Lexikon: Banco del Giro

Aktualisiert: Mai 20

In dem durch Kriege verschuldeten österreichischen Staat (u.a. Dreißigjähriger Krieg 1618–1648) hatte man bereits im 17. Jahrhundert Pläne zur Gründung einer Zettelbank ausgearbeitet. Die Verantwortlichen konnten sich jedoch nicht dazu entschließen, das Zettelbank-Projekt von Freiherr Wilhelm von Schröder umzusetzen.

Als ein Darlehen infolge des Konkurses und der damit einhergehenden Zahlungsunfähigkeit des Bankhauses Oppenheim ausblieb, stimmte man dem Plan jedoch zu und Leopold I. ließ 1703 den Banco del Giro als Staatsbank gründen. Von einer Ausgabe der ursprünglich vorgesehenen umlauffähigen Obligationen sah man jedoch ab, da die Bevölkerung der Bank mit Misstrauen begegnete.


Die ersten Modelle (Formulare) sog. "Zahlungspapiere" gab es zwar schon 1759, die sind aber wahrscheinlich nicht ausgegeben worden.

Abgebildet sind Modelle (verfremdete Muster aus der öffentlichen Ankündigung) eines Wiener-Stadt-Banco-Zettels über 50 Gulden vom 1.Juli 1762.


Erst als man die Verwaltung der Bank der Stadt Wien übertrug und man sie 1706 in Wiener Stadt Banco umbenannte, schwanden die Vorbehalte gegen das Papiergeld. Es sollte aber noch Jahrzehnte dauern, bis der Wiener Stadt Banco das erste österreichische Papiergeld ausgab.


Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski

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