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  • Das Papiergeld von Tannu-Tuwa 1921 bis 1944

    Die erste Sowjet-Republik der Welt war die RSFSR (= Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik, ab 1936/37 Russische Sowjetische Föderative Sozialistische Republik). Andere Räte-Republiken nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, Ungarn oder in der Slowakei hatten keinen Bestand und wurden niedergeschlagen. Nicht so die tuwinische Räte-Republik. Das südsibirische Gebiet um die 1914 gegründete russische Stadt Belozarsk galt ab 1921 mit dem Staatsnamen Tannu-Tuwa später als zweite Sowjet-Republik. Das dünn besiedelte Gebiet, flächenmäßig etwa so groß wie das heutige Österreich, die Tschechische Republik und Luxemburg zusammen, war bis 1911 chinesisches Staatsgebiet. Mit dem Herauslösen der Äußeren Mongolei aus dem chinesischen Kaiserreich ging auch das tuwinische Gebiet für China verloren. Zaristische Truppen besetzten das buddhistisch geprägte Land und bildeten ein Protektorat. Die 1917 ausgerufene Republik scheiterte durch die Ereignisse während des russischen Bürgerkriegs. Erst am 14. August 1921 wurde die unabhängige Republik Tannu-Tuwa gegründet, die man 1926 in Tuwinische Volksrepublik umbenannte. Abb. 1: Staatsgebiet der Republik Tannu-Tuwa/Tuwanische Volksrepublik zwischen der RSFSR/UdSSR und der Mongolei; in 12.000 Jurten lebten 1921 etwa 60.000 Einwohner. Die Republik wurde erst nach der Sowjetisierung des Landes 1926 von der UdSSR anerkannt, das Turk-Volk benannte ihr Land nach dem Tannu-ola-Gebirge und dem eigenen Volksnamen. Anfangs verwendete man zaristische und sowjetische Rubel sowie chinesische Geldscheine. Am 1. September 1922 erfolgte die Einrichtung des Finanzministeriums, das eine erste provisorische Währung in Umlauf gab. Das waren die staatlichen Kreditscheine aus der Zarenzeit, die das erste Staatssiegel und die Unterschriften des Vorsitzenden des Ministerrats, des Finanzministers und dem stellv. Regierungsberater für Finanzen zeigen. Verwendet hatte man Holzklischees; die Druckfarbe war „schmutzig-grün“ – nicht blau, wie vielfach angegeben. Die Überdrucke wurden ab Ende 1922/Anfang 1923 als neue Währung ausgegeben und lauteten auf Lan. Wladimir B. Nasarow aus Blagoweschtschensk fand in einer Truhe in einem alten Haus nahe der mongolischen Grenze einen 3-Lan- und einen 10-Lan-Schein und beschrieb die Originale in der Fachzeitschrift „Antikwariate“. Die allermeisten heute vorkommenden Lan-Scheine gelten als Fälschungen – wie auch die auf den folgenden Abbildungen. Abb. 2: 1 Lan o. D., Provisorium – überdruckte Rückseiten russischer 1-Rubel-Kreditscheine von 1898 (1 Lan = 1 Rubel = 37 g Silber); auch Fälschungen sind bekannt (bspw. KN: НБ - 393). Abb. 3: 3 Lan o. D., Provisorium – überdruckte Rückseiten russischer 3-Rubel-Kreditscheine von 1905; auch Fälschungen sind bekannt (bspw. KN: ѢЛ 533565). Abb. 4: 5 Lan o. D., Provisorium – überdruckte Rückseiten russischer 5-Rubel-Kreditscheine von 1909; auch Fälschungen sind bekannt (bspw. KN: ЗЦ 870662). Abb. 5: 10 Lan o. D., Provisorium – überdruckte Vorderseiten russischer 10-Rubel-Kreditscheine von 1909; auch Fälschungen sind bekannt (bspw. KN der Vs.: СК 775473). Abb. 6: 25 Lan o. D., Provisorium – überdruckte Vorderseiten russischer 25-Rubel-Kreditscheine von 1909; das Siegel von Tuwa war ein Rechteck, das das buddhistische „Alha“ und eine alte mongolische Inschrift zeigt. Am 25. Juli 1925 wurde die Tuwinbank* in der Hauptstadt Kysyl (1918 bis 1926 hieß die Stadt Chem-Beldyr, zuvor Belozarsk) als Staatsbank der Volksrepublik gegründet. 1934 wurden Scheine einer zweiten Übergangswährung ausgegeben: überdruckte sowjetische Rubel- und Tscherwonez-Scheine. In einem Linienrahmen über einem kreisrunden Ornament stand im latinisierten Tuwinisch, dass die Scheine nur in der T.A.R. (Tuwa Arat Respublik = Tuwinische Volksrepublik) gelten. Auffallend sind die verwendeten Serienbuchstaben ТУ (für Tuwa). Insgesamt wurde Scheine über 1.742.600 Rubel umgetauscht. Der Austausch der überdruckten Zaren-Rubel sollte vom 10. Dezember 1933 bis 15. Januar 1934 erfolgen – tatsächlich dauerte er bis Juni 1934. Abb. 7: 1 Rublj Solotom, Vs., Provisorium – überdruckte Vorderseiten sowjetischer 1-Goldrubel-Schatzscheine von 1928. Abb. 8: 3 Rublja, Vs., Provisorium – überdruckte Vorderseiten sowjetischer 3-Rubel-Schatzscheine von 1925. Abb. 9: 5 Rublej, Vs., Provisorium – überdruckte Vorderseiten sowjetischer 5-Rubel-Schatzscheine von 1925, mit Aufdruck „ОБРАЗЕЦ“ (= Probe). Abb. 10: 1 Tscherwonez, Vs., Provisorium – überdruckte Vorderseiten sowjetischer 1-Tscherwonez-Banknoten von 1926, mit Aufdruck „ОБРАЗЕЦ“ (= Probe). Abb. 11: 2 Tscherwonza, Vs., Provisorium – überdruckte Vorderseiten sowjetischer 2-Tscherwonez-Banknoten von 1928, mit Aufdruck „ОБРАЗЕЦ“ (= Probe). Diese Überdruck-Scheine wurden durch die erste Banknoten-Serie von 1934 im Umtauschkurs 1:1 zum Sowjetrubel ersetzt. Die neue Währung lautete auf AKŞA, der 100 KƟPEJEK entsprach. Am 1. Januar 1936 wurde in der Republik eine Währungsreform durchgeführt. Gestempeltes sowjetisches Geld wurde durch neue Banknoten ersetzt. Die Serie umfasste 5 Werte zu 1, 3, 5, 10 und 25 Akşa. Die Scheine wurden bei Gosnak in Moskau gedruckt und hatten eine einheitliche Gestaltung der Vorder- und Rückseiten; sie unterschieden sich nur in den Hauptfarben und den Wertangaben. Der Umtausch erfolgte zum Wechselkurs: 1 Rubel = 1 Akşa im Gesamtwert von 2 Millionen Akşa. Die Scheine unterschieden sich im Text, in den Unterschriften und in der Kennzeichnung der Musterdrucke: 1934 mit Passus über den Goldwert, 3 Unterschriften und Überdruck schräg ОБРАЗЕЦ in Rot auf Vorder- und Rückseiten; 1935 ohne Passus, 1 Unterschrift und Perforation ОБРАЗЕЦ. bzw. XEBIR. Abb. 12: 1 Akşa 1934, Vs., Banknote der TAR, mit kyrillischem Aufdruck „ОБРАЗЕЦ“ (= Probe); rückseitig war der Aufdruck gespiegelt gedruckt. Abb. 13: 1 Akşa 1935, Vs., Banknote der TAR, gelaufener Schein, bei Heritage Auctions versteigert; ein 10-Akşa-Schein wurde 2022 ebenfalls bei Heritage Auctions versteigert – Schätzpreis 20.000 US-Dollars. Abb. 14: 1 Akşa 1935, Vs., Banknote der TAR, mit tuwinischem Aufdruck „XEBIR“ (= Probe). Abb. 15: 1 Akşa 1935, Vs., Banknote der TAR, mit kyrillischer Perforation „ОБРАЗЕЦ“ (= Probe). Eine Regierungskommission der TAR genehmigte dann am 11. August 1939 die Gestaltung einer neuen Banknotenserie. Erst am 1. März 1941 wurden Banknoten der Serie 1940 wiederum in den Nennwerten 1, 3, 5, 10 und 25 Akşa ausgegeben, die ebenfalls bei Gosnak gedruckt wurden. Der Umtausch der alten Banknoten war bis zum 1. September 1941 möglich. Die eingezogenen Scheine wurde am 5. Oktober 1941 amtlich vernichtet. Außenstehend waren 18.752 Akşa in folgenden Stückelungen: 4.822 Noten zu 1 Akşa, 1.560 Noten zu 3 Akşa, 1.217 Noten zu 5 Akşa, 224 Noten zu 10 Akşa und 37 Noten zu 25 Akşa. Der Oberste Khural von Tannu-Tuwa beantragte am 17. August 1944 die Eingliederung des Landes in die Sowjetunion. Am 11. Oktober 1944 wurde die TAR dann als Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Teil der RSFSR und am 1. Januar 1945 begann dort der Umlauf sowjetischer Banknoten. Bis zum 1. Mai 1945 konnten tuwinische Banknoten und Münzen der Serie 1940 in sowjetische Rubel zum Kurs von 1 Akşa = 3,50 Rubel umgetauscht werden. Danach war die tuwinische Währung Geschichte. Die tuwinischen Kopeken entsprachen den sowjetischen Kleinmünzen aus dieser Zeit. Schon am Morgen des 22. Junis 1941, dem Tag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, hatte die tuwinische Volksrepublik Deutschland den Krieg erklärt und seine gesamten Goldreserven in Höhe von mehr als 30 Millionen Rubel an das sowjetische Finanzministerium überwiesen. Abb. 16: 1 Akşa 1940, Vs., Banknote der TAR, gelaufener Schein, bei Heritage Auctions versteigert. Abb. 17: 5 Akşa 1940, Vs., Banknote der TAR, mit kyrillischem Perforation „ОБРАЗЕЦ“ (= Probe); alle Musterscheine haben den Sbst. AA. Abb. 18: 10 Akşa 1940, Vs., Banknote der TAR, Umlaufnote mit Serie A, Vorderseite. Abb. Donald Ludwig. Abb. 19: 10 Akşa 1940, Vs., Banknote der TAR, Umlaufnote mit Serie A, Rückseite. Abb. Donald Ludwig. Abb. 20: 25 Akşa 1940, Rs., Banknote der TAR. Michael H. Schöne Anmerkung: * Bis 1932 war die Tuwinbank nur in der Stadt Kysyl tätig. Anschließend wurden Filialen in regionalen Zentren eröffnet: 1932 – in Chadan und Shagonar, 1937 – in Samagaltai und Kyzyl-Mazhalyk, 1938 – in Saryg-Sepe, Bai-Khaak und Turan, 1941 – in Toja. Unter direkter Beteiligung der Tuwinbank entstand in der Republik der industrielle Goldbergbau und die Bank organisierte den Abbau zur Goldgewinnung. Quellen: Roman Nowoshejew: „Банкноты и монеты Тувы 1921-1944 гг.“, https://www.monetnik.ru http://cbr.ru http://fox-notes.ru https://gosarhivrt.ru https://nazaccent.ru https://ru.wikipedia.org https://timelessmoon.getarchive.net https://www.banknoteworld.org https://www.russian-money.ru

  • Lexikon: Mainz

    Mainz ist eine historisch rheinhessische Stadt an der Mündung des Mains in den Rhein, die am 21. Oktober 1792 von der französischen Rheinarmee unter General Adam-Philippe de Custine (1740-1793) besetzt wurde. Am 30 März 1793 wurde das Gebiet von Frankreich annektiert. Ab 14. April 1793 wurde die Festung Mainz von einem Koalitionsheer unter dem preußischen General Friedrich Adolf von Kalckreuth (1737-1818) belagert. Da sich die für Mainz bestimmte Kriegskasse in Landau befand, blieb sie für die französischen Besatzer unerreichbar und es herrschte Mangel an Zahlungsmitteln in der Stadt. Mainz, Festung: GK 732 / A590, 50 Livres vom Mai 1793, Vorder- und Rückseite. Weil die Mainzer Bevölkerung die französischen Assignaten nur zum halben Nennwert in Zahlung nahm, wurden diese bei der ersten Auflage des Belagerungsgelds auf deren Rückseiten handschriftlich mit dem doppelten Wert versehen (20 und 50 Livres auf 10 bzw. 25 Livres), mit Unterschriften versehen und durch einen Stempel "SIEGE | DE MAYENCE | MAI 1793 | DE LA REP. | FRANC." beglaubigt. Mainz, Festung: GK 735c / A599, 3 Livres vom Mai 1793, Serie A, Vorder- und Rückseite. Später wurden neu gedruckte Belagerungsscheine über 5 und 10 Sous (Sols) sowie 3 Livres in mehreren Auflagen ausgegeben. Am 23. Juli 1793 wurde die Stadt vom deutschen Koalitionsheer eingenommen und die französische Besatzung beendet. General Custine wurde nach seiner Rückkehr als Gegner der Jakobiner, die seit Juni 1793 in Frankreich herrschten, und wegen seiner Fehlschläge bei militärischen Eigenmächtigkeiten verurteilt und am 28. August 1793 auf der Guillotine hingerichtet. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Aus privaten Sammlungen: 200 Novih Dinara von Jugoslawien aus dem Jahr 1999

    Jugoslawien war ein Bundesstaat auf dem Balkan, der von 1918 bis 1992 existierte. Er entstand nach dem Ersten Weltkrieg unter dem Namen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen aus dem Zusammenschluss des Königreichs Serbien mit dem provisorischen Staat der Slowenen, Kroaten und Serben und war die erste Union südslawischer Völker als souveräner Staat nach Jahrhunderten der Fremdherrschaft über die Region unter dem Osmanischen Reich und der Habsburger-Monarchie. Die frühen Geldscheine Jugoslawiens sind zahlreich und würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Am 1. Januar 1990 wurde der Dinar zum zweiten Mal im Verhältnis 10.000:1 neu bewertet. Es wurden neue Gestaltungen für Banknoten bis zu einem Nennwert von 1000 Dinar eingeführt. 1991 erklärten Kroatien und Slowenien unabhängig voneinander ihre Unabhängigkeit von der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, gefolgt von Mazedonien im Laufe desselben Jahres. Bosnien und Herzegowina folgte 1992, sodass nur noch Serbien und Montenegro übrig blieben, um die Bundesrepublik Jugoslawien zu bilden. Es folgten mehrere Währungsreformen. Der Novi/Novih (neue) Dinar wurde am 24. Januar 1994 mit einem Kurs von etwa 13.000.000:1 eingeführt und war an die Deutsche Mark gekoppelt. Die höchste Stückelung des Novih Dinar war die 100er-Note, die 1996 ausgegeben wurde. Eine 200-Novih-Dinara-Banknote, die in diesem Beitrag vorgestellt wird, wurde vorbereitet, aber nie ausgegeben. Es folgte eine weitere Dinar-Serie, bevor die Nationalbank von Jugoslawien 2003 in die Nationalbank von Serbien umbenannt wurde. Objekttyp: Banknote (nicht ausgegeben) Sammlung: Sammlung Karl Köhler Authentizität: Original Land/Region/Ort: Jugoslawien Emittent: Narodna Banka Jugoslavije Nominal: 200 Novih Dinara Datierung: April 1999 Vorderseite: Links ist das Porträt des serbischen Komponisten und Musikpädagogen Stevan Stojanović Mokranjac (1856–1914) zu sehen. In der Mitte befinden sich das Staatswappen der Bundesrepublik Jugoslawien, Guilloche-Muster und die Wertzahl. Die Wertzahl 200 ist ebenfalls über dem Wasserzeichen aufgedruckt. Unten rechts findet sich eine Kontrollnummer. Der Text ist sowohl in kyrillischer als auch in lateinischer Schrift verfasst. Rückseite: Die Wertzahl 200 ist in der oberen linken und unteren rechten Ecke zu finden. In der oberen Mitte sind Notenlinien mit Noten zu sehen, in der Mitte ein Flügel. Der Text ist ebenfalls in kyrillischer und in lateinischer Schrift verfasst. Unterschriften: Vlatković (Guverner) Material: Papier mit Wasserzeichen (Rautenmuster) Druck: Unbekannt Format: 147 mm x 79 mm Nummerierung: AC 1691900 Zitate: Yugoslavia P152A (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B487 ( The Banknote Book : Yugoslavia, Owen W. Linzmayer) Donald Ludwig Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Leserpost: Bisher unbekannte Ausgabestelle von sächsischem Notgeld aus dem Jahr 1923

    Kürzlich habe ich eine neue Ausgabestelle von sächsischem Notgeld aus dem Jahr 1923 gefunden. Es handelt sich um Schecks der Mitteldeutschen Privat-Bank mit der "Zschopauer Wirkwarenfabrik G.m.b.H. Bruno Simon" als Aussteller. Das Format beträgt 240 x 120 mm, Das Papier hat kein Wasserzeichen. Herzliche Grüße, T. Neldner Antwort der Redaktion Hallo Herr Neldner, vielen Dank für die Meldung dieser Ausgabe. Die Katalogisierung des Notgelds der deutschen Hochinflation durch Dr. Arnold Keller im Jahr 1958 ist ja nun schon eine ganze Weile her. Bisher gibt es leider keine Neubearbeitung zu diesem wichtigen Teil der deutschen Geldgeschichte. Ein Nachdruck erschien erst wieder 2024 im Battenberg Verlag. Schon vor Jahren ging man davon aus, dass ca. ein Viertel sämtlicher Notgeldausgaben ab Juli 1923 bis zum Ende der Hochinflation im "Keller-Katalog" fehlt. Etliche davon konnten in den vergangenen Jahrzehnten in "Der Geldscheinsammler" und auch hier im Geldschein-Blog vorgestellt werden. Jede Meldung aus Kreisen von Sammlern und Händlern trägt mit zur Vervollständigung dieses Kapitels der deutschen Inflation bei. Seit Keller sind Dank des Engagements fleißiger Autoren eine ganze Reihe von Regional-Katalogen erschienen. Alle kann ich an dieser Stelle natürlich nicht aufzählen. Für Sachsen, wo aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und Industrialisierung sehr viel Notgeld ausgegeben wurde, verfasst Hans Meyer 1977 seinen Katalog "Das Papiergeld des Königreichs Sachsen 1914-1924" als Band 32 der Schriftenreihe "Die Münze". In diesem Katalog werden nur Haupttypen aufgeführt, auf Varianten wird aber kaum eingegangen. Bei Zschopau wird die von Ihnen belegte Ausgabestelle nicht aufgeführt. Meyer, Ausgabestellen bei Zschopau: Stadt bzw. Stadtbank Stadtgirokasse Gewerbebank Zschopau e.G.m.b.H. Zschopauer Baumwollspinnerei AG Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen Die umfassendste Bearbeitung des sächsichen Papiergeld stammt von Mathias Bühn: der 2021 erschienene Katalog " Das Papiergeld von Sachsen 1772 – 1949 " in vier Bänden. Der Autor arbeitete Jahrzehnte an diesem Katalog und nahm alle ihm bekannten und nachgewiesenen Ausgaben und Varianten auf, was zu einem Katalogumfang von mehr als 2.250 Seiten führte. Bühn, Ausgabestellen bei Zschopau: Stadt / Stadtbank Stadtgirokasse Gewerbebank Zschopau e.G.m.b.H. Konsum-Verein, Spar- und Produktivgenossenschaft für Zschopau und Umg. e.G.m.b.H. Max Teichmann & Co. Aktiengesellschaft Zschopauer Baumwollspinnerei AG Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen Bei Bühn finden wir also zwei zusätzliche Ausgabestellen, die Verrechnungsschecks der Mitteldeutschen Privat-Bank Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Zschopau mit der Zschopauer Wirkwaren G.m.b.H. Bruno Simon als Herausgeber sind aber eine echte Neuentdeckung. Herzlichen Glückwunsch! Beide gezeigten Notgeldschecks lauten über 3 Millionen Mark. Ausgestellt wurden sie am 17. bzw. 18. August 1923. Auf den Rückseiten gibt es jeweils eine umfangreiche Auflistung von Einlösungsstellen. Ich werde Herrn Bühn einen Link zu diesem Beitrag schicken, damit er sich die neue Ausgabestelle mit ihren Schecks notieren kann. Nochmals herzlichen Dank, viel Spaß beim Sammeln und Entdecken und beste Grüße Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

  • Bolivien: Serie B

    Die Zentralbank von Bolivien (BCB) bezeichnet ihre neue Serie „B“ als „Verschmelzung von Design, Sicherheit und Vertrauen“. Nachdem im Juni 2025 die ersten beiden Banknoten der Serie B im Wert zu 100 und 200 Bolivianos eingeführt worden waren, wurde die Serie kürzlich mit der Einführung von 10-, 20- und 50-Bolivianos-Scheinen vervollständigt. Die zweite Gruppe modernisierter Banknoten der Serie B wurde am 15. Oktober 2025 in Umlauf gebracht. Die ästhetische Gestaltung sowie die dynamischen Sicherheitsmerkmale der Banknoten der Serie B sprechen die Sinne an und ermöglichen es den Bürgern, die Echtheit durch Berührung, Sehen und Bewegung zu überprüfen. Dank ihrer schmutzabweisenden Beschichtung sind die Baumwollbanknoten zudem besonders strapazierfähig. Das Design der Serie B kommt den Verbrauchern bekannt vor, da die abgebildeten kulturellen Symbole und nationalen Motive denen der Banknoten der Serie A entsprechen. Die Serie B zeichnet sich jedoch durch eine höhere Druckqualität und lebendigere Farben aus. Diese Verbesserungen sind bei den neuesten Banknoten, die unten abgebildet sind, deutlich zu erkennen. 10 Bolivianos der Serie B (Vorderseite und Rückseite). 20 Bolivianos der Serie B (Vorderseite und Rückseite). 50 Bolivianos der Serie B (Vorderseite und Rückseite). 100 Bolivianos der Serie B (Vorderseite und Rückseite). 200 Bolivianos der Serie B (Vorderseite und Rückseite). Die Serie B weist mehrere Verbesserungen in Bezug auf Design, Sicherheit und Funktionalität auf. Dazu gehören: Unsichtbare Infrarot-Technologie (Detect®) und magnetische Druckfarben, die beide die Sicherheit erhöhen und eine verbesserte maschinelle Lesbarkeit der Banknoten ermöglichen. Dreifarbige fluoreszierende Fasern, die unter UV-Licht leuchtend erscheinen. Verbesserte UV-Grafiken auf der Rückseite. Die Banknoten der Serie B verfügen außerdem über RAPID® Vision, einen visuell interaktiven 3D-Mikrooptik-Sicherheitsfaden mit Farbwechsel, der bei Neigung der Banknote animiert wird. Die in der Serie A integrierte SPARK Live®-Merkmal wurde aufgrund der Sicherheit, der optischen Attraktivität und der Langlebigkeit der Technologie auch in der Serie B beibehalten. Taktile Details an wichtigen Stellen helfen Verbrauchern (mit und ohne Sehbehinderung), den Nennwert jeder Banknote durch Berühren zu erkennen. Bei allen Scheinen der Serie B sind die erhabenen Tiefdruckbereiche auf beiden Seiten größer und umfassen Elemente, die in der vorherigen Serie noch im Offsetdruck ausgeführt wurden. Donald Ludwig

  • Sudan: Neue Banknoten im Umlauf

    Am 6. November 2025 gab die Zentralbank des Sudan (CBoS) die Ausgabe einer neuen 2000-Pfund-Banknote – einer völlig neuen Stückelung – sowie die einer neuen 500-Pfund-Note bekannt. Beide sind auf Juni 2025 datiert. Die CBoS erklärte, dass die Entscheidung zur Ausgabe der neuen Banknoten im Einklang mit den Bestimmungen des Gesetzes über die Zentralbank des Sudan von 2002 und dessen späteren Änderungen steht und dass dieser Schritt im Rahmen des Schutzes der Landeswährung, der Stabilisierung ihres Wechselkurses und der Förderung der wirtschaftlichen Stabilität erfolgt. Der Präsidentenpalast in Khartum. Der Zusammenfluss des Blauen Nils (links) und des breiteren Weißen Nils (rechts). Auf der Vorderseite der 500-Pfund-Note ist der unter britischer Herrschaft ab Ende 1898 erbaute ehemalige Gouverneurspalast und heutige Präsidentenpalast in Khartum, der Hauptstadt des Sudan, zu sehen, der seit Ausbruch des Bürgerkriegs im April 2023 von Paramilitärs besetzt und erst im März 2025 von den Sudanesischen Streitkräften zurückerobert werden konnte. Er hat historische und kulturelle Bedeutung für den Sudan und ist nicht zuletzt auch ein politisches Symbol des Landes. Die Rückseite zeigt den Blauen Nil (links) und den breiteren Weißen Nil (rechts), die in Khartum zusammenfließen und den Nil bilden, den längsten Fluss der Welt. Die aktualisierte 500-Pfund-Banknote misst 156 × 66 mm und ist in Blau- und Brauntönen gehalten. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehören ein Sekretärvogel-Wasserzeichen mit dem Nennwert, ein gefensterter Sicherheitsfaden mit geometrischem Muster und den Buchstaben CBOS, Intaglio-Druck und versteckte Images. Taktile Markierungen für Sehbehinderte befinden sich an den Rändern der Vorderseite. Die Vorderseite der neuen 2000-Pfund-Note zeigt typische Vertreter der sudanesischen Fauna, darunter Rinder, die das landwirtschaftliche Erbe des Landes hervorheben. Die Rückseite zeigt den römischen Kiosk in Naqa oder Naga'a, einer zerstörten antiken Stadt des kuschitischen Königreichs Meroë im heutigen Sudan. Die antike Stadt liegt etwa 170 km nordöstlich von Khartum. Der römische Kiosk ist ein kleiner Tempel in der Nähe des Haupttempelgebäudes, der starke griechisch-römisch-hellenistische Elemente aufweist. Der Eingang zum Kiosk ist ägyptisch und wird von einem Sturz mit einer Reihe heiliger Uräen (Kobras) gekrönt, aber die Seiten bestehen aus Säulen mit verzierten korinthischen Kapitellen und Bogenfenstern im römischen Stil. Die Banknote misst 160 × 72 mm und ist in Grün- und Gelbtönen gehalten. Die Sicherheitsmerkmale ähneln denen der 500-Pfund-Note, jedoch mit einem breiteren gefensterten Sicherheitsfaden und einem farbwechselnden Element in Form eines fliegenden Vogels. An den Rändern der Vorderseite befinden sich ebenfalls taktile Markierungen für Sehbehinderte. Die folgenden Abbildungen der Sicherheitsmerkmale, wie sie von der CBoS freigegeben wurden, zeigen beide Seiten der neuen Banknoten: Donald Ludwig

  • Zur Geldgeschichte Singapurs

    Clement Liew und Peter Wilson - A History of Money in Singapore Clement Liew / Peter Wilson: A History of Money in Singapore Talisman Publishing Singapur 2021. Hardcover, 422 Seiten, 24,5 x 18 cm, durchgehend farbig. In englischer Sprache. ISBN 978-981-18-2129-5 Kosten ca. 35 EUR plus Porto, zu bestellen z.B. über Amazon. Zum 50jährigen Jubiläum der Monetary Authority of Singapur (MAS), der Zentralbank Singapurs, hat diese sich 2021 ein Geschenk gemacht und die Geldgeschichte Singapurs durch den Historiker Clement Lew und den Wirtschaftsexperten Peter Wilson umfangreich aufarbeiten lassen. Herausgekommen ist ein sehr hochwertig gemachtes, gut recherchiertes, reich bebildertes, flüssig lesbares Buch, mit dem man auf Entdeckungsreise gehen kann durch die Geld- und Währungsgeschichte des Landes. Wer mit europäischem Blick auf eine Weltkarte schaut, für den liegt Europa im Zentrum. Ein asiatischer Blick auf die Weltkarte verschiebt Europa an den linken oberen Rand. Ebenso verhält es sich mit einem Blick auf die Geld- und Währungsgeschichte: Kennen sich viele Numismatiker in Europa mit Gulden, Talern und Francs als den Leitwährungen ihrer Zeit in Europa bestens aus, schauen Sammler ostasiatischer Numismatik auf Duit, Rupien und Tradedollars, die den Zahlungsverkehr in Ostasien lange Zeit bestimmten. Singapur ist seit seiner Gründung als Hafen ein Umschlagplatz des Handels in Ostasien gewesen, was auch den Geldumlauf dort bestimmt hat. Die Autoren beschreiben die Vielzahl von Zahlungsmitteln, die im Laufe der Jahrhunderte in Singapur verwendet wurden, sowohl im Fernhandel als auch im täglichen Zahlungsverkehr auf den Basaren und in den Läden der Stadt. Kaufleute in Singapur haben in den ersten Jahrzehnten der britischen Kolonialisierung gegen viele von der East India Company und später von der britischen Kolonialverwaltung geplante Währungsmaßnahmen Widerstand geleistet, und sich durchgesetzt. Singapur hat nie die Indische Rupie als Zahlungsmittel eingeführt, obwohl die britische Kolonialverwaltung das mehrfach versuchte. Vielmehr entstand aus den silbernen Tradedollars geprägt in Mexiko, dann auch in Hongkong und den USA zunächst der Strait-Dollar als gemeinsame Währung der britischen Kolonien in Ostasien, dann der Dollar von Malaya und Britisch Nord-Borneo, den Singapur zusammen mit Malaysia, Nord-Borneo und Brunei nutze. Dieser war in einem festen Kurs an das Britische Pfund gebunden. Das Streben nach Selbstvertretung gipfelte 1959 in der internen Selbstverwaltung, 1963 in der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft als Teil der Föderation Malaysia und 1965 im Status einer unabhängigen Republik, die 1967 den Singapur-Dollar als Währung einführte und erstmals eigene Münzen und Banknoten ausgab. Bevor es erstmals 1897 in Singapur zur Ausgabe von Papiergeld durch eine von der Kolonialverwaltung eingesetzte Währungskommission kam, hatten private Banken diese Aufgabe übernommen. Das System der Emission von Papiergeld durch eine Währungskommission (Currency Commission), die die Ausgabemengen nicht nach politischen Vorgaben, sondern allein entsprechend den vorhandenen Reserven an Gold, Silber und fremden Zahlungsmitteln steuerte, und das Singapur erst 2002 endgültige abschaffte, sorgte für eine über Jahrzehnte stabile Währung. Es förderte, zusammen mit geringen Zöllen und einer Migration von arbeitssuchenden Menschen aus der Region die Entwicklung Singapurs zunächst als führender Hafen, später als führender Finanzplatz in Ostasien. Die Autoren erläutern die Geld- und währungspolitischen Entwicklungen anschaulich und mit vielen Beispielen, und geben so einen Einblick in das Geld- und Währungsgeschehen, das sich immer wieder veränderte und auch von großen Krisen nicht verschont blieb, beispielsweise während der Zeit der japanischen Besatzung von 1942 bis 1945, die in einer Inflation mit von den japanischen Truppen auf mobilen Druckerpressen vor Ort gedrucktem Papiergeld endete. Man erfährt, wann welche Zahlungsmittel in Umlauf gesetzt wurden, wo sie hergestellt wurden, wie lange sie zirkulierten, und welche Kaufkraft sie zu ihrer Zeit hatten. Zahlreiche Fotos, Zeitungsausschnitte, sowie Abbildungen von Münzen und Banknoten erfreuen den Sammler. Wer sich für Geld- und Währungsgeschichte interessiert, hat an diesem Buch große Freude. Sammler ostasiatischen Münzen und Banknoten sollten es sich in jedem Fall zulegen. Der vertretbare Preis erleichtert die Kaufentscheidung.    Dr. Sven Gerhard

  • Zwischen den Fronten. Papiernotgeld 1945 in Deutschland.

    Michael H. Schöne - Zwischen den Fronten. Papiernotgeld 1945 in Deutschland Von Michael H. Schöne. Nachdruck mit Ergänzungen und Korrekturen. Pirna 2025. Eigenverlag des Autors. Softcover, Spiralbindung. 80 + XI Seiten, 29,7 x 21,5 cm, durchgehend farbig. Ohne ISBN Preis 24 EUR plus Porto, zu bestellen beim Autor: michael@schoene-pirna.de Die deutschen Notgeldausgaben der Jahre 1914 bis 1923 sind bis heute Gegenstand intensiver Forschungen und umfassend katalogisiert. Vielen Sammlern kaum bekannt dürften dagegen die Notgeldausgaben auf dem Gebiet des Deutschen Reichs im April 1945 sein. Der Katalog von Michael H. Schöne aus dem Jahr 2015, der jetzt als ergänzter Nachdruck neu erschienen ist, bringt Licht in dieses besondere Sammelgebiet. Er knüpft an den 1979 im Battenberg-Verlag München erschienenen Katalog von Albert Pick und Carl Siemsen über das Notgeld des II. Weltkriegs sowie seinen eigenen, im Gietl Verlag 1994 erschienenen, Katalog "Das Papiergeld im besetzten Deutschland 1945 bis 1949" an, die beide heute vergriffen sind. Bereits vor Kriegsbeginn im August 1939 sahen die verantwortlichen Stellen voraus, dass es zu einer Situation kommen könnte, wonach ein Teil des Reichsgebiets von deutschen Truppen geräumt und von der Bargeldversorgung durch die Reichsbank abgeschnitten werden könnte. Grundsätzliche Überlegungen für die Ausgabe von kommunalem Notgeld wurden für diesen Fall angestellt. Im Herbst 1944 wurde die Situation dann akut: In einem geheimen Rundschreiben vom 14. September 1944 stellte die Deutsche Reichsbank erstmals Richtlinien für die Ausgabe von Notgeld für den Fall auf, dass deutsche Gebiete von deutschen Truppen und der deutschen Verwaltung geräumt würden, und dadurch der Bedarf an Bargeld nicht mehr befriedigt werden könnte. Während Pick/Siemsen 1979 nur 21 Ausgabestellen von Notgeld mit Ausgabejahr 1945 katalogisierten, belegt der ergänzte Katalog von Schöne nunmehr 40 Ausgabeorte. Teilweise waren Notgeldausgaben nur geplant und wurden vor dem Einmarsch alliierter Truppen nicht mehr realisiert, in anderen Orten waren Scheine bereits entworfen oder schon fertig gedruckt und wurden nicht mehr ausgegeben. Einige Ausgaben waren nur wenige Tage im Verkehr, bevor ihr Umlauf von den Alliierten verboten wurde. Am längsten liefen wohl die Scheine zu 20 Reichsmark der Sächsischen Staatsbank vom 26. April 1945 um, die bis zur Währungsreform in der SBZ im Juni 1948 im Zahlungsverkehr zu finden waren. Die Katalogisierung erfolgte alphabetisch nach Ausgabeorten. Zur Ausgabe von Notgeldscheinen kam es im April 1945 schwerpunktmäßig in Nord- und Nordwestdeutschland, in Württemberg sowie in Sachsen. Alle bekannten Scheine sind farbig mit Vorder- und Rückseite abgebildet. Der Sammler erhält umfassende Informationen zu Varianten und Auflagezahlen. Soweit bekannt, wurden auch Ausgabe- und Umtauschzahlen veröffentlicht, um eine Einschätzung der Seltenheit zu ermöglichen. Auch Bewertungen der Scheine für die Erhaltungsstufen I und II werden angegeben, soweit Ausgaben realisiert wurden. Wertvoll an dem Katalog von Schöne ist nicht allein die Katalogisierung der bekannten Ausgaben. Bemerkenswert und aus historischer Sicht nicht hoch genug einzuschätzen sind die dazu gelieferten detaillierten Informationen hinsichtlich Druckerei, Auflage- und Umlaufzahlen, soweit sie sich haben ermitteln lassen. Die Recherchen des Autors gehen insofern zurück bis auf Anfang der 1980er-Jahre. Jahrzehnte an Archiv- und Korrespondenzarbeit sind in dieses Werk geflossen. Teilweise konnte auf bekannte Sammlungen sowie auf Berichte von Augenzeugen zurückgegriffen werden, die heute längst verstorben sind. Ohne die Aufzeichnungen von Schöne wäre dieses Wissen verloren gegangen. Angereichert wird das Werk durch zahlreiche Originaldokumente sowie Karten zum Frontverlauf im Frühjahr 1945 in Westeuropa, um die Dynamik der historischen Ereignisse nachvollziehen zu können. Es gilt für dieses wie für alle von Michael H. Schöne herausgegeben Werke: Der Autor legt ein fundiertes und bestens recherchiertes Kompendium vor, dass die Notgeldausgaben in ihren historischen Kontext einordnet und vielfältige Hintergrundinformationen zu den einzelnen Scheinen liefert. Oft lesen sich die gut geschriebenen Recherche-Ergebnisse wie ein Kriminalroman. Wer sich für deutsche Geldgeschichte interessierte, für den ist der Katalog Pflichtlektüre. Heimatsammler werden darin interessante Informationen finden. Als Referenzwerk für die Notausgaben von 1945 ist er unentbehrlich. Es gilt: Kaufen, bevor auch die Neuauflage vergriffen ist. Dr. Sven Gerhard

  • Aus privaten Sammlungen: Ministerrats-Muster der Staatsbank der DDR zu 100 Mark von 1975

    Bereits 1967 wurde per Gesetz aus der Deutschen Notenbank die Staatsbank der DDR und die offizielle Währungsbezeichnung lautete nun nicht mehr Deutsche Mark (DM) oder Mark der Deutschen Notenbank (MDN) sondern „Mark der Deutschen Demokratischen Republik“ (M). Neue Staatsbanknoten sollten aber erst schrittweise von 1973 bis 1979 in den Umlauf kommen. Die Gestaltung der letzten DDR-Banknoten ist typischer Ausdruck des sozialistisch geprägten Selbstverständnisses der DDR, die zwischenzeitlich von über 100 Ländern staatlich anerkannt und Mitglied der UNO war. Von allen Werten wurden verschiedene Musterscheine gefertigt, darunter auch solche zur Vorlage beim damaligen Ministerrat der DDR. Sie erkennt man an einer niedrigen laufenden Kontrollnummer innerhalb der ersten Serie AA und einer 8 mm hohen MUSTER- oder 12 mm hohen SPECIMEN-Perforation. Objekttyp: Banknote, Staatsbanknote, Muster Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Besler (Grabowski) Authentizität: Original-Muster Land/Region/Ort: Deutsche Demokratische Republik, Berlin-Ost Emittent: Staatsbank der DDR Nominal: 100 Mark Datierung: 1975 Umlauf: 2. Oktober 1978 bis 30. Juni 1990. Vorderseite: Links: Staatswappen der DDR, Rechts: Porträt von Karl Marx. Rückseite: Links: Staatswappen der DDR, Rechts: Straßenszene mit Blick vorbei am Zeughaus links auf den Palast der Republik mit Turm des Roten Rathauses im Hintergrund und den Fernsehturm in Ostberlin. Material: Papier mit Kopfwasserzeichen Porträt von Karl Marx und Perforation "MUSTER". Format: 144 mm x 61 mm Nummerierung: AA 0000398 (Erste Auflage: Typensatz) Druck: VEB Wertpapierdruckerei der DDR, Leipzig. Zitate: DDR-25 M2 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) 363 M2 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) 31 s (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III-Modern Issues) B305 as2 (Linzmayer: The Banknote Book: German Democratic Republic) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Zum Verlags-Shop

  • Teutoburger Münzauktion: Vorschau auf die Weihnachts-Auktion 170 vom 5. bis 10. Dezember 2025

    Die Weihnachtsauktion in der Lebkuchenstadt Borgholzhausen findet am 5. und 6. Dezember sowie vom 8. bis 10. Dezember 2025 statt. Sie beginnt dieses Mal an einem Freitag mit dem Sonderkatalog Banknoten und Briefmarken. Bei den Banknoten kommt u.a. der erste Teil eines großen Händlernachlasses zur Versteigerung, bei den Briefmarken sind viele große Nachlässe aus Sammlerbeständen im Angebot. Der diesmal zweite Teil der Auktion, versteigert am Nikolaustag, ist der Goldbereich mit Münzen, Medaillen, Uhren und Schmuck. Der dritte Teil der Auktion, dieses Mal der Hauptteil, beginnt erst am Montag, 8. Dezember mit China & Südostasien, antiken Münzen, Münzen aus aller Welt (vor allem Polen, Russland, Tschechoslowakei, USA). Zum Schluss kommen die angrenzenden Sammelgebiete, allen voran Orden und Militaria (hier eine Auswahl an Blankwaffen), aber auch andere Kleinantiquitäten. Nr. 1 - 679 Banknoten: Versteigerung am Freitag, 05.12.2025 ab 9 Uhr! Hier geht es direkt zum Banknotenteil der Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/12313/seite/1/?lot_range=1-679 Vorschau auf eine kleine Auswahl zum Banknotenteil: Los 194 Banknoten, Altdeutschland, Hannover, Königreich: Grabowski/Kranz 119, Pick S235 Cassenschein, 1 Thaler 7.12.1846. Magistrat der königlichen Residenzstadt 1846. III Ausruf: 1.000 EUR Los 204 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 7, Grabowski DEU-49 20 Mark 10.1.1882. Serie G. II, leichter Mittelknick, selten Ausruf: 5.000 EUR Los 216 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945 : Rosenberg 83, Grabowski DEU-94 10 Tsd. Mark 3.2.1923. Serie S, FZ: E. Mit rotem Aufdruck „MUSTER“. I Ausruf: 2.000 EUR Los 236 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 136, Grabowski DEU-169 50 Billionen Mark 10.2.1924. Serie A. I- / II+ Ausruf: 3.000 EUR Los 241 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 158b M, Grabowski DEU-203b M 50 Rentenmark 1.11.1923. Firmendruck, FZ: WB-K. Mit Perforation „Druckprobe“. II+, leichter Mittelknick, sehr selten Ausruf: 4.000 EUR Los 242 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 159, Grabowski DEU-204 100 Rentenmark 1.11.1923. Serie A. I / I-, äußerst selten in dieser Erhaltung Ausruf: 3.000 EUR Los 243 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 161, Grabowski DEU-206 1000 Rentenmark 1.11.1923. Serie A. I-, äußerst selten in dieser Erhaltung Ausruf: 5.000 EUR Los 244 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945: Rosenberg 163, Grabowski DEU-208 10 Rentenmark 3.7.1925. Serie F. I, sehr selten in dieser Erhaltung Ausruf: 2.000 EUR Los 306 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Westliche Besatzungszonen und BRD, ab 1948 : Rosenberg 244, Grabowski WBZ-8 100 Deutsche Mark (roter Hunderter), Serie 1948. Kenn-Bst./Serie L/A. II+, selten Ausruf: 2.000 EUR Hier geht es direkt zum Banknotenteil der Auktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/12313/seite/1/?lot_range=1-679 Teutoburger Münzauktion GmbH Brinkstraße 9 33829 Borgholzhausen Webseite: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de Telefon: 05425/930050

  • Leserpost: Moderne Serienscheine aus Thüringen?

    Vor einigen Jahren konnte ich drei Notgeldscheine der Stadt Weißensee in Thüringen von 1921 kaufen, die so nicht in ihrem Katalog der deutschen Serienscheine zu finden sind. Es handelt sich um Werte zu 1, 5 und 10 Mark von 1921 auf Karton. Handelt es sich evtl. um Probedrucke oder Muster, die nicht ausgegeben wurden? Könnten Sie mir bitte mitteilen, um was es sich dabei genau handelt und ob die Scheine einen höheren Sammlerwert haben als die normalen Serienscheine der Stadt? Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe. H. Weiss Antwort der Redaktion: Ich selbst konnte vor ca. zehn bis 15 Jahren diese drei Scheine für meine Sammlung erwerben. Natürlich stellte sich damals auch mir die Frage, was es damit auf sich hat, zumal es sich um meine Heimatstadt handelt, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Nach einer Rückfrage beim Stadtarchiv war klar, dass es hier keine Belege dazu gab und man von einem Nachdruck zum Stadtjubiläum in den 1960er Jahren ausging. Henning Huschka führt deshalb die Scheine in seinem Katalog "Ersatzgeld und geldähnliche Belege in der DDR" unter GS 310 auf und schreibt: Gutscheine während der Feiern zu 700 Jahre Stadtrecht – Nachdruck des Notgeldscheines zu 1 M von 1921, sowie Änderung der Druckplatten bei den Scheinen zu 5 und 10 M. Die Scheine konnten für MDN [Mark der Deutschen Notenbank] umgetauscht werden und dienten als Bezahlungsmittel für Buden und Kioske während der Feierlichkeiten. Nicht eingelöste Scheine verblieben als Andenken beim Käufer. Bei der Verleihung des Stadtrechts ging man früher auf das Jahr 2012 zurück (1962 fand also eine 750-Jahr-Feier statt!), heute aber auf das Jahr 1265, was die Abweichung bei den Angaben zu den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum ausmacht. Es gibt deswegen auch Angaben zu einer 700-Jahr-Feier 1965, die aber so nicht stattgefunden hat. Die sehr schönen Serienscheine der Stadt Weißensee wurden vom Erfurter Grafiker und Maler Alfred Hanf (1890-1974) gestaltet, der auch Notgeld für Erfurt und weitere Städte entworfen hat. Stadt Weißensee in Thüringen: Serienschein zu 1 Mark vom 1. August 1921, Original, Vorderseite mit der heiligen Elisabeth von Thüringen und dem sog. "Rosenwunder" und Rückseite mit der Wartburg oben und deren Schwesterburg, der Runneburg in Weißensee, unten. Spätestens seit der sehr lesenswerten Veröffentlichung "Erfurter Geld- und Medaillengeschichte, Band III – Alfred Hanf: 100 Jahre künstlerisches Notgeld für Erfurt, Gebesee, Sömmerda und Weißensee – Entwürfe, Proben und Geschichte(n)" von Hans-Peter Brachma ń ski und Ringo Staudt aus dem Jahr 2021 ist klar, dass es sich um Nachdrucke handelt, die vom ehemaligen Runneburgverein der Stadt zur 825-Jahr-Feier der Runneburg im Jahr 1993 ausgegeben worden sind. Die auf festem Karton ausgeführten und von ihrer Gestaltung ausschließlich am 1-Mark-Schein von 1921 orientierten Nachdrucke waren 1993 während eines Burgfestes gültig, das zu diesem Jubiläum veranstaltet wurde. Druckplatten wurden hierfür jedoch mit Sicherheit nicht geändert, da die Bearbeitung der Vorlage auch schon in den 1990er Jahren digital möglich war. Auch für den Druck selbst benötigte man zu dieser Zeit schon keine Druckplatten mehr. Im Juni diesen Jahres besuchte ich meine alte Heimatstadt und sowohl im Stadtarchiv als auch durch Sammler des ehemaligen Vereins der Briefmarken- und Münzfreunde von Weißensee, die sich immer noch regelmäßig treffen, wurde die Verwendung zum Burgfest 1993 bestätigt. Es gibt wohl keine Bestände dieser Nachdrucke mehr, der Runneburgverein hat sich leider 2010 aufgelöst. Es gibt auf der Burg seither kein Museum mehr (abgesehen von ehrenamtlichen Führungen an Wochenenden), auch Gastronomie, Burgfeste, Mittelalterfeste und das beliebte Steinschleuderschießen mit dem Nachbau einer mittelalterlichen Blide wurden leider eingestellt. Von den Nachdrucken dürften aber noch einige Stück als Souvenir aufbewahrt worden sein. Sie sind auf alle Fälle deutlich seltener als die Original-Serienscheine von 1921 und verdienen es, in Regional- oder Notgeldsammlungen aufbewahrt zu werden. Nach Rücksprache mit Herrn Thomas Stolle vom ehemaligen Runneburgverein, wurden die Nachdrucke definitiv zum Burgfest 1993 angefertigt. Der Originalschein zu 1 Mark von 1921 wurde dazu als Vorlage genutzt und vom Grafiker und Zeichner Fleischmann aus Sömmerda abgeändert. Es handelte sich um eine größere Auflage, da zum Burgfest etwa 10.000 Besucher kamen. Zur 750-Jahr-Feier 1962 (2012-1962) gab es lediglich runde Plastikmünzen. Weißensee/Thür., 1 Runneburg-Taler (Plastik, Durchmesser ca. 57 mm), ausgegeben zur 750-Jahr-Feier der Stadt 1962, Vorderseite mit Wertangabe im Lorbeerkranz, Rückseite mit Runneburg. Titel des Festheftes mit Programm zum Stadtfest "750 Jahre Stadt Weissensee Thüringen 1212 – 1962" für die Festwoche vom 30. Juni bis 8. Juli 1962. Vielen Dank an Manuela Pilz, Weißensee/Thür. für die Bereitstellung der Vorlage für diese Abbildung. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Abbildungen Geldscheine: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte Plastikmünze: Thomas Stolle Literaturempfehlungen Hans-Ludwig Grabowski | Manfred Mehl Deutsches Notgeld, Band 1 und 2: Deutsche Serienscheine 1918 – 1922 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-518-3 Auflage: 3. völlig überarbeitete und neu bewertete Auflage 2009 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 960 Preis: 45,00 Euro Mehr lesen Hans-Peter Brachma ń ski / Ringo Staudt: Erfurter Geld- und Medaillengeschichte, Band III Alfred Hanf – 100 Jahre künstlerisches Notgeld für Erfurt, Gebesee, Sömmerda und Weißensee, Entwürfe, Proben und Geschichte(n) 100 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format 21 cm x 29,7 cm, Harteinband, Erfurt, 2021 Preis: 19,90 Euro ISBN: ohne Mehr lesen

  • Die aktuellen 2025er Banknoten von Belize – Ein genauerer Blick

    Die aktuelle Banknotenserie von Belize wurde am 4. August 2025 herausgegeben und umfasst sechs Werte. Seit Ende 1952 war Königin Elisabeth II. auf den Banknoten von Belize (früher Britisch-Honduras) abgebildet. Anstatt ihr Bildnis durch das ihres Sohnes, König Charles III., zu ersetzen, beschloss das Land, seine Nationalhelden Philip Goldson und George Cadle Price auf der neuen Serie zu ehren. Die neue Serie wurde ausführlich HIER in unserem Blog vorgestellt. Die neue Dollarserie der Central Bank of Belize verfügt über die neuesten Innovationen im Bereich Sicherheitsfäden mit einem PUREIMAGE™-Hologrammfaden auf den 2- und 5-Dollars-Scheinen und einem IGNITE®-Sicherheitsfaden sowie einem Hologrammstreifen auf den 10-, 20-, 50- und 100-Dollars-Scheinen. Unter UV-Licht erscheinen auf allen Werten verbesserte GEMINI®-Muster. Diese Sicherheitsmerkmale statten die neue Banknotenserie mit der modernsten Technologie zur Fälschungssicherheit aus. Detaillierte Beschreibungen aller Abbildungen und Merkmale auf der Vorder- und Rückseite jedes Nennwertes finden Sie im obigen Artikel. Genießen Sie die folgenden Abbildungen: 2 Dollars: 5 Dollars: 10 Dollars: 20 Dollars: 50 Dollars: 100 Dollars: Die holografischen Sicherheitsfäden PUREIMAGE™ (auf den 2- und 5-Dollars-Banknoten), die holografischen Streifen (auf den 10-, 20-, 50- und 100-Dollars-Banknoten) und die Wasserzeichen (Philip Goldson oder George Cadle Price) aller Stückelungen sehen Sie in den folgenden Detailabbildungen: Donald Ludwig

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