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- Kölnische Gummifäden-Fabrik: Unedierter Fehldruck eines Notgeldscheins zu 1 Million Mark
Kölnische Gummifäden-Fabrik vormals Ferd. Kohlstadt & Co.: Bislang nicht dokumentierter Fehldruck des 1- Million-Mark-Notgeldscheins Kurzer historischer Überblick Die Gummiwarenfabrik Ferd. Kohlstadt & Comp. [1] wurde 1843 von Ferdinand Kohlstadt und Marcus Breuer in Köln gründetet. Erster Firmensitz der neu gegründeten Gummiwarenfabrik befand sich auf dem Eigelstein Nr. 37 (neben dem damaligen Standort der Privatbrauerei Gaffel ) in Köln. Dort wurden Fäden aus Kautschukplatten geschnitten, die zu gewebten Gummibändern und Hosenträgern verarbeitet wurden. Der Firmensitz wurde 1864 auf die rechte Rheinseite an die Deutz-Mülheimer Straße 127-129 in Deutz verlagert. 1872 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und in Kölnische Gummifäden-Fabrik vorm. Kohlstadt & Comp. umbenannt. Produziert wurden alle Arten von Gummiwaren. In den 1920er Jahren betrug die Anzahl der Beschäftigten um die 700 Personen. Historische Firmenansicht auf der Rückseite der Notgeldausgaben. 1962 hatte das Unternehmen 1.300 Beschäftigte. 1972 ging die Kölnische Gummifäden-Fabrik in Köln-Deutz in Konkurs. Der südliche Flügelbau des Fabrikgebäudes wurde am 4. März 2004 unter Denkmalschutz gestellt. Seit 1995 etablierte sich in den Gebäuden das selbstverwaltete Künstler- und Gewerbeprojekt „Kunstwerk“. Heute besteht an dieser Stelle eine Mischnutzung aus Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Kultur unter dem Namen "Cologneo I". [2] Notgeld Die Firma gab im Jahr 1923 folgende Notgeldscheine aus: [3] [4] am 11. August 1923: 1 Million Mark (Wz. Delta-Muster und Rheinische Wellen) mit Gültigkeit bis zum 15. September 1923, am 22. August 1923: 5 Millionen Mark (Wz. Delta-Muster und Rheinische Wellen) mit Gültigkeit bis zum 15. September 1923, am 25. Oktober 1923: 10 Milliarden Mark (Wz. Furchen) mit Gültigkeit bis zum 11. November 1923. Kölnische Gummifäden-Fabrik: 1 Million Mark vom 11. August 1923. Kölnische Gummifäden-Fabrik: 5 Million Mark vom 22. August 1923. Kölnische Gummifäden-Fabrik: 10 Milliarden Mark vom 25. Oktober 1923. Gedruckt wurden alle Notgeldscheine von der Druckerei Karl Glitscher in Köln-Mülheim. Hier muss es zu einem kleinen Malheur gekommen sein. Vermutlich wurden einige Druckbögen des Notgeldscheins zu 1 Million Mark verkehrtherum eingelegt, so dass der Unterdruck von Vorderseite und der Druck der Rückseite kopfstehend ist. Der Fehldruck ist in keinem der bekannten Kataloge verzeichnet. Kölnische Gummifäden-Fabrik: Fehldruck zu 1 Million Mark vom 11. August 1923. Vermutlich ist so nur eine sehr kleine Anzahl an Fehldrucken entstanden. Nicht bekannt ist, wie hoch der Nutzen [5] auf dem Druckbogen war. Er lag wahrscheinlich bei sechs bis acht Notgeldscheinen pro Druckbogen. Ich schätze daher, dass die Anzahl der Fehldrucke etwa 60 bis 160 Exemplare betragen haben könnte, aber das ist eine reine Spekulation. Der hier vorlegende Fehldruck trägt die Kontrollnummer (KN) 3152. Das Wasserzeichen ist „Delta-Muster“ und er ist gebraucht, d. h. er befand sich seinerzeit im Umlauf. Der Schein wurde nicht während des Druckprozesses als Makulatur aussortiert, sondern wurde als Lohn mit ausgezahlt. Auch dies spricht für eine sehr geringe Stückzahl an Fehldrucken. Im Rahmen der Recherche wurde ein Schein mit der KN 3828 in korrekter Druckausführung festgestellt. Alle Scheine sind heute noch relativ preiswert im Handel und auf Verkaufsplattformen zu erwerben, wobei der Fehldruck eine kleine Rarität darstellt. Aber schauen sie einmal in ihre Sammlung. Vielleicht enthält diese ebenfalls den beschriebenen Fehldruck. Thomas van Eck Anmerkungen: [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kölnische_Gummifäden-Fabrik [2] https://www.rheinische-industriekultur.com/seiten/objekte/orte/koeln/objekte/gummifaedenfabrik.html [3] Keller-Katalog „Das Notgeld der deutschen Inflation – Teil 1“, Nr. 2719a-e [4] Katalog van Eck „Das Papiernotgeld der preußischen Rheinprovinz 1914-1948 – Band I“, Nr. 844.1-6 [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Nutzen_(Drucktechnik)
- Der Euro bekommt ein neues Mitglied: Bulgarien
Am 4. Juni 2025 gaben die Beamten der Europäischen Union grünes Licht für den Beitritt Bulgariens als 21. Mitglied der Euro-Währungsunion, einem wichtigen EU-Projekt zur Vertiefung der Beziehungen zwischen den Mitgliedsländern. Das Balkanland mit 6,4 Millionen Einwohnern wird am 1. Januar 2026 von seiner nationalen Währung, dem Lev, auf den Euro umstellen. Die Europäische Kommission kam zu dem Schluss, dass Bulgarien die Anforderungen erfüllt, und stützte sich dabei auf eine Stellungnahme der Europäischen Zentralbank. Die Angelegenheit wird nun auf einer für den 8. Juli anberaumten Sitzung der EU-Finanzminister zur Abstimmung gestellt. Nach Ansicht von EU-Beamten ist die Abstimmung eine beschlossene Sache. Bulgarien ist insofern ungewöhnlich, als es seine Währung, den Lev, gleich zu Beginn der Währungsunion im Jahr 1999 an den Euro gekoppelt hat, also noch vor dem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 2007. Bulgarien hat auch eine sehr niedrige Verschuldung, nur 24,1 % der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das liegt weit unter der 60 %-Marke, die in den wirtschaftlichen Kriterien für die Mitgliedschaft in der Eurozone festgelegt ist. Der letzte Schritt bestand darin, die Inflation unter den Richtwert von 2,8 % zu bringen, d. h. nicht mehr als 1,5 % höher als der Durchschnitt der drei niedrigsten Eurozonenmitglieder. Es gab Bedenken hinsichtlich des Ausmaßes von Korruption und Geldwäsche im ärmsten Land der EU. Die Kommission und die EZB stellten jedoch fest, dass Bulgarien in diesen Bereichen Fortschritte gemacht hat. Die jüngste von der EU durchgeführte Eurobarometer-Umfrage ergab, dass 50 % der Bulgaren dagegen und 43 % dafür waren. Zu den Gründen gehören Inflationsängste, Misstrauen gegenüber offiziellen Institutionen in einem Land, das in vier Jahren sieben Regierungen hatte, und weit verbreitete Fehlinformationen in den sozialen Medien. Das Thema wurde von pro-russischen nationalistischen Politikern aufgegriffen, die für die Beibehaltung der nationalen Währung plädieren. Präsident Rumen Radev schürte die Anti-Euro-Kräfte mit einem Vorschlag für ein Referendum, das vom Parlament abgelehnt wurde. Zu den Fehlinformationen gehörten falsche Behauptungen, der Euro würde es den EU-Beamten ermöglichen, Bankkonten zu beschlagnahmen oder einen digitalen Euro zur Kontrolle der Bürger einzusetzen. Ab dem 1. Januar 2026 werden an Geldautomaten nur noch Euro ausgegeben, obwohl beide Währungen einen Monat lang als Bargeld im Umlauf sein werden. Danach können Lev-Banknoten 12 Monate lang bei Banken und unbegrenzt bei der bulgarischen Nationalbank umgetauscht werden. Donald Ludwig
- Das Großdeutsche Reich: Wie die Nationalsozialisten schrittweise das deutsche Staatsgebiet erweiterten, Teil 1
Von der Saar-Abstimmung bis zur "Rheinlandbesetzung" Hitler sprach in „Mein Kampf“ von den Deutschen als „Volk ohne Raum“, das neuen „Lebensraum im Osten“ erobern müsse. Bevor Hitler sich anschickte, diesen Lebensraum erobern zu wollen, stand zunächst die Revision des Friedensvertrags von 1919 und die Rückgewinnung der durch das "Versailler Diktat" abgetretenen deutschen Gebiete auf der Agenda. Das Saargebiet Das Saargebiet war nach dem Ersten Weltkrieg aus Teilen der preußischen Rheinprovinz und der bayerischen Pfalz trotz seiner deutschen Bevölkerung auf 15 Jahre unter die Kontrolle des Völkerbunds gestellt und in das französische Zollgebiet einbezogen worden, während gleichzeitig die Besitzrechte und die Ausbeutung des Saar-Kohlebeckens an den französischen Staat fielen. Die Scheine der staatlichen französischen Minenverwaltung des Saargebiets (1920 bis 1930) sind deutschen Geldscheinsammlern bekannt. Ausgegeben wurden Werte zu 50 Centimes und 1 Franc, Probedrucke gab es für weitere Nominale zu 5, 10, 50, 100 und 1000 Francs. [Anmerkung der Redaktion] Abb. 1.1: Mines Domaniales de la Sarre (Staatliche Französische Minenverwaltung des Saargebiets), Gutschein zu 1 Franc ohne Datum (1920), Vorderseite. Abb. 1.2: Mines Domaniales de la Sarre (Staatliche Französische Minenverwaltung des Saargebiets), Gutschein zu 1 Franc ohne Datum (1920), Rückseite. Abb. 2.1/2: Saargebiet, Briefmarken zur Volksabstimmung 1935 über 40 und 60 Centimes, ausgegeben ab 1. November 1934, gültig bis 28. Februar 1935. Der erste Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles bot sich am 13. Januar 1935. Die Bevölkerung des Saargebiets war aufgerufen, unter Aufsicht des Völkerbunds über ihre Zukunft abzustimmen. Zur Auswahl stand die Rückkehr zum Deutschen Reich, der Anschluss an Frankreich bzw. die Beibehaltung des Status quo. Von den rund 540.000 Stimmberechtigten votierten 90,5 Prozent für Deutschland. Für den Anschluss an Frankreich stimmten nur 0,4 Prozent. Abb. 3: Hitler telefoniert am 15. Januar 1935 mit Gauleiter Bürckel und dankt für den "Saarsieg". Voraus gegangen war von deutscher Seite eine massive Propagandakampagne. Auf Großkundgebungen warb Propagandaminister Josephe Goebbels mit den Losungen „Deutsch ist die Saar, immerdar!“ und „Heim ins Reich“ für den Anschluss. Mit einem hohen Votum der Saarländer für die Rückkehr zu Deutschland wollte die NS-Rregierung den Westmächten gegenüber deutlich machen, dass die vergangenen 15 Jahre im krassen Gegensatz zum Selbstbestimmungsrecht der Völker gestanden haben. Abb. 4.1/2/3: Gedenkmarken der Deutschen Reichspost "Die Saar kehrt heim!" zu 3, 6 und 12 Reichspfennig, ausgegeben ab 16. Januar 1935, Druck: Reichsdruckerei Berlin. Am 2. Februar 1935 erließ die Regierungskommission des Saargebiets eine Währungsverordnung. Danach war die Ausfuhr von Zahlungsmitteln jeder Art sowie die Zahlung von Geldbeträgen nach außerhalb des Saargebiets verboten. Ferner sollten alle nicht auf Reichsmark lautenden Zahlungsmittel zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt an Umtauschstellen abgeliefert werden. Bereits am 18. Februar begann der Umtausch der französischen Zahlungsmittel in Reichsmark. Ursprünglich sollte die Reichsbankstelle Saarbrücken täglich einen Umrechnungskurs bekanntgeben, der auf der Basis des Goldkurses der Reichsbank zu ermitteln war. Jedoch befürchtete man, dass die Bevölkerung bei täglich schwankenden Kursen verunsichert und der Spekulation Tür und Tor geöffnet würde. Daher gaben die Vorstandsbeamten der Reichsbankstelle Emde und Scholz offiziell schon am 14. Februar 1935 bekannt, dass der Franken mit 0,1645 RM gerechnet würde. Am 1. März 1935 wurde die deutsche Währung zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel im Saargebiet. Abb. 5: République Française, 10 Francs, 1929, 10 g, Silber (680/1000), Vorder- und Rückseite. Hierfür erhielt man 1,645 RM. Abb. 6.1: Banque de France, Banknote zu 100 Francs vom 24. August 1926, Vorderseite. Hierfür erhielt man 16,45 RM. Abb. 6.2: Banque de France, Banknote zu 100 Francs vom 24. August 1926, Rückseite. Dem Volkswillen entsprechend verfügte der Völkerbundsrat mit Wirkung zum 1. März 1935 die Rückgliederung. Ab diesem Tag war auch die Reichsmark alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Insgesamt wurden 287,4 Mio. Francs (= 47,4 Mio. RM) umgetauscht. Täglich lieferte die Reichsbankstelle Saarbrücken die bei ihr abgelieferten französischen Münzen und Banknoten an die Zweigstelle der Banque de France in Saargemünd, die den Betrag auf ein Sonderkonto der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich überwies. Das Geld war Teil der 900 Mio. Francs, die als Entschädigung an Frankreich für die Rückübertragung der Saargruben und der Eisenbahn zu zahlen waren. Da das umgewechselte Geld dafür nicht ausreichte, musste der Restbetrag durch Kohlenlieferungen an Frankreich beglichen werden. Das Saargebiet wurde als neu geschaffener Gau Saarland unter Gauleiter Josef Bürckel ins Reich eingegliedert und der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik sowie Devisenbeschränkungen unterworfen. Ein zentrales Augenmerk der nationalsozialistischen Politik galt der Wiederaufrüstung Deutschlands. Sie hatte bereits heimlich während der "Weimarer Republik" begonnen und wurde seit der Machtübernahme der NSDAP am 30. Januar 1933, insbesondere seit dem Austritt aus dem Völkerbund im Oktober 1933, forciert. Am 9. März 1935 verkündete der Reichsminister für Luftfahrt, Hermann Göring, die Existenz einer durch den Versailler Vertrag verbotenen deutschen Luftwaffe. Als massive Proteste aus dem Ausland ausblieben, führte das Deutsche Reich am 16. März 1935 die ebenfalls durch den Versailler Vertrag untersagte allgemeine Wehrpflicht wieder ein. Auch die nächste Aktion blieb ohne Folgen. Am 7. März 1936 überquerten insgesamt 30.000 Soldaten der Wehrmacht die Rheinbrücken und zogen ins entmilitarisierte Rheinland. Damit brach das Deutsche Reich sowohl den Versailler Vertrag als auch den Locarno-Pakt aus dem Jahr 1925. Hitler rechtfertigte den Vertragsbruch mit dem Verweis auf das deutsche Selbstbestimmungsrecht und auf einen im Mai 1935 zwischen Frankreich und der Sowjetunion geschlossenen Beistandspakt, den er seinerseits als bereits erfolgten Bruch des Locarno-Pakts ansah. Uwe Bronnert Fortsetzung folgt … Abbildungen: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Geldscheinsammlung Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Briefmarkensammlung Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Fotoarchiv (Foto aus: Adolf Hitler – Bilder aus dem Leben des Führers, Cigaretten-Bilderdienst Hamburg-Bahrenfeld 1936, S. 87 Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Briefmarkensammlung Sammlung des Autors Sammlung Schilde, Berlin
- Literatur: Katalog zum Norwegischen Papiergeld
Karl Saethre - Norske Pengesedler Karl Saethre unter Mitarbeit von Svein Atle Udjus und Terje Nygard Norske Pengesedler (Norwegische Geldscheine) 26. Auflage 2022. 490 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. In norwegischer und englischer Sprache. Hardcover, durchgehend farbig. ISBN 978-82-92535-30-1. Preis 550 NOK (ca. EUR 48,-) plus Versand. Zu bestellen z. B. bei Skanfil ( www.skanfil.no ). Was für deutsches Papiergeld der „Grabowski“, ist für Norwegen der Katalog von Karl Saethre – das Standardwerk für den Sammler norwegischer Geldscheine. Dieser umfassende, hochwertig gemachte Katalog liegt inzwischen in der 26., nochmals erweiterten Auflage vor. Das Interesse an norwegischem Papiergeld ist insbesondere unter norwegischen Sammlern groß, wie auch die Auktionsergebnisse norwegischer Auktionshäuser wie Skanfil, Roschberg oder Oslo Myntgalleri in den letzten Jahren belegen. Die Ausgabe von Papiergeld im bis 1814 in Personalunion mit Dänemark verbundenen, von Kopenhagen aus regierten Norwegen begann im August 1695 durch den Kaufmann Jørgen Thor Møhlen in Bergen. Dieses Unternehmen endete bereits im Jahr darauf in einem finanziellen Fiasko. 1713 wurden auf königlichen Befehl in Kopenhagen Geldscheine ausgegeben, die auch in Norwegen umliefen und 1717 für wertlos erklärt wurden. Weitere Ausgaben mit Gültigkeit auch in Norwegen erfolgten ab 1737. Katalogisiert werden die dänisch-norwegischen Banknoten bis 1814, sodann die auf Skilling und Speciedaler lautenden Geldzeichen der nach der Unabhängigkeit Norwegens gegründeten Norges Bank von 1817 bis 1877, bevor sich die Katalogisierung der auf Kronen lautenden Scheine der Norges Bank ab 1877 anschließt. Viele ältere Scheine werden mit Vorder- und Rückseite farbig abgebildet, wenngleich von diesen oft nur wenige Exemplare in Sammlungen bekannt sind und kaum ein Sammler die Chance haben wird, jemals ein solches Stück im Original zu erwerben. Die Scheine der zweiten Ausgabe von 1901 in den Wertstufen 5 bis 1000 Kronen blieben bis zur Währungsreform im September 1945 im wesentlichen unverändert im Umlauf. Es gibt jedoch zu dieser Serie Varianten hinsichtlich Unterschriften, Papier und Kontrollnummern, die der Katalog im Einzelnen auflistet und bewertet. Angegeben wird dabei auch die Auflage je Serie, die bei den Nennwerten zu 500 und 1000 Kronen der Vorkriegs- und Kriegsausgaben oft nur wenige 10.000 Stück betrug. Das erklärt, warum diese Banknoten heute selten und von Sammlern gesucht sind. Seit 1945 hat die Norges Bank sechs weitere Banknotenserien ausgegeben, die ebenfalls detailliert aufgelistet und bewertet werden. Die eigene Banknotendruckerei der Norges Bank wurde 2007 geschlossen. Seitdem lässt Norwegen seine Banknoten bei Wertpapierdruckereien im Ausland drucken, was etwa bei der 7. Ausgabe von 1994 bis 2015 zu Varianten geführt hat. Einen eigenen Katalogabschnitt bilden die auf Spitzbergen durch norwegische, russische, US-amerikanische und schwedische Minengesellschaften an Mitarbeiter ausgegeben Gutscheine, die – soweit aktuell bekannt – erfasst und katalogisiert worden sind. Gerade die frühen Ausgaben der russischen Bergbaugesellschaft Arktikugol sind selten, konnten jedoch durch Referenzen auf mehrere Spezialsammlungen in Russland und in den USA umfassend katalogisiert und reichlich bebildert werden. Zu jeder der Gesellschaften, die auf Spitzbergen Geldzeichen ausgab, ist dem Katalogabschnitt eine kurze geschichtliche Darstellung vorangestellt. Auch den Notgeldausgaben von 1940, die den kurzzeitigen Bargeldmangel nach dem Einmarsch deutscher Truppen beheben sollten, wird ein eigenes Kapitel gewindet. Die Bewertungen (in norwegischen Kronen, 1 Euro entspricht derzeit etwa 11,60 NOK) in verschiedenen Erhaltungsgraden spiegeln die Dynamik des norwegischen Sammlermarktes und das anhaltende Interesse insbesondere an den frühen Ausgaben der Norske Bank wider. Ein großer Teil des Kataloges ist neben Norwegisch auch in englischer Sprache verfasst, was die Benutzung erleichtert. Für die Einführung in die Banknoten Norwegens zu Beginn des Katalogs wäre das ebenfalls wünschenswert gewesen. Hier muss sich der interessierte Leser ggf. mit einer Übersetzungs-App behelfen. Der Katalog lädt dazu ein, sich näher mit norwegischen Geldscheinen zu beschäftigen. Wer dieses Gebiet bereits sammelt, wird um den Katalog von Saethre nicht herumkommen. Dr. Sven Gerhard
- Transnistrien: eine neue 50-Rubel-Banknote im Umlauf
Am 20. Mai 2025 führte die Bank von Transnistrien eine neue 50-Rubel-Banknote ein, die den vorangegangenen Ausgaben von 2007 und 2012 ähnelt, aber jetzt kleiner ist und verbesserte Sicherheitsmerkmale enthält, einschließlich eines neuen geflügelten Sicherheitsfadens, eines anderen Wasserzeichenporträts und zusätzlicher lumineszierender Elemente und Mikrotexte. Die Grundfarbe der neuen Banknote ist grün. Der Dichter Taras Schewtschenko ist auf der Vorderseite links abgebildet. Rechts vom Porträt befindet sich ein Sicherheitsfaden mit entmetallisiertem ПРБ. Die Jahreszahl 2025 ist unten rechts zu sehen. Das Wasserzeichen ist von Alexander Suworow mit einer Elektrotype ПРБ. Außerdem wurde auf der Vorderseite links neben dem Datum ein QR-Code eingefügt, der auf die Internetseite der Bank führt. Taras Hryhorovych Shevchenko (1814 - 1861) war ein ukrainischer Dichter, Schriftsteller, Künstler, eine öffentliche und politische Persönlichkeit, Volkskundler und Ethnograph. Er war Stipendiat der Kaiserlichen Akademie der Künste und Mitglied der Bruderschaft der Heiligen Kyrill und Method. Er schrieb Gedichte in ukrainischer Sprache und Prosa (neun Novellen, ein Tagebuch und seine Autobiographie) in russischer Sprache. Damit ist er eine von vielen ikonischen Figuren, die mehreren slawischen Sprachkulturen angehören. Die Rückseite zeigt das Parlamentsgebäude in Tiraspol. Es wehen jetzt zwei Flaggen (die der Republik Moldau und die der Russischen Föderation) vom Parlamentsgebäude. Die Banknote wurde auf einem Papiersubstrat in Transnistrien gedruckt. Sie misst 129 x 56 mm. Die 50-Rubel-Banknoten aus den Jahren 2007 und 2012, die sich im Umlauf befinden, bleiben gesetzliches Zahlungsmittel auf dem Gebiet der Pridnestrowischen Moldauischen Republik (Transnistrien). Sie werden mit der neuen Ausgabe 2025 weiter in Umlauf bleiben und nach und nach aus dem Verkehr gezogen, wenn sie abgenutzt sind. Die Dauer des Parallelumlaufs dieser Banknoten ist nicht begrenzt. Donald Ludwig
- Janusz Parchimowicz: Neue 19. Auflage des Katalogs zu polnischen Banknoten von 2025
Janusz Parchimowicz: Katalog banknotów polskich i z Polska zwiazanych 2025 Katalog der polnischen und mit Polen verbundenen Banknoten 284 Seiten, jeder Schein meist vor- und rückseitig abgebildet in Farbe, Format 12 x 18,5 cm, Festeinband, 19. völlig überarbeitete und ergänzte Auflage, Stettin 2025, Preis 130 Zloty (ca. 30,50 €) ISBN: 978-83-87355-09-8 Die 19. Auflage des Katalogs polnischer Banknoten 2025 erschien nun wie früher nach zwei Jahren und weist eine verminderte Seitenzahl auf. Das 2025er Buch endet mit dem 10. Kapitel (Repliken). Diesmal nicht enthalten sind die 0-Euro-Scheine. Die Tabellen, die im 2023er Buch das Kapitel XII waren, sind diesmal ausgelagert in einem kleinen Heftchen, das extra besprochen wird. Alle Preise sind in polnischen Zloty PLN angegeben. Die polnische Währung hat stabil ihren Wert behalten, 100 PLN entsprechen etwa 23,50 €. Bereits auf den ersten Seiten des neuen Katalogs bei den Banknoten des 18. Jahrhunderts sind die Preise kräftig hochgesetzt worden, teilweise um 30%, und nicht nur in Spitzenerhaltungen. Bei den Talerscheinen des Herzogtums Warschau hat der Herausgeber bei 2-Talar-Scheinen drei- bis vierfache Preise notiert. Preise des 2023er Katalogs bei Russisch-Polen sind oft ergänzt durch „ca.“ also „Liebhaberpreis“. Auch bei den Generalgouvernements-Banknoten sind bei vielen Stücken dreimal so hohe Preise wie zuvor notiert. Der 10-Millionen-Mark-Schein in kassenfrisch von 1923 machte einen „Preissprung“ von 5000 PLN auf 9-10 000 PLN im Jahr 2025. Dem aufmerksamen Sammler wird nicht entgehen, dass 2025 für manche Scheine nun auch Preise stehen, die früher nur mit ca. versehen waren. Die an Polen interessierten Banknotensammler wissen, dass man Scheine der 1920er Jahre nur sehr selten bei Händlern oder Tauschpartnern findet, nur die 1930er Noten sind – meist auch nur gebraucht – im Angebot. Danziger Geldscheine waren immer auch in Deutschland sehr gesucht, hier nur ein Preis: Die 1000-Gulden-Note von 1923 stand mit 25.000 PLN (rd. 5879 €) im früheren Buch, ähnlich wie im Grabowski-Katalog 2024 mit 5000 €, Heute schätzt Parchimowicz diese Note mit 30.000 Zloty ein. Alles in allem sind die Preise auch für Papiergeld der Volksrepublik Polen etwas gestiegen, weil bei älterem Material natürlich der Nachschub fehlt und immer noch viele polnische Münzensammler auch an Banknoten ihres Landes interessiert sind. Wer schon längere Zeit polnische Geldscheine kassenfrisch sammelte, die heute noch kursfähig sind, hat unter Umständen auch ein Schnäppchen gemacht. Nicht nur in kassenfrisch sind heute schon Noten mit Preisen versehen, die deutlich über dem Kurswert liegen. Im Preis kräftig zugelegt haben auch die frühen Gedenkbanknoten, was beweist, dass die Zahl der Papiergeldsammler weiter steigt. Papiergeldfreunden, deren Hauptsammelgebiet Polen ist, werden sich sicher dieses neue Werk zulegen, aber auch Händlern, die Papiergeld führen, kann es nur zur richtigen Preisbestimmung behilflich sein. Falls der deutsche Buchhandel den Katalog nicht anbietet, so kann man ihn direkt beim Verlag NEFRYT in Szczecin (Stettin) bestellen, der ihn für 130 PLN zzgl. Versandkosten liefert. Die E-Mail-Adresse lautet: Parchimowicz.janusz@gmail.com Wolfgang J. Mehlhausen
- Janusz Parchimowicz: Tabellen der Banknotenenserien Polens ab 1944
Janusz Parchimowicz: TABELE SERII BANKNOTÓW POLSKICH OD 1944 Tabellen der Banknotenenserien Polens ab 1944 60 Seiten, jeder Schein farbig abgebildet, Format 10 x 15 cm, Klammerbindung, 1. Auflage, Stettin 2025, Preis 30 Zloty (ca. 7 €) ISBN- Nr. 978-83-87355-10-4 Seit einigen Jahren gibt der Verlag JEFRYT bei Münzkatalogen gelegentlich Miniaturausgaben zusätzlich zum Hauptkatalog im Format 9 x 12 cm mit unterschiedlichem Inhalt heraus. Nun erschien ein ähnliches Büchlein vom Verlag für Banknoten, doch dieses Buch, das 40 Zloty kostet, ist keine Miniatur des Gesamtkatalogs, sondern ein Tabellenwerk für die Umlauf-Banknoten Polens ab 1944. Eingeteilt ist es in drei Teile: VR Polen 1944 bis 1965, Scheine von 1974 bis 1994 und neueste Scheine ab 1994. Wir finden von allen Geldscheinen farbige kleine Abbildungen und die Parchimowicz-Nr. Der Katalog beginnt nicht bei der Nr. 163 - 50 Groszy 1944, weil diese Noten ohne Kontrollnummern und Serienbuchstaben sind, sondern mit Nr. 164: 1 Zloty. Im Hauptkatalog sind Preise für zwei Buchstaben(gruppen), nämlich AA und AB - XT aufgeführt, um nur ein Beispiel aufzuzeigen. Es gibt aber nach AA noch 44 andere Buchstabenkombinationen bis man bei XT angelangt ist. Bei einigen Noten gibt es nur wenige Serienbuchstaben, bei anderen bedeutend mehr. Bewertet sind diese allerdings nicht, dafür steht der Hauptkatalog zur Verfügung. Bei den heute noch gültigen Scheinen beginnt man mit der 10-Zloty-Note Nr. 216, bei der es gleich zwei Seiten mit Buchstabenpaaren von AA bis ZA gibt. Recht viel Geld muss man anlegen, wenn man allein die 200-Zloty-Scheine alle nur vom Nominalwert her zusammentragen will. Hier gibt es sogar noch ganz freie Felder, in denen evtl. neue Kombinationen eingetragen werden können. Um es gleich vorweg zu nehmen: In Polen wurden diese Serienbuchstaben schon immer gesammelt. Neben der besten Qualität wollten die Sammler in Polen auch immer eine möglichst niedrige Kontrollnummer und den ersten Buchstaben A oder AA in ihrer Sammlung haben und bezahlten dafür sehr viel mehr als für andere Scheine. Heute gibt man sehr viel Geld aus für Noten mit sonderbaren Zahlenkombinationen wie 234567 oder 000012345, doch das gehört schon nicht mehr zur Buchbesprechung. Wenn jüngere Sammler nach vielen Jahren diese Büchlein mit Kreuzen vergleichen, wird man vielleicht feststellen, welche Kombinationen häufig, welche schwer oder fast nicht zu bekommen sind und dafür in zukünftigen Katalogen auch Preise dafür festlegen. Auch deutsche Sammler interessieren sich für Serienbuchstaben und besondere Kontrollnummern, es ist nur eine Frage der Priorität und des Geldes, in welcher Richtung man eine Sammlung ausbaut. Für 40 Zloty bekommt man zusätzlich zum 2025er Banknotenkatalog ein fast ebenso vollständiges Büchlein mit schwarzweißen Bildern, aber ohne Preise. Dieses Werk ist ein ideales „Taschenbuch“ bei Börsen und Messen. Das dünne Heft mit nur 60 Seiten ist für Banknotensammler als „Brieftaschenbuch“ gedacht, denn auch dies ist sehr handlich und praktisch bei der „Jagd“ nach gesuchtem Papiergeld. Enthalten sind hier die in den Geldscheinkatalogen katalogisierten Banknoten nach Serien. Man findet diese in alphabetischen Tabellen mit jeweils einem „Leerfach“, in dem man ankreuzen kann, was man schon hat, auch Preise können hier notiert werden. Natürlich gibt es auch in Polen Sammler, die nur die Geldscheintypen sammeln und bestenfalls noch Varianten wie einstellige oder zweistellige Serienbuchstaben suchen. Vor gut 50 Jahren begann man aus der Masse des verfügbaren Materials solche Banknoten herauszusuchen. Selbst einige Museen hatten Interesse an derartigen Sammlungen. Im Vorwort zu diesem Buch wünscht der Herausgeber, Herr Parchimowicz, allen Sammlern viel Zufriedenheit und Erfolg. Zu beziehen ist das Büchlein für 30 PLN ebenfalls beim Verlag unter der Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse lautet: Parchimowicz.janusz@gmail.com Wolfgang J. Mehlhausen
- Leserpost: Der Limburger Dom auf der Rückseite des Tausenders der Serie BBk I der Deutschen Bundesbank
In der Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Bargeld_der_Deutschen_Mark ) wird behauptet, die Rückseite des Tausend-Mark-Scheins BBk I zeige einen Stich des Münchner Kupferstechers und Grafikers Sebastian Sailer. Der Link zu Sebastian Sailer führt zu einem Artikel über einen deutscher Prämonstratenser, Prediger und Schriftsteller namens Sailer, was mit Sicherheit falsch ist. Ich glaube, dass der Stich auf dem Tausend-Mark-Schein der BBk-I-Serie neueren Datums ist und nicht aus dem Barock stammt. Man kann von den Bauberichten rund um den Dom ungefähr abschätzen, aus welcher Zeit die Vorlage für die Rückseite stammen könnte. Haben Sie vielleicht Unterlagen, was Hermann Eidenbenz ausgewählt hat und von wem der Stich des Limburger Doms nun wirklich stammt? Das wäre sicher auch für andere Leser ihrer Website interessant. B. Steppan Deutsche Bundesbank, Banknote zu 1000 Deutsche Mark der Serie BBk I ("Gemäldeserie") vom 2. Januar 1960, Vorderseite. Deutsche Bundesbank, Banknote zu 1000 Deutsche Mark der Serie BBk I ("Gemäldeserie") vom 2. Januar 1960, Rückseite mit dem Limburger Dom. Antwort der Redaktion Der Tausch der Rückseite des Tausenders der "Gemäldeserie" von „Ritter, Tod und Teufel“ zum Limburger Dom ist ganz sicher für viele Leser interessant. Es war kein Geringerer als der damalige Bundespräsident Theodor Heuss, der alle Entwurfsserien zur ersten Serie der Deutschen Bundesbank BBk I durchgesehen und dann den Vorentwürfen des Grafikers Hermann Eidenbenz und den Hauptmotiven zugestimmt hatte. Heuss hatte auch den Tausch vorgeschlagener Rückseiten-Motive gegen andere angeregt. Für die Rückseite des Tausenders hatte Eidenbenz ursprünglich einen Entwurf mit dem Hauptmotiv des bekannten Dürer-Stichs "Ritter, Tod und Teufel" vorgelegt. Albrecht Dürer: Kupferstich "Ritter, Tod und Teufel" aus dem Jahr 1513. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, I 868. Der Grafiker Hermann Eidenbenz bei der Arbeit zu seinem Entwurf für den 1000-DM-Schein der Deutschen Bundesbank. Abb. Deutsche Bundesbank: Die Noten der Deutschen Bundesbank, 1964. Entwurf zum 1000-DM-Schein der Deutschen Bundesbank von Hermann Eidenbenz mit Datum vom 9. Dezember 1959, Vorderseite. Abb. Deutsche Bundesbank: Die Noten der Deutschen Bundesbank, 1964. Ursprünglicher Entwurf zum 1000-DM-Schein der Deutschen Bundesbank von Hermann Eidenbenz mit Datum vom 9. Dezember 1959, Rückseite mit "Ritter, Tod und Teufel". Abb. Deutsche Bundesbank: Die Noten der Deutschen Bundesbank, 1964. Das Dürer-Motiv war dem Bundespräsidenten so kurz nach dem Krieg wohl zu düster, weshalb man sich auf ein Architektur-Motiv und hier auf den Limburger Dom verständigte. Welche Vorlage genau für die Darstellung des Limburger Doms genutzt wurde, ist mir leider nicht bekannt. Ich kann hierzu auch nichts in dem Buch „Die Noten der Deutschen Bundesbank“ von 1964 und in anderen Publikationen finden. In Beiträgen zu den Noten der Deutschen Bundesbank, die in unseren Zeitschriften erschienen sind, wurde ich auch nicht fündig. Die Frage ist sehr speziell. Ich habe sie deshalb an die Numismatische Sammlung der Deutschen Bundesbank weitergeleitet und das hat sehr freundlich geantwortet. Hans-Ludwig Besler (Grabowski) Antwort der Deutschen Bundesbank Hermann Eidenbenz hatte zunächst das Motiv des Ritter Georg für die Rückseite des 1000- Mark-Scheines geplant (siehe auch: https://www.bundesbank.de/resource/blob/607880/a46eee7d675ec93bc03a6ec24004cb14/472B63F073F071307366337C94F8C870/die-noten-der-deutschen-bundesbank-data.pdf ). Dieses Motiv ließ sich im Stahlstich nur sehr schwer umsetzen und war optisch nicht ansprechend genug. Daher suchten Eidenbenz und Bundesbank nach alternativen Bildmotiven. Seitens der Bundesbank entschied man sich dann für architektonisch bedeutsame Bauten und speziell für den Limburger Dom. Als Bildvorlagen wurden zur damaligen Zeit Abbildungen aus Lexika und Enzyklopädien gesucht. In der Akte B330-23084 des Historischen Archives der Bundesbank ist folgender Bildnachweis zu finden (Schreiben der Bundesbank an den Deutschen Kunstverlag, München vom 04. Okt. 1962): "In dem im Verlag M. DuMont Schauberg, Köln, erschienen Werk Fritz Baumgart: Geschichte der abendländischen Baukunst Von den Anfängen bis zur Gegenwart befindet sich im Bildteil auf Seite 293 eine Abbildung des Limburger Doms. […] Nach dem im Anhang des Werkes veröffentlichten Fotonachweis haben Sie [Deutscher Kunstverlag, München, Anm. d. Verf. ] dem Verlag [DuMont, Anm. d. Verf. ] die Abbildungsvorlage zur Verfügung gestellt." Weiterhin bittet die Bundesbank den Kunstverlag, dem Grafiker Eidenbenz einen Abzug dieses Fotos zukommen zu lassen, was dann auch geschehen ist. Zusammengefasst: Der Limburger Dom auf der Rückseite des 1000-DM-Scheins (BBk I) stammt von Hermann Eidenbenz nach einer Fotovorlage des Deutschen Kunstverlages in München. Wer dieses Foto erstellt hat, wäre dort weiter zu recherchieren. Juliane Voß-Wiegand, Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Numismatische Sammlung
- Lexikon: Langer Hunderter
"Langer Hunderter" war die umgangssprachliche Bezeichnung für den 100-Mark-Schein der Deutschen Reichsbank mit den Datierungen vom 7. Februar 1908, 10. September 1909 oder 21. April 1910 im Format 205 x 100 mm, der neben des bisherigen sog. "Kleinen Hundertern" hergestellt und ausgegeben wurde. Deutsche Reichsbank: 100 Mark vom 07.02.1908 (Langer Hunderter), DEU-32, Vorderseite. Deutsche Reichsbank: 100 Mark vom 07.02.1908 (Langer Hunderter), DEU-32, Rückseite. Der "Lange Hunderter" hat als Wasserzeichen ein Kopfbildnis Kaiser Wilhelms I. nebst Wertzahl 100 in einem Schaurand und zeigt auf der Vorderseite Merkur- und Cereskopf als Alegorien für den Handel und die Landwirtschaft, auf der Rückseite die Germania mit Kaiserkrone, Schild und Schwert unter einer Eiche, außerdem die Symbole Pflug (Landwirtschaft), Zahnrad (Industrie), Amboss und Hammer (Handwerk), Flügel- bzw. Hermesstab und Warenballen (Handel) sowie im Hintergrund drei Schlachtschiffe der kaiserlichen Flotte, weshalb diese Geldscheine auch "Flottenhunderter" genannt wurden. Die unterschiedlichen Ausgabedaten sind in Veränderungen in der Zusammensetzung des Reichsbankdirektoriums und damit des Unterschriftenblocks auf den Banknoten begründet. Deutsche Reichsbank: 100 Mark vom 10.09.1909 (Langer Hunderter), DEU-35, Vorderseite. Deutsche Reichsbank: 100 Mark vom 21.04.1910 (Langer Hunderter), DEU-39, Vorderseite. Zu der Ausführung von 1910 mit roten Siegeln existieren auch verschiedene Druckproben mit und ohne Datum. Deutsche Reichsbank: 100 Mark vom 21.04.1910 (Langer Hunderter), Druckprobe mit Datum, DEU-39P1, Vorderseite. Deutsche Reichsbank: 100 Mark vom 21.04.1910 (Langer Hunderter), Druckprobe ohne Datum, DEU-39P3, Vorderseite. Erste Druckproben mit diesen Motiven wurden bereits im Jahr 1903 hergestellt, hier aber noch ohne Schaurand und im Format des "Blauen …" bzw. "Kleinen Hunderters". Deutsche Reichsbank: Druckprobe zu 100 Mark aus dem Jahr 1903 mit Datierung "00. Februar 0000" im Format des "Kleinen Hunderters", DEU-17M4, Vorderseite. Deutsche Reichsbank: Druckprobe zu 100 Mark aus dem Jahr 1903 mit Datierung "00. Februar 0000" im Format des "Kleinen Hunderters", DEU-17M4, Rückseite. Mit dem Unterschriftsblock von 1903 gab es aber auch Musterscheine mit Schaurand im Format des späteren "Langen Hunderters". Deutsche Reichsbank: Druckprobe zu 100 Mark aus dem Jahr 1903 mit Datierung "00. Februar 0000" im Format des "Langen Hunderters", DEU-18M, Vorderseite. Deutsche Reichsbank: Druckprobe zu 100 Mark aus dem Jahr 1903 mit Datierung "00. Februar 0000" im Format des "Langen Hunderters", DEU-18M, Rückseite. Eine Ausführung mit Unterschriftsblock von 1907 kam nicht zur Ausgabe, sie existiert nur als Druckprobe ohne Datierung. Deutsche Reichsbank: Druckprobe zu 100 Mark aus dem Jahr 1907 ohne Datierung im Format des "Langen Hunderters", DEU-27P, Vorderseite. Der Schein mit dem Datum von 1910 wurde bis zum Ende des Ersten Weltkriegs mit roten Reichsbanksiegeln und roten Kontrollnummern gedruckt. Die Nachdrucke von 1918 bis 1923 haben wie auch die des "Kleinen Hunderters" grüne Siegel und grüne Kontrollnummern. Deutsche Reichsbank: 100 Mark vom 21.04.1910 (Langer Hunderter), Nachdruck, DEU-68a, Vorderseite. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Bildarchiv Battenberg
- Ausstellung zum frühen bayerischen Papiergeld ab 1836
Die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank wurde auf Betreiben König Ludwigs I. und auf der Grundlage der von ihm unterzeichneten Bankstatuten vom 18. Juni 1835 am 15. Oktober des gleichen Jahres gegründet. Sie stand unter Aufsicht der Staatsregierung, die durch einen Bankkommissär vertreten wurde. Neben der Königlich Bayerischen Staatsschuldentilgungs-Comission mit ihren Ausgaben von 1866 (bayerisches Staatspapiergeld) hatte allein sie das Recht zur Notenausgabe im Königreich Bayern. Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank: 10 Gulden vom 1. Juni 1836, die erste bayerische Banknote, Druck einseitig, Abb. Staatliche Münzsammlung München. Bis zur Gründung des deutschen Kaiserreichs gab sie Banknoten mit Daten von 1836 bis 1870 aus. Ihr Notenrecht endete erst mit Staatsvertrag vom 20. März 1875 und Gründung der Bayerischen Notenbank in München. Wir freuen uns, Ihnen hier im Geldschein-Blog eine Ausstellung zu den seltenen Noten inkl. Druckproben der Bayerische Hypotheken- und Wechselbank als erste Ausstellung in einem völlig neu geschaffenen Bereich (über "Ausstellungen" im Hauptmenü) präsentieren zu können. Wir werden den Ausstellungsbereich zukünftig nutzen, um unseren Lesern in loser Folge weitere Ausstellung zu interessanten Papiergeld-Themen zu präsentieren. Gern sind hierzu auch Ihre Anregungen willkommen … Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Tasmanien – Geldscheine vom anderen Ende der Welt
Die veralteten Städtenamen Agram oder Reval kann man mühelos den heutigen europäischen Hauptstädten Zagreb und Tallinn zuordnen. Auch die früheren Ländernamen Rhodesien oder Abessinien kennt man für das heutigen Simbabwe und Äthiopien. Die Zuordnung des Ortsnamens Hobarton als Hauptstadt des Van Diemenʼs Landes (VDL) ist schon schwieriger. Aber auch dort waren Geldscheine in Umlauf – unterschiedliche natürlich. Abb. 1: Landkarte Van Diemenʼs Land (Tasmanien) von 1822, südlich des australischen Festlands – hier noch als New Holland bezeichnet. Die Niederländer benannten auf der Suche nach dem „terra australis incognita" die am 24. November 1642 entdeckte Insel nach Anthonis van Diemen, dem damaligen Generalgouverneur von Niederländisch-Indien. Zu Ehren Lord Robert Hobarts, britischer Kriegs- und Kolonialminister von 1801 bis 1804 und erster Vizegouverneur von Van Diemen’s Land wurde die größte Siedlung Hobart benannt. Der Ort wurde ursprünglich als „Hobart Town“ bezeichnet und dann umgangssprachlich auf „Hobarton“ verkürzt. 1842 war die Gemeinde groß genug, um offiziell als Stadt anerkannt zu werden. Ab 1. Januar 1881 wurde auf den Zusatz „Town“ verzichtet, so dass der moderne Name „Hobart“ lautet. Nach 1800 herrschte ein großer Bargeldmangel auf der Insel; es kursierten ausschließlich fremde Münzen und Geldscheine. Auch Rum wurde als Geldersatz verwendet. Um den Missstand zu beseitigen und den täglichen Handel zu erleichtern, kamen nach 1822 private Schuldscheine und sog. „Commissary notes“ in Umlauf. Der nördliche Nachbar auf der australischen Hauptinsel New South Wales hatte 1822 ein Gesetz mit einem Dollarstandard eingeführt, der auch im dazugehörigen Van Diemen’s Land galt. Der 1796 in Hamburg geborene Brite Thomas James Lempreire gab mit als Erster Schuldscheine im Van Diemen’s Land aus. Bekannt sind Scheine von 1832, mit handschriftlichem Datum und oft mit dem gestrichenen Namen seines Partners John H. Weavell. Abb. 2: 4 Spanish-Dollars, 3. Mai 1823, Vs., 207 mm × 115 mm, Schuldschein der Fa. Lempreire, Weavell & Co., Hobart Town/Van Diemen’s Land. Er hatte schon im Februar 1823 und auch im Januar 1824 eigene Scheine ausgegeben. Auch andere örtliche Händler, wie der Möbeltischler John Lepine und die Woll- und Weinhändler Young & Dillon, fertigten ab 1823 ihr eigenes Geld. Schuldscheine sind von T. Allison, F. Bradley, G. Clark, J. Eddington, Kemp & Gatehouse, Lake & Alywin, W. Lamb, J. Martin, R. Murray, J. Parker, G. Robinson, T. Stace, B. Walford und E. Walker bekannt – alle zwischen 1823 bis 1827 ausgegeben. Die sich ähnelnden Scheine wurden in Sydney vom 1816 aus Irland eingewanderten Buchdrucker Samuel Clayton hergestellt und lauteten meist auf Pound, Shillings oder Pence, seltener auf Dollar oder Cents. Auf manchen Scheinen wurde der Wechselkurs Pound Sterling zum Dollar angegeben: 1 Spanish Dollar = 5 Shillings bzw. 2 Spanish Dollars = 10 Shillings. Außerdem wurden Schuldschein-Vordrucke verwendet – bspw. von T. J. Lempriere. Abb. 3: 20 Spanish Dollars, 5. Mai 1823, Vs., Schuldschein-Vordruck mit handschriftlich eingetragener Wertstufe der Fa. Th. Lempriere & Co., Hobart Town/Van Diemen’s Land. Abb. 4: 10 Shillings = 2 Spanish Dollars, 21. August 1823, Vs., Schuldschein der Fa. John Lepine & Co., Hobart Town/Van Diemen’s Land. Abb. 5: 6 Pence = 10 Cents, 12. Juni 1826, Vs., Schuldschein des Zollbeamten Thomas Stace, Hobart Town/Van Diemen’s Land. Der 1822 nach Van Diemen’s Land ausgewanderte Lempriere erhielt eine Landzuteilung, wurde Kaufmann und Stiftungsaktionär der ein Jahr später gegründeten Bank of Van Diemen’s Land. Das „alte Bank“ genannte Finanzhaus gab ab 1825 ihre ersten Banknoten aus – im selben Jahr, als das Van Diemen’s Land eigenständige britische Kolonie wurde. Abb. 6: erstes Gebäude der Bank of Van Diemen ’ s Land in der Macquarie Street, Bleistift-Zeichnung von 1834; die Bank hatte die Vollmacht, Banknoten von ¼ bis 100 Dollars auszugeben; 1828 legte die Regierung in London fest, dass in allen Dominions eine einheitliche Pfund-Währung einzuführen ist – im Kurs von 1 span. $ = 52 Pence. Abb. 7: 20 Pounds, 1. Juli 1832, Vs., Bank of Van Diemen’s Land. Abb. 8: 5 Pounds, 18__, Vs., Musterschein der Bank of Van Diemen’s Land Ltd. Abb. 9: 1 Pound, 1. Juli 1881, Vs., Musterschein der Bank of Van Diemen’s Land Ltd., es sind auch weitere Banknoten belegt, z. B. mit No. 96027, ebenfalls ohne Unterschriften. Nur wenige Jahre währte die Monopolstellung der Bank of Van Diemen’s Land (1823–1891). Nach 1827 gründeten sich weitere Banken: die Derwent Bank (1827–1849), die Cornwall Bank (1828–1836), die Van Diemen’s Land Commercial Bank (1829–1883, ab 1883–1921 Commercial Bank of Tasmania), die Colonial Bank of Van Diemen’s Land (1834–1852) und die Bank of Tasmania (1853–1885, ab 1885–1918 National Bank of Tasmania). Schon 1826 wurde der Sterling Money Act verabschiedet und die örtlichen Banken gaben eigenen Banknoten und Münzen aus. Abb. 10: 20 Pounds Sterling,184_, Vs., Musterschein der Derwent Bank/VDL. Abb. 11: 1 Pound Sterling,1. Februar 1831, Vs., Banknote der Cornwall Bank Launceston, gedruckt bei Thomas Bock in Hobart/VDL. Abb. 12: 20 Pounds Sterling, 18__ (1854), Vs., Musterschein der Commercial Bank/VDL, mit handschriftl. Datum: December 6th/54. Abb. 13: 10 Pounds Sterling, 18__ (nach 1856), Vs., Musterschein der Commercial Bank of Tasmania Ltd. (1883–1910); die Bank gab Banknoten in den Werten 1, 5, 10, 20 und 50 £St. aus, die in London bei Perkins, Bacon & Co. gedruckt wurden; die Bank wurde 1921 von der English, Scottish & Australian Bank Ltd. übernommen und ist heute Teil der Australia and New Zealand Banking Group Ltd. Abb. 14: 20 Pounds Sterling, 184_, Vs., Musterschein der Colonial Bank/VDL; es sind nur vier Musterscheine zu 1, 5, 10 und 20 £St. aus dem Archiv der Londoner Druckerei Perkins, Bacon & Petch und aus den Jahren von 1834 bis 1852 bekannt. Abb. 15: 5 Pounds Sterling, 185_, Vs., entwerteter Musterschein der Bank of Tasmania, Launceston. Nicht alle auf der Insel gegründeten Banken oder Sparkassen gaben Geldscheine aus: die Tamar Bank (1834–1838), die Archer Gillies Co. (1840–44) und die Agricultural Bank of Tasmania (1840). Jedoch sind von den 15 australischen Banken vom Festland Banknoten für ihre Filialen auf Tasmanien bekannt: z. B. die Royal Bank of Australia, die Union Bank of Australia, die Bank of Australasia. Abb. 16: 2 Pounds Sterling (1849), Vs., Musterschein der Royal Bank of Australia, Fil. Hobart Town. Abb. 17: 1 Pound Sterling, 1.Januar 1868, Vs., Teilstück/Musterschein der Union Bank of Australia, Fil. Hobart (aus dem Archiv der Druckerei/Perkins, Bacon & Co.). Abb. 18: 5 Pounds, 13.Oktober 1868, Vs., Musterschein der Bank of Australasia, Fil. Launceston. Nach 1803 wurde von britischen Auswanderern die erste dauerhafte Siedlung errichtet. Auf die anfangs als Strafkolonie geplante Insel, kamen bis 1853 etwa 75.000 im Mutterland verurteilte Straftäter nach Tasmanien. Die ersten Bewohner waren Schwerverbrecher und deren Bewacher mit ihren Familien. Die freien Siedler mussten ab 1816 die zugewiesenen Sträflingen entlohnen – männliche Verurteilte mit bis zu 10 Pfund pro Jahr, weibliche bis zu 2 Pfund. Zwischen 1824 und 1836 war es den Gefangenen dann nicht mehr gestattet, eigenes Geld bei den Kolonisten zu verdienen; Personen mit einem sog. „Ticket of Leave“ hatten jedoch das Recht, einer bezahlten Beschäftigung nachzugehen. Sie mussten ihr verdientes Geld jedoch bei Convict-Savings-Banken einzahlen; ausgezahlt wurde es nur mit Genehmigung des Vizegouverneurs von Van Diemen’s Land. Der Derwent Bank war eine Convict Savings Bank angeschlossen, die die Sparsamkeit der Sträflinge fördern sollte, ihre miserable Lage zu verbessern. Außer den zu lebenslanger Haft verurteilten Straftätern konnten alle anderen einen Wochenlohn von sechs Pence verdienen. Ihre Ersparnisse konnten jedoch gestrichen werden, wenn sie sich nicht an die Gesetze hielten. Eine gelungene Entwicklung nahm Reuben Joseph, der 1827 wegen Diebstahl in einem Londoner Lagerhaus zu 14 Jahren Haft verurteilt und anschließend in das Van Diemen’s Land deportiert wurde. Sein „Ticket of Leave“ erhielt er im Juli 1833, 1836 seine Begnadigung mit Auflagen und 1841 seine Freiheit. 1852 gewann er die Ausschreibung für den Betrieb der Mautstelle von New Town für drei Jahre, schaffte es zum „Toll Gate Operator“ und ließ eigene Mautstellen-Token in Birmingham prägen (Abb. 19.a). Abb. 19: Token = 1 Penny, Vs.; a = Mautstellen-Münze 1855, R. Joseph Newtown/VDL; b = Handels-Münze 1855, L. Abrahams, Hobart/Tasmanien; c = Handelsmünze (1862),T. H.Jones & Co., Ipswich/Queensland. Das Van Diemen’s Land wurde 1856 nach dem niederländischen Seefahrer Abel J. Tasman in „Tasmanien“ umbenannt – im Zusammenhang mit dem Australian Colonies Government Act erhielt die Insel ihre Selbstverwaltung. Seit dem 1. Januar 1901 gehört Tasmanien zum Australischen Bund. Die Insel hatte 1820 etwa 5.500 Einwohner; 1830 zählte man schon knapp 25.000 Bewohner und im Jahre 1870 waren es bereits über 100.000. Michael H. Schöne Quellen: Butlin, S. J.: „Foundations of the Australian Monetary System 1788-1851“, Sydney 1968 Callum J. J: „Banking and Finance in Van Diemen’s Land“, Tasmanian Times, 24. April 2021 https://collection.sl.nsw.gov.au https://en.wikipedia.org https://www.hobarthistory.com.au https://www.noble.com.au https://www.sterlingcurrency.com.au https://www.utas.edu.au
- Die Einführung der tschechischen Krone im Februar 1993
Seit der Gründung der Tschechoslowakei im Oktober 1918 wurden auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik vier Währungsumstellungen vorgenommen: Im März 1919, im November 1945, im Juni 1953 und schließlich im Februar 1993, als – nachdem die ČSFR sich Ende 1992 aufgelöst hatte und die beiden Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei entstanden waren - eine Separierung der tschechoslowakischen Währung in eine tschechische und eine slowakische Krone erfolgte. Im Rahmen einer Beitragsreihe sollen Ursachen, Hintergründe und die Durchführung der einzelnen Währungsumstellungen beleuchtet, und dabei natürlich auch Geldscheine vorgestellt werden, die im Rahmen dieser Umtauschaktionen ausgegeben wurden. Der dritte Teil der Reihe beschäftigt sich mit der Einführung der tschechischen Krone in der Tschechischen Republik im Februar 1993. Am 25. November 1992 beschloss die Bundesversammlung der Tschechisch-Slowakischen Föderativen Republik ( Č SFR) die Auflösung der Tschechoslowakei zum 31. Dezember 1992. Unterschiedliche politische Interessen in beiden Landesteilen nach dem Ende des Sozialismus 1990 und eine fehlende Einigung über eine gemeinsame weitere Entwicklung als Föderation waren die Ursache hierfür. Es entstanden zum 1. Januar 1993 die beiden Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakische Republik. Gleichzeitig nahmen die Tschechische Nationalbank mit Sitz in Prag und die Slowakische Nationalbank mit Sitz in Bratislava ihre Tätigkeit auf. Beide Staaten übernahmen zunächst die tschechoslowakische Krone jeweils als eigene Währung, bevor ab Februar 1993 auch die Trennung in zwei separate Währungen – die tschechische und die slowakische Krone – umgesetzt wurde. Am 29. Oktober 1992 entscheiden die Regierungen beider Bundesstaaten Tschechien und Slowakei, im Falle einer Staatstrennung vorübergehend die Fortführung der gemeinsamen Währung. Im Gesetz des Nationalrates der Tschechischen Republik über die Nationalbank vom 17. Dezember 1992 [1] wurde allerdings in § 13 ab dem 1. Januar 1993 die tschechische Krone (abgekürzt Kč) als neue Währung auf dem Gebiet der Tschechischen Republik festgelegt. Zunächst war ein paralleler Umlauf der neuen tschechischen Krone mit der alten tschechoslowakischen Krone geplant gewesen. Durch § 1 der Verordnung Nr. 61/1993 zur Umsetzung des Währungstrennungsgesetzes [2] wurde dann jedoch zum Stichtag 8. Februar 1993 auf dem Gebiet der Tschechischen Republik allein die Tschechische Krone als alleiniger Zahlungsmittel eingeführt, und die Vereinbarung einer gemeinsamen Währung beider Nachfolgestaaten beendet. Banknote zu 1000 Kronen Ausgabe 1985 mit Marke (Pick 3a, Hejzlar CZ6a). Quelle: 6. Auktion Bankovky, Prag. Banknote zu 1000 Kronen Ausgabe 1985 mit Aufdruck (Pick 3b, Hejzlar CZ6b) . Quelle: 6. Auktion Bankovky, Prag. Die Aufspaltung der Tschechoslowakei zeichnete sich bereits vor November 1992 ab, so dass die Staatsbank der Č SFR seit Sommer 1992 Vorkehrungen für eine Aufspaltung der Währung und die Ausgabe neuer Banknoten sowohl für die Tschechische Republik als auch die Slowakei getroffen hatte Vorbereit worden waren für die Währungstrennung insgesamt 160 Millionen selbstklebende Marken, die auf die Noten zu 100, 500 und 1000 Kronen aufgeklebt werden sollten – 70 Millionen Marken zu 100 Kronen, 50 Millionen Marken zu 500 Kronen und 40 Millionen Marken zu 1.000 Kronen, die in Bögen zu 200 Marken hergestellten wurden. Den Auftrag dafür erteilte die Staatsbank der Č SFR am 30. Juli 1992 an die kolumbianische Niederlassung von Thomas de la Rue in Bogota. Grund hierfür war, dass eine strikte Geheimhaltung dieser Maßnahme sichergestellt werden sollte, was man am Ehesten durch die Beauftragung einer Druckerei im Ausland sichergestellt sah. Teilbogen mit Marken zu 1000 Kronen. Quelle: 6. Auktion Bankovky, Prag. Verkauf am 16. November 2024 für 2.600 Kč (ca. EUR 105) plus Aufgeld. Anfang 1993 wurde zudem in der Staatsdruckerei in Prag ein Bestand von 24 Millionen Banknoten zu 1.000 Kronen mit einem Aufdruck im Tiefdruck in Form der entsprechenden Marke versehen. Hinsichtlich der Durchführung der Währungsumstellung durch Überkleben von umlaufenden Banknoten mit Marken wurde insoweit auf einen Plan zurückgegriffen, der bereits 74 Jahre zuvor – im Jahre 1919 - bei der Einführung der tschechoslowakischen Krone durch Markierung von Banknoten der österreichisch-ungarischen Bank mit Steuermarken verwendet worden war [3] . Bekleben von Banknoten zu 100 tschechoslowakische Kronen der Ausgabe 1961 mit Klebemarken durch Mitarbeiterinnen der Tschechischen Nationalbank, Februar 1993. Quelle: Archiv der Č NB. In der Tschechischen Republik wurden die mit Kontrollmarken beklebten Banknoten zu 100 (Ausgabe 1961), 500 (Ausgabe 1973) und 1.000 Kronen (Ausgabe 1985) [4] ab 8. Februar 1993 in den Umlauf gegeben [5] . Sie galten bis zum 31. August 1993 und sind heute, anders als die späteren Ausgaben der Tschechischen Nationalbank, nicht mehr umtauschbar. Die kleinen Notenwerte zu 10, 20 und 50 Kronen wurden in der Tschechischen Republik (anders als die Werte zu 20, und 50 Kronen in der Slowakei) nicht mit einer Marke beklebt, sondern liefen ohne Kennzeichnung bis zum 31. Juli 1993 um. Auf eine Kennzeichnung der kleinen Nennwerte wurde verzichtet, weil der Aufwand hierfür unverhältnismäßig hoch gewesen wäre und diese drei Nennwerte zusammen nur 3 % des Wertes aller umlaufenden Banknoten ausmachten. Sie wurden im Sommer 1993 zunächst durch Münzen ersetzt, bevor im Oktober 1993 die neue Banknote zu 50 Kronen und im April 1994 die neue Banknote zu 20 Kronen folgte. Nicht beklebt wurde die Banknote zu 100 Kronen der Ausgabe 1989 mit dem Portrait von Klement Gottwald [6] , die schon zum 31. Dezember 1990 aus dem Umlauf genommen worden war. Am 8. Februar selben Tag erfolgte ferner die Ausgabe einer neugestalteten Banknote zu 200 Kronen [7] , die von Oldrich Kulhanek entworfen und von der Staatlichen Wertpapierdruckerei in Prag gedruckt worden war. Sie war aus einem Wettbewerb heraus entstanden, den die Tschechoslowakische Staatsbank bereits im Februar 1991 zur Neugestaltung der tschechoslowakischen Banknoten ausgeschrieben hatte, und bildete die Grundlage einer neuen Serie jetzt tschechischer Banknoten, die mit Modifikationen noch heute im Umlauf ist. Es gibt zu diesem Schein in den Serien A01 bis A06 eine Variante, die im Sicherheitsfaden noch die alte Währungsbezeichnung „Kčs“ statt neu „Kč“ zeigt. Der Umtausch der umlaufenden tschechoslowakischen Banknoten von 10 bis 1000 Kronen war nach § 2 der Verordnung Nr. 61/1993 für natürliche Personen vom 4. bis 7. Februar 1993 in den Filialen der Tschechischen Nationalbank und diversen Bank- und Postfilialen möglich. Für juristische Personen und Unternehmer wurde er in Banken vom 8. bis 9. Februar 1993 durchgeführt. Parallel zum Umtausch in Tschechien kennzeichnete auch die Slowakei die umlaufenden Noten zu 20 bis 1.000 Kronen mit Klebemarken. Unmarkierte Scheine zu 100, 500 und 1.000 Kronen wurden nach dem Umtausch wertlos, während die unmarkierten Scheine zu 10, 20 und 50 Kronen noch bis zum 31. Juli 1993 in der Tschechischen Republik gültig bleiben. Vorbereitet worden waren für den Fall einer Knappheit an Zahlungsmitteln zudem Kassenanweisungen (pokladni potvrzenka) zu 1.000, 2.000 und 5.000 Kronen mit Datum 1. Februar 1993 [8] , die Anfang 1993 in einer privaten Druckerei in Prag hergestellten worden waren. Sie wurden nicht ausgegeben und existieren heute lediglich als Musterstücke. Achtung – es gibt Nachdrucke für Sammler! Die Währungen der Nachfolgestaaten der Č SFR entwickelten sich unterschiedlich – während die tschechische Krone ihren Wert gegenüber Währungen wie der DM und dem US-Dollar relativ stabil halten konnte, verlor die slowakische Krone in den Jahren nach ihrer Einführung deutlich an Wert. Ihre Zeit endete am 1. Januar 2009 mit der Einführung des Euro in der Slowakei zu einem Wechselkurs von 30,1260 Kronen je Euro. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Gesetz des Tschechischen Nationalrats Nr. 6/1993 - https://www.e-sbirka.cz/sb/1993/6?zalozka=text [2] https://www.e-sbirka.cz/sb/1993/61?zalozka=text [3] Dazu Gerhard, Die Währungsreform in der Tschechoslowakei im März 1919 https://www.geldscheine-online.com/post/die-w%C3%A4hrungsreform-in-der-tschechoslowakei-im-m%C3%A4rz-1919 [4] Pick 91, 93 und 98, Hejzlar 101, 102, 105 und 106 [5] Grundlage hierfür war das Gesetz 60/1993 [6] Pick 97, Hejzlar 110 [7] Pick 6, Hejzlar CZ 9 [8] Hejzlar CZ1 und CZ1












