922 und ihre Varianten" noch einmal eine Goldmedaille. Mitglieder des Geldzeichen-Zirkels um 1980. Seit 1970 war ich Mitglied des Kulturbunds, Fachgruppe Numismatik Leipzig West (heute Mitglied im DGW e.V.), wurde Leiter einer Jugendgruppe, bestehend aus 16 Teilnehmern meines Geldzeichen-Zirkels, die nach Abschluss ihrer Ausbildung ihr neues Hobby weiter pflegten. Ende der 1980er Jahre hatte ich meine Erfahrungen in einer Berufspädagogischen Lesung (Neuerer-Bewegung der Pädagogen) zum Thema "Die bewusste Einbeziehung der Numismatik in den ökonomischen Unterricht der kaufmännischen Berufsausbildung und der außerunterrichtlichen Zirkeltätigkeit" gehalten, die vom Staatssekretär für Berufsbildung ausgezeichnet wurde. Nach der Wiedervereinigung verloren die meisten Jugendlichen das Interesse an solcher Zirkelarbeit und unabhängig davon wurde auch deren finanzielle Unterstützung vom Schulamt eingestellt. Dies ist auch ein Grund, das heute numismatische Vereine in ganz Deutschland überaltert und kaum noch Jugendliche unter dem Nachwuchs zu finden sind. So bleibt mir die Freude, dass zwei meiner Bücher ("Das Geld der Leipziger – Vom Mittelalter bis zur Gegenwart" und "Der Harz im Spiegel des Notgeldes von 1917 bis 1923") in zwei Schulbibliotheken zu finden sind und das erstere sogar von einem Lehrer in das Fach "Wirtschaftslehre" einbezogen wurde. Im Herbst 2021 wird mein neues Buch "Goethe und das Geld" ebenfalls beim Eudora-Verlag Leipzig erscheinen und es bleibt die Hoffnung, dass sich Jugendliche wieder etwas mehr dem lehrreichen Hobby Numismatik zuwenden. Zur Zeit arbeite ich an einer "Methodischen Empfehlung zur bewussten Einbeziehung von Geldzeichen in den Unterricht" (Arbeitstitel). Hier sollen neben der Bedeutung der Numismatik für den Bildungs- und Erziehungsprozess (Theoretischer Teil) auch konkrete Hinweise, wie die Einbeziehung von Geldscheinen als Anschauungsmaterial bei der Einführung und/oder Stoffvermittlung in fast allen Unterrichtsfächern (differenziert nach Klassenstufen) erfolgen. Hans-Volkmar Gaitzsch

  • Eine von PMG bewertete Federal Reserve Note über 10.000 Dollars erzielte neuen Rekordwert

    Eine extrem seltene, von Paper Money Guaranty® (PMG®) zertifizierte, Banknote erzielte bei einer von Heritage Auctions präsentierten Auktion einen Rekordpreis von 456.000 USD. Drei weitere PMG-zertifizierte Banknoten erzielten bei der Central States Currency Signature Auction, die vom 21. bis 23. April 2021 stattfand, ebenfalls Preise über 100.000 USD. Die Federal Reserve Note (Kansas City) über 10.000 US-Dollars aus dem Jahr 1928 mit der PMG-Einstufung 30 Very Fine (Los 22175) verdoppelte beinahe ihre Schätzung von 250.000 USD vor der Auktion. Laut Heritage sind nur zehn dieser Banknoten der Serie 1928 bekannt, von denen sich zwei in Museen befinden. Dieses außergewöhnlich seltene Stück ist auch die erste dieser Banknoten, die aus dem Distrikt Kansas City bekannt wurde. Der Preis von 456.000 USD stellte einen neuen Rekord für eine US-Währung im Kleinformat dar. Eine neue Messlatte war erst drei Monate zuvor durch die "Del Monte"-Fehlernote gesetzt worden. Diese 20-Dollars-Note der Federal Reserve (St. Louis) aus dem Jahr 1996, bewertet mit PMG 64 Choice Uncirculated EPQ mit einem Obstructed Printing Error, erzielte bei einem anderen Heritage-Verkauf 396.000 USD. Ihr Spitzname leitet sich von einem Bananenaufkleber ab, der sich zwischen den Druckvorgängen auf der Vorderseite der Banknote befand. "Heritage Auctions freut sich immer, Trophäen wie diese 10.000-Dollars-Note und die 'Del Monte'-Note anbieten zu können", sagte Dustin Johnston, Direktor für US-Währung bei Heritage Auctions. "Ich bin mir sicher, dass die PMG-Zertifizierung die erfolgreichen Bieter beruhigt hat, als sie um den Erwerb dieser rekordverdächtigen Scheine sowie anderer in unseren jüngsten Auktionen konkurrierten." Eine weitere von PMG zertifizierte Banknote mit hohem Nennwert war das zweithöchste Los der Auktion. Diese Note, eine $ 5.000 Federal Reserve Note (St. Louis) aus dem Jahr 1934 mit der Bewertung PMG 64 Choice Uncirculated (Los 22173), erzielte 168.000 USD. Dies ist eines der am höchsten bewerteten Exemplare unter den knapp über 100 kleinformatigen Federal Reserve Noten mit Denomination von $ 5000 im PMG Population Report. "PMG ist begeistert, so viele der größten Papiergeld-Raritäten der Welt zertifiziert zu haben", sagte Chad Hawk, PMG Grading Finalizer. "Angesichts des gestiegenen Interesses an Numismatik in letzter Zeit habe ich keinen Zweifel daran, dass wir in naher Zukunft weitere PMG-zertifizierte Banknoten sehen werden, die Rekorde aufstellen." Weitere PMG-zertifizierte Highlights in der Auktion waren: eine $5.000 Federal Reserve Note von 1934 (Dallas) mit PMG 58 Choice About Uncirculated (Los 22174), die 144.000 USD erzielte eine 10-Cent-Fraktionswährung der dritten Ausgabe, bewertet mit PMG 40 Extremely Fine (Los 22019), die 108.000 USD erzielte eine Gruppe von vier 1899 $1 Silberzertifikaten: zwei mit PMG 66 Gem Uncirculated EPQ, eines mit PMG 65 Gem Uncirculated EPQ und eines mit PMG 58 Choice About Uncirculated EPQ (Los 22057) - mit fortlaufenden Seriennummern, einschließlich einer soliden 9 und einer "100 Million" - die 66.000 USD erzielten ein 1880 $100 Silberzertifikat mit PMG 30 Very Fine (Los 22080), das USD 55.200 erzielte ein 1880 $50 Silberzertifikat mit PMG 20 Very Fine (Lot 22076), das USD 45.000 erzielte eine Gruppe von zwei 1934/1934A $1.000 Federal Reserve Notes (Kansas City) mit PMG 66 Gem Uncirculated EPQ und PMG 65 Gem Uncirculated EPQ (Los 22172) - zugeschrieben als Reverse Changeover Pair - die USD 43.200 erzielten ein 1.000-Dollar-Goldzertifikat von 1928 mit PMG 55 About Uncirculated (Los 22182), das 38.400 USD einbrachte ein 1776 Continental Currency $20 mit PMG 55 About Uncirculated und Herkunftsbezeichnung Eric P. Newman (Los 22001), der 33.600 USD erzielte Die erzielten Preise beinhalten das Aufgeld des Käufers. Über die Paper Money Guaranty® (PMG®) PMG wurde 2005 gegründet und ist mit mehr als 6 Millionen zertifizierten Banknoten der weltweit größte und vertrauenswürdigste unabhängige Papiergeld-Grading-Service. PMG hat die höchsten Standards der Branche für Genauigkeit, Konsistenz und Integrität etabliert. Jede von der PMG zertifizierte Banknote wird durch die umfassende PMG-Garantie für Echtheit und Erhaltung abgesichert, was das Vertrauen der Käufer stärkt. Dies führt zu höheren erzielten Preisen und größerer Liquidität für PMG-zertifizierte Banknoten. Um mehr zu erfahren, besuchen Sie www.PMGnotes.de. © 2021 Paper Money Guaranty. Alle Rechte vorbehalten. PMG, NGC, NCS, CGC, CCS, CSG, ASG, CAG und CCG sind eingetragene Marken oder nicht eingetragene Marken der Numismatic Guaranty Corporation of America und/oder ihrer verbundenen Unternehmen in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern. Alle anderen Namen und Marken, auf die in dieser Mitteilung Bezug genommen wird, sind die Handelsnamen, Marken oder Dienstleistungsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.

  • Rückzug der schweizerischen Banknoten der 6. bis 8. Serie

    Die Schweizerische Nationalbank SNB zieht die Banknoten der 6. bis 8. Serie aus dem Verkehr. Ab Mai 2021 müssen diese Geldscheine an den Kassen von Geschäften und von Restaurants etc. nicht mehr angenommen werden. Die Gültigkeit der Noten bleibt jedoch vollkommen bestehen und man kann das Geld auch in Zukunft bei bestimmten Banken eintauschen. Schweizerische Nationalbank: 10 Franken der 6. Serie ohne Datum (19)86, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski Nun haben gerade deutsche Bürger oft noch viel Schweizer Geld aufbewahrt, sei es als Restgeld der vergangenen Ferien, das man ja aktuell – bedingt durch die Pandemie – nicht ausgeben kann, oder man hat im Vertrauen auf die Stärke des Frankens ein bisschen gespart und diese Noten im Tresor als Reserve. Dann sollte man unbedingt den Link zum Merkblatt der SNB öffnen und den Text studieren: https://www.snb.ch/de/mmr/reference/instr_recalled_notes/source/instr_recalled_notes.de.pdf Immer wieder erleben auch schweizerische Aussteller an Münzenmessen in EU-Ländern, dass Leute ihre alten Noten in aktuelles Schweizergeld oder in Euro Banknoten umtauschen möchten. Das wird nun in Zukunft sicher nicht mehr möglich sein! Ruedi Kunzmann

  • Leserpost: Geldscheine im Geschichtsunterricht

    Werter Herr Grabowski, mit Interesse habe ich in der Mai-Ausgabe M&S (Münzen & Sammeln) den Beitrag von Herrn Kiel über die Verwendung von Geldscheinen im Geschichtsunterricht gelesen. Ich denke auch, dass es keine bessere Art geben kann, Nachwuchs für die Numismatik zu gewinnen. Ich gehöre schon über 50 Jahre dem Münzverein Chemnitz (früher Kulturbund der DDR) an und weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist besonders junge Menschen für unser Hobby zu begeistern. Desweiteren freue ich mich, dass der Battenberg Gietl Verlag sich aktiv daran beteiligt. Vielen Dank für Ihre Aktivitäten. Anbei sende ich Ihnen über 200 deutsche Geldscheine vom Kaiserreich bis zur DDR. Diesen Scheinen sieht man an, dass sie im Umlauf waren und von Hand zu Hand gegangen sind. Sie erzählen ein Stück deutsche Geschichte. Dazu noch 15 Inflationsmünzen. Ich hoffe, dass ich damit dazu beigetragen habe, den Unterricht in Zukunft noch interessanter zu gestalten. Mit den besten Sammlergrüßen G. Gränitz Antwort der Redaktion Sehr geehrter Herr Gränitz, vielen herzlichen Dank für Ihren freundlichen Brief und Ihre Zusendung für die Aktion "Nachwuchsförderung". Ich freue mich außerordentlich, dass die Resonanz bei Sammlern so groß ist und wir dazu beitragen können, dass der Einsatz von monetären Zeugnissen der Geschichte zwischenzeitlich damit nun schon an vier Schulen in Hessen und Bayern ermöglicht wurde. Ich stehe ständig im Kontakt mit Herrn Kiel und wir entwickeln derzeit neue Ideen, wie wir den Geschichtsunterricht durch den Einsatz von Geldscheinen verbessern können. Dazu werden wir in Kürze mit dem ersten Teil einer Fortsetzungsreihe starten, mit der Beispiele zu verschiedenen Epochen und geschichtlichen Ereignissen sowie aus verschiedenen Bereichen des Geldwesens – von Banknoten über Staatspapiergeld, Notgeld, Militärgeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, Lagergeld und vielem mehr – im historischen Kontext vorgestellt und mit möglichen Interpretationen und methodischen Empfehlungen für die Einbindung in den Geschichtsunterricht aufbereitet werden. Diese Reihe soll in unserem Online-Magazin (Blog) für Geldscheinsammler im Internet www.geldscheine-online.com veröffentlicht wurden und würde damit auch Lehrern aus vielen anderen Schulen zur Verfügung stehen. Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit mit Herrn Kiel. Auf der genannten Seite bedanken wir uns außerdem auch mit einer namentlichen Nennung bei allen Unterstützern. Ich bedanke mich nochmals für Ihre Hilfe und wünschen Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit. Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 11

    Fortsetzungsreihe, Teil 27 Druckverfahren und Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten, Teil 4 Das Prinzip der Ätzung eines Stahloriginals anstelle eines Stichs von Hand. Als die klassischen Sicherungsmittel gegen Fälschung und gleichzeitig die auch noch aus heutiger Sicht wirkungsvollsten sind, neben dem Stichtiefdruck, das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden zu nennen. Letzterer ist ein aluminiumbedampfter Polyesterfaden und komplett in das Papier eingebettet, tritt also nicht mehr als silbern glänzender Fensterfaden, wie seinerzeit bei den DM-Noten, partiell an die Oberfläche. Er enthält durch Aussparungen der Oberflächenbeschichtung Notenwert und Währungsbezeichnung in Mikro- und Minischrift (0,4 bzw. 0,8 mm), abwechselnd seitenrichtig und seitenverkehrt. Die Räume zwischen der Beschriftung enthalten einen bestimmten Code. Diese Prüfmerkmale wurden auf Wunsch der Bank of England integriert, im Vorgriff auf einen etwaigen künftigen Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Eurozone. Das Hauptmotiv der Vorderseite erscheint in hell/dunkel abgestuften Grautönen als Wasserzeichen, das weiche, fließende Verläufe der Abstufungen von Hell nach Dunkel aufweist. Darunter befindet sich das sogenannte Draht- oder Wertwasserzeichen. Ein echtes Wasserzeichen wird durch Papierverdickungen und –verdünnungen gebildet. Es weist daher stets das Phänomen der Helligkeitsumkehr auf: In der Durchsicht gegen Licht helle Stellen werden bei Auflegen des Scheins auf eine Unterlage dunkel, dunkle Stellen erscheinen hell. Bei dem genannten Wertwasserzeichen ist dies besonders gut zu erkennen. Doch Vorsicht: Auch mittels fetthaltiger Substanzen imitierte Wasserzeichen können in abgeschwächter Form dieses Phänomen aufweisen! Das rechts der beiden beschriebenen Wasserzeichen im bedruckten Teil der Note befindliche Balkenwasserzeichen dient nicht der optischen Echtheitserkennung. Die hellen und dunklen vertikalen Balken in je Nennwert unterschiedlicher Ausprägung enthalten in codierter Form den Wert der Banknote, der maschinell erkannt werden kann. Dieser Bar-Code wird von der Belgischen Notenbank genutzt. Das Rundsieb der Papiermaschine trägt mehrere Gewebelagen aus Phosphor-Bronze. Das spätere Wasserzeichenbild ist in dieses Gewebe eingeprägt. Hierdurch sind Erhöhungen und Vertiefungen entstanden, die das geschöpfte Papier an den erhöhten Stellen dünner und an den vertieften dicker werden lassen. So entstehen im Papier die gewünschten Halbton-Wasserzeichen. Der Fälscher imitiert das Wasserzeichen meist in Form eines blassen Aufdrucks im Weißfeld auf Vorder- oder Rückseite, oder er behandelt das Papier mit einer fettigen Substanz (siehe oben), um so Transparenz und Opazität der Papierstellen im Wasserzeichenbereich vorzutäuschen. Solcherart nachgeahmte Wasserzeichen sind aber meist gut von den echten zu unterscheiden, zumal sie in der Zeichnung oft vom Original abweichen. Auch der Faden wird häufig durch einen Aufdruck auf der Rückseite der Falschnote nachgestellt. Er ist in der Durchsicht dann kaum zu erkennen, aus dem Papier freilegen wie sein echtes Pendant lässt er sich natürlich ebenfalls nicht. Mittels eines Merkblattes informierten EZB und Bundesbank über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten. Die Minischrift an verschiedenen Stellen im Notenbild von Vorder- und Rückseite weist eine Größe von 0,8 mm auf. Die Größe der Mikroschrift variiert je nach Druckverfahren. Beim Stichtiefdruck sind es 0,3 mm, bei den Schriften des indirekten Hochdrucks 0,24 mm. Bislang waren Scanner nicht in der Lage, die Mikroschriftzeichen originalgetreu wiederzugeben, als Resultat waren immer nur ausgefranste Fragmente oder Linien, aber nie klare Buchstaben oder Zahlen zu erkennen. Dies hat sich geändert. Die neueste Scannertechnologie ist sowohl in der Lage, Mikroschrift exakt zu kopieren, als auch die leichte Einfärbung des Notenpapiers. Als Kopierschutz fungieren die auf Vorder- und Rückseite innerhalb des Schutzuntergrundes aufgedruckten kleinen farbigen Kreise, der sogenannte Omron-Code. Er war auch bereits im Druckbild der letzten DM-Notenserie enthalten. Viele Kopierer und Farbdrucker der neueren Generation haben einen speziellen Schlüssel hinterlegt, der anhand des auf der Banknote enthaltenen Codes erkennt, dass es sich um einen Wertdruck handelt. Der Druck wird hierdurch verweigert oder das Gerät produziert nur eine geschwärzte Kopie. Das im oberen Teil des Weißfeldes der Note befindliche Durchsichtsregister, das sich aus vorder- und rückseitig aufgedruckten Fragmenten der Wertzahl komplett und durch den verwendeten Super-Simultandruck in exakter Deckungsgleichheit zusammensetzt, wenn man den Schein gegen das Licht hält, ist ebenfalls kein zuverlässiges Echtheitskriterium mehr. Fast alle Falsifikate guter Qualität weisen diese Deckungsgleichheit auf. Zur alleinigen Prüfung einer verdächtigen Banknote ist dieses Mittel daher nicht mehr geeignet. Im Umkehrschluss ist allerdings ein Schein dann mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit falsch, wenn diese Registerfragmente nicht übereinstimmen. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Lexikon: Bonds

    Bond ist eine englische Bezeichnung für eine Anleihe (festverzinsliches Wertpapier, Rentenpapier, Schuldverschreibung), insbesondere für Obligationen. Das zinstragende Wertpapier räumt dem Gläubiger (Inhaber) das Recht auf Rückzahlung durch den Schuldner inkl. der Zahlung fest vereinbarter Zinsen ein. Beispiel für ein fest verzinsliches Wertpapier Mit 8 % jährlich fest verzinsliche Schuldverschreibung der Stadt Königsberg i. Pr. über 1000 Reichsmark = 358,420 g Feingold vom 31. März 1928, Sammlung Grabowski Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski

  • „Emergency Cashier’s Checks“ der Jìnán-Bank

    Im Newsletter 13/2021 wird von der kommenden Sincona-Auktion berichtet, in der eine sehr große Sammlung chinesischer Noten versteigert wird. Dazu werden einige herausragende Beispiele gezeigt. Hier möchte ich etwas zu dem dort gezeigten „emergency cashier’s check“ der Jìnán-Bank sagen, ein Schein, der so gar nicht wie eine Banknote aussieht. Und es ist auch keine, auch wenn der Schein im SCWPM unter P.S3080G gelistet ist. Abb.1: 500 Yuan Kontrollabschnitt, Titel 8 Zeichen. In Wahrheit handelt es sich um den linken Kontrollabschnitt eines Schuldscheins, ausgegeben von der (kommunistischen) Regierung Süd-Héběis. In der Abbildung kann man deutlich sehen, dass an der Schnittstelle ein Stempel mit der Individualnummer des Scheins angebracht wurde. Hier wurde der Schein in zwei Teile geschnitten, ein Teil (der linke Abschnitt) verblieb als Kontrollabschnitt bei der Bank, der andere Teil wurde ausgegeben. Auf dem Kontrollabschnitt steht das Datum der Ausgabe: 15.9.1943, ferner das Datum, zu dem die Einlösung versprochen wird: 13.6.1944. Ein Rundschreiben der Gebietsverwaltung vom 29. September 1943 erklärte der Bevölkerung zur Ausgabe der Schuldscheine : „Die Ausgabe erfolgt wegen der kriegerischen Umfelds. Die Ausgabe macht die Benutzung des Geldes durch öffentliche und private, industrielle und kommerzielle Unternehmen und Zahlung der Truppen bequemer“. Die mir bekannten Kontrollabschnitte zeigen, dass es drei verschiedene Wertstufen gab: 200, 500 und 1000 Yuan. Sie unterscheiden sich durch ihre Farbe und durch ihre Nummernpräfixe: 200 Yuan rot, Präfix A/X 500 Yuan blau, Präfix A/Y 1000 Yuan grün, Präfix A/Z Ich kann hier alle drei Kontrollabschnitte als Specimen mit 000000-Nummer abbilden: Abb.2: 200, 500 und 1000 Yuan, Kontrollabschnitte, Specimen. Interessant ist, dass es zwei verschiedene Serien gegeben haben muss, die eine Serie trägt auf dem Kontrollabschnitt den Titel 冀南銀行本票存根 (8 Zeichen, am Ende 存根 = Kontrollabschnitt), eine zweite Serie zeigt nur die sechs Zeichen 冀南銀行本票, „Kontrollabschnitt“ fehlt. Abb.3: 500 Yuan, Kontrollabschnitt Titel 6 Zeichen. Die Frage ist nun, wie sahen denn die eigentlichen die Scheine aus, von denen man die Kontrollabschnitte abgetrennt hat? Nun, ich kann hier einen 500-Yuan-Schein abbilden. In allen vier Ecken steht 本票, also „emergency cashier’s check“. Die Nummer zeigt natürlich Präfix A/Y. Und wieder finden sich die gleichen Ausgabe- und Einlösedaten wie auf den Kontrollabschnitten. Außerdem wird ausdrücklich gesagt, der Schuldschein sei überall wie Geld zu verwenden. Abb.4: Originalschein 500 Yuan. Es gibt auch noch andere „emergency cashier’s checks“ von 1943. Aber der Sammler muss aufpassen. Seit einiger Zeit kursieren in China hergestellte Fantasieausgaben. Hier zeige ich den am häufigsten in westlichen Ländern angebotenen Schein. Schon der Nennwert zu 10 Millionen Yuan beweist, dass hier etwas nicht stimmen kann, da es 1943 keine derartige Inflation in Héběi gab. Abb.5 Fantasienote 10 Millionen Yuan. Erwin Beyer Abbildungsnachweis: Abb.1: Sincona Auktion 69/70 Abb.2: Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun Abb.3 und 4: ehemalige Sammlung Beyer Abb.5: www.chinazhibi, Erlaubnis durch Wang Jie

  • Varianten: April 2021 (Teil 3)

    Brasilien 5 Reais Wie BRA-253 (Linzmayer B875e), aber mit Unterschriften "Paulo Roberto Nunes Guedes/Roberto de Oliviera Campos Neto". Europäische Währungsunion 50 Euro Wie EUR-23 (Linzmayer B111u3), aber mit Unterschrift "Christine Lagarde". Liberia 5 Dollars Wie LBR-21 (Linzmayer B301a), aber mit Unterschriften "Charles R. Bright/Elie E. Saleeby" und Jahresangabe "2002". Malawi 50 Kwacha Wie MWI-68 (Linzmayer B158e), aber mit Datum "1st JANUARY 2019", überarbeitetem Fisch auf dem Avers und neuem Unterdruck. Sudan 500 Pounds Wie Linzmayer B416a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Mohamed al-Fatih Zeinelabdin Mohamed Hamd" und Datum "JANUARY 2021". Südsudan 500 Pounds Wie SSD-16 (Linzmayer B116a), aber mit Unterschriften "Jamal Wani Abdalla/Salvatore Garang Mabiordit" und Jahresangabe "2020". Tonga 50 Pa'anga Wie TON-42 (Linzmayer B217a), aber mit Unterschriften "Siale ‘Ataongo Kaho, Lord Tu’ivakano/Lisiate ‘Aloveita ‘Akolo". Westafrikanische Staaten – Elfenbeinküste 5000 Francs Wie CIV-117A (Linzmayer B123At), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "(02)21/2003". Westafrikanische Staaten – Guinea-Bissau 2000 Francs Wie GNB-916S (Linzmayer B122Sr), aber mit Unterschriften "Romuald Wadagni/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "(20)19/2003". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Geldscheine und Musik: Arthur Honegger

    Arthur Honegger (* 10. März 1892 in Le Havre; ✝︎ 27. November 1955 in Paris) war ein französisch-schweizerischer Komponist. Er studierte u.a. Komposition bei Charles-Marie Widor am Pariser Conservatoire und schloss sich einer Gruppe junger KomponistInnen um Erik Satie und Jean Cocteau an, die ab 1920 als "Groupe des Six" in einem losen Zusammenschluss die antiromantische Ästhetik propagierte. Honeggers reiches Gesamtwerk schlägt sich in seinen über 200 Kompositionen nieder, die u.a. die Oratorien Le Roi David und Jeanne d'Arc au bûcher sowie die Bühnenwerke Antigone und Judith neben weiteren Orchesterwerken, Balletten und Kammer- sowie Klaviermusik umfassen; er komponierte jedoch auch Filmmusik. Besonders ab den Kriegsjahren lässt sich sein Pessimismus und seine Flucht in die Religiösität nachvollziehen. Die Schweizerische Nationalbank ehrte Honegger auf den 20-Franken-Noten der 8. Serie, die heute noch im Umlauf sind: Auf der Vorderseite ist Honegger gleich zweimal zu sehen. Die Rückseite der Banknote stellt hingegen eine Hommage an Honeggers Pacific 231 (Uraufführung am 8. Mai 1924 in der Pariser Oper) dar, in dem die rein abstrakte Idee einer "mathematischen Beschleunigung des Rhythmus" – wie der Komponist selbst erst Jahrzehnte später zugab – mit den verschiedenen Etappen einer Lokomotive der Achsfolge 2'C1' vom Anfahren bis zum Anhalten in Verbindung gebracht wurde: Neben Lokomotivteilen sind auf dem Schein auch Partiturausschnitte aus der Phase der höchsten Geschwindigkeit direkt vor dem plötzlichen Abbremsen abgebildet. Schweizerische Eidgenossenschaft, Schweizerische Nationalbank: Banknote zu 20 Franken von 1994 (eingeführt am 1. Oktober 1996) Vorderseite: Unten Porträt des Honegger, links oben Honegger bei der Arbeit am Klavier. Rückseite: Trompetenventile, Lokomotivrad, Partitur-Ausschnitt und Klaviatur. Wasserzeichen: Honegger. Entwurf: Jörg Zintzmeyer Druckerei: Orell Füssli Arts Graphiques SA, Zürich Format: 137 mm x 74 mm Katalogreferenzen: CHE-68a (Standard Catalog of World Paper Money – Vol. III: Modern Issues) Diesen und andere Geldscheine aus der Motivwelt der Musik finden Sie in unserem virtuellen Museum. Kana Totsuka Abb. Jürgen Schilde

www.geldscheine-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page