Rentenmark-Schatzanweisungen des Freistaats Sachsen von 1923

Im November 1923 erreichte die Inflation in Deutschland ihren Höhepunkt. 1 US-Dollar wurde mit 4,2 Billionen Mark notiert. Durch die Ausgabe wertbeständigen Notgelds und die Einführung der Rentenmark konnte die Inflation schließlich gestoppt werden.


Sächsisches Finanzministerium: 20 Rentenmark vom 13. Dezember 1923, Vorderseite.

Sächsisches Finanzministerium: 20 Rentenmark vom 13. Dezember 1923, Rückseite.

Die meisten wertbeständigen Notausgaben von Ländern, Provinzen, Bezirken, Kreisen, Kommunen und Firmen lauteten auf Mark Gold und US-Dollar. Eine Ausnahme bilden die Rentenmark-Schatzanweisungen des Sächsischen Finanzministeriums vom 13. Dezember 1923, von denen nur einige wenige Exemplare die Zeit im Münzkabinett Dresden überdauert haben. Belegt sind damit die Werte zu 20, 50 und 100 Rentenmark. Wahrscheinlich gab es auch 5- und 10-Rentenmark-Schatzanweisungen, die jedoch bis heute nicht nachgewiesen werden konnten.

Die Rentenmark-Schatzanweisungen des Freistaats Sachsen sind damit absolute Top-Raritäten aus dem Sammelgebiet des wertbeständigen Notgelds sowie des Papiergelds der deutschen Länder.


Sächsisches Finanzministerium: 50 Rentenmark vom 13. Dezember 1923 mit Perforation BEZAHLT, Vorderseite.

Sächsisches Finanzministerium: 50 Rentenmark vom 13. Dezember 1923 mit Perforation BEZAHLT, Rückseite.

Sächsisches Finanzministerium: 100 Rentenmark vom 13. Dezember 1923 mit Perforation BEZAHLT, Vorderseite.

Sächsisches Finanzministerium: 100 Rentenmark vom 13. Dezember 1923 mit Perforation BEZAHLT, Rückseite.

Aufgeführt sind die sächsischen Rentenmark-Schatzanweisungen in folgenden Katalogen:


Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948 unter SAX 66–68

Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 unter 1455.1–3


Die handschriftliche Nummerierung auf der Rückseite diente wahrscheinlich der Registrierung der Stücke im Münzkabinett, in das sie wohl 1929 gekommen waren.

Leider war es damals nicht unüblich, dass Bestands-Nummern auch direkt handschriftlich auf Geldscheinen und anderen Objekten aus Papier vermerkt wurden. Heute würde man das natürlich nicht mehr machen, weil dadurch der Sammlerwert eines Geldscheins beeinträchtigt wird. In diesem Falle sollte das aber aufgrund der Seltenheit kaum eine Rolle spielen.


Hans-Ludwig Grabowski

Abb. Münzkabinett Dresden

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