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  • Aus privaten Sammlungen: Propagandaschein zur politischen Wende 1989

    Aufgrund der stark eingeschränkten Möglichkeiten der Benutzung von Kopiergeräten in der DDR – in größeren Firmen gab es spezielle Kopierabteilungen und jeder Kopiervorgang musste schriftlich beantragt und natürlich bewilligt werden, außerdem bedurfte auch jede Herstellung von Druckerzeugnissen einer speziellen Druckgenehmigung über die Bezirks- und Kreisverwaltungen – war es kaum möglich, in der DDR anderes als staatliches Propagandamaterial in Umlauf zu bringen. Das verhinderte Flugblätter der "außerparlamentarischen Opposition" – im Parlament der "Blockflöten" waren alle Parteien gleichgeschaltet – einerseits, war aber auch der puren Mangelwirtschaft geschuldet. Die wenigen Flugblätter, die die DDR-Bevölkerung erreichten, landeten meist mit Ballons aus dem Westen. Ihre Verbreitung war selbstverständlich strikt verboten! Erst am Ende der DDR wurde auch in größerem Umfang sog. "staatsfeindliche Propaganda" produziert, wahrscheinlich in den Kopierabteilungen von Firmen, in denen nach Fall der Mauer und Öffnung der Grenze – wie in vielen Einrichtungen – Anarchie herrschte. An den Firmentoren versammelten sich Menschenmassen mit Plakaten von Honnecker in Sträflingskleidung. Zur gleichen Zeit wurden vereinzelt auch Propagandascheine verteilt, die der damaligen 50-DM-Note der Deutschen Bundesbank nachempfunden waren und ein Porträt von "Noch-Staatsratsvorsitzenden" Erich Honnecker zeigten. Als Geldscheinsammler habe ich mir natürlich ein Exemplar aufgehoben. Die Qualität verrät, dass es sich wahrscheinlich um die Kopie von der Kopie einer Kopie handelt. Auch das Papier entsprach einfachem DDR-Standard. Egal – es handelt sich um ein interessantes Zeitdokument einer turbulenten Phase der jüngeren deutschen Geschichte und damit ist es auch als Sammelobjekt wert erhalten zu werden. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: DDR: Propagandaschein über "40 verlorene Jahre" von 1989. Vorderseite: Gestaltung ähnlich 50 DM der "Gemäldeserie" der Deutschen Bundesbank, rechts Porträt von Erich Honnecker, links oben 13861 91189 als Kontrollnummer (13.8.1961 = Bau der "Berliner Mauer"; 9.11.1989 = Fall der "Berliner Mauer"). Links unten in einer angedeuteten Guilloche "DEN OPFERN DES SYSTEMS". Mitte oben "Bankrott" statt "Banknote". Mitte "VIERZIG / VERLORENE JAHRE / 40 / JAHRE / UMSONST". Darunter Unterschriftszug von Erich Honecker und darunter sein Spruch "Den Sozialismus in / seinem Lauf halten / weder Ochs noch Esel auf." Rechts unten Wiederholung der Kontrollnummer. Wertzahlen "40" in allen vier Ecken des Zierrahmens. Rückseite: Druck einseitig, schwarz. Wasserzeichen: ohne Format: ca. 231 mm x 113 mm Katalogreferenzen: ohne Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 50 Deutsche Mark der Bank deutscher Länder o.D. (August 1948)

    Die Bank deutscher Länder wurde am 1. März 1948 gegründet; als Zentralbank und alleinige Notenbank für die westlichen Besatzungszonen Deutschlands wurde sie zur Vorgängerin der Deutschen Bundesbank. Hintergrund für die Errichtung der Bank waren Uneinigkeiten über die geplante Währungsreform zwischen den Besatzungsmächten. Konnten sich die Westalliierten schließlich für eine Zentralbank einigen, war die Sowjetunion dazu gezwungen, in ihrer Besatzungszone am 23. Juni 1948 eine eigene Deutsche Mark einzuführen, für deren Ausgabe die ebenfalls neu gegründete Deutsche Notenbank zuständig war. Als in den westlichen Besatzungszonen mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 alle Reichsbanknoten, Rentenbankscheine und Noten der Alliierten Militärbehörde ihre Gültigkeit verloren, wurden diese durch in den USA gedruckte Noten der neuen Währung der Deutschen Mark ersetzt. Eigene Noten der Bank der deutschen Länder mit Nennung des Banknamens kursierten ab 20. August 1948. Die Ausgabe der 50-Deutsche-Mark-Noten der Bank der deutschen Länder ab August 1948 erfolgte nur in einer geringen Auflage; neben Austauschnoten zum Ersatz aussortierter Scheine – erkennbar am Kenn-Buchstaben G vor und der Serie G nach der Kontrollnummer – existieren ferner Muster in unterschiedlichen Varianten. Aus der Sammlung Josef Gerber: Westliche Besatzungszonen Deutschlands unter den Alliierten, Bank deutscher Länder: 50 Deutsche Mark ohne Datum (August 1948) Vorderseite: Weiblicher Kopf über Palmette; Ornamente. Rückseite: Wertangabe in Ornamenten. Wasserzeichen: – Format: 156 mm x 67 mm Druckerei: Tudor Press Umlauf: bis 31.10.1949 Katalogreferenzen: WBZ-10a (Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro-248a (Rosenberg/Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871) GFR-P10a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II - General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 500 Mark der Provinz Ostpreußen von 1922

    Gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs ist die russische Narew-Armee in die preußische Provinz Ostpreußen eingedrungen, hat schwere Zerstörungen verursacht und eine erste Flüchtlingswelle ausgelöst. Erst nach der Schlacht von Tannenberg und der Winterschlacht in den Masuren konnten die deutschen Truppen unter Hindenburg das Land wieder befreien. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Deutschland zahlreiche Gebiete an Polen abtreten, darunter auch weite Teile Westpreußens und den ostpreußischen Kreis Soldau. Dadurch wurde Ostpreußen vom restlichen Reich durch den sog. "Polnischen Korridor" getrennt. Das ostpreußische Memelgebiet kam unter alliierte Kontrolle und wurde 1923 von Litauen annektiert. Der bei Deutschland verblieben Rest Westpreußens mit Marienwerder kam als eigener Regierungsbezirk zu Ostpreußen. Bereits 1918 hatte der Provinzialverband Ostpreußen, der seinen Sitz in der ostpreußichen Hauptstadt Königsberg hatte, eigene Geld-Ersatzscheine über 50 Pfennig sowie 5 und 20 Mark zur Behebung des Klein- und Großgeldmangels ausgegeben. Mit zunehmender Inflation folgten im Oktober 1922 Werte zu 500 und 1000 Mark, die heute meist nur noch mit den späteren Überstempelungen zu 500.000 und 1 Million Mark vorkommen. Auch die 5-Mark-Scheine von 1918 wurden später zu 5 Millionen Mark überdruckt. Gute Erhaltungen dieser Scheine sind heute selten. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Ostpreußen, Provinzialverband Ostpreußen: 500 Mark vom 11. Oktober 1922 Vorderseite: Mitte Unterdruck: großes ostpreußisches Wappen mit bekröntem Reichsadler und Schildhaltern im ausgesparten Ornament-Unterdruck. Rückseite: wie Vorderseite. Format: 170 mm x 108 mm Wasserzeichen: Wellenbündel Katalogreferenzen: OPR-4a (Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948) Hans-Ludwig Grabowski Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948 – Die Banknoten und Notgeldscheine der deutschen Länder, Provinzen und Bezirke Auflage: 2. Auflage 2006 Broschur: 640 Seiten Format: 14,8 x 21 cm ISBN: 978-3-86646-500-8 Preis: 39,80 Euro Mehr lesen! Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 100 Drachmai (100 Francs) der Ethniki Trapeza tis Ellados vom 21.8.1874

    Im Zuge der Griechischen Revolution wurde in der Ersten Hellenischen Republik im Jahr 1828 unter Ioannis Kapodistrias die erste neuzeitliche Nationalwährung Griechenlands eingeführt: der Phönix. Auch die älteste Bank Griechenlands, die Ethniki Chrimatistiki Trapeza (Nationale Finanzbank), wurde in diesem Jahr gegründet und gab ab 1831 Noten aus. Im neu gegründeten Königreich wurde jedoch die Drachme eingeführt, die den Phönix als griechische Landeswährung ablöste. 1841 wurde die griechische Nationalbank, die im Laufe der Zeit ihren Namen mehrmals änderte, gegründet und mit dem exklusiven Notenrecht ausgestattet. Der erste Gouverneur und Gründer der Bank war Georgios Stavros, der bereits die Ethniki Chrimatistiki Trapeza geleitet hatte; sein Porträt war ab 1863 sieben Jahrzehnte lang auch auf den Noten der Nationalbank abgebildet. Am 21. Dezember 1868 trat das Königreich Griechenland der Lateinischen Münzunion bei, die das Wertverhältnis zwischen Silber und Gold auf 1:15,5 festlegte; die Drachme wurde im Verhältnis 1:1 an den Franc gekoppelt. Ab 1870 begann die Ethniki Trapeza tis Ellados (Nationalbank) mit der Ausgabe von Noten mit der bisherigen Gestaltung, die nun aber auf den Vorderseiten zwei "N" (für "ΝΕΟΝ", "neu") sowie auf der Rückseite eine Wertangabe in Francs trugen. Da Papiergeldangelegenheiten in der Münzunion nicht geregelt waren, konnte unter anderem Griechenland einen Notendruck im extensiven Ausmaß ohne Verpflichtungen zur Edelmetalldeckung betreiben, was inflationäre Auswirkungen nach sich zog und im Endeffekt zum Zerfall des fixierten Gold-Silber-Standards der Münzunion führte. Aus der Sammlung Josef Gerber: Königreich Griechenland, Ethniki Trapeza tis Ellados: 100 Drachmai = 100 Francs vom 21. August 1874 Vorderseite: Oben mittig sich an einen Schild anlehnende allegorische Figur, die am Band als Hoffnung ("ΕΛΠΙΣ") identifiziert wird, links davon Büste des Georgios Stavros, rechts Wappen des Königs Georg I. (1863–1913); Bankname, Wertangabe in Drachmai und Zahlungsversprechen in griechischer Sprache. Rückseite: Bankname und Wertangabe in Francs in französischer Sprache, Ornamente. Druck: American Bank Note Company, New York Katalogreferenzen: GRC-32 (Standard Catalog of World Paper Money – Vol. II General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 50-Lirası-Musterschein der Türkischen Zentralbank o.D. (1951)

    Die Anfänge der modernen Türkei sind unzertrennlich mit dem Namen Mustafa Kemal Atatürks verbunden: Nach der Niederlage des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg führte Atatürk – damals noch als Mustafa Kemal Pascha – den Widerstand gegen die Besatzung durch die Westmächte an. Am 29. Oktober 1923 rief er schließlich nach dem Sieg im "Türkischen Befreiungskrieg" die Republik Türkei aus und wurde erster Präsident des Staates, den er durch verschiedene europäisch orientierte Säkularisierungsmaßnahmen stark modernisierte: Es folgten unter anderem die Abschaffung des Sultanats und des Kalifats sowie der Scharia, Reformen des Rechts- und Bildungssystems, Einführung des Gregorianischen Kalenders und der lateinischen Schrift wie auch des Frauenwahlrechts. Bis zu seinem Tod war Atatürk auf türkischen Banknoten abgebildet; mit dem Amtsamtritt seines Nachfolgers İsmet İnönü wurden die Porträts an den neuen Präsidenten angepasst. 1951 kehrte jedoch Atatürks Porträt zurück: Die Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası gab eine Reihe von Noten zu 2 1/2, 5, 10, 50, 100, 500 und 1000 Lira mit seinem aus den 1930er Jahren bekannten Brustbild mit Fliege aus; bis 1971 erschienen diese Noten in zahlreichen Farbvarianten, die sich jedoch alle – mit der Ausnahme eines einzigen Untertyps – nur auf das Gesetz vom 11. Juni 1930 berufen, ohne das Ausgabedatum zu nennen. Die Renaissance der Atatürk-Porträts auf Geldscheinen nahm jedoch kein Ende: Auch heute noch ist auf türkischen Banknoten der mit einem wahren Personenkult verehrte "Vater der Türken" abgebildet. Aus der Sammlung Josef Gerber: Republik Türkei, Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası: Musterschein der Banknote über 50 Türk Lirası o.D. (Umlaufnote ausgegeben am 1.12.1951) Vorderseite: Rechts Porträt des Mustafa Kemal Atatürk; "GEÇMEZ"-Überdruck und "CANCELLED"-Perforation. Rückseite: Soldatenstatue aus dem Siegesdenkmal auf dem Platz der Nation in Ankara; "GEÇMEZ"-Überdruck. Wasserzeichen: Porträt des Atatürk. Format: 160 mm x 74 mm Druck: Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd., New Malden, Surrey, England Katalogreferenzen: TUR-162s (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II - General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 200 Piastres aus Französisch-Indochina von 1953

    Die Gebiete der heutigen Staaten Vietnam, Kambodscha und Laos wurden als Französisch-Indochina bis Anfang des 20. Jahrhunderts von Frankreich kolonialisiert. Während des Zweiten Weltkriegs kam es zu einer japanischen Herrschaft; die Franzosen blieben jedoch im Gebiet. Nach der Kapitulation Japans wurden Auseinandersetzungen der Franzosen, die ihre Kolonie wiederherzustellen versuchten, mit den Việt Minh, deren Ziel ein unabhängiger, kommunistischer Staat Vietnam war, entfacht; diese Konflikte gipfelten im Indochinakrieg (1946–1954). Nach der entscheidenden Niederlage der Franzosen in der Schlacht um Điện Biên Phủ fand vom 24. April bis 20. Juli 1954 in Genf die Indochinakonferenz statt, die die französische Kolonialherrschaft beendete und die Staaten Vietnam – zunächst geteilt in ein kommunistisches Nordvietnam und ein Südvietnam unter Kaiser Bao Dai –, Laos und Kamboscha hervorbrachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab der Institut d'Émission des États du Cambodge, du Laos et du Viet-Nam Noten für die drei genannten Länder aus; einige der Scheine weisen eine gemeinsame Vorderseite und einer länderspezifische Rückseite auf – wie auch die unten abgebildete Note aus dem Jahr 1953. Sie stellt also einen der letzten Scheine Vietnams unter französischer Kolonialherrschaft dar. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Frz.-Indochina: Institute d'Emission des États du Cambodge, du Laos et du Viet-Nam, Ausgabe für Vietnam: 200 Piastres = 200 Dong ohne Datum (1953) Vorderseite: mittig Torbogen, links Elefant, rechts zwei Wasserbüffel. Rückseite: mittig Torbogen, links vietnamesischer Kaiser Bao Dai, rechts und unten Legende auf Vietnamesisch, Khmer, Laotisch und Französisch. Wasserzeichen: Tigerkopf. Format: 205 x 112 mm Entwurf: Pierre-Paul Jouve (Av.), William Fel (Rv.) Gravur: Jules Piel und Georges Beltrand (Av.), Jules Piel und André Marliat (Rv.) Druck: Banque de France Katalogreferenzen: 100 (Standard Catalog of World Paper Money – Vol. II, General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 5 Mark des Kaiserlichen Gouvernements von Kamerun vom 12. August 1914

    Bereits ab 1868 hatten verschiedene deutsche Firmen, allen voran das Hamburger Handelshaus Woermann, die Region durch Handelsniederlassungen erschlossen. 1883 wurde ein deutsches Konsulat unter Leitung von Dr. Gustav Nachtigall errichtet, der am 14. Juli 1884 nach dem Abschluss von Schutzverträgen mit den Königen der Duala und anderen einheimischen Herrschern die deutsche Kolonie Kamerun ausrief und damit den Briten, welche die gleiche Absicht hegten, nur um Tage zuvor kam. Die Kolonie dehnte sich in den folgenden Jahren auch auf das Hinterland aus (1911 Anschluss von Neukamerun) und war schließlich größer als das Deutsche Reich. Im Ersten Weltkrieg konnte sich die kleine deutsche Schutztruppe nur zwei Jahre gegen die militärische Übermacht der angreifenden Briten halten. Am 20. Februar 1916 ergab sich die letzte deutsche Garnison in Mora. Mit dem Vertrag von Versailles übernahm der Völkerbund die deutschen Kolonien. Deutsch-Kamerun wurde aufgeteilt und als Mandatsgebiete an die Siegermächte Großbritannien und Frankreich übergeben. Ab 1886 galt in Kamerun allein die Deutsche Reichswährung. Zum Jahreswechsel 1912 auf 1913 sollen sich insgesamt 4,734 Mio. Mark im Umlauf befunden haben. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war eine militärische Annexion durch die Briten zu erwarten, die vorerst die deutschen Kolonien durch eine Seeblockade von der Zufuhr aus dem Mutterland abschnitten. Um auf die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Zahlungsmitteln vorbereitet zu sein, ließ der letzte Kaiserliche Gouverneur von Kamerun Karl Ebermaier bereits mit Datum vom 12. August 1914 Schatzscheine ausgeben. Laut amtlicher Bekanntmachung sollten Werte zu 5 Mark (Serie A), 10 Mark (Serie B), 20 Mark (Serie C), 50 Mark (Serie D) und 100 Mark (Serie E) in einem Gesamtbetrag von 2 Millionen Mark ausgegeben werden. Die 10- und 20-Mark-Scheine wurden aber erst kurz vor dem Fall Dualas 1915 fertiggestellt und zum Teil von der abziehenden Truppe vernichtet. Ein Teil der Scheine kam später in Jaunde in Umlauf und der Rest fiel den Franzosen bei der Besetzung von Ebolowa in die Hände. Auch wenn die Schatzscheine Kameruns für britische und französische Soldaten ein beliebtes Souvenir waren, ist es bemerkenswert, dass bis heute kein Zehner oder Zwanziger in einer Sammlung belegt werden konnte. Alle Scheine tragen die Faksimile-Unterschriften Full (Stellvertretender Gouverneur) und Kräuter (Gouvernements-Kassierer). Ausgehend von Einlösungsstempeln auf Rückseiten sind die Schatzscheine auf alle Fälle noch bis Oktober 1917 und einzelne darüber hinaus sogar noch bis März 1920 in Umlauf gewesen. Aus der Sammlung Josef Gerber: Schutzgebiet Kamerun, Kaiserliches Gouvernement von Kamerun: Schatzschein über 5 Mark vom 12. August 1914 Vorderseite: Rahmen und Text; Unterdruck mit wiederholtem Text "Schutzgebiet Kamerun". Rückseite: Auszug aus der Verordnung des Gouverneurs. Wasserzeichen: ohne Format: 1 44 x 93 mm Katalogreferenzen: CMR-1 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) KAM-1 (Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871) Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 – Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Auflage: 22. Auflage 2020 Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm ISBN: 978-3-86646-183-3 Preis: 39,90 Euro Mehr lesen! Hans-Ludwig Grabowski / Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Aus privaten Sammlungen: 100 Franken der Schweizerischen Nationalbank von 1946

    Die ersten Banknoten der Schweiz wurden 1826 von der Deposito-Cassa der Stadt Bern ausgegeben. Zunächst spielte das Papiergeld in der Schweiz aber nur eine unbedeutende Rolle. 1848 waren es dann aber schon 8 und 1870 sogar 28 Institute, die eigene Noten ausgaben. Bis 1848 wurden Scheine in Französischen Fünffrankentalern, Brabantertalern, Gulden und Schweizer Franken alter Währung emittiert. Ab Einführung des Schweizer Franken kamen ab 1851/52 nur noch Noten in der neuen einheitlichen Währung in Umlauf. Die weitere Erhöhung der Anzahl von Noteninstituten auf 36 im Jahr 1880 lag vor allem an der Einführung der Goldwährung im 1871 gegründeten Deutschen Reich. Die zuvor in Deutschland sehr beliebten Schweizer 5-Franken-Stücke flossen seither in großen Mengen in die Schweiz zurück, wo man aber bereits das Papiergeld den Münzen vorzog. Die kaum zu überschauende Vielzahl der von insgesamt über 60 Notenbanken ausgegebenen Banknoten machten eine Zentralisierung des Notenbankwesen erforderlich, deren letzter Schritt die Gründung der Schweizerischen Nationalbank durch Bundesgesetz vom 6. Oktober 1905 war. Sie nahm am 26. Juni 1907 ihr Tätigkeit auf. Binnen drei Jahren mussten daraufhin alle Noten der bisherigen Notenbanken aus dem Verkehr gezogen werden. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Schweiz, Schweizerische Nationalbank / Banque Nationale Suisse / Banca Nazionale Svizzera: Banknote zu 100 Franken / Francs / Franchi vom 31. August 1946 Die über lange Zeit beibehaltene Gestaltung der Schweizer Banknoten sorgten für Ausgaben des hier vorgestellten Motivs aus den Jahren 1910 bis 1949. Vorderseite: Links unten Frauenkopf in einem ovalen Medaillon (Porträt von Berthe Hodler), Mitte Ornamentrahmen mit Wertzahl und Schweizerkreuz sowie Bankname und Wertangabe in den drei Amtssprachen der Schweiz im Guillochen-Rahmen. Rückseite: Mäher in Gebirgslandschaft in einem Rahmen aus Guillochen mit Wertzahlen in den vier Ecken und Banknamen in den drei Amtssprachen der Schweiz. Wasserzeichen: ohne Format: 181 mm x 115 mm Entwurf: Ferdinand Hodler Druck: Waterlow & Sons Ltd, London Gültigkeit: Aufgerufen am 1.10.1958, Gültig bis 30.9.1978 Katalogreferenzen: CHE-35t (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) CH17ggg (Richter/Kunzmann: Die Banknoten der Schweiz) B315t (Linzmayer: The Banknote Book – Switzerland) Hans-Ludwig Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: 100.000 Kronen der Oesterreichisch-ungarischen Bank von 1922

    Der Österreichisch-ungarische Ausgleich führte 1878 zur Gründung der Oesterreichisch-ungarischen Bank, die zweisprachige Noten für die beiden gleichberechtigten Reichshälften ausgab. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der Doppelmonarchie operierte die Oesterreichisch-ungarische Bank vorerst weiterhin unter diesem Namen, sollte jedoch nach dem Vertrag von St. Germain bald aufgelöst werden. Die zunehmende Inflation schlug sich auch in den Notenausgaben der Bank nieder: 1922 stellte der 500.000-Kronen-Schein das Höchstnominal dar; auch waren Noten über 1 Mio. Kronen geplant, jedoch wurden sie nicht mehr in Umlauf gegeben. Nach diesen Inflationsausgaben wurde die Oesterreichisch-ungarische Bank liquidiert. Mit dem Nationalbankgesetz vom 4. November 1922 wurde die Nachfolgerin, die Oesterreichische Nationalbank, gegründet und nahm am 1. Januar 1923 ihre Tätigkeit auf. Neue Kronen-Noten gab die Bank ab 1924 aus; jedoch wurde bereits am 20. Dezember 1924 eine Währungsreform beschlossen: Der Schilling sollte ab 1. März 1925 die Krone ablösen – ein Schilling entsprach 10.000 Papierkronen. Als Übergang wurden am 11.5.1925 die alten 10.000-Kronen-Noten mit dem Datum "2. Jänner 1924" und dem Aufdruck "Ein Schilling" in roter Farbe in Umlauf gebracht; im weiteren Verlauf des Jahres gab die Oesterreichische Nationalbank die erste Banknotenserie der Schillingwährung aus. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Republik Österreich, Oesterreichisch-ungarische Bank: Banknote über 100.000 Kronen vom 2. Januar 1922 Vorderseite: weibliche Figur im Medaillon mit zwei Füllhörnern; Legende und Ornamente. Rückseite: Wertangabe und Ornamente. Wasserzeichen: ohne Format: 196 mm x 132 mm Entwurf: Rudolf Junk und Hanns Schramm Druckerei: Druckerei für Wertpapiere, Wien Katalogreferenzen: AUT-81 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) A76 (Grabowski: Kleiner deutscher Papiergeldkatalog) Ri. 237 (Rudolf Richter: Papiergeld-Spezialkatalog Österreich 1759–2010) KK 173 (Kodnar/Künstner: Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759) ANK 203 (Herinek: Austria Katalog Münzen und Banknoten) Kana Totsuka Hier noch ein Link zu Österreich-Ungarn im Museum: https://www.geldscheine-online.com/oesterreich-ungarn Hier noch ein Link zur Oesterreichischen Nationalbank im Museum: https://www.geldscheine-online.com/oesterreich

  • Aus privaten Sammlungen: 50 Reichsmark des Reichsgaues Kärnten von 1945

    Als am Ende des Zweiten Weltkriegs die Versorgung mit Reichsbanknoten kriegsbedingt zum Erliegen kam, gab man in Kärnten zunächst Reichskreditkassenscheine aus. Es folgte eine Notausgabe des Reichsstatthalters in Kärnten (Gauselbstverwaltung), Rainer, die durch Guthaben des Reichsgaues bei der Deutschen Reichsbank gedeckt war. Die Scheine sollten in allen Gebieten Kärntens sowie in den besetzten Gebieten Kärntens und des Krain (heutiges Slowenien) gültig sein. Sie wurden wahrscheinlich im Gesamtwert von 1 Million Reichsmark ausgegeben und waren von Mitte April bis zum 8. Juni 1945 im Umlauf. Der Druck erfolgte bei der Druckerei Kleinmayr oder auch Carinthia in Klagenfurt. Ursprünglich sollten auch Werte zu 5, 10 und 100 RM hergestellt werden. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Großdeutsches Reich, Reichsgau Kärnten, Reichsstatthalter (Gauselbstverwaltung): Notgeld zu 50 Reichsmark vom 15. April 1945 Vorderseite: Text und Wappen in einem Rankenrahmen Rückseite: Druck einseitig Wasserzeichen: ohne Format: 155 mm x 85 mm Druckerei: Druckerei Kleinmayr oder Carinthia, Klagenfurt Auflage: 320.000 Stück = 16 Millionen Reichsmark (wahrscheinlich nur 20.000 Stück = 1 Million RM ausgegeben) Umlauf: 04/1945 – 8. Juni 1945 Katalogreferenzen: DEU-263 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) R 7 (Richter: Papiergeld-Spezialkatalog Österreich) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com

  • Aus privaten Sammlungen: 5 Piaster der "Georgischen Legion" in Samsun 1915/1916

    Die „Georgische Legion“ wurde 1915 im Auftrag des Deutschen Oberkommandos durch den Diplomaten, Offizier und ehemaligen Konsul in Tiflis, Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, aus rund 1.500 georgischen Kriegsgefangenen der türkischen Streitkräfte in Samsun am Schwarzen Meer im damals verbündeten Osmanischen Reich als Hilfstruppe zusammengestellt und von deutschen Ausbildern betreut. Unterstützt wurde er dabei durch das Komitee für die Unabhängigkeit Georgiens. Erster Kommandeur war der deutsche Leutnant Horst Schliephack. Im Krieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich war die Legion im Gebirge östlich Tirebolu am Schwarzen Meer stationiert. Während die Deutsche Reichsregierung die Legion ausschließlich im Falle einer antirussischen Revolution in Georgien einsetzen wollte, verlangten die Türken auch deren Einsatz als Freiwilligen-Verband im Krieg. Die Legion war deshalb kaum in Kampfhandlungen eingebunden. Im Januar 1917 wurde sie wegen Spannungen zwischen den Türken und dem Komitee für die Unabhängigkeit Georgiens aufgelöst. Die georgischen Offiziere der Legion bildeten später den Kern der Nationalarmee der von 1918 bis 1921 bestehenden Demokratischen Republik Georgien. Unterschrieben wurden alle Scheine von Hans Külzer (ohne und mit verschiedenen Dienstgraden). Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Osmanisches Reich, "Georgische Legion" in Samsun: 5 Piaster ohne Datum (1916) Vorderseite: Links bekrönter Reichsadler, schwarzer Text auf Ornament-Unterdruck, Handunterschrift ohne Dienstgrad, handschriftliche Kontrollnummer "57". Rückseite: Druck einseitig Wasserzeichen: Mit oder ohne Firmen-Wasserzeichen Format: 87 mm x 65 mm Umlauf: 1916 – Januar 1917 Katalogreferenzen: EWK-102a (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) SCWPM (Nicht im Katalog!) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com

  • Geldscheine und Musik: Rakoto Frah

    Jahrzehntelang zierte ein namentlich nicht genannter Flötist die malagassischen Banknoten über 1000 Francs = 200 Ariary: Philibert Rabezona (1923–29.9.2001), besser bekannt als Rakoto Frah. Frah wurde in einem Vorort der Hauptstadt Antananarivo geboren und begann im Alter von sieben Jahren, die Sodina-Flöte zu spielen – eine der ältesten traditionellen Instrumente Madagaskars. Bereits in seinen jungen Jahren trat er öffentlich auf und gewann Wettbewerbe. Nach seiner Darbietung vor Charles de Gaulle bei dessen Besuch in Madagaskar 1958 konnte sich Rakoto Frah nun endgültig hautberuflich der Musik widmen. Als einer der Ersten spielte er traditionelle Musik Madagaskars im Ausland: Er gab Konzerte u.a. in den USA, in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Indien, China, Japan und Australien. Nach dem Sturz des ersten Präsidenten im unabhängigen Madagaskar, Philibert Tsiranana, im Jahr 1972 kam Frah, der eine gewisse Nähe zu Tsiranana pflegte, kurzzeitig in Verruf. Bei seinem Tod am 29. September 2001 hinterließ der Künstler, der auch mit zahlreichen Jazzmusikern zusammengearbeitet hatte, mehrere Alben und mehr als 800 Lieder und Stücke. Republik Madagaskar, Banky Foiben'i Madagasikara: 1000 Francs = 200 Ariary o.D. (1983 eingeführt) Vorderseite: Porträt des Rakoto Frah mit Sodina. Rückseite: Pflanzen. Wasserzeichen: Zebukopf. Druckerei: De La Rue Format: 142 mm x 76 mm Katalogreferenzen: MDG-68a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III - Modern Issues) Kana Totsuka Abb. Sammlung Josef Gerber Hier geht es zu unserer Galerie zum Thema Banknoten und Musik

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