Diese Website durchsuchen
3677 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Ergebnisse der 156. bis 158. Teutoburger Auktionen vom 19. bis 25.5.2023 – Nachverkauf läuft
Hier finden Sie alle Ergebnisse zu den Auktionen sowie Informationen zum Nachverkauf. Weiterführende Informationen: www.teutoburger-muenzauktion.de Einige Highlights: Los 218: 50 Mark Schatzschein 12.08.1914, Adler im Unterdruck rotbraun. PMG-Grading 64 Coice Uncirculated EPQ. Zuschlag: 1.450 Euro Los 261: 10 Mark Kassenschein 8.8.1914. KN. 5-stellig, Serie D. V, restauriert, hinterklebt Zuschlag: 575 Euro Los 262: 20 Mark Kassenschein 8.8.1914. KN. 5-stellig. PMG-Grading 55 About Uncirculated. Zuschlag: 1.650 Euro Los 266: Swakopmunder Buchhandlung, 25 Pfg. o.D. 1. Auflage, Wertbezeichnung Diagonaldruck grün. 2 Hand-Us. schwarz. III-IV, Vs. von Rs. etwas gelöst Zuschlag: 300 Euro Los 1098: Ganze Schatzanweisung zu 4,20 Mark Gold = 1 Dollar 25.8.1923. KN 6-stellig, Buchstabe J. II+, Fleck Zuschlag: 340 Euro Los 1105: 20 Reichsmark 11.10.1924. Udr.-Bst. W, Serie G. I-II, sehr selten in dieser Erhaltung Zuschlag: 1.650 Euro Los 1138: 100 Deutsche Mark (roter Hunderter), Serie 1948. Kenn-Bst./Serie, L/A. II, selten Zuschlag: 2.000 Euro Los 1246: Jewish Community, 5 Scheine zu 5, 10, 25, 50 Cents und zu 1 Dollar o.D. (1945-1949). Das DP-Camp in der alten Kaserne Deggendorf wurde im Mai 1945 für jüdische Vertriebene gegründet, hauptsächlich Holocaust Überlebende aus Theresienstadt fanden hier Zuflucht. I-II, äußerst selten Zuschlag: 3.500 Euro Los 1314: Herrenabend der Sektion Magdeburg- V.R.K.D., 2x Viereistreifen (kompletter Satz) 17.12.1921. Rs. Gründruck. III, selten Zuschlag: 875 Euro Teutoburger Münzauktion GmbH Brinkstraße 9 33829 Borgholzhausen Tel.: 05425/930050 E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de www.teutoburger-muenzauktion.de
- Münzen Gut-Lynt: Ergebnisse der 12. Auktion und Nachverkauf
Die 12. Auktion von Münzen Gut-Lynt, die – noch relativ jung am Markt – durch die Partnerfirmen Dr. Busso Peus Frankfurt (gegründet 1870 und damit älteste Deutsche Münzhandelsfirma), SINCONA AG Zürich, FFM (= Frankfurter Münzhandlung) und Münzhandlung Frank, Nürnberg einen sehr großen Kundenkreis erreicht, fand sehr erfolgreich mit dem 1. Teil zu Banknoten und numismatischer Literatur am 24. Juni 2023 und einen Tag darauf mit dem 2. Teil zu Münzen und Medaillen der Antike, Deutschland und Ausland, Lots und Sammlungen statt. Höhepunkt war der 50-Mark-Reichskassenschein von 1874 in einer bis dahin kaum gesehenen Erhaltung! Einige herausragende Ergebnisse der Versteigerung des Geldscheinteils waren: Los 9 Banco del Rio de la Plata, 10 Pesos 3.10.1868. Pick S1838. III-IV / Fine-Very fine. Schätzpreis: 500 Euro Zuschlag: 1.250 Euro Los 54 Bulgarien, 250 Leva 1943 Pick 65a. I / Uncirculated. Schätzpreis: 30 Euro Zuschlag: 250 Euro Los 80 Geldscheine der altdeutschen Staaten Belagerung Festung Colberg, 8 Groschen 1807 Grab./Kr. 707. I-II / Uncirculated-Extremly fine. Schätzpreis: 200 Euro Zuschlag: 850 Euro Los 91 Deutsche Banknoten, Kaiserreich, 50 Mark 11.07.1874 Serie V, Fol. 22, Lit.A. No 109844. Diese Serie bislang in der Literatur unbekannt. Strong Paper. Ros 3. Grab. DEU-47. Von größter Seltenheit / Of highest rarity. II / Extremely fine. Schätzpreis: 20.000 Euro Zuschlag: 71.000 Euro Los 113 Besatzungsgeld des Ersten Weltkrieg Deutsche Besetzung in Frankreich, Etappen-Inspektion, 1 Franc o. J. (1914) Ausgabe der Dritten Armee. Ohne KN. Vorderseite mit Überdruck "SPECIMEN SANS VALEUR". Ros. 425R. Grab. EWK-67b. Selten / Rare. I / Uncirculated. Schätzpreis: 800 Euro Zuschlag: 1.250 Euro Los 155 Deutsche Länderbanknoten Bayerische Notenbank, 100 Reichsmark 11.10.1924 7-stellige KN (H1244060). Unentwertet. Grab. BAY-24. Sehr selten / Very rare. I / Uncirculated. Schätzpreis: 2.000 Euro Zuschlag: 3.800 Euro Los 158 Deutsche Länderbanknoten Württembergische Notenbank, 100 Reichsmark 11.10.1924 6-stellige KN (082214). Mit Hand-Unterschrift. Unentwertet. Grab. WTB-28b. Sehr selten / Very rare. II+ / Good Extremely fine. Leichter Mittelbug. Schätzpreis: 4.800 Euro Zuschlag: 7.250 Euro Los 275 Westliche Besatzungszonen und Bundesrepublik Deutschland ab 1948 Bank Deutscher Länder & Ausgaben Westberlin, 100 Deutsche Mark 9.12.1948 Perforation SPECIMEN, ohne Wz, ohne KN. Ros. 256. Grab. BRD-3 M3 var. I- / About Uncirculated. Schätzpreis: 1.500 Euro Zuschlag: 1.650 Euro Los 304 Westliche Besatzungszonen und Bundesrepublik Deutschland ab 1948 Deutsche Bundesbank, 200 Deutsche Mark 2.01.1996 KN AK0000001D9. Grab. DEU-55a. I- / About Uncirculated. Schätzpreis: 600 Euro Zuschlag: 1.050 Euro Los 482 Britische Administration Hong Kong & Shanghai Banking Corporation/Hong Kong, 50 Dollars 1.10.1930 Pick 175b. III-IV / Fine-Very fine. Schätzpreis: 1.000 Euro Zuschlag: 2.400 Euro Los 578 Litauen, Republik, Lietuvos Bankas, 10 Litu 1991 2x Exemplare. Dazu 20, 50 und 100 Litu. Pick 47a, b, 48, 49a, 50a. I bis II / Uncirculated to Extremly fine. Schätzpreis: 200 Euro Zuschlag: 1.325 Euro Los 579 Litauen, Republik, Lietuvos Bankas, 10 Litu 1993 Dazu 20 und 50 Litu. Ersatznoten (Replacement). Pick 56, 57, 58r. I / Uncirculated. (3) Schätzpreis: 100 Euro Zuschlag: 2.300 Euro Los 584 Luxemburg Grossherzogtum, Grossherzoglich Luxemburgische National Bank, 5 Mark 25.03.1876 Pick 18. VI- / Poor. Schätzpreis: 50 Euro Zuschlag: 2.200 Euro Los 828 Slowakei Republik, Slowakische Nationalbank, 5000 Korun 18.12.1944 SPECIMEN. Pick 14s. I / Uncirculated. Schätzpreis: 30 Euro Zuschlag: 350 Euro Hier geht es zur Ergebnisliste, der Nachverkauf läuft! Hans-Ludwig Grabowski
- Leserpost: 100 DM ohne Kinegram von 1996
Sehr geehrter Herr Grabowski, Hallo, ich habe auch einen 100-DM-Schein von 1996 ohne Kinegram der Serie GD/N5 Mit freundlichen Grüßen G. Schulze Antwort der Redaktion In seinem Beitrag "Fehldrucke bei der 100-DM-Banknote von 1996" hat Donald Ludwig hier auf Geldscheine-Online.com über Hunderter von 1996 (BRD-54a) mit fehlendem Kinegram, aber auch über andere Fehldrucke berichtet. Die Serie GD/N ohne Kinegram hatte ich bisher noch nicht notiert. Herzlichen Dank für Ihre Meldung, die in die geplante Neuauflage des Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871" Eingang finden sollte. Hans-Ludwig Grabowski
- Handelskammer Erfurt: Goldmark-Notgeld 1923
Ab 23. Oktober 1923 gestattete die Reichsregierung Unternehmen und Kommunen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete und durch diese Anleihe gedeckt war. Das Notgeld musste nominal auf 4,20 Mark Gold oder kleiner lauten. Die Scheine mussten neben der Bezeichnung „Notgeldschein“ den Vermerk „Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen“ tragen. Die höheren Nennwerte der Reichsgoldanleihe wurden daraufhin in beträchtlichem Umfange von Handelskammern bei der Reichsbank hinterlegt und so zur Deckung ihrer eigenen wertbeständigen Notgeldausgaben verwendet. Auch von der Handelskammer Erfurt wurde wertbeständiges Notgeld als Goldmark-Notgeld mit Valutaklausel herausgegeben. Handelskammer Erfurt, Notgeldschein über 4,2 Pfennig-Gold = 1/100 Dollar, ausgegeben in Erfurt am 30. Oktober 1923. Der 1923 gebräuchliche Begriff „Goldmark mit Valutaklausel“ bezog sich in der Regel auf den goldgedeckten Dollar mit dem Umrechnungsfaktor 4,20 Goldmark = 1 Dollar. Bei dieser Art von Valutaklausel liegt zwar eine Geldschuld in ausländischer Währung vor (Valutaschuld), gezahlt wird aber nach Devisenkursumrechnung in deutscher Reichswährung. Man spricht deshalb von einer unechten Valutaschuld bzw. Valutaklausel, im Gegensatz zu einer echten Valutaschuld bzw. Valutaklausel, bei der sich der Schuldner verpflichten würde, die Geldschuld in Fremdwährung zu zahlen. Das wertbeständige Notgeld der Handelskammern lautete ausschließlich auf Goldpfennig (Pfennig-Gold) bzw. Goldmark (Mark Gold) auf der Valutabasis des Dollars (4.20 Goldmark = 1 US-Dollars). Handelskammer Erfurt, Notgeldschein über 8,4 Pfennig-Gold = 1/50 Dollar, ausgegeben in Erfurt am 30. Oktober 1923. Im Zeitraum vom 25. Oktober 1923 bis zum 18. Dezember 1923 emittierten im Deutschen Reich 23 Handelskammern 25 Ausgaben Goldmarknotgeld (insgesamt 104 wertbeständige Notgeldscheine). Die Handelskammern erschienen – wie gelegentlich auch schon in der vorangegangenen bzw. gleichzeitigen Periode der Papiermark-Notgeldausgaben – besonders geeignet, einheitliches Notgeld zur Vermeidung zahlreicher Firmenausgaben in den Verkehr zu bringen. Sie fungierten dann quasi als Treuhänderinnen der ihnen angeschlossenen Mitgliedsfirmen. Handelskammer Erfurt, Notgeldschein über 21 Pfennig-Gold = 1/20 Dollar, ausgegeben in Erfurt am 30. Oktober 1923. Solches „wertbeständiges Handelskammer Goldmark-Notgeld“ wurde lediglich im Rheinland, in Hannover, in Hessen, Westfalen, Sachsen, Thüringen, Württemberg und in Baden ausgegeben. Die Handelskammern erfragten seinerzeit den Bedarf an Goldmark-Notgeld bei den angeschlossenen Industriebetrieben und Händlern und meldeten ihn dem Reichsfinanzministerium zur Genehmigung. Handelskammer Erfurt, Notgeldschein über 42 Pfennig-Gold = 1/10 Dollar, ausgegeben in Erfurt am 30. Oktober 1923. Zu bemerken ist, dass das wertbeständige Notgeld der Handelskammern in allen Teilen Deutschlands oft weit über einen vorgesehenen örtlichen Bereich hinaus umgelaufen ist. Ob es anderwärts angenommen wurde oder nicht, hing viel weniger von einer behördlichen Genehmigung als davon ab, ob es örtlich Vertrauen genoss und Verwertungsmöglichkeiten bestanden. Handelskammer Erfurt, Notgeldschein über 1,05 Mark-Gold = ¼ Dollar, ausgegeben in Erfurt am 30. Oktober 1923. Die Handelskammer Erfurt in Erfurt (Provinz Sachsen) emittierte am 30. Oktober 1923 eine Reihe von sechs Notgeldscheinen in den Nennwerten von 4,2, 8,4, 21 und 42 Pfennig-Gold sowie 1,05 und 2,10 Mark-Gold (= 1/100, 1/50, 1/20, 1/10, ¼ und ½ Dollar). Die Notgeldscheine wurden von acht Erfurter Banken angenommen, und zwar von der Bank für Thüringen vormals B. M. Strupp A-G Filiale Erfurt, der Commerz- und Privatbank A-G Filiale Erfurt, der Darmstädter und Nationalbank K.a.A. Filiale Erfurt, der Deutschen Bank Filiale Erfurt, der Dresdner Bank Filiale Erfurt und den Erfurter Bankhäusern Adolph Stürcke und H. Ullmann. Für den gesamten Betrag des von der Handelskammer Erfurt ausgegebenen Notgelds war der Gegenwert in Reichsschatzanweisungen (Reichsgoldanleihe) bei der Reichsbank in Erfurt hinterlegt worden. Handelskammer Erfurt, Notgeldschein über 2,10 Mark-Gold = ½ Dollar, ausgegeben in Erfurt am 30. Oktober 1923. Die Einlösung des Goldmark-Notgelds erfolgte für die Handelskammer Erfurt nach Aufruf des Reichsfinanzministers Anfang 1924 für das Gebiet der Provinz Sachsen im Zeitraum vom 10.5. bis 10.6.1924. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Sammlung Grabowski. Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962 und Brachmanski/ Pappler/ Staudt; Erfurter Papiergeld und geldähnliche Belege von 1813 bis 2001, Erfurt, 2020. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Freistaat Preußen: Goldmarknotgeld von 1923
Als in der Hyperinflation des Jahres 1923 die deutsche Markwährung zusammenbrach, mussten auch Länder nach kreativen Lösungen zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld suchen. Eine aus der Not geborene Finanzinnovation waren zu dieser Zeit „wertbeständige Anleihen“, die beispielsweise vom Freistaat Sachsen oder Bayern als Notgeld ausgegeben wurden. Der Freistaat Preußen wählte einen anderen Weg. Er brachte im November 1923 wertbeständiges Goldmarknotgeld, ordnungsgemäß abgesichert durch die Goldschatzanweisungen des Deutschen Reichs, in den Umlauf. Die erst sehr spät herausgebrachte Emission des Freistaats Preußen war die an Umfang größte des Landes; ihre Scheine liefen in allen preußischen Provinzen um. Zunächst wurden mit Datum 31. Oktober 1923 zwei Scheine über 1,05 und 2,10 Goldmark gedruckt, die nach ihrem Text durch Hinterlegung wertbeständiger Anleihen des Deutschen Reichs (Reichsgoldanleihe) gedeckt waren. Sie gelangten allerdings nie zur Ausgabe; bedruckte Bögen wurden zerschnitten und für andere Zwecke, z. B. als Paketpapier, weiterverwendet. Die Ausgabe scheiterte wahrscheinlich deshalb, weil die vorgesehenen Deckungsstücke der Reichsgoldanleihe für die beabsichtigte Größe der Emission nicht zu erhalten waren. Als Paketpapier verwendete Druckbögen des auf den 31. Oktober 1923 datierten Goldmarknotgelds des Freistaats Preußen. Mit Datum 3. November 1923 wurden neue Werte in der Stückelung 0,42, 1,05, 2,10 und 4,20 Goldmark mit Valutaklausel (1/10, ¼, ½ und 1 Dollar) gedruckt, deren Deckung nunmehr in Goldschatzanweisungen bestand. Nach der "Vossischen Zeitung" vom 28. November 1923 wurden die Scheine erstmalig am 27. November in den Verkehr gegeben. Die Auflage betrug zunächst 25 Mio. Goldmark und wurde später um 10 Mio. Goldmark erhöht (Gesamtvolumen: 35.000.000 Goldmark). Freistaat Preußen, Notgeldschein über 0,42 Goldmark = 1/10 Dollar nordamerikanischer Währung, ausgegeben in Berlin am 3. November 1923. Schon in den ersten Tagen seines Auftauchens im Verkehr stieß das preußische Notgeld auf Annahmeverweigerungen, die die meisten Berliner Großbanken mit dem Hinweis auf die generelle Ablehnung wertbeständigen Notgelds durch die Reichsbank begründeten. Die Reichsfinanzkassen, Postkassen und Eisenbahnkassen nahmen es dagegen auf ausdrückliche Anweisung der zuständigen Reichsminister in Zahlung. Freistaat Preußen, Notgeldschein über 1,05 Goldmark = ¼ Dollar nordamerikanischer Währung, ausgegeben in Berlin am 3. November 1923. Der Preußische Finanzminister entschloss sich dann, „um die Zirkulation des preußischen wertbeständigen Notgeldes zu sichern, ... die Generalstaatskasse zur Konversionskasse zu machen und dadurch den Banken die Sicherheit zu geben, überschüssige Kassenbeträge an preußischem Notgeld, die sie nicht wieder haben in Umlauf bringen können, jeder Zeit bei der Generalstaatskasse einzulösen“. Er wies die Preußische Generalstaatskasse ferner an, „jedem Ansuchenden auf Wunsch jeden Betrag preußischen Notgeldes sofort in Rentenmark umzutauschen." In der Folgezeit lief das Notgeld dann anstandslos um. Freistaat Preußen, Notgeldschein über 2,10 Goldmark = ½ Dollar nordamerikanischer Währung, ausgegeben in Berlin am 3. November 1923. Freistaat Preußen, Notgeldschein über 4.20 Goldmark = 1 Dollar nordamerikanischer Währung, ausgegeben in Berlin am 3. November 1923. Mitte Januar 1924 meldete die Presse, dass Fälschungen der Werte 2,10 und 4,20 Goldmark aufgetaucht seien. Das veranlasste den Preußischen Finanzminister mit Wirkung ab 18. Januar 1924 die Stücke zu 4,20 Goldmark und wenig später auch die zu 2,10 Goldmark vorzeitig zur Einlösung aufzurufen. Alle anderen Werte wurden in der Zeit vom 20. Februar bis zum 19. März 1924 eingelöst. In den entsprechenden Aufrufen wurde auch ein Wert zu 5 Goldmark erwähnt, der mit Datum 3. Januar 1924 nachgedruckt worden war, aber nie in den Verkehr gelangt ist. Von diesem Wert ist nur ein Stück im Berliner Münzkabinett bekannt. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat/ Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlungen: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-500-8 Auflage: 2. Auflage 2006 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 640 Preis: 39,80 Euro
- Rund um den Rennsteig, Teil 2 – ein neuer Katalog zum Notgeld aus dem Thüringer Wald
Martin Sommer: Rund um den Rennsteig Teil 2: Benshausen bis Stützerbach Notgeld aus Papier und Metall, Marken und Zeichen aus dem Thüringer Wald 248 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format 21 cm x 29,7 cm, Harteinband, Kremmen, 2023. Preis: 30,00 Euro + 5,50 Euro Versand. ISBN: ohne Nachdem 2021 Teil 1 seiner in drei Bänden geplanten Katalogreihe für Notgeld- und Heimatsammler mit der nördlichen Region rund um den Rennsteig in Thüringen von Eisenach bis Bermbach erschienen ist, legt der Autor nun mit Teil 2 die mittlere Rennsteig-Region von Benshausen über über Zella-Mehlis, Oberhof und Suhl nach Ilmenau und Stützerbach nach. Dabei wird der Rennsteig von Nordwest nach Südost abgewandert, natürlich mit aus numismatischer Sicht lohnenswerten Abstechern in alle Himmelsrichtungen. Siehe auch: https://www.geldscheine-online.com/post/rund-um-den-rennsteig-ein-neuer-katalog-zum-notgeld-aus-dem-th%C3%BCringer-wald Wichtig war es dem Autor auch hier, möglichst viel Hintergrundinformationen einzubinden und damit regionalgeschichtlich interessierten Lesern zugänglich zu machen. Entstanden ist erneut ein beeindruckendes und komplett farbig illustriertes Werk, dem man die Liebe zum Detail anmerkt. Zwar sind alle Notgeldscheine und Notmünzen katalogisiert und ausführlich beschrieben, doch aus der Vielzahl der Firmengelder der Region, in der traditionell eine umfangreiche metallverarbeitende Industrie mit Werkzeug- und Waffenfabriken heimisch war, kann nur das gezeigt werden, was vorhanden war. Nach einer Einleitung mit Wissenswertem zur Region, zum Notgeld sowie zu Münzen, Marken und Zeichen folgt der Katalogteil, der sich wie folgt gliedert: Papiernotgeld Metall- und Porzellannotgeld Briefmarken- und Kapselgeld Belege aus Papier bis 1945 Wert- und Kontrollmarken bis 1945 Belege aus Papier 1945 bis 1990 Wert- und Kontrollmarken 1945 bis 1990 Der Katalog umfasst damit Belege beginnend bei Notgeldausgaben des Ersten Weltkriegs und endet bei Hotelgeld und Marken und Zeichen aus der Zeit der DDR. Der Katalog soll Sammlern von Notgeldscheinen, Notmünzen, Wertmarken und sonstigen Belegen mit Geld- oder Sachbezug aus dem Thüringer Wald und dem angrenzenden Thüringer Schiefergebirge hauptsächlich zur Orientierung und als Anregung dienen. Zusätzlich zur Abbildung der numismatischen Objekte finden sich zahlreiche Abbildungen von von historischen Postkarten der Orte in der Region sowie von Firmenwerbung und zeitgenössischer Firmenpost als Belege zur hiesigen Wirtschaftsgeschichte. Das sehr reichhaltig bebilderte und liebevoll gestaltete Buch wird jedem Numismatiker und Heimatsammler, der mit der Region am Rennsteig – Deutschlands ältestem Höhenwanderweg – im Thüringer Wald verbunden ist oder sich für sie interessiert, empfohlen. Bestellungen bitte direkt an den Autor, E-Mail: rennsteig-numismatik@web.de Hans-Ludwig Grabowski
- Teutoburger Münzauktion: Vorschau auf die Banknoten-Auktion am 15. September 2023
Am Freitag, den 15. September 2023, findet mit der Auktion 160 eine neue Spezialauktion zum Thema Papiergeld mit über 600 Losen der Teutoburger Münzauktion statt. Hier geht es direkt zur Banknoten-Auktion 160! Nachstehend möchten wir einige Beispiele aus der Auktion zeigen. Los 4126: 1 Thaler Courant 10.6.1848 Städtische Bank zu Breslau. IV-, teils hinterklebt, äußerst selten, Ausruf: 900 Euro. Los 4135: Fehldruck, Vs. „Zwei Mulionen Mark“ statt 2 Millionen Mark 23.7.1923. Entstanden durch Plattenbeschädigung. II- bis III+, sehr selten, Ausruf: 500 Euro. Los 4149: Ukraine, 2 und 5 Karbowanez 10.3.1942. Junge mit Pelzmütze, Serie 6 und Mädchen mit Kopftuch Serie 31. II- bis III+ und I, Ausruf: 1.500 Euro. Los 4154: 25 Gulden Danziger Banknote 10.2.1924. Marienkirche und Danziger Wappen/Brunnenfigur Neptun. KN 6-stellig rot, Wz. Maske. III bis III-, äußerst selten, Ausruf: 2.500 Euro. Los 4169: 6x 500 Deutsche Mark 1.6.1977. Fortlaufende KN. V 3776601 H - V 3776606 H. I-II, teils wellig, Ausruf: 3.000 Euro. Los 4194: Kalendermann, 2 komplette Sätze mit je 6 Scheinen zu 1/2, 1, 2, 2 1/2, 5, 7 1/2 Groschen o.D. 6 x weißer Karton, violetter Rand und 6 x dünnes, sämisches Papier brauner Rand. Dazu Banderole. I- bis II+, teils äußerst selten, Ausruf: 650 Euro. Los 4266: Kreissparkasse Brilon, 5 Bio. Mark 30.10.1923. I- bis II+, Ausruf: 150 Euro. Los 4478: Stolp in Pommern, Kaffeehaus Reinhardt, 5 Scheine zu 50, 75 Pfg., 1, 1,50 und 2 Mark o.D. Konto A. Überdrucke auf Scheinen der Sparkasse der Stadt Stolp. meist II, Ausruf: 500 Euro. Los 4479: Stolp in Pommern, Kaffeehaus Reinhardt, 5 Scheine zu 50, 75 Pfg., 1, 1,50 u. 2 Mark o.D. Überdrucke auf Scheinen der Sparkasse der Stadt Stolp. meist II, 1x Büroklammerflecken, Ausruf: 500 Euro. Los 4556: Serienscheine, Sammlung von ca. 690 überwiegend sehr seltenen Scheinen. Alle in Steckkarten gesammelt und nach Lindman bestimmt. Darunter viele seltene und komplette Serien, gesuchte Varianten etc. Katalogwert nach Lindman ca. 37.000€. Ein Geschenk für den Wiederverkäufer. Unbedingt besichtigen. unterschiedlich erhalten. Ausruf: 18.000 Euro. Hier geht es direkt zur Auktion 160 (Banknoten): https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/9458/seite/1/?lot_range=4001-4641 Teutoburger Münzauktion www.teutoburger-muenzauktion.de
- Lexikon: Goldkernwährung
Eine Goldkernwährung ist eine Währungsform, bei der Goldmünzen nicht im Umlauf sind. Gold wird zur Deckung der umlaufenden Banknoten zurückgehalten und wird evtl. als Zahlungsreserve im internationalen Handelsverkehr, meist zur Stabilerhaltung der Devisenkurse, benutzt. Abb. KI-generiert. Wenn die Währungsreserve nicht aus zurückgehaltenen Goldmünzen, sondern aus Goldbarren besteht, spricht man auch von einer Goldbarrenwährung. Heute sind die meisten Währungen nicht mehr durch Gold, sondern durch Valutareserven in Fremdwährungen (z. B. US-Dollar oder Euro) gedeckt. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)
- Druckdaten der Reichsbanknoten zwischen 1930 und 1945
Auf den Reichsbanknoten (RBN) der Ausgaben 1898 bis 1942 wurde – mit Ausnahme der Inflationsausgaben – ein auffälliger Großbuchstabe gedruckt. Und diese Buchstaben geben schließlich Auskunft über den Zeitpunkt der Ausfertigung der betreffenden Noten. Zeigten die Reichsbanknoten bis zu den 1896er-Ausgaben keinen Unterdruckbuchstaben (UdrBst), so wurden diese seit 1898 hinzugefügt.1) Das Verzeichnis der Reichsdruckerei begann mit dem Buchstaben A für den Juli 1898; da begann der Druck der RBN mit UdrBst. Diese wurden jedoch erst im August 1898 mit B ausgefertigt; C stand dann für September 1898, Z für Juli 1900 usw. Dabei entsprachen die Buchstaben den entsprechenden Monaten, in denen die Banknoten ausgefertigt, gültig und an die Reichsbank ausgeliefert wurden. Abb. 1: oben 1000 Mark 1896, Vs., Druckprobe, ohne UdrBst. – unten 1000 Mark 1898, Vs., mit UdrBst. sowie im selben Druckgang erstmals hinzugefügte Großbuchstaben RBD (= Reichsbankdirektorium). Deshalb sind Katalog-Angaben2) demzufolge falsch. Neueste Recherchen3) ergeben andere Zuordnungen und die Reihenfolge wurde über den Ersten Weltkrieg hinweg bis 1944 fortgesetzt. Die Gründe der Einführung der Unterdruckbuchstaben liegen in der Auswertung der sog. Grünenthal-Affäre4). Die Reichsdruckerei entschied sich für weitere und bessere Sicherheitssysteme beim Druck der Reichsbanknoten. Die fertigen Reichsbanknoten wurden ab 1930 abschließend mit einem „AUSFERTIGUNGS / KONTROLL / STEMPEL“ in Blindprägung versehen.5) Erst danach waren die Banknoten gültig und konnten nach Maßgabe der Deutschen Reichsbank in Umlauf gegeben werden. Die Musterscheine zeigen oft die Perforation „DRUCKPROBE“ – mitunter eine zusätzliche Perforation „БНБ“ (= Българска Народна Банка = Bulgarische Nationalbank); das kyrillische Kürzel weist auf die Abgabe von RBN-Musternoten nach Sofia hin. 20 Reichsmark vom 22. Januar 1929 Ausgegeben ab 22. Dezember 1930 – ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 864,9 Mio. Scheine. Abb. 2: 20 Reichsmark 1929, Vs., Druckprobe/Muster mit UdrBst. L, mit Iris-Druck (Veröffentlichung der Ausgabe im DRPSA Nr. 296/1930 vom 19. Dezember 1930). Abb. 3: Monats-Ausfertigungen 20 Reichsmark 1929, möglich sind leichte Abweichungen der Zahlenkreise. 10 Reichsmark vom 22. Januar 1929 Ausgegeben ab 17. Februar 1931 – ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 766,7 Mio. Scheine. Abb. 4: 10 Reichsmark 1929, Vs., Druckprobe/Muster mit UdrBst. P, mit Iris-Druck (Veröffentlichung der Ausgabe im DRPSA Nr. 39/1931 vom 16. Februar 1931). Abb. 5: Monats-Ausfertigungen 10 Reichsmark 1929, möglich sind leichte Abweichungen der Zahlenkreise. 50 Reichsmark vom 30. März 1933 Ausgegeben im Frühjahr 1934 – ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 767,4 Mio. Scheine. Abb. 6: 50 Reichsmark 1933, Vs., Druckprobe/Muster mit UdrBst. E, mit Iris-Druck (Veröffentlichung der Ausgabe im DRPSA Nr. 71/1934 vom 24. März 1934) Abb. 7: Monats-Ausfertigungen 50 Reichsmark 1933, möglich sind leichte Abweichungen der Zahlenkreise. 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935 Ausgegeben ab 30. Mai 1936 – ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 260,5 Mio. Scheine. Abb. 8: 100 Reichsmark 1935, Vs., Druckprobe/Muster mit UdrBst. C, mit Iris-Druck (Veröffentlichung der Ausgabe im DRPSA Nr. 123/1936 vom 29. Mai 1936). Abb. 9: Monats-Ausfertigungen 100 Reichsmark 1935, möglich sind leichte Abweichungen der Zahlenkreise. 1000 Reichsmark vom 22. Februar 1936 Ausgegeben ab 25. September 1944 – ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 2,2 Mio. Scheine. Abb. 10: 1000 Reichsmark 1936, Vs., Schein mit Null-Nummerierung und UdrBst. G (Bekanntmachung des Reichsbankdirektoriums vom 1. Oktober 1936, veröffentlicht im DRPSA Nr. 231/1936 vom 3. Oktober 1936). Abb. 11: Monats-Ausfertigungen 1000 Reichsmark 1936. 5 Reichsmark vom 1. August 1942 Ausgegeben ab 17. Juni 1943– ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 500,0 Mio. Scheine. Abb. 12: 5 Reichsmark 1942, Vs., Druckprobe/Muster mit UdrBst. P, (Veröffentlichung der Ausgabe im DRPSA Nr. 137/1943 vom 16. Juni 1943). Abb. 13: Monats-Ausfertigungen 5 Reichsmark 1942. 20 Reichsmark vom 16. Juni 1939 ausgegeben im Februar 1945 – ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 189,0 Mio. Scheine. Abb. 14: 20 Reichsmark 1939, Vs., Muster mit UdrBst. W, (Veröffentlichung der Ausgabe im DRPSA Nr. 27/1945 vom 19. Februar 1945) Abb.: © Geldmuseum der OeNB. Abb. 15: Monats-Ausfertigung 20 Reichsmark 1939, möglich sind leichte Abweichungen der Zahlenkreise. Durch die vor und nach Beginn des Zweiten Weltkriegs ins Deutsche Reich eingegliederten Gebiete und durch Kriegsschäden machte sich ein erheblich größerer Bargeldbedarf an Reichsbanknoten notwendig. Aufgrund der teilweisen Zerstörungen in der Reichsdruckerei konnte der Banknotendruck dort nur bedingt fortgesetzt werden. Deshalb wurden die Scheine nur noch in stark vereinfachter Form hergestellt und der Druck außerdem ausgelagert. So wurden 1944 Druckauflagen komplett oder nur für einzelne Druckgänge wie z. B. für Rückseiten an Lohndruckereien ins Reich vergeben: nach Leipzig, München, Regensburg, Reichenbach und Berlin – außerhalb der Reichsdruckerei. Diese oft als sog. "Kriegsdrucke" bezeichneten Banknoten hatten ein Ornament- statt ein Kopf-Wasserzeichen, fehlende Unterdruckbuchstaben und keine Nummerierung auf den Rückseiten; der Ausfertigungsstempel fehlte ebenfalls. Fremdfirmen waren auch schon beim Druck der Banknoten zu 1000 RM (Giesecke & Devrient Leipzig) und der 5-RM-Noten (Albert Frisch Berlin, Friedrich Pustet Regensburg, R. Oldenbourg München) beteiligt. Druckaufträge oder Lieferlisten ließen sich aber bis heute nicht finden. Vereinfachter Druck der Reichsbanknoten 1944 10, 20, 50 und 100 Reichsmark Ausgegeben im Februar 1945 – ungültig seit 21./29. Juni 1948; gedruckte Gesamtmenge: 10 RM/49,0 Mio., 20 RM/37,1 Mio., 50 RM/79,3 Mio. und 100 RM/36,0 Mio. Scheine. Abb. 16: 20 Reichsmark 1929, Vs., Druckprobe/Muster ohne UdrBst., ohne Iris-Druck (Veröffentlichung der Ausgaben im DRPSA Nr. 16/1945 vom 25. Januar 194512) sowie Informationen des BBC vom 25. Januar 1945 und des DNB-Presseschreibfunks vom 7. Februar 1945 über die Ausgabe dieser schon 1944 gedruckten Banknoten). Abb. 17: Ausfertigung 10, 20, 50 und 100 Reichsmark, 1944 in vereinfachter Form gedruckt, möglich sind leichte Abweichungen der Zahlenkreise. Abb. 18: 10 Reichsmark 1929, Vs., ohne UdrBst., als Druckfirmen kommen neben der Reichsdruckerei von ihr beauftragte Lohndruckereien infrage: R. Oldenbourg München, Ernst Steininger Berlin, Carl Werner Reichenbach i. V., Erich Zander Berlin. Abb. 19: 20 Reichsmark 1929, Vs., ohne UdrBst., ohne Iris-Druck, Druckfirma: Erich Zander Berlin, im Kontrollnummern-Bereich der Serien A bis G, von 00300001 bis 00600000 gedruckt; als Druckfirmen kommen neben der Reichsdruckerei auch die von ihr beauftragte Lohndruckerei infrage: Carl Werner Reichenbach i. V. Abb. 20: 50 Reichsmark 1933, Vs., ohne UdrBst., ohne Iris-Druck, Druckfirma: Ernst Steininger Berlin, im Kontrollnummern-Bereich der Serien A bis G, von 06000001 bis 09000000 gedruckt; als Druckfirmen kommen neben der Reichsdruckerei von ihr beauftragte Lohndruckereien infrage: Förster & Borries Zwickau, Giesecke & Devrient Leipzig, Spechthausen AG Spechthausen b. Eberswalde. Abb. 21: 100 Reichsmark 1935, Vs., ohne UdrBst., ohne Iris-Druck, als Druckfirmen kommen neben der Reichsdruckerei von ihr beauftragte Lohndruckereien infrage: Förster & Borries Zwickau, Adolf Müller & Sohn München, Spechthausen AG Spechthausen b. Eberswalde. Nach der Forderung von Generaloberst L. Rendulic, Befehlshaber der Heeresgruppe Ostmark, sahen sich die Gauleiter von Salzburg, Oberdonau/Linz und der Steiermark/Graz im April 1945 gezwungen, sog. Hilfsbanknoten für Soldzahlungen der Wehrmacht drucken zu lassen. Von drei Originalbanknoten wurden fotomechanische Nachdrucke gefertigt, die an die Reichsbankstellen übergeben wurden: in Salzburg lieferte die Druckerei Kiesel über 21 Mio. RM aus; in Linz stellte die Druckerei Julius Wimmer mind. 75 Mio. RM her; in Graz wurden von der Fa. Leykam insgesamt 139 Mio. RM gedruckt, aber nur ein Teil davon kam in Umlauf und etwa 95 Mio. RM wurden von der Rote Armee beschlagnahmt. Im Gegensatz zum besetzten Deutschland verloren diese Hilfsbanknoten in Österreich schon ab 26. Juli 1945 ihre Umlauffähigkeit. Hilfsbanknoten, Fotomechanische Nachdrucke der Reichsbanknoten10, 50 und 100 Reichsmark 1945 Ausgegeben im April 1945 – ungültig seit 10. August 1945; gedruckte Gesamtmenge: insgesamt mind. 209,0 Mio. RM. Abb. 22: 10 Reichsmark (1945), Vs., einfarbiger Nachdruck der Reichsbanknote mit Datum 1929, Druck 1945. Abb. 23: 50 Reichsmark (1945), Vs., einfarbiger Nachdruck der Reichsbanknote mit Datum 1933, Druck 1945. Abb. 24: 100 Reichsmark (1945), Vs., einfarbiger Nachdruck der Reichsbanknote mit Datum 1935, Druck 1945. Abb. 25: Varianten der 10-Reichsmark-Ausgaben, Vs., drei unterschiedliche Anordnungen der Kontrollnummer und des Strafsatzes sind durch abweichende Montage der Druckvorlagen nachweisbar. Im Reichsgau Kärnten wurden eigene Notgeldscheine ausgegeben. Der Reichsgau Wien wurde schon am 14. März 1945 von sowjetischen Truppen besetzt. Für die Reichsgaue Tirol-Vorarlberg/Innsbruck und Niederdonau/Krems liegen bisher keine Informationen über den dortigen Druck und eine Ausgabe der Hilfsbanknoten vor. In der Reichsbankstelle Innsbruck fand man jedoch Druckplatten für die Herstellung der RBN-Nachdrucke. Es sind amtliche Veröffentlichungen bekannt, die gelaufene Hilfsbanknoten zu 5 RM auflisten. In Wien liegt nur ein 5-RM-Probedruck8) aus der Serie H; aus der Serie G werden die KN 136639329) bzw. 1866393210) genannt. Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen Schreib- bzw. Druckfehler. Viele Jahre herrschte Unklarheit über die Druckmengen, die Herausgeber, Ausgabedaten usw.; selbst die wieder eingerichtete Oesterreichische Nationalbank wusste im Mai 1945 keine Einzelheiten: „Zu Punkt 1 der Tagesordnung »Umlauf von Nachbildungen von RM-Banknoten« berichtet Herr Kaniak über das Auftauchen von fotografisch hergestellten Banknoten der Reichsbank, die im Gegensatz zu den normalen Noten statt des Wasserzeichens die Nachahmungsklausel am linken weißen Rand tragen. Es wird der Vermutung Ausdruck gegeben, daß in Linz, von wo solche Noten nach Wien geflossen sind, und auch in Graz die Gauleitungen im letzten Augenblick die Herstellung solcher Noten veranlaßt haben, um nach Erschöpfung der Bestände der Reichsbankanstalten die Barzahlungen dort weiter leisten zu können. Solange nicht feststeht, ob diese Noten im Auftrag der Gauleitung oder über Veranlassung des Reichsbankdirektoriums hergestellt worden sind, können sie von der Nationalbank nur als Fälschungen angesehen und behandelt werden.“11) Michael H. Schöne Anmerkungen: Walz, K.: „Notenausgaben der Reichsbank nach der Inflationszeit“, in: „Der Geldscheinsammler“, Nr. 8/1995. Schöne, M. H.: „Die Varianten der deutschen Reichsbanknoten 1876 bis 1914“, 2008, S. 47, und Grabowski, H.-L.: „Die deutschen Banknoten ab 1871“, 2018, S. 31.ff. o. A., Aufzeichnungen Oktober/November 1983. Bronnert, U.: „Die Affäre Grünenthal (1898)“, Geldscheine-online, 22. Juli 2020, aktualisiert: 26. März 2021. Die Kontrollstempel machten sich aufgrund der Regelung im sog. Dawes-Plan notwendig: „... In der unteren Hälfte des Abschnittes eingebettet ist der durch das Dawes'sche Gesetz vorgeschriebene farblose Kontrollstempel, ohne den die Noten wertlos sind“ – ein alliierter Notenkommissar prüfte die Banknoten-Ausgabe und damit die Überwachung der Deckungsvorschriften des Notenumlaufs. Mit Irisdruck (zusätzlicher farbverlaufender Unterdruck). Ohne Irisdruck. Abgebildet bei H.-L. Grabowski „Die deutschen Banknoten ab 1871“, 2018, S. 546, Kat.-Nr. DEU-254 mit der Kontrollnummer H·16670630. SHAEF-Dokument vom 25. Juli 1945 sowie Presseveröffentlichung der RBst. Regensburg vom 7. August 1945. Amtsblatt des LK Aalen vom 10. August 1945. Protokoll über die 3. Sitzung des Beirates der Oesterr. Nationalbank vom 29. Mai 1945, Aussage von Eugen Kaniak, Einstweiliger Verwalter der Oesterreichischen Nationalbank. https://digi.bib.uni-mannheim.de/viewer2/reichsanzeiger
- Geldscheinporträts: Henryk Sienkiewicz
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Abbildung 1: Henryk Sienkiewicz, ca. 1880, Fotografie von Stanisław Bizański (1846–1890), Wikimedia Commons, Neubearbeitung: Hans-Ludwig Grabowski. Henryk Sienkiewicz wurde 1846 im russisch beherrschten Kongresspolen in eine adelige, konservative und katholische Familie geboren. Er studierte Geschichte und Literatur an der Universität Warschau und begann seine literarische Karriere 1869 zunächst als Kritiker. Bereits im Folgejahr verfasste er aber schon eigene Werke. Seine ersten (wöchentlich veröffentlichten) Kurzgeschichten und Kolumnen ließ Sienkiewicz unter dem Pseudonym „Litwos“ in verschiedenen polnischen Magazinen publizieren. Zudem betätigte er sich als Übersetzer. In diesen Jahren gelangte er in den Schriftstellerkreisen Polens bereits zu erster kleinerer Bekanntheit. 1876 reiste Sienkiewicz durch Amerika. Essays und Impressionen seines Aufenthalts wurden in der Warschauer Zeitung Gazeta Polska abgedruckt. Im Gegenzug wurden seine Reisen finanziert. Durch diese beliebten Listy z podróży do Ameryki (Briefe von der Reise nach Amerika) stieg das Interesse am jungen Autor und er begann, unter seinem Geburtsnamen zu schreiben. Narodowy Bank Polski, 500.000 Złoty , 1993. Vorderseite: Porträt von Henryk Sienkiewicz Rückseite: Die „Trilogie“, dargestellt durch drei Bücher auf einem Schild, umgeben von Waffen und Bannern. Abb. Sammlung Grabowski. 1881 nahm er eine Stelle als Chefredakteur bei der neugegründeten Warschauer Zeitung Słowo („Das Wort“) an, verlor nach anfänglichem Erfolg jedoch allmählich das Interesse am journalistischen Schreiben und fokussierte sich zunehmend auf das Verfassen historischer Romane. 1884 erschien Ogniem i Mieczem („Mit Feuer und Schwert“). Die Veröffentlichung erfolgte als serieller Feuilletonroman. In den Folgejahren schuf er zwei weitere Romane, die sich mit der polnischen Geschichte des 17. Jahrhunderts beschäftigten: Potop („Die Sintflut“, 1886) und Pan Wołodyjowski („Herr Wołodyjowski, der kleine Ritter“, 1888). Diese Trilogie verhalf ihm zum endgültigen Durchbruch in Polen. Die Bevölkerung liebte seine Werke, noch heute gelten sie als Klassiker und Teil des Schul-Kanons. Sienkiewicz galt fortan als beliebtester polnischer Schriftsteller. Größere internationale Berühmtheit erlangte Sienkiewicz jedoch erst mit Quo Vadis? (1896), einem Roman über das junge Christentum in Rom während Neros Kaiserzeit.[1] Deutlich weniger Anklang fand Sienkiewicz bei vielen Literaturkritikern. In Frankreich und Italien wurde ihm zum Teil Plagiarismus vorgeworfen und auch in seinem Heimatland Polen waren die Kritiken gemischt. 1905 wurde Henryk Sienkiewicz dennoch für seine „großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller“ der Nobelpreis für Literatur verliehen. In den folgenden Jahren engagierte er sich zunehmend sozial und politisch. Sienkiewicz war Patriot. Er stellte in seinen Werken oftmals allegorisch die Situation Polens dar, das kaum nationale Souveränität genoss und oftmals Spielball imperialer Interessen seiner Nachbarländer war. Während die frühen Werke noch dem polnischen Positivismus zuzuordnen waren, die mit den Traditionen und Werten der polnischen Romantik brachen, überwog später Sienkiewicz´ Konservativismus. Sienkiewicz wollte trotz der politischen Abhängigkeit Polens (Polen war während seiner Lebenszeit stets zwischen Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt) einen einheitlichen, nationalen Geist und ein Streben nach Autonomie bewahren. Er war Anhänger der nationalistischen, konservativen und antisemitischen Bewegung Narodowa Demokracja („Nationale Demokratie“). Auch christliche Elemente spielten wiederholt zentrale Rollen in seinen Werken. Zweifelsohne spielte sein Werk eine zentrale Rolle für die Bildung eines polnischen Nationalbewusstseins. 1916 verstarb Henryk Sienkiewicz in Vevey in der Schweiz, in die er nach Beginn des Ersten Weltkriegs ausgereist war. Elias Heindl Anmerkungen [1] Bekannt ist einem breiten Publikum Mervyn LeRoys gleichnamige Verfilmung von 1951 mit Peter Ustinov als Nero. Literatur/Quellen: wikipedia.org/wiki/Henryk_Sienkiewicz Kuzmic, T. (2016). Quo Vadis: Polish Messianism and the Proselytizing Heroine. In: Adulterous Nations: Family Politics and National Anxiety in the European Novel (pp. 155–180). Northwestern University Press. De Soissons, S. C. (1902). Henryk Sienkiewicz. The North American Review, 175(549), 176–193. Lednicki, W. (1956). Henryk Sienkiewicz (1846–1946). In: Bits of Table Talk on Pushkin, Mickiewicz, Goethe, Turgenev and Sienkiewicz. International Scholars Forum, Springer, Dordrecht.
- Strom-, Gas- und Wassergebühren: Leistungs-Gutscheine 1923
Die für die Bezahlung der Strom-, Gas- und Wassergebühren ausgegebenen wertbeständigen Gutscheine einer größeren Zahl deutscher Städte werden hier zwecks Unterscheidung von dem Sachwertnotgeld als „Leistungs-Gutscheine“ bezeichnet. Diese Gutscheine dienten der Bevölkerung nicht nur im Zahlungsverkehr mit den Versorgungsbetrieben, sondern wurden häufig auch zur Begleichung anderer Verbindlichkeiten in Zahlung gegeben, da sie trotz gewisser Beschränkungen einfach zu übertragen waren. Bereits im Frühstadium der Inflation war allgemein erkannt worden, dass bei nicht sofortiger Bezahlung von Rechnungen Wertverluste beim Lieferanten eintraten. Solange die Mark noch wochen- bzw. monatelang stabil war, konnten solche Verluste durch Höherfakturierung wieder eingeholt werden. Seit dem Frühsommer 1923 und mit dem Beginn eines Halbjahrs ständiger und zuletzt täglicher Kursverschlechterung der Mark war das Einholen von Wertverlusten durch Nach- und Höherfakturierung kaum mehr möglich. Die Privatwirtschaft war wendig genug, sich von der bekannten Entscheidung des Reichsgerichts ,,(gute) Mark = (schlechte) Mark" nicht treffen zu lassen; sie konnte durch Anforderung von Vorauszahlungen oder Sachwerten und durch Anwendung von Goldmark- und Indexrechnung solche Verluste vermeiden oder in einem Ausmaß halten, dass die Existenz der Unternehmungen noch nicht unmittelbar bedroht war. In eine verhängnisvolle Lage gerieten dagegen die Versorgungsbetriebe vieler Städte, die nicht, wie die Privatwirtschaft, in der Lage waren ihre Lieferungen zu verweigern, wenn nicht sofort bzw. wertbeständig bezahlt wurde. Gebunden an die Reichsgerichtsentscheidung, erhoben sie die Gebühren für Strom-, Gas- und Wasserverbrauch bis zum Spätsommer 1923 am Ende der Ableseperioden regelmäßig zu einem Durchschnittskurs der Mark während einer Periode. Sie wussten, dass sie bei einem anhaltenden Kurssturz der Mark einerseits und dem meist verspäteten, bereits weiterer Entwertung unterliegenden Geldeingang andererseits nicht mehr lange in der Lage sein würden, die für die Wiedererzeugung von Strom und Gas benötigten Rohstoffe in erforderlicher Menge einzukaufen. Nach und nach setzten daher auch sie sich über das Grundsatzurteil des Reichsgerichts hinweg und berechneten die Gebühren nach den „Wiedererzeugungskosten“ am letzten Tag der Ableseperiode. Die Versorgungsbetriebe stützten sich dabei auf § 3 des Kommunalabgabengesetzes vom 14.7.1893 und 23.4.1906, in dem es heißt, dass aus den Einnahmen mindestens die gesamten durch die Unternehmung erwachsenen Ausgaben einschließlich der Verzinsung und der Tilgung des Anlagekapitals zu bestreiten sind und auf § 2 der damals nur im Entwurf vorliegenden Städteordnung, wonach die Betriebe darüber hinaus grundsätzlich Überschüsse zur teilweisen Deckung der Haushaltsbedürfnisse der Städte erzielen sollten. Westerland (Schleswig-Holstein), Städtisches Elektrizitätswerk Westerland, Gutschein über 5 Kilowattstunden Lichtstrom, ausgegeben im November 1923. In allen Teilen Deutschlands kam es daraufhin zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Stadtverwaltungen und der Bevölkerung, die ihrerseits kaum Möglichkeiten hatte wertbeständige Rücklagen für die zu erwartenden Nachzahlungen zu bilden. Der Streit ging so weit, dass Vertreter der Bevölkerung den Versorgungsbetrieben Klage androhten bzw. klagten. So heißt es z. B. in der Frankfurter Zeitung, Nr. 794 vom 26. Oktober 1923, dass die Wucherpolizei bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen die Stadtverwaltung Stuttgart am 22. Oktober 1923 Strafanzeige wegen „wucherischer Preistreiberei bei der Preisbildung für Gas und Elektrizität erstattet habe“. Die verzweifelte Lage der Versorgungsbetriebe dagegen ist u. a. einem Bericht der Städtischen Werke Wetzlar zu entnehmen: „Ein Vierteljahr konnte Wassergeld überhaupt nicht berechnet werden, weil die Inflation den Wert dieser Lieferung überholte. Auch das Wassergeld des nächsten Vierteljahres deckte kaum den Botenlohn“. Wo Stadtverwaltungen und Bevölkerung einsichtig genug waren, bürgerten sich nach und nach Zahlungen und Vorauszahlungen in der Weise ein, dass am Ablesetag nicht nur der Verbrauch einer Periode bis zu diesem Tag und zum Preis dieses Tages beglichen wurde, sondern dass auch Vorauszahlungen bis zu 14 Tagen auf den kommenden Verbrauch, ebenfalls zum Preis des Ablesetages, geleistet werden konnten. Erst Ende Oktober 1923 kam es zu einer rechtlichen Bestätigung der neuen Abrechnungsweise. Sie wurde von der Reichsregierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 3. Oktober 1923 mit der „Verordnung über die Berechnung des Preises bei der Lieferung von elektrischer Arbeit, Gas und Leitungswasser“ vom 24. Oktober 1923 erteilt. Neustettin (Pommern), Städtische Licht- und Wasserwerke, Wertbeständiger Gutschein über 2 Goldmark = 10/21 Dollar für geleistete Abschlagszahlungen auf Gas-, Strom- und Wasserverbrauch, ausgestellt in Neustettin am 1. Dezember 1923. Danach waren die Versorgungsbetriebe nunmehr berechtigt, die Strom-, Gas- und Wasserlieferungen im Ende einer Ableseperiode für die letzten 16 Tage der Periode zu dem Preis zu berechnen, der am Tage der Zustellung der Rechnung galt. Bei verspäteter Zahlung musste der höhere Preis des Verspätungstages entrichtet werden. Bis zur vollen Zahlung des Rechnungsbetrags waren die Lieferer berechtigt, Einstellung der Lieferung anzudrohen und weitere Lieferungen nach sieben Tagen seit Zugang der Androhung einzustellen. Die am 24. Oktober 1923 erlassene Verordnung sollte auf alle Lieferungen seit dem 1. September 1923 Anwendung finden. Die rückwirkende Anwendung ist von einigen Städten dann versucht worden, wenn ausnahmsweise für die bis zum 1. September zurückliegenden Zeiträume noch nicht abgerechnet wurde, scheiterte aber am Widerstand der Bevölkerung. Rund 50 Städte in allen Teilen Deutschlands verbesserten das neue Abrechnungsverfahren z. T. schon vor Erlass der Verordnung noch durch die Ausgabe von „Gutscheinen“, die die Verbraucher zu jedem ihnen günstig erscheinenden Zeitpunkt – meist Lohn- und Gehaltszahlungstag – gegen Papiermark erwerben konnten. Sie wurden dadurch von dem Druck befreit, am Ablesetag den Rechnungsbetrag voll in Papiermark zur Verfügung haben zu müssen. Die von Kommunen und deren Versorgungsbetrieben ausgegebenen Leistungs-Gutscheine lauteten auf Verbrauchseinheiten für Licht- oder Kraftstrom (Kilowattstunden), Gas (Kubikmeter), Wasser (Kubikmeter) oder Goldmark mit Dollar-Valutaklausel und wurden auf die Verbrauchsrechnungen angerechnet. Die Versorgungsbetriebe hingegen waren in der Lage, die eingenommenen Papiermark-Beträge ebenfalls sofort an die Kohle-Lieferanten weiterzugeben. Sie befanden sich jetzt in keiner schlechteren Lage mehr als andere Unternehmungen und erlitten wie diese „nur“ die in der Inflation bei Zahlung von Papiermark an nicht am Orte wohnende Lieferanten üblichen Kursverluste. Halle a. S. (Provinz Sachsen), Stadthauptkasse, Abteilung für die Werke, Gutschein über 20 Kubikmeter Gas für November bis Dezember 1923. Solche Ausgaben von Leistungs-Gutscheinen sind schon seit August 1923 bekannt. Es ist bis heute nicht eindeutig nachgewiesen, welche Stadt sie zuerst verwendet hat. Allem Anschein nach war es Kaldenkirchen* im Rheinland. Die Städtische Werke Kaldenkirchen hatten seit August 1923 Leistungs-Gutscheine über 1, 5, 10 und 20 „Einheiten“ Strom, Gas bzw. Wasser eingeführt, die zum Tageskurs der Mark an der Amsterdamer Börse jederzeit und in jeder Menge angekauft werden konnten. Die Gutscheine waren alleiniges Zahlungsmittel für die Gebührenbegleichung. Bei ihrer Einführung kostete 1 Kubikmeter Gas 17 Cents, 1 Kubikmeter Wasser 5 Cents und 1 Kilowattstunde Strom 35 Cents niederländischer Währung. Aus dem ebenfalls linksrheinischen Bitburg in der Eifel sind Gutscheine des Elektrizitätsamtes des Kreises Bitburg über 20 Kilowattstunden* auch schon seit 2. August 1923 bekannt; zwei weitere über 1 und 5 Kilowattstunden** datieren vom 15. November 1923. Diese Gutscheine waren in Bitburg nicht das alleinige Zahlungsmittel für die Begleichung der Stromrechnungen. Der Kreis Bitburg war überwiegend landwirtschaftlicher Natur, und die Stadt lag nahe der Grenze. Das Elektrizitätsamt nahm daher auch luxemburgische, belgische und französische Franken sowie Feldfrüchte aller Art, vorwiegend Kartoffeln und Getreide, zur Bezahlung an. Den Stromablesern wurden Tabellen mitgegeben, die die Preise in den genannten Währungen und Feldfrüchtearten am Ablesetag und in Papiermark, die ebenfalls angenommen wurde, enthielten. Auch in den benachbarten rheinländischen Städten Trier (Gas- und Wasserwerke der Stadt Trier, 23. Oktober 1923: 1, 5 Kubikmeter Wasser*, 1, 5 Kubikmeter Gas**) und Monschau (Städtisches Gas- und Wasserwerk Monschau**, 25 Goldpfennig und 1 Goldmark) wurden Gutscheine verwendet. Aus dem Rheinland sind weiterhin Ausgaben aus Barmen* vom Gaswerk Barmen über 1 bis 150 Kubikmeter Gas, vom Gaswerk Crefeld* vom 1. September 1923 als Gasgutscheine in Form von Registrierkassenbons, Mülheim* a. R. (Gas- und Elektrizitätsversorgung Mülheim a. R., 2 bis 5 Kubikmeter Gas/ 2 bis 20 Kilowattstunden Strom), Solingen** (Städtische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke Solingen, 20. Oktober 1923, ½ bis 5 Goldmark, Volumen: 3.00.000 Goldmark) und Wesel** (Städtische Wasser- und Lichtversorgung Wesel, 15. Oktober und 15. November 1923, 0.50 bis 10 Goldmark) bekannt geworden. Solingen (Rheinland), Städtische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, Gutscheine über 2 Goldmark zur Bezahlung von Gas, Wasser und Strom, ausgegeben in Solingen am 20. Oktober 1923. Im September 1923 waren die Leistungs-Gutscheine auch im westfälischen Bielefeld** (Städtische Betriebskasse Bielefeld, 1923, 0,05 bis 100 Goldmark) sowie dessen Nachbarstadt Werther** (Städtisches Elektrizitätswerk Werther, 1923, 0,05 bis 10 Goldmark), im hessisch-nassauischen Frankfurt am Main** (Frankfurter Gasgesellschaft, 1. September 1923 und 16. Oktober 1923, 1 bis 50 Kubikmeter Gas) und in Lübeck** (Städtische Betriebe Lübeck, 28. August 1923, 1 bis 12 Kubikmeter Gas, 5 Kilowattstunden Kraftstrom) gebräuchlich. Am 23. Oktober 1923 führte die Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke, Frankfurt am Main**, ein fast gleiches Verfahren wie bei der Frankfurter Gasgesellschaft für die Bezahlung des Stromverbrauchs ein. Die Stromgutscheine lauteten über 1, 2, 5, 10, 50 und 100 Kilowattstunden; der Monat, für den sie Gültigkeit hatten, wurde jeweils aufgestempelt. Sie konnten nur von Abnehmern erworben werden, die im vorangegangenen Monat weniger als 1000 Kilowattstunden verbraucht hatten. Mannheim (Baden), Städtische Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke, Gutschein nur verwendbar an der Kasse der Städtischen Werke über ½ Rechnungsmark (= Goldmark), ausgegeben in Mannheim am 25. September 1923. Die badische Stadt Mannheim** beschloss am 15. September 1923 die Ausgabe von Leistungs-Gutscheinen durch die Städtische Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke über ½, 1, 2, und 5 Rechnungsmark (Volumen: 800.000 Goldmark). Im ostpreußischen Königsberg** gaben die Königsberger Werke und Straßenbahn G.m.b.H. am 27. September 1923 Gutscheine über 1 bis 20 Kubikmeter Gas und 1 bis 20 Kilowattstunden Licht aus, jeweils für einen Wochenbedarf zu verwenden. Die Verbrauchsrechnungen wurden, wie vielfach auch in anderen Städten, nur noch auf „Einheiten“, nicht mehr auf Mark ausgestellt. Bis einschließlich 3. November 1923 galt für mehrere Tage ein einheitlicher Preis, ab 4. November erfolgte die Festsetzung der Tarifpreise täglich. Die zur Verausgabung gelangenden Gutscheine wurden zum Schutz gegen Fälschung in der linken Ecke mit einem Trockenstempel versehen. Offenbar war sich die verausgabende Königsberger Werke und Straßenbahn darüber klar, dass beim Verkauf von jeweils nur einem Wochenbedarf ein ständiger Andrang an ihren Schaltern herrschen würde, denn man richtete sofort 18 Verkaufsstellen ein, darunter im Schauspielhaus, im Stadttheater, im Tiergarten und in den Badeanstalten. Trotzdem musste stundenlang angestanden werden. Den Oktober-Nummern der Königsberger Zeitung nach zu urteilen, war der Verkauf der Gutscheine im Oktober 1923 eines der wichtigsten lokalen Ereignisse. Immer wieder wurde die zu geringe Anzahl der Verkaufsstellen und das daraus folgende, oft stundenlange Anstehen bemängelt und schließlich erreicht, dass ihre Zahl bis Ende Oktober auf 31 erhöht wurde. Der Verkauf wurde nach Erscheinen der Rentenmarkscheine mit dem 30. November 1923 eingestellt, noch im Besitz der Konsumenten befindliche Gutscheine konnten zur Bezahlung der Dezembergebühren verwendet werden. Mit den beim Gutscheinverkauf eingenommenen Papiermarkbeträgen konnten in Ostpreußen wegen der größeren Entfernung von den Kohlerevieren nicht immer sofort wieder Kohlen für die Fortführung der Betriebe erworben werden. Hierzu hat die Stadt Königsberg berichtet: „ ... Da aber die sofortige wertbeständige Anlage der eingegangenen Gelder durch die Repartierung der Devisen verhindert wurde, erlitten wir trotz dieser beschleunigten Einziehung der Rechnungsbeträge unter der Einwirkung der immer schneller zunehmenden Inflation erhebliche Substanzverluste. Bis September 1923 waren wir in der Lage, die Kohlenrechnungen mit Wechseln zu bezahlen, wobei uns Inflationsgewinne zuflossen, die schließlich unseren Konsumenten durch erträgliche Preise wieder zugutekamen, dann aber mussten wir in erheblichem Umfange wertbeständige Bankkredite in Anspruch nehmen, die uns wirtschaftlich außerordentlich belasteten …“. Roßwein (Sachsen), Stadtrat Roßwein, Betriebsamt, Frei-Gutschein für 3 Einheiten zur Bezahlung von Gas-, Strom- und Wasserrechnungen, ohne Datum (1923). Aus Süddeutschland ist die ab 13. November 1923 in zwei Reihen erfolgte Ausgabe von Gutscheinen der Stadt Ulm** (Württemberg) bemerkenswert. Die Gutscheine galten auch in Neu-Ulm (Bayern), lauteten über 5, 20, 100, 300 und 1.000 (Gold-) Pfennig und waren auch gültig für Strom und Gas. Wer Gutscheine über den Betrag von sechs Mark hinaus auf einmal erwerben wollte, musste ein Drittel des Betrags in wertbeständigen Zahlungsmitteln leisten. Papiermark-Notgeld der örtlichen Firmen war zum Ankauf von Gutscheinen nicht zugelassen. Minderbemittelte erhielten 25% Ermäßigung. Im bayerischen Augsburg* erfolgte die Gaslieferung durch das Städtische Gaswerk an den größten Teil der Haushaltungen und die kleineren Gewerbebetriebe über Münzzähler. Diese wurden mit Spezialmarken bedient und gaben beim Einwurf das Gas für ½ Kubikmeter frei. Die Münzen wurden anfangs zum Preis von 11 Goldpfennigen, ab 1. Dezember 1923 für 10 Goldpfennige verkauft. „Während der kritischen Zeit der Inflation wurden nur beschränkte Mengen dieser Münzen abgegeben. Die Höchstmenge soll 10 Stück betragen haben“. Verbraucher, die nicht über Münzzähler verfügten, konnten vom Städtischen Gaswerk Gutscheine erwerben, die über 10 Kubikmeter Gas lauteten. Die bayerische Stadt Straubing** nahm wie andere Städte zunächst Vorauszahlungen in Papiermark an, die dem einzahlenden Verbraucher zum Tageskurs wertbeständig gutgeschrieben wurden. Der Verwaltungsrat der Städtischen Betriebe führte dann ab dem 23. November 1923 das Gutscheinverfahren ein. Ausgegeben wurden per 20. November 1923 Gutscheine über 35 und 60 Goldpfennig sowie 1,05, 2,10 und 4,20 Goldmark (= 1/12, 1/7, ¼, ½ und 1 Dollar). Die Scheine galten nicht nur für die Bezahlung der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserrechnungen, sondern auch zum Ankauf von Benzol, Koks, Teer, Holz, Installationseinrichtungen, Glühlampen und anderen Nebenprodukten der städtischen Betriebe. In den Vertrieb der Gutscheine waren auch die Sparkasse, alle Banken und die Bankgeschäfte betreibenden Genossenschaften eingeschaltet. Das hatte den Vorteil, dass der größte Teil des zumeist aus Papiermark bestehenden Verkaufserlöses zum schnellstmöglichen Umtausch in Devisen oder zur Bezahlung von Verbindlichkeiten nicht erst zur Bank gebracht zu werden brauchte, da er gleich dort einging. Straubing (Bayern), Städtische Betriebe, Wertbeständiger Gutschein für entsprechende Sachleistung Elektrizität, Gas, Wasser, Benzol, etc. über 2,10 Mark Gold = ½ Dollar, ausgegeben in Straubing am 20. November 1923. Diese Art der Organisation des Gutscheinverkaufs war auch in anderen Städten Deutschlands anzutreffen, so in Flensburg**, wo Gutscheine nur für eine 14-tägige Ableseperiode verkauft wurden, was die Herausgabe von insgesamt 6 Reihen und einen dementsprechend regen Papiermark-Geldeingang auslöste (Verrechnungs-Amt für Gas, Kraft und Wasser der Stadt Flensburg, 1923, 1, 5, 10 Kilowattstunden Licht bzw. Kraft). Nach der Vereinbarung mit den eingeschalteten Banken wurden die Papiermark-Beträge so schnell wie möglich gegen die in Flensburg öfter zur Verfügung stehenden Dollar, Pfund Sterling und Dänenkronen umgewechselt. Eine weitere Ausgabestelle in Flensburg** war das Kraftwerk Flensburg GmbH, Kreisüberlandanlage. Es erfolgte die Ausgabe von Gutscheinen ohne Datum über 1 bis 10 Kilowattstunden Licht. Die Stromgutscheine des Städtischen Elektrizitätswerkes im bayerischen Burghausen** sind wegen eines besonderen Fälschungsschutzes, den sie genossen, zu erwähnen. Man überdruckte mit Datum vom 5. November 1923 in den Wertstufen 10, 50, 100 und 500 Goldpfennig ältere Reichsbanknoten zu 1, 10 und 20 Tausend Mark und Bayerische Banknoten zu 5 Tausend Mark, deren Verwendungsmöglichkeit als Zahlungsmittel die Inflation am Ausgabetag (5. November 1923) längst überholt hatte. Sodann wurde der Überdruck mit einer Faksimileunterschrift versehen und das Stadtsiegel beigedruckt. Burghausen (Bayern), Städtisches Elektrizitätswerk Burghausen, überdruckte Reichsbanknote (1000 Mark vom 15.9.1922) als Gutschein über 10 Goldpfennige für Stromgebühren, ausgestellt in Burghausen am 8. November 1923. Stadtgemeinde Dingolfing (Bayern), 3% Schuld-Verschreibung über 5 Mark: Die Stadtgemeinde verpflichtet sich den Betrag bis spätestens 15. April 1929 einzulösen, die staatliche Genehmigung zur Ausgabe der Schuld-Verschreibungen wurde erteilt. Ausgegeben in Dingolfing am 15. April 1924. Einen eigenartigen Weg beschritt die Stadtverwaltung der bayerischen Stadt Dingolfing* noch nach Abschluss der Inflation. Auf Grund des Stadtrat-Beschlusses vom 14. April 1924 gab man am 15. April 1924 Gutscheine über 1, 5 und 10 Goldmark = 2, 10 und 20 Kilowattstunden Strom aus. Der Bezeichnung auf den Scheinen nach waren sie Schuld-Verschreibungen. Die Bevölkerung verwendete davon die Scheine über eine Goldmark als wertbeständiges Notgeld. Zur Sicherung der Rückzahlung wurden für die drei Wertstufen 2, 10 bzw. 20 Kilowattstunden Lichtstrom „verpfändet“. Wer diesen Gutscheinen misstraute, konnte sie also zur Bezahlung von Stromrechnungen verwenden. Die Gesamtauflage betrug 60.000 Goldmark, die der Stücke über 1 Goldmark 10.000 Goldmark. Nach dem im April und Mai 1925 erfolgten Aufruf kamen rund 50.000 Goldmark zur Einlösung; die restlichen rund 10.000 Goldmark blieben noch bis teilweise 15. April 1929, dem auf den Scheinen vermerkten letzten Einlösungstag, im Umlauf. Cottbus (Brandenburg), Magistrat für die Städtischen Werke zu Cottbus, Gutschein für 5 Goldpfennige, ohne Datum (1923). Außer den bereits genannten Leistungs-Gutscheinen für Strom, Gas und Wasser sind nach der Doktorarbeit von Rudolf Wilhelmy (1962) noch Scheine aus folgenden Städten bekannt: Bärwalde** (Sachsen), Elektrizitätswerk, 1923. Blankenese* (Schleswig-Holstein), Elektrizitätswerk, Dezember 1923. Land Bremen**, Erleuchtungs- und Wasserwerke, 1923 (Grundmark). Cottbus** (Brandenburg), Magistrat für die Städtischen Werke zu Cottbus, 1923. Erfurt** (Provinz Sachsen), Gaswerk, 1923. Frankfurt an der Oder* (Brandenburg), Gasanstalt, 1923. Freiburg i.B.* (Baden), Städtisches Elektrizitätswerk, 1923. Freiburg i.B.* (Baden), Städtisches Gaswerk, 1923. Halle a. S.** (Provinz Sachsen), Stadthauptkasse, Abteilung für die Werke, September bis Dezember 1923. Karlsruhe** (Baden), Stadt Karlsruhe, November 1923. Leipzig** (Sachsen), Direktion der städtischen technischen Werke, 1923. Magdeburg** (Provinz Sachsen), Städtische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, 1923/24. Neustettin** (Pommern), Städtische Licht- und Wasserwerke, 1. Dezember 1923. Oldenburg* (in Oldenburg), Städtische Licht- und Wasserwerke, 1923. Pegau* (Sachsen), Stadt Pegau, 1923. Roßwein** (Sachsen), Stadtrat Roßwein, Betriebsamt, 1923. Sonneberg** (Thüringen), Sonneberger Licht- und Kraftwerke G.m.b.H, 1923. Sonneberg** (Thüringen), Städtisches Wasserwerk, 1923. Steinau** (Hessen-Nassau), Stadt Steinau, 20. November 1923 (Goldmark). Tiengen** (Baden), Elektrizitätskasse Bürgermeister und Stadtrechner, 17. November 1923 (Goldmark). Uffenheim** (Bayern), Stadtrat Uffenheim, 1923 (Goldmark). Westerland auf Sylt** (Schleswig-Holstein), Städtisches Elektrizitätswerk, 1923. Steinau (Hessen-Nassau), Gutschein zur Begleichung der Rechnungen für elektrischen Strom über eine Mark Gold, ausgestellt in Steinau (Kreis Schlüchtern) am 20. November 1923. Sonneberg (Thüringen), Sonneberger Licht- und Kraftwerke G.m.b.H, Gutschein über 1 Kubikmeter Gas, ohne Datum (1923). Weiterhin berichtet Wilhelmy (1962) von folgenden Kommunen bei denen Leistungs-Gutscheine vermutlich ausgegeben wurden, aber bis heute kein Nachweis gegeben ist: Cassel, Eisenach, Braunschweig, Gaggenau, Gotha, Königstein und München. In Regensburg sind sie nicht mehr zur Ausgabe gelangt. Ein Abgleich der Ausgabestellen mit dem Katalog von Kai Lindman 2008 zeigt die folgenden zusätzlichen Abgabestellen: Dramburg* (Pommern), Gas- und Elektrizitätswerke Dramburg A.-G., Gutscheine 1923. Freiberg** in Sachsen, Städtische Betriebskasse Freiberg i. Sa., Quittungen 1923. Heidelberg** (Baden), Städtische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, 30. November 1923. Heidenheim** (Württemberg), Stadtkasse II Heidenheim, 1923. Bad Homburg v.d.H.* (Hessen-Nassau), Städtische Gas- und Wasserwerke, 1923. Kirn** (Rheinland), Städtische Licht- und Kraftwerke, 1. Dezember 1923. Kreuznach** (Rheinland), Kreuznacher Electrizitäts-Werke, 7. November 1923. Laupheim** (Württemberg), Elektrizitäts-Werk Laupheim, 15. November 1923. Limburg** (Hessen-Nassau), Mainkraftwerke AG, Betriebsabteilung Limburg, 1923. Löchgau** (Württemberg), Wilhelm Röcker G.m.b.H., Elektrizitätswerk Besigheim, 7. November 1923. Neckarsulm** (Württemberg), Städtische Gaswerksverwaltung, 1923. Neustadt a.d. Haardt* (Pfalz), Städtische Werke, 1923. Oberursel a.T.* (Hessen-Nassau), Hessen-Nassauische Gas A.-G., Dezember 1923. Schwandorf** (Bayern), Elektrizitätswerk, 1. Dezember 1923. Stuttgart** (Württemberg), Städtisches Elektrizitätswerk, 10. Oktober 1923. Stuttgart** (Württemberg), Städtisches Gaswerk, 10. Oktober und 25. November 1923. Trier* (Rheinland), Stadt Trier, 1923. Wesel** (Rheinland), Städtische Wasser- und Lichtversorgung, 15. Oktober und 15. November 1923 (Goldmark). Worms** (Hessen), Städtisches Gaswerk, 8. Oktober 1923. Kirn (Rheinland), Städtische Licht- und Kraftwerke, Gutschein über 1 Gascubikmeter für 1,20 Franken, ausgegeben Kirn am 1. Dezember 1923. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass per Stand 2008 66 kommunale Leistungs-Gutscheine im zweiten Halbjahr 1923 ausgegeben wurden. Davon sind 19 Scheine bis heute nachgewiesen, aber keine Abbildungen verfügbar (siehe Markierung *). Von 47 nachgewiesenen Scheinen ist mindestens eine Abbildung im Lindman-Katalog verfügbar (siehe Markierung **). Alle Scheine sind nach Katalogangaben in der Regel selten. Hans-Georg Glasemann Erläuterungen * Ausgabe ist nachgewiesen, bisher im Lindman-Katalog keine Abbildungen dieser Leistungs-Gutscheine enthalten. ** Leistungs-Gutscheine mit Abbildung nachgewiesen, in der Regel sehr seltene Scheine. Bildquelle: Privat (7/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Lindman, Kai: Das wertbeständige Notgeld von 1923/24, 2008. Müller, Manfred: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924, Deutsches Notgeld, Band 12, 2011. Wilhelmy, Rudolf: Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro
- Geldscheinporträts: Alexander der Große – Zwischen Genialität und Größenwahnsinn
Ein Beitrag aus unserer Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Abbildung 1: Alexander im Schlachtgetümmel, Detail der berühmten „Alexanderschlacht“ (Mosaik, Pompeji, ca. 150–100 v. u. Z., wohl nach einer Vorlage aus dem 4. Jahrhundert), Neapel, Archäologisches Nationalmuseum. Die unglaublichen Taten von Alexander dem Großen haben die Fantasie der Nachwelt angeregt: In vielen Sprachen und Literaturformen wurde der Ruhm des erfolgreichen Eroberers verkündet. In mittelalterlichen Kirchen wurde Alexanders Himmelfahrt zum beliebten Motiv. Auch für die neuzeitliche Herrscherideologie besaß der große Makedonenkönig Vorbildcharakter: In vielen Schlössern wurden seine Taten in Freskenzyklen und Stuckreliefs vor Augen geführt. Es gibt zahlreiche Münzen und Medaillen mit Porträts des Herrschers. 1956 wurde Alexander der Große auch auf einem Geldschein der Bank von Griechenland verewigt. Abbildung 2: Bank von Griechenland, 1000 Drachmen, 1956 Vorderseite: Mittig Kampfszene aus dem griechischen Mythos mit Herakles. Links Detailausschnitt aus einem Goldmedaillon von Tarsos mit Kopf des Herakles/Alexander dem Großen. Unten Schlachtszene vom Alexandersarkophag aus Sidon. Rückseite: Detailausschnitt aus dem Alexandermosaik (Pompeji, Casa del Fauno): Alexander der Große zu Pferde nach rechts. Alexander wurde im Juli 356 v. u. Z. als Sohn des Makedonenkönigs Philipp II. und seiner aus Epirus stammenden Gemahlin Olympias geboren. Beide führten ihren Stammbaum auf Helden der Mythologie zurück: Sein Vater auf Herakles, seine Mutter auf Achilleus. König Philipp förderte seinen Sohn und begann früh, ihn auf das Herrscheramt vorzubereiten. Von 342 bis 340 war Aristoteles Alexanders Lehrer. Er führte ihn in Naturwissenschaften und Politik ein und machte ihn mit Hauptwerken der griechischen Literatur vertraut. Die Illias war zeitlebens das Lieblingsbuch Alexanders, die er stets wie einen Schatz hütete. Bereits mit 16 Jahren leitete Alexander erste selbstständige militärische Unternehmungen. Philipp II. hatte das bis dahin unbedeutende Makedonien zu einer militärischen Großmacht ausgebaut und Thessalien, Thrakien und alle griechischen Stadtstaaten mit Ausnahme Spartas in ein Bündnis unter seiner Führung gezwungen (Korinthischer Bund). Philipp begann anschließend mit den Vorbereitungen für einen Feldzug gegen die Perser. 337 kam es zu einem Streit zwischen Alexander und seinem Vater, infolgedessen er mit seiner Mutter das Land verließ. Ein halbes Jahr später kehrte Alexander zurück. Kurz darauf fiel sein Vater Philipp II. einem Attentat zum Opfer. Über eine Beteiligung seines Sohnes, der um seine Thronfolge fürchtete, wird noch heute spekuliert. Alexander verlor keine Zeit und sicherte sofort seine Herrschaft über die besetzten griechischen Gebiete. Er hatte ein klares Ziel vor Augen: Die Eroberung des Weltreichs der Perser. Alexander führte damit die Pläne seines Vaters fort. Im Frühjahr 334 begab er sich mit etwa 32.000 Fußsoldaten und 5000 Reitern auf die Reise nach Kleinasien. Im Winter 334/333 v. u. Z. eroberte Alexander das anatolische Binnenland. In der Stadt Gordion zerschlug er der Legende nach den Gordischen Knoten, über den ein Orakel prophezeit hatte, nur derjenige, der diesen Knoten löse, könne die Herrschaft über Asien erringen. Der Eroberungszug war eingeläutet. Die Armee Alexanders fügte den Truppen des achaimedischen Perserkönigs Dareios III. in kurzer Zeit mehrere entscheidende Verluste zu: Die Schlacht bei Issos und die Schlacht bei Gaugamela am Tigris gehören dabei zu den bekanntesten. Er stieß weiter entlang der Mittelmeerküste bis nach Ägypten vor und besetzte strategisch wichtige Häfen wie die phönizische Stadt Tyros. In Ägypten wurde er ehrfurchtsvoll empfangen und wie die alten Pharaonen als Gottkönig verehrt. An der Küste ließ er eine Stadt errichten - Alexandria - die auch heute noch an ihn erinnert. Im Winter 331/330 fielen den Makedonen die achaimedischen Residenzen Susa und Persepolis kampflos in die Hände. König Dareios entkam, fiel jedoch einer Verschwörung in seinem Vertrautenkreis zum Opfer. Alexander hatte den Anspruch, das Erbe des Perserkönigs anzutreten. Er wollte beherrschen, was auch Dareios vor ihm beherrscht hatte. In einem Anflug von Hybris unterwarf Alexander noch Baktrien (im heutigen Afghanistan) und ehelichte die baktrische Prinzessin Roxane. 327 v. u. Z. fiel er in Indien ein und überquerte den Indus, die äußerste Grenze des alten Perserreichs. Alexander starb 323 v. u. Z. plötzlich in Babylon, vermutlich an Typhus. Sein Imperium zerbrach. Alexander der Große wurde bereits direkt nach seinem Tod ein Vorbild für hellenistische Könige, die über Teile seines Reichs herrschten. Später beriefen sich auch römische Kaiser auf Alexander. Seine Person wurde prägend für viele Herrscher bis in die Gegenwart. Die Geschichte seiner Taten wurde in Berichten und Erzählungen immer weiter legendenhaft ausgeschmückt. Elias Heindl Literatur/Quellen Orth, Wolfgang: Alexander der Große. In: Brodersen, Kai (Hrsg.), Grosse Gestalten der griechischen Antike. Verlag C.H. Beck, München, 1999 Dahmen, Karsten: Die Berliner Abukir-Medaillone – Alexander der Große in Gold. Führungsblatt Nr. 13, Münzkabinett Bode-Museum, Staatliche Museen zu Berlin, 2005 smb.museum-digital.de/object/171374 (zul. aufgerufen am 24.04.2023) de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Gro%C3%9Fe (zul. aufgerufen am 24.04.2023) Daniels, Patricia: Alexander der Große: Genialer Eroberer oder Größenwahnsinniger? National Geograhics Special – Denker, Herrscher, Macher, 29.04.2022, aufgerufen über www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2022/04/alexander-der-grosse-genialer-eroberer-oder-groessenwahnsinniger (zul. am 25.04.2023) https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/59/Alexander_and_Bucephalus_-_Battle_of_Issus_mosaic_-_Museo_Archeologico_Nazionale_-_Naples_BW.jpg












