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- Aus privaten Sammlungen: 200 Reales de Vallón-Banknote der Banco de la Unión (1847)
Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch in Spanien das Zeitalter der Industrialisierung. Das notwendige Kapital stellten meist Banken zur Verfügung, die zu diesem Zweck häufig Banknoten oder banknotenähnliche Papiere ausgaben, die wie bares Geld umliefen. In Madrid gründeten 1845 Carlos Sansom und Juan Pedro Saigtan Bagnere im Namen der Compañia Sansom, Bagnere y Cia. die Banco de la Unión. Die Aktiengesellschaft wurde mit einem Grundkapital von 60 Millionen Reales de Vallón ausgestattet, das in 15.000 Aktien zu 4.000 Reales eingeteilt war. Zu den Aktionären gehörten einige der angesehensten Finanziers und Politiker Spaniens: Gaspa de Remisa[1], José Safont[2], Manuel Gonzáles Bravo[3], José Casals, José Salamanca[4] und José de Buschental[5]. Ihren Sitz nahm die Bank in der Carrera de los Jerónimos 29. Durch Vermittlung Salamancas kam es 1847 zu einem Vertrag zwischen der Bank und dem spanischen Staat. Danach gewährte die Bank gegen eine Provision von 2,5 % dem Staat ein Darlehen in Höhe von 100 Millionen Reales, zahlbar in Raten von 15, 10, 17,5, 25 und 27,5 Millionen Reales von Juli bis November desselben Jahres. Gleichzeitig übergab Salamanca Schatzanweisungen, die eine Laufzeit bis September 1848 hatten. In zwei Raten wurden 9 % Zinsen ausgezahlt, am 1. März und die andere Hälfte am 1. September. Als Sicherheit erhielt die Bank 140 Millionen Reales in „Schuldscheinen“, die 1850 bis 1862 fällig waren. Außerdem wurde festgelegt, dass die Regierung die Schuldscheine zur Zahlung von Steuern und Abgaben zu akzeptieren hatte, wenn sie nicht rechtzeitig getilgt würden. Die Bankgeschäfte entwickelten sich wohl nicht wie erhofft, denn am 9. Dezember 1847 meldete die Bank überraschend Konkurs an und stellte im März 1848 ihre Tätigkeit ein. Es ist nicht bekannt, ob es Probleme bei der Einziehung der Schatzanweisungen gab oder ob die Bank auch mit diesem Geld keine Zukunft hatte. Auf jeden Fall hatten einigen Aktionäre finanzielle Probleme. Hinzu kam, dass dem Bankdirektor Missbrauch von Bankgeldern vorgeworfen wurde, zumindest wird dies beim Prozess Sansom gegen Bagneres erwähnt. Im selben Jahr klagte der Liquidationsausschuss gegen Salamanca wegen zweier unbezahlter Schuldscheine in Höhe von 2,5 Millionen Reales. Der Konkurs und die Liquidation der Banco de la Unión zog sich über einen langen Zeitraum hin. Erst 1879 erhielten die Gläubiger die neunte und letzte Zahlung. Die Bankleitung hatte wohl vor, Banknoten auszugeben, jedenfalls liegen Probedrucke von Noten zu 200, 1000, 2000 und 5000 Reales de Vallón vor. Castellanos meint, dass die Stückelung auch die die Werte 100 und 500 Reales umfasst habe. Es gibt ein signiertes und datiertes Banknoten-Formular. Hierbei dürfte es sich jedoch um ein manipuliertes Stück handeln. Der Stil der einseitigen Probedrucke ist eindeutig englisch und stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist nicht verwunderlich, dass man auch bei der Banco de la Unión die Ausgabe von Banknoten plante, war doch Salamanca auch an anderen zeitgenössischen Emissionsbanken (Banco de San Fernando, Banco de Isabel II, Banco de Barcelona und Banco de Cádiz) beteiligt. Objekttyp: Probedruck Sammlung: Uwe Bronnert Authentizität: Original Land/Region/Ort: Spanien Emittent: Banco de la Unión, Madrid Nominal: 200 Reales de Vallón Datierung: Datum und Jahr sollte handschriftlich eingefügt werden, wobei das Jahr 18 nur ergänzt werden musste Vorderseite: vierzeiliger Text in einem breiten achteckigen Schmuckrahmen Rückseite: unbedruckt Unterschriften: sollten vom „El Cajero“ und vom „Intervenido“ handschriftlich erfolgen Material: Büttenpapier mit Wasserzeichen Schrift mit Verzierung Format: 231 x 152 mm (Banknotenbereich: 199 x 126 mm) Druck: wahrscheinlich in einer englischen Druckerei Nummerierung: sollte wohl auch handschriftlich erfolgen Gültigkeit: nur Probedrucke bekannt Zitat: José Antonio Castellanos, Enciclopedia de la Notafilia y Escripofilia española, Volumen I, Tomo I, Madrid 2021, S. 210 f. Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Anmerkungen: [1] Der spanische Finanzier Gaspar de Remisa Miarons (* 3. November 1784 in Madrid; † 26. November 1847 ebenda) wurde 1843 zum Senator der Provinz Orense und 1845 zum Senator auf Lebenszeit ernannt. 1826 wurde er zum Generaldirektor der königlichen Schatzkammer der Königin María Cristina. Während der Krise von 1847 befürwortete er die Fusion der Banken von San Fernando und Isabel II. [2] José Safont Lluch (* 5. Juli 1803 in Madrid; † 13. Dezember 1861 ebenda) erbte von seinem Vater ein beträchtliches Vermögen, davon erwarb er vom Staat beschlagnahmte Vermögenswerte in Madrid und Toledo. Die Kontakte und Freundschaften seines Vaters ebneten ihm die Wege. Mit dem Finanzier und Politiker José de Salamanca beteiligte er sich beim Bau der Eisenbahn. Er gründete die erste große metallurgische Gießerei in Madrid. Neben anderen vielfältigen und umfangreichen Aktivitäten betrieb er zahlreiche Mühlen am Tejo in Toledo. [3] Luis González Bravo y López de Arjona (* 8. Juli 1811 in Madrid; † 1. September 1871 ebenda) war ein spanischer Politiker und Journalist. 1841 wurde er Abgeordneter für Cádiz. Als Vizepräsident der Regierung wurde er mit Unterstützung von Narváez zum Präsidenten des Ministerrats ernannt. [4] José de Salamanca y Mayol (* 23. Mai 1811 in Málaga; † 21. Januar 1883 in Madrid), ab 1863 Markgraf von Salamanca und ab 1864 Graf von Llanos, war ein spanischer Adliger, Unternehmer, Mäzen und Politiker. Politik und Wirtschaft waren im Handeln José de Salamancas untrennbar verknüpft, was ihm zum sozialen Aufstieg verhalf. Ein großer Teil seines Einflusses beruhte auf der finanziellen Unterstützung von Politikern und Adligen. Er schreckte aber auch nicht vor Spekulation und Korruption zurück. Salamanca studierte Jura in Granada und kämpfte schon in jungen Jahren für liberale Ideen gegen den Absolutismus von Ferdinand VII. Als die liberale Monarchie von Isabel II. etabliert wurde, erhielt er mehrere politische Ernennungen und begann seine parlamentarische Karriere – zunächst als Abgeordneter (1836–64) und dann als Senator (1864–73 und 1879–83). Als offizieller Verhandlungsführer bei der Umschuldung Spaniens (1841), Börsenmakler für General Narváez und den Herzog von Riánsares, Gründer der Banco de Isabel II (1844) und der Banco de Cádiz (1846) machte er sich einen Namen. Als Finanzminister fusionierte er 1849 die spanischen Staatsbank Banco de San Fernando mit der von ihm gegründeten Banco de Isabel II. Sein Ruf als reicher und korrupter Geldwäscher machte ihn zur Zielscheibe des Volkszorns. [5] Der aus einer lutherischen Familie stammende José de Buschental wurde 1802 als Josef von Buschental in Straßburg [Elsass] geboren. Als junger Mann ging er nach Amerika und ließ sich zunächst in Rio de Janeiro nieder. Dort heiratete er 1830 die zweite Tochter von Boaventura Delfim Pereira, Baron von Sorocaba, Maria da Glória de Castro Delfim Pereira. Mit der Mitgift unternahm Buschental risikoreiche Geschäfte, die zu einem kapitalen Konkurs führten. Das Paar ging nach Europa. Hier machte man die Bekanntschaft von José Longinos Ellauri, dem ersten Botschafter Uruguays in Europa. Ellauri riet Buschental, sein Glück in der neu entstandenen Republik zu versuchen. In den folgenden Jahren erwarb Buschental in Uruguay ein Vermögen. Mitte der 1870er segelte Buschental nach Frankreich, wo seine Frau lebte. Nachdem er mehrere Wochen in Paris verbracht hatte, begab er sich nach London, um Ärzte aufzusuchen. Am 25. November starb er im Alter von 68 Jahren allein im Clarendon Hotel in London. Alle biographischen Angaben nach Wikipedia.
- Leserpost: Besonderer Notgeldschein aus Wattenscheid
Sehr geehrter Herr Grabowski, ich habe einen Notgeldschein der Sparkasse der Stadt Wattenscheid aus 1914 über 5 Mark. Im Katalog von Herrn Dießner sind diese unter Nr. 421 aufgeführt. Bei meinem Exemplar fehlt der entsprechende Zeilenstempel. Er ist auch nicht verblasst oder an falscher Stelle, er wurde damals anscheinend nicht aufgestempelt. Mein Exemplar wäre im Katalog unter Nr. 421.2 oder 421.3 gelistet. Von den 5 Mark-Scheinen sind laut Katalog nur 200 Stück ausgegeben worden. Daher sehe ich meinen Schein schon als etwas besonderes an. Gerne können sie diesen Schein in den Verlagsmedien vorstellen. Mit freundlichem Gruß Thomas van Eck Antwort der Redaktion Vielen Dank für die Information und die Abbildung. Nach der Schreibweise des Monatsnamens August im Ausgabedatum und der Breite der Kontrollnummer (ca. 12 mm) wäre Ihr Schein ganz klar unter Nr. 421.1e einzuordnen. Der sonst bei allen Scheinen übliche Zeilenstempel "Sparkasse der Stadt Wattenscheid" in Fraktur oder Antiqua fehlt. Sicher ist dieses Stück ungestempelt "durchgerutscht". Die beiden Handunterschriften sind vorhanden, aber beiden Unterzeichnern ist das wohl nicht aufgefallen. Die deutlichen Gebrauchsspuren belegen, dass der fehlende Zeilenstempel auch für den Umlauf keine Rolle spielte. Hätte der Rundstempel der Sparkasse gefehlt, wäre das wohl eher aufgefallen. Es ist richtig, nur 200 Stück des Fünfers kamen überhaupt in Umlauf, sicher fehlte bei nur wenigen davon der Zeilenstempel. Deshalb ist Ihr Schein eine kleine Rarität. Hans-Ludwig Grabowski
- Kasachische Gedenknote mit Sicherheitstechnologie von G+D für IACA Award nominiert
München, 3. April 2024 – Die 10.000-Tenge-Gedenknote von Kasachstan ist kürzlich unter die Finalisten für den in der Banknotenbranche renommierten IACA Award gewählt worden. Die Banknote ist mit Sicherheitsmerkmalen von Giesecke+Devrient (G+D) ausgestattet, ebenso wie die 5.000-Tenge-Banknote des Landes. Letztere nutzt als erste Banknote überhaupt die innovative RollingStar-Patch-Technologie von G+D. Sie bildet die erste Note aus der neu aufgelegten Banknotenserie von Kasachstan, die seit Ende 2023 schrittweise ausgegeben wird. Die kasachische 10.000-Tenge-Gedenkbanknote ist Finalist bei den renommierten IACA Awards. (Quelle: G+D). Zur Feier des 30-jährigen Bestehens der Landeswährung legte die kasachische Nationalbank (NBK) im November 2023 eine 10.000-Tenge-Gedenknote auf. Diese wurde jetzt von der International Association of Currency Affairs (IACA) für einen IACA Excellence in Currency Award nominiert. Mit dieser Auszeichnung würdigt die IACA jedes Jahr herausragende Leistungen und Innovationen bei Herstellung, Gestaltung, Sicherheit und Technologie von Währungen. Die diesjährigen Preisträger werden Anfang Mai 2024 bekannt gegeben. Die nominierte Gedenknote von Kasachstan zeigt eine Karte aller Regionen des Landes, die mit verschiedenen traditionellen kasachischen Ornamenten verziert sind. Damit bringt sie den Stolz der Menschen auf ihr Land zum Ausdruck. Ein zentrales Sicherheitsmerkmal der Note ist der varifeye ColourChange Patch von der G+D-Tochter Louisenthal. Das Sicherheitsfenster hat die Form einer Münze, die bei direktem Lichteinfall goldfarben erscheint und beim Kippen dynamische Bewegungseffekte zeigt. Wird der Patch durch eine Lichtquelle betrachtet, erscheint das Währungssymbol des Tenge in einem durchscheinenden Blau und ist von beiden Seiten des Geldscheins sichtbar. Auf der Rückseite der Banknote befindet sich ein fünf Millimeter breiter Galaxy-Sicherheitsfaden, auf dem ebenfalls das Zeichen der Landeswährung sowie die Jubiläumszahl 30 abgebildet sind. Der Faden zeigt einen Farbwechsel von Magenta zu Grün und korrespondiert mit dem optischen Sicherheitsmerkmal „SPARK Flow Prime“, das ebenfalls das Tenge-Symbol zeigt. Neuer 5.000-Tenge-Geldschein nutzt erstmals die innovative RollingStar-Patch-Technologie Die neue 5.000-Tenge-Banknote Kasachstans ist mit Sicherheitsmerkmalen von G+D ausgestattet. (Quelle: G+D). Auch die neue 5.000-Tenge-Banknote von Kasachstan wurde mit herausragenden Sicherheitsmerkmalen von Louisenthal ausgestattet. Erstmals im Dezember 2023 von der NBK ausgegeben, bildet sie den Auftakt für die fünfte Serie der kasachischen Landeswährung. Sie ist eine Hommage an die Kultur der Saken – jahrhundertealte Nomadenvölker, die die eurasischen Steppen bewohnten. Die weiteren Denominationen der neuen Serie werden von der Nationalbank noch im Laufe dieses Jahres bis ins nächste Jahr hinein ausgegeben. Die Motive der neuen 5.000-Tenge-Banknote spiegeln ikonische Aspekte der kasachischen Natur, Geschichte und Kultur wider. Die Vorderseite zeigt einen Zweig des Lebensbaums mit einem aufsteigenden Vogel, eine DNA-Spirale und ein als Ornament stilisiertes Unendlichkeitssymbol. Auf der Rückseite sind ein Steinadler, ein kreisförmiges kasachisches Ornament sowie eine Ansicht des Scharyn-Canyons abgebildet, der oft als „kleiner Bruder des Grand Canyon“ bezeichnet wird. Als ein Sicherheitselement der Banknote kommt erstmals der neu entwickelte RollingStar Patch zum Einsatz. Die ColourShift-Technologie des Patches verbindet höchste Sicherheit mit ansprechender Ästhetik. Seine dynamischen visuellen Effekte verändern sich je nach Betrachtungswinkel und ermöglichen jedem eine intuitive Echtheitsprüfung der Banknote. Der Patch zeigt das prototypische Abbild eines Steinadlers vor einer beeindruckenden Kulisse mit einem Farbwechseleffekt von Gold zu Jade. Damit bietet er optimalen Fälschungsschutz und fügt sich nahtlos in die Geschichte ein, die das Design der Banknote erzählt – das sogenannte Storytelling. „Die Nationalbank von Kasachstan ist sehr innovativ in der Herangehensweise, wie sie Banknotendesign und neueste Sicherheitstechnologie für ihre Landeswährung kombiniert. Wir sind stolz darauf, sie mit unserem langjährigen Know-how und unserer Expertise in Banknotentechnologie bei der Ausgabe ihrer neuen Serie zu unterstützen“, kommentiert Clemens Berger, Geschäftsführer von Louisenthal. Pressemitteilung Über Giesecke+Devrient Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital Security, Financial Platforms und Currency Technology. G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,53 Milliarden Euro. G+D ist mit 123 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 40 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com.
- Bhutan: Rechtschreibfehler auf Banknote
In der tibetischen Schrift der 10-Ngultrum-Banknote von 1981 (P 8) befindet sich eine Fehlschreibung im Zahlungsversprechen. Diese Fehlschreibung im Zahlungsversprechen an den Überbringer ist nach meinem Wissen noch nicht dokumentiert: འཆང་མཁན་ལ་ངོས་ཀྱིས་དངུལ་ཀྲམ་བཅུ་ཐམ་ས་སྤྲོད་རྒྱུའི་ཁས་བླངས་ཡོད་ Tibetisch in Wylie Transliteration: ‘chang mkhan la ngos kyis dngul kram bcu tham sa sprod rgyu’i khas blangs yod, Englisch: I promise to pay the bearer the sum of Ngultrum 10, Deutsch: Ich verspreche, dem Überbringer die Summe von 10 Ngultrum zu zahlen. Es müsste korrekt heißen བཅུ་ཐམ་པ་ bcu tham pa, so wie es auch auf der Rückseite der Banknote in der Wertangabe und auf allen anderen bhutanischen Banknoten, die ཐམ་པ་[1] benutzen, richtig steht: དངུལ་ཀྲམ་བཅུ་ཐམ་པ་ dngul kram bcu tham pa, 10 Ngultrum. Der Unterschied der beiden Buchstaben ist optisch geringfügig, führt aber zu zwei verschiedenen Buchstaben, Silben und Wörtern und somit Bedeutungen[2]: richtig: pa པ་und falsch sa ས་ Der Rechtschreibfehler findet sich bei allen 10-Ngultrum-Noten von 1981 (P-8), aber bei keiner anderen bhutanischen Banknote. Bhutans 10-Ngultrum-Banknoten 1981 Vorderseite: Rechtschreibfehler im Zahlungsversprechen (oben im Bild, letzter Buchstabe); Rückseite: richtige Schreibung in der Wertangabe (unten, letzter Buchstabe). David Holler MA in Zentralasienstudien der Humboldt Universität zu Berlin Anmerkungen [1] ཐམ་པ་ tham pa ist ein Partikel, das volle/ komplette/ runde/ genaue 10er oder 100er bezeichnet. Auf bhutanischen Banknoten wird es erratisch benutzt, meist bei 10 und manchmal bei 20, 100 und 500, aber nicht auf 50 oder 1000 Ngultrum Banknoten, oft nur in der Denomination und nicht im Zahlungsversprechen, bei 10 Ngultrum in beiden. Tham pa kann weggelassen werden, ohne die Bedeutung zu verändern. [2] Im Tibetischen können einzelne Buchstaben Silben, und Silben aus einem Buchstaben Wörter sein. Pa ist ein Nominalisierungs-Partikel, sa bedeutet ‚Erde‘, oder ‚Ort‘.
- Von der Bedeutung der Preise in Ost- und Westdeutschland
Preisliste zu den Ladenverkaufspreisen (Verbraucherhöchstpreisen) für preisgebundene Grundnahrungsmittel vom 15. November 1949. Am 1. Juli 1990 trat die Wirtschafts- und Währungsunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik in Kraft, die DM löste die Mark der DDR ab. Damit änderten sich auch die Preisschilder im Osten, und zwar nicht nur die Währungseinheit, sondern auch die Beträge. Statt staatlich festgesetzter, „quasi künstlicher“ Preise mussten nun die „wahren“ Preise für Waren und Dienstleistungen bezahlt werden, und zwar in „echter, harter Währung“. Mehr als 30 Jahre sind seit der Wiedervereinigung vergangen und manches aus DDR-Zeiten wird heute nostalgisch verklärt. Das gilt vor allem dann, wenn von den damals niedrigen Preisen die Rede ist und Vergleiche mit den Preisen in der heutigen Bundesrepublik gezogen werden. Dabei wird allzu leicht vergessen, dass die Versorgungslage in der DDR nicht gerade rosig war, bestimmte Waren oft nicht zu bekommen waren, technische Artikel meist lange Lieferzeiten hatten und die Einkommen deutlich niedriger waren als heute. Doch wie viel musste man in der DDR für bestimmte Waren bezahlen? Recherchen im Internet ergeben für die Zeit ab 1970 zahlreiche Preisbeispiele, allerdings meist ohne genaue Datierung. Eine kleine Auswahl:[1] Preisliste (DDR) zu den Ladenverkaufspreisen vom 15. November 1949. Für die frühen Jahre der DDR sind kaum Angaben zu Preisen zu finden. Daher war es ein Glücksfall, dass ich eine Liste der Ladenverkaufspreise (Verbraucherhöchstpreise) für ausgewählte Grundnahrungsmittel erwerben konnte. Die Liste wurde von der Druckerei Alexander Mann in Pegau (Sachsen) hergestellt und datiert vom 15. November 1949. Anhand der Liste können die Preise verschiedener Waren bei alternativen Mengen (50 bis 1000 Gramm) abgelesen werden. Die auf der Liste genannten Preise waren in allen Geschäften der Republik gleich, allerdings wurden viele Waren nur gegen Bezugsmarken der Lebensmittelkarten[2] abgegeben, auch muss berücksichtigt werden, dass das durchschnittliche monatliche Arbeitseinkommen kaum mehr als 200 bis 300 Mark betrug. Leider liegen mir für die oben genannte Zeit keine Angaben für vergleichbare Waren aus Westdeutschland vor. Hilfsweise mag ein Preisvergleich Westdeutschland – Ostdeutschland vom Oktober 1951 dienen: Preisvergleich Westdeutschland – Ostdeutschland vom Oktober 1951.[3] Wie kommen Preise für Waren und Dienstleistungen zustande? Ihre Festsetzung muss in Ost- und West-Deutschland im Kontext des jeweiligen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems gesehen werden, auch wenn alle Volkswirtschaften das gleiche Problem lösen müssen: Welche Ressourcen (Rohstoffe, Arbeitskräfte, Geld) stehen für welche Güter zur Verfügung und welche Güter dienen der Befriedigung der Wünsche der Bevölkerung. Dabei ist zu beachten, dass die Ressourcen in der Regel knapp und die Wünsche unbegrenzt sind und sich im Zeitablauf ändern, sodass alle Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte unter der Prämisse der Unsicherheit zu fällen sind. 10 Deutsche Mark der Bank deutscher Länder von 1949. In den Westzonen wurden parallel zur Währungsreform am 20. Juni 1948 die Preise der meisten Waren freigegeben. Der damalige Direktor für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebiets und spätere Bundesminister für Wirtschaft Dr. Ludwig Erhard setzte sich mit seiner Idee der Sozialen Marktwirtschaft gegen alle Widerstände durch. Im Kapitalismus streben alle Marktteilnehmer eine Situation an, aus der sie den größtmöglichen Nutzen ziehen. Das Unternehmen strebt einen möglichst hohen Gewinn an. Es wird daher nur jene Güter produzieren, die es für einen günstigen Preis absetzen kann. Ein günstiger Preis ist aber nur zu erzielen, wenn für die produzierten Güter eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist. Art, Menge und Qualität der Produktion richten sich als nicht nur nach Art, Menge und Qualität der Produktionsfaktoren, sondern besonders nach der Nachfrage der Konsumenten. Nur der Produzent wird seine Erzeugnisse absetzen können und Gewinn erzielen, der die Wünsche und die Nachfragemöglichkeiten (sprich die Geldmittel) der Haushalte richtig einzuschätzen vermag. Der Gewinn hängt nicht nur von den Erlösen für die produzierten Güter und Leistungen ab, sondern auch von den Ausgaben für die zur Produktion eingesetzten Güter und den gezahlten Arbeitslöhnen, die für die Mehrzahl der Konsumenten das verfügbare Einkommen ausmacht. Er wird daher nur jene Güter kaufen, die bei entsprechender Qualität am preisgünstigsten sind. In der Theorie sorgt der Preis in der Marktwirtschaft für einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage. Da der Wettbewerb die wichtigste Voraussetzung für einen funktionierenden Markt ist, muss Der Staat überall dort, wo der Wettbewerb z. B. durch Preisabsprachen, Produktionsabsprachen, Aufteilung von Absatzgebieten mehrerer Anbieter und durch Konzentrationstendenzen gefährdet wird, Verbote aussprechen und Kontrollen erlassen. 10 Deutsche Mark der Deutschen Notenbank der DDR von 1948. Blick in eine Konsum-Fleischerei in der DDR 1951. Foto: Roger und Renate Rössing. Nun spielen Preise in der Zentralverwaltungswirtschaft nicht dieselbe Rolle wie in einem kapitalistischen System. In der SBZ und der DDR versuchte man soziale Gerechtigkeit, Konsum für jedermann und stabile Preise nicht durch vorsichtige Lenkung des freien Marktes, sondern per Planbeschluss zu erreichen. Dies war mit einer rigorosen staatlichen Lenkung der Volkswirtschaft verbunden, die die Verwaltung überforderte und die wirtschaftliche Produktivität hemmte. Die verordneten stabilen und niedrigen Preise für Grundnahrungsmittel, Wohnungsmieten, Heizung oder im sozialen Bereich führten zu immer horrenderen Subventionssummen, die nur durch Überteuerung anderer Produkte, wie technischer Geräte und „Luxusartikel“ oder durch Kredite zu finanzieren waren. So wurden theoretisch die Preise für Konsumgüter so festgelegt, dass das geplante Angebot dem ebenfalls geplanten Einkommen der Bevölkerung entsprach. Am Ende ihrer Geschichte stand die DDR vor dem Bankrott, unfähig, ihren finanziellen Verpflichtungen nach innen und außen nachzukommen. Uwe Bronnert Anmerkungen: [1] (30.03.2024) [2] In der DDR wurden Lebensmittelkarten bis Mai 1958 verwendet. [3] Bruno Gleitze, Stand der Entwicklung im mitteldeutschen Wirtschaftsraum, Bonn 1952, S. 65. Abbildung nach: Matthias Ermer, Von der Reichsmark zur Deutschen Mark der Deutschen Notenbank, Zum Binnenwährungsumtausch in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (Juni/Juli 1948). Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 91, Stuttgart 2000, S. 182.
- Lexikon: Itúrbide-Scheine
Als Itúrbide-Scheine werden die ersten mexikanischen Geldscheine (staatliche Schatzscheine) bezeichnet, die von Itúrbide durch Gesetz vom 20. Dezember 1822 in den Nennwerten 1, 2 und 10 Pesos ausgegeben wurden. Mexiko 1: Staatlicher Schatzschein über 1 Peso vom 1. Januar 1823, Vorder- und Rückseite, Abb. G+D Stiftung Geldscheinsammlung. Der spanische General Augustín de Itúrbide (*1783, ✝︎ 1824) rief am 24. Februar 1821 in Iguala die Unabhängigkeit Mexikos aus und nahm im Mai 1822 als Augustin I. den Kaisertitel an. Im Mai 1823 wurde er gestürzt und verbannt. Beim Versuch der Rückkehr wurde er am 19. Juli 1824 bei Padilla erschossen. Die Scheine waren ab 11. April 1823 ungültig, also nur knapp vier Monate in Umlauf. Vorsicht: Von den primitiv gedruckten Scheinen gibt es für Sammler gemachte Fälschungen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Lexikon: De La Rue & Co. Ltd.
Englische Banknotendruckerei Thomas De La Rue (TDLR) in London, die vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sehr produktiv wurde und heute zu den Marktführern gehört. Die Firma hatte genau wie die beiden anderen großen englischen Spezialfirmen Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd. sowie Waterlow & Sons Ltd. ihren eigenen Banknotenstil, der sich oft änderte und u.a. auch in einem sehr progressiven modernen Stil gipfelte. Guernsey, Gedenkbanknote zu 1 Pfund zum 200. Jubiläum der Firmengründung von Thomas De La Rue aus dem Jahr 2013, Rückseite mit Porträt des Firmengründers. Die Firma wurde 1813 von Thomas De La Rue gegründet, der 1793 auf Guernsey geboren wurde. 1830 war sie Hersteller von Spielkarten und Spezialist für Farbdrucke. Ab 1853 wurden Steuer- und ab 1855 auch Briefmarken gedruckt. Den ersten Auftrag zur Herstellung von Geldscheinen erteilte 1859 Mauritius (10 Shilling sowie 1- und 5-Pfund-Noten, gedruckt von Kupferplatten auf einem Papier von Turner, Maidstone). Vor allem in der Briefmarkenherstellung experimentierte die Firma im Farbdruck und mit Spezialpapieren. Beispiele von De-La-Rue-Noten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: Ägypten 1917, 10 Piastres; Bulgarien 1929; Ceylon 1939; Lettland 1935; Palästina 1927 bis 1948; Portugal 1926; Straits Settlements 1919; Uruguay 1935 und 1939; Zypern 1920. Die größten Aufträge kamen 1934 bis 1936 von der Bank of Communications (China), der Bank of China, der Farmers Bank of China und der Central Bank of China. Deshalb richtete De La Rue eine eigene Druckerei in China ein. Für viele De La Rue-Scheine wurde Papier mit Sicherheitsfaden verwendet, so auch für die von dieser Firma gedruckten 5-DM-Noten (Europa auf dem Stier) der Bank deutscher Länder mit Datum vom 9.12.1948. Durch die Übernahme der Firma Waterlow & Sons in den 1960er Jahren erweiterte De La Rue seine Kapazität erheblich. 1969 wurde die Spielkartenfertigung verkauft. 1986 übernahm De La Rue auch die Firma Bradbury, Wilkinson & Co. und ein Jahr später die Firma Amblehurst, aus der später De La Rue Holographics wurde. 1995 erfolgte die Übernahme der Portals Group plc, die bereits seit 1724 Banknotenpapier für die Bank of England herstellte. 1997 wurden mit Harrison & Sons und Philip Cartes et Systèmes zwei weitere Firmen übernommen. Seit 2009 stellt De La Rue auch die Pässe des Vereinigten Königreichs her. 2012 wurde mit einem 5-Dollars-Schein für Fidschi die erste Banknote aus dem sog. Safeguard-Polymersubstrat von De La Rue hergestellt. 2013 feierte De La Rue sein 200-jähriges Bestehen, aus diesem Anlass entstand auch die oben abgebildete Gedenkbanknote mit dem Porträt des Firmengründers Thomas De La Rue. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de
- Ungenehmigtes Goldmark-Notgeld in Hamburg 1923
Die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld bedurfte 1923 nach dem Gesetz vom 26. Oktober 1923 der Genehmigung des Reichsministers der Finanzen. Die Genehmigung wurde von der Hinterlegung von Schatzanweisungen der wertbeständigen Anleihe des Deutschen Reiches in Höhe des ausgegebenen Notgeldes (Reichsgoldanleihe) oder später von 6 %igen Goldschatzanweisungen, die eigens zur Deckung dieses Notgeldes geschaffen wurden, abhängig gemacht. Die von Institutionen und Unternehmen ausgegebenen Scheine selbst mussten die Bezeichnung „Notgeldschein“ tragen und auf „Goldmark“ oder „Goldpfennig“ bis zu einem Betrag von 4,20 Goldmark, in Ausnahmefällen bis zu 8,40 Goldmark lauten. Außerdem musste der Notgeldschein den Vermerk „Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen“ tragen. Die Notgeldverordnung des Generals von Seeckt vom 12. November 1923 machte unter dem Druck der Not die Ausgabe von Goldmarkgeld zum Recht der Länder, Provinzen und Gemeinden. Innerhalb der Ausgabebezirke wurde dieses Notgeld zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Asbest- und Gummiwerke, Hamburg, nicht genehmigtes Goldmarknotgeld: Gold-Gutschein über 2 Pfennig vom 29.11.1923. Die Reichsbank akzeptierte das wertbeständige Notgeld nicht. Sie bezifferte den genehmigten Umlauf auf etwa 200 Millionen Goldmark und schätzte den gesamten Notgeldumlauf, genehmigtes und nicht genehmigtes wertbeständiges Notgeld, am 15. November 1923 auf 988 Millionen Goldmark, das Sechsfache des Reichsbanknotenumlaufs. Der Umlauf an wertbeständigem Notgeld erhöhte sich nach dem 15. November weiter, wobei allein die Reichsbahn am 31. Januar 1924 mit 144 Millionen Goldmark beteiligt war. Asbest- und Gummiwerke, Hamburg, nicht genehmigtes Goldmarknotgeld: Gold-Gutschein über 1 Mark vom 29.11.1923. Die Einlösung des genehmigten und ungenehmigten Notgeldes erfolgte gebietsweise im Laufe des Jahres 1924 und war im Wesentlichen am 31. August des Jahres 1924 abgeschlossen. Die Reichsbank bezifferte final am 31.12.1923 die Umlaufmenge auf rund 700 Mio. Goldmark, davon 200 Mio. Goldmark genehmigtes wertbeständiges Notgeld, 270 Mio. Goldmark kleine Goldanleihestücke, 150 Mio. Goldmark Goldmarknotgeld der Reichsbahn, 50 Mio. Goldmark kleine Anleihestücke der Länder und preußischen Provinzen und rund 25 Mio. Goldmark Goldmarkzertifikate der Hamburgischen Bank von 1923. Hamburgische Frauenhilfe 1923, nicht genehmigtes Goldmarknotgeld: Gutschein über 6 Goldmark, gültig bis Februar 1924. Auf die gleiche Summe von rund 700 Millionen Goldmark kommt die Reichsregierung. Insgesamt gibt die Reichsregierung am Ende des Jahres 1923 eine Summe von 161 Millionen Goldmark ungenehmigten wertbeständigen Notgeldes im Reichsgebiet (ohne die rheinischen Besatzungsgebiete) an. Am 30.6.1924 betrug der Anteil des ungenehmigten wertbeständigen Notgeldes und der Goldscheine in Hamburg und Kiel am gesamten Bargeldumlauf knapp 3 %. Einzigartig in der Geschichte des wertbeständigen Notgeldes sind die illegalen bzw. nicht genehmigten „Verrechnungsscheine für Krankenkassenbeiträge“ der Allgemeinen Ortskrankenkasse Hamburg über ½, 1, 2 und 5 Goldmark, mit denen die Kasse Schadenbeträge auszahlte und Beiträge entgegennahm; ausgestellt in Hamburg am 12. November 1923. Für Hamburg gibt es einen Überblick zum ungenehmigten Notgeld in den einzelnen Emissionen. Bis zum 12. November 1923 gaben in der Hansestadt 16 kleinere Institutionen und Unternehmen ungenehmigtes, wertbeständiges Notgeld aus, und zwar die: Allgemeine Ortskrankenkasse Hamburg (Verrechnungsscheine über ½, 1, 2, und 5 Goldmark vom 12.11.1923); Asbest- und Gummiwerke, Hamburg (1, 2, 5, 10, 50 Pfennige und 1, 2 Mark vom 29.11.1923); Firma C. H. Boehringer Sohn (Gutscheine über 1 und 5 Taler = 3 und 15 Goldmark); Deutsche Maizena-Gesellschaft Aktiengesellschaft (Notgeldscheine, 1,05, 2,10, 4,20 Goldmark, 5.11.1923 – 15.12.1923); Firma Georg Abraham (Aushilfsscheine über 1 und 2 Goldmark, nur für Gehalt, vom 1. November 1923); Hamburger Anzeiger (Gutscheine über 10 Goldpfennige); Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft (Wechselmarken über 1, 10, 15 Goldpfennige, ohne Datum); Hamburger Privatbank von 1860 (Gutscheine über 1 Goldmark, ohne Datum); Hamburgische Strafanstalten Gutscheine (½, 1, 2, 5, 10, 20, 50 Goldpfennige und 1 Goldmark nur für Gefangene innerhalb der Hamburgischen Strafanstalten, 1.12.1923 und 1.7.1924); Hamburgische Frauenhilfe 1923 (Gutscheine über 6 Goldmark, gültig bis Februar 1924); Handelsgesellschaft „Produktion“ m.b.H. (des Konsum-, Bau- und Sparvereins „Produktion“ e.G.m.b.H. – 1 und 2 Goldpfennige, ohne Datum); Max Wilrodt-Schröder Nachf. (Gutscheine über 5, 10, 50 Goldpfennig und 1 Goldmark, Oktober 1923); New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (Gold-Gutscheine über 1, 2, 5, 10, 50 Pfennige und 1, 2, 5 Mark nutzbar als Kantinengeld, 1.11.1923); Manganesit Werke G.m.b.H, Verrechnungsanweisung (Rabattschein), Goldmark, ohne Datum); Stiftung Ernst Sackmann (Baustein über ½ und 1 Goldmark, 10.12.1923) und Unterelbische Einkaufs- Kommandit-Gesellschaft W. Wallstab (Warenbeschaffungs-Gutscheine über 100 Goldmark, 1.1.1924). Hamburger Privatbank von 1860, nicht genehmigtes Goldmarknotgeld: Gutscheine über 1 Goldmark, ohne Datum. Stiftung Ernst Sackmann, nicht genehmigtes Goldmarknotgeld: Baustein über ½ Goldmark, ausgegeben am 10.12.1923. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat/ Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Tschechische Republik: Offizielle Neu- und Nachdrucke nicht ausgegebener Banknoten
Was bei uns die Bundesdruckereit, das ist die Státní tiskárna cenin in Prag. Dort werden die in der Tschechischen Republik umlaufenden Banknoten gedruckt, und nicht nur diese. Das wohl neueste Projekt für Sammler sind drei Nachdrucke alter Banknoten, die sich im Original wohl in kaum einer Sammlung finden und die – wenn sie einmal angeboten werden – wohl bei Preisen im vier- bzw. fünfstelligen Eurobereich liegen würden. Von den Originalbanknoten unterscheiden sie sich vor allem im Wasserzeichen. Diese sind: Tschechoslowakei 72A: 20 Kronen 1953 (im Original ohne Wasserzeichen). Tschechoslowakei 76: 100 Kronen 1951 „Bäuerin“ (im Original ohne Wasserzeichen). Tschechoslowakei 77: 1000 Kronen 1951 „junges Mädchen“ mit blauer KN (im Original Wasserzeichen mit Kügelchen). Ausgegeben wurden die Nachdrucke in Foldern, deren Klappentext informiert: „Eine besondere Stellung unter dem Papiergeld nehmen die zur Ausgabe vorbereiteten, aber nicht ausgegebenen Scheine ein. Anfang der 1950er Jahre bereiteten das Finanzministerium und die Staatsbank der Tschechoslowakei die sogenannte „Emission C II“ für den Umlauf vor. Teil dieser Ausgabe sollten unter anderem eine 20-Kronen-Staatsnote von 1953 sowie eine 100-Kronen- und eine 1000-Kronen-Banknote von 1951 sein. Auf der Grundlage der am 1. Mai 1953 angekündigten Währungsreform wurde das gesamte Umlaufgeld durch ein neues ersetzt. Staatsnoten und Banknoten der Ausgabe C II wurden nicht in das neue Zahlungssystem integriert. Die Scheine, die nicht im Bestand der Staatsbank verblieben, wurden Ende 1954 in Štětí (Wegstädtl) und Otrokovice (Otrokowitz) vernichtet.“ Außerdem wurde eine nicht realisierte Variante der 50-Kronen-Note „Sowjetischer Soldat und Partisan“ nach einer Bleistiftskizze von Václav Fiala realisiert. Fiala wurde damals gebeten, seinen Entwurf für die 50-Kronen-Banknote nochmals zu überarbeiten, und so entstand die bekannte Variante, die etwa von 1965 bis 1991 als Zahlungsmittel gültig war. Nachdruck zu 50 Kronen von 1963. Auf der Rückseite sieht man statt der bekannten Mineralölraffinerie Slovnaft in Bratislava eine Fabrikszene aus der Hohen Tatra aus Podbrezová am Hron. (Text unter dem Bild: „Šmermovy závody Podbrezovej nad Hronom“). Wie bei der bekannten Variante zeigt die Banknote auf der Vorderseite einen sowjetischen Soldaten und einen einheimischen Partisanen. Da der Fünfziger wie auch der Zehner und später der Fünfhunderter dem slowakischen Landesteil gewidmet war, ist anzunehmen, dass die Landschaft im Hintergrund die slowakische Natur darstellen. Graviert wurde das Original von Ladislav Jirka und Jan Mráček, die neue „alte“ Note von Jozef Česla. Der uns wohlbekannte Mátej Gábriš kümmerte sich um Schutzelemente des Scheins. Angeboten wurden diese Nachdrucke auf der Sběratel in Prag. Manfred Dietl
- Aus privaten Sammlungen: OMGUS-Tauschschein 1 Barter Unit 1946 Berlin
Schon im September 1945 wurden in den Westsektoren von Berlin offizielle Märkte genehmigt, die gegen die Auswüchse des Schwarzhandels gerichtet waren. Im US-Sektor: Neukölln, Neckarstraße; im BR-Sektor: Wilmersdorf, Kaiserplatz; im FR-Sektor: Wedding, Triftstraße. Ein halbes Jahr später kam Marjorie Clay nach Westberlin. Sie war die Ehefrau des damaligen stellv. US-Militärgouverneurs Lucius Clay. Nach ihrem Eintreffen machte sie sich mit den Bedingungen der Bevölkerung im viergeteilten Berlin vertraut. Ihr wird die Idee zur Einrichtung der sog. Barter Marts in Westberlin zugesprochen. Abb. 1: Marjorie M. Clay und 4-Sterne-General Lucius D. Clay; das Ehepaar ist auch durch die sog. "Berliner Luftbrücke" bekannt – Lucius Clay setzte sich stark für die "Operation Vittel" ein; Frau Clay organisierte als langjährige Freiwillige für die Unterstützung von Kindern und andere Wohltätigkeitszwecken den Abwurf von kleinen Fallschirmen mit Süßigkeitenpaketen aus Versorgungsflugzeugen für Westberliner Kinder. In einem „Staff Memorandum OMGUS, Office of the Headquarters Commandant“ vom Juli 1946 wurde folgendes vom Adjutant General’s Department US-Oberstleutnant G. H. Garde bekanntgegeben: „1. General – A Barter Center will be established at Leichardstrasse effective July 1946. Purpose of the center is to provide facilities of the barter of goods between German and U. S. Personnel with the view to utilizing items of due which are currently held in reserve in households and stores, by placing them on a market for commodity exchange. The facilities of the Barter Store are available to German Civilians or agencies and to all U. S. personnel subject to the provisions enumerated herein. 2. Organization a. – The operation of the Barter Center will be responsibility of the OMGUS Post Exchange Officer. It will be consist of a Barter Department and such other clerks an supervisory personnel as are necessary. b. The Barter Department will determine the acceptability of the article and will appraise its value in accordance with standard price list prescribed by the Price Control Section, Economic Division, OMGUS. ... 4. Barter Procedure a. ... b. ... c. – Upon acceptance of an item, Barter Center will issued barter certificates in an amount equal to the appraised value of the item. These certificates will be serially numbered in denomination of 10.00 Reichsmark and may be used for the purchase of other barter items at any time within six (6) months after the date of issue. d. Barter goods will be sold only in exchange for barter certificates, plus 10 % in Marks to cover cost of handling and overhead. ...“ Der an der Leichhardtstraße (!) in Dahlem am 10. August 1946 eröffnete Tauschring wurde in der „New York Times“ vom 16. August 1946 unter der Überschrift „Shop For Barter Opened In Berlin“ beschrieben. Man konnte auch mit der wertlosen Reichsmark einkaufen; der Kurs lag bei 10 RM = 1 US-Dollar = 20 BU/TE und man musste 10 Prozent Provision an das BC zusätzlich entrichten. Die Tauschmärkte in Berlin, Frankfurt a. M., München und wahrscheinlich auch in Heidelberg wurden schon seit Kriegsende betrieben. Einer der ersten Artikel wurde von W. R. Carpenter in der New Yorker Oktoberausgabe der „Numismatic Review“ von 1946 veröffentlicht. Im Buch von Stivers und Carter liest man auf Seite 120: „Als letzten Ausweg, um die aufkeimende Schwarzmarktaktivität einzudämmen, gründeten Clays Mitarbeiter einen Konkurrenzmarkt, das ,Berlin Barter Center‘, um das Geschäft in legale Kanäle umzuleiten. Das Zentrum wurde im August 1946 eröffnet. Deutsche ,Verkäufer‘ brachten langlebige Gegenstände mit – Silberwaren, Kristall, Gemälde, Porzellanfiguren, Öfen, Radios, Teppiche und Kleidung. Gutachter bewerteten die Objekte auf der Grundlage von Vorkriegspreisen, bereinigt um die Wertminderung, und gaben Gutscheine in verschiedener Höhe von ,Tauscheinheiten‘ aus. Die Amerikaner brachten Verbrauchsgüter mit – normalerweise Kaffee, Toilettenartikel, Zigaretten und Lebensmittel –, die von Gutachtern auch in Tauschgeschäften geschätzt wurden. Anschließend gaben beide Seiten ihre Scheine im offiziellen Tauschgeschäft aus, die bald mit ,Waren von guter Qualität‘ in ,neuem oder ausgezeichnetem Zustand‘ gut gefüllt waren.” *) Tauschscheine in Form von „BU/TE“ (= Barter Unit/Tauscheinheiten) sind jedoch nur aus Westberlin und Frankfurt a. M. nachweisbar. Die Berliner OMGUS-Serie umfasste sechs Wertstufen zu 1, 5, 10, 25, 50 und 100 BU/TE. Sie kommen auf dem Sammlermarkt so gut wie nicht vor; in Sammlungen befinden sich nur die Scheine zu 1, 5 und 10 BU/TE, die allesamt extrem selten sind. Bildbelege für die Berliner 25- und 100-BU/TE-Scheine sind bis heute nicht bekannt geworden. Noch 1974 war nur die Wertstufe zu 1 BU/TE bekannt; ein Schein zu 5 BU/TE wurde dann 1995 und ein Schein zu 10 BU/TE im Jahr 2011 nachgewiesen. Ein Schein zu 50 BU/TE ist in einer mit vielen anderen abgebildet. Von den 1-BU/TE-Scheinen wurden mindestens 20.000 Exemplare in einer Berliner Druckerei hergestellt (möglicherweise bei der Fa. Erich Blaschker). Abb. 2: Tauschscheine des OMGUS Barter Center Berlin 4 × 50, 2 × 10 und 1 × 1 BU/TE, abgebildet in „HEUTE/Neue Illustrierte Zeitschrift“ München vom 1. November 1946; die Scheine hatten alle eine einheitliche Größe, wurden aber unterschiedlich farbig gedruckt. Abb. 3: Verkaufsbeleg des OMGUS Barter Center Berlin über 66 BU/TE (= 33 Reichsmark/3,30 $) für den Kauf von Alkohol – vom Oberleutnant der US Army James Marasco aus dem Frankfurt HQ am 21. Oktober 1946 bezahlt. Unter der Überschrift „U.S. Barter Center in Berlin Failing“ beschrieb Delbert Clark von der New York Times in einem Beitrag auf Seite 25 ihrer Sonntagsausgabe vom 15. Dezember 1946 die Probleme im OMGUS Barter Center Berlin. Es wurden viele Unregelmäßigkeiten festgestellt, General L. D. Clay wurde zum Mittelpunkt hitziger Kontroversen – sein Stellvertreter General Clarence R. Huebner forderte die Schließung des Tauschladens. Objekttyp: Gutschein (Barter Unit) Sammlung: Michael H. Schöne Authentizität: Original (es sind möglicherweise nur noch ein Dutzend dieser Scheine vorhanden; die belegten Kontrollnummern liegen zwischen 030447 ❉ und 048624 ❉) Land/Region/Ort: Deutschland/Amerikanischer Sektor von Berlin Emittent: Berlin Military District / Berlin Command Nominal: 1 Barter Unit / Tauscheinheit Datierung: ohne Datum (1946) Vorderseite: Text O.M.G.U.S. BARTER CENTER/ TAUSCH RING und Wertangabe in Englisch Rückseite: Text BARTER UNIT / TAUSCH GELD, Wertangabe nur in Englisch in Wellenlinien Material: Papier ohne Wasserzeichen Format: 91 mm x 58 mm Druck: Fa. Erich Blaschker, Berlin? Nummerierung: 030447 ❉ Gültigkeit: 10. August 1946 bis 1. Mai 1948 Zitate: Nr. 1/BUC, in: „World War II Allied Military Currency“ (Toy, R. S./ Schwan, C. F., 1974) Nr. 601/Joint Issues, in: „World War II Remembered“ (Schwan, C. F./Boling, J. E., 1995) Nr. 2101, in: „Militär-, Kantinen- und Lagergeld-Ausgaben der Alliierten seit 1944 in Deutschland“ (Schöne, M. H., 2013) Michael H. Schöne Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Anmerkungen: *) W. Stivers/D. A. Carter: „The City Becomes a Symbol – The U.S. Army in the Occupation of Berlin, 1945–1949“, Washington 2017.
- Serienscheine zur deutschen Kolonialgeschichte
Nach dem der Briten und Franzosen bildeten die deutschen Kolonien 1914 das nach der Fläche drittgrößte Kolonialreich der Welt. Mit dem Frieden von Versailles musste Deutschland all seine Kolonien abtreten. Sie wurden als Mandatsgebiete des Völkerbunds unter Verwaltung verschiedener Siegermächte gestellt. Deutsch-Ostafrika 995.000 qkm mit 7,75 Millionen Einwohnern (1914), Hauptstadt: Daressalam Deutsch-Ostafrika war ab 1884 von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft erworben worden. Am 20. Januar 1920 wurde die Kolonie unter Verwaltung des Völkerbunds gestellt. Mit Tanganjika (heute Tansania) sicherte sich Großbritannien den Großteil der vormals größten und reichsten deutschen Kolonie. Belgien erhielt Ruanda und Burundi. Das sog. Kionga-Dreieck fiel an Portugiesisch-Ostafrika (heute Mosambik). Deutsch-Südwestafrika 835.100 qkm mit 200.000 Einwohnern (1901), Hauptstadt: Windhuk Deutsch-Südwestafrika wurde 1884 deutsche Kolonie. 1915 wurde die kleine deutsche Schutztruppen von einer südafrikanischen Armee geschlagen. Die Verwaltung wurden vom südafrikanischen Militär übernommen, die bis Mitte 1919 die Hälfte der deutschen Bevölkerung nach Deutschland auswies. Mit dem Versailler Vertrag erhielt Südafrika die ehemalige deutsche Kolonie als Mandatsgebiet South West Africa (heute Namibia). Kamerun 790.000 qkm mit 4,6 Millionen Einwohnern (1911), Hauptstadt: Jaunde Kamerun war von 1884 bis 1919 deutsche Kolonie. Mit dem Versailler Vertrag wurde das Land als Völkerbundsmandat unter den Briten und Franzosen aufgeteilt. Togo 87.200 qkm mit 1 Million Einwohner, Hauptstadt: Lomé Togo wurde nach der Übergabe an den Völkerbund unter Großbritannien und Frankreich aufgeteilt. Deutsch-Neuguinea 240.000 qkm mit 500.000 Einwohnern (1912), Hauptstadt: Simpsonhafen 1884 wurden die Südseegebiete kolonisiert und 1899 ging die Kolonie Deutsch-Neuguinea auf das Reich über. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Kaiser-Wilhelms-Land, der Bismarck-Archipel, die Salomonen-Inseln und Nauru von australischen Truppen besetzt. Die Marianen, die Karolinen, Palau und die Marshallinseln wurden fast kampflos japanischen Einheiten übergeben. 1920 erhielt Australien das Mandat über den Großteil Deutsch-Neuguineas (heute zusammen mit Britisch-Neuguinea Papua-Neuguinea) und Japan über die japanisch besetzten Inseln, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der USA übernommen wurden. Samoa fiel als Mandatsgebiet an Neuseeland. Kiautschau (Kiautschou) 500 qkm mit 200.000 Einwohnern (1912), Hauptstadt: Tsingtau Das deutsche Pachtgebiet Kiautschou wurde 1914 von japanische Truppen besetzt. Bis 1922 blieb das Gebiet unter japanischer Verwaltung, bevor es 1922 auf Drängen der USA an China zurückgegeben wurde. Als ab Frühjahr 1921 immer mehr Serienscheine entstanden, die oft direkt an Händler und Sammler abgegeben wurden, wurde auch der Verlust deutscher Gebiete sowie der deutschen Kolonien nach dem Vertrag von Versailles thematisiert. Bereits 1904 war der Deutsche Kolonialverein gegründet worden und 1907 der Deutschnationale Kolonialverein. Beide Vereine strebten die Rückgewinnung der verlorenen Kolonien an. 1933 wurde der Reichskolonialbund gebildet, in dem bis 1936 beide Vereine aufgingen. Nach der Schmach von Versailles waren patriotische Botschaften gefragt und es wurden sogar Kolonialgedenktage organisiert. Deutsch-Hanseatischer Kolonialgedenktag 1921, Berlin Zum Deutsch-Hanseatischen Kolonialgedenktag 1921 in Hamburg, Bremen und Berlin gab die Geschäftsführung sog. Kolonial-Gutscheine mit Datum vom 4. November 1921 aus, die am 31. März 1922 ungültig wurden. Ausgabeort war Berlin. Serie A: Bilder aus den ehemaligen Kolonien Die Serie A umfasst 6 Scheine je 75 Pfennig. Auf der einheitlichen Vorderseite sieht man eine von den Stadtwappen von Hamburg und Bremen flankierte Palme am Meer vor einer aufgehenden Sonne mit den für die deutsche Kolonialgeschichte wichtigen Jahreszahlen 1682, 1884 und 1918. In den 1680er Jahren war es die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie, die erste deutsche Kolonien in Westafrika und in der Karibik erworben hatte. Serie B: Kolonialpioniere Die Serie B umfasst ebenfalls 6 Scheine je 75 Pfennig. Ausgabetag ist auch hier der 4. November 1921 und am 31. März 1922 wurden die Scheine ungültig. Auf den einheitlichen Vorderseiten sieht man Landkarten mit der Lage der deutschen Kolonien zwischen Palmen. Hier finden Sie Links zu mehr Informationen zu den abgebildeten Personen auf Wikipedia: Paul von Lettow-Vorbeck (1870–1964) Carl Woermann (1813–1880) Dr. Carl Peters (1856–1918) Adolf Lüderitz (1834–1886) Hermann von Wissmann (1853–1905) Otto von Bismarck (1815–1898) Basar zu Gunsten der deutschen Schule in Okahandja, Bremerhaven, Geestemünde und Lehe Die Deutsche Kolonialgesellschaft (Abteilung Unterweserstädte) und der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft organisierten einen Basar zu Gunsten der deutschen Schule in Okahandja (Südwestafrika) und notleidender ehemaliger Kolonialkrieger und ihrer Angehörigen, zu der Gutscheine über 1, 2, 3 und 5 Mark ausgegeben wurden, die vom 18. bis 25. März 1922 gültig waren. Sie zählen zu den heute wirklich seltenen deutschen Serienscheinen, weil sie damals tatsächlich als Geldersatz verwendet wurden und bereits nach wenigen Tagen ihre Gültigkeit verloren, wenn sie nicht bei der Städtischen Sparkasse in Geestemünde eingelöst wurden. Bad Lauterberg im Harz Bad Lauterberg gab mit Datum vom 15. Juli 1921 eine Serie von Gutscheinen über 25, 50, 75, 100 und 300 Pfennig aus. Auf dem höchsten Wert zu 300 Pfennig zeigt die Rückseite das von Johannes Götz geschaffene Denkmal für den Afrikaforscher und ehemaligen Gouverneur von Deutsch-Ostafrika Herrmann von Wissmann in Bad Lauterberg. Andere Werte dieser Serie zeigen das Wissmann-Denkmal als Schattenriss in einer Nebendarstellung. Neustadt in Mecklenburg Der Amtsausschuss des Amtes Neustadt in Mecklenburg gab im April 1922 zwei verschiedene Serien zum Gedenken an die ehemaligen deutschen Kolonien aus. Serie I mit Storch Die erste Serie mit je zwei Mal 50 und Pfennig zeigt, abgesehen von den Nennwerten, eine einheitlich gestaltete Vorderseite und auf den Rückseiten Motive zu Kamerun, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika und Togo. Serie II mit Fahnen Die zweite Serie mit je zwei Mal 50 und Pfennig zeigt, abgesehen von den Nennwerten, ebenfalls eine einheitlich gestaltete Vorderseite und auf den Rückseiten Motive zu Samoa, Kiautschou, Deutsch-Neuguinea und den Marianen/Karolinen. Alle deutsche Serienscheine finden Sie in den Bänden 1+2 der Katalogreiche Deutsches Notgeld "Deutsche Serienscheine 1918–1922". Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski, Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv
- Nachbericht zur Teutoburger Auktion 164 Banknoten vom 15. April 2024
Am 15. April 2024 fand mit der Auktion 164 eine Spezialauktion der Teutoburger Münzauktion zum Thema Papiergeld mit über 900 Losen statt. Hier eine kleine Auswahl an Ergebnissen aus der Auktion: Los 6007: China, Lotteriescheine, ca. 240 Stück zu 5 Yuan 1926 u. 1927. 3 verschiedene Ausgaben, teils fortlaufende bzw. folge KN. Darunter noch 5 Banknoten Bank of Communications. II-IV. Ausruf: 400 EUR | Zuschlag: 1.750 EUR Los 6023: China, Bank of Communications, 100x 5 Yuan 1914. Shanghai. Fortlaufende KN. SB222201Q - SB222300Q, in original Banderole. II+, etwas wellig u. stockfleckig. Ausruf: 450 EUR | Zuschlag: 4.300 EUR Los 6045: Griechenland, Wunderschöne Sammlung von hunderten Geldscheinen in insgesamt 6 Ordnern aus der Zeit 1900 - 2002. Dabei auch Deutsche, Italienische, Britische und Bulgarische Besatzungsausgaben, alte Dokumente, Schecks etc. Dazu noch 10 weitere Alben mit Erläuterungen zu Griechischen Banknoten. Eine wirklich mit Leidenschaft zusammengestellte Sammlung in insgesamt 16 wundervoll gestalteten Alben/Ordnern. Unbedingt besichtigen, günstig geschätzt, Fundgrube. unterschiedlich erhalten Ausruf: 2.500 EUR | Zuschlag: 6.500 EUR Los 6069: Libanon, 5 Livres 1.11.1930. IV+ Ausruf: 100 EUR | Zuschlag: 16.500 EUR Los 6081: Herzogtum Warschau, 5 Talarow 1.12.1810. No. 35032. II-III, 2x Nadelstiche, Eckbug und 4 x Faltspuren, selten in dieser Erhaltung. Ausruf: 1.250 EUR | Zuschlag: 4.000 EUR Los 6357: 100 Bio. Mark 26.10.1923. Mit Rotaufdruck „Muster“ auf Vs., Reichsdruck, KN. 7-stellig, Serie E. III, Einriss, sehr selten. Ausruf: 700 EUR | Zuschlag: 1.500 EUR Los 6401: Ukraine, 2 und 5 Karbowanez 10.3.1942. Junge mit Pelzmütze, Serie 6 und Mädchen mit Kopftuch Serie 31. II- bis III+ und I-. Ausruf: 1.500 Euro | Zuschlag: 2.100 EUR Los 6432: Bank deutscher Länder, 100 Deutsche Mark (roter Hunderter), Serie 1948. Kenn-Bst./Serie, L/A. III / III-, selten. Ausruf: 900 Euro | Zuschlag: 1.350 EUR Hier geht es zum Nachverkauf












