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- Kuba: Nationalheldinnen werden auf neuen kubanischen Banknoten geehrt
Am 31. März 2026 gab die kubanische Zentralbank bekannt, dass zwei neue Banknoten in Umlauf gebracht werden. Am 1. April kamen die ersten 5000-Pesos-Banknoten in Havanna in Umlauf und werden schrittweise im ganzen Land eingeführt. Die neue 2000-Pesos-Banknote wird folgen. Die Ausgabe der neuen Banknoten zielt darauf ab, Bargeldtransaktionen zu erleichtern, den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft gerecht zu werden, die hohe Bargeldmengen erfordert, die Kosten für die Bargeldlogistik zu senken und die operative Flexibilität in der aktuellen Inflationsphase, die das Land durchlebt, zu erhöhen. Die neue Serie kubanischer Banknoten umfasst neu gestaltete Scheine, bei denen die gesamte Fläche genutzt und neue Sicherheitsmerkmale integriert werden. Zum ersten Mal in der kubanischen Währungsgeschichte werden auf diesen beiden neuen Noten Abbildungen kubanischer Patriotinnen zu sehen sein. Auf der 2000-Pesos-Banknote ist Mariana Grajales Cuello, die „Mutter der Nation“, abgebildet, und auf der 5000-Pesos-Banknote Celia Sánchez Manduley, die „Heldin der Sierra Maestra“. Oben: Mariana Grajales Cuello und Celia Sánchez Manduley. Unten: Denkmäler zu Ehren der beiden Frauen. Mariana Grajales Cuello (1815 – 1893) war eine kubanische Patriotin und eine Ikone der Frauenrechte sowie des Kampfes für Kubas Unabhängigkeit von Spanien und die Abschaffung der Sklaverei. Cuello, die als „Mutter Kubas“ bezeichnet wurde, trug durch die Förderung des Nationalstolzes und der patriotischen Opferbereitschaft dazu bei, ihr Volk für einen Feldzug zu mobilisieren, der schließlich die spanische Herrschaft in ihrem Land beendete. Celia Sánchez Manduley (1920 – 1980) war eine kubanische Revolutionärin, Politikerin, Forscherin und Archivarin. Sie war ein Schlüsselmitglied der kubanischen Revolution und eine enge Mitarbeiterin von Fidel Castro. Sie galt als die erste Guerillakämpferin der Sierra Maestra. Nachdem Castro im Dezember 1956 eine katastrophale Landung in Kuba von Mexiko aus durchgeführt hatte – und dabei den Großteil seiner Männer verloren hatte –, war es das von Sánchez organisierte geheime Netzwerk von Bauernfamilien, das für das Überleben der Rebellen entscheidend war. Als Castro 1959 an die Macht kam, blieb Sánchez seine wertvollste Mitarbeiterin und arbeitete bis zu ihrem Tod an seiner Seite. Beide neuen Banknoten haben eine Größe von 150 x 70 Millimetern. Die vorherrschenden Farben auf der 2000-Pesos-Banknote sind Violett und Rosa, auf der 5000-Pesos-Banknote ist es Blau. Ein Wasserzeichen zeigt das jeweilige Bildnis de Nationalheldin, begleitet von einer Elektrotypie mit dem Nennwert. Ein Sicherheitsfaden enthält einen Bewegungseffekt mit den Initialen „BCC“ und der Wertzahl. Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite jeder Banknote erscheint die Nationalblume Kubas, „Der Schmetterling“, als neuartiges Sicherheitselement, das beim Kippen einen Regenbogen-Bewegungseffekt zeigt. Auf den Rückseiten ist oben in der Mitte der Schriftzug REPUBLICA DE CUBA zu sehen, unten in der Mitte der Nennwert in Worten. Auf der 2000-Pesos-Banknote ist das Denkmal „Mutter des Vaterlandes“ („Madre de la Patria“) auf dem Friedhof Santa Ifigenia abgebildet. Auf der 5000-Pesos-Banknote ist das Celia-Sánchez-Manduley-Denkmal im Lenin-Park abgebildet. Donald Ludwig
- USA: Die Verherrlichung Trumps geht weiter
Am 26. März 2026 gab das US-Finanzministerium in einer umstrittenen Ankündigung bekannt, dass „zu Ehren des 250-jährigen Jubiläums der Vereinigten Staaten von Amerika die Unterschrift von Präsident Donald J. Trump künftig gemeinsam mit der des Finanzministers („Secretary of the Treasury“) auf US-Banknoten erscheinen wird – zum ersten Mal in der Geschichte für einen amtierenden Präsidenten.“ Trumps Unterschrift wird die des Schatzmeisters der Vereinigten Staaten („Treasurer of the United States“) ersetzen. In der offiziellen Pressemitteilung hieß es weiter: „Unter der Führung von Präsident Trump sind wir auf dem Weg zu beispiellosem Wirtschaftswachstum, dauerhafter Dominanz des Dollars sowie finanzieller Stärke und Stabilität“, sagte Finanzminister Scott Bessent. „Es gibt keinen wirkungsvolleren Weg, die historischen Errungenschaften unseres großartigen Landes und von Präsident Donald J. Trump zu würdigen, als US-Dollar-Banknoten, die seinen Namen tragen, und es ist nur angemessen, dass diese historische Währung zum 250-jährigen Jubiläum ausgegeben wird.“ „Da sich der 250. Jahrestag unserer großartigen Nation nähert, wird die amerikanische Währung unter der Führung von Präsident Trump weiterhin als Symbol für Wohlstand, Stärke und den unerschütterlichen Geist des amerikanischen Volkes stehen“, sagte Finanzminister Brandon Beach. „Der Präsident hat als Architekt des wirtschaftlichen Wiederaufschwungs im Goldenen Zeitalter Amerikas unbestreitbar Geschichte geschrieben. Seine Unterschrift auf die amerikanische Währung zu drucken, ist nicht nur angemessen, sondern auch wohlverdient.“ Die oben genannten „offiziellen“ Erklärungen sind leider übertrieben und nach Ansicht unabhängiger Ökonomen schlichtweg Unwahrheiten. Die kultartige Verehrung Trumps und der MAGA-Bewegung („Make America Great Again“) ist für die Mehrheit der US-Amerikaner und Bürger weltweit schwer nachvollziehbar. Trump und seine Gefolgsleute bringen Trumps Namen und/oder Bildnis auf so vielen Dingen wie möglich an, darunter das einst verehrte John F. Kennedy Center for the Performing Arts, der Hauptsitz des U.S. Institute of Peace, neue Schlachtschiffe der „Trump-Klasse“, der Palm Beach International Airport usw. Dieser Trend hat nun auch die US-Währung erreicht, aber ist das legal? Der „Thayer Amendment“ war ein Gesetz aus dem Jahr 1866, das die Verwendung des Bildnisses einer lebenden Person auf „Anleihen, Wertpapieren, Banknoten oder Postgeld der Vereinigten Staaten“ untersagte. Es war die Folge einer albernen Eitelkeitsaktion des Beamten Spencer Clark vom Finanzministerium, der beschloss, sich selbst auf Banknoten abzubilden, die eigentlich zu Ehren des Entdeckers William Clark – bekannt aus der Lewis-und-Clark-Expedition – bestimmt waren. Der Gesetzentwurf des Kongresses, der die Herstellung der Banknote genehmigte, sah lediglich vor, dass sie „Clark“ ehren sollte, und so beschloss Spencer Clark, sich selbst zu verewigen. Abgesehen vom Skandal um Spencer Clark gab es nur wenige Ausnahmen von diesem Gesetz, darunter der Fall, als sich der Gouverneur von Alabama, Thomas Kilby, 1921 zusammen mit Alabamas erstem Gouverneur, William Bibb, auf eine Münze prägen ließ, die an das hundertjährige Bestehen des Bundesstaates Alabama erinnerte. Im Jahr 1926 wurde zur Feier des 150. Geburtstags der Nation ein Halbdollar geprägt, auf dem Präsident George Washington und Präsident John Calvin Coolidge, Jr. abgebildet waren, wodurch Coolidge der erste lebende Präsident war, der auf einer Münze erschien. 1995 erschien Eunice Kennedy Shriver auf einem Gedenk-Silberdollar zu Ehren der Special Olympics, die sie gegründet hatte. All dies waren Beispiele für Gedenkmünzen, die nicht für den breiten Umlauf als Zahlungsmittel bestimmt waren. Und auch in diesem Jahr wird es eine Ausnahme geben: eine Gedenkgoldmünze mit dem Bildnis von Trump, die geschaffen wurde, um weiterhin das Ego eines unbeliebten Präsidenten zu streicheln. Seit der Verabschiedung des Thayer-Amendments ist keine lebende Person mehr auf US-Banknoten abgebildet worden. Die derzeitige rechtliche Umgehungslösung für den Thayer-Amendment besteht darin, Trumps Unterschrift auf den im Umlauf befindlichen Banknoten anzubringen, da sein Porträt nicht abgebildet werden darf. Es ist natürlich zu erwarten, dass sich dieser Trend umkehren wird, sobald die Demokraten wieder an der Macht sind, und dass Trumps Name, Unterschrift und Bildnis von den US-Banknoten sowie von allen anderen staatlichen oder staatlich finanzierten Gebäuden und Programmen entfernt werden. Trumps Unterschrift wird demnächst die des „Treasurer of the United States“ ersetzen. Donald Ludwig
- Kreative Designer mit Sinn für Humor
Die Bank of England (BoE) gab kürzlich bekannt, dass sie die historischen Persönlichkeiten auf ihren derzeit im Umlauf befindlichen Banknoten in ihrer nächsten Banknotenserie durch einheimische Wildtiere ersetzen wird. Über diese Ankündigung wurde HIER in unserem Blog berichtet. Kreative Köpfe sind bereits am Werk, und in den sozialen Medien kursiert bereits eine Reihe von Fantasieentwürfen. Die obige Fantasie-5-Pfund-Note zeigt einen Rotfuchs mit der folgenden Bildunterschrift unten: „DEPICTING THE URBAN FOX RAIDING A DUSTBIN“ (Darstellung eines städtischen Fuchses, der einen Mülleimer plündert). Die obige 10-Pfund-Fantasienote zeigt eine Möwe am „Seagull’s Pier“ („Möwenpier“) mit der folgenden Bildunterschrift: „DEPICTING THE URBAN SEAGULL STEALING CHIPS“ (Darstellung einer städtischen Möwe beim Diebstahl von Pommes Frites). Die 20-Pfund-Fantasienote zeigt einen männlichen Hirsch, der im Wald seinen Darm entleert, mit der folgenden Bildunterschrift: „DEPICTING THE NOBLE STAG AT HIS MOST NATURAL“ (Darstellung des edlen Hirsches bei seiner natürlichsten Aktivität). Die 50-Pfund-Fantasienote zeigt einen toten Igel auf einer Straße mit Reifenspuren und der folgenden Bildunterschrift: „MEMORIALIZING THE URBAN HEDGEHOG ON ITS FINAL ROAD“ (Erinnerung an den Stadt-Igel auf seinem letzten Weg). „ROADKILL AVE.“ ist auch rechts zu sehen: „Roadkill“ auf Englisch deutet auf Tiere hin, die von Autos überfahren und getötet werden. Um sicherzustellen, dass niemand diese Fantasie-Motive tatsächlich mit echten Banknoten verwechselt, fällt Folgendes auf: Die Währungseinheit „Pounds“ ist falsch geschrieben als „Poounds“. „THE SUM OF FIVE“ erscheint auf allen Stückelungen in der oberen linken Ecke. „Th fwed“ erscheint ebenfalls oben links auf allen Stückelungen. Die transparenten Fenster enthalten unsinnige Designelemente, darunter die Worte „URBAN SCAVENGER“ („STADT-AASFRESSER“). Wenn die Bank of England entscheidet, welche Wildtiere auf ihren neuen Banknoten abgebildet werden sollen, werden diese auf der Rückseite erscheinen (und nicht auf der Vorderseite wie bei diesen Fantasieentwürfen), während auf der Vorderseite weiterhin der britische Monarch zu sehen sein wird, vermutlich in unverändertem Design wie auf den derzeit im Umlauf befindlichen Banknoten. Fantasieentwürfe tauchen oft in den sozialen Medien auf, wenn neue Banknoten angekündigt werden, ohne dass Abbildungen der tatsächlichen Entwürfe vorliegen. Viele dieser Fantasieentwürfe sehen aus, als könnten sie echt sein, andere sind offensichtlich reine Fantasie, wie die in diesem Beitrag vorgestellten der BoE. Weitere Beispiele von Fantasieentwürfen folgen. Ein Fantasieentwurf für eine philippinische 500-Piso-Banknote mit einem Tarsier wurde auf den Philippinen so populär, dass die Zentralbank tatsächlich bekannt geben musste, dass es sich um einen Fantasieentwurf handelte. Dieses Fantasie-Design finden Sie HIER und die tatsächlich ausgegebene Banknote HIER . Eine fiktive kanadische 20-Dollars-Banknote mit einem lächelnden König Charles III. wurde HIER vorgestellt und ein neuer, ernsterer Fantasieentwurf ist unten abgebildet. Und zu guter Letzt kursierten schnell mehrere authentisch wirkende Fantasieentwürfe, als bekannt wurde, dass Terrance Stanley Fox auf Kanadas neu gestalteter 5-Dollars-Banknote erscheinen wird ( HIER im Blog angekündigt). Einer davon ist unten zu sehen. Ein offizielles Design wurde hier auch noch nicht bekannt gegeben. Donald Ludwig ( polymernotes.com )
- Lexikon: Moneta Patriottica
Als "Moneta Patriottica" wurde 1848 in Venedig ausgegebenes Papiergeld bezeichnet. Venedig fiel 1815 mit der Lombardei als Lombardo-Venezianisches Königreich wieder an die Habsburger (wie bereits 1797 bis 1805). 1848 kam es zum Aufstand und am 26. März 1848 zur Ausrufung der Republik San Marco unter dem Präsidenten Manin. In dieser Zeit wurde in Venedig eigenes Papiergeld ausgegeben. Das bekannteste ist das "Moneta Patrittica" (patriotisches Geld), das in den Werten 1, 2, 3, 5, 50 und 100 Lire existierte. Venedig: Moneta Patriottica über 3 Lire von 1848, Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Venedig: Moneta Patriottica über 3 Lire von 1848, Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte. Als zweite Ausgabe kam das "Dono Patriotico" in den Werten 25, 50 und 100 Lire (1848) sowie 5 und 25 Lire (1849) dazu. Die dritte Ausgabe erfolgte unter der Bezeichnung "Moneta del Commune di Venezia" in den Werten 25 und 50 Centesimi sowie 1, 2, 3, 5 Lire (1848) und 12 ½, 25, 50 Centesimi und 50 und 100 Lire (1849). Von dem 1-Lira-Wert gibt es zwei Typen, wovon der eine sich aus zwei Hälften des 50-Centesimi-Scheins zusammensetzt. Die Werte zu 12 ½ und 25 Centesimi entstanden durch Halbierung bzw. Vierteilung des 50-Centesimi-Scheins. Am 22. August 1849 wurde Venedig von den Österreichern eingenommen, kam aber 1866 nach einer Abstimmung und vorherigen Belagerung durch die Österreicher an Italien. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte
- Leserpost: Aus privaten Sammlungen: 100 Mark 1922 Köln Seriennummer Solid
Sehr geehrte Damen und Herren, im Anhang schicke ich Ihnen zwei Abbildungen von einer Banknote, die sich in meiner privaten Sammlung befindet. Es ist eine 100-Mark-Notgeldbanknote aus Köln, gedruckt im Jahre 1922. Die Seriennummer lautet "444444". Kommt diese Banknote für einen Artikel in Frage? Wenn ja, welche Informationen sollte ich angeben? Mit freundlichen Grüßen Tomasz F. Antwort der Redaktion: Bei Ihrem Schein handelt es sich um keine Banknote! Eine Banknote ist – wie der Name schon sagt – eine Note einer konzessionierten Notenbank, also z.B. einer Zentral- oder Nationalbank. Ihr Schein ist dagegen ein Notgeldschein der Stadt Köln über 100 Mark aus dem Jahr 1922. Ausgehend von der Serie 4A ist er unter 2380.6 (Müller: Die Notgeldscheine der deutschen Inflation von August 1922 bis Juni 1923) einzuordnen. Die Nummer ist keine Seriennummer, sondern eine Kontrollnummer. Wäre es eine Seriennummer, dann hätte eine ganze Serie von Geldscheinen die selbe Nummer. Gerade eben das darf bei Kontrollnummern nicht vorkommen, bei der jede Nummer in Verbindung mit der Serie einmalig sein muss! Besonders ist die Nummer „444444“, da dies für Sammler von Interesse sein kann. Streng genommen ist diese Nummer aber auch nicht seltener als jede andere Zahlenkombination. Gebrauchte Scheine sind in dem genannten Katalog mit 3 Euro bewertet. In der vorliegenden stark gebrauchten Erhaltung ist der Schein fast wertlos und lediglich der besonderen Nummer wegen sammelwürdig. Eine Veröffentlichung erfolgt im Rahmen der Leserpost. Mit den besten Grüßen Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Literaturempfehlung: Manfred Müller Deutsches Notgeld, Band 4: Die Notgeldscheine der deutschen Inflation von August 1922 bis Juni 1923 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-534-3 Auflage: 3. Auflage 2010 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 760 Preis: 39,90 EUR Zur Leseprobe! Zum Shop!
- Aus privaten Sammlungen: Schatzanweisung des Deutschen Reichs zu 4,20 Goldmark von 1923
Im Oktober 1923 war der Kurs der Mark ins Bodenlose gefallen und die deutsche Wirtschaft orientierte sich immer mehr am US-Dollar als Recheneinheit. Die 1923 ausgegebenen und auf Dollar lautenden wertbeständigen Anleihen des Deutschen Reichs sowie Anleihestücke einer Reichsgoldanleihe wurden deshalb für den Geldumlauf zugelassen, was zu einer geringen Entspannung der Lage führte, aber nur als Provisorium bis zur notwendigen Neuordnung der deutschen Währung diente. Die ganzen Schatzanweisungen kamen bereits im August 1923 in Umlauf, Teilstücke und Zwischenscheine Ende Oktober 1923. Ausgegeben wurden ganze Schazanweisungen zu 4,20 Mark Gold = 1 Dollar, 8,40 Mark Gold = 2 Dollar sowie 21 Mark Gold = 5 Dollar. Dieses sog. „wertbeständige Notgeld“ lief bis Sommer 1924 um und wurde am 7. Juli 1925 ungültig. Bei der Stabilisierung der Währung durch Einführung der Rentenmark und ab 1924 auch der Reichsmark entsprach 1 US-Dollar = 4,2 Billionen "Papiermark" = 1 Rentenmark/Reichsmark. Objekttyp: Ganze Schatzanweisung Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Besler (Grabowski) Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsches Reich Emittent: Reichsschuldenverwaltung, Berlin Nominal: 4,20 Mark Gold = 1 Dollar Datierung: August 1923 Umlauf: August 1923 ( ursprüngliche Rückzahlung am 2. September 1935), als wertbeständiges Notgeld gültig bis 6. Juli 1925 Vorderseite: Text und Reichsadler im Zierrahmen auf farbigem Unterdruck, links unten ein Siegel der Reichsschuldenverwaltung, rechts unten Handunterschrift Rückseite: Text in einfachem Rahmen mit Doppellinie. Material: Papier mit Wasserzeichen RSV-Linienmuster Format: 160 mm x 100 mm Nummerierung: Buchstabe J, Nr. 1 758892 Druck: Reichsdruckerei, Berlin Zitate: WBN-6d (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 ) 148b (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) 158b (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com . Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Verlags-Shop
- Aus alten Zeitungen: Geld vom lieben Gott
Gefunden in: einer Ausgabe des " Stern" aus dem Jahr 1953 Geld vom lieben Gott Während der Abendandacht fand die Frau des stellungslosen Korbmachers Karl Haupt in der Kirchenbank der kleinen Dorfkirche von Hornrade [ Bild oben links] eine geheimnisvolle Banknote. "Vielleicht kommt das Geld vom lieben Gott", sagte sie sich und schob den Schein vorsichtig ins Gesangbuch. Zu Hause gab es dann Freudentränen. "Tausend Deutsche Mark" stand auf der Vorder- und Rückseite der Banknote [Bild unten]. Wer so viel Geld verlieren kann, hat genug davon, beschloß der eilig einberufene Familienrat. Karl Haupt wurde beauftragt, in der nahen Kreisstadt Rinteln mit der Banknote die Schulden der Familie in einem Textilkaufhaus zu bezahlen [Bild oben rechts]. Die Kassiererin stutzte: "Donnerwetter, ein Tausender! Gibt's die denn schon wieder?" Darauf der Korbmacher: "Ich habe ihn von einem Händler für Ware bekommen." Vorsichtshalber erkundigte sich die Kassiererin bei der Polizei. Dort zuckte man die Achseln. Der Direktor der Volksbank konnte erst von seinem Kassierer erfahren: "1000 DM-Scheine gibt es nicht." Die Fachleute des Falschgelddezernats versuchen jetzt den Hersteller des Tausenders zu ermitteln. Fotos: Seeliger/Basil Was bei den Ermittlungen des Falschgeld-Dezernats herauskam, wissen wir nicht. Das Foto des Tausenders lässt jedoch auf einen primitiv gedruckten oder gar handgezeichneten Schein schließen, der dem "Roten Hunderter" der Serie 1948 der Bank deutscher Länder nachempfunden wurde. Interessant ist die Bezeichnung "OPTIVA" statt "BANKNOTE" mittig oben. Hierbei könnte es sich um einen Firmennamen handeln. Im Netz findet man jedoch nur ein modernes Softwareunternehmen aus Kanada unter diesem Namen. Vielleicht lohnt es sich, diesem Ansatz zu folgen, denn es könnte sich um die Werbenote einer Firma mit diesem Namen handeln. Ein Blick auf die Rückseite des Scheins wäre da sicher hilfreich gewesen, hätte aber womöglich die schöne "Story" entzaubert. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Anmerkung der Redaktion Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen. Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!
- Neue Weltbanknoten-Varianten: März 2026, Teil 2
Dominikanische Republik, Guinea, Macau, Mongolei, Rumänien, Uganda, Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste, Togo) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Dominikanische Republik 500 Pesos Dominicanos von 2024 BNB B730d: wie BNB B730c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Guinea 500 Francs Guinéens von 2024 BNB B341.5c: wie BNB 341.5b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Soumah/Kaba) und neuem Jahr. Macau (Banco da China) 50 Patacas, neue Auflage BNB B239b: wie BNB B239a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Fan Yaosheng). 100 Patacas, neue Auflage BNB B240b: wie BNB B240a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Fan Yaosheng). Mongolei 1000 Tugrik von 2025 BNB B444b: wie BNB B444a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Lkhagvasuren) und neuem Jahr. Rumänien 20 Lei von 2026 BNB B293d: wie BNB B293c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Uganda 5000 Shilingi von 2025 BNB B156j: wie BNB B156i (SCWPM 51), aber mit neuem Unterschriftstitel (GOVERNOR) und neuem Jahr. 20.000 Shilingi von 2025 BNB B158i: wie BNB B158h (SCWPM 53), aber mit neuem Unterschriftstitel (GOVERNOR) und neuem Jahr. 50.000 Shilingi von 2025 BNB B159h: wie BNB B159g (SCWPM 54), aber mit neuem Unterschriftstitel (GOVERNOR) und neuem Jahr. Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste) 5000 Francs CFA von 2026 BNB B123Az: wie BNB B123Ay (SCWPM 117A), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe A = Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). Westafrikanische Staaten (Togo) 500 Francs CFA von 2026 BNB B120To: wie BNB B120Tn (SCWPM 819T), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe T = Togo. 1000 Francs CFA von 2026 BNB B121Tz: wie BNB B121Ty (SCWPM 815T), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe T = Togo. Donald Ludwig (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book )
- Honduras zieht die neue Cáceres-Banknote aus dem Verkehr!
Am 20. Januar 2026 brachte die Zentralbank von Honduras (BCH) eine neue 200-Lempiras-Banknote in Umlauf, die Bertha Cáceres ehrt, eine honduranischen (Lenca) Umweltaktivistin, indigenen Anführerin sowie Mitbegründerin und Koordinatorin des Rates der Volks- und Indigenen-Organisationen von Honduras. Einen vollständigen Bericht über diese neue Ausgabe finden Sie HIER . Am Sonntag, den 15. März 2026, berichtete „Entérate Honduras TV“ überraschend auf Facebook: SIE WERDEN AUS DEM UMLAUF GEZOGEN... Berichten zufolge sollen die 200-Lempiras-Banknoten mit dem Bildnis der Umweltaktivistin Bertha Cáceres schrittweise aus dem Umlauf genommen und vernichtet werden. Dabei werden alle vorhandenen Banknoten eingesammelt, bis keine mehr im Finanzsystem verbleiben, und es werden keine neuen Banknoten dieser Serie mehr gedruckt. Es wurde keine Erklärung abgegeben, und auf der Website der Banco Central de Honduras ist noch nichts dazu erschienen. Zu den Facebook-Kommentaren schockierter honduranischer Leser gehören: „Selbst wenn sie es entfernen oder löschen, wird die Geschichte von Bertha Cáceres niemals verborgen bleiben können, und diejenigen, die ihr das Leben genommen haben, werden es ebenfalls niemals verbergen können.“ „Und was ist der Grund für die Löschung? Ich nehme an, dass die Menschen damit nicht einverstanden sind – bitte geben Sie eine Erklärung ab.“ „Weil in Berichten außerhalb des Landes der Kampf dieser Frau für die Natur anerkannt wird, während hier Unwissenheit herrscht, wird die derzeitige Regierung (die Partei, die nichts für die Bildung des Landes getan hat) heute nichts unternehmen; leider sind wir im letzten Jahrhundert stehen geblieben.“ „Die geistige Armut vieler: Sie ist eine weltweit anerkannte Umweltschützerin, und in ihrem eigenen Land wird sie verworfen und ihr Bild von Wandgemälden entfernt.“ „Ich sehe nichts Schlechtes daran, dass diese Frau auf den Banknoten erscheint; letztendlich hat sie es verdient, sie war eine Kämpferin, eine Verteidigerin ihres Volkes und der Umwelt.“ Wir werden Sie über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Donald Ludwig
- Die ersten Bankautomaten und ihre Testnoten
Der ein oder andere Leser wird sich vielleicht noch daran erinnern wie es war, wenn man früher Bargeld brauchte. Der Weg führte in eine Bankfiliale, von denen es reichliche gab. Auf einen Auszahlungsbeleg oder Scheck trug man einen Betrag ein, ging zum Auszahlungsschalter und bekam vom Kassierer den gewünschten Betrag in bar abgezählt ausgezahlt. Damals lag das Bargeld teils sichtbar in großer Stückzahl in Fächern hinter dem Schalter. Bisweilen kannten sich der Kassierer und der Kunde und beide hatten so nebenher auch noch etwas Gesprächsstoff. Ab ca. Anfang der 1980er Jahre wurde dieser Service langsam automatisiert. Die Ära der Geldautomaten begann. Zuerst hinter dem Auszahlungsschalter – der Kassierer gab den Betrag ein und der Automat stellte die Summe bereit. Später standen die Geldautomaten dann im Kundenraum, so wie man es heute noch kennt. Zwischendurch wurden diese immer moderner und heute kann man viele Dinge am Automaten erledigen. Bankmitarbeiter werden dadurch eingespart. Bankautomaten zur Bargeldbearbeitung wie sortieren und zählen gab es bereits schon länger. Beispielsweise wurde 1899 die NGZ (Neue Geldzählmaschinen-Gesellschaft) in Berlin gegründet, diese stellte bereits damals Geldzähl- und Geldverpackungsmaschinen her. [1] Abb. 1: Werbung der Neuen Geldzählmaschinen-Gesellschaft mbH (NGZ) für die automatische Geldzähl- und Geldroll-Maschine "Batdorf". Abb 2: Automaten-Testnote der Firma NGZ, Vorderseite. Abb 2: Automaten-Testnote der Firma NGZ, Rückseite. Zahlreiche Unternehmen entwickelten frühzeitig Geldbearbeitungssysteme und Bargeldauszahlungsautomaten. Eines dieser Unternehmen war beispielsweise die Firma Kleindienst GmbH & Co. KG aus Augsburg. Zwischen 1982 und 1984 wurden dort durch ein kleines Team von fünf Mitarbeitern sogenannte Geldausgabeautomaten entwickelt und zeitnah bei der Postbank in Berlin und bei der Deutschen Verkehrs-Kredit Bank (DVKB) in Köln erfolgreich in Betrieb genommen. Um die jeweiligen Automaten für Ein- und Auszahlungsvorgänge zu kalibrieren, wurden Banknoten benötigt. Echte Banknoten schlossen sich aus. Für diesen Zweck wurden daher eigene Testnoten hergestellt. Jedes Unternehmen verwendetet seine eigenen Automaten-Testnoten, die auch als ATM-Test Notes (Automatic Teller Machine test notes) bezeichnet werden. Abb. 4: Automaten-Testnote der Firma Kleindienst Datentechnik, Vorderseite. Abb. 5: Automaten-Testnote der Firma Kleindienst Datentechnik, Rückseite. Die Testnoten für die Firma Kleindienst fertigte das Unternehmen TRÜB AG mit Sitz in Aarau in der Schweiz. Trübdruck wurde 1859 in Aarau als Druckerei gegründet. Heute ist es ein führendes Schweizer Unternehmen für Identifikations- und Sicherheitsdruck, dass sich auf Technologien für digitale Identität und Datenschutz spezialisiert hat. Durch die Trüb AG u. a. wurde im Jahr 1996 der Schweizer Grächendollar gedruckt. Hierzu findet sich auf Geldscheine-Online ein lesenswerter Artikel. [2] Unternehmen aus den Bereichen Datentechnik, Geldbearbeitung und verwandte Anwendungsbereiche entwickelten entsprechende Automaten. So unter anderem Siemens Nixdorf, Nixdorf Computer, Diebold, Pohlschröder Dortmund, NGZ, Giesecke & Devrient, Inter Innovation GmbH aus Düsseldorf und viele weitere. Abb. 6: Automaten-Testnote der Firma Nixdorf Computer, Vorderseite. Abb. 7: Automaten-Testnote der Firma Nixdorf Computer, Rückseite. Abb. 8: Automaten-Testnote der Firma Siemens Nixdorf, Vorderseite. Abb. 9: Automaten-Testnote der Firma Elektronische Bank Systeme (EBS), Vorderseite. Abb. 10: Automaten-Testnote der Firma Elektronische Bank Systeme (EBS), Rückseite. Inter Innovation war ein Unternehmen, das in den 1980er Jahren im Bereich Bankentechnologie (Geldausgabegeräte) tätig war. Das Unternehmen stammte ursprünglich aus Schweden (Inter Innovation AB, Stockholm) und verlegte in Deutschland seinen Sitz teilweise nach Düsseldorf. Ein Beispiel für die Inter Innovation-Testnoten aus den 1980er Jahren: Abb. 11: Automaten-Testnote der Firma Inter Innovation aus den 1980er Jahren, Vorderseite. Abb. 12: Automaten-Testnote der Firma Inter Innovation aus den 1980er Jahren, Rückseite. Das Design veränderte sich im Laufe der Zeit. Hier ein Beispiel einer Inter Innovation-Testnoten aus den 1990er Jahren: Abb. 13: Automaten-Testnote der Firma Inter Innovation aus den 1990er Jahren, Vorderseite. In der Moneypedia findet sich eine ausführlich bebilderte und seriöse Aufstellung von sehr vielen der bislang bekannt gewordenen ATM-Testnoten, insbesondere aus deren früher Phase. [3] Insgesamt sind dort Testnoten von rund 160 nationalen und internationalen Unternehmen dargestellt. Schauen sie mal rein, es lohnt sich. Daneben gibt es auch einen englischsprachigen Katalog mit vielen Abbildungen: The Catalog of ATM Test Notes von Roland Rollins. ATM-Testnoten finden sich nicht nur in Deutschland, sondern ebenfalls im Ausland wie Frankreich, Österreich, Niederlande, Großbritannien, USA usw. Auf keinen Fall sind diese ATM-Testnoten mit sogenannten Fantasiescheinen gleich zu setzen. Fantasienoten tragen ebenfalls teilweise den Aufdruck Testnote, dienen aber einem ganz anderen Zweck. Auf Geldscheine-Online finden sich einige Artikel zu dem Thema der Fantasiescheine. [4] Innerhalb diverser Online-Verkaufsplattformen lassen sich immer wieder entsprechende Exemplare an ATM-Testnoten finden und preiswert erwerben. Sie sind jedenfalls ein Stück Zeitgeschichte und eine Bereicherung für die eigene Geldscheinsammlung. Mein Artikel soll ein wenig Neugier an diesen Testnoten wecken und ist natürlich keine abschließende Beschreibung oder Aufzählung. Mit ein wenig Geduld und Sammlerglück lässt sich eine kleine regionale Sammlung dieser Testnoten aufbauen. Thomas van Eck Anmerkungen https://www.ngz-cash.de/unternehmen/geschichte.html https://www.geldscheine-online.com/post/kennen-sie-den-grächendollar https://www.moneypedia.de/index.php/ATM-Testnoten https://www.geldscheine-online.com/blog/tags/fantasiescheine Abbildungen Bild 1 – mit freundlicher Genehmigung der Firma NGZ cash group alle übrigen Abbildungen aus der Sammlung van Eck
- Asylantengeld
Zu Beginn der 1990er Jahre stieg in Deutschland die Zahl von Asylbewerbern stark an. Etwa 95 Prozent der 300.000 Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien wurde zwar der Asylstatus verwehrt, stattdessen jedoch im Regelfall ein Abschiebungsschutz in Form der Duldung gewährt. Unter Hinweis auf die hohen Ablehnungsquoten wurde seitens der Bundesregierung erklärt, dass sehr häufig wirtschaftliche Gründe als prägendes Motiv für die Einreise im Vordergrund stünden. Die Tatsache, dass die allermeisten Flüchtlinge auf dem Landweg über sämtlich als sichere Drittstaaten geltenden Nachbarländer Deutschlands einreisten, wurde als Beleg für Asylmissbrauch angeführt. Um die Zuwanderung zu begrenzen, wurde das Asylrecht nach Art. 16a GG erheblich eingeschränkt und das Asylbewerberleistungsgesetz[1] (AsylbLG) geschaffen. „Bevor das Asylbewerberleistungsgesetz eingeführt wurde, erhielten Asylsuchende Sozialhilfe nach § 120 des Bundessozialhilfegesetzes [BSHG, Anm. d. Verf.]. Bereits Anfang der 1980er Jahre wurden diese Ansprüche jedoch eingeschränkt: Besonders die medizinische Versorgung wurde zu einer Leistung, über die die Behörden nach Ermessen im Einzelfall entscheiden konnten. Zudem sollten seitdem Sozialhilfen in Sammelunterkünften generell nur noch in Form von Sachleistungen gewährt werden.[2] Als Asylantragstellende 1993 dann aus dem Bundessozialgesetzbuch herausgenommen wurden, wurde das mit dem Hinweis auf ihren nur kurzen, vorübergehenden Aufenthalt in der Bundesrepublik begründet.“[3] Der notwenige Bedarf an Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege und Gebrauchs- und Verbrauchsgütern des Haushalts wurde nun grundsätzlich durch Sachleistungen gedeckt, die etwa 20 % unter den Leistungen des BSHG lagen.[4] Da das Sachleistungsprinzip mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand und häufig auch mit Mehrkosten verbunden ist, ließ das Gesetz die Möglichkeit zu, Wertgutscheine an die Asylbewerber auszuhändigen. Die Gutscheine wurden nach dem Einlösen von den diversen Geschäften – bei Lebensmitteln waren das vor allem Discounter oder Supermärkte – dem Sozialamt zur Abrechnung übersandt. Danach wurden die Gutscheine im Amt geprüft und die Auszahlung an die jeweiligen Geschäfte veranlasst – ein sehr personalaufwendiges Verfahren. Auch wenn sich bei der Gestaltung der Wertgutscheine in den einzelnen Bundesländern Parallelen erkennen lassen, waren die Kommunen bei den Entwürfen ihrer Wertgutscheine wohl weitgehend frei. Allerdings enthalten alle Wertgutscheine Beschränkungen der Nutzung: im Bezug, welche Waren mit ihnen erworben werden konnten [z. B. „Nur einlösbar für: Bekleidung, Ernährung, Gesundheits- und Körperpflege, Ge- und Verbrauchsgüter des Haushalts von geringem Anschaffungswert“ – häufig auch zusätzlich „keine Abgabe von Tabakwaren und Spirituosen“], auf eine Beschränkung der Wechselgeld-Rückgabe auf 10 % der Gutscheinsumme, auf eine Beschränkung des „Umlaufgebietes“ der Wertgutscheine [z. B. „Nur gültig im Bereich des Kreises …“], sowie eine Beschränkung der Gültigkeitsdauer [z. B. „Gültig bis 30.6.1994“]. Abb. 1.1: Recklinghausen, Kreis, o. D. (bis 31.5.1992), 20 DM., Vorderseite. Format: 100 x 55 mm, dünner Karton. Abb. 1.2: Recklinghausen, Kreis, o. D. (bis 31.5.1992), 20 DM., Rückseite. Abb. 2: Apolda, Landkreis, o. D., 50 DM, Vorderseite. Format: 148 x 68 mm, dickeres Papier. Wenn nichts anderes vermerkt ist, ist die Rückseite unbedruckt! Abb. 3: Kreis Weimarer Land, o. D., 10 DM. Vorderseite. Format: 148 x 68 mm, dickeres Papier. Abb. 4: Bad Sulza, o. D., 5 DM, Vorderseite. Format: 105 x 74 mm, beschichtetes Papier. Abb. 5: Kreis Erfurt-Land, o. D., 0,10 DM, Vorderseite. Format: 65 x 100 mm, dünner Karton. Abb. 6: Apolda, o. D., 50 DM, Vorderseite. Format: 105 x 74 mm, beschichtetes Papier. Abb. 7: Emden, Stadt, o. D. (bis 03.02.1999), 30 DM, Vorderseite. Format: 105 x 150 mm, dünner Karton. Abb. 8.1: Fehmarn, Kreis Ostholstein, o. D. (bis 31.08.1996), 20 DM, Vorderseite. Format: 92 x 122 mm, dünner Karton. Abb. 8.2: Fehmarn, Kreis Ostholstein, o. D. (bis 31.08.1996), 20 DM, Rückseite. Abb. 9: Rendsburg-Eckernförde, Kreis, (Gemeinde Büdelsdorf), 30. Dezember 1994 (bis 31.01.1995), 30 DM, Vorderseite. Format: 150 x 105 mm, Papier. Abb.10: Bad Segeberg, Kreis, o. D. (bis IV. 1997), 5 DM, Vorderseite. Format: 145 x 105 mm. Papier. Abb.11: Mölln, Stadt, 31. Oktober 1997, 10 DM, Vorderseite. Format: 145 x 210 mm, Briefpapier. Abb. 12.1: Freiberg (Sa.). Kreis, o. D. (4. Quartal 1993), 8,50 DM, Vorderseite. Format: 100 x 60 mm, dünner Karton. Abb. 12.2: Freiberg (Sa.). Kreis, o. D. (4. Quartal 1993), 8,50 DM, Rückseite. Abb. 13: Greifswald, Hansestadt, Juli 1997, 1 DM, Vorderseite. Format: 130 x 65 mm, Papier. Abb. 14.1: Stormarn, Kreis [Gemeinde Oststeinbek], o. D., 5 DM, Vorderseite. Format: 130 x 60 mm, Papier. Abb. 14.2: Stormarn, Kreis [Gemeinde Oststeinbek], o. D., 5 DM, Rückseite. Abb. 15: Barnim, Landkreis, 2. Dezember 1996, 50 DM, Vorderseite. Format: 210 x 140 mm, Papier. Abb. 16: Müritz, Landkreis, 4. April 1998, 20 DM, Vorderseite. Format: 210 x 150 mm, Papier. Abb. 17.1: Osterholz-Scharmbeck, o. D. (bis 28.09.2006), 5 Euro, Vorderseite. Format: 105 x 145 mm, Papier. Abb. 17.2: Osterholz-Scharmbeck, o. D. (bis 28.09.2006), 5 Euro, Rückseite. Abb. 18.1: Lüchow-Dannenberg, Landkreis (Samtgemeinde Clenze), 31. Oktober 2005, 5 Euro, Vorderseite. Format: 148 x 105 mm, Papier. Abb. 18.2: Lüchow-Dannenberg, Landkreis (Samtgemeinde Clenze), 31. Oktober 2005, 5 Euro, Rückseite. Abb. 19: Soltau-Fallingbostel, Kreis, o. D. (bis 31.07.2003), 10 Euro, Vorderseite. Format: 105 x 148 mm, dünner Karton. Abb. 20: Grevesmühlen, Landkreis Nordwestmecklenburg, o. D. (bis 31.08.2004), 20 Euro, Vorderseite. Format: 135 x 75 mm, Papier. Abb. 21.1: Münster, Stadt, o. D. (bis 31.08.2009), 25 Euro, Vorderseite. Format: 150 x 75 mm, Papier. Abb. 21.2: Münster, Stadt, o. D. (bis 31.08.2009), 25 Euro, Rückseite. Abb. 22: Salzkotten, Stadt, o. D. (bis 30.09.2009), 5 Euro, Vorderseite. Format: 210 x 150 mm, Papier. Abb. 23: Rotenburg (Wümme), Landkreis, o. D. (bis 31.12.2013), 7,50 Euro, Vorderseite. Format: 105 x 150 mm, dickeres Papier. Abb. 24: Lüneburg, Stadt, o. D. (bis 31.05.2012), 5 Euro, Vorderseite. Format: 72 x 150 mm, dünner Karton. Abb. 25: Mölln, Stadt, o, d, (bis Februar 20024), 20 Euro, Vorderseite. Format: 210 x 105 mm. Papier. Abb. 26.1: Uelzen, Landkreis, o. D. (2011), 15 Euro, Vorderseite. Format: 105 x 148 mm, dünner Karton. Abb. 26.2: Uelzen, Landkreis, o. D. (2011), 15 Euro, Rückseite. Abb. 27: Ostvorpommern, Landkreis, o. D., 5 Euro, Vorderseite. Format: 50 x 40 mm, Pappe. Abb. 28: Winsen (Aller), Gemeinde, 1. Juli 2008, 2,50 Euro, Vorderseite. Format: 115 x 148 mm, Papier. Abb. 29: Gotha, Landkreis, o. D., 5 Euro, Vorderseite. Format: 105 x 75 mm, Karton. Wahrscheinlich wurde nirgends festgehalten, welche Kommunen Wertgutscheine in welcher Höhe und in welchen Nominalen ausgegeben haben.[5] Ihre Zahl dürfte aber erheblich gewesen sein! Ursprünglich lauteten die Wertgutscheine auf D-Mark-Beträge – meist über Beträge von fünf bis 50 DM – später dann auf Euro, meist über Beträge von fünf bis 20 € [6] Zur Deckung von Grundbedürfnissen wie Mobilität (notwendige Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel) und Kommunikation wurden ferner auch Barbeträge ausgezahlt.[7] Die Verwendung von Wertgutscheine wurde von den Betroffenen aus verschiedenen Gründen immer wieder bemängelt. So würden die Gutscheine die Käufer stigmatisieren und manchem Flüchtling sei es peinlich, sich damit an der Kasse anzustellen. Darüber hinaus stelle der Einkauf die Asylanten vor erhebliche Probleme. Nur wenige Geschäfte würden die Warengutscheine akzeptieren. Zusätzlich müsse der Wert der eingekauften Ware dem vorgelegten Wertgutschein entsprechen, da höchstens 10 % des Wertes seines Gutscheins als Wechselgeld bar ausgezahlt werden dürfe – und selbst dies würde dem Käufer häufig verwehrt; „de facto gibt es in keinem Berliner Geschäft diese 10% zurück. Die Argumentation der Läden ist, dass dies eine Kann-Regelung sei und die Supermärkte die Differenz halt lieber als zusätzlichen Mehrwert einstreichen. Dies ist sogar aus kapitalistischen Gesichtspunkten eine kriminelle Aneignung.“[8] Bei Käufen von Kleinmöbeln, Matratzen oder elektronischen Geräten wird die Annahme der Wertscheinen mit der Begründung abgelehnt, dass Nicht-Lebensmittel nur mit einem Wert von höchstens zehn Euro dagegen abgegeben werden dürften. Es ist nachvollziehbar, dass die Flüchtlinge nach Möglichkeiten suchten, Wertscheine in Bargeld gewechselt zu bekommen. Im Landkreis Stade sollen dubiose Händler Wertscheine zu einem Kurs von 10:6 eingewechselt haben. Für einen Nennwert von 100 Euro gab es dann 60 Euro in bar. Im Landkreis Harburg machen couragierte Bürger ihren Einkauf gemeinsam mit Flüchtlingen. Die Ware wird mit den Gutscheinen bezahlt und die Flüchtlinge erhalten das Geld vor dem Supermarkt in bar.[9] Einige Kommunen bedienten sich nicht eines eigenen Wertgutschein-Systems, sondern wie die Stadt und der Landkreis Hannover der Wertscheine des US-amerikanischen Großkonzerns „Sodexho“, Frankfurt. Seit dem 1. Oktober 1998 leitete das Sozialamt die Daten der Hilfeempfänger an Sodexho weiter und bestellte für sie eine sog. „Kundenkarte“, sowie Wertgutscheine in bestimmter Höhe und Stückelung, mit festgelegter Gültigkeitsdauer. Sodexho garantierte vertraglich eine flächendeckende Verwendung der Wertgutscheine. Die Geschäfte, die an Asylbewerber liefern wollten, mussten einen Vertrag mit Sodexho abschließen und Gebühren von bis zu 3,75 % zahlen.[10] Abb. 30.1: Sodexho für Landkreis Nordvorpommern und Hansestadt Stralsund, o. D. (bis 30.09.2003), 1 Euro, Vorderseite. Format: 140 x 75 mm. Abb. 30.2: Sodexho für Landkreis Nordvorpommern und Hansestadt Stralsund, o. D. (bis 30.09.2003), 1 Euro, Rückseite. Abb. 31.1: Sodexho pass, Wertgutschein-Karte, Vorderseite. Format: 85 x 55 mm, Plastikkarte. Abb. 31.2: Sodexho pass, Wertgutschein-Karte, Rückseite. Neben Sodexho beteiligten sich auch andere „Bezahldienstleister“ am Geschäft mit den Asylanten: „Accor Corporate Services – ASC Dienstleistungen GmbH“, München, gab sog. „Service-Gutscheine“ im Auftrag er Gemeinden aus, ebenso wie die „Wertgutschein-System GmbH“, Meinersen, oder „Olympic Kommunal-Service GmbH“, Isernhagen. Die Wertgutscheine dieser Unternehmen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Schecks und waren mit einer „Scheckkarte“ (Ausweiskarte mit Unterschrift) verbunden. Abb. 32.1: Accor Corporate Service, o. D. Muster eines Service-Gutscheins, Vorderseite. Format: 105 x 60 mm. Abb. 32.2: Accor Corporate Service, o. D. Muster eines Service-Gutscheins, Rückseite. Abb. 33.1: Wertgutschein-System GmbH für Stadt Potsdam, o. D. (bis 31.07.1997), 20 DM. Vorderseite. Format: 150 x 85 mm. Abb. 33.2: Wertgutschein-System GmbH für Stadt Potsdam, o. D. (bis 31.07.1997), 20 DM. Rückseite. Abb. 34: Wertgutscheinkarte, Wertgutschein-System GmbH, Vorderseite. Format: 85 x 55 mm, beschichtetes Papier. Abb. 36: Olympic Kommunal-Service GmbH für Landkreis Peine, o. D. (bis 29.02.1996), 10 DM, Vorderseite. Format: 150 x 85 mm. Abb. 37: Wertgutscheinkarte, Olympic Kommunal-Service GmbH. Format: 85 x 54 mm, beschichtetes Papier. Seit 2012/13 wurde die Sachleistungsgewährung in der Praxis zur Ausnahme und die Wertgutscheine wurden nicht mehr ausgegeben. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober 2023 beschlossen die Ministerpräsidenten der Bundesländer die Einführung von Bezahlkarten für Schutzsuchende. Eine Arbeitsgruppe erarbeitete dafür bis Ende Januar 2024 Standards, die Basis für eine bundesweite Ausschreibung waren. Doch während mancherorts schon Bezahlkarten im Einsatz waren, stritten die Ampelparteien im Bund über notwendige Änderungen im Asylbewerberleistungsgesetz, da neben Geld- und Sachleistungen als dritte Möglichkeit der Bedarfsdeckung die Bezahlkarte treten sollte. Im April 2024 einigten sich die Parteien und der Gesetzesentwurf ging durch Bundestag und Bundesrat.[11] Behörden haben seit 16. Mai 2024 die Möglichkeit Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) über eine Bezahlkarte auszugeben. Sie hat kein bundesweit einheitliches Design. Jedes Bundesland bzw. jeder Kreis kann selbst das Aussehen festlegen. Einheitlich ist nur das Grundprinzip: eine neutrale Kunststoffkarte im Standard- Bankkartenformat (ISO 7810) mit Chip und Magnetstreifen, da Zahlungen wie bei normalen Debitkarten über Kartenterminals laufen.[12] Sie ist kein Kontoersatz und auch keine normale EC-Karte oder Kreditkarte, sondern eine guthabenbasierte Debitkarte. Mit ihr kann man auch nur in bestimmten Geschäften vor Ort bezahlen, sodass kostengünstiges Einkaufen deutlich erschwert oder sogar komplett ausgeschlossen werden. Überweisungen, Onlineeinkäufe, Lastschriftverfahren und digitale Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal oder Apple Pay sind mit der Bezahlkarte nicht möglich. Darüber hinaus sind monatlich nur geringe Barabhebungen möglich – in den meisten Bundesländer 50 Euro. Uwe Bronnert Anmerkungen Ursprüngliche Fassung vom 30. Juni 1993 (BGBl. I S. 1074). Die Vielzahl verschiedener Essgewohnheiten und die große Zahl der Bewerber machten bereits in den 1980er Jahren häufig eine dezentrale Unterbringung in Hotels und Wohnungen notwendig, sodass Sozialhilfeleistungen in Form von Wertgutscheinen erbracht wurden. Die ersten dieser Scheine wurden wohl 1982/83 von den Bezirksämtern in Berlin (West) ausgegeben. Sie konnten zur Bezahlung von Einkäufen von Lebensmitteln, Toilettenartikel usw. bei ausgewählten Händlern verwendet werden. Anm. d. Verf. Vera Hanewinkel und Christina Mecke, Das Asylbewerberleistungsgesetz, Sozialhilfe für Geflüchtete, (02.03.2026) Der 1. Senat des Bundesverfassungsgerichtes verkündete am 18. Juli 2012 ein wegweisendes Urteil. Danach waren die Geldleistungen unzureichend, da sie seit 1993 nicht verändert worden seien. Die gekürzten Leistungen nach dem AsylbLG lägen zudem unter dem Existenzminimum für ein menschenwürdiges Leben. Vgl. (5. November 2014). Die Zahl der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland hat sich seit der Wiedervereinigung mehrfach verändert. Nach der Wiedervereinigung betrug ihre Zahl etwas über 500. Für 2025/26 liegen präzise Zahlen vor: 294 Landkreise und 106 bzw. 107 kreisfreie Städte. Uwe Elix geht von ca. 300 Ausgabestellen mit mehreren 1000 Scheinen aus. Vgl. Asylantengeld, in: DGW Information 2012, Heft 2, S. 36 f. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichtes mussten die Kommunen die Beträge für das Taschengeld erheblich anheben – von ehemals 50 auf 150 Euro. Chipkarten, Gutscheine und andere Fiesheiten des Asylbewerberleistungsgesetzes – praktische Unterstützungsmöglichkeiten. (25. Februar 2026) Vgl. (05.11.2014) Der Stadt Hannover soll monatlich ca. 40.000 DM an Sodexho gezahlt haben. Vgl. Flüchtlingsrat, Zeitschrift für Flüchtlingspolitik in Niedersachsen, Ausgabe 2/00, Heft 67, April 2000, S. 8. Vera Hanewinkel und Christina Mecke, Das Asylbewerberleistungsgesetz, Sozialhilfe für Geflüchtete: „Die Leistungssätze werden jährlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Bundesgesetzblatt bekanntgegeben. Sie sind nach Familienstand und Alter gestaffelt und orientieren sich an den Sozialhilfe-Sätzen des Sozialgesetzbuches. Diese werden wiederum in einem gesetzlich festgelegten komplexen Verfahren basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes ermittelt,“ wobei bestimmte Positionen gestrichen werden, da sie gesondert durch das AsylbLG gedeckt würden, z. B. Budget für Hausrat oder die Gesundheitspflege oder nicht bedarfsrelevant seien, z. B. Ausgaben für Freizeit und Kultur. „So kommt es, dass die Asylbewerberleistungen deutlich niedriger ausfallen als die allgemeinen Sozialhilfesätze: Im Jahr 2026 erhält eine alleinstehende oder alleinerziehende Person monatlich 455 Euro an Asylbewerberleistungen. Das sind rund 19 Prozent weniger, als Alleinstehenden oder Alleinerziehenden beim Bürgergeld ausgezahlt werden (563 Euro). Unterschieden wird bei den Asylbewerberleistungen nach dem ‚notwendigen Bedarf‘ und dem ‚notwendigen persönlichen Bedarf‘. Erstere Leistungen können teilweise oder vollständig als Sachleistungen erbracht werden. Dies ist insbesondere bei Personen in Gemeinschaftsunterkünften der Fall, wo bestimmte Güter des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Heizung, Kleidung oder regelmäßige Mahlzeiten zur Verfügung gestellt werden. Der „notwendige persönliche Bedarf“ wird hingegen in der Regel als Bargeldleistung ausgezahlt. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2024 darf dieses sogenannte Taschengeld auch in Form einer Bezahlkarte erbracht werden, auf die ein monatliches Guthaben geladen wird, mit dem in Geschäften bezahlt werden kann.“ Der Aufdruck auf den Karten lautet meist „Bezahlkarte“, „Bezahl Karte“ oder Landesbezug („Freistaat Bayern“). Je nach Anbieter zeigen sie deren Logo, z. B. PayCenter, Mastercard Debit, Visa Debit und eine Kartennummer, aber ohne Kontofunktion.
- Die Banknote des Jahres 2025 – Die Leser haben entschieden!
Die Wahl zur Banknote des Jahres 2025 Liebe Leser, in der Februar-Ausgabe von „Münzen & Sammeln“ sowie in unserem Online-Magazin www.geldscheine-online.com mit seinen kostenlosen Newslettern rief die Redaktion zur Wahl der Banknote des Jahres 2025 auf. Vielen Dank für die zahlreich abgegebenen Stimmen mit Postkarten und vor allem sehr vielen E-Mails. Deutlicher Sieger wurde eine sehr schöne Banknote der jüngsten Währung der Welt von Curaçao und Sint Maarten. 1. Platz und damit Banknote des Jahres 2025: Vorschlag Nr. 4 – Curaçao und Sint Maarten: 10 Karibische Gulden der neuen Zentralbank, ausgegeben ab 31. März 2025. Vorschlag 4, Curaçao und Sint Maarten, mit 30,47 % aller Stimmen 2. Platz: Vorschlag Nr. 10 – Sambia: 100 Kwacha der neuen „Heritage-Serie“, in Umlauf ab 31. März 2025. Vorschlag 10, Sambia, mit 14,28 % aller Stimmen. 3. Platz: Vorschlag Nr. 1 – Abchasien:50 Apsar, Sammlerbanknote der Bank von Abchasien, ausgegeben ab 20. Juni 2025. Vorschlag 1, Abchasien, mit 13,33 % aller Stimmen. Die verbleibenden 41,92 % der Stimmen teilten sich die restlichen neun Vorschläge. Platz 4 belegte Vorschlag 9 (Polen) mit 9,52 % der Stimmen, gefolgt von Vorschlag 11 (Südossetien) mit 7,62 % und Vorschlag 5 (Falklandinseln) mit 6,66 %. Vorschlag 6 (Kasachstan) kam mit 4,76 % auf Rang 7 und Vorschlag 3 (Bolivien) mit 3,81 % auf Rang 8. Die Vorschläge 2 (Belize) und 8 (Papua-Neuguinea) liegen mit je 2,86 % Stimmanteil gleich auf. Die letzten Plätze belegten mit je knapp 2 % der Stimmen Nr. 7 (Libyen) und 12 (Turkmenistan). Die Gewinner Folgende Gewinner wurden gezogen: 1. Preis: Klaus G. aus Hofheim Einkaufsgutschein für Fachliteratur über 75 Euro + Satz Banknoten aus Sambia (10, 20, 50 und 100 Kwacha 2024) 2. Preis: Enrico G. aus Ilmenau Einkaufsgutschein für Fachliteratur über 50 Euro + Satz Sambia 3. Preis: Michael B. aus Bretten Einkaufsgutschein für Fachliteratur über 25 Euro + Satz Sambia Zusätzlich wurden weitere sieben Gewinner gezogen! Diese erhalten je zwei Geldschein-Notizblöcke mit Motiven aus den ehemaligen deutschen Kolonien. René K. aus Freiberg (+ 20 Yuan zum Jahr des Pferdes) Rainer G. aus Panketal (+ 20 Yuan zum Jahr des Pferdes) Jürgen N aus Kamen (+ 20 Yuan zum Jahr des Pferdes) Georg H. aus Kumhausen (+ 1 Rial Oman, Polymer 2025) Susan P. aus Bad Köstritz (+ 1 Rial Oman, Polymer 2025) Kristin F. aus Göttingen (+ 1 Rial Oman, Polymer 2025) Remo K. aus Wuppertal (+ 1 Rial Oman, Polymer 2025) Herzlichen Glückwunsch! Hans-Ludwig Besler (Grabowski)












